Skip to main content

Full text of "Syllabus de Pflanzenfamilien, eine Übersicht über das gesamte Pflanzensystem mit besonderer Berücksichtigung der Medizinalund Nutzpflanzen nebst einer Ubersicht über die Florenreiche und Florengebiete der Erde zum Gebrauch bei Vorlesungen und Studien über spezielle und medizinisch-pharmazeutische Botanik"

See other formats


mm 



^ 











,1''' y'.* ' 













ffsglliiipi 






m 



-MM 



üi 



■■Ä^ 







Digitized by the Internet Archive 

in 2010 with funding from 

University of Toronto 



http://www.archive.org/details/syllabusdepflanzOOengl 



Engler 
Syllabus der Pflanzenfamilien 



Syllabus der Pflanzenfamilien 

Eine Übersicht 

Über das gesamte Pflanzensystem 

mit besonderer Berücksichtigung der 

Medizinal- und Nutzpflanzen 

nebst einer Übersiebt über die Florenreiche und Florengebiete der Erde 
zum Gebrauch bei Vorlesungen und Studien über 

spezielle und medlzlniscli -pharmazeutische Botanik 



Dr. Adolf Engler, 

jfd. Professor an der Universität Berlin und Direktor des Botanischen Gartens und Museums zu Berlin- Dahlem 

Achte, mehrfach ergänzte Auflage 
mit Unterstützung von 

Dr. Ernst Gilg, 

außerord. Professor an der Universität Berlin und Kustos am Botanischen Museum zu Berlin - Dahlem 



Mit 457 Abbildungen n 

:b 

\^ ,^* 
Berlin X^ \ ' 

Verlag von Gebrüder Borntraeger 

W 35 Schöneberger Ufer 12 a 

1919 

(ieimauy 






Alle Rechte, 
insbesondere das Recht der Übersetzung in fremde Sprachen, vorbehalten 

Copyright, 1919, by Gebrüder Borntraeger in Berlin 



Druck von E. Bachbinder (H. Dnske) in Neuruppin. 



Vorwort zur siebenten Auflage 



Bei dem heutigen Umfang der speziellen Botanik, in welcher naturgemäß 
die niederen Pflanzen wegen ihrer Bedeutung für den Haushalt der Natur und 
des Menschen die gleiche Beachtung wie die höheren Pflanzen beanspruchen, 
ist es in den Vorlesungen kaum noch möglich, alle Familien des Systems in 
gleicher Weise eingehend zu besprechen; es müssen notwendig, je nach der ver- 
fügbaren Zeit und je nach der Zusammensetzung des Auditoriums, einzelne 
Familien und Gruppen kursorisch, andere eingehender behandelt werden, ohne 
daß dabei der Zusammenhang des ganzen Pflanzensystems außer acht ge- 
lassen wird. 

Dieser Zusammenhang der einzelnen Abteilungen des Pflanzenreiches unter- 
einander wird aus einer knappen Übersicht, wie sie früher der Eichlersche 
Syllabus bot, leicht ersichtlich; aber ss macht sich auch oft außerhalb der Vor- 
lesungen, namentlich beim Studium im botanischen Garten und Laboratorium, 
noch mehr im praktischen Beruf, das Bedürfnis geltend, über die systematische 
Stellung einer Gattung Aufschluß zu erhalten; da ist es oft genug wünschens- 
wert, auch über die in der Heimat nicht vertretenen, in den Vorlesungen viel- 
leicht nur kurz berührten Familien und Gruppen etwas mehr als eine Blüten- 
formel zu finden, eventuell auch einen Einblick in die Stufenfolge der in Betracht 
kommenden Familie zu gewinnen und die untersuchten oder aus Rücksicht auf 
ihre Produkte wichtigen Pflanzen in ihrem Zusammenhang mit dem ganzen 
Pflanzenreich zu erfassen. 

Um den Studierenden von vornherein darauf hinzuweisen, daß ein Teil 
des im Syllabus gebotenen Stoffes nur zum Zweck der vollständigen Übersicht 
aufgeführt ist, ist das weniger Wichtige klein gedruckt. Für Spezialvorlesungen 
dürften aber auch diese Abschnitte willkommen sein. 

Dank der eifrigen Mitarbeiterschaft zahlreicher hervorragender Botaniker 
an dem umfassenden Werke »Die natürlichen Pflanzenfamilien« ist in den beiden 
letzten Jahrzehnten die Systematik des Pflanzenreichs ganz erheblich gefördert 
worden; namentlich sind die Ansichten über die Verwandtschaftsverhältnisse 
innerhalb der Familien und der Familien untereinander wesentlich geklärt worden. 
Es ist daher selbstverständlich, daß der Syllabus in der Anordnung und der 
Charakterisierung der Familien sich,, soviel es bei seiner knappen Fassung mög- 
lich ist, an die in den »Pflanzenfamilien« gegebenen Bearbeitungen anschließt. 
Die so lange Zeit aufrecht erhaltene Abteilung der Thallophyten habe ich (schon 
in der dritten Auflage) als solche aufgelöst, indem ich die in ihr früher unter- 
schiedenen Unterabteilungen zu Abteilungen erhoben habe. Auch sonst habe ich 
neueren Forschungen, insbesondere auch den in dem großen Sammelwerk »Das 
Pflanzenreich« niedergelegten, möglichst Rechnung getragen und bin auch hier 
und da, wo eine Änderung ausreichend begründet erschien, von der in den „Pflanzen- 



VI 

amilien« befolgten Anordnung abgewichen. Es ist nichts leichter, als Be- 
hauptungen über Verwandtschaften aufzustellen ; bei der Abfassung der Arbeiten 
für die „Nat. Pflanzenfamilien" haben viele unterrichtete Botaniker die Verwandt- 
schaftsverhältnisse der einzelnen Familien geprüft, und so ist es ratsam, nur 
da, wo neuere monographische Untersuchungen von Botanikern mit umfassenderer - 
Familienkenntnis vorliegen, Änderungen im System vorzunehmen. Auch ist zu 
berücksichtigen, daß im Syllabus zwar die Phylogenese, d. h. die mutmaßliche 
Abstammung der einzelnen Reihen und Familien von anderen, vielfach betont 
ist, daß aber bei der Anordnung der Reihen im wesentlichen nur die morpho- 
logische Stufe, bis zu welcher eine Sippe höherer Ordnung vorgeschritten ist, 
berücksichtigt wurde. Den Monokotyledoneen habe ich ihre bisherige Stellung 
belassen, weil ich eine Ableitung von den gegenwärtig existierenden Dikotyle- 
döneen nicht für erwiesen und sie für eine den Dikotyledeneen gleichwertige 
Klasse halte. 

In der Anführung der Gattungen und Arten habe ich verschiedene Gesichts- 
punkte verfolgt. In erster Linie sollten alle wichtigen Medizinal- und Nutz- 
pflanzen angeführt werden; ihre Namen sind fett kursiv gedruckt: ich habe 
aber auch Namen von Gattungen, deren Arten morphologisch und biologisch 
interessant sind, in gleicher Weise hervorgehoben; denn ich möchte nicht die 
Auffassung unterstützen, als seien nur Medizinal- und Nutzpflanzen von den 
Studierenden zu merken, die Kenntnis der nur wissenschaftlich interessanten 
Pflanzen aber sei überflüssig. Bei den niederen Pflanzen, für welche den meisten 
Studierenden Handbücher fehlen, habe ich auch Angaben über Vorkommen und 
Lebensweise beigefügt, ebenso bei denjenigen Angiospermen, welche sich nicht 
in Mitteleuropa finden; dagegen habe ich mit Rücksicht darauf, daß der 
Studierende in jeder Flora eines mitteleuropäischen Landes die gewöhnlichen 
Arten zitiert findet, von den in Mitteleuropa vorkommenden Gattungen die 
bemerkenswerten Arten nur dann angeführt, wenn sie Nutzpflanzen sind. 

Die Hinweise auf Pflanzenprodukte sind in dieser neuen Auf- 
lage wesentlich vermehrt worden; ebenso sind alle Angaben über 
Artenzahlen gründlich revidiert und unserem gegenwärtigen Wissen 
entsprechend verbessert worden. Nach beiden Richtungen hat mir 
Prof. Dr. Gilg einen großen Teil der Arbeit abgenommen. 

In jeder guten Vorlesung über spezielle Botanik wird die Demonstration 
stark in den Vordergrund treten; ich hoffe, daß der Studierende durch den 
Syllabus in den Stand gesetzt wird, mehr Zeit auf das Analysieren und Zeichnen 
der ihm in die Hand gegebenen Objekte als auf das Nachschreiben zu ver- 
wenden, und daß er andererseits auch bei dem Studium im botanischen Garten, 
welches ganz besonders zu empfehlen ist, den Syllabus mit Erfolg benutzen wird. 

Es wird auch immer eine wesentliche Aufgabe des Dozenten sein, seine 
Zuhörer darauf aufmerksam zu machen, daß es sich nicht empfiehlt, die Merk- 
male aller Familien dem Gedächtnis einzuprägen, daß aber durch das Studium 
der in den Vorlesungen und Übungen verteilten Pflanzen sowie der vorgelegten 
Präparate in verhältnismäßig kurzer Zeit eine Grundlage gewonnen werden kann, 
auf welcher derjenige, der eine umfassendere Pflanzenkenntnis wünscht oder nötig 
hat, Ifticiit weiterbauen kann. 

Das System, welches ich dem Syllabus zugrunde gelegt habe, ist im wesent- 
lichen dasselbe, welches ich vor 2() Jahren in meinem »Führer durch den bota- 
nischen Garten zu Breslau« veröffentlicht habe; es wich damals schon mehr- 
fach von dem des Eichlerschen Syllabus ab: aber auch ihm liegt, gerade 



vn 

so wie den Systemen von A. Braun und Eichler, das System von A. 
Brongniart zugrunde. 

Der reifere Studierende wird danach streben, sich einen Einblick in die 
Stufenfolge der 'Pflanzenformen zu verschaffen; er soll das System nicht als eine 
von Autoritäten diktierte Einteilung des Pflanzenreiches hinnehmen, sondern er 
soll vor allem einsehen, warum die Pflanzen in der angegebenen Weise gruppiert 
worden sind. Aus diesem Grunde habe ich in den schon der ersten Ausgabe des 
Syllabus beigegebenen »Prinzipien der systematischen Anordnung« darzutun 
versucht, welche Gesichtspunkte für die Pflanzensystematik maßgebend sind; 
hierbei habe ich vorzugsweise auf die Angiospermen Rücksicht genommen, da 
bei den niederen Pflanzen die systematische Anordnung an und für sich viel 
durchsichtiger ist. Übrigens ist bei denjenigen Abteilungen, deren Abstammung 
von anderen, tiefer stehenden einigermaßen begründet ist, ausdrücklich darauf 
hingewiesen worden. 

Eine vollständige Umgestaltung erfährt der Syllabus durch Bei- 
gabe von Abbildungen, welche teils dem Verlage der Gebrüder Borntraeger, 
teils dem von Wilhelm Engelmann entnommen, teils neu gezeichnet sind. 
Wünsche nach einer derartigen Umgestaltung des Syllabus sind mehrfach geäußert 
worden. Bei der Auswahl der Figuren wurde darauf gesehen, daß die in jedem 
Handbuch enthaltenen Abbildungen wegblieben, dafür aber mehr Figuren, welche 
schwierigere Verhältnisse erläutern, aufgenommen wurden. Auch an der Aus- 
wahl der Figuren hat Prof. Gilg einen hervorragenden Anteil. 

Eine dritte Neuerung ist eine starke Einschränkung der Ab- 
kürzungen, da diese Anfängern nicht selten zu Mißverständnissen Anlaß gaben. 

In der anhangsweise gegebenen Übersicht über die Florenreiche und Floren- 
gebiete der Erde sind wiederum einzelne neue pflanzengeographische Arbeiten 
bei der Einteilung der Gebiete in Provinzen und Unterprovinzen berücksichtigt. 

Durch die angeführten Neuerungen ist der Umfang des Syllabus ein 
größerer geworden als früher; es ist aber zu hoffen, daß nunmehr das Buch 
noch mehr zum Studium der speziellen Botanik, welche auch bei unserer heutigen 
Weltpolitik eine nicht unwesentliche Rolle spielt, anregen wird. Dem Herrn Verleger 
danken wir für das große Entgegenkommen hinsichtlich der Ausstattung des Buches. 

Für Erledigung der sehr schwierigen Korrektur bin ich Herrn Prof. Dr. Gilg 
und Herrn Dr. M. Brandt zu besonderem Dank verbunden. 

Berlin, im Oktober 1912. A. Kugler 



Vorwort zur achten Auflage 

Hierzu sei nur bemerkt, daß wir bei erneuter Revision des Textes die 
systematische Literatur der letzten 6 Jahre möglichst berücksichtigt haben, 
namentlich auch bezüglich der Angabe der Artenzahlen. Auch sind wir einigen 
Kollegen und fleißigen Benutzern des Syllabus für Hinweise auf Ergänzungen 
zu Dank verpflichtet. Die von Engler allein bearbeiteten Abschnitte Prinzipien 
der systematischen Anordnung (S. VIII — XXIV) und die im Anhang gegebene 
Übersicht über die Florenreiche und Florengebiete der Erde, sowie deren Gliederung 
wurden von diesem wesentlich ergänzt. 

Berlin-Dahlem, im Juni 1919. A. Kiigler. E. Gilg 



Prinzipien der systematischen Anordnung 

von A. fingier. 



1. Das Streben der wissenschaftlichen Klassifikation der Pflanzen oder 
der botanischen Systematik ist zunächst darauf gerichtet, die Pflanzenformen 
nach ihrer natürlichen Verwandtschaft in Gemeinschaften niederen und 
höheren Grades (in Arten, Gattungen, Familien, Familienreihen oder Ordnungen, 
Klassen, Abteilungen) zu gruppieren. 

2. Die natürliche Verwandtschaft der pflanzlichen Organismen, sowie der 
Organismen überhaupt, ist unserer Erkenntnis in verschiedenem Grade zugänglich. 
Sie kann direkt und sicher erkannt werden durch Beobachtung der Entwicklungs- 
geschichte. In vielen Fällen zeigt schon die rohe Beobachtung von massenhaften 
Aussaaten solcher Pflanzen, bei denen eine Vermischung mit einer anderen Art 
ausgeschlossen war, daß äußerlich sehr verschiedene Formen denselben Ursprung 
haben können. So entstehen manchmal bei Aussaat von Nutzpflanzen und Garten- 
pflanzen neben Tausenden der Mutterpflanze mehr oder weniger gleichenden 
Formen einige oder mehrere mit anders gestalteten Blättern, reicher oder 
schwächer entwickelten Blütenständen, kleineren oder größeren oder anders ge- 
färbten Blüten. Wenn die einzelnen Organe nach Maß, Gewicht und Zahl vari- 
ieren, so handelt es sich meist um fluktuierende Variationen; wenn da- 
gegen neue Merkmale ohne Zwischenstufen auftreten und diese Merkmale erb- 
lich sind, so haben wir es mit Mutationen oder Mutanten zu tun. Sehr 
deutlich tritt die Verwandtschaft äußerlich verschiedener Bildungen hervor, wenn 
auf demselben Stock verschieden gestaltete Blüten (Pelorien bei Scrophulariaceen 
und Labiaten, ungeschlechtliche Blüten neben geschlechtlichen, gefüllte neben 
ungefüllten) oder anders belaubte Sprosse (geschlitztblättxige neben ganzblättrigen 
bei unseren Laubbäumen, mit einfachen Blättern versehene neben solchen mit 
geteilten Blättern) auftreten, und wenn es gelingt, durch Ableger oder Samen 
solche Abänderungen oder Variationen zu vermehren. Hierbei ist dann ferner 
zu beobachten, daß aus diesen Variationen auch wieder die ursprünglichen 
Formen entstehen können, was als Rückschlag oder Atavismus bezeichnet 
wird. Besonders wertvolle Einblicke in die Verwandtschaftsverhältnisse der 
Pflanzen ergeben experimentell hergestellte Bastarde von Varietäten und Arten. 
Noch auffallendere Erscheinungen, welche den Begriff der natürlichen Ver- 
wandtschaft illustrieren, zeigt die Entwicklungsgeschichte verschiedener niederer 
(Algen, Pilze) und höherer Pflanzen (Moose, Farne), bei denen aus verschieden- 
artigen Keimzellen einer Pflanze neue Individuen derselben Art 
wieder entstehen können und anderseits so verschiedenartig aus- 
gestaltete Generationen auftreten, daß man sie, bevor ihre Entwick- 
lungsgeschichte bekannt war, als Vertreter verschiedener Gattungen 
oder noch entfernter stehender Pflanzensippen angesehen hat. Aus 



IX 

solchen Beobachtungen und Betrachtungen ergibt sich, daß in den äußerlich 
verschiedenen Keimzellen derselben Pflanzen ein Teil ihrer Eigenschaften bei 
gewissen Nachkommen in die Erscheinung tritt, bei anderen verborgen (latent) 
bleibt und erst wieder bei der Einwirkung bestimmter äußerer Einflüsse (Licht, 
Temperatur, Feuchtigkeit, Nährstoffe) zum Vorschein kommt. Solche direkte 
Beobachtungen über natürliche Verwandtschaft lassen sich aber nur da machen, 
wo es sich um Sippen niederer Ordnung handelt, um Arten, Unterarten, 
Varietäten, Untervarietäten und Standortsformen. Dagegen sind wir bei der 
Feststellung der Verwandtschaft höherer Sippen genötigt, auf indirektem 
Wege die natürliche Verwandtschaft zu ermitteln, und dabei leicht irrtümlichen 
Auffassungen ausgesetzt. Es hat die Erfahrung gelehrt, daß äußerlich oft sehr 
ähnliche Organismen (namentlich die durch dieselben stark wirksamen klima- 
tischen Verhältnisse, wie exzessive Feuchtigkeit oder Trockenheit, beeinflußten) 
nur eine entfernte systematische Verwandtschaft besitzen. Je weniger die äußere 
Gliederung eines Organismus vorgeschritten ist, eine desto größere Beachtung 
muß seinem inneren Bau und den chemisc'hen Eigenschaften seines Zellinhalts 
zugewandt werden. So ist man zu der Erkenntnis gelangt, daß einzellige, 
kugelige, also äußerlich sehr ähnliche Organismen nicht bloß sehr verschiedenen 
Familien, sondern auch verschiedenen Klassen und Abteilungen angehören können. 
Vorhandensein oder Fehlen von Zellkernen, von Chromatophoren, die Fähigkeit, 
gewisse Elemente (Schwefel, Kieselsäure) in größerer Menge aufnehmen zu können, 
das Vorherrschen bestimmter Teilungsrichtungen u. a. m. sind Eigenschaften, 
welche bei diesen niederen Organismen besonders beachtet werden müssen. Tut 
man dies, so sieht man, daß durch solche herrschenden oder dominierenden 
Eigenschaften mit jenen äußerlich auf niederster Stufe (einzelne kugelige Zelle) 
stehenden Pflanzen nicht selten andere in naher Beziehung stehen, welche eine 
weitergehende Gliederung und Arbeitsteilung zeigen. So gelangt man zur Fest- 
stellung von Verwandtschaftskreisen, deren systematischer Rang lediglich 
danach bestimmt wird, bis zu welchem Grade der Entwicklung ein 
durch gewisse Eigenschaften oder Dominanten charakterisierter 
Typus gelangen kann, d. h. welcher Progressionen er fähig ist. Wir 
erkennen hierbei, daß vielfach parallele Entwicklungsreihen auftreten und 
daß man sich hüten muß, die Parallelerscheinungen mit den eine Sippe charakte- 
risierenden Erscheinungen auf gleiche Stufe zu setzen. So wie man verschiedene 
Verwandtschaftsreihen, von einzelligen Organismen ausgehend, erkennen kann, 
so lehrt auch die Entwicklungsgeschichte eines jeden pflanzlichen und tierischen 
Organismus, daß seine Entwicklung, soweit er auch morphologisch vorge- 
schritten sein mag, von einer Zelle ausgeht. In diesem Entwicklungsgang 
treten nicht selten Gestaltungen auf, welche den höchst differenzierten Stufen 
niedrigerer Verwandtschaftskreise außerordentlich ähnlich sind. Dies hat zu der 
Vorstellung geführt, daß die Ontogenese eines Organismus die Entwick- 
lungsgeschichte, welche eine Sippe, ein Stamm, eine Phyle, von 
niederen Anfängen ausgehend, in geologischen Zeiträumen durch- 
gemacht hat, wiederhole, das heißt, daß die Ontogenese eines Organismus 
seiner Phylogenese entspreche. Gerade bei der Beurteilung dieser Verhältnisse 
muß man sich aber immer gegenwärtig halten, daß viele Stämme eine Parallel- 
entwicklung aufweisen; man muß sich hüten, Analogien für Beweise von 
Verwandtschaft zu halten. Alle diese Verhältnisse zeigen aber auch, daß 
für das Verständnis der Verwandtschaft und der systematischen Anordnung, 
insbesondere der Hauptstämme, die Kenntnis der Entwicklungsgeschichte durch- 



aus notwendig ist. . Derartige systematische Forschungen sind etwas völlig 
anderes, als die praktischen Zwecken dienenden Klassifikationen; sie können 
nur gefördert werden durch monographische Studien aller bekannten Formen 
einer Sippe und der verschiedenen Entwicklungszustände derselben. Das Auf- 
treten von Parallelsippen in entfernten Gebieten hat auch zu der Hypothese 
Veranlassung gegeben, die Entstehung neuer Formen als Folge der Versetzung 
einer Art nach einem neuen Gebiet als unmittelbare Ursache für die Erzeugung 
einer neuen Art oder Varietät anzusehen , obgleich man doch sicher weiß , daß 
neue Rassen neben der Stammart kollateral auf demselben Boden entstehen. 
Die Sache liegt so: Die aus ihrer Heimat in neue Verhältnisse gelangten Arten 
können entweder nicht abweichende Nachkommen erzeugen oder (oft erst nach 
längeren Zeiträumen) mutieren; dies können sie an 2, 3 und mehr Stellen tun, 
zugleich auch durch die neuen klimatischen Verhältnisse bis zu einem gewissen 
Grade (wenn auch nur selten erblich) beeinflußt; so entstehen Parallelformen 
eines ursprünglichen Typus, die wir je nach dem Grade der Verschiedenheit 
von der Stammart als Rasse, Untervarietät, Varietät, Unterart bezeichnen. 

3. Zu einer Familie werden einerseits diejenigen Formen vereinigt, welche 
in allen wesentlichen Merkmalen des anatomischen Baues, der Blattstellung, 
des Blüten baues, der Sporenbildung oder der Frucht- und Samenbildung eine 
augenfällige Übereinstimmung zeigen, wie z. B. die Bakteriaceen oder Stäbchen- 
bakterien, die Lamellenschwämme oder Agaricaceen, die Armleuchtergewächse 
oder Characeen, die Polypodiaceen, die Gramineen, die Iridaceen, die Orchidaceen, 
die Cruciferen, die Umbelliferen, die Borraginaceen, die Labiaten, die Compo- 
siten, — anderseits diejenigen Formen, welche zwar untereinander in einzelnen 
der genannten Verhältnisse Verschiedenheiten zeigen, aber doch durch ein ge- 
meinsames Merkmal, sei es der Zellbeschaffenheit, des anatomischen Baues, der 
Blüte oder Frucht verbunden sind. Hierbei erscheint die Zusammengehörigkeit 
um so sicherer, je mehr die Verschiedenheiten schrittweise auftreten. Ist letzteres 
nicht der Fall, dann machen sich häufig verschiedene Ansichten oder Hypo- 
thesen geltend, welche von unkritischen Personen, die andere Möglichkeiten 
nicht in Erwägung ziehen, nur 2u oft als Tatsachen angenommen werden. 

4. Die Aufstellung der Familie erfolgt zunächst durch Erfahrung. Da 
aber die Verschiedenheiten nicht immer schrittweise, sondern auch sprungweise 
auftreten, einzelne Formen oft isoliert stehen oder noch häufiger nur wenige 
Formen eine engere Gemeinschaft bilden, so macht sich 'bei der Begrenzung der 
Familien auch vielfach das subjektive Ermessen der einzelnen Forscher geltend. 
So kommt es, daß nicht bloß zu verschiedenen Zeiten, je nach dem Grade der 
Erfahrung, sondern auch zu derselben Zeit die Familien in verschiedener Weise 
begrenzt wurden, je nachdem die Wertschätzung dieses oder jenes Merkmales 
mehr in den Vordergrund trat, besonders wenn man der Ansicht huldigte, daß 
jede Pflanzenform im natürlichen System unbedingt einer größeren Pflanzen- 
gemeinschaft angeschlossen werden müsse. Das letztere ist aber keineswegs not- 
wendig, wenn man bedenkt, daß gleiche oder ähnliche Urformen an ver- 
schiedenen Stellen der Erde in verschiedener Weise morphologisch 
fortge.'^chritten sein können, — wenn man ferner berücksichtigt, daß sehr 
viqlc Formen ausgestorben sind. Es werden daher oft genug dieselben Formen- 
kreise von den einen nur als Unterfamilien oder Gruppen, von den anderen als 
Familien bezeichnet. 

5. Für die noch immer fortschreitende Entwicklung des natürlichen 
Systems empfiehlt es sich, von allen sogenannten praktischen Rücksichten, welche 



XI 

Sache des künstlichen Systems sind, Abstand zu nehmen und ohne Rücksicht 
auf den Umfang sowohl große Familien, wie z. B. die der Leguminosen (ein- 
schließend Mimosoideae, Caesalpinioideae, Papilionatae), aufzustellen, wenn zwischen 
den verwandten Gruppen nur geringe graduelle Unterschiede auftreten, als auch 
kleine, ja, unbekümmert um den unlogischen Widerspruch gegen den Begriff 
der Familie, selbst monotypische (nur eine Art enthaltende) Familien zuzulassen, 
wenn ein Formenkreis in seinen Merkmalen isoliert dasteht. 

6. Die Zusammenfassung der Familien zu Unterreihen, dieser zu Reihen 
und der Reihen zu Klassen erfolgt mit Rücksicht auf die mehreren Familien 
oder mehreren Reihen gemeinsamen Merkmale ; jedoch kommt es hierbei nicht 
selten vor, daß einzelne Gattungen das eine ganze Reihe oder Klasse charakteri- 
sierende Merkmal nicht besitzen, nichtsdestoweniger aber in der betreffenden Reihe 
oder Klasse belassen werden müssen, wenn sie in ihren übrigen Eigenschaften mit 
den Gliedern einer dieser Reihe zuzurechnenden Familie übereinstimmen. Dies 
kann nicht verwundern, wenn man an die Tatsachen denkt, welche deutlich 
zeigen, daß oft durch viele Generationen hindurch einzelne Merkmale latent 
bleiben können (vergl. § 2). Aus diesem Grunde stößt jeder Versuch, einen 
analytischen Schlüssel für das natürliche System auszuarbeiten, auf die größten 
Schwierigkeiten; ja ein solcher Schlüssel ist korrekt nur für ein bestimmtes 
Florengebiet herzustellen, dessen Arten dem Verfasser alle so bekannt sind, daß 
er auch die erwähnten Ausnahmen berücksichtigen kann. 

7. Die Erfahrung, daß einzelne Merkmale zur Charakterisierung größerer 
Pflanzengemeinschaften verwendet werden können, andere nicht, führte zu der 
Annahme von wesentlichen und unwesentlichen Merkmalen. Es hat 
sich jedoch herausgestellt, daß selbst sehr wesentliche Merkmale bei 
den durch sie charakterisierten Gruppen nicht immer konstant auf- 
treten; es hat sich ferner herausgestellt, daß viele Merkmale in der 
einen Pflanzengruppe wesentlich, in der anderen unwesentlich sind, 
so z. B. Art der Konidienbildung, Blütenfarbe, Sekretzellen, Sekretgänge, Milch- 
saftschläuche, Beschaffenheit der Samenanlagen (siehe z. B. Araceen, S. 136ffj, Zahl 
der Kotyledonen, Nebenblätter, Blattstellung, Verwachsung von Blumenblättern usw. 

8. An verschiedenen Pflanzensippen, sowohl der niederen wie der höheren 
Pflanzen, welche wir unzweifelhaft als natürliche Familien odör Familienreihen 
ansehen dürfen, läßt sich leicht zeigen, daß mehrere der von den Systematikern 
früher oder später sehr in den Vordergrund gestellten Merkmale zur Charak- 
terisierung größerer Gemeinschaften nicht geeignet sind. So hat .man z. B. 
erkannt, daß die früher bei der Klassifizierung der als Thallophyten zusammen- 
gefaßten Pflanzen so hoch gestellten Fortpflanzungsverhältnisse eine sekundäre 
Rolle spielen, daß dagegen die Beschaffenheit der Vegetationsorgane und die 
Beschaffenheit des Zellinhaltes sich für größere Gemeinschaften konstant er- 
weist. _ Ebenso hat man bei den Archegoniaten die Klassifizierung in Isosporae 
und Heterosporae nun in zweite Linie gestellt, nachdem man sich von der größeren 
Konstanz in der Entwicklung der Vegetationsorgane überzeugt hat. Bei den 
Angiospermen läßt sich nachweisen, daß oft schon in eiper und derselben Familie, 
ja selbst einer Gattung die Formen der Blütenhülle, die Formen der Blüten- 
achse auftreten, nach denen früher die Unterabteilungen der Monokotyledoneen 
und Dikotyledoneen gebildet wurden. Bei anderen Familien (z. B. bei den 
Nymphaeaceen, Guttiferen) läßt sich der geringe Wert der sonst oft sehr wichtigen 
Stellungsverhältnisse der Blütenteile dartun, bei wieder anderen, wie z. B. bei 
den Araceen, die geringe Bedeutung des in vielen Familien so konstanten Nähr- 



xn 

gewebes. Dagegen erweisen sich in zahlreichen Fällen Sproßverhältnisse, Blatt- 
stellungsverhältnisse, Blattnervatur, die Beschaffenheit der Haare, der Bau und 
das Dickenwachstum der Leitbündel, die Art der Gefäßperforation, die Be- 
schaffenheit des mechanischen Gewebes, namentlich aber das Vorhandensein und 
die Entwicklung von Sekretbehältern oft von großer Konstanz und somit von 
hohem, die Verwandtschaft dartuendem und zugleich diagnostischem Wert. Anderer- 
seits sind aber auch in einzelnen Familien diese anatomischen Merkmale nicht 
konstant; zur Charakterisierung von Reihen oder noch umfassenderer Gruppen 
(Unterklassen) sind sie meist nicht geeignet. Eine Art Blutsverwandtschaft zeigt 
sich auch bei den Arten einer Familie in dem mehr oder weniger überein- 
stimmenden Verhalten ihrer Eiweißstoffe zum Blutserum von Tieren, in deren 
Blutbahn Eiweißstoff einer Art derselben Familie gebracht worden war. Man 
hat dieses Verfahren der Serumdiagnostik auch zur Feststellung des Verwandt- 
schaftsgrades von Pflanzen verschiedener Familien zu verwenden gesucht, doch 
ist hierbei große Vorsicht vor übereilten Schlüssen geboten. Die größeren Ab- 
teilungen der Angiospermen, die Monokotyledoneen und Dikotyledoneen, werden 
stets nur durch die Beschaffenheit des Embryos und der Leitbündel auseinander 
gehalten werden können; für die Monokotyledoneen fehlt es vollständig an einem 
durchgreifenden Merkmal, nach welchem die Familienreihen sich in Unterklassen 
verteilen ließen. Bei den Dikotyledoneen aber ist man trotz der mehrfach vor- 
kommenden Unbeständigkeit der Blütenhülle nicht in der Lage, letztere für die 
Gruppierung der Familienreihen ganz außer acht zu lassen. Jedenfalls hat sie 
eich von höherem Wert erwiesen als die Blütenachse. 

O. Die Aufgabe der wissenschaftlichen Systematik ist es aber nicht bloß, 
die durch gemeinsame Merkmale ausgezeichneten Formen zu Gruppen niederer 
oder höherer Ordnung zu vereinigen, sondern sie hat darnach zu streben, daß bei 
der Anordnung der Pflanzen die genetische Entwicklung oder wenigstens die 
morphologische Stufenfolge derselben zum Ausdruck kommt. 

10. Wären die Pflanzenformen in den Ablagerungen der vergangenen 
Erdperioden alle oder zum großen Teil so gut erhalten, daß man mit Zuverlässig- 
keit ihr Verhältnis zu den gegenwärtigen Formen feststellen könnte und auch 
einen Überblick über alle Formen bekäme, welche einmal existiert haben, so 
hätte man einen sicheren Anhalt. Da aber die niederen Pflanzen größtenteils 
gar nicht und auch von den höheren Pflanzen nur verhältnismäßig wenige zur 
Erhaltung im fossilen Zustand befähigt sind, da fefner von den erhaltenen 
Formen gerade die Blütenteile, das Innere der Früchte und Samen sowie der 
anatomische Bau nur äußerst selten klarzustellen sind, so bietet die Paläo- 
botanik (Pflanzenpaläontologie) für die Aufstellung des Systems eine zwar nicht 
ganz von der Hand zu weisende, aber doch nur lückenhafte Grundlage, 

11. Wir sind daher darauf angewiesen, das System mit Rücksicht 
auf den anatomischen Bau und die äußere Gliederung der gegenwärtig existie- 
renden Pflanzen und einer geringen Anzahl gut erhaltener fossiler Formen auf- 
zustellen. 

12. Es handelt sick hierbei um die Ermittelung der Stufenfolge, welche 
in der Entwicklung der einzelnen Organe stattgefunden hat, ferner um die Er- 
mittlung der Merkmale, welche bei den unter verschiedenen Existenzbedingungen 
lebenden Mitgliedern einer Familie gleich bleiben, im Gegensatz zu denjenigen, 
welche die Pflanze für das Leben unter besonderen Existenzbedingungen be- 
fähigen. Mit der Kenntnis der früheren Existenzbedingungen der Pflanzen eines 
Typus ausgerüstet, vermöchte man wohl aus der Art der Anpassungserscheinungen 



XIII 

auch auf das Alter der Formen zu schließen und danach wenigstens innerhalb 
der Familien eine phylogenetische Reihenfolge festzustellen. Wir kennen aber 
nicht die früheren Existenzbedingungen eines Typus, wir wissen z. B. nicht, ob. 
eine heute als Wasserpflanze existierende Art von Landpflanzen abstammt oder 
von Wasserpflanzen. Wir müssen uns demnach vorzugsweise von den schritt- 
weise auftretenden Veränderungen leiten lassen, welche wir an den Formen 
eines Typus wahrnehmen, müssen Erfahrungen darüber sammeln, ob diese 
häufiger auftreten, und müssen endlich in Erwägung ziehen, ob die Umgestaltungen 
derartig sind, daß dadurch die Existenzfähigkeit des Typus unter den ihn jetzt 
umgebenden Verhältnissen erhöht wird. 

13. Sowohl die komplizierteren Gestaltungen, welche aus ein- 
facheren hervorgegangen sind, als auch die äußerlich einfacheren, 
welche durch gewisse Umstände, z. B. Parasitismus oder Trockenheit des 
Klimas, dahin beeinflußt wurden, daß die bei ihren Vorfahren weiter 
entwickelten Organe auf niederer Stufe stehen blieben oder aber 
zweckmäßig eingeschränkt (reduziert) wurden, sind spätere Bildungen 
und müssen im natürlichen System hinter denjenigen Formen 
folgen, welche noch nie eine höhere Stufe erreicht haben. So 
unbestreitbar dieser Satz an sich ist, so bereiten doch gerade viele einfach 
gebaute Formen große Schwierigkeiten, weil es nicht immer leicht, ja manchmal 
gar nicht zu entscheiden ist, ob eine einfach gebaute Form einen 
ursprünglichen oder einen reduzierten Typus repräsentiert. So kommt 
es, daß von den Botanikern in das Pflanzensystem oft genug eine subjektive 
Meinung hineingelegt werden muß, wenn auch das natürliche Pflanzensystem 
jetzt zwar in seinen Grundzügen feststeht. In Einzelheiten ist es aber noch 
immer Schwankungen unterworfen und wird auch immer solchen unterworfen sein. 
Es ist noch zu bemerken, daß eine jede auf natürlichem Wege später entstandene 
nicht individuelle, sondern erblich gewordene Bildung als Progression bezeichnet 
werden kann, auch wenn ihre Gestaltung in mancher Beziehung zunächst als 
Rückschritt erscheint. So können bei Parasiten und Xerophyten die Blätter in 
ihrer Entwicklung sehr zurücktreten und bei manchen Saprophyten die Wurzeln 
ganz ausbleiben; nichtsdestoweniger nehmen sie phylogenetisch eine höhere Stufe 
ein, als die mit gleichen Blüten und Früchten versehenen Pflanzen, welche voll- 
kommenere Blätter und Wurzeln besitzen; denn diese reduzierten Gewächse 
haben neue Wege der Gestaltung eingeschlagen, welche sie zu einer 
eigenartigen Existenz befähigen. 

14. Bei der Verfolgung der Progressionen ist immer festzuhalten, daß bei 
weit verbreiteten Formen dieselbe Progression mit geringen Variationen an ver- 
schiedenen Stellen eintreten kann. Es liegt demnach die Gefahr nahe, daß man 
die auf der gleichen Progressions stufe befindlichen Formen (sogenannte Conver- 
genzen) ohne weiteres als nächst verwandt ansieht, während doch vielmehr eine 
reale Verwandtschaft zwischen den Formen besteht und bestanden hat, welche 
eine Progressions reihe ausmachen. Man wird daher vorzugsweise auf die- 
jenigen Merkmale zu achten haben, welche in den einzelnen Pro- 
gressionsreihen sich gleich bleiben. Formen, welche hinsichtlich des Blüten- 
baues Progressionen darbieten, erweisen sich oft zusammengehörig durch die 
gleichartige Beschaffenheit ihres anatomischen Baues, und Formen, welche hin- 
sichtlich ihres ernährungsphysiologischen Verhaltens Progressionen zeigen, sind 
eng verbunden durch gleichartigen Bau ihrer Blüten und gleiche Stellungs- 
verhältnisse ihrer Blattorgane. Früher stützte man sich bei der Umgrenzung 



XIV 

der Verwandtschaftskreise fast ausschließlich auf die Blütenverhältnisse, aber es 
gewährt hierbei auch eine wesentliche Stütze die Berücksichtigung der Anatomie 
und der geographischen Verbreitung. Es hat eich nämlich bei neueren Unter- 
suchungen schon sehr oft herausgestellt, daß der rote Faden zur Verbindung 
der inniger miteinander verwandten Formen gefunden wird, wenn man nament- 
lich diejenigen anatomischen Verhältnisse berücksichtigt, welche nicht zu 
den äußeren Lebensverhältnissen in näherer Beziehung stehen. Ebenso führt 
die Berücksichtigung der geographischen Verbreitung zu wichtigen 
systematischen Resultaten, namentlich dann, wenn es sich um Formen handelt, 
deren Verhreitungsmittel nur eine beschränkte Wanderung über die Erde zu- 
lassen. — Im folgenden werden die Progressionen, welche an den verschiedenen 
Teilen der Pflanze wahrgenommen werden, aufgeführt. 

15. In anatomischer Beziehung können — abgesehen von den be- 
kannten, in dem folgenden System klar hervortretenden, einer speziellen Er- 
läuterung kaum bedürftigen Stufen, die von den einzelligen, einzeln oder in 
Kolonien lebenden Pflanzen zu den aus Zellkomplexen bestehenden Zellen- und 
Gefäßpflanzen hinauf führen — nur noch wenige Stufen unterschieden werden. 
Diese beruhen auf einer weitergehenden Differenzierung der Gewebe, auf einer 
weitergehenden Verteilung der physiologischen Aufgaben auf verschiedene Zellen 
oder Zellkomplexe, bei reduzierten Formen auch auf einer Reduktion einzelner 
Gewebesysteme. Wenn die Trichome zu Sekretionsorganen oder zu Absorptions- 
organen werden, wenn im Hautgewebe sich ein besonderes Wassergewebe aus- 
bildet, wenn die sonst gleichmäßig an der Stengeloberfläche verteilten Spalt- 
öffnungen nur in den Furchen des Stengels entwickelt werden, wenn das Assimi- 
lationsgewebe sich lokalisiert, wenn im Grundgewebe Sekretbehälter entstehen, 
wenn dieses von Spikularzellen durchsetzt wird, wenn in den Leitbündeln das 
Kambium sich regeneriert, wenn im Grundgewebe ein Bündel erzeugendes 
Meristem auftritt, wenn an EmVjryonen sich Fortsätze bilden oder die Keimlinge 
schon auf der Mutterpflanze sich kräftig entwickeln und heranzuwachsen be- 
ginnen, so sind dies alles Progressionen. Eine andere Frage aber ist die, ob 
diese Progressionen' einen systematischen Wert haben. Das gilt in erster 
Linie von solchen, welche eine Sippe charakterisieren, deren Glieder 
unter verschiedenen klimatischen Verhältnissen gedeihen, in zweiter 
Linie auch von solchen, welche bei einer zwar nur unter bestimmten klimatischen 
Verhältnissen vegetierenden, aber formenreichen Sippe konstant auftreten. 
Viel häufiger als durch solche Progressionsmerkmale werden natürliche Sippen 
charakterisiert durch diejenigen anatomischen Merkmale, deren Verschiedenartigkeit 
nicht mit der Erfüllung anderer Aufgaben in Verbindung steht. Der Schutz, 
welchen dicht stehende Trichome jungen Organen gegen übermäßige Transpiration 
gewähren, bleibt derselbe, mögen die Trichome einzellige, gegliederte oder aber 
Schuppenhaare sein; ganze Sippen und Familien sind aber oft durch eine 
Form der Haare charakterisiert. Die physiologische Leistung der Schließzellen 
der Spaltöffnungen ändert sich nicht mit den verschiedenen, bei einzelnen 
Sippen aber gleichartigen Teilungsvorgängen der jungen Oberhautzellen 
vor der Entwicklung der Spaltöffnungen; daher ist die Art der Ausbildung von 
Nebenzellen der Schließzellen von systematischem Wert. Die für einzelne Sippen 
charakteristische Verteilung der mechanischen Gewebeelemente dient trotz 
ihrer Verschiedenheit dem gleichen Zweck, und die mit bikoUateralen Leit- 
bündeln versehenen Pflanzen leben unter gleichen Verhältnissen, wie solche mit 
koilateralen Bündeln; daher ist das Vorhandensein bikollateraler Bündel systematisch 



XV 

^vichtig. Auch ist kaum anzunehmen, daß es für die mit Sekretbehältern 
versehenen Pflanzen von Bedeutung ist, ob sich jene bei gleichem Sekret schizogen 
oder lysigen entwickeln, und so verdienen auch diese Verhältnisse bei syste- 
mischen Fragen Beachtung. 

16. In der Entwicklung der Sprosse bestehen zunächst Progressionen 
vom einfachen Sproß zum Sproßverband, sodann vom Sproßverband mit gleich- 
artigen Sprossen zum Sproßverband mit verschiedenen Aufgaben dienenden 
Sprossen, vom Sproßverband mit entwickelten oberirdischen Internodien zum 
Sproß verband mit unterirdisch gestauchten Internodien (Knolle oder Zwiebel), vom 
Sproß mit assimilierenden Laubblättern zum Sproß mit vorzugsweise oder aus- 
schließlich assimilierendem Stamm. In vielen großen Familien (Liliaceae, Ara- 
ceae) können wir fast alle diese Progressionen der Sproßentwicklung in ver- 
^^chiedenen Gruppen verfolgen, sehen aber dabei andererseits die Blattstellung immer 
gleich (alternierend) bleiben. — Wenn in anderen Familien alternierende und 
echt quirlständige oder dekussierte Stellung der Sproßblätter wahrgenommen 
wird, so ist die eine nicht als eine Progression von der anderen her anzusehen. 
Wohl aber kann man von einer Progression sprechen, wenn bei einer Form mit 
typisch spiraliger Stellung der Blätter an einem unterwärts alternierende Blätter 
tragenden Sproß die oberen zu einem Quirl zusammentreten und nunmehr die 
folgenden Blätter einen mit dem vorigen alternierenden Quirl bilden, wie dies 
z. B. bei der Liliacee Paris der Fall ist. An den Blättern selbst können wir 
mannigfache ■ Progressionen in der Gliederung und Verzweigung unterscheiden, 
die unendlich oft wiederkehren, aber auch bisweilen wie die vorher angedeuteten 
Progressionen der Sproßentwicklung konstant werden. 

17. Auch bei den Blütenständen sind Progressionen nachzuweisen. 
Zwar kann man nicht den racemösen Typus höher stellen, als den cymösen oder 
umgekehrt, zumal .sich auch beide von einer Urform, der Rispe, ableiten lassen ; 
aber in beiden Fällen können mannigfache Komplikationen eintreten, zunächst 
dadurch, daß die Hauptachsen oder die Nebenachsen oder beide sich nicht 
strecken, daß anstatt des Längenwachstums Breiten- oder Dickenwachstum in den 
Achsen eintritt, daß sich Dorsiventralität ausbildet, ferner darin, daß die Hoch- 
blätter der Blütenstände untereinander verwachsen, daß einzelne Zweige des Blüten- 
standes steril werden und anderen Zwecken, als den ursprünglichen, dienen, daß 
endlich die einzelnen Teile des Blütenstandes verschieden ausgebildete Blüten 
tragen. Die phylogenetisch am weitesten vorgeschrittenen Blütenstände sind 
diejenigen, welche so kompliziert sind, daß sie einer Zwitterblüte ent- 
sprechen, wie z. B. die Blüten.stände mancher Araceen, Euphorbiaceen und 
Compositen. 

18. Die mannigfachsten Progressionen finden sich bei den Organen der 
geschlechtlichen Fortpflanzung. Wiederholt sehen wir bei tiefer stehenden 
Abteilungen des Pflanzenreiches Isogamie in Heterogamie oder Oogamie über- 
gehen, wobei immer haploide Gametophyten (d. h. Pflanzen, deren Zellkerne 
die «'infache ihnen zukommende Chromosomenzahl besitzen) nach der in der 
Vereinigung zweier mit einem Zellkern versehenen Gameten bestehenden Be- 
fruchtung eine diploide (d. h. mit einem die doppelte Zahl der Chromosomen 
aufweisenden Zellkern versehene) Zygote oder Spore bilden, die entweder für 
sich allein schon einen Sporophyten darstellt oder sich zu einem solchen weiter 
entwickelt. Häufig ist schon mit dem Keimungsprozeß der Zygote eine Reduk- 
tionsteilung des Zellkerns verbunden, so daß aus den neugebildeten Zellen wieder 
haploide Pflanzen entstehen, während bei anderen mehrzellig gewordenen Pflanzen 



XVI 

diese Reduktionsteilung erst an den ausgewachsenen Sporophyten eintritt. Bei 
wiederum anderen niederen Pflanzen (Florideen, Ascomyceten, Basidiomyceten) 
führt die Befruchtung zur Entstehung einer mit der Mutterpflanze in Verbindung 
bleibenden, bisweilen (bei Uredineen) auch noch von der Mutterpflanze losgelöst, 
auf anderer Wirtspflanze sich weiter entwickelnden diploiden Sproßfruchtform, 
die man je nach ihrer Entwicklung als Gonimoblastom, Ascoblastora, Basidio- 
blastom bezeichnen kann. Bei den Ascoblastomen und Basidioblastomen erfolgt 
die Reduktionsteilung bei der Bildung der Ascosporen oder Basidiosporen, bei 
der Floridee Scinaia erfolgt die Reduktionsteilung bei der Keimung der diploiden 
Oospore, so dali aus derselben ein haploides Gonimoblastom mit haploiden 
Karposporen hervorgeht, während bei anderen Florideen aus der diploiden 
Oospore ein diploides Gonimoblastom sich entwickelt, aus dessen diploiden Karpo- 
sporen diploide Tetrasporenpflanzen entstehen, auf welchen bei Entwicklung der 
Tetrasporen Reduktion • eintritt. Schon diese Tatsachen zeigen, daß die sogen. 
Kryptogamen sehr verschiedenen Stämmen angehören und daß die haploide 
oder diploide Chromosomenzahl nicht die verschiedene Ausgestaltung der ein- 
zelnen Generationen bedingt. Die schönste Stufenfolge aber können wir 
bei den Archegoniaten und von denselben aufwärts in der Entwick- 
lung der Sporophyten sowie der Gametophyten (Prothallien) verfolgen, 
Während bei den Sporophyten eine Progression von wenig gegliederten Körpern 
(thalloidische Lebermoose) zu Kormophyten stattgefunden hat, macht sich bei 
den Prothallien die Progression darin geltend, daß die weiblichen massiger 
werden und meist nur wenige Archegonien entwickeln, bisweilen auch in den 
Sporen eingeschlossen bleiben, während bei den männlichen immer weiter gehende 
Reduktion bis an die Grenze der Möglichkeit eintritt. Schließlich sehen wir die 
weiblichen Prothallien auch noch während der Befruchtung in der Spore größten- 
teils eingeschlossen bleiben und sogar in ihnen den Embryo zur Ausbildung ge- 
langen (Selaginella apus und S. rupesfris). Der haploide Gametophyt der Arche- 
goniaten, Gymnospermen und Angiospermen zeigt einerseits sehr verschiedene 
Stufen vom Thallom eines Teiles der Lebermoose und aller Pteridophyten bis zu 
dem Kormophyten der Moose und vom reduzierten männlichen Prothallium der 
Hydropteridineen und Lycopodiales ligulatae zum Pollenpflänzchen, andererseits 
von dem in der Makrospore eingeschlossenen weiblichen Prothallium der Hydro- 
pteridineen und Lycopodiales ligulatae zum weiblichen im Embryosack ein- 
geschlossenen, vollkommenen, Prothallium der Gymnospermen oder dem reduzierten 
der Angiospermen. Bei allen diesen Pflanzen, seien sie thallophytisch, seien sie 
kormophytisch, ist der aus der befruchteten Eizelle hervorgehende diploide 
Embryo anfangs in dem Archegonium oder in dem die Makrospore ausfüllenden 
Prothallium eingeschlossen und wird wie das Gonimoblastom, das Ascoblastom 
und das nicht Wirte wechselnde Basidioblastom von der proembryonalen Gene- 
ration ernährt, bis er als Sporophyt weiter auswächst und mit Reduktionsteilung 
der Zellkerne seine Sporen (Isosporen oder Heterosporen) entwickelt. Nun spricht 
man vielfach immer noch von Kryptogamen und I'hanerogamen, obwohl ein 
Teil der ersteren, eben die Archegoniaten, zusammen mit den letzteren einem 
und demselben Urtypus entsprossen sein muß, die übrigen Kryptogamen aber 
ganz anderen Typen angehören und bei den »Phanerogamen« die Gameia ebenso 
oder noch mehr verborgen vor sich geht, wie bei den Archegoniaten. Man be- 
zeichnet auch noch bisweilen die Phanerogamen unrechtmäßig allein als Blüten- 
pflanzen im Gegensatz zu den kryptogamischen Sporenpflanzen, obwohl Pollen 
und Embryosäcke den Sporen homolog sind und die Sporophylle von Equi- 



XVII 

setum, von vielen Lycopodium, Selaginella, Struthiopteris, Blechnum spicanf 
und anderen gerade so eine ßlüte bilden, wie die Sporophylle der Gymnospermen 
und nacktblütigen Angiospermen. Ebenso wenig kann man die Pbanerogamen 
und die Pteridophyten allein als Kormophyten bezeichnen, da eben doch der 
größte Teil der Moose auch Kormophyten sind. Auch Samen komme nipht 
ausschließlich den Pbanerogamen zu, denn wir haben Samen nicht nur bei 
den Pteridospermen, welche ich jetzt zu den Gymnospermen stelle, sondern 
auch bei Selaginella apus und S. rupestris, deren Embryo von dem der Mutter- 
pflanze aufsitzenden Makrosporangium eingeschlossen ist, während andererseits 
bei den Cycadales der eigentliche Befruchtungsprozeß in der Samenanlage erst 
nach dem Abfallen derselben erfolgt, wie bei den abgelösten Makrosporangien 
der Hydropteridineen und der meisten Selaginellen. Auf Grund dieser Erwä- 
gungen bin ich dazu gekommen, die Bryophyten, Pteridophyten, Gymnospermen 
und Angiospermen als Em bryophyten zu bezeichnen und den asiphonogamen 
Embryophyten (Bryophyten und Pteridophyten) die siphonogamen Embryophyten 
(Gymnospermen und Angiospermen) gegenüberzustellen. 

19. in den Blüten kommt zunächst die Blütenachse in Betracht. Da 
die Blüte ein Sproß ist, so entsprechen die Blüten mit konvexer Blüten- 
achse am meisten dem ursprünglichen Typus. Dagegen führen zu weiter 
vorgeschrittenen Stufen: a) interkalare Streckung einzelner Internodien 
zwischen einzelnen Formationen der Blüte; b) scheibenförmige Verbreiterung 
der Blütenachse, also die Entwicklung eines Diskus und die Ausgliederung von 
Diskuseffigurationen ; c)schüssel- und becherförmige Gestaltung der Blüten- 
achse mit perigynischer und epigynischer Insertion. Die Stufen der Perigynie 
und Epigynie werden in den verschiedenen Verwandtschaftskreisen und oft auch 
in einem und demselben Verwandtschaftskreise zu verschiedenen Malen erreicht; 
andererseits gibt es sowohl unter den Archichlamydeae, als auch unter den 
Metachlamydeae oder Sympetalae viele Familien, bei welchen namentlich die 
Epigynie konstant geworden ist, und diese werden wir, so lange sich nicht ein 
innigerer Anschluß an Pflanzen mit flacher oder konvexer Achse nachweisen 
läßt, an das Ende der genannten Sippen stellen, wenn die Versenkung des 
Gynaeceums in die Blütenachse auch mit der Vereinigung der Karpelle zu einem 
unterständigen Fruchtknoten verbunden ist. 

20. Da es Sippen mit durchgehend spiraliger Stellung der Laubblätter, 
andererseits solche mit durchgehend quirliger (inkl. dekussierter) Stellung der- 
selben gibt, so haben wir, wie schon unter 16 angedeutet wurde, keinen Grund, 
die Spiralstellung stets als die primäre, die Quirlstellung stets als die sekundäre 
Stufe anzusehen. An und für sich sind beide Stellungen für die systematische 
Stufenfolge gleichwertig. Es werden aber in einem Formenkreis mit vorherrschend 
spiraliger Stellung der Blätter an den Laubsprossen und ebensolcher an den Blüten- 
sprossen die verwandten Formen mit Quirlstellung der Blütenteile als weiter vor- 
geschritten anzusehen sein. Da ferner erfahrungsgemäß die quirlige Stellung der 
Blütenteile den Anstoß zu weiteren Komplikationen, vor allem zum konsoziierten 
Emporwachsen von Blütenteilen gibt, auch bei Quirlstellung Versenkung des 
Gynaeceums in die Achse, ferner Zygomorphie und Abort viel häufiger eintreten 
als bei Spiralstellung, so ist die quirlige Stellung meist als eine vor- 
geschrittene Stufe anzusehen. 

21. Bezüglich der Zahl der Glieder einer Blüte kann man, abgesehen 
von den später zu besprechenden Fällen im Androeceum und Gynaeceum, kaum 
eine Stufenfolge aufstellen. Bei den Blüten mit spiraliger Anordnung der 

Engl er, Syllabns. II 



XVIII 

Blütenteile ist die Zahl der Glieder in den einzelnen Formationen bei ein und 
derselben Art recht wechselnd, zum Teil gewiß von der Stoffzufuhr abhängig; 
aber auch in quirligen Blüten treten Verschiedenheiten in der Zahl der Glieder 
auf, welche für sich allein einen Fortschritt nicht bedeuten können. Wenn 
aus dem Samen eines dreigliederigen Lilium ein solches mit zweigliederigen 
Blüten, wenn ferner aus dem Samen einer viergliederigen Paris eine solche mit 
fünf- oder siebengliederigen Blüten, aus dem Samen eines Sempervivum mit vier- 
gliederigen Blüten Pflanzen mit wenigergliederigen Blüten hervorgehen, so kann 
hierbei von einer Progression nicht die Rede sein, so lange bei den Nachkommen 
einer solchen Pflanze die Zahl der Glieder bald steigt, bald fällt. Wir haben 
daher auch keine Veranlassung, in Familien, bei denen Gattungen mit 2-, 3-, 
4-, 5- und mehrgliederigen Blüten vorkommen, die eine höher als die andere 
zu stellen, solange die Quirle unter sich gleichzählig sind. Dasselbe gilt auch 
hinsichtlich der Zahl der Quirle einer Formation; es gibt mehrere Arten, bei 
denen die einzelnen Individuen in ihrer Blüte bald 2, bald 3, bald 4 Quirle 
von Staubblättern oder Fruchtblättern entwickeln, bei denen also bald die 
höhere, bald die geringere Zahl eine spätere Entwicklung repräsentiert. Aber 
es ist wohl zu beachten, daß diese Zahlen Verhältnisse nur gleichgültig sind, 
so lange sie schwankend sind. Ist erst in einem Typus die Zahl der Quirle 
eine beschränkte geworden, dann tritt eine Steigerung äußerst selten ein und 
ist gewöhnlich noch mit Umgestaltung der Blütenformationen verbunden. Somit 
kann man immer den Blütentypen mit nicht fixierter Quirlzahl diejenigen 
mit fixierter als weiter vorgeschritten gegenüberstellen; jedoch ist es nicht 
immer notwendig, daß der Typus mit beschränkter Quirlzahl sich aus einem 
Typus mit unbeschränkter Zahl entwickelt hat. Die Blüten mit fixierter Quirl- 
zahl sind auch diejenigen, bei denen nicht bloß die Arbeitsteilung der einzelnen 
Quirle, sondern auch der Glieder eines Quirls am meisten vorschreitet. 

22. Dafür, daß zygomorphe Blüten von aktinomorphen Blüten 
abzuleiten sind, finden sich so zahlreiche Belege, daß wir unbedenklich die 
Zygomorphie als eine Progression gegenüber der Aktinomorphie ansehen. 

23. Unter den einzelnen Formationen der Blüte kommt zunächst die 
Blütenhülle in Betracht. Diejenigen Blüten, welche nur Sporangien tragende 
Blätter (d. h. nur Staubblätter und Fruchtblätter) besitzen, haben wir als auf 
der niedersten Stufe stehend anzusehen, sofern nicht irgendwelche triftige Gründe 
vorliegen, den Abort einer Blütenhülle anzunehmen. * Jene typisch nackten 
Blüten heißen achlamydeisch. Als solche sind auch diejenigen zu be- 
zeichnen, bei welchen Hochblätter in derselben Stellung wie an den vegetativen 
Sprossen den Schutz der jungen Sexualhlätter übernehmen. Eine zweite Stufe 
ist diejenige, bei welcher die Sexualblätter von unter sich gleichartigen Blättern 
umhüllt sind, welchen entweder noch Vorblätter vorangehen, oder welche den 
Sexualblättern genähert und von dem Tragblatt durch ein Internodium getrennt 
sind, so daß sie mit den Sexualblättern zusammen ein Ganzes bilden. Unter 
den Monokotyledoneen wie unter den Dikotyledoneen finden sich mehrere 
Familien, hei denen durchweg die Blütenhülle diese Beschaffenheit zeigt; außer.- 
ordentlich groß ist die Zahl derjenigen Familien, von welchen noch einzelne 
Glieder diese niedere Ausbildung der Blütenhülle aufweisen. Sind gleichartige 
Blütenhüllblätter spiralig angeordnet, oder ist nur ein Kreis von auf derselben 
Höhenstufe stehenden Hüllblättern vorhanden, so ist die Blüte haplochlamy- 
deisch; sind die äußeren Blätter einer spiraligen Blütenhülle anders beschaffen 
als die inneren oder sind zwei oder mehr Kreise da, so nennt man sie diplo- 



XIX 

chlamydeisch. Bei der ersten Kategorie und einem Teil der zweiten sind die 
Blätter der Hüllen gleichartig; sie sind in ihrer Ausbildung brakteoid oder 
hochblattartig, wenn die Blütenhüllblätter den Hochblattcharakter behalten 
haben, dagegen petaloid, korollinisch, wenn sie nicht mehr grün, sondern 
weiß sind oder andere Färbungen zeigen. Die diplochlamydeischen Blüten mit 
gleichartiger Ausbildung der Kreise nennen wir homoiochlamydeisch, da- 
gegen diejenigen mit verschiedenartiger Ausbildung der Kreise heterochlamy- 
deisch. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, daß eine heterochlamydeische 
Blütenhülle auch dadurch entstanden sein kann, daß die äußeren Staubblätter 
einer haplochlamydeischen Blüte zu Blumenblättern wurden. Ferner sind bei 
vielen Familien mit 2- und 3-gliederigen Quirlen 2 -j~ 2 oder 3 -j- 3 oder auch 
2 -|- 3 gleichartige Blütenhüllblätter miteinander vereinigt, so daß eine solche 
aus 2 Quirlen bestehende homoiochlamydeische Blüte haplochlamydeisch 
erscheint; sie ist aber als homoiochlamydeisch daran zu erkennen, daß die 
alternierend an die Blütenhüllblätter (Tepala) sich anschließenden Staubblätter, 
ebenfalls in zwei zusammengezogenen Quirlen stehend, vor die ersteren zu stehen 
kommen (vergl. S. 119); Tepalen und Staubblätter entwickeln sich hierbei oft 
miteinander gepaart. — Während bei einem Teil der Pflanzen die Blätter 
der Blütenhülle getrennt bleiben, sehen wir bei anderen dieselben vereint 
(konsoziiert) emporwachsen und ein Symphyllodium bilden. Ziemlich 
selten tritt dieser Fall bei haplochlamydeischen brakteoiden Blütenhüllen ein, 
kommt aber doch vor; häufiger ist er bei homoiochlamydeischen korollinischen 
und noch häufiger bei heterochlamydeischen Blütenhüllen. Auch diese Stufe 
wird oft in einer und derselben Familie, z. B. bei den Liliaceen, zu verschiedenen 
Malen erreicht. — Während in den besprochenen Fällen ein morphologischer 
Fortschritt sich in der weiteren Ausbildung der Blütenhülle bemerkbar macht, 
gibt es anderseits auch Fälle, wo in derselben durch Reduktion Umgestaltungen 
herbeigeführt werden, welche ebenfalls als Progressionen anzusehen sind. Diese 
Fälle sind bei dem Versuch einer phylogenetischen Anordnung schwierig, da es 
nicht immer leicht ist zu entscheiden, ob Reduktion oder eine der ersten Stufen 
der Blütenhüllbildung vorliegt. Einzelne Autoren neigen dazu, alle achlamy- 
deischen oder haplochlamydeischen Blüten als reduzierte und nicht als ursprüng- 
liche, primäre anzusehen; aber nur da, wo Übergangsglieder vorhanden sind, 
kann man sich für die eine oder andere Deutung entscheiden. Wenn die Blüten 
durch Reduktion ihre Blumenkrone verloren haben, so sind sie apopetal; haben 
sie ihre ganze Blütenhülle verloren, so heißen sieapochlamydeisch, im Gegen- 
satz zu den achlamydeischen. Im allgemeinen ist man früher in der Annahme 
von Abort der Blumenblätter oder der Blütenhülle viel zu weit gegangen. Es 
ist namentlich nicht zuzugeben, daß Familien mit durchweg wind- 
blütigen Pflanzen ohne Blütenhülle oder mit einfacher sich aus 
insektenblütigen mit einfacher oder doppelter Blütenhülle entwickelt 
hätten. 

24. Mit Ausnahme sehr weniger Fälle liegt bei den Angiospermen klar 
zutage, daß die Formen mit Zwitterblüten phylogenetisch älter sind, als die 
sonst sich gleich verhaltenden mit eingeschlechtlichen Blüten. Diese Pro- 
gression tritt unendlich oft ein und ist zur Gruppenbildung kaum zu verwerten. 

35. Bezüglich der Staubblätter ist zunächst klar, daß die der Gymno- 
spermen mit nur auf der Unterseite entwickelten Mikrosporangien oder Pollen- 
säcken den Sporophyllen der Pteridophyten näher stehen als die der Angio- 
spermen, welche auf beiden Blattflächen an den vier Kanten Pollensäcke erzeugen. 

II* 



XX 

Es verdient Beachtung, daß (soweit Jetzt die Untersuchungen reichen) bei den 
Monokotyledoneen und bei einem Teil der Nymphaeaceen die Archisporzelle 
sukzessive in 2 X 2 Spezialmutterzellen zerfällt, während bei allen übrigen Di- 
kotyledoneen der Archisporkern durch wiederholte Teilung rasch 4 Zellkerne ergibt, 
um welche erst die Membranen der Spezialmutterzellen auftreten. Progressionen 
in der Entwicklung der Antheren sind einmal die Querfächerung derselben, 
ferner die Vereinigung der Pollenzellen zu Pollengruppen, Massulis und Pollinien, 
sodann die petaloide Ausbildung einzelner Staubblätter oder deren Umwandlung 
zu Nektar ausscheidenden Organen. In der Entwicklung der aus den Mikrosporen 
hervorgehenden Prothallien macht sich die Progression in einer fortschreitenden 
Vereinfachung (Reduktion) derselben geltend. Bei den Cycadales und Ginkgoales 
besitzen die Prothallien außer der Spermatozoidenmutterzelle noch wenigstens 
zwei vegetative Zellen, und echte Spermatozoiden treten in Aktion; bei den Pina- 
ceae und Taxaceae haben Agathis und die Podocarpeae Fodocarpus und Dacryriium 
vier vegetative Prothalliumzellen, aber häufiger ist nur eine vegetative Zelle vor- 
handen; die Spermakerne aber entbehren der Bewimperung und sind nicht mehr 
echte Spermatozoiden. Wenn sich in einzelnen Fällen das männliche Prothallium 
oder der Pollenschlauch im Nucellus verzweigt oder vom Chalazaende der Samen- 
anlage zum Embryosack vordringt, wenn bei einzelnen Potamogetonaceen der 
Pollen schon in der Anthere sich fadenförmig entwickelt, so sind auch dies Pro- 
gressionen; aber da sie durch bestimmte äußere Bedingungen oder die 
Beschaffenheit anderer Organe bewirkte Organi8ation8-)Anpassungs-) 
Erscheinungen sind, haben sie keinen hohen systematischen Wert. 

26. Für die Staubblätter gilt ferner dasselbe, was unter 20 über die 
Blüte im allgemeinen und unter 21 über die Blütenblätter gesagt wurde. Unter 
sonst gleichen Verhältnissen ist die zyklische Anordnung als eine Progression 
gegenüber der spiraligen anzusehen, ebenso die zygomorphe Ausbildung und 
der damit verbundene Abort einzelner Glieder gegenüber der aktinoraorphen, 
die Konsoziation in mehrere oder in ein Bündel gegenüber der freien Stellung. 
Desgleichen ist die Spaltung oder die Entwicklung von zwei bis mehr Staub- 
blättern an Stelle eines einzigen als eine Progression anzusehen. Was dagegen 
die Zahl der Staubblattquirle anbetrifft, so scheint kein Grund vorhanden zu 
sein, weshalb Formen mit drei und mehr Quirlen phylogenetisch älter sein sollen 
als solche mit zwei oder nur einem Quirl, wenn nicht gerade z. B. Formen mit 
einem Staubblattquirl auch Staminodien besitzen, welche deutlich erkennen lassen, 
daß bei den Vorfahren noch weitere Staubblattquirle vorhanden waren, oder 
wenn, wie bei den Iridaceen, die Stellungsverhältnisse des einen Staubblatt- 
kreises und bisweilen auftretende Rückschlagsbildungen dartun, daß ein Staub- 
blattkreis nicht zur Ausgliederung gelangt ist. Blüten, die nur ein einziges 
Staubblatt enthalten, lassen in den meisten Fällen sich als äußerst reduzierte 
nachweisen. Dieselben Stufen, welche bei den Staubblättern unterschieden werden, 
kommen auch bei den Staminodien vor. 

27. Die Fruchtblätter sind bei den Gymnospermen noch ohne empfäng- 
nisfähige Narbe; sie sind bei einem Teil derselben ausgebreitet und schließen 
erst bei den Gnetaceen zu einem oben offenen Gehäuse zusammen. Eine wesent- 
liche Progression erfolgt bei den Angiospermen durch Entwicklung einer Narbe; 
hierdurch werden jene auch von den sich ihnen mehr als die Cycadaceen und 
Koniferen nähernden Gnetaceen scharf gesondert. 

28. Das Gynaeceum oder der Komplex der Fruchtblätter zeigt 
ähnliche Stufen wie das Androeceum. Die erste Stufe mit freien Karpellen 



XXI 

(Apokarpie) ist besonders häufig bei Spiralstellung der Karpelle; eine Vereinigung 
der Karpelle untereinander tritt bei dieser Blattstellung verhältnismäßig selten 
ein (z. B. Liriodendron , Anonaceae). Freie oder nur wenig vereinte Karpelle 
sind aber auch bei quirliger Anordnung nicht selten. In sehr vielen Familien, 
bei denen vorzugsweise Synkarpie herrscht, finden sich doch noch einzelne 
Gattungen mit apokarpem Gynaeceum ; dies gibt bisweilen Anlaß, Familien von 
den Ranales abzuleiten, die im übrigen nichts mit denselben zu schaffen haben. 
Nicht selten finden sich auch Formen, welche, mit einem fertilen Karpell und 
einigen sterilen ausgestattet, den Übergang zu wiederum auf einer höheren Stufe 
stehenden Gattungen mit nur einem einzigen- freien Karpell vermitteln. Da 
die Blüten mit den Karpellen abschließen, so sind diese bei quirliger Stellung 
einander immer so genähert, daß naturgemäß Synkarpie leicht eintreten kann. 
Der Apokarpie kommt diejenige Synkarpie am nächsten, bei welcher das 
Gynaeceum so viel Fächer enthält, als Karpelle an der Bildung des Gynaeceums 
beteiligt sind. Eine weitere Progression tritt ein, wenn in dem synkarpen 
Gynaeceum einzelne oder mehrere Fächer steril werden und schließlich nur noch 
ein einziges Samenanlagen enthält, während Griffel und Narben der Zahl der 
im Gynaeceum vereinigten Karpelle entsprechen. Dem gefächerten synkarpen 
Gynaeceum mit zentralwinkelständigen Placenten steht das einfächerige synkarpe 
Gynaeceum mit parietalen Placenten gegenüber. Wenn in einem Verwandtschafts- 
kreise nur parietale Placentation beobachtet wird, so ist es nicht gerade nötig, 
anzunehmen, daß diese Entwicklung des Gynaeceums als Progression aus dem 
gefächerten Gynaeceum hervorgegangen sei; denn, sobald Synkarpie eintrat, 
konnte der eine der beiden Fälle, gefächertes Gynaeceum oder ungefächertes 
Gynaeceum, entstehen, je nachdem die Fruchtblattränder sich mehr oder weniger 
weit nach innen krümmten. Dagegen steht offenbar in sehr vielen Fällen das 
einfächerige Gynaeceum mit grundständiger, freier, zentraler Placenta zum ge- 
fächerten Gynaeceum in naher Beziehung, da in mehreren derartigen Fällen am 
Grunde des Fruchtknotens die Fruchtblattränder noch Scheidewände bilden, 
während in der oberen Region des Fruchtknotens die Karpellränder ohne Ein- 
wärtskrümmung verbunden sind. Ein in manchen Verwandtschaftskreisen auf- 
tretender Fortschritt ist der, daß die das Gynaeceum zusammensetzenden Karpelle 
sich entweder vom Rücken her zwischen den Samenanlagen einfalten oder daß 
im Innern zwischen ihnen durch Wucherung der Fruchtknotenwandung sogenannte 
falsche Scheidewände gebildet werden. — Im Gynaeceum macht sich häufig bei 
nahe verwandten Formen unter sonst gleichen Verhältnissen in der Zahl der 
Samenanlagen eine Verschiedenheit geltend. Während bei den einen die 
Samenanlagen in unbestimmter Anzahl an beiden Karpellrändern auftreten, sehen 
wir, daß bei anderen die Zahl der Samenanlagen begrenzt ist und bei noch 
anderen nur eine einzige auftritt. Es gibt auch Gattungen, bei welchen die 
Karpelle derselben Blüte sich in dieser Beziehung verschieden verhalten. Wenn 
in einem Verwandtschaftskreise sich stets nur eine Samenanlage findet, so ist 
kein zwingender Grund für die Annahme vorhanden, daß die Vorfahren in ihren 
Karpellen mehrere Samenanlagen entwickelt hätten. Wenn aber in einem Ver- 
wandtschaftskreis Formen auftreten, bei denen ein Teil der vorhandenen Samen- 
anlagen nicht zur Samenreife gelangt, und andererseits auch Formen mit nur einer 
Samenanlage existieren, so sind die letzteren als vorgeschrittene Bildungen an- 
zusehen. Der Umstand, daß in vielen Fällen trotz der Entwicklung einer 
größeren Anzahl von Samenanlagen nur wenige oder nur eine im Karpell oder 
im ganzen Gynaeceum zur Samenreife gelangt, beweist, daß, wenn ausreichend 



XXII 

Pollen auf die Narbe gelangt, einzelne Samenanlagen für die Befruchtung un- 
günstig gelegen sind; es wird also bei der Produktion der Samenanlagen unnütz 
Material verbraucht, und es ist als ein Fortschritt anzusehen, wenn nur eine 
Samenanlage entwickelt wird, die auch zum Samen reift. 

29. Bezüglich der Samenanlage selbst ist es wahrscheinlich, daß ein 
Teil der nur Samenanlagen mit einem Integument besitzenden Pflanzen (viele 
Gymnospermen) eine phylogenetisch ältere Stufe darstellt, als die zwei Inte- 
gumente besitzenden; es ist aber andererseits auch wahrscheinlich, daß bei vielen 
Angiospermen die Formen mit nur einem oder ohne jedes Integument in dieser 
Beziehung eine Reduktion erfahren haben. Eine Entscheidung kann nur da 
getroffen werden, wo nahe verwandte Formen sich hinsichtlich der Integumente 
verschieden verhalten. Bemerkt sei noch, daß bei den Monokotyledoneen 
und bei den Archichlamydeen Samenanlagen mit zwei Integumenten 
vorherrschen, bei den Metachlamydeen oder Sympetalen dagegen 
solche mit einem Integument. Wichtiger als das Verhalten der Integumente 
ist für die systematische Anordnung die Entwicklung des Nucellus. Bei den 
noch echte Spermatozoiden erzeugenden Cycadales und Ginkgoales wird die 
dicke, die Makrospore oder den Embryosack bedeckende Gewebeschicht am 
Scheitel schleimig und gewährt ein gutes Substrat für die Keimung der Mikro- 
sporen, sowie für die Bewegung der Spermatozoiden zu den Eizellen. Ein 
Fortschritt zeigt sich bei den übrigen Gymnospermen darin, daß der Pollen- 
schlauch das Scheitelgewebe des Nucellus durchbohrt und bis zur Eizelle vor- 
dringt. Bei den Angiospermen aber sehen wir einen weiteren Fortschritt in der 
Entwicklung einer empfängnisfähigen Narbe und in der Entwicklung der Papillen 
im Griffelkanal und Ovarium, welche dem vorwärts wachsenden Pollenschlauch 
den Weg zur Samenanlage und dem am Scheitel ihres Nucellus gelegenen Sexual- 
apparat erleichtern. Bei einigen Familien der Santalales (Santalaceen und Loran- 
thaceen) zeigt der Embryosack oder die Makrospore ein eigenartiges Verhalten 
darin, daß sie dem Pollenschlauch entgegenwächst; es ist dies sehr beachtens- 
wert und für die Charakteristik dieser Familien von Wichtigkeit; aber ein Merk- 
mal von höherem systematischem Wert ist es doch nicht, da ähnliches auch 
bei der Scrophulariaceae Torenia asiatica vorkommt. Apogamie und soma- 
tische Parthenogenesis sind gelegentlich auftretende Progressionen ohne 
systeijiatische Bedeutung, doch sind sie von Interesse, weil sie viel häufiger 
auftreten, als man früher angenommen hatte, und zeigSn, daß, wenn alle diese 
Fälle von Samenproduktion ohne vorangegangene Bestäubung und Befruchtung 
zu Linncs Zeiten bekannt gewesen wären, die Gegner der Lehre von der Sexuali- 
tät der Pflanzen mit denselben ihre falsche Anschauung hätten stützen können 
und trotzdem Unrecht gehabt hätten. Ich habe Wert darauf gelegt, solche 
Ausnahmeerscheinungen, wie auch die in der Entwicklung der Embryosäcke, 
bei den einzelnen Familien hervorzuheben. Hinsichtlich der Form der Samen- 
anlage ist die geradläufige (atrope oder orthotrope) als die ursprüngliche, die 
umgewendete (anatrope und kampylotrope) als spätere Bildung anzusehen. 

30. Es kann jetzt als feststehend angesehen werden, daß in der Makrospore 
oder dem Embryosack der Angiospermen die mit Membran versehenen Antipoden 
und die Polkerne zusammen dem vielzelligen Prothallium der Gymnospermen 
entsprechen, auch ist die eine Synergide (welche eine Schwesterzelle des einen 
Polkerns darstellt) dem Prothallium zuzurechnen (vergl. Schürhoff in Ber. d. 
Deutsch. Bot. Ges. XXXVII (1919) 167). Ferner entspricht die Eizelle der 
Angiospermen derjenigen der Gymnospermen und die andere. Synergide, die 



XXIII 

in einzelnen Fällen (Gastrodia, Najas, AUium, Trillium, Lilimn, Iris. 
Aconitum, Delphinium) so wie der Polkern befruchtungsfähig ist, der Bauch- 
kanalzelle der Gymnospermen. Es sind nun bei den vielfachen Untersuchungen 
von Embryosäcken der Angiospermen einige Verschiedenheiten in der Beschaffenheit 
der Prothallien festgestellt worden und es fragt sich, welche derselben als erste 
Stufe anzusehen sind und ob die übrigen als Progressionen von systematischem 
Wert zu deuten sind. In der Klasse der noch den Gymnospermen zuzurechnenden 
Gnetales zeigen die 3 einzigen jetzt lebenden Gattungen ein recht verschiedenes 
Verhalten, welches zu phylogenetischer Wertschätzung dieser Verhältnisse nicht 
sehr ermutigt, Ephedra zeigt große Übereinstimmung im Prothallium und Bau 
des Archegoniums mit Cycadaceen und Coniferen, Welwitschia entwickelt lange, 
in das Nucellargewebe vordringende Schläuche als Archegonien und bei Gnetiim 
ist die Makrospore (Embryosack) mit zahlreichen im Plasma verteilten Kernen 
erfüllt, von denen diejenigen, mit denen sich ein Spermakern vereinigt, sicher 
als Eikerne zu bezeichnen sind, die anderen beim Eindringen mehrerer Pollen- 
schläuche aber auch als Eikern fungieren können. Von den Angiospermen haben 
einzelne Piperaceen (Peperomia hispidula, pellucida und tnagnoliifolia, Pandanus. 
spez.die Halorrhagacee Gunnera macrophylla, Euphorbia palustris und E.procera, 
und die Penaeaceae in der Makrospore 16 Kerne, von denen bei den Peperomia 
und Pandanus je einer zum Kern der Eizelle und der hier einzig vorhandenen 
Synergide wird, während die übrigen 14 in verschiedener Weise teils miteinander 
verschmelzend, teils sich mit Zellmembranen umgebend das rudimentäre 
Prothallium bilden. Bei Gunnera, den genannten Euphorbia-Arten und den 
Penaeaceae finden wir neben der Eizelle 2 Synergiden, von denen die zweite 
mit dem Polkern demselben Mutterzellkern entstammt. Die Familien, bei welchen 
16 Kerne im Embryosack beobachtet worden sind, stehen zueinander ebensowenig 
in näherer Verwandtschaft als die Gattungen, bei denen der Embryosack an 
Stelle der allgemein üblichen 8 Kerne (1 für Eizelle, 2 für Synergiden, 3 für 
Antipoden, 2 für Polkerne) nur 4 Kerne erzeugt. Letzteres erfolgt bei Cypripedilum, 
Plumbagella (Plumbaginaceae), Clintonia {Liliaceae), Meiosis (Balanophoraceae), 
Fuchsia (Onagraceae) in der Weise, daß entweder eine Eizelle, eine Antipodenzelle 
und 2 Polkerne oder eine Eizelle, 2 Synergiden und ein Polkern gebildet werden. 

31. Die außerordentliche Mannigfaltigkeit in der Fruchtbildung bietet 
häufig ein wertvolles Hilfsmittel zur Unterscheidung von Gruppen und Gattungen ; 
aber nur bei den oft sehr klar erkennbaren Reduktionserscheinungen hat man 
ein Recht, die eine oder die andere Fruchtart, Kapsel, Nuß, Beere, Steinfrucht 
höher als eine andere zu stellen, denn jede dieser Fruchtformen erweist sich unter 
Umständen als vorteilhaft für die Erhaltung der Art. Bei jeder der einzelnen 
Fruchtformen kann man leicht Steigerungen einzelner Eigenschaften nachweisen, 
die für die Verbreitung und den Schutz der Samen von Vorteil sind; jedoch 
kehren die Progressionen so oft wieder, daß sie bei der Charakterisierung größerer 
Gruppen nur selten verwandt werden können. 

33. Was von dem Perikarp der Früchte gilt, gilt auch von den Samen- 
schalen. Dagegen ist als eine Progression die Entwicklung von Arillar- 
bil düngen aufzufassen, weil damit eine neue Eigenschaft auftritt, die vielen 
Pflanzen vorher abgegangen ist. Ebenso ist es phylogenetisch als ein Fortschritt zu 
bezeichnen, wenn das Nährgewebe, sei es Endosperm oder Perisperm, von dem 
Keimling im Samen aufgezehrt wird und der Keimling nach Sprengung der 
Samenschale sofort selbständig wird. Je weiter ferner die Blattentwicklung der 
Plumula im Samen gediehen ist, desto weiter ist die Pflanze vorgeschritten. Die 



XXIV 

schon vor einigen Jahrzehnten von Hofmeister entdeckten Haustorienbildun- 
gen des vom Nährgewebe erfüllten Embryosackes bei Scrophulariaceen und ver- 
wandten Familien verdienen nur Beachtung für die Systematik engerer Verwandt- 
schaftskreise. Von großer systematischer Bedeutung ist dagegen die Beschaffenheit 
und der Inhalt der Endospermzellen (s. Farinosae und Liliiflorae, unter den 
Dikotyledoneen die Parietales). Für kleinere Verwandtschaftskreise ist auch das 
Verhalten des Embryoträgers von Bedeutung, welcher hier und da eine auf- 
fallende Entwicklung zeigt. 

33. Beim Keimling (Embryo) selbst müsen typische Monokotyledonie und 
typische Dikotyledonie als gleichwertig angesehen werden; die eine ist nicht ohne 
weiteres von der anderen abzuleiten. Dagegen sind in sonst zweikeimblätterigen 
Familien die knolligen Arten, welche nur ein Keimblatt entwickeln (z. B. Corydalis 
Cava, Bunium hidhocastaniim) , jüngere und vorgeschrittenere Bildungen, des. 
gleichen die parasitären Formen, welche gar keine Keimblätter ausbilden. 

34. Aus der vorausgegangenen Besprechung ergibt sich, daß bis zu einem 
gewissen Grade in der verschiedenen Ausbildung der Blüten, Früchte und Samen 
eine Stufenfolge existiert, welche der phylogenetischen Entwicklung entspricht. 
Das eingehendere Studium der Gattungen größerer Pflanzenfamilien zeigt aber, 
daß diese häufig nach verschiedenen Richtungen hin vorgeschritten sind, daß 
ferner eine Gattung nach der einen Richtung vorschreiten, in anderen Merk- 
malen aber auf niederer Stufe verharren kann, daß endlich eine und dieselbe 
Progression zu wiederholten Malen in verschiedenen engeren Formenkreisen ein- 
treten konnte. So entstehen verschiedene Kombinationen von Progressionen, 
welche die Anordnung oft erschweren. Bei dem leicht erklärlichen Streben, 
innerhalb einer Familie die Abstammungsfolge der Gattungen fest- 
zustellen, wird sehr oft übersehen, daß ein weitverbreiteter Typus in 
verschiedenen Gebieten in verschiedener Weise variieren kann und die 
möglichen Abänderungen in mannigfacher Weise kombiniert sein 
können. Die Aufgabe der heutigen auf breiterer Grundlage beruhenden Syste- 
matik ist es, diejenigen Eigenschaften, welche sich trotz der mannigfachen 
Progressionen erhalten haben, aufzufinden. Diese Eigenschaften sind nicht selten 
anatomische; ferner geben namentlich die Stellung der Samenanlagen und die 
Ausbildung des Embryos Anhaltspunkte. Die systematische Gliederung großer 
Familien muß aber wenigstens die Hauptrichtungen erkennen lassen, in welchen 
sich die Familie entwickelt hat. Aus diesem Grunde habe ich auch bei einzelnen 
Familien die Reihenfolge der Unterfamilien oder Gruppen etwas anders gefaßt, 
als die Autoren in den natürlichen Pflanzenfamilien getan haben. 

35. Wenn schon innerhalb einer Familie die Kombinaten der Pro- 
gressionen und die Wiederholung derselben Progressionen dartun, daß die 
lineare Anordnung hur teilweise der Entwicklung eines Typus ent- 
spricht, da dessen Glieder an verschiedenen Stellen der Erde oder auch in 
demselben Gebiet nach verschiedenen Richtungen hin sich verändert haben, so 
ist dasselbe noch mehr innerhalb der Familienreihen der Fall. Es können 
bei der einen Familie die weitestgehenden Progressionen nach einer Richtung 
hin stattgefunden haben, während bei einer phylogenetisch nahe verwandten mit 
ziemlich gleicher Ausgangsstufe die Progressionen sich nach einer ganz anderen 
Richtung bewegten. Für die Zusammengehörigkeit der Familien zu einer Reihe 
kommen namentlich diese Ausgangsstufen in Betracht, so z. B. bei den 
Ranales, den Rosales und den Parietales. Es ist auch wohl zu beachten, daß vor- 
zugsweise die innerhalb der Reihen von mir unterschiedenen Unter- 



XXV 

reihen engere, natürliche Verwandtschaftskreise darstellen. Die Zu- 
sammenfassung derselben zu Reihen hat namentlich den Zweck, die Übersicht 
zu erleichtern. 

36. Hinsichtlich der Zusammenfassung der Reihen zu größeren Ab- 
teilungen kann man nicht verkennen, daß bei den einen Progressionen in der 
Entwicklung der Blütenhülle entweder ganz unterblieben oder daß wenigstens 
höhere Stufen nicht erreicht wurden, daß dagegen bei anderen die Entwicklung 
der Blütenhülle zu den höchsten Stufen vorschritt. Man hat vermutet, daß der 
Ursprung derjenigen Dikotyledoneen, welche wir als Sympetalae bezeichnen, nicht 
ein gemeinsamer sei, sondern daß sie sich an verschiedene Reihen der in diesem 
Buch als archichlamydeische Dikotyledoneen bezeichneten Gewächse anschließen. 
Diese Möglichkeit ist nicht zu bestreiten, da nicht wenige von den archichlamy- 
deischen Familien einzelne Fälle von Sympetalie aufweisen. Indessen ist 
andererseits doch auch in Betracht zu ziehen , daß in den wenigen Reihen der 
Sympetalen Dikotyledoneen die einzelnen Familien untereinander in sehr enger 
Verwandtschaft stehen, so daß sie zum Teil schwer gegeneinander abzugrenzen 
sind. Jedenfalls sind die Unterreihen der Sympetalen recht natürliche. Es ist 
ferner zu berücksichtigen, daß wir zwar bei nicht wenigen Familien der Sym- 
petalen noch einzelne Gattungen mit choripe^taler Blütenhülle finden, 
daß diese sich aber im sonstigen Bau nicht an bekannte Familien 
der Archichlamydeae anschließen. Wenn z. B. wegen Analogien im Habitus 
eine Verwandtschaft von Gentianaceen und Caryophyllaceen behauptet wurde, so 
ist dies eine vage Hypothese. Dabei ist zu beachten, daß bei den meisten Sympe- 
talen das Androeceum auf einen Kreis beschränkt ist und mit Rücksicht hierauf 
der Anschluß auch nur an einige wenige archichlamydeische Familien stattfinden 
könnte. Trotzdem hat sich ein solcher bisher nicht ermitteln lassen. Es ist 
deshalb wahrscheinlich, daß die Sympetalen Typen darstellen, welche frühzeitig 
den Weg der Sympetalie eingeschlagen haben. Beachtung verdient auch der 
Umstand, daß bei dem größten Teil der Sympetalen, namentlich denen der 
letzten Reihen, die Samenanlagen durchweg mit nur einem Integument versehen 
sind, während bei den Archichlamydeae und den ersten Reihen der Sympetalen 
mit einem Integument versehene Samenanlagen seltener sind. 

So sehr ich mir auch von phylogenetischen Bestrebungen bei dem 
Studium einzelner Familien namentlich mit Zuhilfenahme der 
Pflanzengeographie Erfolg verspreche, so stehe ich doch vielen Ver- 
suchen, Familien von einander, wie von lebenden oder ausgestorbenen 
ableiten zu wollen skeptisch gegenüber. Was man aber mit größerer 
Sicherheit feststellen kann, das ist die Zugehörigkeit zu einer Fami- 
liengruppe oder Unterreihe und vor allem die morphologische Stufe. 

Anmerkung. Die Grundzüge für obige Sätze findet man zum größten Teil 
bereits in meiner Abhandlung: Über den Entwicklungsgang in der Familie der 
Araceen und über die Blütenmorphologie derselben (Englers Botan. Jahrb. V (1884), 
S. 160 — 173), ihre Anwendung in meinem Führer durch den Kgl. bot. Garten zu 
Breslau 1886, in meiner ersten Ausgabe des Syllabus 1892, in der Schrift Ȇber 
die systematische Anordnung der monokotyledoneen Angiospermen« in Abhandl. 
d. Kgl. Akad. d. Wiss. Berlin 1892, in der »Übersicht über die Unterabteilungen, 
Klassen, Reihen, Unterreihen und Familien der Embryophyta siphonogama« in 
Engler und Prantl, Natürl. Pflanzenfamilien, Nachträge zum Teil II — IV (1897), 
S. 341 bis 357, und in den sich daran anschließenden »Erläuterungen zu der 
Übersicht über die Embryophyta siphonogama«, S. 358 — 380. 



Grundzüge der älteren natürlichen Systeme. 



1. System von Antoine Laurent de Jussieu, publiziert 1789 in: Genera 
plantarum secundum ordines naturales disposita. 

I. Acotyledones, Pflanzen ohne Keimblätter. 

II. Monocotyledones, Pflanzen mit einem Keimblatt. 

1. Staubblätter unterweibig (hypogynisch). 

2. Staubblätter umweibig (perigynisch). 

3. Staubblätter oberweibig (epigynisch). 

III. Dicotyledones, Pflanzen mit zwei Keimblättern. 

1. Apetalae, Kronenlose. 

a, b, c Staubblätter unterweibig usw. (wie bei II). 

2. Monopetalae, mit (scheinbar) einblättriger Krone. 

a, b, c Krone unter-, um- oder oberweibig (wie bei II). 

3. Polypetalae, mit mehreren (getrennten) Kronblättern, 
a, b, c Staubblätter unterweibig usw. (wie bei II). 

4. Diclines irreguläres, getrenntgeschlechtliche, meist kronenlose Pflanzen. 

2. System von Auguste Pyramus de Candolle, publiziert 1813 in: 
Theorie elementaire de la botanique, ou exposition des principes de la Classi- 
fication naturelle. 

I. Vasculares, Pflanzen mit Gefäßbündeln. 

1. Exogenae, Gefäßbündel auf dem Stammquerschnitt in einen, an Umfang 
wachsenden Kreis gestellt.. 

a) Diploddamydeac, Kelch und Krone unterschieden. 
a) Thalaniiflorae, Krone freiblätterig, unterständig. 
ß) Calyciflorae, Krone um- oder oberständig. 

7) Coroiliflorae, Krone verwachsenblätterig, unterstUndig. 

b) Mönochlamydeac, Blütenhülle einfach. 

2. Endogenae, Gefäßbündel auf dem Stammquerschnitt zerstreut, die innersten 
die jüngsten (irrtümlich). 

a) Phaneroyaviae, mit Blüten. 

b) Cryplogamae, ohne Blüten. 

11. Cellulares, Pflanzen ohne Gefäßbündel, nur aus geschlossenen Zellen gebildet. 

1. Foliaceae, mit Blättern. 

2. Aphyllae, ohne Blätter. 



XXVII 

3. System von Stephan Endlicher, publiziert 1826 — 40 in: Genera 
plantarum secundum ordines naturales disposita. 

I. Thallophyta, kein Gegensatz von Stengel und Wurzel. 
II. Cormophyta, Wurzel und Stengel differenziert. 

1. A*crobrya, Stamm nur an der Spitze wachsend. 

2. Amphibrya, Stamm nur am Umfang wachsend. 

3. Acramphibrya, Stamm sowohl an der Spitze als am Umfang wachsend. 

Diese Auffassungen der Wachstumsverhältnisse waren irrtümlich. 



4. System von Adolphe Brongniart, publiziert 1843 in: Enumeration 
des genres de plantes cultivees au Museum d'histoire naturelle de Paris. 

A. Cryptogamae, Pflanzen ohne Blüten. 

a) Amphigenae, Blatt und Stengel noch nicht unterschieden. 

b) Acrogenae, Blatt und Stengel unterschieden. 

B. Phanerogamae, Pflanzen mit Blüten. 

a) Monocotyledoneae, mit einem Keimblatt. 

1. Albuminosae, mit Samen eiweiß (Nährgewebe). 

2. Exalbuminosae, ohne Sameneiweiß (Nährgewebe). 

b) Dicotyledoneae, mit zwei (oder mehreren) Keimblättern. 

1. Angiospermae, mit geschlossenem Fruchtknoten, 
a) Garaopetalae, Kronblätter verwachsen. 

p) Dialypetalae, Kronblätter frei (oder fehlend). 

2. Gymnospermae, mit offenem Fruchtknoten. 



5. System von Alexander Braun, publiziert 1864 in:- Ascherson, Flora 
der Provinz Brandenburg. 

I. Bryophyta, Keimpflanzen. 

1. Thallodea: Algen, Flechten, Pilze. 

2. Thallophyllodea: Charen, Moose. 

II. Cormophyta, Stockpflanzen. 

1. Phyllopterides: Farne, Schachtelhalme. 

2. Maschalopterides: Bärlappe. 

3. Hydropterides: Wasserfarne. 

III. Anthophyta, Blütenpflanzen. 

A. Gymnospermae, Nacktsamige. 

1. Frondosae: Cycadaceen. 

2. Acerosae: Koniferen. 

B. Angiospermae, Bedecktsamige. 

1. Monocotyledones. 

2. Dicotykdones. 

a) Apetalae. 

b) Sympetalae. 

c) Eleutheropetalae. 



XXVIII 



6. System von A.W. Eichler, publiziert 1883 in: Syllabus, 3. Aufl. und 
folgende. 

A. Cryptogatnae. 

I. Abteil. : Thallophj ta. 
I. Klasse: Algac. 

I. Gruppe: Cyanophyceae. 
IL » : üiatorneae. 

III. > : Chlorophyceae. 
I. Reihe: Conjugatae. 

II. > : Zoosporeae. 
III. » : Characeae. 

IV. Gruppe: Phaeophyceae. 
V. » : Rhodophyceae. 

II. Klasse: Fungi. 

I. Gruppe: Schizomycetes. 
II. » : Eumycetes. 

I. Reihe: Phycomycetee. 
II. > : Ustilagineae. 

III. » : Aecidiomycetes. 

IV. > : Ascomycetes. 
V. » : Basidiomycetes. 

III. Gruppe: Lichenes. 

II. Abteil.: Bryophyta. 

I. Gruppe: Hepaticae. 
II. > : Musci. 

III. Abteil. : Pteridophyta. 

I. Klasse: Equisetinae. 
II. » : Lyropodinae. 
III. > : Filicinae. 

B. Phanerogamae. 

I. Abteil.: Oymnospermae. 
II. i : Angiospcrmae. 
I. Klasse: Monocotyleae. 

I. Reihe: Liliiflorae. 
II. > : Enantioblastae. 



III. 


Reihe 


Spadiciflorae. 


IV. 




Gluniiflorae. 


V. 




Scitaniineae. 


VI. 




Gynandrae. 


VII. 




Helobiae. 


n. Klasse 


: Dico 


tyleae. 


I. Unterkl. : 


Choripetalae 


I. 


Reihe 


: Amentaceae. 


. II. 




: Urlicinae. 


III. 




: Polygoninae. 


IV. 




: Centrospermae 


V. 




: Polycarpicae. 


VI. 




Rhoeadinae. 


VII. 




: Cistiflorae. 


VIII. 




: Columniferae. 


IX. 




: Grninales. 


X. 




: Terebinthinae. 


XI. 




: Aesculinae. 


XII. 




• Frangnlinae. 


XIII. 




Tricocrae. 


XIV. 




Umbelliflorae. 


XV. 




Saxifraginae. 


XVI. 




Opuntiinae. 


XVII. 




Passiflorinae. 


XVIII. 




Myrtiflorae. 


XIX. 




Thynielinae. 


XX. 




Rosiflorae. 


XXI. 




Leguminosao. 


Anbang 


: Hysterophyta. 


II. Unterkl.: 


8y mpetalae. 


I. 


Reihe 


Bicornes. 


II. 




Primulinae. 


III. 




: Dioppyrinae. 


IV. 




Contortae. 


V. 




Tubiflorae. 


VI. 




Labiatiflorae. 


VII. 




Campannlinae. 


VIII. 




Rubiinae. 


IX. 




Aggregatae. 



XXIX 



Das in diesem Syllabus zugrunde gelegte System. 



I. Abteilung: 

SCHIZOPHYTA 



Seite 



. . 1 

1. Klasse: Schizomycetes 1 

1. Reihe: Eubacteria 2 

2. » : Thiobacteria .... 5 

2. Klasse: Schizophyceae 5 



II. Abteilung: 

PHYTOSARCODINA, 
MYXOTHALLOPHYTA, WIYXO- 
MYCETES . 



1. Klasse: Acrasiales . . . 

2. » : Plasinodiophorales 

3. » : Myxogasteres . . 

1. Reihe: Ectosporeae 

2. » : Endosporeae . 



III. Abteilung: 

FLA6ELLATAE 



1. Reihe 

2. » 

3. » 

4. » 

5. > 

6. » 

7. » 



Pantostomatinalef 

Distomatinales 

Pi otomastigales . 

Chrysomonadales 

Cryptomonadales 

Chloromonadales 

Euglenales . . . 



IV. Abteilung: 

DINOFLAGELLATAE 

? Abteilung: 

SILICOFLAGELATAE 

1. Reihe: Siphonotestales . 

2. » : Stereotestales . . 

V. Abteilung: 

BACILLARIOPHYTA 



9 
10 
10 
10 
11 
11 
11 
11 



12 



12 
12 
13 



13 



VI. Abteilung: 

CONJUGATAE . 


. 16 


VII. Abteilung: 

CHLOROPHYCEAE 

1. Klasie: Protococcales . . . 
I.Reihe: Volvocales . . . 
2. » : Euprotococcales . 


. 17 
. 17 
. 17 
. 18 



Seite 



2. Klasse: Ulotrichales (früher Con- 

fervales) 20 

3. » : Siphonocladales .... 22 

4. » : Siphonales 23 



VIII. Abteilung: 

CHAROPHYTA 



IX. Abteilung: 

PHAEOPHYCEAE 

1. Reihe: Phaeosporeae 

2. » : Cyclosporeae 

3. > : Dictyotales . 



X. Abteilung: 

RHODOPHYCEAE 

Klasse: Bangiales .... 
» : Florideae .... 
I.Reihe: Nemalionales 

2. » : Gigartinales 

3. > : Rhodymeniales 

4. > : Cryptonemiales 



•24 



25 
25 
27 

28 



29 
29 
30 
32 
33 
34 
35 



XI. Abteilung: 

EUMYCETES 

(Fungi) 37 

1. Klasse: Phycomycetes 37 

1. Reihe: Zygomycetes ... 37 

2. > : Oomycetes .... 38 

2. Klasse: Ascomycctcs 42 

1. Reihe: Euascales 42 

2. » : Laboul lieniales . . 55 

3. Klasse: Basidiomycetes 56 

1. Unterkl.: Heniibasidii . ... 56 
Reihe: Heraibasidiales ... 56 

2. Unterkl.: Knbafiidii 56 

1. Reihe: Protobasidio- 

mycetea 56 

2. » : Autobasidiomycetes 61 
Anhang zu Klasse 2 und 3: Fungi im- 

perfecti 67 

Nebenklasse zu Klasse 2 und 3: Lichonos 69 

1. Unterkl. : Ascolichenes . ... 70 

1. Reihe: Pyrenocarpeae . . 70 

2. » : Gymnocarpeae . . . 71 

2. Unterkl.: Basidiolichenes . . 75 



XXX 



XII. Abteilung: 

EMBRYOPHYTA ASIPHONO 
GAMA 

(Archegoniatae) . . . . 
I. Unterabteil. : BRYOPHYTA (Muscineae) 
1. Klasse: Hepaticae 



Seite 

5. Klasse : Psilotales 103 

6. > : IsoStales 103 



1. Reihe: Marcbantiales 

2. » : Anthocerotales . 

3. > : Jungermanniales 

2. Klasse: Musci 

1. rnterkl.: Spfiagnafes . . 

2. » : Andreaeales 

3. > : Bryales . . . 

1. Reihe: Acrocarpi . . 

2. » : Pleurocarpi 
Nat. System der Bryales von 

Fleischer . .* . . . 



1. Reihe 

2. » 

3. > 

4. » 

5. » 

6. » 



9. 
10. 
11. 
12. 
13. 
14. 
15. 



Fissidentales . 
Dicranales . . 
Pottiales ... 
Grimmiales 
Funariales . . 
Schistostegiales 
Tetraphidiales 
Eul)ryale8 . . 
Iso bryales . . 
Hookeriales 
Hypnobryales 
Buxbaumiales 
Diphysciales . 
Polytricbales . 
Dawsoniales 



M 



II. Unterabteil.: PTERIDOPHYTA . 

1. Klasse: Filicales 

1. Reihe: Marattiales 

2. > : Ophioglossales 

3. » : Filicales Lepto- 

sporangiatae . 
l.Unterr.: Eufilicineae . 
2. > : Hydropteridineae 

2. Klasse: Sphcnophyllales . . . 

3. » : Ecjuisctalcs 

I.Reibe: Euequisetales 

2. » : Calamariales . . 

4. Klasse: Lycopodialcs .... 

1. Reihe: Lycopodiales eli- 

gulatae .... 

2. > : Lycopodiales ligu- 

latae 

1. Unterr. : Selaginellinoae . 

2. > : Lepidophytineae 



Seite 






— 






76 
76 
76 






XIII. Abteilung: 






EMBRYOPHYTA SIPHONO- 




77 
78 
78 






GAMA 




(Siphonogamen, Phanerogamen, Endo- 






prothalliaten, Sapaenpflanzen) ') 


104 


80 
81 

82 


I. Unterabteii.: GYMNOSPERMAE . . 


104 


1. 


Klasse 


Cycadofilicales (Pterido- 




82 






spermae) .... 


105 


82 


2. 




Cycadalos 




105 


86 


3. 




Bonuettitales 




107 




4. 




Ginkgoales . 




107 


89 
89 
89 


5. 




Coniferae 




108 


6. 




Cordaitales . 




114 


7. 




Gnetales . . 




114 


89 
89 
89 


II. Unterabteil.: ANGIOSPERMAE . . 


116 


1. 


Klasse 


Monocotyledoneae . . 


119 


89 




1. Reihe: Pandanales . . . 


119 


89 




2. 


» : Helobiae .... 


121 


90 




3. 


» :Triuridales. . . 


125 


90 




4. 


> : Glumiflorae . . 


125 


90 




5. 


> - : Principes . . 


128 


90 




6. 


» : Synanthae . . . 


132 


90 




7. 


> : Spathiflorae . . 


133 


90 




8. 


j : Farinosae . . . 


137 


90 




9. 


» : Liliiflorae . . . 


141 


90 




10. 


» : Scitamineae . . 


149 






11. 


> : Microspermae 


151 


91 










91 
92 


2. 


Klasse 


Dicotyledoncao . . . 


156 




1. Unte 


rkl. : Archichlaniydeae 


156 


92 




I.Reihe: Verticillatae . . 


157 






2. 


» : Piperales . . . 


157 


92 




3. 


> :'Salicale8 .... 


158 


92 




4. 


> : Garryales . . . 


159 


97 




5. 


» : Myricales . . . 


159 


99 




6. 


» : Balanopsidales . 


160 




7. 


» :Leitneriales 


160 


99 




8. 


» : Juglandales . . 


160 


99 




9. 


» : Batidales . . . 


161 


100 




10. 


» : Juli anal es . . 


161 






11. 


> : Fagales .... 


161 


100 




12. 


» : Urticales .... 


164 






13. 


» : Proteales . . . 


168 


100 




14. 


> : Santalales . . . 


170 






15. 


» : Aristolochiales . 


176 


101 




16. 


» : Polygonales . . 


177 


101 




17. 


» : Centrospermae . 


179 


102 




18. 


> : Ranales 




185 



*) Eine eingehende Übersicht über die gesamten Familien der Embryophyta siphono- 
gania folgt auf den nächsten Seiten. 



XXXI 



Seite 



Seite 



19. Reihe 


Rhoeadales 






195 


20. . 


Sarraceniales 




201 


21. » 


Rosales . . . 




203 


22. » 


Pandales . 






223 


23. » 


Geraniales 






223 


24. » 


Sapindales 






241 


25, » 


Rhamnales 






250 


26. » 


Malvales 






252 


27. > 


Parietales . 






257 


28. > 


Opuntiales 






273 


29. » 


Mvrtiflorae 






274 


30. » 


Umbelliflora< 


3 




285 



2. Unterkl.: Metachlaniydeae 



1. 
2. 
3. 
4. 
5, 
6. 
7. 
8. 
9. 
10. 



Reihe 



Sytnpetdlae . . 


291 


Ericales. . . . 


291 


Primulales . . 


295 


Plumbaginales . 


296 


Ebenales . . . 


297 


Contortae . . . 


300 


Tubiflorae . . 


308 


Plantaginales . 


332 


Rubiales . . . 


333 


Curcurbitales . 


338 


Campanulatae . 


340 



Übersicht über die Familien der Embryophyta siphonogama. 



Seite 

I. Unterabteil. : GYMNOSPERMAE ... 104 

i; Klasse: Cycadofllicales (Pterido- 

spermae) 105 

2. > : Cycadales 105 

Fam. Cycadaceae .... 105 

3. » : Bennettitales . . . . . 107 

Fam. Bennettitaceae . . . 107 

4. > : Ginkgoales 107 

Fam. Ginkgoaceae . . . 108 

5. » : Coniferae 108 

Fam. Taxaceae .... 108 

> Pinaceae 110 

6. » : Cordaitales ., ... 114 

Fam. Cordaitaceae . . . 114 

7. » : Gnetales 114 

Fam. Gnetaceae .... 115 

IL Unterabteil.: ANGIOSPERMAE . . 116 

1. Klasse: Monocotyledoneae . . . 119 

A, a, « 119 

1. Reihe: Pandanales . . . 119 

Fam. Typhaceae .... 119 

> Pandanaceae . . . 120 
» Sparganiaceae . . . 121 

A, a, ß 121 

2. Reihe: Helobiae .... 121 

1. Unterr. : Potamogetonineae 121 
^Fam. Potamogetonaceae . 121 

> Najadaceae .... 122 
»» Aponogetonaceae . . 122 

^ » Scheu chzeriaceae . . 122 

2. Unterr. : Alismatineae . . 123 

- Fam. Alismataceae . . . 123 

3. Unterr. : Butomineae . . 123 

- Fam. Butomaceae .... 123 

. 5 Hydrocharitaceae . . 123* 

3. Reihe: Triuridales ... 125 

Fam. Triuridaceae . . . 125 

A, a, Y 125 



Seite 



4. Reihe: Glumiflorae 


. . 125 


/Fam. Gramineae . 


. . 125 


> Cyperaceae . 


. . 129 


A, b .... 


. . 130 


5. Reihe: Principes . 


. . 130 


Fam. Palmae . . 


. . 131 


6. Reihe: Synanth'ae . 


. . 134 


Fam. Cyclanthaceae 


. . 135 


7. Reihe: Spathif lorae 


. . 135 


Fam. Araceae . . 


. . 135 


» Lemnaceae . 


. . 139 


B, a .... 


. . 139 


8. Reihe: Farinosae . 


. . 139 


1. Unterr. : Flagellariine 


ae . 140 


-Eam. Flagellariaceae 


. . 140 


2, Unterr. : Enantioblast 


ae . 140 


Fam. Restionaceae 


. . 140 


» Centrolepidacea 


e . . 140 


> Mayacaceae . 


. . 140 


> ö Xyridaceae . 


. . 140 


» <'Eriocaulaceae 


. . 140 


3. Unterr. : Bromeliinea( 


ä . . 141 


Fam. Thurniaceae 


. . 141 


» Rapateaceae 


. . 141 


» - Bromeliaceae 


. . 141 


4. Unterr.:' Commelinin( 


äae . 142 


Fam. Commelinaceae 


. . 142 


5. Unterr. : Pontederiine 


ae . 143 


Fam.'^Pontederiaceae 


. . 143 


» -Cyanastraceae 


. . 143 


6. Unterr. : Philydrineae 


. . 143 


Fam. Philydraceae 


. . 143 


9, Reihe: Liliiflorae 


. . 143 


1. Unterr.: Juncineae 


. . 143 


Fam. Juncaceae . 


. . 143 


2. Unterr. : Liliineae . 


. . 144 


Fam. Stemonaceae 


. . 144 


> -■ Liliaceae . . 


. . 144 


» Haemodoraceae 


. . 148 


> Amaryllidaceae 


. . 148 


> Velloziaceae 


. . 149 



XXXII 











Seite 


Farn. Taccaceae . . . . 150 


» ' Dioscoreaceae 






. 150 


3. Unterr. : Iridineae 






. 150 


Fam. Iridaceae . . 






. 150 


B, b ... 






. 151 


10. Reihe: Scitamineae 






. 152 


Fam.*^ Musaceae 






. 152 


• » 'Zingiberaceae 






. 152 


» »'Cannaceae . 






. 153 


> ''Marantaceae 






. 154 


11. Reihe: Microspermae 




. 154 


1. Unterr : Burmanniineae 




. 154 


•'Fam. Burmanniaceae 




. 154 


2. Unterr. : Gynandrae . 




155 


tFam. Orchidaceae 




. 155 


2. Klasse: Dicotyledoncae . . 




. 159 


1. Unterkl. : Ärchichlamydeae 




(Choripetalae und Äpetalae) 


. 159 


A 


. 159 


1. Reihe: Verticillatae 






. 159 


Fam. Casuarinaceae 






. 160 


B. a 






. 160 


2. Reihe: Piperales . 






. 160 


Fam. Saururaceae 






. 160 


» Piperaceae . 






. 160 


5 Chloranthaceae 






. 160 


» Laoistemaceae 






. 161 


3. Reihe: Salicales 






. 161 


Fam. Salicaceae 








. 161 


4. Reihe: Garryales 








. 161 


Fam. Garryaceae 








. 161 


5. Reihe: Myricales 








. 162 


Fam. Myricaceae 








. 162 


6. Reihe: Balaaopsidales 




. 162 


Fam. Balanopsidaceae 




. 162 


7. Reihe: Leitnerialee . . 




163 


Fam. Leitneriaceae 






163 


8. Reihe: Juglandales . 






163 


Fam. Juglandaceae . 






163 


9. Reihe: Batidales . . 






164 


Fam. Batidaceae . . 






164 


10. Reihe: .Inliauiales 






164 


Fam. Julianiaceae 






164 


11. Reihe: Fagales . . . 






164 


Fam. Betulaceae 








164 


» Fagaceae . . 








165 


12. Reihe: Urticales 








167 


Fam. Ulmaceae 








167 


» Moraceae 








167 


> Urticaceae 








170 


B, b ... 




17 





a. 171 


13. Reihe: Proteales . 








171 


Fam. Proteaceae . 








171 


14. Reihe: Santalales 






172 


1. Unterr.: Santalineae . 






173 


Fam. Myzodendraceae 






173 


> Santalaceae . . 






173 


> Opiliaceae . . 






173 


» Grubbiaceae 






173 


» Olacaceae . . 






174 


> Octoknematac 


ea( 


5 . 




175 



2. Unterr.: Loranthineae . 
Fam. Loranthaceae . . 

3. Unterr.: Balanophorineae 
Fam. Balanophoraceae . 

15. Reihe: Aristolochiales 

Fam. Aristolochiaceae . 

> Rafflesiaceae 

> Hydnoraceae 

16. Reihe: Polygonales 

Fam. Polygon aceae 
B, c .... 

17. Reihe: Centrospermae 

1. Unterr.: Chenopodiineae 
Fam. Chenopodiaceae . 

> Amarantaceae . 

2. Unterr.: Phytolaccineae 
Fam. Nyctaginaceae . . 

> Cynocrambaceae . 
» Phytolaccaceae 

» Aizoaceae . , . 

3. Unterr. : Portulacineae . 
Fam. Portulacaceae . . 

> Basellaceae . . . 

4. Unterr.: Caryophyllineae 
Fam. Caryophyllaceae . 

B, d, a 

18. Reihe: Ranales .... 

1. Unterr.: Nymphaeineae 
Fam. Nymphaeaceae 

> Ceratophyllaceae . 

2. Unterr. : Trochodendrineae 
Fam. Trochodendraceae 

» Cercidiphyllaceae , 

3. Unterr.: Ranunculineae 
Fam. Ranunculaceae 

> Lardizabal aceae 

> Berberidaceae . 

> Menisperraaceae 

4. Unterr.: Magnoliineae 
Fam. Magnoliaceae . 

> ' Himantandraceae 
» Calycanthaceae 

> Lactoridaceae . 
» Anonaceae . 
» Eupomatiaceae 
» Myristicaceae 
» Gomortegaceae 

> Monimiaceae 
» Lauraceae . . 
» Hernandiaceae . 

B, d, ß . . . . 

19. Reihe: Rhoeadales . 

1. Unterr. : Rhoeadineae 
Fam. Papaveraceae . 

2. Unterr.: Capparidineae 
Fam. Capparidaceae . 

» Cruciferae . . 

» Tovariaceae . . 

3. Unterr. : Rcsedineae . 
Fam. Resedaceae . . 



XXXIII 



Seite 

4. XJnterr. : Moringineae . . 205 

Fam. Moringaoeae . . . 205 

20. Reihe: Sarraceniales . . 205 

Fam. Sarraceniaceae . . . 205 

» Nepenthaceae . . . 205 

» Droseraceae .... 206 

B, d, Y 206 

21. Reihe: Rosales 206 

1. XJnterr. : Podostemonineae . 207 
Fam. Podostemonaceae . . 207 

> Hydrostachyaceae . 207 

2. XJnterr. : Saxifragineae . . 207 
Fam. Crassulaceae . . . 207 

> Cephalotaceae . . . 208 
» Saxifragaceae . . . 208 
» Pittosporaceae . . . 210 
» Brunelliaceae . . . 211 

> Cunoniaceae . . . 211 
» Myrothamnaceae . . 211 
» Bruniaceae . . . . 211 
T> Hamamelidaceae . . 212 
j Eucommiaceae . . . 213 

3. XJnterr. : Rosineae .... 213 
Fam. Platanaceae . . . 213 

» Crossosomataceae . . 213 
» Rosaceae ..... 213 
T> Connaraceae . . . 218 
» Leguminosae . . . 218 
B, d, ?. 227 

22. Reihe: Pandales .... 227 

Faai. Pandaceae .... 227 

23. Reihe: Geraniales ... 227 

1. XJnterr.: Geraniineae . . 227 
Fam. Geraniaceae . . . 227 

» Oxalidaceae . . . 228 
T> Tropaeolaceae . . . 228 

> Linaceae 230 

> Humiriaceae . . . 230 

> Erythroxylaceae . . 230 
» Zygophyllaceae . . 230 

> Cneoraceae .... 231 

> Rutaceae .... 231 
» Simarubaceae . . . 234 
» Burseraceae . . . 235 
» Meliaceae .... 237 

2. XJnterr. : Malpighüneae . . 238 
Fam. Malpighiaceae . . . 238 

» Trigoniaceae . . . 238 
5 Vochysiaceae . . . 2.38 

3. XJnterr. : Polygalineae . . 238 
Fam. Tremandraceae . . 239 

> Polygalaceae . . . 239 

4. XJnterr. : Dichapetalineae . 240 
Fam. Dichapetalaceae . . 240 

5. XJnterr. : Tricoccae . . . 240 
Fam. Euphorbiaceae . . 240 

6. XJnterr.: Callitrichineae . 245 
Fam. Callitrichaceae . . 245 

24. Reihe: Sapindales . . . 245 
1. XJnterr.: Buxineae . . . 245 
Fam. Buxaceae .... 245 
Engler, Syllabus. 



2. XJnterr. : Empetrineae 
Fam. Empetraceae . 

3. XJnterr. : Coriariineae 
Fam. Coriariaceae 

4. XJnterr. : Limnanthineae 
Fam. Limnanthaceae 

5. XJnterr.: Anacardiineae 
Fam. Anacardiaceae . 

6. ünterr.: Celastrineae 
Fam. Cyriliaceae . . 

T> Pentaphylacaceae 
» Corynocarpaceae 
» Aquifoliaceae 
1 Celastraceae 

> Hippocrateaceae 

> Salvadoraceae . 
j Stackhousiaceae 
j Staphyleaceae . 

7. XJnterreihe Icacinineae 
Fam. Icacinaceae . . 

8. XJnterr.: Sapindineae 
Fam. Aceraceae . . 

» Hippocastanaceae 
» Sapindaceae 

9. XJnterr. : Sabiineae . 
Fam. Sabiaceae . . 

10. XJnterr.: Melianthineae 
Fam. Melianthaceae 

11. XJnterr.: Balsaminineae 
Fam. Balsaminaceae 

25. Reihe: Rhamnales . 
Fam. Rhamnaceae . . 

» Vitaceae . . . 

26. Reihe: Malvales .... 256 

1. XJnterr. : Elaeocarpineae . 256 
Fam. Elaeocarpaceae . . 256 

2. XJnterr.: Chlaenineae . . 257 
Fam. Chlaenaceae . . . 257 

3. XJnterr. : Malvineae . . . 257 
Fam. Gonystilaceae . . . 257 

i Tiliaceae 257 

» Malvaceae .... 258 
» Bombacaceae . . . 260 

> Sterculiaceae . . . 260 

4. XJnterr. : Scytopetalineae . 262 
Fam. Scytopetalaceae . . 262 

B, d, e . . . • 

27. Reihe: Parietales 
1, XJnterr. : Camelliineae 

Fam. Dilleniaceae 

> Eucryphiaceae . 
1 Ochnaceae . . 

> Caryocaraceae . 
» Marcgraviaceae 
» Quiinaceae . . 
» Camelliaceae (Theaceae 

Ternstroemiaceae z. 
Teil) 

> Guttiferae .... 

> Dipterocarpaceae . . 

III 



Seite 

245 

245 

246 

246 

246 

246 

246 

246 

248 

248 

248 

248 

248 

249 

249 

249 

250 

250 

250 

250 

250 

251 

251 

251 

253 

253 

253 

253 

254 

254 

'254 

254 

255 



262 
262 
262 
262 
263 
263 
264 
264 
264 



264 
265 
267 



XXXIV 







Seite 


2. Unterr.: Tamaricineae . 


267 


Farn. Elatinaceae . . 




267 


» Frankeniaceae . 




267 


» Tamaricaceae . 




267 


3. Unterr.: Fouquierineae 




270 


Fam. Fouquieraceae 




270 


4. Unterr. : Cietineae 




270 


Fam. Cistaceae . . 




270 


» Bixaceae . . 




270 


5. Unterr.: Cochlospermineae 


270 


Fam. Cochlospermaceae 


270 


6. Unterr.: Flacourtiineae . . 


270 


Fam. Winteranaceae 




270 


» Violaceae . . 




271 


» Flacourtiaceae . 




271 


» Stachyuraceae . 




273 


s Turneraceae 




273 


» Maleeherbiaceae 




273 


I Passifloraceae . 




273 


> Achariaceae 




274 


7. Unterr. : Papayineae . 




274 


Fam. Caricaceae . . 




274- 


8. Unterr.: Loasineae 




275 


Fam. Loasaceae . . 




275 


9. Unterr.: Datiscineae 




276 


Fam. Datiscaceae . . 




276 


10. Unterr. : Begoniineae 




276 


Fam. Begoniaceae 




276 


11. Unterr.: Ancistrocladineae 


277 


Fam. Ancistrocladaceae 


277 


28. Reihe Opuntiales . . . . 


277 


Fam. Cactaceae . . . 




277 


B, d, C 




278 


7 7 ^ 

29.. Reihe Myrtiflorae . 




278 


1. Unterr. : Thymelaeineae 




279 


Fam. Geissolomataceae 




279 


5 Penaeaceae . . 




279 


» Oliniaceae . . . 




279 


» Thymelaeaceae 




279 


» Ehieagnaceae . . 




280 


2. Unterr.: Myrtineae . . 




281 


Fam. Lythraceae . , . 




281 


> Heteropyxidaceae. 




281 


» Sonneratiaceae . . 




281 


» Punicaceae . . 




281 


> Lecythidaceae . . 




282 


» Rhizophoraceae 




282 


> Nyssaceae . . . 




284 


> Alangiaceae . . . 




284 


» Combretaceae . . 




284 


» Myrtaceae . . . 




285 


» Melastomataceae . 




287 


> Oenotheraceae . . 




287 


» Halorrhagaceae 




288 


;j. Unterr. : Hippuridineae . 




289 


Fam. Hippuridaceae . . 




289 


4. Unterr. : Cynomoriineae 




289 


Fam. Cynomoriaceae 




289 


30. Reihe Umbelliflorae . 




289 


Fam. Araliaceae .... 




289 



Fam. Umbelliferae 
> Cornaceae . 



Seite 
290 
294 



. Unterkl. 3Ietacfilainydeae 
oder Synipetalae . 
A 

1. Reihe Ericales . 

1. Unterr.: Diapensiineae 
Fam. Diapensiaceae 

2. Unterr. : Ericineae 
Fam. Clethraceae . 

» Pirolaceae 
T Lennoaceae . 
T> Ericaceae 
» Epacridaceae 

2. Reihe Primulales . 
Fam. Theophrastaceae 

» Myrsinaceae 

» Primulaceae 

S.Reihe Plumbaginalei 

Fam. Plumbaginaceae 

B 

4. Reihe Ebenales 

1. Unterr. : Sapotineae 
Fam. Sapotaceae . 

2. Unterr.: Diospyrineae 
Fam. Ebenaceae . 

T ' Symplocaceae 
» Styracaceae . 

c 

5. Reihe Contortae . 

1. Unterr.: Oleineae . 
Fam. Oleaceae . . 

2. Unterr.: Gentianineae 
Fam. Loganiaceae 

» Gentianaceae 
T> Apocynaceae 
» Asclepiadaceae 
D, a 

6. Reihe Tubiflorae . 

1. Unterr. Convolvulineae 
Fam.' Convolvulaceae 

» Polemoniaceae . 

2. Unterr. Borraginineae 
Fam. Hydrophyllaceae 

» Borraginaceae . 

3. Unterr. Verbenineae. 
Fam. Verbenaceae 

1 Lahiatae . . . 

4. Unterr. Solanineae . 
Fam. Nolanaceae . . 

» Solanaceae' . . 

» Scrophulariaceae 

» Bignoniaceae . 

» Pedaliaceae . . 

> Martyniaceae . 
» Orobanchaceae . 

> Gesneriaceae 
» Colli melliaceae. 

> Lentihulariaoeae 
» Globulariaceae . 



XXXV 





Seite 


5. Unterr. : Acanthineae 


. 334 


Fam. Acanthaceae . 


. 334 


6. Unterr. : Myoporineae 


. 336 


Fam. Myoporaceae . 


. 336 


7. Unterr. : Phrvmineae 


. 336 


Fam. Phrymaceae 


. 336 


T.Reihe Plantaginales 


. . 336 


Fam. Plantaginaceae 


. 336 


D, b, a 


. 337 


8. Reihe Rubiales . . . 


. 337 


Fam. Rubiaceae . . . 


. 337 


» Caprifohaceae . . 


. 340 


j Adoxaceae . . . 


. 341 



Seite 

Fam. Valerianaceae .... 341 

» Dipsacaceae .... 342 

D, b, ,^ 342 

9. Reihe Cucnrbitales . . . 342 

Fam. Cucurbitaceae .... 342 

10. Reihe Campanulatae . . 344 

Fam. Campanulaceae . . . 344 

» Goodeniaceae .... 345 

» Brunoniaceae .... 345 

> Styhdiaceae .... 345 

» Calyceraceae .... 346 

» Compositae .... 346 



m* 



Erklärung der Abkürzungen. 



1. Betreffend die Vegetationsorgane: 
gewächs, = Spiral ig angeordnet. 

2. Betreffend die Blüte und Frucht: 

5 = zwitterig, 

cT = männlich, 

9 = weiblich, 

(^ O = eingeschlechtlich, 

achlam. = achlamydeisch, d. h. ohne Blüten- 
hülle, 

haplochlam. = haplochlamydeisch, d. h. mit 
einfacher Blütenhülle, 

diplochlam. = diploclilamydeisch, d. h. mit 
doppelter Blutenhülle, 



einjährig, 2^ = ausdauernd, "^ = Holz- 



homoiochlam. = homoiochlaraydeisch, d. h. 
mit doppelter, aber gleichartig ausgebil- 
deter Blutenhülle, 

heterochlam. = heterochlamydeisch, d.h. mit 
Kelch und Blumenkrone, 

■0- = aktinomorph oder strahlig, 

.|- = zygomorph, 

© = spiralig angeordnet. 



3. Betreffend die geographische Verbreitung: 



trop. = tropisch, 

pantrop. =; in allen Tropengebieten, 

paläotrop. = in den Tropen der Alten Welt, 

neotrop. := in den Tropen der Neuen Welt, 

subtrop. = subtropisch, 

calid. = in warmen Ländern, 

subcalid. = in ziemlich warmen Ländern, 

temp. = in den gemäßigten Zonen, 

nördl. temp. = in der nördlich gemäßigten 

Zone, 
südl. temp. = in der südlich gemäßigten 

Zone, 
frigid. =^ in den kalten Zonen, 

* = auf der nördlichen Hemisphäre, 
""*" = auf der südlichen Hemisphäre, 
~- = auf der nördlichen und südlichen 

Hemisphäre, 

4. Betreffend die Blütenformeln: K = Kelchblätter, C = Blumenblätter, A = Staub- 
blätter, Cp = Fruchtblätter, T = Blütenblätter (Tepalen). — Beispiele: K 5, C 5, A 5 -|- 5, 
Cp(3^) = Blüten mit 5 Kelchblättern, 5 Blumenblättern, 5 -|- 5 Staubblättern (in 2 Kreisen) 
und einem oberständigen, aus 3 verwachsenen Fruchtblättern gebildeten Fruchtknoten. 

5. Sonstige Abkürzungen : = fehlend, -)- = vorhanden (in Blütenformeln = und), 
+ =: mehr oder weniger, oo =^ zahlreich, lief. = liefert, off. = offlzinell, Var. == Varietät. 



Eur. = Europa, 

Euras. = Europa und gemäßigtes Asien, 

As. := Asien, 

Afr. =■ Afrika, 

Austr. oder Austral. = Australien, 

Am. oder Amer. = Amerika, 

atlant. oder atl. Nordam. = atlantisches Nord- 
amerika, 

pazif. Am. ^ pazifisches Nordamerika, 

alp. = alpin, 

arkt. = arktisch, 

medit. = im Mediterrangebiet, 

Himal. = im Himalaja, 

Ind. =■ Indien, 

ind.-malay. = im indisch-malayischen Gebiet 
(Monsungebiet). 



I. Abteilung. SCHIZOPHYTA (Spaltpflanzeii). 

Meist sehr kleine einzellige, niemals rein chlorophyllgrüne, sonst aber oft 
mannigfach gefärbte Pflanzen, welche sich nur ungeschlechtlich, vor allem 
durch Zweiteilung, vermehren, entweder einzeln leben oder, verbunden bleibend, 
fadenförmige oder flächenförmige oder nach drei Richtungen ausgedehnte (würfel- 
förmige) Kolonien bilden. Die Farbstoffe nicht an echte Chromatophoren gebunden, 
häufig nach außen ausgeschieden. Häufig Dauerzellen oder Cysten (auch kurz- 
weg Sporen genannt, meist durch reichlicheren Inhalt und stärkere Membran 
ausgezeichnet): entweder Arthrosporen, durch Membranverdickung vegetativer 
Zeilen entstellend, oder Endosporen, im Innern vegetativer Zellen gebildet. 

Kein direkter Anschluß an höhere Pflanzen. 

1. Klasse SCHIZOMYCETES {Bacteria, Bakterien). Zellen sehr klein, 
in der Regel unter 2 {i dick. Zellinhalt meist farblos, selten pfirsich- 
blütrot oder grün, ohne Chromatophoren. Membran meist aus Eiweißkörpern 
bestehend, bisweilen sehr stark aufquellend und schleimig werdend. Zellinhalt 
meist homogen. Zahlreiche Arten vermöge der an ihren Zellenden oder 
an anderen Stellen die Membran durchbrechenden Geißeln zeitweise 
sich lebhaft vorwärts bewegend, hierbei um ihre Achse rotierend. 

Teils Aerobionten (nur bei Luftzutritt wachsend), teils fakultative An- 
aerobionten (sowohl bei Luftzutritt wie Luftabschluß vegetierend), teils obliga- 
torische Anaerobionten (nur bei völliger Abwesenheit von Sauerstoff ge- 
deihend). 

Viele von großem chemischem Einfluß auf das Substrat, saprogen 
(Fäulnis erregend) oder zy mögen (vergären Zuckerarten und erzeugen Milch- 
säure, Buttersäure, Essigsäure, Kohlensäure, Alkohol, während andere Eiweiß 
zersetzen, wieder andere Stickstoff aus der Luft aufnehmen, noch andere die 
Stickstoffverbindungen des Bodens nitrifizieren oder denitrifizieren). Andere, 
chromogene (Pigmentbakterien), geben Farbstoffe an ihre Umgebung ab; zahl- 
reiche, auf und in lebenden Organismen vorkommende, sind pathogen, indem 
sie Verbindungen wie Ptomaine, Toxalbumine, ausscheiden, welche auf den die 
Bakterien ernährenden Organismus schädlich wirken; daher ihre große Bedeutung 
als Erzeuger von tierischen und menschlichen Krankheiten, namentlich epide- 
mischen. Auch viele Pflanzenkrankheiten, Bakterienfäulen oder Bakteriosen, 
Rotze oder Naßfäulen, Trockenfäulen und Schorfe werden von Seh. er- 
zeugt, so auf den Blättern und Stengeln der Durrah, in den Körnern des Weizens, 
an Zwiebeln von Liliaceen, an den Rhizomen von Iridaceen, an Futter- und 
Zuckerrüben, an Kohlarten, an den Obstarten der Rosaceen, auf den Weinreben, 
an Mohrrüben, an Zweigen des Ölbaumes, an Kartoffelknollen, an Tomaten- 
früchten, den Blättern der Cucurbitaceen usw. Wichtig auch ihr Einfluß auf 
die Beseitigung abgestorbener Tier- und Pflanzenkörper durch Zersetzung derselben 

Engl er, Syllabus. 1 



I. Abt. Schizophyta. 1. K.1. Schizomycetes. 1. R. Eubacteria. 



•^-: 




mim 









Fig. 1. 

Gefärbtes Deckglaspräparat von 

Sputum mit Bacillus tubereu- 

fosis (Tuberkelbazillen) ('"oVi). 

Nach Migula. 



in Kohlensäure, Ammoniak und Wasser. Photogene Seh. erzeugen in ihren. 
Zellen eine bei Sauerstoffaufnahme leuchtende Substanz. 

Kulturen der Seh. (Plattenkultur, Strichkultur, Stichkultur) auf 
Fleisch wasserpeptongelatine, Fleischwasser-Agar, Blutserum, Milch, Bouillon, 
Pflanzenaufgüssen usw. 

1. Reihe EUBACTERIA. Zellen ohne Schwefel und Bakteriopurpurin. 

Farn. Bacteriaceae (Stäbchenbakterien). Zellen sfehr klein, in der Regel 
unter 2 (i dick, zylindrisch, kurz oder lang, meist gerade, seltener leicht gebogen, 

vor der Teilung sich stets auf die doppelte Länge 
streckend. Nicht selten fadenförmige Kolonien; häufig 
auch starke Aufquellung der Membran. Häufig Endo- 
sporen von großer Lebensdauer. 

A. Ohne Geißeln: Baetef'intn (200); n. nicht 
patJiOffejte: B. acidi lactici (Ursache des Gerinnens 
der Milch; der Milchsäuregärung in zudkerhaltigen 
Flüssigkeiten), B. aeeticum (Essiggärung), B. ehryso- 
gloea, H. nitrohacterf aus anorganischen Verbin- 
dungen seinen Körper aufbauend, oxydiert Nitrite des 
Bodens zu Nitraten, daher von Bedeutung für die Sal- 
peterbildung. J5. p/iospJiorennif auf Fleisch, bewirkt 
das Leuchten desselben. — b, pathof/ene: B. muri- 
septieum (Mäuse vertilgend), B. erysipelaios suum 
(Schweinerotlauf), B. cunieulicida (Septicämie der 
Kaninchen), H, anthracis (Milzbrandbazillus, Milz- 
brandbakterium), li. mallei (Rotzkrankheit der Pferde 
usw.), h, pneumoniae (Lungenentzündung, krupöse 
Pneumonie); H, tuherculosis (Tuberkulose) (Fig. 1), 
B. Ze^rae (Lepra), li. infltte^tzcie (inünenza), li.diph- 
theritidis (Diphtherie), B. pestis (Pest), B. enteri- 
tidis (Fleischvergiftungen). 

B Mit zerstreuten Geißeln an der Oberfläche: 
Bacillus (150); a. nicht path offene: B. stthtUis 
(Heubazillus) (Fig. 2), Endosporen (mit äquatorialem Riß 
bei der Keimung) bildend, B. coli, im Darm des Men- 
schen und vieler warmblütiger Tiere, B. megatherium,^ 
B. virens, B. amylohacter (= Clostridium butyri- 
cum) erzeugt Buttersäure in kohlehydrathaltigen Flüssig- 
keiten und vermag auch Kasein zu lösen, verbreitet 
im Erdboden aller Erdteile; B. asterosporus mit zylin- 
drischen Sporen, vorzugsweise in Kulturböden, B. prodiffiosns (Brot rot- 
färbend, Hostienpilz), B. vuUjaris (Fäulnis in Eiweißkörpern hervorrufend, 
sehr Sauerstoff bedürftig); B. radicicola (Hhixohiiiin lc(/iiininosat'uin) 
mit zahlreichen, die Wurzeln verschiedener Leguminosen bewohnenden und 
denselben angepaßten Rassen, freien Stickstoff assimilierend, Zerrformen oder In- 
volutionsformen bildend, nach ihrem Absterben in den Wurzeln der Leg. ge- 
speichert und den Boden mit Stickstoff anreichernd. — b. patJwifene: B. tetani 
(anaörob, Wundstarrkrampf), B, f///>//f (Unterleibstyphus), B. cn rbonis {Ana&r oh ^ 
erzeugt Rauschbrand bei Rindvieh, Schafen, Ziegen, welcher mit Erfolg durch 
Impfung bekämpft wird), B, oedeniatis (anaerob, Wundinfektionskrankheiten 




Fig. 2. Bacillus subtilis. 

a Sporenbildende Fäden, 

b schwärmende Einzelzellen, 

Nach Migula. 



I. Abt. Schizophyta. 1. Kl. Schizomycetes. 1. R. Eubacteria. 






Fig. 3. Microspira Finkleri. 

Geißelpräparat ("°7i). 

Nach Migala. 



bei Tieren), B. suieida (Schweineseuche), JB. typhi Tnuritim (epidemisch bei 
Feldmäusen); B. phytophthorus erzeugt die »Schwarzbeinigkeit« der Kartoffel. 

C. mit polaren Geißeln: I*setidomonas (50); Ps. pyocyanea (blauer Eiter), 
Ps. syncyanea (blaue Milch), Ps. fluorescens liquefaciens, häufig in Wässern, 
1*8. europaeci (Nitrosomonas, führt Ammoniakverbindungen des Bodens in 
Nitrite über, nimmt auch Kohlensäure der Luft auf, 
ohne dazu des Lichtes zu bedürfen; verbreitet von der 
Ebene bis auf die höchsten Berge und mit der von 
ihr gebildeten Salpetersäure Kalkgestein zersetzend), 
Ps. pantotropha, in Ackerböden, kann autotroph durch 
Kohlensäure und Wasser wachsen, Ps. leguminiperda, 
pathogen für viele Früchte, Ps. spongiosa, erzeugt 
Brand und Gummifluß an Kirschbäumen, ist häufig 
begleitet von Baderium irritans, Ps. hyacinthi 
erzeugt den Hyazinthenrotz. 

Fam. Spiriilaceae (Schraubenbakterien). Halb- 
kreisförmige bis schraubenförmig gewundene Zellen, 
ohne oder mit polaren Geißeln. 

A. Zellen starr, nicht schlangenartig biegsam: 
Spirosoma nasale im Nasenschleim, ohne Geißeln. — 
Microspira (Vibrio) (30), mit meist einzelnen polaren 
Geißeln; JH. comma (Cholerabazillus, Kommabazillus, 
Erreger der asiatischen Cholera, bildet auf Platten 
kultiviert scharf umrandete, glitzernde, höckerige Kolo- 
nien), M. FinMeri (Fig. 3) und andere. — Spirilliim 
(20), schraubig gewundene Stäbchen, mit Büscheln von 
Geißeln an einem oder an beiden Polen: Sp. unclula 
und Sp. volutans u. a. in faulendem Wasser, 8p. 
rufum, mit rötlichem Zellinhalt, blutrote Schleimüber- 
züge zwischen Algen bildend. 

B. Zellen schlangenartig biegsam: Spirochaete 

(5), lange einzellige Schraubenfäden, mit schlangen- 
förmiger Bewegung; Sp. plicatilis (Fig. 4Ä)m Sumpf- 
wässern, Sp. Obernieieri(Fig. AB), Erreger des Rückfall- 
typhus, Sp. pallidcif als Erreger der Syphilis angesehen, 
Sp. dentium im Zahnschleim. — Wird auch von den 
Schizomyceten ausgeschlossen und zu den Tieren gestellt. 

Fam. Phycobacteriaceae (Chlamydobaderiaceae). 
Fadenförmige Zellen, die von. + deutlich sichtbarer 
Scheide umgebene Kolonien bilden und nur selten sich 
nach drei Richtungen des Raumes teilen. Vermehrung 

durch Teilzellen (Konidien). — Phragmidiothrix (im „toten Grund" der Ostsee). — 
Chlamydothrix{2) ochracea häufig in eisenoxydulhaltigem Wasser. — OalUoneUa(l) 
ferriiginea, gewundene Fäden, in eisenhaltigen Brunnen und Wasserleitungen. — 
Crenothrix (1) jmlyspora in Brunnen und Wasserleitungen, in ihren Scheiden 
Eisenoxydhydrat ablagernd. Wahrscheinlich beruht auch die Bildung von Rasen- 
eisenstein auf der Tätigkeit von Eisenbakterien. — Clonothrix (3) fiisca, grau- 
braune flockige Schlammabsätze in Brunnen und Wasserwerken bildend. — 




Fig. 4. A Spirochaete plica- 
tilis. B. Sp. Obenneieri, nach 
Behandlung mit Essigsäure ge- 
färbt ('""Vi). Nach Migula. 



4 I- Abt. Schizophyta. 1. Kl. Schizoniycetes. 1. R. Eubacteria. 

Sphaerotilns (20) dichotonius (Cladothrix) auf Sumpf- und Schmutzwässern 
Überzüge bildend, Sph. tiatans in Fabrikabwässern schleimige, zottige Besätze 
auf Steinen und anderen Gegenständen bildend. — Zoogloea ramigera auf Ufer- 
bohlen, Pfählen usw. geweihartige Gallertbäumchen bildend. 

Fam.(?) Actinomycetaceae. Fadenförmige Kolonien mit echten Verzweigungen, 
radial ausstrahlend, unbeweglich; Fäden oidienartig sich gliedernd. — Actino- 
fnyces (6) thennophüus auf Heu und Mist, A. chromogenes im Boden, A. 
bovis bildet Geschwülste im Körper von Tieren und Menschen. 

Fam. Coccaceae (Kugelbakterien). Zellen kugelig, vor der Teilung sich nicht 
in die Länge streckend. Zellteilung nach einer, zwei oder drei Richtungen des 
Raumes (Fig. 5). Frei oder in Kolonien lebend, ohne Geißeln und ohne Bewegung. 
Endosporen selten. — Streptococcus (inkl. Leuconostoc und Torula) (20); 
St, erysipelatos (Fig. 6) bei Erysipel und anderen bösartigen Entzündungs- 
prozessen, auch im Eiter; ebenso auch St. pyogenes; St. (Leuconostoc) mc- 
senterioides (Fig. 7), Erzeuger der Dextrangärung in der Melasse der Zucker- 
fabriken. — 3Iicrococcus (150); a. nicht pathoyene: M. ureae (Harn- 



A O CD CD CD 00 

-B o (D © ee 88 

Fig. 5. A. Streptococcus. 

Teilung einerZelle. B Micro- 

coccus. Teilung einer Zelle 

(i"»"/,). Nach Migula. 




Fig. 6. Streptococcus erysipelatos. 
Ketten aus einer jungen Bouillon- 
kultur ("""/i). Nach Migula. 



{:) 



\ 



I 



<oo 






"**. ^ . -■ " ': 



•^^ 





•^?**t, 




/ 


% 




.t 


.-> 


,,>* 


r<? 


i^ 




V, 


oo 





Fig. 7. Streptococcus mesenterioides, 
die Zellen in Gallertscheiden ein- 
gelagert (^""Vi). Nach Migula. 



gärung), M. acidi lactici (Milchsäuregärung), 3f. nitrosococcns (Nitrosococcus, 
führt Ammoniakverbindungen des Bodens in Nitrite über), M. jihosphorescens 
( Photob acter ium) ; chroniof/efie: M. aurantiacus, M. luteus, M. cinnabareus ; 
h. pathoijene: M. gonorrhoeae, Erreger der Gonorrhöe, M. variolar ovinae in 
der Lymphe der Schafpocken. — Leucocystis mit festen Gallerthüllen, L. cel- 
laris an nassen Wänden in feuchten Kellern. — Sarcina (45); S. pulmonum 
im Sputum von Phthisikern, S. ventriculi im Mageninhalt von Magenkranken. 
— Azotohdcter; nach drei Richtungen sich teilend, aber Zellen einzeln oder durch 
Gallerte verbunden, A. agilis mit polarer Geißel, im Kanalwasser; A. cJh'OO- 
coccns, oxydiert zahlreiche Kohlenstoffverbindungen unter Bildung von Kohlen- 
säure und Wasser, findet sich in allen gut durchlüfteten Böden, im Dünensand und 
Meeresschlick, auch an Meeresalgen; spielt auch eine Rolle bei den Stickstoff- 
umsetzungen im Meer. — Planococcus. 

Fam. Myxobacteriaceae. Zellen + stäbchenförmig, ohne Geißeln, mit ver- 
schleimter Membran sich langsam vorwärts bewegend, in Kolonien (Pseudoplas- 
modien), welche zu sitzenden oder gestielten Cysten werden. Zellen bisweilen in 
4 — () kugelige Sporen zerfallend. — Polyangium (Fig. 8, S) vitelUnum (auf ver- 



I. Abt. Schizophyta. 1. Kl. Schizomycetes. 2. R. Thiobacteria. 2. Kl. Schizophyceae. 



rottetem Holz). — Chondromyces (Fig. 8) aurantiacus 
(auf afrikan. Antilopenmist), Ch. lichenicolus auf 
Flechten. — Myxococcus. 

2. Reihe THIOBACTERIA. Zellen mit Schwefel- 
einschlüssen, farblos oder durch Bakteriopurpurin rot 
oder violett. 

Fam. Begglatoaceae. Durch undulierende Mem- 
bran bewegliche, fadenförmige Kolonien von farblosen, 
scheidenlosen Zellen, welche Schwefelkörnchen ent- 
halten. — Bef/f/iatoa (10) alha in Schwefelthermen 
und unreinem \Vasser. — Thiothrix nivea in Schwefel- 
quellen. 

Fam. Rhodobacteriaceae. Zellinhalt durch Bak- 
teriopurpurin rosa, rot oder violett gefärbt, mit Schwefel- 
körnchen. — Lfunpi'ocf/stis (5) roseopersicina in 
Sümpfen und Gräben.— r/iio5arcmrtro5ert in Sümpfen. 
— Rhodohacillus palustris häufig in Sümpfen und 
Fluß wässern. — Thiospirülum sangiiineiim (Fig. 9) in 
Sümpfen. — Chromatiitin (ß) OJcenii in Sümpfen, 
wie vorige mit Geißeln, Ch. vinosum auf Rieselfeldern. 

2.K\i\^üeSCH\Z0PH\CE^E(Cycmoph^Jceae, 
Phycochromaceae, Spaltalgen). Die Zellen ent- 
halten Phycocyan, welches, mit Chlorophyll ge- 
mischt, das Phycochrom oder Cyanophycin (blau, 
blaugrün, violett, rötlich) bildet, das an kleine Körn- 
chen (Grana) des peripherischen Protoplasmas ge- 
bunden ist, ferner einen Zentralkörper ohne Chro- 
mosomen, jedoch mit Zentralkörnern von unbe- 
stimmter Zahl. Dieser Zentralkörper wird als 
Äquivalent eines Zellkerns angesehen. 

Fam. Osclllatoriaceae(^Z/?/n^&?/acmej. Schei- 
benförmige Zellen bilden einfache fadenförmige 
Kolonien ohne Grenzzellen (diese nicht teilungsfähig, 
auch HeteroCysten genannt) und ohne Haarspitze, 
meist mit Scheiden. In den Scheiden sondern sich 
bisweilen Hormogonien ab (Fadenstücke, welche 





Fig. 8. Myxobakterien. 
1. Chondromyeea apiculatus, 
Fruchtform mit mehreren Cysten 
am Ende des Stiels. 2. Ch. cro- 
catus, Einzelcysten. 3. Poly- 
angium fuscum, einzelne Bakterien 
in verschiedener Größe und in 
Teilung. 1. u. 2. nach Warniing, 
3. nach Baur. 




Fig. 9. ThiospirUlum sanffuineum, im Innern mit 
Schwefelkörnern. Nach Warming. 



Fig. 10. A Lynyhya majuscula. 
Stück eines Fadens, oben mit zwei 
abgegliederten Hormogonien. (Nach 
Warming.) B Oscillatorüi princcps. 
(Nach Goniont.) CO. spec. Alkohol- 
Hämatoxylinpräparat, die Einschnü- 
rung des Zentralkörpers bei derTeilnng 
zeigend. (Nach Bütschli.) /;, i? Tri- 
chodc^miuin crythraeum DFadenbün- 
del, E Fadenstück. (Nach Bütschli.) 
F Spirulina Meneghiniana. (Nach 
Gomont.) 



6 



I. Abt. Schizophyta. 2. Kl. Schizophyceae. 



sich in der Scheide bewegen und dann heraustreten). — Lynghya (60) im Meer 
und Süßwasser (Fig. 10^). — Osciflatofia (100) (Bewegung mit Drehung 
(Fig. 10 B,C), viele Arten in unreinen Wässern und Thermen). — Phormidium 
(50) (mit Hormogonien), Pli. vulgare an schattigen und feuchten Orten. — 
Trichodesmium (3) erythraeum bisweilen massenhaft im Meer, dasselbe rot 







^^^vpv^^'ji 



Fig. 11. Schizophyceae als Fleehtengonidien. A, B Scytonema in Stercocaulon ramitlosum (^'°lj). — 

C Scytonema in Dictyonema sericeutn ('"/i)- — -^ (Uoeocaxjsa in Si/nalissa symphorea (*"/i). — 

E Rivulana in TAchina ('"Vi)- — ^ Nostoc in Collema microphyUum ("""/i)- — -^ — -^ TatmYi 

Bornet, E nach Schwendener, F nach Stahl. 



färbend (Fig. lOZ), E\ — Microcoleus (20) terrestris auf feuchter Erde. — 
Arthrospira (H) Jenneri in schmutzigen Wässern. — Spirulinn (15) versicolor in 
der Ostsee und dem adriat. Meer, 8p. Meneghiniana im Salzwasser (Fig. 10 F). 

Fain. Scytonemataceae. Zellen in unecht verzweigten Fäden, da einzelne 
Fadenstücke seitlich heraustreten und die Scheide durchbrechen. Keine Haar- 
spitze, ürenzzellen, Dauerzellen. — Scytonema (45) myochrous und andere auf 



I. Abt. Schizophyta. 2. Kl. Schizophyceae. 



feuchten Felsen und Erde , Sc. Hofmannii in Gewächshäusern ; einige als Flechten- 
gonidien (Fig. IIA, B, G). — Tolijpothrix (16) lanata an Wasserpflanzen und 
frei im Wasser. 

Fam. Stigonemataceae (Sirosiphonaceae). Wie vorige, aber .Zellteilung 
parallel der Längsachse des Fadens, wodurch derselbe oft mehrreihig wird. — 
Stigonema (11) ocellatum u. a. auf feuchten Felsen und auf Moos, auch als 
Gonidie in Flechtenpilzen. — Hapalosiphon fontinalis an Wasserpflanzen. 

Fam. Nostocaceae. Kugelige Zellen bilden unverzweigte Fäden ohne Haar- 
spitze. Grenzzellen, Dauerzellen, Hormogonien. — Nostoc (29) linckia im Wasser, 
N. sphaericum im Wasser und auf feuchter Erde, N. commune auf feuchten 
Wiesen und Äckern, einzelne in Anthoceros, Blasia, Lemna, Gunnera, Flechten- 
pilzen (Fig. lli^). — Atiabaena (28) flos aquae 
in stehendem Wasser. — Aphanizoinenitu (2) 
flos aquae, wie letztere als „Wasserblüte" oft Teiche 
grünlich färbend. — Nodnlaria (4) häufig im 
Meer und Brackwasser. — Cylindrospennum (5) 
stagnale und andere auf nasser Erde, auch auf 
Blumentöpfen. 



Fam. Rivulariaceae. Zellen in einfachen 
oder unecht verzweigten Fäden mit haarförmiger 
Spitze und Scheiden, halbkugelige oder nieren- 
förmige Kolonien bildend. Grenzzellen, Dauer- 
zellen, Hormogonien. — Calothrix (38) pulvinata 
u. a. im Meere, C. parietina auf Steinen und 
Holz im Süßwasser. — Rivalaria (18) pisum 
und R. natans in Teichen usw. ; R. minutula 
an Wasserpflanzen, R. haematites (Lager mit kohlensaurem Kalk inkrustiert) 
an Wasserfällen; auch als Gonidien in der Wasserflechte Lichina (Fig. 11^). 




Fig. 12. A Gloeocapsa aeruginosa. 
— B Chamaesiphon curvatus, a, b 
jüngere Stadien, c in Konidienbildung 
mit geöffneter Membran. Nach War- 
ming. 



Fam. ChrOOCOCCaceae. Zellindividuen rundlich, einzeln oder durch Gallert- 
ausscheidungen zu (niemals fadenförmigen) Kolonien verbunden, ohne Gegensatz 
von Basis und Spitze. Zellteilung in einer Richtung (Oloeotliece — Aphanothece), 
nach zwei Richtungen (Merisinopedia) und in drei Richtungen (Goelosphaerium). 
— Clathrocijstls aeruf/inosaf häufige blaß spangrüne „Wasserblüte". — 
Gloeocapsa (Fig. HD, 12 A) und C/iroococcus (auch mit Flechtenpilzen 
symbiotisch). Bisweilen Dauerzellen. 

Fam. Chamaesiphouaceae. Zellindividnen meist mit deutlichem Gegensatz von 
Basis und Spitze, einzeln lebend oder kleine Kolonien bildend (Fig. 12 -B). Endosporen. — 
Chamaesiphon incrustans auf Wasserpflanzen. 



8 II. Abt. Fbytosarcodina. 1. Kl. Acrasiales. 2. Kl. Plasmodiophorales. 3. Kl. Myxogasteresv 

IL Abteilung. PHYTOSARCODINA, 

MYXOTHALLOPHYTA, MYXOMYCETES ) 

(Mycetozoa, Schleimpilze, Pilztiere). 

Chlorophyllfreie Organismen, deren Vegetationskörper, Plasmodium genannt» 
eine aus membranlosen Zellen bestehende Protoplasmamasse ist; Fort- 
pflanzung nach vorausgegangener Karyogamie durch Sporen, welche frei oder 
in geschlossenen Behältern entstehen ; aus den keimenden Sporen treten Schwärmer 
(mit Geißel versehen) oder amöboide Protoplasmakörper aus, welche sich nach 
lebhaft fortgesetzter Zweiteilung zu Plasmodien vereinigen. 

Eeiu Auschhiß an höhere Pflanzen. 

1. Klasse ACRASIALES. Saprophyten. Keine Schwärmer, sondern 
amöboide Körper zum Plasmodium zusammentretend, aber nicht verschmelzend. 
Sporen in ballenartigen Anhäufungen, ohne Hülle. 

Farn, (xnttnlinaceae. Fruchtkörper ungestielt. Amöboiden ohne Pseudopodien. 

Farn. Diclyosteliaceae. Fruchtkörper deutlich gestielt. Amöboide Körper mit zahl- 
reichen spitzen Pseudopodien. — Dictyoslelium muroroides häufig auf altem Mist, faulenden 
Stoffen, geronnener Milch. 

2. Klasse PLASMODIOPHORALES. Parasiten in lebenden Pflanzeh- 
zellen. Sporen in Ballen die Nährzelle erfüllend. 

Farn. Plasmodiophoraceae. — TlasmocUophora Brassicae erzeugt an 
den Wurzeln der Kohlgewächse den Kohlkropf oder die Kohlhernie. — Noch 
unsicher sind die Anschauungen bez. P. alni in Erlenwurzeln (s. bei Alnus). 

3. Klasse MYXOGASTERES. Saprophyten. Aus den Sporen ent- 
stehen amöboide Schwärmer mit einer Geißel (Myxomonaden), welche sich 
durch fortgesetzte Zweiteilung vermehren. Die Myxomonaden werden nach dem 
Verschwinden der Geißeln zu kriechenden und durch Zweiteilung sich ebenfalls 
vermehrenden amöboiden Körpern (Myxamöben). Hierauf, verbunden mit Kopu- 
lation der haploiden Zellkerne, Verschmelzung je zweier Myxamöben zu kleinen 
einkernigen Plasmodien, welche sich zu größeren, mehrkernigen, vereinigen, 
langsam fortbewegen und auch im Inneren Protoplasmaströmung zeigen, bei den 
Spumariaceae, Didymiaceae und Physaraceae reichlich kohlensauren Kalk, bei 
diesen und anderen auch Farbstoffe einlagern. Schließlich entstehen aus den 
Plasmodien Fruchtkörper mit zahlreichen, mit einer Membran versehenen Sporen, 
welche in selteneren Fällen (Ectosporeae mit der Familie Gerat iomyxaceae) 
mittels eines Stielchens den mannigfach verbundenen Platten des Fruchtkörpers 
aufsitzen, me\sten8{Endosp07'eae mit den übrigen Familien) in dicken, abgerundeten, 
sitzenden oder gestielten Fruchtkörpern (Sporangien) eingeschlossen sind. Stiel 
und Hülle (Peridie) der Fruchtkörper ohne zellige Struktur. Häufig bildet das 



*) Diese von den Zoologen fiir das Tierreich reklamierte Gruppe steht zu den echten 
Pilzen (Emnycetes) in gar keiner verwandtschaftlichen Beziehung. Das Wort Pilze wird 
bald zur Bezeichnung eines physiologischen, bald zur Hezeichnung eines systematischen 
Begriffes angewendet. Die einseitige Berücksichtigung des physiologischen Verhaltens der 
Pilze ist die Veranlassung dafür gewesen, daß man drei ganz verscliiedene Typen, die 
Myxomyceten, die Schizomyceten und dieEumyceten, in eine Abteilung zusammengefaßt hat. 



II. Abt. Phytosarcodina. 3. Kl. Myxogasteres. 1. R. Ectosporeae. 2. R. Endosporeae. 9 

zwischen den Sporen befindliche Plasma ein aus Fäden oder dünnen Röhren 
bestehendes Capillitium. Höchst selten entstehen durch Vereinigung von 
Sporangien sogenannte Aethalien. Plasmodiokarpien sind Fruchtkörper von 
der gewundenen, aderigen oder netzförmigen Gestalt der Plasmodien. — Bis- 
weilen Ruhezustände der Schwärmer: Mikrocysten; der jungen Plasmodien: 
Makrocysten; der erwachsenen Plasmodien : Sklerotien. Reservestoff Glukogen. 
(Etwa 400.) 

1. Reihe ECTOSPOREAE. (Siehe oben.) 

Fam. Cerationiyxaceae. — Ceratiomyxa mucicla und C. porioides entwickeln ihre 
Plasmodien in moderndem Holz; die reifen Fruchtkörper bilden weiße oder gelbe schimmel- 
artige Überzüge. 

2. Reihe ENDOSPOREAE. (Siehe oben.) 

a. Fruchtkörper ohne Capillitium. 
Farn. Liceaceae. 

Fam. Clathroptychiaeeae. 

Fam. Cribrariaceae. Peridien stellenweise verdickt, bei der Reife aus netzförmig ver- 
bundenen Leisten oder Platten bestehend. — Cribraria mit zahlreichen Arten auf Baumstümpfen. 

b. Fruchtkörper mit Capillitium. 

u. Fruchtkörper ohne Kalkablagerungen. 

I. Capillitium aus Röhren bestehend. 

Fam. Trichiaceae. — Perichaena. — Arcyria (z. B. A. cinerea zwischen Moos auf 
moderndem Holz). — Lycogala epidendrum (Fruchtkörper 0,5 — 1,5 cm dicke Aethalien bildend). 
— Trichia mit vielen Arten, z. B. T. varia. 

II. Capillitium aus soliden Strängen, Platten oder Fäden ge- 
bildet. 

Fam. Reticalariaceae. 

Fam. Stemonitaceae. Einzelsporangien mit schwarzviolettem Mittelsäulchen und 
Capillitium. — Stemonitis fusca häufig auf Holz, Rinde und Moos. 

Fam. Brefeldiaceae. 

ß. Fruchtkörper mit Kalkablagerungen. 

I. Im Capillitium keine amorphen Kalkausscheidungen. 
Fam. Spiimariaceae. Fruchtkörper mit langem Mittelsäulchen. — Spumaria alba, 
die unreifen, Aethalien bildenden Fruchtkörper als weiße, schleimige Massen („Kuckucks- 
speichel") Laub, Ästchen und lebende Pflanzen im Wald überziehend. 

Fam. Didymiaceae. Fruchtkörper mit halbkugeligem oder scheibenförmigem Säulchen 
oder ganz ohne solches. — Didymium serpula auf moderndem Laub, D. farinaceum auf 
Rinde und Moos. — Chondrioderma difforme auf faulendem Stroh, Laub, Stengeln usw. häufig. 
IL Im Capillitium amorphe Kalkausscheidungen. 

Fam. Physaraceae. — Leocarpiis fragüis häufig an abgefallenen Zweigen, 
Moos, Gras usw. — Physarimi cinereum u. a. — Fuliijo septica (Lohblüte) 
mit lebhaft chromgelbem Plasmodium, große auffallende Aethalien bildend, auf 
Lohe, in Wäldern auf Moos und Baumstümpfen. 



m. Abteilung. FL AGELL AT AE. 

Einzellige mit Zellkern und scharf begrenztem Protoplasmakörper ver- 
sehene Organismen, teils mit einfacher Hautschicht, teils mit differenzierter 
Plasmamembran, niemals mit Pseudopodien, während des größten Teiles ihres 
Lebens beweglich, selten wimperlos, meist am Vorderende mit einer oder mehreren 
Wimpern (Geißeln, Flagellen) und mit einer oder zwei pulsierenden Vakuolen. Ver- 



10 ni- Abt. Flagellatae. 1. R. Pantostomatales. 2. R. Distomatales. 3. R. Protomastigales. 



mehrung ungeschlechtlich durch einfache Längsteilung, meist im geißel- 
tragenden Zustande, bisweilen in der Ruhe. Viele für längere oder kürzere ZeitDauer- 
cysten bildend. Ernährung tierisch, saprophy tisch, parasitisch oder holophytisch. 

Beziehnogen za den IHno/1a</ellatae, Silico/Ififfelfotae, Bacillariales, Conjnyatae, 
Chloritphf/ceae nnd JPhaeojthyceae. 

1. Reihe PANTOSTOMATALES. Alle Stellen der Zelloberfläche können mit 
Hilfe von Pseudopodien feste Nahrung aufnehmen. 




Fig. 13. Flagellaten. A Sphaeroeca rolvox, einzelnes Individuum aus einer Kolonie (nach 
Lauterborn). B Bodo cdax (nach Klebs). C Tetramitns sulcatus (nach Klebs^. D Etiglena 
viridis (nach Senn). E Kolonie von Synura uvella (nach Stein). F Ci-yptomonas erosa 
(nach Senn), ö, H Hydruhis foetidus; G Schwärnizelle (nach Klebs); H Zweigende einer 
Kolonie (nach Berthold). I, K Dinohryon scrtularia: I einzelnes Individuum; K nach der 
Teilung. L Hexamitus crassus (nach Klebs). nu, n Kern, cv kontraktile Vakuole, o Mundstelle. 

Farn. Holomastigracoae. — Multicilia (2) im Süßwasser und marin. 
Fam. Khizoniastisrarj'ao. — Mastigamoeba ((>) im Süßwasser. 

2. Reihe DISTOMATALES. Aufnahme fester Nahrung nur an zwei bestimmten 
Stellen der Zelloberflächo. Vier bis viele paarig angeordnete Geißeln. 

Farn. Distomataccae. — Megastoma cntericum im Dünndarm von Menschen und 
anderen Säugetieren. — HexatJiiius (7) in faulendem Süßwasser und im Darm von VVasser- 
tieren (Fig. l-iL). 

3. Reihe PROTOMASTIGALES. Aufnahme fester Nahrung niir an einer 
Mundstelle. 1 — 4 niemals paarige Geißeln, Vakuolen voneinander unabhängig 
pulsierend. Niemals Plasmamembran. Farblos. Ernährung tierisch oder sapro- 
phytisch. Stoff Wechselprodukt : fettes öl. 



I[I.Abt.Flagellatae.4.K.Chrysomonadales. S.E.Cryptomonadales. G.R.Chlororaonadales. T.R.Euglenales. H 

Fam. Oicomonadaceae. — Oicomonas (8) im Süßwasser und marin. 

Fam. Bicoecaceae. — Bicoeca (4) im Süßwasser und marin. 

Fam. Craspedomonadaceae. — Prolospongia (2) im Süßwasser und marin. — Diplo- 
siga (2) im Süßwasser. — Sphaeroeca volcox (Fig. IH^ä) im Süßsvasser. 

Fam. Phalansteriaceae. — Phalansterium (2) im Süßwasser. 

Fam. Monadaceae. — Monas (7) vivipara im Süßwasser. 

Fam. Bodonaceae. — Bodo im Süßwasser, marin und parasitisch. — B. edax(¥\g.VdB) 
im Darm von Vertebraten und Insekten. 

Fam. AiuphiiiiOQadaceae. — Aviphimonas (3) im Süßwasser und marin. 

Fam. Trimastigaceae. — Cosiia necatrix, ektoparasitisch auf jungen Forellen, Epi- 
demien erzeugend. 

Fam. Tetramitaceae. — Costiopsis Nitschei auf Goldfischen. — Tetra- 
mitus (6) (Fig. 13 C), im Darm von Menschen, Schlangen und Insekten. — 
Trypanosoma gambiense, Erreger der afrikanischen Schlafkrankheit beim 
Menschen, T. Brucei, Erreger der Tsetse bei Zuchtvieh, T. Evansii, Erreger 
der Surra. Die Keime dieser Blutparasiten werden verschleppt durch Fliegen 
der Gattung Glossina. 

4. Reihe CHRYSOMONADALES. Wie Reihe 3, aber mit gelbbraunen Chro- 
matophoren. Stoff Wechselprodukte: fettes Öl und Leukosin. 

Fam. Chromulinaceae. Mit 1 Geißel. — Chromulina. — Chrysamoeba. 

— Hydrtirus foetidris im Süßwasser (Fig. 13 Cr, H), große verzweigte Kolo- 
nien bildend. — Chrysopyxis. 

Fam. Hymenoiuooadaceae. — Synura uvella (Fig. 13 E) im Süßwasserplankton. 
Fam. Ochromouadaceae. — Dinobryon sertularia (Fig. 131, E) im Süßwasser. — 
Uroghna. 

5. Reihe CRYPTOMONADALES. Wie Reihe 3, aber Zellen farblos oder mit 
1 — 2 Chromatophoren von verschiedener Färbung. Stoff Wechselprodukt: Stärke. 
Ernährung nie tierisch. 

Fam. Cryptomonadaceae. — Cryptomonas (4) erosa (Fig. 13 F) im Süß- 
wasser und marin. 

6. Reihe CHLOROMONADALES. Mehrere kontraktile Vakuolen am Vorder- 
ende zu einem gemeinsam funktionierenden System vereinigt. Häufig grüne 
Chromatophoren in dem nicht amöboiden, aber häufig seine Gestalt verändernden 
Körper. , Hautschicht glatt. Stoff vvechselprodukt: fettes öl. 

Fam. Chloromonadaceae. — Vacuolaria (3). — Chloramoeba im Süßwasser. 

— Raphidomov-(i>^ (2). 

7. Reihe EUGLENALES. Eine nicht oder nur schwach kontraktile, in den 
Körper eingesenkte Hauptvakuole mit Ausfuhrkanal und mehrere sich darein 
ergießende, pulsierende Nebenvakuolen. Deutliche, häufig gestreifte und resistente 
Plasmamembran. Stoff Wechselprodukte: fettes Öl und Paramylon. 

Fam. Eugienaceae. Radiär gebaut, frei rotierend schwimmend, mit grünen 
Chromatophoren und rotem Augenfleck. Ernährung nie tierisch. — JEiKjJena 
(18) im Süßwasser und marin; E. viridis (Fig. 13 D), sanguinea (durch Lipo- 
chrom rot), oft massenhaft in Teichen. — Pliacus (10) pleiironectes. — Traclie- 
lomonas (6) häufig im Süßwasser. 

Fam. Astasiaceae. Wie vorige, aber farblos. Saprophyten — Astasia (4). — Distigma 
Proteus im Süßwasser. 

Fam. Peraiiemataceae. Bilateral, meist mit kriechender Bewegung. Ernährung 
tierisch. — Peranema. — Heteronema acus im Süßwasser. — Eugknopsis. — Anisonema. 



12 



IV. Abt. Dinoflagellatae. ? Abt. Silicoflagellatae. 



IV. Abteilung. DINOFLAGELLATAE. 

(Peridinales, Peridineae, Cilioflagellatae.) 

Sehr klein, einzellig, bisweilen in kettenförmigen Kolonien, meist mit 
panzerartiger, aus zwei oder mehr Tafeln zusammengesetzter Cellulose- 
membran. Tafeln in Schalen und Gürtel gegliedert. Panzerhälften nicht schachtel- 
artig beweglich. Gel])braune Chromatophoren oder bei saprophytisch lebenden Arten 
Leukoplasten. Zweiteilung, bei welcher jede Tochterzelle eine Hälfte der Mutter- 
merabran erhält und eine andere neu ausscheidet. Bewegung durch zwei aus einem 

Membranspalt entsprin- 
_g gende Geißeln, eine vor- 

anschreitende oder rück- 
wärts gerichtete Längs- 
geißel und eine um den 
Körper quer herum- 
gelegte Quergeißel. 
Sporen in Gallerthülle. 
Schwärm Sporen. Zygo- 
sporenbildung noch 

nichtmitSicherheit nach- 
gewiesen. —Meist marine 
Planktonpflanzen(Hoch- 
seepflanzen, am Meeres- 
levichten beteiligt). 

Farn. Oymnodiuiaceae. 
Zellen ohne Panzer mit 
Längs- und Qnerfnrche. 

— Pi/rocystis (8) lunula in 
allen Europa umgebenden 
Meeren. 

Farn. Prorocentraceae. 
Zellen mit Panzer aus zwei 
Schalen, ohne Querfurche. 

— Exuviella Qi) marina. 

— Prorocentrum (4) mieans. 

Fam. Peridiniaceae. Zellen mit Panzer von mehr als zwei Platten. Quer- 
geißel in Querfurche geborgen. Vermehrung ungeschlechtlich durch Zwei- 
teilung. Schwärmsporenbildung verbunden mit Abwerfen des Panzers, mit oder 
ohne Gallerthüllenbildung. — Von Bedeutung für die Ernährung der Meerestiere. 
Wenige Arten im Süßwasser. — Ptifcliodiscus (1) noctiluca. — Pyrophncus 
horologium. — Ceratiuni (40 — 50) ti'ipos (Fig. 14), besonders häufig in der 
Ostsee. — Peridinium (9) diver gens. 

Anschluß an die Bacillmnophyta. 




Fig. 14. Ceratium tripos. A Dorsale Gürtelansicht kurz nach der 

Teilung; a vordere, b hintere Tochterzelle (^""/j). B Ausbildung der 

neuen Panzerplatten ('""/i)- ^ Kettenbildung infolge der Teilung. — 

Nach Schutt. 



i Abteilung. SILICOFLAGELLATAE. 

Einzellige mit einer oder zwei Geißeln, einem Zellkern und gelbbraunen 
Chromatophoren versehene Organismen, deren Gehäuse aus Kieselstäben besteht. 
Vermehrung unbekannt. 

1. Reihe SIPHONOTESTALES. Gehäuse aus hohlen Kieselstäben bestehend, 
ring-, hut- oder pyramidenförmig. 



V. Abt. Bacillariophyta. 



13 



Farn. Dictyochaceae. Zellen mit einer Geißel. — Mesocena. — Didyocha. 
— Distephanus. — Cannopilus. — Alle marin und fossil. 

2. Reihe STEREOTESTALES. Gehäuse aus soliden Kieselstäben zusammen- 
gesetzt. 

Fam. Ebriaceae. Zellen mit zwei Geißeln. — Ehria (Ostsee, Mittelraeer). 
Diese Abteilung ist vielleicht mit IV zu vereinig'en. 



y. Abteilung. BACILLARIOPHYTA. 

(Diatomeen.) 

Sehr klein, einzellig, nicht rein chlorophyllgrüne, sondern durch Phykoxanthin 
(Diatomin) gelb oder braun gefärbte Chroma top hören enthaltend, häufig lineare 
oder durch Verschiebung auch anders gestaltete, bisweilen auch gabelige Kolonien 
bildend, frei lebend (Plank- 
tondiatomeen) oder mit 
dünnen aus Poren aus- 
geschiedenen Gallertstielen 
festsitzend. Membran mit 
Kieseleinlagerung, aus 
zwei schachtelartig 
übereinander greifenden 
Panzerhälften bestehend; 
Gürteltafel oder Nebentafel 
ohne Skulptur; Schalen- 
tafel (Hauptseite) mannig- 
fach mit nach außen her- 
vortretenden Leisten oder 
Knötchen, bisweilen mit 
Längsspalten , häufig mit 
areolären Liniensystemen. 
Häufig mit zwei oder 
mehr spaltenartigen Mem- 
brandurchbrechungen 
(Naht, Raphe) und mit 
gleitender Eigenbewegung 
durch ein aus der Raphe 
heraustretendes und strö- 
mendes Protoplasmaband. 
Teilung nur in einer 

Richtung, parallel zu den Hauptseiten; demzufolge allmähliche Abnahme der 
Größe eines Teiles der Individuen. Wiederherstellung der ursprünglichen Größe 
durch Auxosporenbildung (Fig. 16). Dieselbe ist a) entweder eine Art Ver- 
jüngung, indem das Protoplasma eines Individuums nach Abwerfen der Schalen 
wächst und sich mit einer neuen Membran umgibt (Inhalt des Indiv. A ver- 
wendet zur Bildung von A^ Melosira, Fig. IßF), oder b) gleichzeitige Entstehung 
zweier Tochterindividuen aus dem Inhalt zweier zusammentretender Mutter- 
individuen ohne Konjugation (A und B zu A' und B'), oder c) Entstehung 
zweier Tochterindiv. aus einem Mutterindiv. (Inhalt von A verwendet zur Bildung 




Fig. 15. Kolonienbildung der Bacillariaceen: 1 Licmophora ßabel- 

lata, Individuen an verzweigten Gallertstielen; 2 Cymbella caes- 

pitosa, Individuen in einem Gallertschlauch; 3 Biddulphia aurita, 

Individuen in Ketten. — Nach Smith. 



14 V. Abt. Bacillariophyta. 

von A' und A", Rhahdonema arcuatum, Fig. 16Z)), oder d) eine Art Konjugation, 
bei welcher nach Vereinigung des Inhaltes zweier Zellen eine Auxospose ent- 
steht (Inhalt von A und B verwendet zur Bildung eines Indiv. (A -|- B), Cocconeis, 
Surirella saxonica, Fig. 16 ö), oder e) eine Konjugation, bei welcher nach Teilung 
des Plasmas zweier gleich großer Individuen die halben, einander gegenüber- 
liegenden Protoplasmakörper paarweise in Verbindung treten (Inhalt der Indiv. A 

/A' B'\ /A" R"\ 

und B verwendet zur Bildung von (-^-l-7rj und (-^-|- -^], Navicula viridula, 



2 ' 2/ \ 2 ' 2 , 

Rhopalodia gibha, Fig. 16 J. — C). — Seltener Ruhesporen. — Im Süßwasser und 
Meer, oft massenhaft. — Bisweilen mächtige Ablagerungen abgestorbener B. (Kieselgur). 

Nach anteu Anschluß an die Dinojiayellatiie. Kein Anschluß an höher stehende 
Abteilungren. 

Farn. Bacillariaceae. Charakter der Abteilung. 

Die Artenzahlen beziehen sich noch auf das Jahr 1900, seitdem sind sie bei vielen 
Gattungen erheblich gestiegen. 

A. Centricae. Schalen zentrisch; Struktur regellos, konzentrisch oder 
radiär, nicht gefiedert. Keine Raphe oder Pseudoraphe. Querschnitt kreisförmig, 
polygonal, elliptisch, selten schiffchenförmig oder unregelmäßig. Chroraatophoren 
meist klein und zahlreich. Zellkern haploid. Auxosporenbildung nach dem Typus a. 
Außerdem wurde bei einigen Mikrosporenbildung beobachtet. Die mit zwei Geißeln 
versehenen haploiden Mikrosporen paaren sich, und die mit diploidem Zellkern 
versehene Zygote teilt sich in zwei Tochterzellen. 

Unterfam. Discoideae. Zellen diskusartig, flache Scheiben, kurze Büchsen. — 
Melosira (130) varians (Fig. 16i^), sehr häufig im Süßwasser. — Sceletonema 
(10) costatum, häufig im Plankton der Ostsee. — Coscinodiscus (330). — Au- 
lacodiscus (119). — Auliscus (130) peruvianus im Peru-Guano. 

Unterfam. Solenioideae. Zellen stabartig, mehrfach länger als dick, meist 
von kreisförmigem Querschnitt. — r Rhizosolenia (34) setigera u. a. im Plankton. 

Unterfam. Biddulphioideae. Zellen büchsenförmig, kürzer oder ein wenig 
länger als breit. Schalen mit meist zwei, seltener mehr Polen ; jeder Pol mit Ecke 
und Buckel oder Hörn. Querschnitt meist elliptisch. Schalen oft pseudozygomorph. 
— Bacteriastrurti (5) varians im nordatlantischen Plankton. — Chaeto- 
ceras (46), viele Arten marin und im Plankton, ausgezeichnet durch lange hohle 
borstenartige Fortsätze der Zellen und durch Bildung eigenartiger Ruhesporen 
(Fig. 17). = — Triceratium (455), marin und fossil. — Hemiaulus (73), marin 
und fossil. — Blddiifjyhia (125), B. aurita marin (Fig. 15^), B. mohüiensis 
ausgezeichnet durch Bildung von Mikrosporen. 

B. Periuatae. Schale nicht zentrisch, zygomorph, Querschnitt meist 
Schiffchen- oder stabförmig. Struktur gefiedert. Fiedern in bestimmtem Winkel 
zur Raphe oder rapheähnlichen Sagittallinie. Meist 2 plattenförmige Chromato- 
phoren. Aktive Bewegung in der Richtung der Raphe infolge von Protoplasma- 
strömung in derselben. Auxosporenbildung nach den Typen b, c und d. Zell- 
kern diploid, vor dem Geschlechtsakt Reduktionsteilung, haploide 
Gameten wieder diploide Pflanzen ergebend, so daß also die mit 
Schalen versehenen Individuen wieder diploid sind. 

Unterfam. Fragilarioideae. Schalen ohne Raphe, mit eagittaler Linie, bis- 
weilen mit Rapheanfang. — Rhahdonema (14), marin und fossil (Fig. 16/)). — 
Tahcllaria (35), im Süßwasser, marin oder fossil. — Gram/tnatophora (36) 
marina, Kosmopolit. — Licmophora (29), marine Küstenformen (Fig. 15^). — 



V. Abt. Bacillariophyta. 



15 




Fig. 16. Auxosporenbildung bei Bacillariaceen. A — C Rhopalodia gibha (nach Klebahn). 
A Zwei Individuen legen sich nebeneinander, in jedem teilt sich der Inhalt in zwei Teile. 
B Verschmelzung der einander entsprechenden Teile der kopulierenden Individuen. C Ausbildung 
der Auxosporen a a; s s die leeren Schalen der Mutterzellen. D Rhabdonema arcuatum (nach 
Karsten); aus einem Mutterindividuum, dessen Hälften hh auseinander weichen, bilden sich 
zwei Auxosporen a a. E Vanheurckia (Fmstulia) rhomhoides (nach Pfitzer). Zwei Indi- 
viduen, deren entleerte Schalen bei ss liegen, bilden ohne Kopulation zwei Auxosporen. 
F Melosira varians (nach Pfitzer). In einer Kolonie von drei Individuen entsteht durch 
Verjüngung aus jedem eine Auxospore a', a", a'"; h\ h", h'" sind die entleerten Schalen der 
verjüngten Individuen. 6 Snrirella saxonica (nach Karsten). Der Inhalt zweier Individuen 
verschmilzt zu einer Auxospore a; s s die leeren Schalen. 





Fig. 17. Ruhesporenbildung. A Ghaetoceras paradooctim var. Schüttii. 
a Individuum in Teilung, b nach der Teilung, c, d Beginn der 
Euhesporenbildung, e, /' fertige Ruhespore, e Oberfläche, f im 
optischen Durchschnitt (^*°°/i)' — -^ C*^- Rc'ffsu, isolierte Ruhe- 
spore mit verzweigten Stacheln C°°/i)- — Nach Schutt. 



16 



VI. Abt. CoDJugatae. 



Dldtoma (7), im Süßwasser. — Fragilaria (102) im Süß- und Salzwasser, sowie 
fossil. — Synedra (105), wie vorige. — JEunotia (60), im Süßwasser und fossil, 
mit Auxosporenbildung nach Typus d. 

Unterfam. Achnanthoideae. Eine Schale mit echter Raphe, die andere mit 
Pseudoraphe. Zelle gekrümmt oder geknickt. — Achnanthes (70). - — Cocvo- 
neis (120). Beide marin und im Süßwasser, letztere meist epiphytisch auf Algen. 

Unterfam. Naviculoideae. Beide Schalen mit Raphe, letztere in der Sagit- 
tallinie. Schale ungekielt oder Kiel in der Sagittallinie. — Navicula (900 
einschließlich Schizonema, Pinnularia usw.). — Vanheurchia (7), im Süßwasser 
und marin (Fig. 16 JE"). — Pleurosigma {101), meist marin. — Gotni)hontnia 
(66) mit gestielten Zellen. — Gymbella (64, Fig. 15 5). — Amphora (220). ~ 
Epitlicmia (26). — Rhopalodia (11), im Süßwasser (Fig. 16 A — C). — BacillarUi 
(4) paradodca in Süß- und Salzwasser. — Nitzscliia (180). 

Unterfam. Surirelloideae. Beide Schalen mit Raphe, dieselbe versteckt in 
seitlichen Flügelkielen. — Surirella (194), im Süß- und Salzwasser (Fig. 16 G). 
Campylodiscus (112) meist marin. 






VI. Abteilung. CONJUGATAE. 

Chlorophyllgrüne Algen ohne Kieselsäureeinlagerung in der Membran. 
Zellen stets in der gleichen Richtung sich teilend, einzeln lebend oder Fäden bildend. 
Nie Schwärmer. Geschlechtliche Fortpflanzung durch Vereinigung von 
Aplanogameten zu ruhenden Zygosporen oder Zygoten, bei deren 
Keimung 4 haploide Kerne entstehen, von denen 3 oder 2 Kerne zugrunde 
gehen, während 1 oder 2 den neuen Keimlingen angehören. Selten Akineten 
(dickwandige Dauerzellen) oder Aplanosporen (verjüngte Protoplasmakörper). 

Nach unten anschließend an die 
¥layellatae, nach oben ohne An- 
schloß. 

Fam. Mesotaeniaceae. Kurz 

zylindrische Zellen mit einfacher 
Membran. — Spirotaenia (12), 
Mesotaenium (12), Cylindro- 
cystis "(5). 

Fam. Desmidiaceae. Zellen 

meist durch eine Einschnürung 
in der Mitte in zwei symmetrische 
Hälften geteilt oder wenigstens 
mit symmetrisch verteiltem In- 
halt; Chromatophoren 
mannigfach, je einer 
mit einigen Pyrenoiden 
(Stärkeherden) in jeder 
Hälfte; Membran meist 
aus zwei oder mehreren 

übereinander greifenden 
Flg. 19. Cosnuinum Meneghinii. Kopulalion und Keimung. ,i, b «nUr,lpn KptifphpnH • Tn 
und c verschiedene Ansicliten desselben Individuums, rf-/" Kopulation. ^^"/^^«" uuaieiienu, lu- 
g—i Keimung der Zygote; i zeigt die Entstehung zweier Tochter- dlVlduen emzein lebend 
Individuen in einem jungen Mutterindividuum. — Nach Warnung. oder Fäden bildend. Die 




Fig. 18. Cosmarium botrytia. Teilung. Nach der Kern- 
teilung entsteht in der Einschnürung der Mutterzelle eine 
Querwand und darauf wächst jede Hälfte des Zwischen- 
stückes zur Größe und Gestalt der Mutterzelle heran. — 
Nach De Bary. 




VII. Abt. Chlorophyceae. 1. Kl. Protococcales. 1. R. Volvocales. 17 

aus der Zygospore hervorgehende Keimzelle nimmt entweder die Gestalt der 
vegetativen Zellen an oder erzeugt durch Teilung zwei, vier, acht Individuen. — 
(Etwa 2 120) nur in süßem Wasser, namentlich in Torfsümpfen, an nassen Felswänden, 
zwischen Moos, auch in reinem Quellwasser. — Peiiium (43), Closterhim (136), 
CostnaHum {714), Staurasirum {62Q), Euastrum (20S). — In Fäden: Hyalo- 
theca (12), Destnidium (3). 

fe^l ?2|Fam. Zygnemataceae. Zellen zylindrisch und normal unverzweigte Fäden 
bildend. Chromatophoren sternförmig oder spiralige Bänder bildend. Der ge- 
samte Inhalt der kopulierenden Zellen vereinigt sich zu einer Zygospore, welche 
bei der Keimung direkt zu einem neuen Zellfaden auswächst. Auch Partheno- 
genesis. — (150) in Süßwasser und Brackwasser. — Zygnenia (30), Spiro- 
f/yra (100), Zygogoniuni (12). 

Fam. Mesocarpaceae. Zellfäden wie bei voriger. Chromatophor eine axile Chloro- 
phyllplatte. Nur ein Teil des Inhaltes der kopulierenden Zellen vereinigt sich zu einer 
Zygospore, die im Kopulationskanal gebildet wird. Auch Parthenogenesis. — (47) im Süß- 
wasser und Brackwasser. — Mougeotia (41). 



VII. Abteilung. CHLOROPHYCEAE. 

Chlorophyllgrüne Zellen mit einem oder mehreren (wahrscheinlich 
haploiden) Zellkernen, einzeln oder in Kolonien oder zu mehrzelligen Individuen 
(Fäden, Flächen, Körpern) vereinigt. Meist ungeschlechtliche Vermehrung 
durch multilaterale Schwärmer (Schwärmsporen, Zoosporen), außerdem Akineten 
(einzelne Zellen mit stark verdickter Wand), Aplanosporen (Zellen ohne Bewegung, 
welche sich mit einer neuen Membran umgeben). — Geschlechtliche Fort- 
pflanzung durch Kopulation schwärmender Isogameten oder Hetero- 
gameten (Produkt: Diploide Gametosporen) oder von in Antheridien 
gebildeten Spermatozoiden mit in Oogonien erzeugten Oosphären (Pro- 
dukt: Diploide Oosporen); die geschlechtlich erzeugten Sporen (Zygoten) ent- 
weder zu einer neuen Pflanze auswachsend oder meistens erst Schwärmer bildend, 
wobei wahrscheinlich Reduktion der Chromosomen erfolgt. 

Von einigen Autoren werden Botrydium und Tribonema mit den Chloromonadaceae 
zu einer aus den Chlorophyceae ausgeschiedenen Abteilung Heterocontae vereinigt, w^elche 
durch Schwärmer mit zwei ungleich langen Geißeln und häufig durch gelbgrüne platten- 
förmige Chromatophoren charakterisiert ist, auch als Assimilationsprodukt anstatt der 
Stärke fettes Öl bildet. 

Nach auten anschließend an die Flngellatae, nach oben Vorstnfe für die niederen 
Embryophyten; aber nur bei Coleochaete die befrachtete Eizelle sich durch Teilnng 
ZM einem von der Matterpflanze eingeschlossenen Glewebekörper, einem Embryo, ent- 
wickelnd. 

1. Klasse PROTOCOCCALES. Zellen mit einem, selten mehreren 
Zellkernen, ohne Spitzen Wachstum, einzeln lebend oder zu Kolonien vereint, aber 
nicht eng untereinander verbunden, häufig in Gallerte eingelagert. 

1. Reihe VOLVOCALES. Vegetative Zellen aktiv beweglich. 

Fam. Volvocaceae. Zellen mit zwei bis sechs Cilien, meist Je ein Chro- 
matophor enthaltend, einzeln schwärmend oder in beweglichen Kolonien. Ga- 
metosporen oder Oosporen. — (94) meist in Süßwasser, einige in Brackwasser. 

A. Zellen einzeln. Gametosporen. — Chla^nydotnonas (43) (Protoplasma- 
körper ohne Pseudopodien. Neben den nackten, schwärmenden Isogameten hier 

Engler, SyUabus. 2 



18 



VII. Abt. Chlorophyceae. 1. Kl. Protococcales. 2. R. Euprotococcales. 



auch kleinere cf und größere 9 umwandele Aplanogameten.) Ch, nivalis den 
„roten Schnee" bildend. — Haematococcus (3) pluvialis in Wasseransamm- 
lungen (wie vorige Art durch Hämatochrom blutrot, aber Protoplasmakörper 
mit Pseudopodien). — Polytoma uvella saprophytisch und farblos. 

B. Zellen in Kolonien von bestimmter Form: In Tafeln: Gmiium (4) pec- 
torale. — In Kugeln mit äquatorial geordneten Zellindividuen: Stephunosiyhnera 

(1) pluvialis. — In 
Kugeln mit allseitig ab- 
stehenden Cilien: I^an- 
(lorina (2) morum 
(Gametosporen, Fig. 20), 
Etidorina (2) ele- 
gans und Volvox (3) 
qlohator (Oosporen, 
*Fig. 21). 

2. Reihe. EUPROTO- 
COCCALES. Vegetative 
Zellen nicht aktiv be- 
weglich. 

a. Vegetative Zell- 
teilungen vergrößern 
die Kolonien. 

Fam. Tetrasporaceae. 

Schwärmer. Zellen an 
Gallertstielen oder in Gal- 
lertmassen von mehr oder 
weniger bestimmter Form, 
bei einigen Gattungen mit 
Pseudocilien. — (65) im 
süßen Wasser und auf 
feuchtem Boden. — Tetra- 
spora lubrica. — Chlor o- 
sphaera alismatis in toten 
Blättern von Alisnm plan- 
tago. 

Fam. Botryococca- 

Fig. 20. Pandorina mcyrum. J eine schwärmende Kolonie, aus 16 Zell- ' . nr i 

Individuen bestehend. II eine ähnliche Kolonie, von der jedes Zell- platteniormig, gelblich- 
individuum in 16 Tochterindividuen geteilt ist. III eine geschlechtliche grün oder bräunlich. 
Kolonie, deren Einzelzellen aus der verschleimten Hülle herausschlüpfen. Schwärmer mit ZWei 

IV und V kopulierende Gameten. FI und F/7 eine jüngere und ältere iinfleinhen Cilien Bo- 

Gametospore. FJJI Bildung einer großen Schwärmspore aus der Gameto- '^ ^ jJ 

spore. IX Freie Schwärmspore. X Junge Kolonie, welche aus der tryoCOCCUS (7) rsraumt, 
Schwärmspore entstanden ist. — Nach Pringsheim. gewöhnliche „Wasser- 

blüte" im Süßwasser. 

Fam. Pleurococcaceae. Keine Schwärmer. Zellgestalten mannigfach. Ver- 
mehrung nur durch vegetative Teilungen. - (150) im süßen Wasser und auf 
feuchtem Substrat. — JPleitrococ'cits (14) vulgaris namentlich auf Baumstämmen 
und an feuchten Mauern, auch mit vielen Flechten symbiotisch. 

b. Vegetative Zellteilungen fehlen. 

Fam. ProtOCOCCaceae. Zellen meist einzeln, selten in Kolonien von un- 
bestimmter Form. Schwärmer mit 1—2 Cilien. Gametosporen. — (HO) im 
süßen Wasser oder auf feuchtem Substrat, wenige im Meerwasser. — Chloro- 




VII. Abt. Chlorophyceae. 1. Kl. Protococcales. 2. R. Enprotococcales. 



19 



coc('iim{20)humicola autteuchter 
Erdeund an Baumstämmen, häufig 
mit Flechtenpilzen symbiotisch. • — 
Chlorochytrium (10) in lebenden 
Wasserpflanzen. — Chlorella vul- 
garis mit Aplanosporen in In- 
fusorien, Hydra, Planaria. — 
Characium (40) auf Wasser- 
pflanzen. — Codiolum (6) gre- 
gariiini im Meerwasser. 

Fam. Botrydiaceae (Hijdro- 
gastraceae). Vegetativer Thallus 
einzellig, keulenförn>ig, mit dün- 
nerem, einfachem oder verzweigtem 
Basalende. Schwärmer mit einer 
Cilie. — Dauersporen — Aplano- 
sporen — Hypnosporangien. — 
Gameten mit zwei Cilien. — 
Jßotrydiuni (2) granulatum, 
herdenweise auf feuchtem Lehm- 
boden (nur ungeschlechtliche 
Schwärmer bekannt, Fig. 22 J.- (7). 

— Frotosiphon (1) botryoides, 
(Fig. 22 D—I), mit voriger, kleiner 
als diese, mit Gameten. 

Fam. Oocystaceae. Zellen 
einzeln oder in Kolonien von unbe- 
stimmter Form. Vermehrung durch 
Aplanosporen. Schwärmer fehlen. 

— (126) in süßem oder bracki- 
schem Wasser, an Saftflüssen der 
Bäume und an feuchten Stellen. 

— Eremosphaera (1) im Süß- 
wasser. — Oocystis (25) oft als 
Plankton. 

Fam. Ophiocytiaceae. Zellen 

zylindrisch, oft gebogen, mehr- 
kernig. Zoosporen und Aplano- 
sporen. — (21) — Im Süßwasser. 

— Ophiocytium. 

Fam. Hydrodictyaceae. Zellen 

zu bestimmt geformten Kolonien 
vereinigt. Schwärmer mit zwei 
Cilien bilden innerhalb der Mutter- 
zelle oder einer Gallerthülle Kolo- 
nien von der Art der Mutter- 
kolonie. Bei einigen Gametosporen- 
bildung bekannt. — (27) im süßen 




Fig. 21. Volvox gloiator. 1 Kugelige Kolonie mit Makro- 
gameten (Eiern) und Mikrogameten (Spermatozoiden). 

2 das Ei im Oogonium von Spermatozoiden umschwärmt. 

3 unreife Oospore. 4 Antheridium. 5 Spermatozoiden in 
Bewegung. 6 solche, durch Jod getötet. 7 einige Zellen aus 
der Peripherie der kugeligen Kolonie. — Nach Dodel-Port. 




Fig. 22. A — G Botrijdium granulatum. A junge Pflanze. 
B ältere Pflanze, Schwärmsporen bildend.' C Schwärmspore. 
— D — I Protosiphon botryoides. D junges Pflänzchen. 
E oberer Teil einer älteren Pflanze, deren Inhalt zu Gamet- 
angien umgebildet ist. F einzelnes Gametangium, aus welchem 
die Gameten heraustreten. GGameten. Hsolche in Kopulation. 
I Gametospore oder Zygote. — Nach Woronin. 

2* 



20 



VII. Abt. Chlorophyceae. 2. Kl. Ulotrichales. 

Pediastrum (25). — Hydrodictymx (1) reticulatum, Wassernetz 



Wasser. - 
(Fig. 23). 

Fam. Coelastraceae. Zellen in bestimmt geformten Kolonien. Schwärmer 
fehlen. Vermehrung durch cilienlose Tochterzellen, die innerhalb der Mutter- 




Fig. 23 Hydrodictyon reticulatum. A kleiner Teil eines jungen, aus Schwärmsporen entstan- 
denen Netzes. B Gamet. C Zygospore. D aus der keimenden Gametospore entstehen vier große 
Schwärmsporen. E zweiwimperige Schwärmspore. F eine aus einer keimenden Schwärmspore ent- 
standene polyedrische Zelle. G die kleinen Schwärmsporen im Inneren des Polyeders haben sich zu 
einem embryonalen Netz vereinigt, nachdem die äußere Membran des Polyeders geplatzt war und 
die innere sich erweitert hatte. — A nach Derbes und So Her, B — ö nach Pringsheim. 

Zelle neue Kolonien bilden. — (87) — Im Süßwasser oder schwach brackischen 
Wasser. — Scenedesmus (25), Coelastrum (19) und Anhistrodesmus (12), in 
allen Weltteilen sehr verbreitet. 

2. Klasse ULOTRICHALES (früher CONFERVALES). Zellen mit 

einem, selten mehreren Zellkernen, einfache oder verzweigte Fäden, seltener ein- 
bis zweischichtige Flächen bildend. 
A. Gametosporenbildung. 




Fig. 24. TJlothrix zonata. a Stück eines Fadens mit Schwärmsporen, von denen in jeder Zelle 
zwei erzeugt werden, 1 — 4 aufeinander folgende Entwicklungsstufen, b einzelne Schwärmspore 
mit pulsierender Vakuole r. c Fadens^ück mit Gameten, von denen je 16 in einer Zelle entstehen. 
d Gameten einzeln und in Kopulation, e Gametospore oder Zygote. — Nach Dodel-Port und 

Warnung. 

Fam. Ulvaceae. Der Thallus besteht aus einer oder zwei parenchymatischen 
Zellschichten, welche bisweilen eine hohle Röhre bilden. Ungeschlechtliche 
Schwärmer mit vier Cilien. Gameten mit zwei Cilien. — (100) im süßen Wasser 
und im Meer. — Monosfroma (34) hullosum im süßen Wasser, M. Orevillei 
im Meer. — Viva (25) latissima und J^nterotnorpha (36) littoral; letztere 
auch im salzhaltigen Wasser des Binnenlandes. 



VII. Abt. Chlorophyceae. 2. Kl. TJlotrichales. 



21 



Farn. Ulotrichaceae. In der Regel eine einfache, unverzweigte Zellreihe. 
Schwärmer mit zwei oder vier Cilien. Akineten und Aplanosporen. Gameten 
mit zwei Cilien. — (60 — 70) im süßen Wasser, Brackwasser und auf feuchtem 
Boden. — Z^lothrix (10) zonata (Fig. 24). — Trihonetna (Conferva, Mem- 
bran aus zwei in der Mitte der Zelle durch einen schrägen ringförmigen Spalt 
getrennten Stücken bestehend und bei der Teilung durch Einschiebung eines neuen 
im Längsschnitt | — |-förmigen Stückes verlängert; Reservestoff Öl); T. homhycina. 

Fam. Blastosporaceae. Eine unverzweigte Zellreihe, die oft zu einer Zell- 
fläche heranw^ächst. Keine Schwärmer. Vermehrung durch Thallusstücke, 
Akineten und Aplanosporen. — Prasiola (18) crispa auf feuchter Erde. 




Fig 25. A — D Oedogonium coneatenatum. A — C Bildung der Schwärmspore, s freie Schwärm- 
spore. D Keimling aus einer Schwärmspore. — E Oe. Landsboroughii, AntheridienzeUen, ans 
deren einer, in eine Blase eingeschlossen, zwei Spermatozoiden austreten. — F. Oe. Braunii, Andro- 
sporangium, aus welchem eine Androspore anstritt, a freie Androspore. — G — H Bulbochaete 
gigantea. G Oogonium mit ansitzendem Zwergmännchen, welches aus einer Androspore hervor- 
gegangen ist. H Teil der Pflanze mit Androsporangien. — I — K Bulbochaete intermedia. 
I Keimung der Oosporen, aus welchen bei K 4 Schwärmsporen hervorgehen. — L Oedogonium 
Boscii. Oogonium mit befruchtetem Ei, das sich mit einer Membran umgeben hat und neben 
dem Eikern den Kern des Spermatozoids enthält; oben im Oogonium ein zweites Spermatozoid, 
das nicht zur Befruchtung gekommen. — A — F, H nach Hirn; G, I, K nach Pringsheim; 

L nach Klebahn. 



Fam. Chaetophoraceae. Eine verzweigte, aufrechte oder kriechende Zell- 
reihe. Schwärmer mit zwei oder vier Cilien. Gameten mit zwei oder vier Cilien. 
— (90) meist im Süßwasser, einzelne auch auf Felsen und epiphytisch. — 
Stigeoclonium, Draparualdia (10), ChaetoffJtora (12), meist im süßen 
Wasser. — Gomontia polijrrhiza an alten Kalkschalen von Meeresmollusken. — 
Entoderina viride auf Algen im Brackwasser, E. fiustrae an Bryozoen. 

Fam. Trentepohliaceae (C'froolepidaceae). Aufrechte oder kriechende Zell- 
reihen oder eine ein- oder mehrschichtige, regelmäßige Zellscheibe auf Felsen, 



22 VII. Abt. Chlorophyceae. 3. Kl. Siphonocladales. 

Steinen oder epiphytiseh. Zellen oft rotgefärbt. Schwärmer mit zwei Cilien. 
Garaetenkopulation. — (79). — Tt'entepohlia{5^)iolithus auf Steinen(Vei\chen- 
stein), T. itmhrina auf Baumrinden, mit vielen Flechtenpilzen symbiotisch. — 
Phycopeltis epiphyton, epiphytiseh auf Blättern der Tanne, des Epheus und von 
Rubus. — Cephaleuros viresccns, endophytisch zwischen Cuticula und Epidermis- 
zellen auf Blättern von tropischen Pflanzen; die Zellen sind oft mehrkernig. 

Fani. Chactopeltidaceae. Thallus epiphytiseh; Zellscheiben oder einzelne Zellen 
mit Gallertborsten. Zoosporen mit vier Cilien. Gameten mit zwei Cilien. — (14) im Süß- 
wasser und Meerwasser. — Chaetopeltis (2) orhicularis an Süliwasserpflanzen. 

Fam. Aphunochaetacoae. Thalius epiphytiseh; kriechende, verzweigte Fäden mit 
einzelligen Haaren. Zoosporen mit vier CiHen. Befruclitnng von großen, wenig beweg- 
lichen Oosphären mit vier Cilien durch kleine Spermatozoiden mit vier Cilien. — Aphano- 
chaete (1) repens an Süßwasserpflanzen. 

B. Oosporenbildung. 

Fam. Coleochaetaceae. Auf Algen oder im Wasser befindlichen Gegen- 
ständen aufsitzend, aus dichotomisch verzweigten, oft pseudoparenchymatisch 
vereinigten Zellreihen bestehend. Schwärmer mit zwei Cilien einzeln in den 
vegetativen Zellen entstehend. Antheridien am Ende der Fäden, je ein kugeliges 
Spermatozoid mit zwei Cilien erzeugend. Oogonien flaschenförmig, einzeln am 
Ende der Fäden, mit einer cilienlosen Oosphäre. Nach der Befruchtung wachsen 
von der das Oogonium tragenden Zelle Fäden aus, welche sich an das Oogonium 
anlegen und dasselbe berinden. Die keimende diploide Oospore entwickelt eine 
kleine parenchymatische Scheibe, in deren Zellen je eine haploide Schwärm- 
spore entsteht. — Coleochaete (12) pulvinata, im Süßwasser. 

Fam. Cjliudrocapsaceae. Einreihige, unverzweigte Zellfäden. Die vegetativen Zellen 
erzeugen entweder einen großen oder zwei bis vier kleinere Schwärmer mit zwei Cilien. 
Die Antheridien erzeugen je zwei Spermatozoiden mit zwei Cilien, die Oogonien eine cilien- 
lose Oosphäre. — Auch Parthenogenesis. — (5) in süßem Wasser. — Cylindrocapsa. 

Fam. Oedogoniaceae. Verzweigte oder unverzweigte Zellfäden. Die vege- 
tativen Zellen (ausgezeichnet durch eigentümliche Kappen bildung) bilden je eine 
Schwärmspore mit einem Kranz von Cilien. Die Antheridien erzeugen je ein 
oder zwei Spermatozoiden mit einem Kranz von Cilien, die Oogonien eine cilien- 
lose Oosphäre. Aus der Oospore entstehen bei der Keimung zunächst vier Schwärm- 
sporen. — „Zwergmännchen", aus „Androsporen" entstanden, entwickeln sich ent- 
weder direkt zu einem Antheridium oder einem cf Pflänzchen mit einer oder 
einigen vegetativen Zellen und einem oder mehreren Antheridien. — (258) — 
Oedof/onimn (210) (Fig. 25 A — F, L) curvum (monöcisch), 0. capülare (diöcisch). 
— Bulbochaete (47) (Fig. 2bG—K). 

3. Klasse SIPHONOCLADALES. Thalius einzellig oder mehrzellig, d. h. 
oft mit Querwänden, meist reich verzweigt, die einzelnen Zellen fast stets mit 
vielen Zellkernen. Chromatophor netzig, selten in zahlreiche Plättchen geteilt. 

A. Gameto8porenl)ildung. 

Fam. Valoiiiaccae. Thalius eine blasenförmige, wenig verzweigte Zelle. Kleinere 
Zellen können durch uhrglasförmige Wände abgegrenzt werden. — (26) vorzugsweise in 
tropischen und Hubtropi.schen Meeren. — Valonia, Dictyosphacria. , 

Fam. Siphoiincladacoae. Thalius im Alter mehrzellig, mit Rhizoiden und oft eiue 
blattartige oder netzartige Scheibe bildend. Die vegetativen Zellen werden direkt Zoo- 
«pornngien. — (.öH) vorzug.sweise in den tropischen Meeren. — Chainacdoris, Siphonocladufi. 

Fam. Dasycladaceae. Thalius eine axile lang gestreckte Zelle ohne Quer- 
wände, unten mit Khizoiden, akropetal Quirle von gegliederten, einfachen und 
verzweigten Strahlen mit begrenztem Wachstum erzeugend. In den fertilen 



VII. Abt. Chlorophyceae. 4. Kl. Siphonales. 



23 



Strahlen entweder direkt Gameten mit zwei Cilien entstehend oder Aplanosporen, 
welche später zu Gametangien werden. — (30) in wärmeren Meeren. — Ace- 
tahularia (14) mediterranea im Mittelmeer. 

Fam. Cladophoraceae. Fäden unverzweigt oder verzweigt. Schwärmer 
mit zwei oder vier Cilien. Außerdem Akineten. Gameten mit zwei Cilien. — 
(300) im Süß- und Salzwasser. — Chaetomorpha linum. — Cladophora 
fracta; Cl. Sauteri u. a. in kugeligen Ballen (Wasserkugel, Seeball). 

B. Oosporenbildung. 

Fam. Sphaeropieaceae. Fäden un- 
verzweigt, freischwimmend, mit lang- 
gestreckten vielkernigen Zellen, welche keine 
Schwärmer bilden. Antheridien cc lang- 
gestreckte Spermatozoiden mit zwei Cilien 
erzeugend, Oogonien mit mehreren Oosphären, 
beide durch viele Poren sich öffnend. Aus 
der Oospore entstehen bei der Keimung 
direkt 1 — 8 Schwärmer mit zwei Cilien. — 
Sphaeroplea (1) annulina im süßen 
Wasser (Fig. 26). 

4. Klasse SIPHONALES. Thallus 
fädig, reich verzweigt, meist einzellig, d. h. 
ohne Querwände, aber mit vielen Zellkernen ; 
Chromatophoren platten- oder linsenförmig. 

A. Befruchtung unbekannt oder 
Garn eto Sporenbildung. 

Fam. Bryopsidaceae. Vegetativer Thal- 
lus einzellig, reich verzweigt, mit Rhizoiden, 
unbegrenzten und begrenzten Ästen („Blät- 
tern"). In den begrenzten Ästen kleine braune 
cf Gameten und größere grüne 9 Gameten, 
beide mit zwei Cilien. Schwärmer nicht 
bekannt. — (26) im Meer. — Bf'yopsis 
(25) plumosa verbreitet, auch in der Ostsee. 

Fam. Caulerpaceae. Vegetativer Thal- 
lus einzellig, in Wurzelschläuche, Stamm- 
schläuche und Blattschläuche gegliedert, mit 
den Zellraum durchsetzenden Cellulosebalken. 
Vermehrung durch Loslösung einzelner Thal- 
lusteile. — (54) in tropischen und subtropi- 
schen Meeren. — Caulerpa, 

Fam. Dorbesiaceae. Thallus fadenförmig, 
unregelmäßig oder dichotomisch verzweigt. 
Soh Wärmsporen mit einem Cilienkranze. — (10) 
Meeresalgen. — Derbcsia. 

Fam. Pb.vUosiphonaceae. Thallus einzellig mit oo gleichartigen, fadenförmigen 
Zweigen, parasitisch in Landpflanzen lebend. Nur Aplanosporen bekannt. — Phyllosiphon 
arisari auf der Aracee Arisarmn vulgare in Südeuropa. 

Fam. Codiacoae. Thallus von bestimmter Gestalt, aus dicht verfilzten Zweigen 
ungeteilter oder mit Einschnürungen, selten mit Querwänden versehener Zellen gebildet. 
Oft mit Kalk inkrustiert. Schwärmer mit zwei Cilien in besonderen angeschwollenen 




Fig. 26. Sphaeroplea annulina. 1 Teil 
eines vegetativen Fadens, mit einer Querwand. 
2 Fadenstück mit Eiern, welche durch Sper- 
matozoiden befruchtet werden. 3 Teil eines 
männlichen Fadens, in der oberen Zelle Be- 
ginn derSpermatozoidenbildung, in der unteren 
reife Spermatozoiden. 4 Vereinigung von 
Spermatozoid und Ei. 5 reife Oospore. 
6 eine der aus der Oospore hervorgegangenen 
Schwärmsporen. 7 eine aus der Schwärmspore 
hervorgegangene Keimpflanze. — Nach Ferd. 
Cohn. 



24 VIII. Abt. Charophyta. 

Sporangienästen. Kopulation von größeren weiblichen und kleineren männlichen Gameten. 
— (68) meist in wärmeren Meeren. — Penicillus. — Halimeda. — Codium. 

B. Oosporenbildung. 

Fam. Vaucheriaceae. Vegetativer Thallus eine schlauchförmige, oft dicho- 
tomisch verzweigte Zelle, bisweilen mit Rhizoiden. Zellmembran nicht inkrustiert. 
An den Astspitzen entstehen die durch eine Querwand abgegrenzten Sporangien, 
deren Inhalt als eine einzige große »Synzoospore« heraustritt; an dieser stehen 
die zahlreichen Cilien paarweise nebeneinander; unter jedem Paar ein Kern. 
Außerdem Akineten und Aplanosporen, Antheridien und Oogonien; Antheridien 
oc Spermatozoiden mit zwei Cilien erzeugend; Oogonien anfangs mit zahl- 
reichen kleinen Kernen, welche bis auf einen zur Befruchtung kommen- 
den Kern mit einem Teil des Protoplasmas in den Tragfaden zurückwandern, 
worauf das Oogonium durch eine Querwand vom Tragfaden abgegrenzt wird. — 
(25) im Süßwasser und Brackwasser. — Vaucheria sessüis auf feuchtem 
Boden, V. dichotoma im Wasser. 



VIIL Abteilung. CHAROPHYTA. 

Sproßachse in längere (berindete oder unberindete) Internodialzellen und 
kürzere Knotenzellen gegliedert; an letzteren entstehen Quirle von einfachen oder 
ebenfalls quirlig verzweigten Strahlen (»Blätter«); in der Achsel eines Seitenstrahles 
entsteht ein dem Hauptsproß ähnlicher Seitensproß. Internodialzellen mit zahl- 
reichen durch Fragmentation sich vermehrenden Kernen in dem wandständigen, 
lebhaft rotierenden Protoplasma und mit unbeweglichen, in Längsreihen der Haut- 
schicht des Protoplasmas anliegenden, ovalen, grünen Chromatophoren. An den 
Knoten stehen ferner die Antheridien und berindeten Oogonien (Fig. 27). An- 
theridien kugelig, aus 8 Schildern bestehend, denen innen je ein zylindrisches 
»Manubrium« mit 24 peitschenförmigen Fäden aufsitzt; jeder Faden mit 100 bis 
225 Gliederzellen, deren jede ein schraubenförmiges, mit zwei langen Cilien ver- 
sehenes Spermatozoid erzeugt (Fig. 28). Oogonium von fünf spiralig gewundenen 
Strahlen berindet, welche oberhalb der Eizelle das sogenannte Krönchen bilden, 
zwischen dessen Spalten die Spermatozoiden zum Protoplasma der Eizelle vor- 
dringen. Aus der berindeten Oospore (Frucht) entsteht zunächst ein Vorkeim, 
an welchem Rhizoiden sowie die geschlechtliche Pflanze gebildet werden. — Bei 
einzelnen Arten Parthenogenesis. — Vegetative Vermehrung durch Wurzel- 
knöllchen (einzellig, farblos, stärkereich), Stengelknöllchen oder Bulbillen (unter- 
irdische Stengelknoten, reich an Stärke), nacktfüßige (unten nicht berindete) 
Zweige in den Strahlenachseln und Zweigvorkeime. 

Sehr isoliert, kein direkter Anschluß an AW Chlorophycene, anf welche sie als 
nächsthöhere Stufe folgen müssen, nnd ebensowenig' an die Bryophyteu. 

Fam, Characeae. (160) im Süßwasser und Brackwasser. 

§ Nitelleae. Krönchen der Frucht mit zweizeiligen Hüllspitzen. — J^itella 
(77). — Tolyjyr/Ia (13). 

§ Chareae. Krönchen der Frucht mit einzelligen Hüllspitzen. — Chara 
(67) foctida, Ch. fragilis. — Ch. crinita parthenogenetisch. 



VIII. Abt. Charophyta. IX. Abt. Phaeophyceae. 1. R. Phaeosporeae. 



25 




27. Ohara fragilis. A mittlerer Teil eines Sprosses 
lit einem Antlieridium a und einem Oogonium (S); 
3ssen Krönchen; ß sterile Seitenstrahlen, ß' größere 
anstrahlen, 3" Strahlen aus dem Basilarknoten des 
ieridiums. B ein junges Antheridium (a) mit einem 
i jüngeren Oogonium (SK)\ w eine Knotenzelle des 
isses; M die Verbindungszelle zwischen jener und dem 
larknoten des Antheridiums; l Lumen der Intemodial- 
s; hr Berindungszelle des Internodiums. A^'^j.^] B^^^j^. 
— Nach Sachs. 




Fig. 28. Nitella flexilis. A fast reifes Antheridium 
am Ende des Hauptstrahls, neben ihm zwei Seitenstrahlen ; 
i Interferenzstreifen im strömenden Protoplasma, dessen 
Stromrichtung durch die Pfeile angedeutet wird. B ein 
Manubrium mit seinem Köpfchen und den peitschen- 
förmigen Fäden, in denen die Spermatozoiden entstehen. 
G Ende eines solchen jungen Fadens. D mittlerer Teil 
eines älteren, E eines noch älteren Fadens. F reifer 
Antheridienfaden mit Spermatozoiden. G freie Spermato- 
zoiden. — Nach Sachs. 



IX. Abteilmig. PHAEOPHYCEAE. 

Mehrzellige Wasserpflanzen, in deren Chromatop hören das Chlorophyll 
durch einen braunen Farbstoff (Phycophäin) verdeckt ist. Schwärmzellen 
(Zoosporen, Isogameten und Heterogameten) monosymmetrisch, mit zwei 
seitlichen Cilien, von denen die eine bei der Bewegung vorwärts, die andere 
rückwärts gerichtet ist, oder nur mit einer Cilie. Ungeschlechtliche Ver- 
mehrung und geschlechtliche Fortpflanzung. • 

Nach uiitoii Auschluß an die I%agellatae, Kein Anschluß au höher stehende 
Abteilnug'cn. 

1. Reihe PHAEOSPOREAE. Fortpflanzungsorgane aus oberfläch- 
lichen Teilen der Sprosse auswachsend oder durch Umbildung von Außen- 
zellen entstehend. Bei einzelnen (Laminar iaceae) ist Generationswechsel zwischen 



26 IX. Abt. Phaeophyceae. 1. R. Phaeosporeae. 

winzig kleinen Geschlechtspflanzen und den großen ungeschlechtlichen, Schwärm- 
sporen erzeugenden Pflanzea nachgewiesen. 

Farn. Ectocarpaceae. Sämtliche Fortpflanzungszellen beweglich ; schwärmende 
Gameten (Planogameten) in ein- oder mehrfächerigen Gametangien; auch die in 
den letzteren entstehenden von gleicher Größe. Sproß mannigfach, aber nie- 
mals mit Gliederung in wurzelartige und blattartige Teile. 

§ Sphacelarieae. Sproß mehrreihig oder parenchymatisch, bisweilen nur 
eine Scheibe darstellend. Wachstum .der Sprosse vermöge einer Scheitelzelle, 
die von derselben abgegliederten Segmente in Gewebezylinder zerfallend. Sporan- 
gien auf kürzeren oder .längeren Stielen. — (26) im Meer. — Sphacelaria 
(12) cirrhosa. — Chaetopteris. — Cladostephus (3) verticillatus. — Battersia 
mirabüis (Nordsee). 

§ Choristocarpeae. Verzweigte, mittels einer Scheitelzelle wacheende, einreihige 
Fäden. Die von der Hcheitelzelle abgegliederten Segmente nicht weiter geteilt. Sporangien 
an der Stelle von Auszweignngen des Thallus. — (4) im Meer und Süßwasser. — 
Pleurocladia (2) lacustris am Ufer von Landseen. 

§ Ectocarpeae. Einfache oder verzweigte Zellfäden, welche einem 
kriechenden Zellfaden oder einer horizontal ausgebreiteten Zellscheibe ent- 
springen, selten nur letztere allein vorhanden. Fäden durch interkalare Zellteilung 
sich verlängernd. Einfächerige Sporangien mit Zoosporen oder Aplanosporen, und 
mehrfächerige Sporangien, die meist Gametosporen oder aber neutrale Schwärmer 
erzeugen. — (60 — 80) im Meer. — Pylay eilet Utoralis. — Ectocarpus 
confervoides und siliculosus, bei welchen von zahlreichen an einen weiblichen 
Gameten herantretenden und ebenso gestalteten, aber kleineren männlichen 
Gameten nur einer mit ersterem kopuliert. 

§ Myrioneinateae. Thallus eine ± kreisförmige, parenchymatische Zellscheibe, 
aus welcher vertikale, unter sich freie oder verbundene, einfache oder verzweigte Zellreihen 
emporwachsen; Sporangien am Ende der Fäden oder an Stelle eines Fadens. — Ascocyclus 
und Myrionema. auf Meerespflanzen. — Ralfsia verrucosa auf Steinen und Holz an den 
Meeresküsten. — Lithodemia fatiscens u. a. an Steinen und Schneckenhäusern im Meer 
und im Süßwasser. 

§ Elacbisteae. Sproß vorzugsweise am Grunde wachsend, aus einem Büschel unten 
sich verzweigender Fäden bestehend. Sporangien einfächerig oder vielfächerig, an der 
Stelle von Assimilationsfäden auftretend. — Im Meer auf Algen und Seegras. — Elachistd 
fiicicola. — (jiraudia sphacelarioides (Ostsee, atlantisch. Ozean, Mittelmeer). — Symphori- 
coccuts radians (Ostsee). ^ 

§ Eiicoelieae. Sproß interkalar in die Länge wachsend, einfach oder verzweigt. 
Sporangien aus Oberflächenzellen entstehend, einfächerig, seltener auch vielfächerig. — 
Meeresbewohner. — Encodium echinatum. — Myriotrichia. — Phyllitis fascia in nördlichen 
Meeren und im Mittelmeer. — Scylosiphon lotnentarius ebenso. — Punctaria planlaginea 
ebenso, aber nicht im Mittelmeer. — Desmolrichim, einige Arten auf Zositro- Blättern. — 
Striaria attenuala. 

% Chordeae. Sproß langgestreckt, unverzweigt, im Querschnitt kreisförmig, hohl, 
interkalar wachsend, mit Ausnahme des untersten Teiles zuletzt von einer gleichförmigen 
S(rhicht einfächeriger Sporangien bedeckt, zwischen denen große, sterile, assimilierende 
Zellen stehen. — Chorda fitu.ni im nördlichen Eismeer und an den Küsten des nörd- 
lichen atlantischen Ozeans, auch in der Ostsee. 

§ Dictyosiphoneae. Sproß fadenförmig, vielästig, mittels einer Scheitelzelle in d\e 
Län^e wachsend. Sporangien einfäclierig, aus Oberflächenzellen hervorgehend. — Im Meer. 
— Diclyosiphnn foeniculareus vom nördlichen Eismeer bis Frankreich. 

§ Dcsniarüstieae. Sproß fadenförmig, fiederartig verzweigt, mit FadenbOscheln an 
den Zweigspitzen, durch Teilungen an der Grenze zwischen der Fadenachse und den Haar- 
büscheln wachsend. Sporangien einfächerig. — Im Meer. — Desmarculia. 

§ Chordarioao. Sproß fadenförmig, verzweigt, am Ende wachsend, mit zahlreichen 
kurzen Gliederfäden an der Obertläche. Sporangien entweder einfächerig, am Grunde der 



IX. Abt. Phaeophyceae. 1. K. Phaeosporeae. 2. R. Cyclosporeae. 



27 



peripherischen Fäden, oder vielfä«herig, ans den unteren 
Gliedern der Fäden entstehend. — Im Meer. \ — 
Chordaria flagellifonnis in nördlichen Meeren. — Slilo- 
phora rhizoidcs an der Küste von Norwegen bis zum 
Mittelmeer. 

Farn. Laminariaceae. Sproß mannigfach 
gestaltet, gegliedert in wurzel-, Stengel- und blätter- 
artige Teile, interkalar wachsend, später mit loka- 
lisierter, interkalarer Vegetationszone. Nur ein- 
fächerige Sporangien, in großen fleckenförmi- 
gen Soris stehend oder eine fast den ganzen Thallus 
bedeckende Schicht bildend. — Hierher die 
größten Meeresgewächse. — (55). — Alaria (18) 
esculenta (Nordsee und Eismeer). — Laminaria 
(30) Cloustoniif L. digitata (Fig. 29), L. sae- 
thcD'ina u. a. im nördlichen atlantischen Ozean, 
dienen zur Gewinnung von Jod und Mannit, so 
wie auch als Viehfutter vmd Düngungsmittel. Die 
»Stipites Laminariae« von L. CloKStonii 
werden in der Chirurgie als Quellstifte noch ge- 
legentlich verwendet. — Lessonia{b) und Macvo- 
cystis (2) pyrifera (bis 300 m lang) in südlichen 
Meeren. 

Farn. Cutleriaceae. Schwärmende Gameten 
der mehrfächerigen Sporangien verschieden, die 
9 (Makrogameten) viel größer als die cf (Mikro- 
gameten). Sproß aufrecht oder horizontal, flach. 
Sporangien in Soris, die einfächerigen aus den 
Rindenzellen hervorwachsend, die vielfächerigen 
an gegliederten Nebenfäden, die die Mikro- 
gameten enthaltenden kleiner, zahlreicher und 
mit kleineren Fächern. — Zanardinia (1) 
(Fig. 30) auf Steinen im Meer, die ungeschlecht- 
lichen Individuen von den geschlechtlichen 
habituell nicht verschieden. — Cutler ia (2 — 3) 
multifida. (Das mit einem kurzen basalen Fuß 
festsitzende, mehr oder minder aufrechte ,,Cut- 
Zm« "-Stadium (haploid) produziert die ge- 
schlechtlich differenzierten plurilokulären 
Sporangien mit haploiden Gameten, das aus 
den befruchteten Makrogameten meist her- 
vorgehende diploide ,.^^?ao^ronirt "-Stadium die 
ungeschlechtlichen unilokulären Sporangien). 

Fam. Tilopteridaceae. Fortpflanzungs- 
zellen zweierlei Art: kleine, bewegungsfähige 
und große, nicht aktiv bewegliche. Sproß 
fadenförmig. — Tüopteris (1) in nördl. Meeren. 

2. Reihe CYCLOSPOREAE 

ungeschlechtliche Vermehrung 




Fig. 29. A Laminceria digitata stark 
verkleinert. Bildung eines neuen blatt- 
ähnlichen Sproßteiles unterhalb des 
alten absterbenden. B Stück eines 
Schnittes durch einen Sporangiensorus; 
sp Sporangien, h Paraphysen. — Nach 
Farlow. 




Keine 
durch 
Schwärmsporen. Fortpflanzungsorgane, 



Fig. 30. Zanardinia collaria. A die klein- 
zelligen Antheridien und die gr.oßzeliigen 
Oogonien. C schwärmende Eizelle oder 
Makrogamet. X>SpermatozoidenoderMikro- 
gameten. 5, £ Befruchtung. i-'Oospore. 
^' keimende Oospore. — Nach Warniing. 



28 



IX. Abt. Phaeophyceae. 2. R. Cyclosporeae. 3. R. Dictyotales. 2 



Antheridien und Oogonien, im Innern von besonderen durch Neubildung 
unter der Sproßoberfläche entstehenden Behältern (Soaphidien, Conceptacula). 
Fam. Fucaceae. Sproß parenchymatisch, verschieden gestaltet, oft reich 
gegliedert (Sargassum), viele mit Schwimmblasen. Ungeschlechtliche Vermehrung 
fehlt. Bei der Bildung der Sexualzellen erfolgt Reduktion der Chromosomen. 
Antheridien in großer Zahl an reich verzweigten Sproßfäden, ohne Fächerung, 
zahlreiche sehr kleine birnförmige, mit zwei seitlichen Cilien versehene Spermato- 
zoiden enthaltend. Oogonien groß, auf kurzen Stielzellen, mit acht, bisweilen 
auch vier oder zwei Oosphären, welche aus dem Oogonium und dem Concepta- 
culum austreten und von den Spermatozoiden befruchtet werden. Viele diöcisch. 






B 



C 




j- 



\ 



E 



Fig. 31. Fucus vesieulosus, Blasentang. A Sproßende mit Conceptaculis. B Längsschnitt durch einen 
Behälter mit Oogonien. C verzweigte Fäden mit Antheridien aus einem männlichen Conceptaculum. 
D zwei sich öffnende Antheridien, welche die Spermatozoiden entlassen. E aus den Oogonien aus- 
gestoßene Oosphären (Makrogameten), welche von den Spermatozoiden umschwärmt werden. F befruchtete 
Oosporen, sich teilend, die obere (Keimpflanze) das spitze Ende zum Haftorgan ausbildend. — Nach War min'g. 




Die diploiden Oosporen nach Ausscheidung einer Membran sofort zu einer neuen 
Pflanze mit diploiden Zellkernen auswachsend. — (Etwa 200) im Meer. — 
Himanthalia (1) lorea (Nordsee). — Ascophylhim (1 — 2) nodosum (nördliche 
Meere, nicht in der Ostsee). — Fuvus (16) vesictilosKs (Fig. 31) und JP, , 
serratus (nördliche Meere, auch in der Ostsee), zur Gewinnung von Jod und 
Soda. — Cystoseira (60) (Mittelmeer, ntlant. Ozean). — Sargassntn (150) 
bacciferum u. a. (atlant. Ozean; vom Standort losgelöste Exemplare in gewaltigen 
Massen im Sargas.someer zusammengetrieben). 

3. Reihe DICTYOTALES. Ungeschlechtliche Vermehrung durch Aplano- 
sporen (2 — 8, meist vier »Tetrasporen«), die unbeweglich und haploid sind. 
Geschlechtspflanzen diöcisch. Oogonien mit einer Eizelle. Die vielzelligen 



IX. Abt. Phaeophyceae. 3. E. Dictyotales. X. Abt. Rhodophyceae. 1. Kl. Bangiales. 



29 



Antheridien erzeugen in jeder Zelle ein Spermatozoid mit nur einer Cilie. Be- 
fruchtung der membranlosen, aus den Oogonien herausgetretenen bewegungslosen 
Oosphären durch je ein farbloses einciliges Spermatozoid. Regelmäßig die ge- 
schlechtliche und ungeschlechtliche Generation miteinander abwechselnd. 

Farn. Dictyotaceae. Sproß flach, olivenbraun, häutig, mit Scheitelzell- 
wachstum. — Meeresalgen. — Dictyota (30) dichofoma (Fig. 32) (zweihäusig, 
Nordsee und Mittelmeer). — Fadina (8) pavonia (einhäusig, Mittelmeer). — 
Didyopteris (13) polypodioides (Mittelmeer). • 




Fig. 32. Dictyota dichotoma. A Stück der Alge mit Soris von Oogonien (etwa Yj nat. Gr.). B Quer- 
schnitt durch den Thallus mit einem Oogonien -Sorus. C Querschnitt durch den Thallus mit einem 
Antheridien-Sorus. D einzelne Spermatozoiden. E Querschnitt durch den Thallus mit Tetrasporangien ; 
bei a sind vier Tetrasporen gebildet; b junges, c entleertes Tetrasporangium; d Haarbüschel. F Scheitel 
eines eben in Teilung begriffenen Astes, von oben gesehen; s Scheitelzellen. — A, B, E nach Thuret; 
C, F nach Reinke; D nach "Williams. 



X. Abteilung. RHODOPHYCEAE. 

Rosenrote bis violette Algen, in deren Chromatophoren das Chlorophyll 
durch einen rötlichen Farbstoff (Phycoerythrin, Rhodophyll) verdeckt ist. 
Ungeschlechtliche Vermehrung und geschlechtliche Fortpflanzung. 

Sehr i.soliert, kein direkter Anschluß an eine der niederen Abteilnugreu, höchstens 
durch \'erniittlung^ der 1. Klasse Jiangiales au die Schizojthf/ceae, mit eicrenartig-er 
Entwicklung' nach oben. Das Produkt der Befrachtnntr ist ein anf der Mutterpflanze 
Tollstnudig' entwickelter sprossender Körper, ein Goninioblast oder Sporophjt. 

1. Klasse BANGIALES. Sproß fadenförmig, aus einer Zellreihe, später 
aus mehreren Zellreihen bestehend, oder blattartig. Geschlechtliche Fort- 
pflanzung durch Kopulation kleiner männlicher (Spermatien) und größerer 



30 X. Abt. Rhodophyceae. 1. Kl. Bangiales. 2. Kl. Florideae. 

weiblicher Sexualzellen (Eizellen). Ungeschlechtliche Vermehrung durch 
Teilung einzelner Thalluszellen. 

Fam. Bangiaceae. Spermatien in Mehrzahl aus einer Thalluszelle (durch 
wiederholte Teilung derselben) entstehend, durch Verquellen der Zellmembranen 
isoliert, meist farblos, membranlos, unbeweglich. Eizellen (meist) einzeln aus 
einer inhaltreichen Thalluszelle entstehend, häufig auswärts zu einem kurzen 
Fortsatz ausgestreckt, dauernd von Membran umgeben. Einzelne Spermatien, 
anscheinend passiv zn den Eizellen hinbewegt, verwachsen und kopulieren mit 
diesen Eizellen. Befruchtete Eizellen in mehrere (häufig acht) Zellen zerteilt, 
die infolge Verquellens der Zellmembranen als nackte (erst später mit Meijpbran 
versehene) Sporen frei werden; seltener die befruchtete Eizelle direkt zur Spore 
umgewandelt. — Ungeschlechtliche Vermehrung durch Teilung einzelner 
Thalluszellen, deren Teilzellen als nackte (erst später umwandete) Sporen (in 
verschiedener Weise) frei werden. — Geschlechtlich erzeugte und ungeschlecht- 
liche Sporen häufig anfangs amöbenartig fortkriechend, später umwandet und 
(anscheinend) nur passiv fortbewegt. — Bangia, im Meer und im Süßwasser, 
meist anderen Algen aufsitzend. — Porphyra (20) leueosticta auf Steinen und 
größeren Algen im Mittelmeer. P. laciniata in der Nord- und Ostsee. 

Familien zweifelhafter Stellung, in einzelnen Merkmalen an die Bangiales 
erinnernd: 

Fam. Rhodochaetaceae, Meeresalgen. 

Fam. Compsopogouaceae, Süßwasseralgen wärmerer Länder. 

2. Klasse FLORIDEAE*). Thallus vielzellig, sehr verschiedenartig ge- 
staltet, aus getrennten oder (mehr oder minder dichtstehenden) schon bei ihrer 
Entstehung miteinander verwachsenen Zellen aufgebaut. 

Geschlechtliche Fortpflanzung durch Antheridien und Karpogonien. 
Antheridien sehr verschiedenartig gestaltet, mit kleinen, oberflächlich gelagerten 
Spermogonien, die je eine nackte (erst nachträglich umwandete) unbewegliche 
männliche Sexualzelle, Spermatiura, liefern. Karpogonium einzellig, an der 
Spitze in ein langes dünnes, thallusauswärts vorgestrecktes Empfängnishaar, 
Trichogyn, ausgezogen, endständig an einem kurzen (meist 3 — 4-zelligen, seltener 
längeren) Zellfaden, dessen 1 — 2 oberste Gliederzellen vielfach eigenartig aus- 
gebildet sind; Karpogon-Zellfäden an der Oberfläche oder im Innern des Thallus 
ausgebildet. Dazu kommen bei den meisten Florideen noch eigenartig ausgestaltete 
Nährzellen, sogenannte Auxiliarzellen, die im Innern des Thallus zerstreut 
oder mit den Karpogon-Zellfäden (meist paarweise) zusammengeordnet und häufig 
mit diesen letzteren zu selbständig ausgegliederten Prokarpien verbunden sind. 

Befruchtung durch Kopulation eines Karpogoniums und eines Spermatiums, das 
zuvor mit der vorgestreckten Spitze des Trichogyns verwachsen war. Infolge dieser Befruch- 
tung gliedert sich der Bauchteil des Karpogoniums als befruchtete Eizelle von dem 
(nunmehr ahsterbenden) Trichogyn ab. Dann sproßt entweder aus der Eizelle eine Anzahl 
verzweigter Zellfäden hervor, die zu einem aufrechten, gedrungenen oder ausgebreiteten 
Büschel sporenbildender Fäden heranwaclisen, oder aus der Eizelle wachsen melirere (ver- 
zweigte oder unverzweigte) Zellfäden, sporogene Fäden, hervor, die, ohne daß (wie 01t- 
man ns nachgewie8en)eine Vereinigungder Zellkerneerfolgt, mit den Auxiliarzellen fusionieren 
und nachher Büschel sporenbildender Fäden entwickeln; oder endlich es kopuliert die Eizelle 
mittels eines längeren oder kürzeren (zuweilen ganz kurzen) Fortsatzes mit einer Auxiliar- 

*) Da die in dieser Pflanzengruppe stattfmdenden Fortpflanzungsverhältnisse sich 
nicht mit wenig Worten beschreiben lassen, so wurde hier über die in dem Syllabue sonst 
angenommene knappe Daretellungs weise hinausgegangen. 



X. Abt. Rhodophyceae. 1. Kl. Bangiales. 2. Kl. Florideae. 



31 



zelle, und hierauf wächst aus dieser Auxiliarzelle ein analoges Büschel sporenbildender Fäden 
hervor. Diese Büschel sporenbildender Fäden, die Gonim oblaste, bleiben bald einheitlich 
geschlossen, bald teilen sie sich in mehrere kleinere, selbständig abgegrenzte Teilbüschel, 
Gonimoloben; in allen Fällen aber entwickeln sich zuletzt die Endzellen (und vielfach 
auch noch einzelne oder zahlreiche Gliederzellen) ihrer Fadenzweige zu unbeweglichen 
(zuweilen anfangs nackten und erst später umwandeten) Sporen, den Karposporen. In 
dieser Weise ausgebildet, zuweilen auch noch von besonderen Frnchthüllen (aus sterilem 
Thallusgewebe) umschlossen, erscheinen dann diese Gonimoblaste bald dem Thallus außen 
ansitzend, bald dem Thallus eingelagert; in diesem letzteren Falle aber werden sie vielfach 
von den verdickten und lokal emporgewöibten (am Scheitel meist perforierten) Rinden- 
schichten des Thallus fruchtwandartig überdeckt. — Diese Gonimoblaste heben sich nun 
entweder ohne weiteres an der Pflanze als selbständige Bildungen deutlich ab, oder es 
erscheinen die (nicht selten eigenartig ausgestalteten) Thallusabschnitte, denen die Gonimo- 
blaste eingelagert sind, als deutlich abgesetzte, selbständige Teile der ganzen Pflanze; in 
beiderlei Fällen werden diese selbständig abgegrenzten Teile der Pflanze, in denen Karpo- 
sporen ausgebildet werden, als Cystokarpien bezeiq^net. Im einzelnen aber ist die 
Gestaltung dieser Cystokarpien äußerst mannigfaltig. 




Fig. 33. Letnanea torulosa. A Habitus, nat. Gr. B Längsschnitt durch den Thallus; rechts ein 
Karpogonast mit Trichogyn (tr)\ dem linken Trichogyn sitzen zwei Spermatien (sp) an (etwa *'/i^- 
G Antheridiengruppe auf der Außenseite der Rinde; die Spermatien erzeugenden Zellen werden von den 
langgestreckten Zellen getragen (etwa ^""/i). D auf der Innenseite der Rinde wächst die befruchtete 
Eizelle zu einem auseinander spreizenden Büschel sporenbildender Fäden aus (etwa *'/i)' — Nach 

Sirodot und Schmitz. 



Ungeschlechtliche Vermehrung durch (früher oder später) umwanaete, 
unbewegliche Sporen, die zu vier (daher Tetrasporen), selten zu ein bis zwei 
oder in größerer Anzahl in einem Sporangium ausgebildet werden. Sporangien 
dem Thallus außen ansitzend oder der Thallusrinde (zuweilen auch lokalen Ver- 
dickungen der Thallusrinde [Nemathecien]) eingelagert. Tetrasporen innerhalb der 
Sporangien entweder gereiht oder paarig oder tetraedrisch angeordnet. Geschlecht- 
liche und ungeschlechtliche Generation regelmäßig miteinander abwechselnd, 



32 



X. Abt. Rhodophyceae. 2. Kl. Florideae. 1. R. Nemalionales. 



manche Gattungen, wie Polysiphonia und Delesseria diöcisch, so daß zweierlei 
geschlechtliehe und eine ungeschlechtliche Pflanze bei einer Art vorkommen. 
Sexualpflanzen haploid, ungeschlechtliche Pflanze und Gonimoblast 
diploid; Reduktionsteilung bei Bildung der Tetrasporen. Bei Scinaia fu7'cellata, 
von der keine Tetrasporenpflanzen existieren, ist nach Svedelius nur die be- 
fruchtete Eizelle selbst diploid, der Gonimoblast sowie die Karposporen aber 
schon wieder haploid; die an den haploiden Geschlechtspflanzen vorkommenden 
ungeschlechtlichen Monosporen sind auch haploid. 

Die große Mehrzahl der Florideen ist ausschließlich im Meere verbreitet; nur wenige 
Gattungen (Lemanea, Tuomeya, Bairachospermum, Thorea, Balbiania) gehören ausschließlich 
dem Süßwasser an; einige wenige Gattungen (Chantransia, Caloglossa, Bostrychia, Hilchn- 
hrandia) zahlen Vertreter im Süßwasser und im Seewasser. Die Zahl der bisher bekannten 
Gattungen beträgt über 300. 

' E 





D • F 

Fig. 34. Batrachospermum vioniliforme. A Teil eines Sprosses mit mehreren weit auseinander 
gerückten, fruchttragenden Kurztriebwirteln C^""/,). B Karpogon c mit keulenförmigem Trichogyn <)• C""/!)- 
C dem Trichogyn tr haftet das entleerte Spermatium sp an; die Sprossung der befruchteten Eizelle c 
beginnt (^"/i). D Durch die Sprossung ist ein verzweigtes Büschel von Zellfäden entstanden, deren Zellen 
zu Sporen werden ; dieser Gonimoblast ist von einem sterilen Zellfaden durchwachsen und von anderen 
umhüllt; an dem abgegliederten Trichogyn zwei Reste von Spermatien. E kleines wenigzelliges Anthe- 
ridium an einem Endzweige eines Kurztriebes (*"7i)- ^^ <l'ß Spermatien erzeugenden Zellen des Anthe- 
ridiums sind z.T. entleert. — Nach Schmitz. 

1. Reihe NEMALIONALES. Die befruchtete Eizelle selbst Wcächst zum Gonimo- 
blasten aus. Gonimoblast ein aufrechtes, gedrungenes oder ein mehr oder weniger 
weit ausgebreitetes Zweigbüschel, dessen Zweiglein zuweilen mit benachbarten 
Thalluszellen oder mit besonders ausgeformten Auxiliarzellen in Verbindung treten. 

Fam. Lemaneaceae. Gonimoblast ein Büschel auseinander spreizender freier 
Zellfäden, die in Sj)alten des aufgelockerten Thallus sich ausbreiten und ihre 
Gliederzellen fast sämtlich zu (gereihten) Sporen ausbilden. — Lemanea (14) 
torulosa (Fig. 33), L. fluviatilis in rasch fließenden Bächen. 



X. Abt, Rhodophyceae. 2. Kl. Florideae. 2. R. Gigartinales. 



33 



Fam. Heiminthociadiaceae. Gonimoblast ein gedrungenes, gewölbtes Büschel 
verzweigter (freier oder von Gallerte mehr oder minder dicht zusammengehaltener) 
Zelifäden, die ihre Endzellen (seltener auch noch einzelne der obersten Glieder- 
zellen) zu Sporen ausbilden. Gonimoblast dem Thallus außen ansitzend oder 
eingesenkt, ohne besondere Fruchthülle, nur zuweilen von einigen Hüllfäden 
begleitet. Sporangien meist einsporig. — Batrachospei'mittn (40) monili- 
forme (Fig. 34) u. a. in Bächen, Flüssen usw. — Charit r au sia» — Nemalion (2) 
lubricum (Mittelmeer), N. multifidum (Nordsee). — Liagora viscida und L. 
distenta (Mittelmeer). 

Fam. Thoreacßae. Thallus stielrund, + verzweigt, biegsam, ringsum dicht 
behaart, mit intensiv gefärbten, abstehenden Assimilationshaaren, im Innern 
in Mark und Rinde differenziert. Vermehrung durch zerstreute ungeschlecht- 
liche Monosporangien, die in großer Zah] in der oberflächlichen Rindenschicht aus 
Endzellen kurzer Zweig- 
lein der Rindenfäden ^^p 
gebildet werden. Fort- 
pflanzungdurchGonimo- 
blaste, welche an einem 
aus locker verflochtenen 
Fäden bestehenden Pro- 
thallium entstehen. — 
Thorea (5—6) ramosissi- 
ma in Flüssen und Seen 
Europas. 

Fam. Chaetangia- 
ceae. Gonimoblast ein ge- 
drungenes, gewölbtes oder 
trugdoldig ausgebreitetes 
oder konkav zusammen- 
gekrümmtes Büschel ver- 
zweigter Zellfäden, die ihre 
Endzellen zu Sporen aus- 
bilden. Gonimoblast dem 
Thallus eingesenkt, stets 
von einer besonderen, meist 
derben Fruchthülle um- 
schlossen. — Scinaia fur- 
edlaia (atlantischer Ozean, 
Mittelmeer). — Galaxaura 
(20). — Chaetangium (10). 

Fam. Gelldiaceae. Gonimoblast ein Büschel weithin ausgezweigter Zell- 
fäden, die häufig mit anstoßenden (zuweilen als Auxiliarzellen besonders aus- 
geformten) Thalluszellen fusionieren; die Zweigspitzen dieser fertilen Zellfäden zu 
einem verschiedenartig ausgebreiteten Hymenium zusammengeordnet, an dem die 
vSporen einzeln (selten in kurze Ketten gereiht) endständig ausgebildet werden. — 
Wrangelia. — Gelidiuni (oo Arten) corneum u. a, A. (Atlantischer Ozean, 
Mittelmeer usw.). 

2. Reihe GIGARTINALES. Karpogon-Zellfäden und Auxiliarzellen paarweise 
zusammengelagert und meist zu selbständig ausgeformten Prokarpien verbunden, 
seltener einzeln im Thallus verstreut. Die befruchtete Eizelle tritt mittels eines 
(meist ganz kurzen) Karpogonastes mit der Auxiliarzelle in Verbindung, und hier- 
auf sproßt diese thalluseinwärts zum Gonimoblasten aus. 

Engler, Syllabus. 3 




Fig. 35. Nemalion viultifidum. A Zweig mit Antheridien a und 
Karpogonast, dessen Karpogonzelle o in das Trichogyn t ausläuft; sp die 
aus den Antheridien ausgeschlüpften Spermatien. B die befruchtete 
Karpogonzelle o hat sich geteilt. C, D Entwicklung des Gonimoblasten 
durch weitere Teilung. E, F Verschmelzung des männlichen Kernes ns 
mit dem weiblichen no. — A — D nach Thuret, E, F nach Wille. 



34 X. Abt. Rhodophyceae. 2. Kl. Florideae. 3. R. Rhodymeniales. 

Fam. Acrotylaceae. — Wenige Arten an den Küsten von Südafrika und Australien. 

Fam. Gigartinaceae. Gonimoblast ein Büschel reich verästelter Zellfäden, 
welche sich von der Auxiliarzelle aus thalluseinwärts, in das angrenzende sterile 
Thallusgewebe hinein, sehr reichlich verzweigen und hierdurch ein fast ordnungsloses 
Geflecht fertiler und steriler Zellfäden herstellen ; im Innern dieses Geflechtes bilden 
einzelne Gruppen reich verästelter fertiler Zweiglein ihre Endzellen oder zugleich 
auch die oberen Gliederzellen zu Sporen aus; diese Sporen zuletzt in einzelnen 
(meist ordnungslos zusammengehäuften) Gruppen dem Fruchtgeflechte eingelagert. 
Das ganze Fruchtgeflecht häufig von einer besonderen Fruchthülle eingeschlossen. 
Sporangien zumeist mit paarig geordneten Tetrasporen. — Chondrus (5) cfis- 
pus und Gi(/artina (50) maniillosa (nördlicher Teil des atlantischen Ozeans) 
liefern das off. Carrageen. — Phyllophora (10) memhranifolia und Brodiaei 
(nördlicher Teil des atlant. Ozeans, Nordsee, Ostsee). — Callophyllis. 

Fam. Rhodopbyllidaceae. Gonimoblast geteilt in mehrere oder zahlreiche, größere 
oder kleinere, mehr oder minder deutlich gesonderte Gonimoloben, die von einer kleineren 
oder größeren (zuweilen sehr großen) Zentralzelle (der thalluseinwärts ausgedehnten Auxiliar- 
zelle) fast allseitig auseinanderstrahlen und sich, gesondert oder seitlich zusammengeschlossen, 
in das angrenzende sterile Thallusgewebe hinein ausstrecken; in diesen Gonimoloben bilden 
die lockerer oder dichter zusammengeschlossenen Fadenzweiglein entweder nur die End- 
zellen oder zugleich auch die oberen (seltener fast sämtliche) Gliederzellen zu Sporen aus. 
Sporangien fast stets mit gereihten Tetrasporen. — Cysioclonium purpurascens (Nordsee). — 
Jthodophyllis (15—20) bifida (Mittelmeer, atlantischer Ozean). — Euchetirna (10 — 15) 
spinosuin u. a. A. (indischer Ozean) dienen zur Bereitung von Agar-Agar. 

3. Reihe RHODYMENIALES. Karpogon-Zellfäden und Mutterzellen der (meist 
erst nach der Befruchtung ausgegliederten) Auxiliarzellen paarweise zusammen- 
gelagert, häufig zu selbständig ausgeformten Prokarpien verbunden. Die befruch- 
tete Eizelle fusioniert mittels eines kurzen Karpogon-Portsatzes mit der Auxiliar- 
zelle, und hierauf sproßt diese Auxiliarzelle thallusauswärts zum Gonimoblasten aus. 

Fam. SphaerOCOCCaceae. Auxiliarzellen (resp, Mutterzellen der Auxiliarzellen) 
vor der Fusionierung nicht besonders ausgeformt. Gonimoblast dem Thallus 
eingelagert, im Inneren einer Fruchthöhlung, die auswärts von der emporgewölbten, 
verdickten (am Scheitel perforierten) Thallus-Außenrinde fruchtwandartig über- 
wölbt wird, der Mitte der verdickten Grundfläche (Placenta) angeheftet, in die 
Fruchthöhlung meist frei emporragend. Gonimoblast ein aufrechtes, sehr reich 
verästeltes Zweigbüschel, dessen zahlreiche, aufwärts fächerförmig auseinander- 
fahrende Zweiglein seitlich dicht zu einem meist halbkugelig gewölbten Sporen- 
träger zusammenschließen; an der Oberfläche dieses Sporenträgers entstehen die 
Sporen einzeln oder zu kürzeren oder längeren Ketten gereiht aus den Spitzen 
der Büschelzweiglein. — S];)haerococcus (1) coronopifolius (Mittelmeer, atlantischer 
Ozean). — Gracilaria (50) lichenoides (indischer Ozean), »Ceylon-Moos«, 
dient zur Bereitung von Agar-Agar; G. confervoides u. a. A. im Mittelmeer und 
im atlantischen Ozean. 

Fam. Rhodymeniaceae. Mutterzellen der Auxiliarzellen vor der Fusionierung nicht 
besonders ausgeformt. Gonimoblast dem Thallus eingelagert, im Innern einer Frucht- 
höhlnng, die auswärts von der emporgewölbten, verdickten (am Scheitel perforierten) Thallus- 
Außenrinde fruchtwandartig überwölbt wird, der Mitte der verdickten Grundfläche (Placenta) 
angeheftet, in die F'ruchthöhlung frei emporragend. Gonimoblast aufrecht, in mehrere, 
euccedan ausgebildete Gonimoloben, die fast sämtliche Zellen zu Sporen ausbilden, geteilt. 
Sporangien fast stets mit paarig geordneten Tetrasporen. — Ithodyinenia (10) palniata 
(Nordsee und nördlicher Teil des atlantischen Ozeans). — Chrysijmenia xwaria (Mittel meer). 
— Lomcntaria articiilala {l^fordaee). — Chifl^tclailia (10) kaliforviis {Mitte]ineer, atlantischer 
Ozean). — Jflocatniuni (20—30) coccineuin (Mittelmeer, atlantischer Ozean usw.). 



X. Abt. Ehodophyceae. 2. Kl. Florideae. 4. R. Cryptonemiales. 35 

Fam. Delesseriaceae. Thallus blattartig flach, mit einfacher, horizontal ausgebreiteter 
Thallns-Mittelschicht. Prokarpien der Thallus Mittelschicht aufsitzend. Gonimoblast im 
Innern einer Fruchthöhlung, die auswärts von der emporgewölbten, verdickten (am Scheitel 
perforierten) Thallus-Rinde fruchtwandartig überwölbt wird, der Mitte der meist nur schwach 
(placentaartig) verdickten Grundfläche, die durch die Thallus-Mittelschicht gebildet wird, 
angeheftet, in die Fruchthöhlung frei emporragend. Gonimoblast aufrecht, meist nur 
undeutlich in mehrere, lockerer oder dichter geschlossene (nur zuweilen selbständiger ab- 
gegrenzte), simultan oder succedan ausgebildete Gonimoloben geteilt, die an den Spitzen der 
Büschelzweiglein die Sporen einzeln oder in kürzere (oder längere) Ketten gereiht ausbilden 
(nur zuweilen fast sämtliche Zellen zu Sporen ausformen). Sporangien mit tetraedrisch 
geordneten Tetrasporen. — Nitophyllüm (50) punctatum (atlantischer Ozean, Mittelmeer). — 
DelesseriaibO) sanguinea, D. sinuosa und D. alata in der Nordsee und den nördlichen 
Teilen des atlantischen Ozeans. 

Fam. BonDemaisoniaceae. — Bonnemaisonia (1) an den südlichen und westlichen 
Kästen Europas. 

Fam. Rhodomelaceae. Thallus-Sprosse mit (wenigstens anfangs) deutlich 
quergegliederter mehrzelliger Achse, meist oberwärts (oder wenigstens nahe der 
fortwachsenden Spitze) mit (früher oder später hinfälligen) Haargebilden besetzt. 
Antheridien und Prokarpien an (meist vereinfachten) Haargebilden ausgebildet, 
daher der Thallusoberfläche mittels besonderer Stielchen angeheftet, selten fast 
sitzend. Cystokarpien kurz gestielt, selten der Thallus-Oberfläche aufsitzend. 
Gonimoblast im Inneren eines (am Scheitel perforierten) Fruchtgehäuses, das 
durch ringwallartiges Emporwachsen der Hüllzellen des Prokarpes gebildet wird, 
grundständig angeheftet, aufwärts frei emporragend. Gonimoblast ein reich ver- 
zweigtes, mehr oder minder dicht geschlossenes, meist gedrungenes Zweigbüschel, 
an dessen mehr oder weniger gewölbter Oberfläche die Endzellen der Zweiglein 
zu meist großen, eiförmigen oder keulenförmigen Sporen (selten zu kurzen Ketten 
von 2 — 3 kleineren gerundeten Sporen) heranreifen. Sporangien in den fertilen 
Sprossen (fast stets) aus oberseitigen Nebenzellen von Perizentralzellen der poly- 
siphonen Achse hergestellt, mit tetraedrisch geordneten Tetrasporen. — Laurencia 
(50) obtusa (atlantischer Ozean, Mittelmeer). — Alsidiinn (2) helmintho- 
chorton (Mittelmeer) liefert (zusammen mit anderen kleineren Meeresalgen) das 
Helminthochorton oder »korsikanisches Wurmmoos«. — JPolysiphonia in zahl- 
reichen Arten durch alle Meere hin verbreitet. — Mhodomela (5) subfusca 
(Nordsee, nördlicher Teil des atlantischen Ozeans). — Sytiphloea (1) tinctoria 
(Mittelmeer, atlantischer Ozean). — Dasya (30 — 40) elegans (Mitteimeer). — 
Trichothamnion coccineum (Nordsee). 

Fam. Ceramiaceae. Thallus feinfädig, aus freien, meist nackten oder 
rhizoid-berindeten (selten zellig-berindeten) Zellfäden aufgebaut. Prokarpien dem 
Thallus außen ansitzend. Gonimoblast ebenfalls dem Thallus außen ansitzend, 
nacTit oder von besonderen Hüllzweiglein umgeben. Gonimoblast aufrecht, in 
mehrere, dicht geschlossene, succedan ausgebildete Gonimoloben, die fast ihre 
sämtlichen Zellen zu Sporen ausbilden, geteilt. Häufig je zwei Gonimoblaste 
zu einem einzelnen Cystokarp verbunden. Sporangien fast stets dem Thallus 
außen ansitzend, mit meist tetraedrisch (seltener paarig) geordneten Tetrasporen. 
— Lejolisia (1, Mittelmeer). — Griffithia (20 — 30). — CaUithamnion in 
zahlreichen Arten (C. cori/mhosum u. a.) durch alle Meere hin verbreitet. — 
Plumaria (6) elegans (Nordsee). — Ptilota (6—10) plumosa (nördlicher Teil des 
atlantischen Ozeans). — Ceraniium (40) in zahlreichen Arten (C. rtthrmn 
u. a.) durch alle Meere hin verbreitet. 

4. Reihe CRYPTONEMIALES. Karpogon-Zellfäden und Auxiliarzellen einzeln 
im Thallus verstreut. Die befruchtete Eizelle entsendet durch das Thallus-Gewebe 

a* 



36 X. Abt. Rhodophyceae. 2. Kl. Florideae. 4. R. Cryptonemiales. 

hin mehr oder minder lange, häufig verzweigte Karpogonäste, deren Endzellen 
oder Gliederzellen mit einzelnen Auxiliarzellen fusionieren; hierauf sprossen 
diese einzelnen Zellen (thallusauswärts oder thalluseinwärts) zu Gonimoblasten aus. 

Fam. Gloiosiphoniaceae. Auxiliarzellen aus Gliederzellen besonderer, sekundär 
entwickelter Zellfäden hergestellt. Auxiliar-Zellfäden und Karpogon-Zellfäden miteinander 
zu verschiedenartig gestalteten Prokarpien verbunden. Gonimoblast zumeist in mehrere 
dicht geschlossene, succedan ausgebildete Gonimoloben, die fast ihre dämtlichen Zellen zu 
Sporen ausbilden, geteilt, seltener zu einem einzelnen, dicht geschlossenen Zweigbüschel 
mit analoger Sporenbildung verwachsen. Gonimoblast dem Thallus-Gewebe eingelagert. — 
Gloiosiphonia Qi). — Gloiopeltis (6) tena.r (chinesisches Meer) wird in China zur Bereitung 
eines zähen Leimes benutzt; G/. colifortnis, Gl. cervicornis (u. ». A. des chinesisch- 
japanischen Meeres) werden in Japan vielfach als Nahrungsmittel verwertet. 

Fam. (iratelonpiaceae. Auxiliarzellen aus Gliederzellen besonderer, sekundär ent- 
wickelter, verzweigter Zellfäden hergestellt. Karpogon Zellfäden ebenfalls sekundär ent- 
wickelt und analog verzweigt. Auxiliar-Zellfäden und Karpogon Zellfäden zu aufrechten, 
flaschenförmigen Gehäusen mit grundständiger Auxiliarzelle resp. grundständigem Karpo- 
goniuni geformt. Gonimoblast in mehrere dicht geschlossene, succedan ausgebildete Goni- 
moloben, die fast ihre sämtlichen Zellen zu Sporen ausbilden, geteilt. Gonimoblast dem 
Thallus-Gewebe eingelagert, nicht selten von dem mehr oder weniger vergrößerten Auxiliarzell- 
Gehäuse dauernd umschlossen. Sporangien mit paarig geordneten Tetrasporen. — Grate- 
loupia (30—40) filicina (Mittelraeer). — Ealymenia (10—20 in wärmeren Meeren). 

Fam. Damontiaceae. Auxiliarzellen aus Gliederzellen besonderer, sekundär ent- 
wickelt^, langer, meist gekrümmter Zellfäden hergestellt. Karpogon-Zellfäden ebenfalls 
eekundäXentwickelt, langgestreckt und analog gekrümmt, zwischen die sehr zahlreichen 
Auxiliar-Zellfäden in geringerer Anzahl eingestreut. Gonimoblast nur unvollständig in 
mehrere, fast stets simultan ausgebildete und seitlich nur undeutlich gesonderte Gonimo- 
loben, die fast ihre sämtlichen Zellen zu Sporen ausbilden, geteilt. Gonimoblast dem 
Thallus-Gewebe eingelagert. Sporangien mit paarig geordneten oder gereihten Tetrasporen. 
— Dudresnoya (2) purpurifera (Mittel ineer), D. coceinea (Mittelmeer, atlantischer Ozean). — 
Dumontia (2) füiforviis (Nordsee, atlantischer Ozean). 

Fam. Noniastoiuataceae. Auxiliarzellen aus Gliederzellen unveränderter primärer Zell- 
fäden hergestellt, meist zahlreich. Karpogon-Zellfäden kurz, unveränderten primären 
ThallusZellfäden seitlich ansitzend, meist vereinzelt. Gonimoblast zuweilen in mehrere 
dicht geschlossene, succedan ausgebildete Gonimoloben, die fast ihre sämtlichen Zellen zu 
Sporen austjilden, geteilt, meist zu einem einzelnen (mehr oder weniger regelmäßig ge- 
formten) geschlossenen Zweigbüschel mit analoger Sporenbildung geformt. Gonimoblast 
dem Thallus-Gewebe eingelagert. Sporangien mit meist paarig geordneten Tetrasporen. — 
Schizymenia {?> -\0) Di/%* (atlantischer Ozean, Mittelmeer). — yarceliaria {\) fast üfi ata 
(atlantischer Ozean, Nordsee, Ostsee). 

Fam. Khizophjllidaceae. In besonderen (meist nemathecienartig hervorgewachsenen) 
fertilen Abschnitten der Thallus-Rinde finden sich mehrere Karpogon-Zellfäden (meist ver- 
kürzte Tliallus-Zellfäden) und zahlreichere Auxiliarzellen (Gliederzellen meist unveränderter 
ThallusZellfäden) vereinigt. In demselben nachträglich erstarkten fertilen Rindenabschnitt 
erscheinen später zahlreiche Gonimoblaste sorusartig (nahe, zuweilen sehr nahe) zusammen- 
gerückt. Gonimoblaste in mehrere, fast stets simultan ausgebildete, mehr oder weniger dicht 
(zuweilen ganz dicht) seitlich zusammengeschlossene Gonimoloben, die fast ihre sämtlichen 
Zellen zu Sporen ausbilden, geteilt. — I'olyides (1) rotundus (atlantischer Ozean, Nord- 
see, Ostsee). 

Fam. Sqnaniariaceae. — CruoriaQi — 4). — Pe/yssonc//«a (10— 20) s^Mav/mrm (Mittelmeer). 

Fam. Corallinaceae. Thallus dorsiventral oder radiär organisiert, mit 
(mehr oder weniger stark) verkalkten Zellmembranen. Prokarpien zahlreicli, ge- 
drängt am Grunde von krugförmigen Höhlungen (Konzeptakeln) in der Thallus- 
rinde, von einfachem Bau; Karpogonäste zweizeilig, Auxiliarzellen auf Zellen der 
Thallusfäden, die am Grunde der Konzeptakeln eine Diskusschicht bilden, auf- 
sitzend; nur die zentralen Karpogone des Konzeptakels fertil. Nach der Be- 
fruchtung von einem bis wenigen Karpogonien entwickelt sich als Cystokarp ein 
(meist umwandetes) Synkarpium, indem schließlich sämtliche (oder fast 
sämtliche) Auxiliarzellen miteinander fusionieren und dann aus der 



XI. Abt. Eumycetes. 1. Kl. Phycomycetes. 1. E. Zygomycetes. 1. U.-K. Mucorineae. 37 

Peripherie (selten auch aus der Mitte) dieser scheibenförmigen großen Kopu- 
lationszelle ganz kleine Gonimoblaste in mehr oder minder großer Anzahl 
hervorwachsen. Gonimoblaste sind kurze, basipetal heranreifende Ketten von 
Sporen. Sporangien mit gereihten Tetrasporen (seltener Disporen), entweder in sorus- 
förmigen Schichten in der Thallusrinde (Lithothaimiium) oder am Grunde von 
krugförmigen Konzeptakeln (Lithophyllum) entwickelt. — Melohesia (15 —30) 
farinosa u. a. A. weit verbreitet im Meere. — CoralUna (30 — 50) offieina- 
lis (atlantischer Ozean, Nordsee), C. mediterranea (Mittelmeer), C. rubens 
(Mittelmeer usw.). — Lithothanmiinn (ungef. 80) in allen Meeren. — Litho- 
phyllum (ungef. 50) besonders in den warmen Meeren verbreitet, wie vorige 
ganze Kalkriffe bildend. 

Zweifelhafter Stellung: Hildenhrandia prototypiis im nördlichen 
atlantischen Ozean, H. rivularis in Gebirgsbächen. 



XL Abteilung. EUMYCETES (Fimgi, echte Pilze). 

Ein- oder mehrzellige, niemals Chlorophyll führende, parasitische 
oder saprophytische Pflanzen mit echtem Spitzenwachstum. Mycel- 
bildung fast allgemein. Geschlechtliche Fortpflanzung auf der niederen 
Stufe analog der der Conjugatae, sodann der der Oosporen Siphonales, bei einem 
Teil der Flechten und den Laboulbeniomycetes an die der Florideae (X. Abt. 
2. Klasse) erinnernd, bei Ascomyceten und Basidiomyceten eigenartige Karyo- 
gamie (siehe Fig. 48 — 50). Ungeschlechtliche Vermehrung nur in der ersten 
Klasse bisweilen noch durch Zoosporen, sonst nur durch abgeschnürte Zellen 
(Konidien, Sporen) oder durch unbewegliche endogene Sporen (Endokonidien). 

Poljphjletisch, teils nach iiaten anschließend an die Siphonales in der VII. Ab- 
teilaug', teils ohne nähere Beziehungen, za den lebenden Formen der Abteilnug- VlI, 
mit reicher eigenartiger Entwicklung, bei einig-en Anklänge an die Florideae, an keine 
höhere Abteilung anschließend. 

1. Klasse PHYCOMYCETES (Siphonomycetes). Der vegetative Sproß 
meist einzellig und mit haploidem Zellkern; die Zelle häufig schlauchförmig 
und verzweigt. Außer der ungeschlechtlichen Vermehrung geschlechtliche 
Fortpflanzung durch Zygo- oder Oosporenbildung. Reduktionsteilung der Zell- 
kerne wahrscheinlich gleich nach der Zygosporenbildung. 

1. Reihe ZYGOMYCETES. Mycel reich verzweigt. Ungeschlechtliche Ver- 
mehrung durch Endosporen oder Konidien (Stilosporen), bisweilen auch durch 
Gemmen (Oidiosporen) oder Cysten (Chlamydosporen). Geschlechtliche Fort- 
pflanzung durch Zygosporenbildung. — Saprophyten und Parasiten. 

1. Unterreihe Mucorineae. Ungeschlechtliche Keimzellen entweder in 
Sporangien erzeugte Endokonidien oder abgeschnürte Konidien. 

Farn. MuCOraceae. Sporangium mit Kolumella, vielsporig. Zygosporen 
zwischen den beiden Suspensoren (Progameten) gelagert, welche bis zuletzt ein- 
zellig bleiben. 

§ Mncoreae. Sporangienhaut gleichmäßig ausgebildet, zerfließend oder zer- 
brechend, nicht kutikularisiert. — Miteor (bO)*) mifcedo auf Mist; M. race- 
mosus auf Brot und pflanzlichen Substanzen als »Schimmel« verbreitet; in Glykose, 
auch in Rohrzucker, Alkoholgärung erregend. — Bhizopus nigricans (Mncor stolo- 

•) Die in Klammern angegebenen Artenzahlcn sind stets als nur annähernd 
richtig anzusehen, da namentlich bei den Pilzen der Artbegriff fortwährend schwankt. 



38 XI. Abt. Eumycetes. 1. Kl. Phycomycetes. 1. R. Zygomycetes. 2. U.-R. Entomophthorineae. 
2. R. Oomycetes. 1. U.-R. Monoblepharidineae. 2. U.-R. Peronosporineae. 

nifer) auf faulenden Pflanzenresten (heterothallisch, d. h. die Progameten zwei 
verschiedenen Rassen angehörig). — Sporodinia (9) aspergülus (Zygosporenstadium : 
Sifzygites) auf fleischigen Hymenomyceten (homothallisch, d. h. ^ie Progameten 
demselben Mycel angehörig). — Phycomyces (2) nitens in Ölmühlen, auf Öl- 
kuchen, auf Brot usw. (Fig. 36 A). — Absidia (5) septata (Fig. 36 B) auf Pferde- 
mist. — Thamnidhün (10) elegans auf modernden Substanzen. 

§ Piloboleae. Sporangienhaut in der oberen Hälfte mit kutikularisierter 
Kappe, in der unteren Hälfte dünn. — Pllobolus (7) auf Mist von Pflanzen- 
fressern (positiv heliotropisch). 

Fam. Mortiereilaceae. Sporangien ohne Kolumella. Sporangienträger 
häufig mit zahlreichen abstehenden Seitenästen. Zygosporen häufig von einer 
dicken Hülle eingeschlossen, welche durch zahlreiche verflochtene Fäden gebildet 
wird. — Mortierella (16) auf modernden Vegetabilien, besonders Hymenomyceten. 

Farn. Choanephoraceae. — Choanephora (1) mit in lebenden Pflanzenteilen kriechen- 
dem Mycel, mit Konidienträgern und Sporangienträgern. 

Fam. Chaetociadiaceae. Konidien (auf eine Spore reduzierte Sporangien) 
an verzweigten Seitenästen. Zygosporen wie bei vorigen. — Cfiaetocladiuin (2) 
Jonesii und Ch. Brefeldii parasitisch auf Mucor mucedo an Mist. 

Fam. Piptocephalidaceae. Konidien reihenweise durch Quergliederung von 
strahlig angeordneten Asten gebildet. Kopulierende Myceläste aufsteigend; Zygo- 
spore an der Spitze der Kopulationsäste, nachdem in jedem derselben eine 
Scheidewand gebildet wurde. — Piptocephalis (8) Freseniana parasitisch 
auf Mucor mucedo an Pferdemist (Fig. 37). 

2. Unterreihe Entomophthorineae, Ungeschlechtliche Keimzellen einzeln- 
stehende, am Ende eines Fruchtträgers abgeschnürte Konidien, welche bei 
der Reife abgeschleudert werden. 

Fam. Entomophthoraceae. Mycel reich entwickelt, meist in lebenden 
Tieren, seltener auf Pflanzen oder saprophytisch. — Empiisa (11) mtiscae 
auf den Stubenfliegen (Fig. 38), E. aiäicae auf Raupen. — JEntomopJitJiora (ZO) 
rhnosa an Mücken, E. sphaerosperma an Raupen von Kohlweißlingen. — Basi- 
diobolus (2) ranarum auf den Exkrementen von Fröschen. 

2. Reihe OOMYCETES. Mycel bisweilen nur schwach entwickelt. Unge- 
schlechtliche Vermehrung häufig durch Schwärmsporen oder durch Konidien. 
Geschlechtliche Fortpflanzung durch Oosporenbildung. — Parasiten. 

l.Vnterreihe (Ordnung) Monoblepharidineae. Mycel entwickelt. Antheridien 
bewegliche Spermatozoiden bildend, welche in das Oogon eindringen. 

Fam. Monoblepharidaceae. — Monohlepharis (2) sphaerica auf abgestorbenen 
pflanzlichen und tierischen Geweben im Wasser (Fig. 39). 

2. Unterreihe (Ordnung) I^eronosjwrineae. Konidien- oder Sporangienträger 
zahlreiche Konidien oder Sporangien bildend. Oogonium entweder einen 
Eikern in der Mitte und mehrere im Periplasma oder mehrere Eikerne in 
der Mitte enthaltend. Antheridien Befruchtungsschläuche treibend; keine Spermato- 
zoiden, sondern ein oder mehrere Spermakerne, welche mit dem Eikern oder den Ei 
kernen kopulieren. 

Fam. Aibuginaceae. Sporangienträger keulenförmig, unter der Oberhaut 
der Wirtspflanze die Sporangien in Ketten abschnürend. — Albitffo (Cysto- 
pus) (12) Candida auf Cruciferen, A. tragopogonis auf Kompositen. 

Fam. Peronosporaceae. Parasiten in Landpflanzen. Mycel verzweigt, ein- 
zelne Träger entwickelnd, welche aus der Oberhaut hervortreten; diese tragen ein- 
zelne abfallende Zellen, welche entweder direkt keimende Konidien oder Schwärm 



XI. Abt. Eumycetes. 1. Kl. Phycomycetes. 1. R. Zygomycetes. 2. E. Oomycetes. 39 






Fig. 36. Zygosporen A von Phycomyces nitens; 
B von Absidia septata, Suspensoren mit langen, 
ungeteilten, am Ende spiralig eingerollten und 
die Spore lose umgebenden Hüllfäden. — Nach 
Van Tieghem und Le Monnier. 






^-ü 




Fig. 37. Piptocephalis Frese- 

niana. A Konidienträger; B 

bis D Bildung der Zygospore. 

— Nach Brefeld. 





Fig. 39. Monoblephans 
sphaeriea. a geöffnetes 
Oogonium mit Ei. b An- 
theridium mit austreten- 
den Spermatozoiden. — 
Nach Cornu. 



Fig. 38. Empusa museae. A eine 
durch den Pilz getötete Fliege mit 
den abgeschleuderten Konidien. 
B Stück eines Fliegenkorpers mit 
Konidienträgern u. sieii ablösenden 
Konidien. C Myoelsohläuche ans 
dem Fettkörper d. Fliege. D Koni- 
dienträger; i? abgeschleuderte Ko- 
nidie. F Bildung einer sekundären 
Konidie. (A nat. Gr., .ß "^ ,, C—F 
»">/,.) — Nach Brefeld. 



40 XI. Abt. Enmycetes. l.Kl.Phycomycetes. 2.R.Oomycetes. 3.U.-R Saprolegniineae. 4,U.-R.Chytridiineae. 



Sporen erzeugende Sporangien sind. — Phytophthora (3) infestans, Ursache 
der gefährlichen und rasch fortschreitenden Kartoffelkrankheit »Trockenfäule«; 
Ph. cactorum auf Treibhauspflanzen, sowie auf den Keimlingen von Buche, 
Ahorn, Eiche, Coniferen usw. — Bremia lactucae auf Kompositen. — Perott o- 
spora (60) calotheca auf Rubiaceen; P. parasitica auf Cruciferen; P. trifoli- 

orum auf Leguminosen; P. 
effiisa auf Chenopodiaceen ; 
F. arborescens auf Papaver- 
Arten (Fig. 40). — Plas- 
mopat'a (15) iviticola auf 
Weinreben, der »falsche 
Mehltau«, sehr gefährliche 
Epidemien hervorrufend, aus 
Nordamerika stammend (Fig. 
41); P. nivea auf Umbelli- 
feren. 




Fig. 40. Peronospora arborescens. Bildung der Oospore. A der 
Antheridienzweig (a) legt sich dem vielkernigen Oogonium (o) 
an. B er bildet den Befruchtungsfortsatz s. G Oogonium mit 
einkerniger Spore nach der Befruchtung. — Nach de Bary 
und Wag er. 



3. Unterreihe (Ordnimg) 
Sapro/efjniin eae. M y c e 1 r e i c h 
entwickelt. AntheridienBe- 
f ruchtungsschläuche in das 
meist viele Eizellen entlial- 
tende Oogon treibend und 
Kerne abgebend, von denen je 
einer mit einem Eikern ver- 
schmilzt. Schwärmsporen in 
Sporangien, keine Konidien. 

Farn. Saprolegniaceae. 

Mycel schlauchartig, nicht ein- 
geschnürt. Zoosporangien zylin- 
drisch. Oogonien in der Jugend 
vielkernig, später, infolge De- 
generation mehrerer Kerne, mit 
wenigen Kernen im dünnen Pro- 
toplasmabelag, welche sich teilen ; 
die Tochterkerne werden durch 
Anlagerung von Protoplasma zu 
Kernen der Oosphären. — Sa- 
jyroleitnia (11) monoica, S. 
ferax u. a. (Fig. 42). — Achlya 
(18) prolifera auf abgestorbenen 
Insekten im Wasser, auch an 
Fischen. — Aph<ntomyces{A^ 
an toten Insekten. 

4. Unterreiho (Ordnung) f 7*?/- 
truNitieae. Reduziert. Mycel 
schwach oder fehlend. Zelle 
zu einem einzelnen Sporan- 
ginm oder durch Teilung sich 
zu einem Sporangiensorus ent- 
wickelnd. 

Fam. Olpidiaceae. Mycel oder Rhizoiden fehlend. Schwärmsporen in das 
Innere lebender Zellen eindringend. Die Schwärmspore entwickelt sich direkt 
zu einem einfachen Sporangium oder zu einem Dauersporangium. — Olpidinrn(2b) 




Fig. 41. Plasmopara viticola. A Konidienträger mit Koni- 
dien (daneben Oosporen). B Haustorien. C Schwärmsporen- 
bildung. (.4 etwa "/„ B, C «"7,.; — Nach Millardet. 



XI. Abt. Eumycetes. 1. Kl. Phycomycetes. 2. R. Oomycetes. 4. U.-R. Chytridiineae. 



41 



endogenum und 0. ento- 
phytum in Algen; 0. 
penduhmi in Pollen- 
zellen. — Ectrogella (1) 
bacillariacearum in ver- 
schiedenen Bacillaria- 
ceen. 

Fam. Synchytria- 
ceae. Durch Teilung des 
Fruchtkörpers entsteht 
ein Haufen oder Sorus 
oder eine Reihe von 

Schwärmsporangien. 
Sporangien im Innern 
vonPflanzen ; auchDauer- 
sporangien , in denen 
wiederum Schwärmspo- 
ren entstehen. — Syii- 
vJiytHutn (Pycnochij- 
trium) (30) anemones 
axii Anemone nemorosa, 
S. mercurialis auf Mer- 
curialis perennis, 8. glo- 
bosum auf verschiede- 
pen Pflanzen, S. aureutn 
sehr verbreitet auf ver- 
schiedenen Pflanzen, be- 
sonders auf Lysimachia 
mimunularia. 

Fam. Rhizidiaceae. 

Auf ein Rhizoid und ein 




Fig. 42. A — C Saprolegnia Thuretü. A Fliege mit Saprolegnia-B.a.seJi. 
B Schwärmer- Sporangium. G ein solches bei der Entleerung. — 
D S. monilifera. Oosporangien. — E S. Thuretü, Oogonium und 
Antheridium. — FS. astero^hora, Oogonium und Antheridium. A nat. 
Gr., B—D etwa ^"Vi, E "V^, F ^°%. A—C nach Thuret, D—F 
nach De Bary. 




Fig. 4.S. Chytridium olla. A, B Schwärmersporangien, A in natürlicher Lage C^'^/i), B frei ('°7i)- 

G, D Dauersporangien; G in natürlicher Lage, D keimend, Schwärmersporangium und Dauersporangium 

im Zusammenhang. E Gh. olla, der Oospore eines Oedogonium aufsitzend, ein Schwärmersporangium h die 

Schwärmsporen entleerend. — A, B nach A. Braun, G — E nach De Bary. 



42 XI. Abt. Eumycetes. 1. Kl. Phycomycetes. 2. R. Oomycetes. 5. Ü.-R. Ancylistineae. 2. Kl. Ascomycetes. 

1. U. Euascales. 

einzelnes Sporangium beschränkt. — Plilyctochytrium (5) hydrodidyi auf Hydro- 
didyon. — Ehizophidinm glohosnm auf verschiedenen Algen. — Chytridium 
(7) olla auf den Oogonien von Oedogonium (Fig. 43). 

Fam. Cladochjtriaceae. Mycel weit ausgebreitet. Sporangien terminal oder inter- 
kalar. — Cladochytrium (2) tenue im Gewebe von Acorus und Iris. — Physoderma (13) in 
Parenchymzellen vieler Sumpfpflanzen. 

Fam. Hypochytriaceae. 

Fam. Oochytriaceae. Sporangium durch Kopulation gebildet. — Poly- 
phagus (1) euglenae auf Euglena viridis. — Urophlycfis (4) pulposa in Cheno- 
podiaceen. 

5. Unterreihe (Ordnung) Ancylistiueae. Reduziert. Mycel schwach ent- 
wickelt. Fruchtkörper durch Querteilung in eine Kette von Zellen geteilt, 
welche sich teils zu Seh wärmersporangien, teils zu Antheridien uiid Oogo- 
nien entwickeln. Oogonium eine Eizelle enthaltend. 

Fam. Lagenidiaceae. Fruchtkörper vollkommen in Sporangien oder Sexualzellen 
zerfallend. Mycel fehlend. — Lageniclium (5) Rabenhorstii in Spirogyra. 

Fam. Aucylistaceae. Fruchtkörper durch Querteilung in eine Kette von Zellen 
geteilt, welche sich teils zu Schwärmersporangien, teils zu Antheridien und Oogonien ent- 
wickeln. — Ancylistes (1) closterii in Closterium-Arien. 

Fam. Leptomitaceae. Die Schläuche durch Einschnürungen, nicht durch 
Querwände gegliedert. Schwärmersporangien zylindrisch. — Leptomitus (1) ladeus 
in Abwässern von Zucker-, Stärke und Spritfabriken, in fließendem Wasser. 

Fam. Pythiaceae. Mycel dünn, meist saprophytisch, seltener parasitisch, 
bisweilen auch im Wasser. Schwärmersporangien kugelig, den Oosporangien ähnlich, 
vom Mycel streng geschieden. Auch Konidienbildung. — Pythium (16) De- 
haryanum in den Kotyledonen von Keimlingen und in Prothallien; P. proli- 
ferum auf toten Insekten im Wasser. 

Anhang zu deu Phycomyceten. 

Von unsicherer systematischer Stellung ist folgende Familie, welche einige 
Anklänge an Phycomyceten zeigt, aber durch mehrzelliges Mycel verschieden 
ist. Sie wurde früher als Vorstufe der Ascomyceten angesehen. 

Fam. Ascoideaceae. Reich verzweigtes und gegliedertes Mycel, dessen Aste einer- 
seits Konidien, anderseits langgestreckte Sporangien mit zahlreichen sehr kleinen Sporen 
tragen. Die Sporangien öffnen sich durch Kappen, und die neugebildeten Sporangien 
wachsen in die Hüllen der entleerten Sporangien hinein. — Ascoidea (1) rubescens. auf um- 
gehauenen Buchen im Saftfluß der verletzten Stellen. 

2. Klasse ASCOMYCETES. Mycel vielzellig. Sporen in sogen. 
Schläuchen oder Ascis. Ascus zuerst zweikernig; nach der Verschmelzung der 
Kerne entstehen durch freie Zellbildung die (typisch in der Zahl 8 vorhandenen) 
Ascosporen. Nach der Sporenbildung bleibt in den Ascis ein Teil des Plasmas 
als Epiplasma zurück." In verhältnismäßig wenigen Fällen wurden Vorgänge beob- 
achtet, welche als Sexualakte gedeutet werden, aber erst nach weiteren 
Beobachtungen sich vielleicht für eine Einteilung der Euascales werden ver- 
werten lassen. Das in mehreren Fällen beobachtete Ascogon sehr verschieden, 
entweder direkt zu Ascis auswachsend oder in Hyphen aussprossend, deren Äste 
in Asci endigen (ascogene Hyphen). — Vergl. Fig. 48 — 50. 

1. Reihe EUASCALES. Charakter der Klasse. Häufig mannigfache Konidien- 
bildungen, auch in Pykniden. Häufig Sklerotien (harte Dauermycelien , nicht 
selten zur Überwinterung geeignet). 



XI. Abt. Eumycetes. 2. Kl. Ascomycetes. 1. R. Euascales. 1. U.-R. Plectascineae. 



43 



1. Unterreihe (Ordnung) Plectascineae. Fruchtkörper meist rundlich, mit 
steriler fast immer mündungsloser Oberflächenschicht. Asci als Aus- 
zweigungen oder Glieder unregelmäßig verästelter Hyphen entstehend, in 
großer Zahl das Innere des Fruchtkörpers ausfüllend, in der Regel rundlich, 
mit 2 — 8 ein- oder mehrzelligen Sporen. Mycel wohlentwickelt. Konidien 
bei vielen bekannt. 

Fam. Gymnoascaceae. Fruchtkörper mit einer aus locker verflochtenen 
Hyphen bestehenden Peridie. — Gymnoascus (5 — 7) Reessii auf Mist. — Myxo- 
trichum (2) chartarum auf faulendem Papier usw. 




:vjv»jj.^jj,^>^ 



Fig. 44. Elaphomyces cervinics. A reifer Fruehtkörper im Zusammenhang mit einer Kieferwurzel C^). 
B junge Fruchtanlage ebenso, schwach vergr. C reifer Fruchtkörper von außen, D Längsschnitt durch 
einen noch nicht ganz reifen Fruchtkörper, schwach vergr.; E Ascus, stark vergr. — Nach Reess, 

Fisch und Fischer. 



/ 



Fam. Aspergiliaceae. Peridie dicht. Fruchtkörper klein, oberirdisch, un- 
gestielt; Peridie sich meist nicht von selbst öffnend. — Aspergillus (7 — 10) 
herbarioruni, sehr verbreiteter Schimmelpilz; A. niger auf feucht liegenden Vege- 
tabilien, auch im menschlichen Ohr; A, ovifxae, Diastasebildner bei der Darstellung 
der japanischen Soja-Sauce und bei der Bereitung von Reiswein (Sake); A. Weniii, 
in Java auf gekochten Sojabohnen auftretend und zur Darstellung von Soja- 
Sauce verwendet; A. funiigatiis auf faulenden Pflanzenteilen, sowie pathogen in 
verschiedenen Organen (Trommelfell, Hornhaut, Lunge) des Menschen. — Peni- 
cilliiitti (4) criistaceuni (Pinselschimmel), kosmopolitisch; _P. breriraiile 
entwickelt auf Nährsubstrat, selbst wenn dieses nur sehr geringe Mengen von 
Arsen enthält, starken Geruch nach Knoblauch und dient deshalb zum Nachweis 
von Arsenvergiftungen. — EmeviceUa (2) (Italien, Ostindien). — Citromyces, 
in zuckerhaltigen Flüssigkeiten Zitronensäure erzeugend. 



44 



XI. Abt. Eumycetes. 2. Kl. Ascomycetes. 1. R. Euascales. 2. U.-R. Perisporiineae. 



Fam. Onygenaceae. Peridie des meist gestielten Fruchtkörpers bei der 
Reife ringförmig, lappig oder unregelmäßig sich öffnend. — Onygena (6) equina 
an faulenden Hufen von Ein- und Zweihufern, sowie auf den Hörnern der letzteren. 

Fam. Trichocomaceae. — Trichocoma (2, tropisch), nicht unterirdisch. 

Fam. Elaphomycetaceae. Peridie des ziemlich großen, knollenförmigen, 
unterirdischen Fruchtkörpers gegen das Innere scharf abgegrenzt, sich nicht 
spontan öffnend. Sporenmasse bei der Reife pulverig, — Elaphomyces (23) cer- 
vinvH (=^ E. granulatus) unter Kiefern und Fichten, seltener unter Eichen 
und Buchen (Fig. 44). 

Fam. Terfeziaceae. Peridie vom Innern des unterirdischen, knollenförmigen 
Fruchtkörpers wenig abgegrenzt. Sporenmasse nicht pulverig. — Terfezia (16) 
leonis unter Cistaceen im Mittelmeergebiet, u. a. A. geschätzte Speisepilze. — 
CJwirotmjces (2) niaeandrifortnis in Laub- und Nadelwäldern Mittel- 
europas, Speisepilz, oft mit Tuber magnatum verwechselt. 

Fam. Mjriaogiaceae. — Myriangium (B in wärmeren Ländern) auf Zweigen. 




Fig. 45. Enjsibe cichoriacearum. a Mycelfäden, fe Antheridium, c Ascogon, d und e junge Perithecien. 

— Nach Warming. 



2. Unterreihe Perisporiineae. Peridie kugelig, geschlossen bleibend oder 
aber nur in der oberen Hälfte ausgebildet und dann sich meist mit einem 
Loch öffnend. 

Fam. Erysibaceae. Luftmycel weiß. Fruchtkörper + kugelig, mit An- 
hängseln, ohne Mündung oder am Scheitel unregelmäßig zerfallend. Die erste 
Anlage des Peritheciums (Fig. 45) besteht aus einem Ascogonium und einem An- 
theridium, dessen einer Zellkern sich mit dem einen des Ascogöniums vereinigt. 
Während dassplbe von am Grunde entspringenden Hüllfäden eingeschlossen wird, 
wächst es durch Teilung zu einer Reihe von Zellen aus, deren eine entweder (bei 
Sphaerothcca) direkt zum Ascus wird oder (bei Erysihe) mehrere ascogene Fäden 
entwickelt. Konidienform: Oidium. — Parasiten auf Pflanzen, auf denselben 
weißliche Überzüge (Mehltau) bildend. — Sphacrotheca (14) pannosa auf Rose 
und Pfirsich; Sph. hiimuli (Castag)iei) auf Hopfen und vielen anderen Pflanzen. 
— Krißsibe (20) graminis auf Gräsern; E. Martii und E. communis (auf vielen 
Pflanzen) sowie mehrere andere häufig (Fig. 4G A — E). — Vnviniila (20) 
spiralis (Oidium Tuckcri) auf dem Weinstock, Ursache des großen Schaden 
verursachenden >echten Mehltaus« des Weinstockes, sowie des sog. »Beeren- 
bruches«; (f. aceris auf Ahorn. — PhyUactinia (2-3) suffulta auf vielen 
Bäumen und Sträuchern. — Microsphnera (30) herheridis auf Berberitze; M. alni 
auf Alnus, Betula, Rhamnus und vielen anderen Bäumen (Fig. 46 F — H). 



XI. Abt. Euinycetes. 2. Kl. Ascomycetes. 1. R. Euascales. 3. U.-R. Tuberineae. 



45 



Fam. Perisporiaceae. Luftmycel fehlend oder dunkelfarbig. Fruchtkörper 
ohne Anhängsel. — Apiosporium (20) salicinum, schwarze Mycelflocken auf 
Weiden und Pappeln bildend: Ä. tÜiae auf Lindenästen. 

Fam. Microthyriaceae. Luftmycel fehlend oder dunkelfarbig. Fruchtkörper schild- 
förmig. — Sehr zahlreich in den Tropen, ungenügend bekannt. 





^^^""^^ 



^^^%^^ 



Fig. 46. Ei-ysihaceae. A, B Eiijsibe communis. A junger Fruchtkörper mit Ascogon, im Querschnitt (""/i)« 
B Fruchtkörper und Konidien (etwa "Vi)- — C, D E. heraclei, C Haustorfen, D Schläuche (*°7i)- 
— E E. astragali, Fruchtkörper mit Konidienträgern in Verbindung. — F, G Microsphaera berberidis, 
F Fruchtkörper, G Schläuche. — HM. alni, Fruchtkörper (^"Vi)- — A, C, D nach De Bary, das 

übrige nach Tulasue. 



3. Unterreihe (Ordnung) Tuhei'ineae. Fruchtkörper unterirdisch, ziemlich 
groß, mit vielen unregelmäßig gewundenen Kammern, deren Wände von 
dem Ascohyraenium bekleidet sind. Asci mit 1 — 8- großen Sporen. Mycel 
fadenförmig, den Wurzeln von Bau men ansitzend und an denselben Mykor- 
rhizen bildend. Konidien nicht bekannt. 



46 XI. Abt. Eumycetes. 2.K1. Ascomycetes. l.K.Euascales. 4. U.-R. Phacidiineae. 5.U.-R. Protocaliciineae. 

6. U.-R. Hysteriineae. 

Farn. Eutuberaceae. Fruchtkörper mit + hohlen Gängen, deren Wan- 
dung von Ascohymenium überzogen ist; diese nach außen mündend oder sich 
in die pseudoparenchymatische Rinde des Fruchtkörpers fortsetzend. — Genea 
(8) verrucosa unter Eichen, Buchen, Kastanien in Norditalien, Deutschland, 
Frankreich, England. — Tnher (35 — 55) aestivuin (Speisetrüffel) in Laub- 
wäldern von Norditalien, Frankreich, Deutschland, Böhmen und der Schweiz; T. 
Imiinale mit der Form mefanosporum (Perigordtrüff el) , sehr aromatisch, 
meist unter Eichen in Baden, im Elsaß, Frankreich und Norditalien; T. tnag- 
natunif sehr geschätzte Speisetrüffel, in lehmigem Boden, unter Weiden, Pappeln, 
Eichen in Norditalien und Frankreich. 

Fam. Balsamiaceae. Fruchtkörper mit rings geschlossenen, nicht nach 
außen mündenden, hohlen Kammern, deren Wandung vom Hymenium überzogen 
ist. — Balsamia (4) vulgaris in Buchenwäldern oder unter Gras in Parkanlagen. 

4. Unterreihe (Ordnung) Phacidiineüe. Fruchtschich t 
lange von einer festen Decke überzogen, welche erst 
bei der Fruchtreife zerrissen wird. Fruchtkörper 
rundlich, meist sternförmig aufreißend. 

Fam. Stictidaceae. Fruchtgehäuse fleischig weich, hell 
gefärbt. Scheibe von den Lappen des Gehäuses umgeben. — 
Stictis (70) radiaia an Laubhölzern und Stengeln. 

An diese Familie schließen sich wahrscheiDlich nnter 
den Flechten die Graphidaceae aus der Unterreihe der Gra- 
phidineae an, möglicherweise auch einig-e Discocarpineae. 

Fam. Tryblidiaceae. Fruchtkörper lederig oder kohlig, 
schwarz, anfangs eingesenkt. Hypothecium dick. — Auf faulen- 
den Pflanzenteilen. 

Fam. Phacidiaceae. Fruchtkörper in das Substrat 
eingesenkt. Hypothecium dünn, wenig entwickelt. — Pha- 
cidium (70) dbietinum auf Tannenblättern. — Rhytisnia 
(22) acerinuTTif im Herbst auf den Blättern von Acer 
auffällige schwarze Flecken hervorrufend, Rh. salicifiuni 
auf Blättern von Salix. 
Fig. 47. Lophodermmmpi- 5 xJnterreihe (Ordnung) Protocaliciineae. Asci zur 

nasiz-i. a Nadeln von Pmus Zeit der Sporenreife verschwindend; die Sporen mit 
«iZvesfm, mit Fruchtkörpern den meist verlängerten Paraphysen zu einer Masse 
besetzt (nat. Gr.). h zwei verklebend. 

Paraphysen und ein Sporen- „ r» a i- • tti S ^i .. 1. 1 

schlauch mit den acht hellen, Fam. PrOtOCallCiaCeae. Fruchtkorper anfangs krug- 

fadenförmigen Sporen. — förmig, sitzend oder lang gestielt. — Caliciopsis. — Myco- 
Nach Rostrup. calicium parietinwii an Holzplanken. — Mi/coconioci/be, 

meist auf Baumrinden und parasitisch auf Flechten. 

An diese Familie schließen sich unter den Flechten die Caliciaceae und durch 
ihre Vermittelung alle Ubrig'eu Coniocarpineae an. 

6. Unterreihe (Ordnung) Hysteriineae. Fruchtschicht wie bei der 4. Unter- 
reihe; aber der Fruchtkörper meist lang gestreckt; die Decke durch Längs- 
spalt sich öffnend. 

Fam. Hypodermataceae. Gehäuse des eingesenkten Fruchtkörpers mit den 
bedeckenden Schichten verwachsen, häutig lederig. — Hypoderma (30) commune, 
häufig an den Stengeln von Kräutern schwarze Flecken bildend. — Lof^ho- 
dermiinn (30) pinastri auf den Blättern von Koniferen, die sogenannte 
»Schütte« der Kiefer verursachend (Fig. 47); L. nervisequitini, Ursache des 
»Ritzenschorfs« der Weißtanne. 

Fam. Dichnenaceao. — Fam. Ostropaceae. 




XI. Abt. Eumycetes. 2. Kl. Ascomycetes. 1. R. Euascales. 7. U.-R. Pezizineae. 



47 




Fig. 48. Darstellung des Sexnalaktes und der Ascosporenbildung bei Pyronema omphalodcs, nach Claußen ; 
aber schematisiert. A ein Antheridienast (cf) an.a wächst an einen ascogonbildenden Gabelast (9) 
heran, dessen Ascogonanlage ascg.a schon mit einer Trichogynanlage tr.a versehen ist. B Sexualorgane 
kurz vor der Befruchtung; das Antheridium tritt mit dem Trichogyn in Verbindung, die Zellkerne des 
Ascogons sind schwarz, die des Antheridiums weiß markiert. C Sexualapparat nach der Befruchtung; 
das Trichogyn tr in Verbindung mit dem bereits entleerten Antheridium; im Ascogon noch einige 
Kernpaare, die übrigen in den ascogenen Hyphen ascg.h; prph.a Paraphysenanlage. D — I schematische 
Darstellung der Hakenbildung, die der Ascusbildung vorangeht; bei G Teilung der Kerne in dem haken- 
förmigen Fortsatz, bei H Abtrennung des Stiels und der Spitze vom Hakenbogen und Paarung der Kerne 
im Hakenbogen, bei I der durch Verschmelzung entstandene Ascuskern in der Ascusanlage asc.a, darunter 
Verschmelzung von Stiel und Spitze und Zusammentreten ihrer Kerne. A' Ascogene Hyphen, welche 
bis zu den reifen Ascis hinauf zu verfolgen sind, h die Hakenzellen neben den Stielzellen, asc reifer 
Ascus mit den Sporen sp. — Gez. von Dr. Brandt und J. Pohl. 



48 



XI. Abt. Eumycetes. 2. Kl. Ascomycetes. 1. R. Euascales. 7. Ü.-R. Pezizineae. 



Fam. Hysteriaceae. Fruchtkörper frei, mit schwarzem, kohligem Gehäuse. 
Fruchtscheibe rundlich oder linienförmig. — Mysterium (60) pulicave an 
alten Stümpfen und der Rinde von Laubhölzern. 

An diese Familie schließen sich wahrscheinlich unter den Flechten die Gattungen 
Graphis und Opegrapha (Graphidaceae) an. 

7. Unterreihe (Ordnung) Pezizineae. Fruchtschicht anfangs + vollkommen 
eingeschlossen, jedoch ohne feste Decke und sehr bald frei werdend (Peri- 
dium oder Hypothecium). 

Fam. Pyronemataceae. Fruchtkörper von Anfang an offen, konvex. 
Peridium fehlend oder sehr schwach. — Pyt'onenia (20) oniphalodes (P. con- 
ßuetis), auf verlassenen Kohlenmeilern, auf Lohe, Blumentöpfen usw., sehr 
interessant wegen der hier leicht zu beobachtenden Entwickelung der Frucht- 
körper. Das keulenförmige Antheridium und das kugelige Ascogon sind viel- 




Fig. 49. Entstehung des Ascus. A Peziza (Ace- 
tabula) leucomelas. 1 die oberste Zelle a, noch 
zweikernig, wird direkt zum Ascus, dessen beide 
Kerne m 2 a verschmolzen sind. — B Peziza ca- 
tinus. Die untere Zelle von 1 wächst seitlich zum 
Ascus a in ^ aus, dessen Kerne in 3 verschmolzen 
sind. — G Peziza rutilans. Der Ascus entsteht 
auf der Krümmung; 2 junger Ascus mit zwei 
Kernen, welche in 3a verschmelzen. — Nach 
("1 außen und Guiliiermond. 




Fig. 50. Entwicklung der Sporen im Ascus. 
1. mehrere Entwicklungsstadien der Asci, 
a zweikernig, b nach Verschmelzung der Kerne, 
c nach der ersten Teilung des gepaarten Kernes, 
p Paraphyse. 2. Ascus mit vier in Teilung 
begriffenen Kernen. 3. Ascus mit acht Kernen. 
4. Ascus mit acht jungen Sporen. 5. Ascus 
mit acht reifen Sporen. — Nach De Bary 
und Quillier mond. 



kernig, das letztere besitzt einen durch eine Wand getrennten Konjugations- 
schlauch (Trichogyn), in welchen zuerst die Antheridienkeroe übertreten, um 
dann nach Verschwinden der trennenden Wand in das Ascogon einzudringen 
und sich in demselben einzeln den Ascogonkernen anzulegen; dann entstehen 
an dem Ascogon als Ausstülpungen die ascogenen Hyphen, in welche die 
gepaarten Kerne einwandern. Darauf erfolgt Hakenbildung und Verschmelzung 
von zwei gepaarten haploiden Kernen (mit einfacher Chromosomenzahl) im 
Hakenbogen, danach die Teilung des entstandenen diploiden Kernes (mit doppelter 
Chromosomenzahl) zur Bildung der Ascosporen (Fig. 48. Vergl. auch Fig. 49, 50). 
Schon vor diesen Vorgängen sind am Ascogon und den benachbarten vegetativen 
Zellen Hyphen für das Hypothecium und die Paraphysen gebildet worden. 

Fam. Pezizaceae. Fruchtkörper anfangs konkav. Peridium fleischig. 
Schläuche bei dur Reife über die Fruchtschicht nicht hervortretend. — Lach- 
nea (100) scutellata auf Erde, faulem Holz usw. — Peziza (150) (Fig. 49) 



XI. Abt Eumycetes. 2. Kl. Asconiycetes. 1. R. Euascales. 7. U.-R. Pezizineae. 



49 



leucomelas auf Erde, P. catinus auf Erde und faulem Holz, P. vesiculosa auf 
Dunghaufen und Gartenerde, /-". acetahulum in Wäldern, P. aurantia in 
feuchten Wäldern zwischen Moos, P. rutüans, mit roter, flockiger Scheibe, häufig 
in Wäldern der nördlichen Hemisphäre. — Otidea leporina und 0. onotica auf 
dem Boden von Wäldern zwischen Laub. 

Fam. Ascobolaceae. Wie vorige; aber Schläuche bei der Reife über die 
Fruchtscheibe hervortretend. (40) meist auf Mist, z. B. Ascoholus stercorarius. 

Fam. Helotiaceae. Fruchtkörper mit Peridium, welches aus langgestreckten, 
parallel laufenden, pseudoparenchymatisch gefügten, hellen und dünnwandigen 
Hyphenzellen gebildet ist. — Sarcoscypha (20) coccinea auf faulenden Ästen. — 
Chlorospletiiiim (10) aeruginascens und C. aeruginosum auf faulem Holz, 
dasselbe durch den von den Hyphen abgesonderten Farbstoff grün färbend. — 
Sclerotinia (iO) mit Sklerotien; Sc. ur- 
nula auf Preißelbeerpflanzen ; Sc. baccarum 
auf der Heidelbeere; Sc. Fiicheliana auf 
Weinblättern und -Ranken (hierzu vielleicht 
als Konidienform Botrytis cinerea, welche 
die »Edelfäule« der Trauben hervorruft), 
.SV. scler'otiorunif häufig in feuchtem 
Boden auf den Wurzeln von Raps, Runkel- 
rüben, Rettig, Bohnen, Hanf usw., diese 
vernichtend; Sc. trifoliorutn auf Klee- 
arten; Sc. hulbornm auf Hyazinthen- 
zwiebeln ; Sc. ledi, heteröcisch, auf Ledum 
palustre und Vaccinium uliginosum; Sc, 
fructigena mit der hellen bräunlich- 
gelben Konidienform Mo7iilia fructigena 
auf Äpfeln und Birnen; Sc. laxa mit der 
weißen Konidienform Monilia laxa auf 
Aprikosen; Sc. cinerea mit der grauen 
Konidienform Monilia -cinerea auf Kir- 
schen. — Dasyscyplia (159) Will- 
kotnniii, Ursache des Lärchenkrebses. — 
Helotiiun (200) (Fig. 51) herharum auf 
faulenden Kräuterstengeln, H. citrinum 
auf faulendem Holz. — Lachnum (150). — 
Coryne (10) sarcoides auf faulendem Holz. 

Fam. Mollisiaceae. Wie vorige; aber Peridium aus rundlichen oder eckigen, 
pseudoparenchymatisch gefügten, dick- und dunkelwandigen Zellen gebildet. — 
Mollisia (150) cinerea an naß liegenden Ästen. — Fseudopeziza (10) trifolii 
auf Klee, sehr schädlich. — Orhilia (50) coccine.Ua auf Holz, Flechten und Hut- 
pilzen. — Calloria (10) fusarioides auf Nesseln. 

Fam. Celidiaceae. Fruchtkörper leder-, hörn- oder knorpelartig. Enden 
der Paraphysen ein Epithecium bildend. Peridium fehlend. — Zum Teil mit 
Algen Flechten bildend. Auf Holz, Rinde und Flechten. — Ägyrium (10). — 
CeHdium (9) stictaruni auf der Fruchtscheibe der Flechte Sticta pulmonacea. 
— Mycartlionia. 

Au diese Familie schließen sich uuter den Flochten einigte Ccattnug-en der 
Graph/idineae ao, z. B. Arthonia uud Arthoteliuin (Graphidaceae). 

Engler, Syllabus. 4 




Fig. 51. A, B Helotium citrinum. A Habitus, 
nat. Gr.; B Schlauch mit Paraphysen. — C, 
D H. herharum. C Schlauch mit Ptraphysen; 
D Mycel mit Konidien. — EH. serotinum, 
Schlaujch mit Paraphysen, stark vergr. — B, 
C, E nach Kehm, D nach Brefeld. 



50 XL Abt. Eumycetes. 2.K1. Ascomycetes. l.R.Euascales. 8. U.-R.Helvellineae. O.U.-RPyrenomycetineae. 



Farn. Patellariaceae. Fruchtkörper von Anfang an frei, Schüssel- oder 
tellerförmig, mit leder- oder hornartiger Peridie. — Viele auf Flechten und auch 
Flechten bildend. — Biatorella (10). — Patellea (4). — Patinella (25). — 
Patellaria (30). — Karschia (25). 

Ad diese Familie schließen sich nuter deu Flechten mehrere Gattungen der 
Cyclocarpineae an, z. B. Buetiiaceae: Lecidea an Patellaria, Biiellia an Karschia ; 
ferner auch (iattnugen der Graphidiaeae: Placo(jrapha, Platyyrapha, Dirina, 
Rocctlla. 

Fam. Cenangiaceae. Fruchtkörper anfangs eingesenkt und von einer 
schwindenden Haut eingeschlossen, dann krug- oder becherförmig. — Cenan- 
f/itim (70) ahictis auf Kiefern, bisweilen wegen des die Zweige durchziehenden 
Mycels sehr schädlich. — Bulgaria polymorpha an gefällten Eichen und Buchen. 

Fam. Cordieritidaceae. — Fam. Cyttariaceae. 

8. Unterreihe (Ordnung) Helvellineae. Fruchtkörper mit einer bald schwin- 
denden Hülle. Ascusschicht bei der Reife freiliegend. 

Fam. Rhizinaceae. Fruchtkörper stiellos. 

— Rliizina (8) inflata, häufig in Wäldern auf 
Brandstellen. 

Fam. Geoglossaceae. Fruchtkörper ge- 
stielt, keulenförmig oder kopfförmig, Schläuche 
am Scheitel mit lochförmiger Mündung. — 
Geof/losswn (20) hirsutum auf moorigen 
Wiesen (Fig. 52); G. ophioglossoides auf Gras- 
plätzen. — Leotla (IS) gelatinosa zwischen 
Gras und Moos. 

Fam. Helvellaceae. Fruchtkörper gestielt, 
hutförmig. Schläuche mit Deckel aufspringend. 

— 3Iorchellai22,)esi-rd€nta{^^Q\semorche\) 
und 31. conica (Spitzmorchel) in Wäldern 
und Gebüschen, im Frühjahr beliebte Speise- 
pilze. — Gyroniitra (11) esculenia (Stock- 
morchel, Faltenmorchel, Lorchel) im Frühjahr 
besonders in Nadelwäldern, im frischen Zu- 
stand giftig, gekocht und getrocknet beliebter 
Speisepilz, da die in ihm enthaltene giftige 
Helvellasäure in heißem Wasser löslich ist und 

— Helvella (45) infula (Herbstmorchel), in 
Nadelwäldern oft in großer Menge. — Verpa (12) hohemica in Laubwäldern im 
Frühjahr. 

9. Vnterreibe (Ordnung) Pprenoniyret in eae. Der Fruclitkörper besitzt ein 
durch apikale Mündung sich öffnendes Peridium. Schläuche büschelig ge- 
stellt und das Innere des Fruchtkörpers als besonderer Kern ausfüllend. 

Familiengruppe (Unterordnung) Jli/pocreacea/es. Peridium kugelig odez 
ellipsoidisch, mit Mündung, weich, verschieden gefärbt, aber nie schwär 
and hart. 

Fam. Hypocreaceae. — Hypo7nyces(40), meist auf Hymenomyceten. — Mela- 
nospora (40) äamnosa an Weizenhalmen. — Ncvtriä (250) rinnaharina, häufig 
auf dürren Ästen verschiedener Bäume und Sträucher; N. ditissima an vielen 
Laubbäumen Krebs erzeugend. — Oihherclla (13) Sauhinetii, massenhaft auf 
größeren Gräsern. — Hypocrea (llO) rufa auf Holz und Rinde verschiedener 




Fig. 52. Geofjlossum hirsutum. A Habitus. 
B Schläuche mit Paraphysen ('"Vi)- 
Spore (*°7i)- — Nach Schroeter. 

auch durch Trocknen schwindet. 



XI. Abt. Eumycetes. 2. Kl. Ascomycetes. 1. R. Euascales. 9. U.-R. Pyrenomycetineae. 51 

Bäume; H. alutacea auf Ciavaria- Arten. — Poli/stignia (3) rubrum auf 

Blättern von Prunus domestica und P. sjnnosa. Anfänge der geschlechtlichen Fort- 
pflanzung wurden beobachtet; aus einem vielkernigen Antheridium wandert ein 
Kern in ein benachbartes einkerniges Askogon und bleibt neben dessen Kern liegen. 
^- Epichloe (9) typhina auf lebenden Grashalmen. — Clavieeps iß) intrpurea 
(hierzu Entwicklungszustände : Sclerotium clavus und Sphaceha segetum) im 
Fruchtknoten verschiedener Gräser, besonders des Roggens (das Dauermycelium, 
Sklerotium, bildet das off. Seeale cornutum, Mutterkorn). — Cordfjceps 
entomorrhiza auf Insektenlarven; C. militaris auf öchmetterlingsraupen und 
Puppen in feuchter Walderde; C. ophioglossoides auf lebenden Elaphomyces- 
Arten in sandigen Wäldern. 

Familiengruppe (Unterordnung) Dothideaceales. Peridium fehlend; der 
Fruchtkörper in einem Stroma gebildet und von dessen Gewebe nicht deut- 
lich abgegrenzt. 

Farn. Dothideaceae. Phyllaehora (200) graniinis auf lebenden und 
abgestorbenen Grasblättern. — Dothidea (25) samhuci auf dürren Ästen mehrerer 
Laubhölzer. — Rliopographus (6) pteridis auf Blättern von Pteridiiim. 

Familiengruppe (Unterordnung) Sphaeriaceales. Peridium mit Mündung, 
lederartig, holzig oder kohlig, von dem Stroma, wenn ein solches vorhanden, 
gesondert. 

Farn. Sordariaceae. Mistbewohnend. Fruchtkörper weich, mit dunkel 
gefärbten Sporen. — Sordaria (100) macrospora häufig auf Mist; S. fimicola 
auf Mist und faulenden Pflanzenteilen. — Sporormia (50), meist auf Mist. 

Fam. Chaetomiaceae. Fruchtkörper frei am oberflächlichen Mycel, sehr 
zerbrechlich, mit Haarschopf an der Mündung. — C/iaefomiwn (60) chartarum 
auf moderndem Papier; andere auf Mist und faulenden Pflanzenteilen. 

Fam. Sphaeriaceae. Fruchtkörper + frei oder höchstens an der Basis 
etwas eingesenkt, mit papillenförmiger Mündung. — Trichosphaeria (40) minima 
auf dürren Birkenästen; T. parasitica auf Blättern der Tannen und Fichten. — 
Herpotrichia (25) iiu/ra auf Fichten und Krummholzkiefern im Hochgebirge. 

— Lasiosphaeria (40) rhacodium auf faulendem Holz. — Hosellitiia (110) pul- 
veracea auf faulendem Holz, Ästen und Rinden; JR. quercina an den Wurzeln 
1 — Bjähriger Eichen, die Pflanzen vernichtend. — Bertia (12) morifonnis auf 
dürren Ästen. — Melanomma (120) pulvis pyrius bildet Überzüge an Holz und 
Rinden. 

Fam. Ceratostomataceae. Peridie zart lederig mit schnabelförmiger Mündung, 
V)i3weilen in der Jugend eingesenkt und erst später an die Oberfläche tretend. — Cerato- 
siomella (30) rostrata auf faulendem Holz; C. pilifera auf abgestorbenen Kiefernstämmen. 

— Ceratosphaeria (15) aeruginosa auf faulendem Holz, welches gelb oder blaugrün ge- 
färbt wird. 

Fam. Cncarbitariaceae. Fruchtkörper in dichten Haufen oder Rasen dem aus- 
gedehnten Stroma aufsitzend, nicht flaschenförmig und an der Spitze nicht trichterförmig. 

— Xitschkia (20) cupularis auf dürren Ästen verschiedener Sträucher und Bäume. — Cucur- 
bitaria (70). 

Fam. ("oryneliaceae. 

Fam. Amphisphaeriaceae. Fruchtkörper unten ± eingesenkt und oben frei, derb, 
ohne Schnabel, mit kreisrunder Mündung. — Ämphisphacria (100). — Trematosphaeria (50) 
mastoidea auf dürren Ästen verschiedener Bäume und Sträucher. 

Fam. Lophiostomataceac. Wie vorige; aber mit zusammengedrückter, von einer 
Längsspalte durchsetzter Mündung. — Lophiostoma (90) nucula an Rinde dickerer Zweige, 
besonders von Weiden und Pappeln ; L. compressuni auf dürren Ästen und Holz. 

4* 



52 XI. Abt. Eumycetes. 2. Kl. Ascomycetes. 1. R. Euascales. 9. U.-R. Pyrenomycetineae. 

Fam Mycospbaerellaceae. Fruchtkörper in der obersten Substratschicht entstehend, 
später sich etwas hervorwölbend, mit häutig-lederigem Peridium und ohne Paraphysen 
zwischen den Schläuchen. — Stigmatea (20) robertiani auf Blättern von Geranium Rober- 
tianum. — Ascospora himaniia auf dürren Stengeln von Umbelliferen. — Pharcidia lichenum 
auf dem Thallus verschiedener Flechten. — Tichothecium (13) pygmaeutn auf Steinflechten. 
— Mijcosphaerella filicum auf Blättern von Dryopteris filix mas und D. spinulosa; M. bras- 
sicicola auf lebenden Blättern von Brassica; M. punctiformis auf den Blättern verschiedener 
Bäume. 




Fig. 53. A — D Valsa eutypa. A Habitus (Vi)- ß Fruchtkörper ganz und im Längsschnitt ('"/i). 
C Schläuche ('*°/i)- -^ Stück einer Pyknide im Längsschnitt (^®7i)- — E V. flavovirescens (Vi)- — 

Nach Tulasne. 



Fam. Pleosporaceae. Fruchtkörper in tiefere Gewebeschichten eingesenkt, 
nur mit der Mündung hervorragend, häutig oder lederartig, sonst wie vorige. — 
Didymosphaeria conoidea auf dürren Kräuterstengeln. — Ventiiria chlorospora 
auf dürren Blättern verschiedener Bäume; V. inaequalis mit der Konidienform 
Fusicladium dendriticmn auf Pirus malus (Apfel), P. paradisiaca u. a., V. 
pirina mit P. pirinum auf Pirus communis (Birne); F. cerasi mit F. cerasi 
auf Prunus avium und Pr. cerasus sowie P. persica (Pfirsich); die Konidien- 
formen parasitisch im Sommer auf Blättern und Früchten, die Perithecienformen 
im Frühjahr saprophytisch auf vorjährigen Blättern. — Leptosphaeria mit zahl- 
reichen (500) Arten auf Grashalmen und auf Dikotylen. — Pfeospora (200) 
pteridis auf Pteridium aquilimim; PL vulgaris und PL herharuni auf dürren 
Stengeln verschiedener Kräuter, namentlich letztere außerordentlich verbreitet. 



XI. Abt. Eumycetes. 2. Kl. Ascomycetes. 1. K. Euascales. 9. U.-R. Pyrenomycetineae. 53 



Farn. Massariaceae. Fruchtkörper wie bei vorigen; aber Peridium derb. — Massaria 
(60) auf dürren Ästen. 

Fam. Gnomoniaceae. Fruchtkörper eingesenkt bleibend, häutig, mit schnabel- 
förmiger Mündung. — Gnomonia (60) auf dürren Blättern; G. erythronloma den Kirsch- 
bäumen gefährlich. 

Fam. Cljpeosphaeriaceae. Fruchtkörper mit scheibenförmigem Pseudostroma. 

Fam. Valsaceae. Stroma ausgebreitet oder kegelförmig, meist ins Substrat 
eingesenkt oder hervorbrechend, die Fruchtkörper gleichmäßig verteilt oder nur 
am Grunde tragend. Kleinsporige Pykniden, zuweilen auch Konidienträger. — 
Diaportlie (400). — Valsa (400) sehr häufig, V. eutypa an entrindeten Zweigen 
von Laubbäumen in Europa und Nordamerika (Fig. 53 A — D), V. flavovirescens am 
Holz der verschiedensten Laubbäume (Fig. b^E), V. salicina und V. ambiens. 
— Anthostoma. 

Fam. Melanconi- 
daceae. Stroma polster- 
oder kegelförmig, einge- 
senkt bleibend oder her- 
vorbrechend , an seiner 
Basis die Fruchtkörper 
tragend. Großsporige 
Konidienlager oder Pyk- 
niden, bisweilen auch 
Konidienträger. Asco- 
Sporen klein. — Crypto- 
apora (20). — Melan- 
conis (15). 

Fam. Diatry paceae. 

Stroma ausgebreitet oder 
polsterförmig. Frucht- 
körper eingesenkt. Klein- 
sporige Konidienlager 
von fleischiger Konsistenz 
und lebhafter Färbung. — 
Calosphaeria (ß5) gregaria 
auf dürren Ästen vieler 
Bäume. — Diatrypella 
(40) verruciformis und 
Diatrype (70) Stigma auf 
dürren Ästen verschiede- 
ner Bäume. 




Fig. 54. A Xylaria hypoxylon, Habitus. B — E X. polymorpha; 

B Schlauch ("%), C Konidienträger (»»«/i), B, E keimende Konidie ("7i). 

— A nach Tulasne, das übrige nach Brefeld. 

im Innern neben den Perithecien auch Konidien bildende 
Ascosporen groß. — Melogramma (15). 



Fam. Melogramma- 
taceae. Stroma polster- 
förmig hervorbrechend; 

Höhlungen ohne besonders differenzierte Wände 
— Botryosphaeria (50). 

Fam. Xylariaceae. Stroma stark entwickelt, oft aufrecht und verzweigt, 
unmittelbar unter der Oberfläche in einer Schicht die Perithecien tragend, in 
der Jugend mit Konidien bedeckt; meist auch freie Konidienträger. Ascosporen 
einzellig, schwarzbraun, — Nummidaria (40) Bidliardii auf dicken Zweigen 
von Fagus. — Ustulina (9) vulgaris an alten Stämmen von Laubhölzern. — 
Hypodcylon (200) udum auf morschem, feuchtliegendem Holz; H. midtiformc 
auf alten Baumstümpfen, besonders von Erlen und Birken; H. fuscwn auf 
dürren Ästen. — Poronia (11) punctata auf altem Pferdemist. — Xi/laria 
(200) hypoxylon an alten Baumstümpfen (Fig. 54^); X digitata an altem ge- 
zimmertem Holz; X polymorpha an alten Baumstümpfen (Fig. 545 — E). 




54 XI. Abt. Eumycetes. 2. Kl. Ascomycetes. 1, R. Euascales. 10. U.-R. Protoraycetineae. 

11. U.-R. Saccharoraycetineae. 12. U.-R. Protoascineae. 

.4a diese Familieng^rnppe der Sphaeriaceales schließen sich nuter den Flechten 
die I'f/rcnocarpe<ie an. 

Ascomyceten, bei denen es zweifelhaft ist, ob sie als 
primäre oder als reduzierte Formen anzusehen sind. 

10. Unterreihe (Ordnung) Frofomycetineae. Parasiten mit intercellularem 8ep- 
tiertem Myoel. Danersporen (Chlaniydosporen) intercalar oder terminal, vielkernig, mit + 
dicker Membran. Bei ihrer weiteren Entwicklung geht aus ihnen ein von Anfang an viel- 
kerniger Ascu.s hervor, in dem zahlreiche Sporen entstehen, die in den meisten Fällen 
nach dem Freiwerden kopulieren. 

Fam. Protomycetaceae. — Frotonu/ces (4) macrosporus auf Stengeln 
und Blättern vieler Umbellit'eren schwielenartige Auftreibungen hervorrufend; 
J*. jKiiliyderniHS auf Taraxaeum. — Protomycopsis (3) leucanthcmi auf 
Chrysanthemum leucanthemum. — Volkartia (1). — Taphridium (2). 

11. Unterreihe (Ordnung) Saccliaromycetineae: Vegetative Zellen vereinzelt oder 
lose in Sproßverbänden. Schläuche den vegetativen Zellen fast gleich, wenigkernig. 

Fam. Saccharomycetaceae. 
— Sacchcn'oniyces{40) cere- 
visiae (Bierhefe) (Fig. 55) mit 
zahlreichen Varietäten, Trauben- 
zucker, Malz- und Rohrzucker 
vergärend , letzteren zunächst 
durch Invertin in Traubenzucker 
umsetzend; S, cllipsoidetis 
(Weinhefe) ; S, PosteurianttSf 
in Bierwürze schwache Ober- 
gärung hervorrufend; S. cong/o- 
meratus auf faulenden Trauben ; 
S. albicans (Soorpilz), auf 
Schleimhäuten, besonders der 
Mundschleimhaut von Säugetieren und Menschen; S. iiii/codertna (Kahmpilz), 
auf Wein, Bier, sauren Gurken, Sauerkraut die sog. Kahmhäute bildend; S. 
apictUatus, Traubenzucker, aber nicht Maltose und Rohrzucker vergärend, 
wichtig bei der Bereitung von Obstweinen; S. kefyVf in den Kefyrkörnern zu- 
sammen mit Bacterimn acidi lactici und Bacillus caucasicus. — Saccharomy- 
codes Ludwiyii (im Wundsaft der Eichen) zeigt Kopulation zweier Zellen und 
Kernverschmelzung, dann Keimung der vier Sporen im Ascus und Vereinigung 
je zweier durch einen schnabelförmigen Kopulationskanal, welcher sich dann 
verlängert und Hefezellen abschnürt. — Zygosaccharomyces (Ingwerbierhefe) 
zeigt Kopulation mittels langer Schläuche vor der Sporenbildung. — Schizo- 
saccharomyces odosporus (auf Korinthen und Feigen) zeigt ebenfalls Kopulation 
zweier Individuen mit Kernverschmelzung und Teilung des Fusionskernes in 
acht Tochterkerne. 

12. Unterreihe (Ordnung) /-Votofwrt/ifaf. Schläuche einzeln stehend, ganz 
isoliert, in verschiedener Höhe an den Mycelfäden, wenigkernig. 

Fam. Endomycetaceae. Vegetative Zellen ein fädiges Mycel bildend ; 
Schläuche deutlich differenziert, meist am Ende von Mycelästen. — Eremasciis 
(1) ausgezeichnet durch Entwicklung eines Ascus an der Spitze zweier kopu- 
lierender Äste. — Endomyces (5) Magniisii im gallertartigen, gärenden Schleim- 
fluli der Eichen; E. dccipicns auf den Fruchtkörpern von Armillaria mellea. 



Fig. 55. Saccharomyces cerevisiae, Bierhefepilz (a — & *'"'/i' 
c — /"""/i)- ^ ^^^ ^ verschiedene Stadien der Hefesprossung. 
c eine Zelle in Sporenbildung, d eine Zelle mit vier reifen 
Sporen, e die durch Auflösung der Zellwand frei gewordenen 
Sporen, f drei keimende Sporen in der Mitte. 



XI. Abt.Euraycetes. 2.K1. Ascomycetes. l.R.Euascales. 13.U.-R. Protodiscineae. — 2.R. Laboulbeniales. 55 



13. Unterreihe (Ordnung) Prof Ofliscitieae. Schläuche nebeneinander stehend, 
ein unbegrenztes Hymenium bildend. 

Farn. Exoascaceae. Mycel parasitisch. Glieder des Mycels bisweilen als 
Oidien sich loslösend. Schläuche unter sich frei. Auch Chlamydosporenbildung. 
Ascosporen bisweilen schon im Ascus hefeartig sprossend. — Meist Parasiten 
auf chloröphyllhaltigen Pflanzenteilen. — Taphrhta (13) rhizophora auf den 
Früchten von Po piilus- Arten; T. aurea auf den Blättern von Populus; T. cornu 
cervi erzeugt interessante Mißbildungen auf Aspidium aristatum, T. laurencia 
solche auf Pteris quadriaurita in Ceylon; T. (Exoasciis) QiO) deform ans ver- 
ursacht die Kräuselkrankheit der Pfirsichblätter; T. primif Ursache der Narren- 
taschenbildung von Prunus domestica und P. padics; T. cerasi, Ursache der 
Hexenbesen der Kirschbäume; T. alni incanae an 
den Schuppen der weiblichen Blütenstände von 
Alniis glutinosa; T. epiphylla, Ursache der Hexen- 
besen von Alnus incana. 

Fam. Ascocorticiaceae. Mycel saprophytisch. Frucht 
träger häutig, fiach aufsitzend, mit peripherischem Wachstum. 
Schläuche dicht, ein zusammenhängendes Hymenium bil- 
dend. — Ascocorlicium (1) albidutn auf Rinde abgestorbener 
Kiefernstümpfe. 

2. Reihe LABOULBENIALES. Vegetationskörper 
aus zwei bis vielen Zellen bestehend, welche in 
mannigfacher Art (reihenweise oder parenchymatisch) 
angeordnet sind. An den Ausgliederungen des Vege- 
tationskörpers entstehen Antheridien, in welchen 
unbewegliche Spermatien oder bisweilen einzelne sich 
ablösende Befruchtungskörper erzeugt werden. Die, 
Fruchtkörper beginnen mit der Bildung eines Pro- 
karps, bestehend aus Karpogonzelle, einer darüber 
liegenden Trichophorzelle und einer Trichogynzelle, 
an welche die Spermatien sich ansetzen. Hierauf 
verschwinden Trichogyn und Trichophor, während 
die Karpogonzelle sich in drei Zellen teilt, von 
denen die untere und obere ebenfalls verschwinden, 
die mittlere aber zum Ascogon wird. Das Prokarp 
ist umschlossen von neun Zellen, welche den An- 
fang des Gehäuses bilden, später aber sich so teilen, 
daß 32 Zellen das aus dem Prokarp hervorgehende 
Gebilde umgeben. Das »Ascogon« gliedert sich in 




Fig. 56. Stigmatom yces Baerii. 
A ein Pflänzchen zur Zeit der Be- 
fruchtung; a Antheridien, t Tri- 
chogyn mit ansitzenden Sper- 
matien, f Fuß. B fruchtreifes 
Exemplar; p Perithecium mit 
durchschimmernden Schläuchen. 
C Schlauch mit vier zweizeiligen 
Sporen. A stärker vergr. als B, C 
stärker vergr. als A. — Au. C nach 
Thaxter, B nach Peyritsch. 



eine untere und eine obere Zelle, welche letztere 

sich in vier Zellen, die eigentlichen Ascogonzellen, teilt, aus denen die Schläuche 
in mehr oder weniger deutlicher Doppelreihe hervorsprießen. Die reifen 
Schläuche trennen sich von den ascogenen Zellen, welche zuletzt frei in der 
Höhlung liegen und unbegrenzt Schläuche produzieren. In den Schläuchen 
entstehen meist je vier lanzettliche, zweizeilige Sporen. — Keine weiteren 
Fruktifikationen bekannt. 

Fam. Labouibeniaceae. Parasitisch auf Käfern, selten auf anderen In- 
sekten wachsend, viele in Nordamerika und den Tropen. — Stigmatomyces (3) 
Baerii (Fig. 56) auf der Stubenfliege. — Lnboulbenia (73). 



56 ^I- Abt. Eumycetes. 3.K1. Basidiomycetes. l.U.-Kl.Hemibasidii.R. Hemibasidiales. l.U.-R.Ustilaginineae. 
2. U.-R. Tilletiineae. 2. U.-Kl. Eubasidii. 1. R. Protobasidiomycetes. 1. U.-R. Uredinineae. 

3. Klasse BASIDIOMYCETES. Mycel vielzellig. Sporenbildung erfolgt 
an + regelmäßigen Konidienträgern (Hemibasidien, Basidien) in verschiedener 
Zahl. Die Basidien sind entweder Stichobasidien, d. h. die Kernspindeln der 
sich teilenden Kerne liegen alle in der Längsrichtung der Basidien, oder sie sind 
Chiastobasidien, d. h. die Spindeln der sich teilenden Kerne kreuzen sich. Andere 
der ungeschlechtlichen Vermehrung dienende ' Konidienbildungen mannigfach. 

1. Unterklasse HEMIBASIDII. Konidienträger (Promycel) basidienähnlich, 
stets aus anfangs zweikernigen, bei der Reife einkernigen Chlamydosporen her- 
vorgehend, mit einkernigen Sporidien oder Konidien, welche aber durch Kopu- 
lation mit Nachbarkonidien zweikernig werden können. 

Einzige Reihe HEMIBASIDIALES. Brandpilze. Merkmale der Unterklasse. 

1. ünterreihe Ustilaginineae. Konidienträger quergestellt. 

Fam. Ustilaginaceae. Die Konidienträger (Hemibasidien, Promycel) sind 
durch Querwände geteilt, am oberen Ende der einzelnen Zellen oder an ihrer 
Spitze eiförmige Konidien (Sporidien) bildend, welche bei reichlich vorhandenen 
Nährstoffen wiederum Konidien durch Sprossung bilden. Parasitisch au^f höheren 
Gefäßpflanzen, zumeist Angiospermen. Mycel an bestimmten Stellen der Ober- 
fläche oder im Innern der Nährpflanze, häufig unter deutlicher Gallenbildung 
aus besonderen, dicht gedrängten Mycelzweigen Chlamydosporen erzeugend. — 
XJstilago (200) avenae auf Hafer, U. nuda und V. hordei auf Gerste, 
77. tritici auf Weizen, früher alle als U, segettim (Rußbrand) zusammen- 
gefaßt; U. panici müiacei auf Hirse; U. caricis auf vielen Cyperaceen; XJ, zeae 
(maydis) (Maisbrand); ü. violacea in den Antheren von Caryophyllaceen. — 
Die aus den Konidien hervorgehenden Mycelfäden dringen in die Keimlinge 
von Ävena, Sorghum, Panicwm miliaceiim ein und wachsen bis zu den Blüten- 
anlagen, in deren Fruchtknoten sie die Chlamydosporen bilden. Dagegen werden 
bei U. tritici, hordei, violacea die Konidien auf die Blüten geweht und keimen 
auf den Narben zu Mycelien aus, welche in die Samenanlagen eindringen und 
im Keimling überwintern. Bei U. zeae können alle jungen Pflanzenteile von 
Konidien infiziert werden. 

2. Unterreihe Tilletiineae. Konidienträger ungeteilt. 

Fam. Tilletiaceae. Konidienträger (Promycel) ohne Querwände; Konidien 
wirtelig am Ende derselben. — Tilletia (30) tritici (Stinkbrand) auf 
Triticum vidgare; T. laevis auf Sommerweizen; T. secalis auf Roggen; T. striae- 
formis auf verschiedenen Gräsern. — Entyloma (50) ranunculi auf Ranunculus 
ficaria und auricomus. — J'rocystis (25) occulta (Roggenstengelbrand) auf 
Roggen; U. anemones auf Ranunculaceen ; U. violae in den Blattstielen und 
Blattrippen von Viola odorata. 

2. Unterklasse EUBASIDII. Konidienträger echte Basidien, entweder aus 
Chlamydosporen entstehend oder als Fortsetzung gewöhnlicher Hyphen. 

1. Reihe PROTOBASIDIOMYCETES. Basidien mehrzellig, quer oder längs 
geteilt. 

1. Unterreihe Uredinineae. Rostpilzc. Basidien (Stichobasidien) quergeteilt, 
ans Chlamydosporen (Teleutosporen) entstehend. — Parasiten auf lebenden 
Pflanzen. Mycel reich entwickelt, häufig mit oraugeroten Öltröpfchen, 
lokalisiert oder ausgebreitet, in ausdauernden Pflanzenteilen bisweilen 
perennierend; Hyphenenden unter der Ober haut der Nährpflanze Chlamydo- 
sporen erzengend, dicht nebeneinander stehend, ein die Oberhaut durch- 
brechendes Lager bildend. 



XI. Abt. Eumycetes. 3. Kl. Basidiomycetes. 2. TT.-Kl. Eubasidii. 

1. U.-R. Uredinineae. 



1. R. Protobasidiomycetes. 57 



Vermehrung durch Chlamydosporen von dreierlei Art: 1. Uredosporen, 
große, einzellige (zweikernige) Sporen an kurzen Ästen, in flachen Lagern, 
sofort nach der Reife keimend und an der Nährpflanze ein neues Lager er- 
zeugend, aber auch oft überwinternd und im nächsten Jahre eine neue In- 
fektion hervorrufend. — 2. Teleutosporen, einzellig oder mehrzellig (zwei- 
keruig), überwintern und entwickeln aus der Keimpore jeder Zelle eine 
begrenzte, meist vierzellige Basidie (Promycel), an deren Zellen je ein 
Sterigma mit einer sofort keimenden Basidiospore (Sporidie) entsteht; oder 
jede Zelle der Telentospore teilt sich in meist vier übereinander stehende 
Zellen, von denen jede ein Sterigma mit Sporidie entwickelt; alle aus den 
Teleutosporen hervorgehenden Zellen sind einkernig'. — 3. Äcidiosporen, 
auf dichtstehenden Hyphenästen in Ketten angeordnet, sofort keimend. 
Die Äcidiosporenketten entstehen dicht nebeneinander in Acidien, wobei 
meistens die äußeren steril bleibenden Zellketten eine Hülle(Peridie)bilden. 
Gleichzeitig mit ihnen treten an der Wirtspflanze Spermogonien (Pykniden) 
auf, krugförmige Gebilde, deren Grund von 
Hyphenenden ausgekleidet ist; die Hyphen 
gliedern einkernige Spermatien ab, die 
nicht infizieren. In denÄcidienanlagen er- 
folgt an den Hyphenenden die Bildung einer 
sterilen Zelle, welche als funktionslos ge- 
wordenes Trichogyn angesehen werden 
kann, und in eine darunter befindliche ein- 
kernige fertile Zelle. Nach Verschmelzung 
zweier solcher fertilen Zellen wird eine 
zweikernige Sporenmutterzelle abgeschie- 
den, welche sich nacheinander in eine Kette 
solcher Sporenmutterzellen teilt, von denen 
jede in eine zweikernige Äcidiospore und 
in eine zusammenschrumpfende zweiker- 
nige Zwischenzelle zerlegt wird (Fig. 57). 
Die Äcidiosporen infizieren auskeimend 
neue Wirtspflanzen und erzeugen ein My- 
celium, welches in der Regel erst Uredo- 
sporen (Sommersporen), dann Teleutosporen 
(Wintersporen) bildet; in den Zellen der 
letzteren kopulieren die beiden Kerne, be- 
vor die Entwicklung der Basidie oder des 
Promycels erfolgt. Siehe auch Endophyllum. 

Bei einzelnen Arten sind die abwech- 
selnden Generationen autöcisch, bei an- 
deren heteröcisch. Noch ist zu bemerken, 
daß die Art sich mitunter auch beim Fehlen 
der einen Wirtslpflanze erhalten kanri, bei 
manchen Getreiderosten durch das Über- 
wintern der Uredogeneration. 

Fam. Endophyllaceae. Teleutosporen in 
längeren, in die Einzelsporen zerfallenden 

Reihen, äcidienähnliche Fruchtlager bildend; keine weiteren Sporen außer 
Basidiosporen. Jede der Teleutosporenzellen entwickelt ein Promycel. — Endo- 
phyllum (3) sempervivi auf Crassulaceen. 

Fam. Schizosporaceae. 

Fam. Melampsoraceae. Teleutosporen flache oder polsterförmige Lager oder 
säulenförmige Körper bildend oder lose im Gewebe der Nährptlanze, ungestielt. 

§ Clirysomyxeae. Teleutosporen an den Hyphen reihenweise angeordnet, 
ein poisterförmiges Lager bildend, welches die Epidermis der Nährpflanze durch- 
bricht. — Chrysomyxa (10) fhododendri auf Rhododendron, C. ledi auf 
Ledum; zu beiden gehörig Aecidinm nbietimun auf Picea excelsa; C. 
ahietis auf der Fichte (nur Teleutosporen, Fig. 58). 




Fig. 57. Äcidiosporenbildung bei der Pucci- 
niacee Phragmidium speciosum. 1. junges 
Äcidienlager. 2. Kopulation zwischen zwei 
Nachbarzellen eines solchen Lagers (das dar- 
überstehende funktionslose Trichogyn ist 
schon verschwunden). 5. auf die Kernver- 
schmelzung ist doppelte Kernteilung gefolgt, 
■wodurch vier Kerne entstanden sind. 4. der 
obere Teil von 3. wird zur Mutterzelle der 
Äcidiosporen. 5. eine Reihe von drei zwei- 
kernigen Äcidiosporen, die durch 
Zwischenzellen getrennt sind, unten die 
beiden kopulierenden Zellen. — Nach 
Christraan. 



58 XI. Abt. Eumycetes. 



3. Kl. Basidioinycetes. 2. U.-Kl. Eubasidii. 
1. U.-R. Uredinineae. 



1. R. Protobasidiomycetes. 






§ Cronartieae. Wie vorige; aber Teleutosporenlager säulen- oder haar- 
förmig. — CroiKn'titim (lü) rihicola auf Rihes-krien (dazu gehörig Peri- 
dermium Klehahnii auf der Weymouth- Kiefer [Pinus strobusj); G. asclepiadeum 
auf Vincetoxicum officinale (hierzu Peridermium j)ini corticoluin auf den 
Stämmen von Pinus süvestris [Kienzopf, Kienpest, Kiefern krebs]). 

§ Melainpsoreae. Teleutosporenlager von der Epidermis bedeckt. Teleuto- 
sporen frei hervortretende Basidien treibend. — Melantpsora (30) (dazu Caeoma, 
Äcidien ohne Peridie); 31. caprearum auf Salix caprea u. a. (dazu Caeoma 
evonymi auf Evonymus europaea); M. Hartigii auf Salix viminalis und 
S. mollissima (hierzu Caeoma rihis): M. tremulae und M.pinitorqua auf Populus 
tremula (dazu Caeoma pinitorquum auf Pinus silvestris) ; M. betuUna (Fig. 59) 
auf der Birke (hierzu Caeoma laricis auf Larix); M. Uni 
auf Arten von Linum. — Melampsorella caryophylla- 
cearum (dazu Aecidium elatinum auf der Tanne, Hexen- 
besen erzeugend). — Culypto- 
spora (1) Goeppertiana auf der 
Preißelbeere (hierzu Aecidium co- 
lumnare auf der Edeltanne, da- 
selbst Hexenbesen erzeugend). 

Fam.Pucciniaceae. Teleuto- 

sporen gestielt, isoliert bleibend 
oder einzelne von der Nährpflanze 
abtrennbare Sporenkörper bildend. 

§ GymnosporanjE^ieae. Te 

leutosporen von Gallerthüllen um- 
geben, einen gallertartigen Frucht- 
körper bildend. — Gipano- 
sporantfiimi (14) sahinae auf 
Juni]}erus sabina und anderen 
Arten dieser Gattung (hierzu 
Roestelia cancellata auf dem Birn- 
baum); G, claiHiriifornie auf 
Juniperus communis (hierzu 
Roestelia lacerata auf Crataegus. 
Pirus aucuparia und P. tormi- 
nalis); G. jnnipet'iniini auf 
Juniperus communis (hierzu Roestelia cornuta auf Pirus aucuparia, aria, tor- 
minalis und Amelanchier vulgaris); G, tretnelloides auf J. communis (hierzu 
Roestelia mali auf Pirus malus). 

§ Puccinieae. Teleutosporen nicht in Gallertmassen eingebettet, ein- oder 
zweizeilig. Pykniden meist kugelig eingesenkt. Äcidien eingesenkt, meist mitPseudo- 
peridium. Uredosporen in flachen Lagern. — Hemileia (3) vastfitrix> auf den 
Blättern der Kaffeebäume, insbesondere Coffea arabica, nur durch die Uredosporen 
sich verbreitend. — Urotrif/res (250) fabae auf Vicieen, U. betae auf der Runkel- 
rübe, beide metöcisch; U. dactylidis auf (Jräsern (hierzu Aecidium ranunculi auf 
Ranunculus- Arten); U. pisi auf Vicieen (hierzu Aecidium euphorbiae auf Wolfs- 
milch-Arten); U. scutellatus auf Euphorbia cyparissias und E. esula (nur Te- 
leutosporen und verkümmerte Uredosporen bekannt). — Pucvinia (700). — 
Besonders wichtig die Getreideroste, welche folgendermaßen zu überblicken sind: 




Fig. 58. Chrysomyxa abietis. 
a Blatt von Picea excelsa 
mit fünf Rosthäiifchen (Vi)- 
b verzweigte Reihen von 
Teleutosporen, welche vom 
Mycel m ausgehen. — Nach 
Rostrup. 



Fig. 59. Melampaora betu- 
Una. a Sommerspore, b drei 
zusammenhängende Winter- 
sporen, deren eine eine Basi- 
die mit drei „Sporidien" oder 
Ba^idiosporen (s) entwickelt 
hat O,). — NachRost rup. 



XI. Abt. Eumycetes. 



3. Kl. Basidiomycetes. 2. U.-Kl. Eubasidii. 
1. U.-R. Uredinineae. 



1. R. Protobasidioniycetes. 59 



I*.grantinis 

im weiteren 

Sinne 

zerfällt in 



jP. ruhigö 
Vera 

im weiteren 

Sinne 

zerfällt in 



P. graminis, Schwarzrost, mit Aecidium herheridis (Fig. 60) 
(auf Berheris); spezialisierte Formen: f. secalis (Roggen, 
Gerste), f. avenae (Hafer), f. tritici (Weizen, auch Roggen, 
Gerste, Hafer). 

P. phlel pratensis, ohne Aecidium, auf wildwachsenden Gräsern. 

P. glumarum, Gelbrost, ohne Aecidium; spezialisierte Formen: 
f. tritici. f. secalis, f. hordei auf den genannten Getreide- 
arten. 

P. dispersa, Braunrost; spezialisierte Formen : f. secalis (Koggen) 
mit Aecidium ancliusae auf Lycopsis arvensis: f. tritici 
(Weizen), ohne Aeciditim. 

P. Simplex, Zwergrost, auf Gerste. 





Fig. 60. Puccinia grandnis, Getreiderost. 1. Querschnitt durch ein Berberitzenblaft mit Äcidien auf 
der Unterseite und Spermogonien auf der Oberseite. 2. ein Getreideblatt von der Unterseite mit Uredo- 
und Teleutosporen. 3. Querschnitt durch ein Grasblatt mit Teleutosporenlager, e dessen zerrissene Epidermis. 
4. Teil eines Uredosporenlagers mit Uredosporen nr und einer Teleutospore f. 5. keimende Teleutospore 
mit Basidie (Promycelium) und Sporidien. — 1. nach Do de 1- Port , 3—-'>. nach de Bary , 4. nach Dietel. 



P. coroiiataiP. coronifera, Kronenrost, auf Hafer, mit Aecidium cathar- 

im weiteren ticae (auf Rhamnus cathartica). 

Sinne P coronata auf verschiedenen Gräsern mit Aecidium fra.ngulae 

gliedert sich in \ (auf Rhamnus frangida). 

Andere interessante Arten sind P. ment/iae (autöcisch); P. suavcolens auf 
Girsium arvense und P liieracii auf vielen Kompositen (beide autöcisch, Äcidien 
fehlen); P. fusca auf Anemone ncmorosa (hierzu Aecidium anemones; kein 
Uredo); P. inali'ciceai'urn, nur mit Teleutosporen; seit 1869 von Chile über 
Spanien durch alle Erdteile verbreitet; auf allen krautigen Malvaceen. 



60 XI. Abt. Eumycetes. 3. Kl. Basidioniycetes. 2. U.-Kl. Eubasidii. 1. R. Protobasidiomycetes. 
1. U.-R. Uredinineae. 2. U.-R. Auriculariineae. 3. TJ.-R. Tremellineae. 

§ Phragmidieae. Pykniden kreisrund, flach, tellerförmig; Äcidien flach, 
ohne Pseudoperidien. Uredosporen einzeln, mit stacheliger Membran; Teleuto- 
sporen isoliert, ein- bis vielzellig. — Phragmidium (26) violaeeum und Ph. rubi 
auf Riibiis- Arten; Ph. subcoriiciiim auf Rosen; alle autocisch. 

Es gibt noch zahlreiche Aecidiutn-Yorvae.ii , deren Teleutosporen man 
nicht kennt, z. B. A. punctatum auf Anemone ranunculoides. 

Fam. Coleosporiaceae. Teleutosporen nicht in Längsreihen gebildet. 
Sporenlager von der Epidermis bedeckt. Jede Teleutosporenzelle wird direkt 
zur Basidie und teilt sich in vier Tochterzellen, welche Basidiosporen bilden. — 
Coleospoi'htin (30) senecionis, tussilaginis, sonchi, euphrasiae, melampyri, 
campanidae usw. (Fig. 61) (dazu Peridermium ohlongisporium auf Pinus süvestris), 
C. cacaliae auf Adenostyles alhifrons (dazu ein Peridermium auf Pinus montana). 

2. Unterreihe Auricularii- 

/^^M^ neae. Basidien(Stichoba8idien) 

• /jrv quergeteilt, frei an den Hy- 

/^) v phen eines Fruchtkörpers ent- 
stehend. 

Fam. Auriculariaceae. 

Reich entwickelte und verfloch- 
tene Hyphen bilden einen 
Thallus mit glattem oder aderig 
gefaltetem Hymenium, das 
aus den langgestreckten, 
meist vielzelligen Basidien 
gebildet ist. — Anrimilaria 
(40) mesenterica an alten Baum- 
stümpfen; A. auricula Judae 
(»Judasohr«) an lebenden Stäm- 
men von Sambucus nigra, Volks- 
heilmittel. 

, Fam. Pilacraceae. Der Frucht- 
körper ist geschlossen, kopfförmig, 
gestielt und sein Inneres durch 
.. regellos verteilte Basidien ausgefüllt, 

Fig. 61. Coleosporiutn senecionis. a Kiefernadeln mit Äcidien welche qner^egliedert sind an den 
(Peridermium ohlongisporium) in nat. Gr. h eine Äcidiospore. Gliederzellen aber sitzende' Basidio- 

c eine keimende Äcidiospore. d eine Sommersporenkette, sporen tragen. Pilacre (2) Petersii 

e eine Wintersporenkette, deren oberste Spore gekeimt und ^fj Hainbuchen, 
eine Sporidie s gebildet hat. — Nach Rostrup. 

3. Unterreihe Tremellineae. 
Basidien (Chiastob asidien) 

direkt an den Hyphen eines Fruchtkörpers entstehend, durch zwei Längs- 
wände über Kreuz geteilt, seltener reihenweise hintereinander, durch ein 
oder zwei schräg stehende Wände in zwei oder vier Zellen geteilt. 

Fam. Sirobasidiaceae. Basidien reihenweise hintereinander durch ein oder zwei 
schräg stehende Wände geteilt. — Sirohasidium (3) im tropischen Amerika. 

Fam. Tremellaceae. F'ruchtkörper offen, gallertartig oder knorpelig. Am 
Mycel häufig Konidien. — J^xidia (10) gelatinosa und TretneUa (20) mes- 
enterica an abgefallenen Zweigen. — Treinelloflon gelatinosus auf alten 
Stümpfen von Koniferen. — UlocoUa (2) foliacea an alten Stämmen. 

Fam. Hyaloriaceae. Fruchtkörper geschlossen. Basidien in einer Kugelzone am 
Köpfchen. — Hyaloria (l) in Brasilien. 




XI. Abt. Eumycetes. 3. Kl. Basidiomycetes. 2. U.-R. Eubasidii. 2. R. Autobasidiomycetes. ßX 
1. U.-R. Dacryomycetineae. 2. U.-R. Exobasidiineae. 3. U.-R. Hymenomycetineae. 

2. Reihe AUTOBASIDIOMYCETES. Basidien ungeteilt, mehr oder weniger 
keulig, mit meist vier, seltener sechs, acht oder zwei apikal gestellten Sterigmen. 
In der jungen Basidie zwei kleine primäre Kerne, welche verschmelzen 
und einen sekundären Basidienkern bilden, der zu bedeutender Größe 
heranwächst, um nachher durch zweimalige mitReduktion verbundene 
Teilung vier für die Sporen bestimmte Kerne zu erzeugen (Fig. 62). 
(Vergl. weiter unten bei Hymenomycetineae.) Die Sporen bleiben einkernig oder 
werden durch bald erfolgende Teilung ihres Kernes zweikernig. 

1. Unterreihe Dacryonfit/cetineae. Basidien (Stichobasidien) lang keulen- 
förmig mit zwei langen Sterigmen und großen ßasidiosporen. Sporen vor 
der Keimung sich teilend. 

Fam. Dacryomycetaceae. Fruchtkörper gallertartig. — Dacryomyces 

deliquescens auf alten Brettern und Baumstümpfen. — Guepinia peziza auf 
Eichenstümpfen. — Calocera palmata auf altem Holz, C. viscosa auf Baum- 
stümpfen von Koniferen. 

2. Unterreihe Ear-obasidiineae, 

Basidien kurz keulig. Sterigmen 
um vieles dünner als die Basidien, 
welche ein ganz frei stehendes Hy- 
menium bilden. 

Fam. Exobasldiaceae. Mycel 

im lebenden Gewebe chlorophyll- 
haltiger Pflanzen parasitisch. Frucht- 
körper eine dünne freiliegende Ba- 
sidienschicht. — Exohasidiiini (20) 
vaccinii auf Vaccinium- Arien, E. rho- 
dodendri an den Blättern der Alpen- 
rosen, E. laiiri an den Stämmen der 
Lorbeerbäume. 




Fig. 62. 
myceten. 



Bildung von Basidiosporen der Autobasidio- 
1. junge Basidie mit zwei Kernen. 

2. Basidie mit einem durch Verschmelzung der 
beiden Kerne entstandenen Kern (Karyogamie). 

3. Teilung des Kernes. 4. oberes Ende der Basidie 
mit vier Kernen und vier sporenbildenden Sterigmen. 
5. Basidie mit vier jungen Sporen; die Kerne noch 
in der Basidie. 6. Übertritt eines Kerns aus der 
Basidie durch das Sterigma in die Spore. 7. Basidien- 
ende mit drei reifen Sporen und dem Sterigma einer ab- 
gefallenen Spore. — Nach De Bary und Ru bland. 



3. Unterreihe Hymenomycetineae. 

Fruchtkörper + differenziert, selten 
gallertartig, durch Verflechtung 
vielfach verzweigter Hyphen ge- 
bildet. Basidien meist dicht anein- 
ander liegend. Das Hymenium zur 
Zeit der Sporenbildung frei. Koni- 
dien selten. Fruchtkörper bis- 
weilen mit Milchsaftschläuchen, entweder von Anfang an mit freiem 
Hymenium (gymnokarp) oder anfangs beschleiert; Teile des Schleiers 
(Velum): Scheide (Volva) und Ring (Annulus). — Bisweilen Cystiden. — Sehr 
selten Chlamydosporen. — Aus den einkernigen Sporen entwickeln sich verzweigte 
Mycelien mit einkernigen Zellen, sodann treten zweikernige Zellen auf (z. B. Corticium 
varium und C. verum) oder es entstehen von vornherein aus zweikernigen Sporen Mycelien 
mit zweikernigen Zellen (Corticium terrestre). Sodann entstehen an den langgestreckten 
Zellen der fadenförmigen Hyphen seitliche Ausstülpungen, welche gegen die Basis hin in 
konkavem Bogen wachsen urid sich, nachdem in der Hyphe unterhalb des Bogens eine 
Querwand gebildet ist, mit der Hyphe vereinigen (Schnallenbildung), während ander- 
seits die Schnalle selbst auch durch eine Querwand von der Hyphe abgeschieden wird. 
Die Anfänge der Schnallenbildung erfolgen an der Hyphe zwischen den beiden Kernen 
einer Zelle. Von diesen wandert der eine ein Stück weit in die Schnalle hinein und teilt 
sich ziemlich gleichzeitig mit dem anderen ganz in der Hyphe verlileibenden Kern. Von 
den drei übrigen nun in der Hyphenzelle enthaltenen Kernen kommen zwei in das spitzen- 
wärts liegende Zellende und einer in das basalwärts liegende. Beide Enden werden durch 
eine direkt unterhalb des Schnallenursprungs liegende Scheidewand voneinander getrennt. 
Ebenso wird die Schnalle durch eine schräg verlaufende Wand von der Endzelle der 



62 XI- '^bt. Eumycetes. 3. Kl. Basidiomycetes. 2. U.-Kl. Eubasidii. 2. R. Autobasidiomycetes. 

3. U.-R. Hymenoniycetineae. 

Hyphe abgegliedert; ihr Kern wandert aber in die Basalzelle über und wächst langsam 
zur Größe des anderen Kernes heran. So sind also die haploiden Kerne jeder 
Zelle verschiedenen Ursprungs. 

Farn. Tulasnellaceae. Basidien gerundet, keine Sterigmen bildend, daher 
die Sporen sitzend, nicht abfallend, auf der Basidie keimend und Konidien er- 
zeugend. — Tulasneüa incarnata, auf Rinde von Nadelhölzern und Eichen. — 
Muciporus, auf altem Holz und Rinden. 

Fam. Corticiaceae. Fruchtlager spinnwebenartig, locker oder häutig, 
meist flach, seltener am Rande abstehend, dann aber die Sporen niemals stachlig, 
braun. Basidien mit zwei, vier, sechs Sterigmen. Bisweilen Cystiden. — 
Tomentella (20) auf alten Baumstämmen, Laub, Moos usw. — Coniophorn an 
altem Holz. — Corticiitm (ohne Cystiden) mit sehr vielen Arten auf abge- 
fallenen Zweigen, morschem Holz, Baumstümpfen u. dgl. — Kneiffia (mit 
Cystiden) (14). — Sferetan (sehr artenreich) meist auf Baumstümpfen. 

Fam. Thelephoraceae. Fruchtkörper lederartig oder fleischig, zähe, flach, 
muschelförmig, trichterförmig, hutförmig. — ThelepJiora (150) terrestris in 
Kiefernwäldern. — Cyphella muscigena auf Moosen. — Craterellus (36) cor- 
nucopioides, Totentrompete, eßbar (Laubwälder). 

An die Thelephoraceae schließen sich die Hynienolichenes an. 

Farn. Clavariaceae (Keulenschwämme). Fruchtkörper fleischig oder zäh, 
keulenförmig, einfach oder korallenartig verzweigt. Hymenium glatt, den 
Fruchtkörper ringsum bekleidend. Basidien mit 2 oder 4 Sterigmen. — 
Pistülaria (5) auf alten Blättern und Stengeln. — Typhula (50) pusilla auf 
faulenden Blättern von Laubhölzern ; T. complanata, namentlich auf alten Weiden- 
und Pappel blättern (hierzu Sclerotium complanatum). — Ciavaria (200 — 300) 
bott'i/ti.s u. a. in Wäldern. — Sparassis (4) ramosa in Nadelwäldern, ein 
geschätzter Speisepilz (»Ziegenbart«). — Alle jung eßbar. 

Fam. Hydnaceae (Stachelschwämme). Fruchtkörper fleischig, lederartig 
oder häutig. Hymenophor frei, mit Warzen, Stacheln oder zahnartigen 
Platten. — Hydiiuni (260) coralloides und H. repanduin, Speisepilze; H. 
auriscalpium auf Kiefernzapfen. — Phaeodon (38) suaveolens und Ph. im- 
bricatus. — Sistotrema (9). — Alle in Wäldern. — Irpex (70) paradoxus auf 
Holz und Rinde von Betida und anderen Bäumen. Die fleischigen Arten jung eßbar. 

Fam. Polyporaceae (Löcherschwämme). Fruchtkörper fleischig, lederartig 
oder holzig. Hymenophor faltig oder grubig oder meist röhrig, die 
Hohlräume von dem Hymenium überzogen. — Eßbar diejenigen, welche beim Auf- 
brechen gelb oder weiß bleiben oder sich langsam dunkel färben. 

§ Merulieae. Hymenophor mit flachen Gruben. — Meralias (63) tre- 
mellosus an alten Weiden und Pappeln; M, (Serpula) lacr t/maus, Haus- 
schwamm, selten im Wald auf Baumstümpfen, meist in Häusern, Holz zerstörend. 

§ Polyporeae. Hymenophor mit Röhren, welche sich eng berühren. — 
Porta (280, mit umgewendet angewachsenem Fruchtkörper) vaporaria (Poren- 
Hausschwamm, Lohschwamm). — Fomes (über 300, mit holzigem Fruchtkörper) 
Ujnuirhis (zu Ornamenten verarbeitet) an verschiedenen Laubbäumen, nament- 
lich auf Pflaumenbaum, Apfelbaum, Salix fracjUis; F. fonientarlus, Zunder 
schwamm. Feuerschwamm, an alten Buchen und Birken; die mittlere, locker 
Schicht des Fruchtkörpers als »Fungus Chirurgorum« noch vielfach off. 
L\ atuiosus (Trametes radicipcrda) (Fig. 63) an alten Baumstümpfen, auch an 
Wurzeln der Kiefer und Fichte, forstgefährlich; F. pinicola an alten Stümpfen 



XI. Abt. Euinycetes. 3. Kl. Basidiomycetes. 2. U.-Kl. Eubasidii. 2. R. Autobasidiomycetes. 63 

3. U.-R. Hymenoraycetineae, 

von Kiefern, Fichten und Tannen; F. lucidus am Grunde alter Laubbäume. — 
PolypofUS (gegen 500, mit zäh-fleischigem, später erhärtendem Fruchtkörper); 
P. vulgaris, abgefallene Zweige überziehend; P. hetulimis, die korkige weiße 
Masse der Fruchtkörper zu Kohlenstiften verwendet; P. officinalis, Lärchen - 
schwamm, war früher gebräuchlich, wird aber auch jetzt noch in großen 
Mengen aus Sibirien nach Europa eingeführt; F. destructor an alten Kiefern- 
stämmen und in Häusern; /-*. squamosus an Nußbäumen usw.; P. frond.osus 
in Laubwäldern, Speisepilz; P. ovinus Schafeuter, in Nadelwäldern, eßbar. — 
Polt/stirtus (etwa 450, mit lederigem oder häutigem Fruchtkörper); P. versi- 
color und P. zonatus an alten Baumstümpfen. — Tt'ametes (140 — 150, 
Substanz zwischen den Poren der Substanz des Hutes gleich); T. pini an alten 
Kiefernstämmen Schaden anrichtend; T. suaveolens an alten Weidenstämmen. — 
Daedalea (über 70) quercina an Eichen und Buchen. — Letizites (über 70) 
hetulina an Birken und Eichen ; L. sepiaria an alten Kiefernstümpfen und Zäunen. 




W I) 



Fig. 63. Fomes annosus (Trametes radiciperdaj. A Habitus. B Stück des Hymeniums. C Basidio- 

spore und deren Keimung (**%)• ^ Konidienträger (*°°/i)- -^ Endstück eines Konidienträgers (^'%^- — 

A nach Hennings, B — E nach Brefeld. 

§ Fistulineae. Hymenophor mit gesonderten freien Röhren. — Fistu- 
lina (6) hepatica, Leberpilz, eßbar, an Eichen. 

§ Boleteae. Fruchtkörper fleischig. Hymenophor eine vom Hut leicht ab- 
trennbare Röhrenschicht. — Boletus (etwa 200) svaber', Graukappe, Kapuziner- 
pilz und B. rufus, Rotkappe in Wäldern, Speisepilze; J5. hulhosiis (:= B. edulis), 
Steinpilz, in Wäldern, sehr geschätzt; B. hadius, Maronenpilz, B. hovinus, Kuh- 
pilz, B. subtomentosus, Ziegenlippe, B. variegatus, Sandpilz, ebenfalls eßbar; B. 
luridus, Hexenpilz, eßbar, dagegen B. satanas giftig; Boletopsis luteus, Butter- 
pilz, und B. elegans, eßbar. 

Fam. Agaricaceae (Blätterschwämme). Fruchtkörper meist fleischig; Hyme- 
nophor mit strahlig angeordneten Leisten oder Lamellen. 



64 



XI. Abt. Eamycetes. 3. Kl. Basidiomycetes. 2. U.-Kl. Eubasidii. 2. K. Autobasidiomycetes. 

3. U.-R. Hymenoniycetineae. 



§ Cantharelleae. Lamellen gegen den Rand hin dichotomisch verzweigt. 
— Cantharellns (70) ciharius (Rehling, Pfifferling) in Wäldern, beliebter 
Speisepilz; C. aurantiacus sicher giftig. 

§ Paxilleae. Lamellen häutig, spaltbar, häufig anastomosierend. — 
Paxillus (40) acheruntius in Kellern, Ställen, Bergwerken, auch in Wäldern. 
P. involutus, auf Grasplätzen, in Wäldern, eßbar. 

§ Coprineae. Lamellen von verschiedener Länge, wechselnd, zuletzt zer- 
fließend. Zwischen den ßasidien große Paraphj^sen. — Copf'imis (175) domesticus 

in Gärten, Häusern, Kanälen; C. stercorarius 
(Fig. 64) auf Mist; G. atramentarius zwischen 
Gras; C. porcellanus, Tintenpilz, auf ge- 
düngtem Boden, jung eßbar. 

§ Hygrophoreae. Lamellen von ver- 
schiedener Länge, abwechselnd, sehr dick, 
fleischig. — Oomphidius (6). — Nyetalis 
(10) parasitica und N. lycoperdoides (mit 
Chlamydosporen) auf Fruchtkörpern größerer 
Ägaricaceae. — Hygrophorus (124). 

§ Lactarieae. Fruchtkörper aus zweierlei, 
dünnen und dickeren (oft Milchsaft führenden) 
Hyphen; Sporen stark stachelig. — Lacta- 
ria (130) volema, Milchreizker, und L. de- 
liciosaf Blutreizker, beliebte Speisepilze; 
L, riffa und L, tor^ninosa, beide giftig. 
— Russula (100) emetica, Speiteufel, ohne 
Milchsaft, mit farblosen Sporen, gefährlich. 
JRtissiilina (30), Täubling (mit gelben 
Sporen), alutacea u. a. in Wäldern, eßbar. 

§ Schizophylleae. Lamellen mit ge- 
spaltener Schneide, zu zweien verbunden. — 
Schizophylltun (12) alneum an Baum- 
stämmen, namentlich Linden. 

§ Marasmieae. Fruchtkörper zäh, leder- 
Fig. 64. Coprinus stercorarius. A Frucht- artig, vertrocknend. — Leutimis (340) 
körper. 1 Sklerotium, 3 Hut, mit dem Velum stypticus an Laubholzstämmen in Rasen. 




(4). B Querschnitt eines Hutes mit noch nicht 
ausgebildetem Hymenium, welches rechts an 
einem Kreisausschnitt angedeutet ist; 1 Stiel 
des Fruchtkörpers, 4 primäre Lamellen, 
5 sekundäre Lamellen, 6 und 7 Wand und Ve- 
lum des Hutes, 7a eine Zelle des Velums. 
C Ende einer Lamelle nach Schluß der Sporen- 
bildung, 2 Paraphysen, 4 Cystiden, 5 Basidio- 
sporen. — IJ C. lagopus. Mycelzweige Koni- 
dien ^4, 5^ abgliedernd. — Nach Brefeld. 



3Iarasiniiis (450) androsaceus auf altem 
Laub, Kiefernadeln usw. ; M. rotida an abge- 
fallenen Zweigen, M, alliai-euSf Mousseron, 
Lauchpilz, auf Graswurzeln und an alten 
Baumstämmen, Speisepilz. 

§ Agariceae. Fruchtkörj)er fleischig, nach 
der Reife faulend, mit gleichartigen Hyphen. 
Lamellen häutig, schlaff, nicht zerfließend. 



Basidien dicht. 

a. Sporenpulver schwarz: Coprinarius. 

b. Sporenpulver dunkell)raun: Psilocyhe. — Hifplioloma (70) 
fasciculare an Baumstümpfen, ungenießbar. — PsalNota (70) campestHs, 
Champignon, auf Triften; auf Pferdemist kultiviert; Ps. arvensis, aufwiesen 
imd in Wäldern; beide wertvollste Speisepilze. 



XL Abt. Eumycetes. 3. Kl. Basidiomycetes. 2. U.-Kl. Eubasidü. 2. R. Autobasidiomycetes. 65 

4. U.-R. Phallineae. 

c. Sporenpulver braun: Derminus (dO) hypniin Wäldern zwischen Moos. 

— Pholiota (120) squarrosa an Laubholzstämmen; Ph. mutabilis. Stockschwamm, 
an alten Baumstöcken, eßbar. — Inocybe (180) sambucina, in Wäldern, giftig. 

— Cortinarius (400) cinnamomeiis in Wäldern, auf Sandboden. 

d. Sporenpulver fleischrot oder rostrot: Hyporrhodius (300). — 
Clitopilus (40) prunidus, echter Musseron, in Wäldern, Speisepilz. 

e. Sporenpulver weiß: Russuliopsis laccata in Wäldern. — Af/avicus 
(über 1600) roseus in Laubwäldern herden weise, Speisepilz; A. galericulatus 
häufig auf Baumstämmen; A. salignus vorzugsweise auf Weiden und Pappeln; 
A. ostreatus auf verschiedenen Laubbäumen, beide eßbar; A. graveolens (Mai- 
pilz), A. gambosus, A. borealis auf Grasplätzen, A. equester, Grünling, in 
Kiefernwäldern, alle vier (Ritterlinge) eßbar. — Artnillaria (60) tnellea (hierzu 
gehörig Rhizomorpha), Hallimasch, an Bäumen, diese tötend; Fruchtkörper 
eßbar. — JLepiota (270) procera, Parasolpilz, in trockenen Wäldern und auf 
Heideplätzen. — Amanita (56) ninscat'ia, Fliegenpilz, in Wäldern, sehr 
giftig; A. mappa, A. venia in Kiefernwäldern, A, phalloules (= bulbosa 
ex parte) in Laubwäldern, die Knollenblätterschwämme, sehr giftig; 
A, caesarea, Kaiserschwamm, in Südeuropa und Böhmen, eßbar. 




Fig. 65. A Aseroe rubra (Clathracee) verkl. B Bovista ijlumbea (Lycoperdacee), Basidien. C Odavianin 

asterosperma (Hymenogastracee), Fruchtkörper im Längsschnitt. D Geaster marchicus (Lycoperdacee), 

Fruchtkörper (^4 nat. Gr.), / Faserschicht und a Pseudoparenchymschicht der äußeren, aufreißenden 

Peridie, i innere Peridie mit der Mündung m. — Nach Hennings. 



4. Vnterreihe Phallineae. Fruchtkörper vor der Reife kugelig oder ei- 
förmig, aus einer labyrinthisch -kammerigen Gleba und einem fast immer 
pseudoparenchy matischen und gekammerten, sehr verschiedenartig gestal- 
teten Körper (Rezeptakulum) bestehend, welche beide anfänglich von einer 
fleischigen Hülle (Volva) umschlossen sind. Später erfährt das Rezepta- 
kulum eine starke Streckung, durchbricht die Volva und tritt weit aus ihr 
hervor, die Gleba mit sich emporhebend. Letztere zerfließt zu einer brei- 
igen Masse. Sporen glatt, ellipsoidisch, meist sehr klein. 

Fam. Clathraceae. Rezeptakulum gitterig, lappig oder unregelmäßig ver- 
zweigt; Sporenmasse resp. Gleba vom Rezeptakulum umschlossen oder zwischen 
dessen Ästen liegend. — Clathnis (2) cancellatus (Amerika, Ostindien, Süd- 
europa, auch vereinzelt Norddeutschland). — Andere Gattungen tropisch, sehr 
auffallend, z. B. Aseroe (Fig. 65-4). 

Fam. Phallaceae. Rezeptakulum hohlröhrig, unverzweigt, am Scheitel mit 
oder ohne glockenförmigen Hut. Gleba dem Rezeptakulum außen aufliegend. 

Engler, Syllabns. 5 



...<-''^- 



i'^^h^ 



66 XI. Abt. Eumycetes. 3. Kl. Basidiomycetes. 2. TJ.-Kl. Eubasidii. 2. R. Autobasidiomycetes. 
5. TJ.-R. Hymenogastrineae. 6.U.-R. Lycoperdineae. 7.U.-R.Nidulariineae. 8. U.-R. Sclerodermatineae. 

— Itiphallus (9) impudictis, Gichtmorchel, Stinkschwamm, in Gärten 
und Wäldern. — Mutmus (6) caninus. — Dictyophora (3) phalloidea in den 
Tropen. 

b.VnieTTeihe Hymenogastrineae. Fruchtkörper geschlossen, bis zur Reif e 
fleischig, sich nicht streckend, im Inneren mit unregelmäßigen Kammern, 
welche von den Hymenien ausgekleidet sind und bei der Reife im Zu- 
sammenhang bleiben. Kein Capillitium. 

Farn. Hymenogastraceae. Charakter der ünterreihe. — Hy^nenogaster 

(34) Klotzsehn in Gartenerde und in Blumentöpfen. — Rhizopof/on (15) in 
Wäldern. — Hysterangium (10). — Odaviania (14) asterosperma in Mittel- 
europa und England (Fig. 65 C). 

6. Unterreihe Lycoperdineae. Fruchtkörper anfangs fleischig, später ± 
erhärtend, bis über die Reifezeit der Sporen hinaus geschlossen, aus einer 
festen, zuletzt regelmäßig oder unregelmäßig zerreißenden Hülle (Peridie) 
und unregelmäßigen Kammern bestehend, deren Wände von demHymenium 
überzogen 8ind(Gleba); bei der Reife mit pulveriger Sporenmasse und einem 
Capillitium erfüllt. 

Fam. Lycoperdaceae. Capillitium reichlich. Fruchtkörper abgerun- 
det, zuletzt mit papierartigerHülle. Peridium 
doppelt. Gleba aus kleinen Kammern bestehend. — 
ß^^^^^^K.' ' " '^'W^ Basidien mit 4 — 8 Sterigmen. — IJycoper'dou 

/ .' '.i 4' \? =» \>Xd (etwa 100) piriforme in Wäldern zwischen Moos; 

L. gemniatum (Fig. 66) auf Triften in Wäldern ; 
L. caelatum auf Weideplätzen ; alle in der Jugend 
eßbar. — Oloharia (50) bovista, Riesenbovist, in 
Gärten und auf Äckern, jung eßbar. — Bovista 
{<oO) plmnbea und B. nigricans, Boviste, auf Triften 
und Wiesen (Fig. 655), jung eßbar. — Geeister (60) 
stellatus, O. fimbriatus u. a., Erdsterne, in Nadel- 
wäldern (Fig. 65 i>). 

7. Unterreihe. Nidiilariineae. Peridie lederartig, im Innern zahlreiche 
linsenförmige, oft durch einen Gewebestrang mit dem Peridium verbundene 
Kammern (Sporangiolen) einschließend, bei der Reife am Scheitel auf- 
springend und zuletzt becherförmig oder schüsseiförmig. Hymenium die 
Innenfläche der Sporangiolen flach überziehend. 

Fam. Nidulariaceae. Charakter der Unterreihe.- — Nididaria (16) 
denudata auf abgefallenen Nadelholzzweigen. — Crticilndum {Z) vulgare auf 
altem Holz usw. — Cyathtts (42) striatus auf alten Holzstücken und auf 
freiem Boden im Wald. 

8. Unterreihe Sclerodermatineae (Plecfobasidiineae). Fruchtkörper rund- 
lich, im Inneren ohne hohle Kammern, mit gleichmäßig verteilten oder 
knäuelförmige Gruppen bildenden Basidien. 

Fam. Podaxaceae. Basidien in büschelförmigen Gruppen in keulenförmigem, 
gestieltem Fruchtkörper. — Podaxon (16) in trockenen Gebieten wärmerer Re- 
gionen, z. B. in Nordafrika. 

Fam. Sclerodermataceae. Fruchtkörper oft mit stielförmigem Basalteil, 
mit dicker einfacher Peridie. Capillitium rudimentär. Gleba von sterilen Adern 
durchsetzt. — Sfleroderma (25) rulffare, falsche Trüffel, an Waldwegen, 
nicht eßbar, giftig. — PisolUfius (12) arenarius in Wäldern und auf Sandplätzen. 

Fam. Calostomataceae. Peridie mehrscliichtig. Capillitium ausgebildet. — 
Calostoma (12, außerhalb Europas). — Astracus (1) stellatus. 




Fig. 66. Lycoperdon gemmatum C/^)- 



XI. Abt. Enmycetes. Anh. Fungi imperfecti. K. Sphaeropsidales. R. Melanconiales. R. Hyphomycetes. 67 

Farn. Sphaerobolaceae. Das Hymenophor stellt eine kugelige Masse dar. 
Bei der Reife quillt die mittlere Schicht der Hülle auf, wölbt die innere 
Schicht hervor und schleudert die Gleba fort. Sporen meist 6 — 8 am 
Scheitel der keulenförmigen Basidien. — Sphaeroholus carpoholus auf altem Holz 
in Gärten und Wäldern. 

Fam. Tulostomataceae. Fruchtkörper auf gesondertem Stiel. Gleba 
ohne Kammern und Gänge von locker verflochtenen Hyphenknäueln erfüllt. 
Capillitium bei der Sporenreife reichlich. Basidien mit 4 Sterigmen. — 
Tulostoma (40) mammosum auf Heideplätzen. 

Anhang zu Klasse 2 und 3. FUNGI IMPERFECTI. 

Unvollkommen bekannte, daher noch nicht in das System einzureihende Pilze. 

Pilze mit mehrzelligem Mycel, von denen weder Asci noch Basidien be- 
kannt sind, welche aber zum Teil als Konidienformen von Ascomyceten anzu- 
sehen sind, oder auch Mycelformen von ganz unbekannter systematischer Stellung. 

A. Konidienformen. 

Reihe SPHAEROPSIDALES. Konidien in Pykniden oder kammerartigen 
Höhlungen. 

Fam. Sphaerioideaceae. Pykniden mit + kugeligem, lederigem, kohligem, 
schwarzem Gehäuse. — l'hyllostida (800), Phoma (1100), auf Blättern zahl- 
reicher Pflanzen. — Sphaeropsis (180) auf Früchten und Rinden. — Äscochyia (250) 
auf Blättern. — Diplodia (450) auf Blättern und Zweigen. — Septoria (900) 
auf Früchten, Blättern usw. — Viele Arten dieser Gattungen Schädlinge von 
Kulturpflanzen. 

Fam. Nectrioideaceae. Pykniden mit fleischigem oder wachsartigem, hellfarbigem 
Gehäuse und hyalinen Sporen. 

Fam. Leptostromataceae. Pykniden mit schildförmigem, mündungslosem oder zwei- 
lippigem Gehäuse. 

Fam. Excipulaceae. Pykniden mit schüssel- oder topfförmigem, anfangs fest ge- 
schlossenem, später weit geöffnetem Gehäuse. 

Reihe MELANCONIALES. Konidien auf Konidienlagern, welche zuletzt ganz 
frei stehen. 

Fam. Melanconiaceae. — Gloeosporium (300) aiofipelopliagumf der 

»schwarze Brenner« des Weinstocks, auf Stengeln und Blättern desselben, sehr 
verderblich, O. Liyidemuthianum auf Bohnen. — Melanconium (100). — 
Marssonia (60). — Septogloeum (23). — Coryneum (70). — Pestaloz^ici (170) 
funerea auf Koniferen und anderen Holzgewächsen, JP. tiimefaciens auf 
Koniferen, F. Hartigii auf Keimlingen. 

Reihe HYPHOMYCETES. — Konidien an Konidienträgern gebildet, welche 
einzeln oder in Bündeln (Koremien) zusammenstehen. 

Fam. Mucedinaceae. Konidienträger voneinander getrennt, ebenso die 
Hyphen, letztere bisweilen kurz und in Oidiosporen zerfallend. Hyphen hyalin 
o.der blaß oder lebhaft gefärbt, ähnlich auch die Konidien und Konidienträger. 

A. Micronemeae. Vegetative Hyphen kurz, fast wie Konidien 
aussehend, oder gut entwickelt und dann die Konidienträger nur 
wenig vom Mycel differenziert. 

5* 



gg XI. Abt. Euniycetes Anh. Fungi imperfecti. R. Hyphomycetes. 

§ Clirouiosporieae. Konidien nicht in Ketten, höchstens als Oidiosporen 
reihenweise durch Zerfall von Hyphen gebildet, meist einzeln am Mycel. — 
Sachria auf Bierwürze. — Sarcinomyces. — Chromosporium.. — Ophiocladium. 

§ Oosporeae. Konidien an besonderen, aber einfachen Trägern, seltener 
reihenweise erzeugt. — Oospora (100) lactiSf auf Käse, Milch, Würze, 
0. fiirfur, Ursache der Kleienflechte auf Brust und Hals; 0. tonsurans, die 
»Glatzflechte« erregend; 0. Schoenleinii, Ursache des Favus oder Kopfgrindes. 

— Monilia Candida auf faulenden Früchten, Mist usw. Vergl. auch S. 49 
über M. fructigena u. a. 

B. Macronemeae. Vegetative Hyphen stets deutlich. Konidien- 
träger scharf vom Mycel differenziert. 

§ Cephalosporieae. Konidien einzeln, kopfig gehäuft. 

§ Botrytideae. Konidienträger + reich verzweigt, aber nicht wirtelig. — 
Ovularia (70). — Sporotrichum (120). — Botrytis (150) Bassiana in den 
Raupen des Seidenspinners und anderer Falter die Krankheit »Muscardine« oder 
»Calcinof erzeugend; B, parasitica auf Tulpen; B. vulgaris und B. cinerea auf 
faulenden Pflanzenteilen verbreitet, das Mycel der letzteren Sklerotien bildend. 

§ Verticillieae. Konidienträger mit wirteligen Verzweigungen. — Ver- 
ticillium (50). 

Farn. Dematiaceae. Wie die Mucedinaceae, aber Hyphen dunkel oder 
schwarz, seltener blaß. Konidien meist dunkel. 

A. Amerosporeae. Mit einzelligen Konidien. 

a. Micronemeae. (Vergl. S. 67.) 
§ Toruleae. — Torida (125). 

b. Macronemeae. - (Vergl. oben.) 

§ Trichosporieae, Konidien einzeln endständig an verzweigten oder aufge- 
blasenen Konidienträgern. — Trichosporium (60) parasitisch und saprophy tisch. 

B. Didymosporeae. Mit zweizeiligen Konidien. 
Cladosporinnt (160) herbarttni sehr verbreitet. — Fusicladium (32) 

dendriticum u. a. siehe unter Venturia S. 52. 

C. Phragmosporeae. Mit drei- bis mehrzelligen Konidien. 
Helminthosporium (175) saprophy tisch. 

D. Dictyosporeae. Mit mauerförmig geteilten Sporen. — Macro- 
sporium (140) solani, auf der Kartoffel. 

E. Scolecosporeae. Mit wurmförraigen Sporen. 
Cercospora (500), viele auf Kulturpflanzen. 

Fam. Stilbaceae. Hyphen und Konidienträger verschiedenartig miteinander 
verklebt oder verbunden, ein Koremiura Inldend. — Stilbella (100). — Isaria 
(100), teils auf Tieren parasitisch, teils auf Pflanzenteilen saprophy tisch. 

Farn. Tuberculariaceae. Wie die Stilbaceae, aber Hyphen und Konidien- 
träger zu einem lagcrartigen Polster verbunden. — Tubcrcidaria (z. T. Conidien- 
formen von Nectria, s. S. 50). — Iliosporium carneum auf Peltigera canina. 

— Fusaritini (300), viele auf Kulturpflanzen, namentlich Kartoffeln; F. aquar- 
ductum in Wasserlcitungsröhren, nach Moschus riechend. 



XT. Abt. Eumycetes. Anh. Fungi imperfecti. Mycorrhiza. Nebenkl. Lichenes. 



69 



B. Mycelformen. 

Myiort'Mzaf sehr feine gegliederte Mycelfäden, welche mit Wurzeln 
höherer Pflanzen in Symbiose leben, a) Endotröphische j¥., in den Zellen der 
Wurzelrinde oder ihrer Oberhaut lebend, in denselben I^näuel bildend und feine 
Fäden in den Humus entsendend, so bei Neottia, Monotroim, CoraUiorrhiza 
und vielen andern. — b) Ektotrophische i¥., an der Oberfläche von Wurzeln 
eine dichte pseudoparenchymatische Schicht bildend, bei unsern waldbildenden 
Nadelhölzern, bei den Fagaceen, Salicaceen, Tilia, bei Ericaceen, überhaupt bei 
vielen Bewohnern von Heiden und Mooren. — Bei der Keimung der winzigen 
Orchidaceensamen spielen Mycorrhizen eine wichtige Rolle, da die meisten 
Örchidaceensamen ohne die in den Wurzeln ihrer Art enthaltene spezifisch 
Mycorrhiza nicht keimen. 

Nebenklasse zu Klasse 2 und 3 LICHENES (FLECHTEN, FLECHTEN- 
PILZE). Ascomyceten und Basidiomyceten, welche mit Arten der Schizophyceae 
(vergl. Fig. 11 auf S. 6) oder Chlorophyccae, namentlich der Protococcaceae und 
Pleurococcaceae, derart verbunden sind, daß sie auf den Algen entweder nur para- 



ihalLiniio vroviius 

■■•-.._ mar ff o f -^ 



fhcciu m cpith cciuvi 




(/onidiu 
amphithecium — ■*?-'?^'""' 



hypotheciam . 



-X-medulla 

Fig. 67. Senkrechter Medianschnitt durch ein Flechtenapothecium in schematischer Darstellung, 
mit Bezeichnung der Gewebesysteme. — Nach Darbishire. 



sitisch vorkommen oder aber mit denselben eine innige Vereinigung, ein symbio- 
tisches Konsortium, bilden, das eigenartige, bei den Pilzen nicht vorkommende 
Wachstums- und Lebenserscheinungen zeigt. Der durch die Symbiose gebildete 
Thallus ist in selteneren Fällen homoiomerisch (Fig. 72 S. 74), dann zugleich 
fast immer gallertartig, gelatinös, mit annähernd gleichmäßiger Verteilung von Alge 
und Pilz, häufiger heteromerisch, mit Beschränkung der Alge auf eine Schicht 
(Gonidienschicht), welche zwischen Rindenschicht und Markschicht liegt. Thallus 
bisweilen unter der Oberfläche von Baumrinden wachsend (= hypophloeodisch), 
anderseits auch in Felsen eindringend und diese zersetzend, häufig krustig, laubig, 
strauchig (Fig. 68 — 74). Die Algen (Gonidien) vermehren sich im Flechten- 
thallus nur vegetativ, außerhalb desselben aber auch durch Schwärmsporen, 
sofern ihnen solche überhaupt zukommen. Sehr verbreitet Vermehrung der 
Flechten durch Soredien, kleine Brutknöspchen, welche aus Pilzfäden und Algen- 
zellen bestehen, seltener durch Hymenialgonidien, Vereinigungen von Algen- 
gonidien und Pilzsporen. Die Sporen werden bei der großen Mehrzahl der 
Flechten (Ascolichenes) in Asci enthaltenden Fruchtkörpern (Apothecien) gebildet. 
Ascosporen in einem Schlauch 1 bis 32 oder mehr, meist aber 8, einzellig oder 
septiert (Fig. 67). Seltener Sporenbildung an Basidien (Basidiolichenes). — 



70 ^I- Abt. Eumycetes. Nebenkl. Lichenes. 1. U.-Kl. Ascolicheaes. 1. R. Pyrenocarpeae. 

Eigenartige Produkte: Flechtensäuren und Flechtenfarbstoffe. Einige Arten, 
welche besonders reich an Flechtensäuren sind, geben trocken destilliert oder 
gekocht mit Kalkwasser unter Lichtabschluß viel Orcin CHsCOH)* oder das 
homologe /?-Orcin, welche Körper das Ausgangsmaterial für die Gewinnung von 
Orseille und Lackmus bilden. — Einige Arten dienen als Nahrungsmittel, 
so die besonders rasch wachsende von der Krim bis zu den Kirghisensteppen 
und in der nördlichen Sahara verbreitete Mannaflechte Lecanora esculenta, 
die in Japan häufige Gyrophora esculenta (Iwatake) für Menschen, namentlich 
aber die im subarktischen und arktischen Gebiet verbreiteten Cladonia rangiferina 
und Cetraria islandica für die dort lebenden Tiere und Menschen. 

1. Unterklasse ASCOLiCHENES. Ascomyceten, welche mit Algen in Sym- 
biose leben. Spermogonien (Pykniden), krugförmige Behälter, erzeugen zahl- 
reiche Spermatien, von denen eins oder mehrere mit dem Trichogyn, dem 
Ende eines weiblichen Organs, Karpogon, in Verbindung treten; das mehr- 
zellige Karpogon ist in der Mitte schraubenförmig, die Zellen dieses Teiles 
schwellen an, teilen sich weiter und sprossen zu den ascogenen Hyphen aus, die 
an ihren Enden die Asci bilden. 

1. Reihe PYRENOCARPEAE. Fruchtkörper lange geschlossen, zuletzt mit 
einer rundlichen, regelmäßigen oder strahligen Öffnung. Thallus meist krustig 
oder schuppig, seltener blattartig oder strauchig. — Sphaeriaceales in Symbiose 
mit Chlorophyceae und Schizophyceae. 

A. Perithecien einfach, ungeteilt. 

a. Thalhis mit Pleurococcus- oder Palmella-Gonidien, das sind Entwicklungszustände 
verschiedener Algen, bei denen durch Teilung nach 2 oder 3 Richtungen einzelne kugelige 
Zellen gebildet werden. 

Farn. Moriolaceae. — Fam. Epigloeaceae. 

Farn. Verrucariaceae. Thallus heteromerisch, krustig, einförmig. Frucht- 
körper einzeln. — V erriicaria (100). — Thelidium (50). — PolyUastia (50). 

— Meist Felsen bewohnend. 

Fam. Dermatocarpaceae. Thallus laubartig oder schuppig, mitPZeürococcMÄ-Gonidien. 

— Derynaiocarpon auf Steinen und Felsen im Hochgebirge. 

Fam. Pjreuothamniaceae. Thallus strauchig. — Pyrenothamnia (1 Nordamerika). 

b. Thallus mit TrentepohliaGon\6\&n. 

Fam. Pyrenuiaceae. Thallus krustig, einförmig, oft unterrindig. Frucht- 
körper einzeln. — Pyrenula (100), an Rinden und Felsen. — Arthopyrenia 
(140) an Rinden. 

Fam. rhjllopyreiiiaceae. — Lepolichen (1) in Chile und Patagonien. 

Fam. Trjpetheliaceae. Thallus krustig; mehrere Fruchtkörper in ein Pseudostroma 
vereint, jeder mit eigener und gerader Mündung. — (150). — Tri/pelhelium (60). — Melano- 
Üieca (35), alle auf Rinden in den Tropen und Subtropen. 

Fam. Paratheliaceae. (27) in den Tropen. 

Fam. Astrotheliacoae. Thallus krustig; mehrere Fruchtkörper in ein Pseudostroma 
vereinigt und alle mit einer einzigen gemeinschaftlichen Mündung. — Astrothelium (25). 

— Parnienlaria (25) an Bäumen in den Tropen. 

c. Thallus mit Gonidien von Cuphaleuros oder Phyllactidium, dessen systematische 
Stellung unsicher ist. 

Fam. Strigulaceae. Thallus kleinrosettig; am Rande mit Ausgliederungen. 

— Striyula (25) complanafa auf lebenden Blättern tropischer Bäume und 
Sträucher. — /'hyUoporhia (30). 

d. Thallus mit Nosior- oder Scijlonema-GonxA'xen. 
Fam. Pyrenidiaccae. Thallus häutig, krustig-schuppig. 



XI. Abt. Eumifcetes. Nebenkl. Lichenes. 1. U.-Kl. Ascolichenes. 2. R. Gymnocarpeae. 71 

1. TJ.-R. Coniocarpineae. 2, U.-R. Graphidineae. 

B. Perithecien im Inneren mit vollständigen oder unvollständigen Scheidewänden 
Fam. Mycoporaceae. Lager krustig, unberindet, mit Palmella- oder Trentepohlia- 
Gonidien. — (45) meist rindenbewohnend. 

2. Reihe GYMNOCARPEAE. Fruchtkörper eine auf ihrer Oberfläche vom 
Gehäuse nicht bedeckte, mehr oder weniger offene, runde oder strichförmige Scheibe. 

1. Unterreihe Coniocarpineae. Frachtkörper zuletzt + geöffnet, seltener 
mit einer schmalen Mündung. Paraphysen in ein ± entwickeltes Capillitium 
sich fortsetzend. Sporen aus den bei der Reife dahinschwindenden Schläu- 
chen entleert, den Hyphen des Capillitiums und der Unterlage des Frucht- 
körpers lange anhängend. Thallus krustig bis strauchig. — Protocaliciaceae 
in Symbiose mit Protococcaceae- und Tren^e^oÄ^ia-Gonidien. 

Fam. Caiiciaceae. Thallus meist krustig. Fruchtkörper köpf förmig, gestielt, 
nach dem Absterben der älteren Schläuche reichlich neue erzeugend. — Sphinc- 
trina (15) parasitisch auf Flechten. — Chaenotheca (20). — Coniocybe (8). — 
Caliciiini (70), sämtlich auf Baumrinde. 



F. ^% 




Fig. 68. Schriftflechten. A — T> Opegrapha varia. A Habitus, B Schnitt durch ein Apotheeium, 

C Schläuche und Paraphysen, D Sporen. — E — H Graphis scripta. E Habitus, F Schnitt durch 

ein Apotheeium, (? Schlauch und Paraphysen, H Spore. — I Rindenstück mit zwei Arten von 

Schriftflechten nebeneinander. — A — H nach Zahlbruckner, I nach Warming. 



Fam. Cypheliaceae. Wie vorige, aber Fruchtkörper sitzend. — Gyphelium (30) auf 
trockenem Holz, Seltener auf Gestein. 

Fam. Sphaerophoraceae. Thallus blattartig oder strauchig. Fruchtkörper 
sitzend, schon anfangs offen oder zuerst von einem thalloidischen Gehäuse um- 
schlossen, dann dieses durchbrechend und sich unregelmäßig öffnend. — Hphaero- 
phorus (10) coralloides im Hochgebirge auf Felsen und auf der Erde. 

2. Unterreihe Graphidineae. Fruchtkörper langgestreckt, zygomorph 
oder unsymmetrisch, seltener kreisförmig. Paraphysen nicht in ein Capil- 
litium übergehend. — Stictidaceae und Hysteriineae, auch Patellariaccae in 
Symbiose mit Trentepohlia-Gonidien, seltener mit Protococcaceae-Gonidien. 

Fam. Arthoniaceae. Thallus krustig, mit Palmella-, Trentepohlia- oder 
Phyllactidium -Gouidicn. Apothecien unberandet. Paraphysen verzweigt und ver- 
bunden. — Arthonia (500) an Baumrinden und Steinen, größtenteils tropisch. 



72 XI- -Ä^bt. Eumycetes. Nebenkl. Lichenes. 1. XJ.-Kl. Ascolichenes. 2. R. Gymnocarpeae. 

3. U.-R. Cyclocarpineae. 

Farn. Graphidaceae (Schriftflechten). Thallus krustig, unberindet, mit 
Palmella- oder TrentepohUa-GoniAiQn; Apothecien einzeln. — Opegrapha varia 
(Fig. 68.4 — D) und 0. atra sehr verbreitet an Laubholzrinden. — Graphis 
(3_400) scripta sehr häufig an glatten Baumrinden (Fig. Q8 E—H). 

Fatn. ChiodectoDaceae. Apothecien in einem Stroma. — Meist tropisch. 

Fam. Diriiiaceae. Thallus oberseits berindet. — Dirina (an Meeresküsten). 

Farn. Roccellaceae. Thallus strauchig, mit Basalscheibe, mit Trentepohlia- 
Gonidien. Apothecien rundlich oder in die Länge gezogen. — Roccella (23) 
tinctoriftf M. Ariioldi und It. fmoules auf Felsen an den Küsten des 
Mittelmeergebietes, Afrikas und Australiens, weniger R fuciformis an den Küsten 
des Mittelmeergebietes und Westafrikas, u. a. A. geben Orseille und Lackmus 
(s. oben S. 70). 

3. Unterreihe Cyclocarpineae. Apothecien kreisrund, sonst wie vorige. 
Patellariaceae und viele isoliert nicht bekannte diskokarpe Pilze mit Arten 
der Protococcaceae oder Pleurococcaceae, von Trentepohlia oder Schizophyceae. 

Fam. Lecauactidaceae (130). — Fam. Pilocarpaceae (4). 

Fam. Chrysotrichaceae (1). — Fam. Thelotreniataceae (240). 

Fam. Diploschistaceae (32). — Diplosehisies (30) scruposus auf Steinen und Holz in 
der gemäßigten Zone. 

Fam. Ectolechiaceae. Thallus mit Protococcus -Gonidien. Apothecien unberandet. 
Auf lederigen Blättern tropischer Pflanzen. — (16). — Sporodium (7) ßicinum in den 
Tropen weit verbreitet. 

Fam. Gyalectaceae. Thallus mit Trentepohlia-Gouidien; Apothecium zumeist ein- 
gesenkt. — Chjalecta (40) cupularis an Kalkfelsen. 

Fam. Coeiioffoiilaceae. Thallus mit Trentepohlia- oder C/a^ZopÄora-Gonidien. — Coeno- 
gonium (30). — Racodium (1). 

Fam. Lecideaceae. Thallus krustig, mit Fleurococcus-Gomdien. Apothecien 
von Anfang an rundlich, vom Thallus nicht berandet, dunkel und kohlig oder 
hell und weich. — Lecidea (500) coarctaia sehr gemein auf Steinen ; L. fusca 
häufig auf Moosen und nackter Erde; L. idiginosa auf feuchter Erde und 
faulendem Holz; L. sabuleiorum auf Baumrinden, Steinen und über Moosen 
sehr häufig; L. ostreata an Holz, L. lurida und L. decipiens auf kalkhaltigem 
Boden häufig. — Toninia (80) Candida und T. vesicularis auf Erde. — CatiUaria 
(incl. Biatorina) (L50). — Bacidia (incl. Bilimhia) (200) auf Rinden, Holz und 
auf Erde. — Jßhizorarpon (90) (/eof/raphicifm (Landkartenflechte) oft 
ganze Felsen mit weithin leuchtender, gelbgrüner Kruste bekleidend. 

Fam. Phyllopsoraceae. (16) trop., subtrop. 

Fam. Cladoniaceae. Thallus horizontal, verschwindend und. mit aufrechten, 
oft trichterförmigen, den Stielen der Apothecien entsprechenden Sprossen (Pode- 
tien), mit Pleurococciis-, selten Schizop/n/ceac-Gomdien. Apothecien an den 
Spitzen der Podetien oder an deren Oberfläche hervortretend, schwärzlich, 
bräunlich oder hochrot. — Baeoinyces (25) hyssoides häufig auf Waldwegen, 

B. roseus auf trockenem Sand- und Heideboden. — CltifloHta (140) turgida, 

C. cariosa, C. iiyxidata häufig an Wegrändern in Heiden, Nadelwäldern usw. 
(Fig. 69); C. gracilis, C. degcnerans häufig in Nadelwäldern; C. digitata, €. maci- 
lenia auf faulendem Holz; C uncinata auf Moorboden; C. fnrcata auf nackter 
Erde zwischen Moosen; C rauf/iferina (> Rentiermoos«), häufigste Flechte in 
trockenen Wäldern und auf Heiden, im subarktischen und arktischen Gebiet 
ausgedehnte Formationen, Flechtentundren, bildend (Fig. 70); aus ihr wird in 



XI. Abt. Eumycetes. Nebenkl. Lichenes. 1. U.-Kl. Ascolichenes. 2. R. Gymnocarpeae. 73 

3. U.-R. Cyclocarpineae. 

Skandinavien und im nördlichen Rußland Alkohol gewonnen. — Stereocaulmi 
(80) (Fig. 11^4., B) tomentosum und aS^. paschale in lichten Nadelwäldern, auf 
Heideplätzen. 

Fam. Gyrophoraceae. Thallus bei- 
derseits berindet, nur in der Mitte (durch 
einen Nabel) dem Substrat aufsitzend, mit 
PleurococcusGomdien. — Unihilicaria 
(6) pustulcUa häufig auf Felsen und Steinen 
im Gebirge (Fig. 71). — Gijrophora (35) 
wie vorige; G. esculenta dient in Japan 
als Nahrungsmittel. 

Fam. Acaro- 
sporaceae. Thallus 

schwach, krustig, 
schuppig bis blatt- 
artig mit Pleuro- 
coccus- oder Pro- 
tococcus ■ Gonidien. 
Apothecien in Thal- 
luswarzen, mit viel- 
sporigen Schläuchen. 

— Tlielocarpon (24). 

— Biatorella (60 echte Flechten, andere ohne Gonidien, s. S. 50 bei Patellariaceae) 

— Acarospora (70). — Meist Erdbewohner. 




Fig. 69. Cladonia pyxi- 

data, Becherflecbte. 

(Nat. Größe.) 




Fig. 70. Cladonia rangiferina. (Nat. Größe.) 
Bei s Apothecien ein wenig vergrößert. 




Fig. 71. Umbilicaria pustulata. A Ilabituis; B Unterseite des Thallus mit der Anheftungsstelle a; 
C Apothecien. A, B nat. Gr., C vergr. — Nach Zahlbruckner. 



Fam. Ephebaceae. Thallus homoiomerisch, nicht gallertartig, mit Scyto- 
nema- oder /SY/^owema-Gonidien. — Ephehe (4) lanata (Fig. 72) an Felsen. — 
Porocyphus (5). 

Fam. Pjreiiopsidaceac. Wie vorige; aber mit (r/ot'Ocaj>sa-Gonidien, mit offenen und 
geschloss-enen Apothecien. — Thyreo (20). — Synalissa (5); S. symphorea (Fig. \\D), auf 
Steinen. — Psorotrichia (40), meist auf Felsen. 



74 XI- -Ä^bt- Euraycetes. Nebenkl. Lichenes. 1. U.-Kl. Ascolichenes. 2. R. Gymnocarpeae. 

3. TJ.-R. Cyclocarpineae. 

Farn. Lichinaceae. Thallus homoio- oder heteromerisch, schuppig oder 
zwergig-strauchig, ohne Haftfasern der Unterlage aufsitzend, mit Rividariaceae- 
Gonidien (s. oben S. 6). Apothecien krugförmig. — 
Licliina (4) auf Meeresstrandf eisen (Fig. \1E). 

Farn. Collemataceae. Thallus homoiomerisch, gallert- 
artig, mit ^O6'^oc-Gonidien. Apothecien mit oder ohne 
eigenes Gehäuse. — Pliysma{\b) compactum auf trockenen, 
sandigen Stellen. — Collema (80), viele Arten auf 
Bäumen und Felsen (Fig. lli^), typische Gallertflechten. 
— Leptoghim (100). 



Farn. Heppiaceao. Thallus schuppig bis fast strauchartig, 
pseudoparenchymatisch, mit Scijlonema-Gon\6.iQn. — Heppia (40) 
auf Erde. 

Fam. Pannariaceae. Thallus schuppig- krustig, hetero- 
merisch, meist mit Nostoc- oder ScytonemarGomdien. — 
Pannaria (50) auf Erde, Felsen, Rinden. 

Fam. Stictaceae. Thallus blattartig, heteromerisch, 
mit Haftfasern dem Substrat ansitzend, meist mit Pal- 
mella- oder iVo^^oc-Gonidien. Apothecien dem Thallus 
eingesenkt, schildförmig, mit deutlichem Rand. — Lo- 
har'ia (150) pulrtionarin (= Sticta pulmonaria), 
Lungenmoos, Lungenflechte, an Laubholz, auch an 
Felsen, namentlich im Gebirge, als Volksheilmittel viel 
gebraucht. — Sticta (150). 

Fam. Peltigeraceae. Thallus wie bei vorigen; aber 
Apothecien ohne deutlichen Rand. — Peltiyera (20) 
canina häufig an Waldrändern, auf Wiesen usw. ; P. poly- 
dadyla nicht selten. — Solorina (7) crocea, orangegelb, 
im Gebirge; S. saccata auf feuchter Erde. — Nephroma (16). 

Fam. Pertusariaceae. Thallus krustig, mit Pleuro- 
COCC^^^-Gonidien und häufig mit Soredien; Apothecien 
punktförmig, selten scheibenartig erweitert; Sporen meist 
groß, mit dickem Exospor. — Pertusaria (200) com- 
munis an den Rinden vieler Ladbhölzer (Fig. 73). 

Fam. Lecanoraceae. Thallus krustig mit Protococcus- 
oder Pleurococcus-Gonidien. Apothecien dem Thallus einge- 
senkt mit Gonidien in ihrer nächsten Umgebung, ohne Rand. 

— Lecanora (200) siibfusca sehr verbreitet, namentlich an 
Laubbäumen und Holz; L. pallida ebenso; L. badia an Felsen 
und Steinen; L. saxicola ebenso, auch auf Mauern und Holz; 
i. est'ulentfif Mannaflechte, von der Krim bis zur 
Kirghisensteppe und in der nördlichen Sahara (s. oben S. 70). — 
Icmadopliila ericetorum auf morschem Holz oder über Moosen. 

— (hln'oU'i'hid (10) tavtavea vorzugsweise an Steinen 
und Felsen; O. pdUesvetis an Baumstämmen im Gebirge, 
beide zur Bereitung von Orseille und Lackmus (s. oben S. 70) 
verwendet. — Phlyctis (10). — Haematomma (14) ventosum 
an Steinen und Felsen. 




Flg. 72. Ephebe lanata 
(= E. puhescena). Die 
Spitze eines Thalluszweiges 
mit zwei Seitenzweigen (s); 
h seine Hyphen; g oberste 
Gonidie. — Nach War- 
ming. 




Fig. 73. Pertiisaria 

communis. — Nach 

Warming. 



XI. Abt. Eumycetes. Nebenkl. Lichenes. 1. U.-Kl. Ascolichenes. 2. R. Gymnocarpeae. 75 

3. U.-R. Cyclocarpineae. 2. Ü.-Kl. Basidiolichenes. 

Fana. Parmeliaceae. Thallus blattartig, beiderseits berindet und mit Haft- 
fasern dem Substrat angeheftet, mit Pleurococcus-Gonidien. Apothecien dem 
Thallus eingesenkt. — Pavnielia (400) physodes, P. olivacea, P. caperata 
häufig an Bäumen und Steinen. — Cetraria (50) islandiea (»isländisches 
Moos«) auf trockenen Heideplätzen häufig, namentlich im Hochgebirge; in ark- 
tischen Gebieten weite Flächen überziehend und dort für Mensch und Tier 
wichtiges Nahrungsmittel; off. als Liehen islandicus; C. glauca auf ver- 
schiedenen Unterlagen häufig. — Candelaria (3) concolor mit wachs- bis dotter- 
gelbem Thallus, weit verbreitet. 

Fam. Usneaceae. Thallus strauchig, aufrecht, hängend oder niederliegend, 
meist radiär gebaut, allseitig berindet, mit Protococcus-Gomdien. Apothecien 
vom Thallus berandet. — Mvernia (2) prunastri an Laubholzbäumen. — Letharia 
(8) vidpina auf Nadelhölzern, besonders im Hochgebirge. — Alectoria (20) 
ochroleuca im Hochgebirge zwischen Steingeröll. — Hanialina (100) fraxinea 
sehr häufig an Laubholzbäumen; R. reticulata, sehr eigenartige Flechte in Kali- 
fornien.— TJsnea(100)barbataf »Bartflechte«, 
sehr häufig an Bäumen, ganz besonders in der 
Nebelregion der Gebirge (Fig. 74). 

Fam. Caloplacaceae. Thallus krustig, am 
Rande gelappt oder zwergig-strauchig, unberindet, 
meist geschichtet, mit Pleurococcus -Gonidien. 
Sporen farblos, zweizeilig. — Blastenia (60). — 
Caloplaca (100) viiellina und andere häufig auf 
Steinen, Bäumen, Holz, Moos; CmMrorMm ungemein 
häufig an Mauern, auf Dächern und auf Steinen. 

Fam. TheloSChistaceae. Thallus blattartig 
oder strauchig mit Pleurococcus-GomdieYi. Sporen 
farblos, zweizeilig. — Theloschistes (12). — 
XantJioria (6) parietina, sehr gemein an 
Mauern und Bäumen. 

Fam. BuelliaCeae. Thallus krustig bis Fig. 74. Tsnea ?*«r&aia. (Nat. Größe.) 
schuppig, geschichtet, meist unberindet, mit "~ ^^^^ Warnung. 

/-'ro^ococa^Ä-Gonidien. Sporen braun, 2 — 4-zellig. 

— Suellia (200) parasema, gemein auf Baumrinden und Holz; B. vcrruculosa 
an Felsen. — Rinodina (200). 

Fam. Physciaceae. Thallus krustig, schuppig, blattartig oder strauchig, 
mit Pro^ococcM^- Gonidien, mit anfangs eingesenkten, dann hervortretenden, 
schwärzlichen oder seltener rotbraunen Apothecien. — JPhi/scia (50) cüiaris 
sehr häufig an Laubbäumen; Ph. stellaris, Ph. caesia, Ph. pulveridenta, Ph. 
obscura häufig. — Anaptychia (10 incl. Tornabenia). 

2. Unterklasse BASIDIOLICHENES. Basidiomyceten, welche mit Algen in 
Symbiose leben. 

Unterreihe Hyinenolicheties. Hymenomyceten , welche mit Algen in 
Symbiose leben. — Cora (8) pavonia, Symbiose einer Thekphoracee mit Chroo- 
coccus-Gomdien, Dichjonema (S) sericeum (Fig. llC), Symbiose derselben TAeZe- 
phoracee mit 5'c//^onema-Gonidien unter Vorwiegen der ersteren, beide in den 
Tropen, besonders in Bergwäldern, sehr verbreitet; D. guadalupense, dieselbe 
Symbiose unter Vorwiegen des Scytonema; D. llgulatum, ein anderer Hymeno- 
mycet in Symbiose mit «Sc^/^owewa-Gonidien (Borneo). 




76 XII- Ä*'t. Embryophyta asiphonogania (Archegoniatae). 1. Unterabt. Bryophyta. 1. Kl. Hepaticae. 

XIL AMeiluiig. EMBRYOPHYTA ASIPHONOGAMA 

(Archegoniatae). 

Seltener thalloidische, meist in Stamm und Blätter gegliederte (kormo- 
phytische) Gewächse mit zwei verschiedenen Generationen: 1) Proembryo- 
nale Generation (auch haploide genannt, wegen ihrer mit der einfachen Zahl 
— n — der Chromosomen versehenen Zellkerne) ;= Gametophyt, Geschlechts- 
generation, mit Antheridien, in denen die Spermatozoiden entstehen, und mit 
Archegonien, welche die zu befruchtende Eizelle und die vor der Befruchtung ver- 
schleimenden Kanalzellen einschließen. 2) Embryonale Generation oder der 
Embryo, ein nach erfolgter Befruchtung durch Teilung der Eizelle und weiteres 
Wachstum entstehender Gewebekörper, welcher noch kürzere oder längereZeit 
oder immer mit der proembryonalen Generation in Verbindung bleibt, 
von derselben ernährt wird und zum Sporophyten auswächst; dieser 
bildet auf ungeschlechtlichem Wege Keimzellen oder Sporen. Der Kern der 
befruchteten Eizelle und sämtlicher (somatischer) Zellen 'des Sporophyten enthält 
doppelt soviel Chromosomen (2n) als jeder Kern des Gametophyten ; es wird 
daher diese Generation auch als diploide bezeichnet. Erst bei Entstehung der 
Mutterzellen der Sporen erhalten die Kerne die einfache Zahl der Chromosomen, 
nachdem sich in der Prophase der »Reduktiensteilung« die Chromosomen paar- 
weise vereinigt haben und der hierbei entstandene Doppelfaden in die Doppel- 
chromosomen zerfallen ist. 

Diese Abteilung dürfte nach nnten an die VII. Abt. Cldorophyceae anschließen, 
jedoch besitzt keiner der jetzt lebenden Vertreter dieser Abtoilnng mehrzellige Wan- 
dnng^en der Antheridien und Arche§:onieu. Daher will man auch diese Abteilungr 
von Fhaeophifceae ableiten unter der Annahme, daß in deren mehrzelligen (iamet- 
angien die äußeren Zellen ihre Fortpflanzungsfähigkoit verloren haben. Nach oben 
findet diese Abteilung ihren Fortschritt in Abt. XIII. V^'egen der charakteristischen 
Eigentümlichkeiten g:egenüber dieser Abteilung vorgl. man den Zusatz zu Abt. XIII. 

I. Unterabteilung. BRYOPHYTA (Muscineae). 

Die aus den Keimzellen oder Sporen der embryonalen Generation gewöhnlich 
durch Vermittlungeines seltener flächenförmigen, meist aberfadenförmigen York ei ms 
(Protonema) entstehende proembryonale Generation (;= Gametophyt) ist 
seltener thalloidisch, meist kormophytisch. Die aus der befruchteten Eizelle 
hervorgehende embl-yonale Generation (= Sporophyt), das Sporogonium, 
ist, ohne Gliederung in Achse und Blattorgane, eine stiellose oder gestielte Kapsel, 
welche in ihrem Innern gleichartige Keimzellen oder Sporen erzeugt und an der Basis 
vermittels des Fußes mit der proembryonalen Generation wie ein Parasit verbunden 
ist und von derselben ernährt wird. Aus den diploiden somatischen Zellen des 
Sporogons können auch »apospore« Protonemata und Gametophyten hervorgehen, 
deren Zellen el)enfalls diploid sind. Sind solche apospore Gametophyten monö- 
cisch und gelingt es, aus ihnen eine embryonale Generation zu erziehen, so ist 
diese tetraploid, d. h. ihre somatischen Zellen enthalten 4 n Chromosomen. 

1. Klasse HEPATICAE (Lebermoose). Protonema meist klein und 
vergänglich. Proembryonale Generation meist dorsiventral, thalloidisch oder 
kormophytisch, aber die Blätter immer ohne Nerven, Das Sporogon bleibt 
in der \Vandung des Archegons eingeschlossen oder durchbricht das- 



XII. Abt. Embryopbyta asiphonogaraa (Arcbegoniatae). 1. Unterabt. Bryophyta. 1. Kl. Hepaticae. 77 

1. R. Marchantiales. 

selbe am Scheitel; daher ist keine dem Sporogon aufsitzende Haube 
(Calyptra) vorhanden. Rhizoiden einzellig. 

1. Reihe MARCHANTIALES. Proembryonale Generation thalloidisch, dorsi- 
ventral, unterseits mit quergestellten schuppigen Lamellen und Hafthaaren, ober- 
seits mit chlorophyllhaltigem Gewebe, welches häufig von nach außen münden- 
den Lufträumen durchbrochen ist, unterseits mit chlorophyllfreiem Gewebe. 
Antheridien und Archegonien auf der Oberseite eingesenkt oder sitzend oder 
auf gestielten Rezeptakeln. Sporogon eine kugelige Kapsel oder in kurzen Stiel 
und Kapsel differenziert. Kolumella fehlt. 

Fam. Marchantiaceae. Lufträume der proembryonalen Generation offen; 
die dichotomischen Zweige des Thallus mit Mittelnerv und unterseits mit zwei 
Reihen Schuppen. Antheridien höckerartige oder strahlige Stände bildend, 
welche bisweilen lang gestielt sind. Sporogon mit kurzem Fuß; in der Kapsel 
außer den Sporen noch sterile Zellen, die meist als Schleuderzellen (Elateren) 
ausgebildet sind; Wandung des Sporo- 
gons mit Zähnen oder vier Lappen oder 
durch Abwerfen eines Deckels sich öffnend. 

Unterfam. Corsiuioideae. Archegonien 
gruppenweise in Höhlungen des Thallus ein- 
gesenkt. Sporogon mit kurzem Fuße und 
sterilen Nährzellen, im Bauch des Arche- 
goniums eingeschlossen; Sporogonien einzeln 
oder zu mehreren auf der Oberseite des 
Thallus. — Ficnicularia Weddellii (Brasilien). — 
Corsinia marrhantioides (Südeuropa). 

Unterfam. Tdrgionioideae. Reifes 
Sporogon einzeln am Rande eines Laubsprosses, 
nebst den abgestorbenen Archegonien und 
verkümmerten jungen Sporogonien von einer 
zweiklappigen, gegen die Bauchseite hin ge- 
öffneten Hülle eingeschlossen. — Targionia (5) 
Michelii auf feuchter Erde unter Gesträuch. — 
Cyathodium (4) in dunklen Felshöhlen. 

Unterfam. Marchantioideae. Sporo- 
gone an radial gebauten, gestielten Frucht- 
köpfchen. 

§ Astroporae. Archegonien zu mehreren 
auf einer durch Wucherung des Rezeptakulums entstehenden Scheibe emporgehoben, 
Radialwände der Porenrandzellen stark verdickt. — Clevea (5) hyalina, in Nordeuropa und 
den Alpen. — Sauteria (3) alpina, wie vorige. , 

§ Opercnlatae. Rezeptakulum am Ende einer Sproßachse als direkte Fortsetzung des 
Sprosses. Archegonien akropetal entstehend. Der obere Teil der Kapselwand teils in 
einem Stück abgeworfen, teils in unregelmäßige Platten zerfallend. — Aytonia (20) — 
Rehoulia (2) hemisphaerica an grasigen, sonnigen Bergabhän^en und Hohlwegen, kosmo- 
politisch (Fig. 75). — Grimaldia (7) barbifrons an sonnigen Stellen im Gebirge. — Neesiella 
rupeslris auf Sandstein und Kalkfelsen in Mitteleuropa und Nordamerika. 

§ Compositae. Thallus deutlich gefeldert, dichotom verzweigt. Sporo- 
gonien mit Zähnen sich öffnend. — Conocephalus (Fegatella) (2) conicus häufig 
an feuchten Hohlwegen, Grabenrändern usw. — Lunularla cruciata an feuchten 
Standorten in Südeuropa; in Treibhäusern auf Blumentöpfen sehr häufig; hier 
Vermehrung durch Brutknospen. — Dumortiera (6) auf nassen Felsen in wärmeren 
Gegenden. — Chomiocarpon (2) quadratus (Preissia commutata) wie Conoce- 
phalus, * — Marchantia (52) polyniorphaf an feuchten Standorten oft 
massenhaft, über die ganze Erde verbreitet. 




Fig. 75. Rehoulia hemisphaerica. A Pflanze in 
nat. Gr. mit reifen Sporogonträgern und den 
halbmondförmigen polsterförmigen Antheridien- 
ständen a.' B e;ne andere Form in nat. Gr. 
C — E Sporogonstände von der Seite und von 
unten (Vi)- F eine aufgesprungene Kapsel, stärker 
vergr. — Nach Bisch off. 



78 ^11- Abt. Embryophyta asiphonogama (Archegoniatae). 1. Unterabt. Bryopbyta. 1. Kl. Hepatieae. 
2. R. Anthocerotales. 3. R. Jungermanniales. 

Fam. Ricciaceae. Lufträume der proembryonalen Generation geschlossen. 
Antheridien und Archegonien eingesenkt. Sporogon stets im Bauch des Arche- 
goniums eingeschlossen. Kolumella und sterile Zellen zwischen den Sporen fehlen; 
die Sporen werden frei durch Resorption der zarten Wand des Sporogons. — 
Hircin (107) glauca und R. crystallina auf feuchten Äckern; R. fliiitans in 
stehenden Gewässern. — Ricciocarpus (1) natans in stehenden Gewässern. — 
Tesselina (Oxymitra) pyramidata auf feuchtem Boden in Südeuropa. 

2. Reihe ANTHOCEROTALES. Proembryonale Generation thalloidisch, unter- 
seits ohne Schuppen, aber mit Schleimspalten (in denselben bisweilen Nostoc). 
Geschlechtsorgane monöcisch. Antheridien endogen, anfangs in geschlossenen 
Höhlungen des Thallus. Archegonien eingesenkt. Sporogon über den Thallus hin- 
austretend, mit Fuß, aber ohne Stiel, und schotenförmiger, mit zwei Klappen 
sich öffnender Kapsel. Diese enthält außer den Sporen meist eine Kolumella 

und aus Zellreihen bestehende Elateren, ferner 
besitzt sie an der Oberfläche ihrer Wandung Spalt- 
öffnungen, während solche an der Kapselwand 
bei anderen Lebermoosen nicht vorkommen. 

Fam. Anthocerotaceae. — AntJwceros 

(79) puncfatiis und A. laevis auf feuchten 
Äckern und Rainen, fast kosmopolitisch; A. gra- 
cilis in Australien (Fig. 76). — Noiothylas (9). 
— Dendroceros (15) tropisch. 

3. Reihe JUNGERMANNIALES. Proembryo 
nale Generation thalloidisch oder kormophy- 
tisch. Sporogonien in Stiel und eine fast immer 
vierklappige Kapsel gegliedert, stets ohne Kolu- 
mella, aber meist mit Elateren, selten nur 
sterile Nährzellen zwischen den Sporen. 

Fam. Jungermanniaceae anacrogynae. 

Archegonien am Rücken der weiterwachsenden 
Sprosse, meist von einer Hülle (Involukrum) ge- 
schützt, die nie aus ßlattorganen gebildet wird. 
Meist keine Blattorgane oder nur Übergangs- 
gebilde zu solchen, deutliche Blätter jedoch bei 
Fossombronia und den Haplomitrioideae. 

Unterfam. Sphaerocarpoideae. Kapsel leicht 
aufspringend. Sterile Zellen nicht als Elateren aus- 
gebildet. — Sphaerocarjms (5) Michelii in Süd- und 
Westeuropa und Nordamerika. 




Fig. 76. Ätithoceros gracilis. A Pflanze 
mit vier aufgesprungenen Sporogonen in 
nat. Gr. JS Lappen des Thallus mit 
einem reifen Sporogon, an der Basis die 
Scheide (Hülle) und zwischen den beiden 
Kapselklappen die Kolumella (Vi)- G — F 
Elateren. G Zwei Sporen {^°°/j). — 
Nach Reichardt. 



Unterfam. HielJoidene. Proembryonale 
Generation nicht dorsi ventral, mit aufrechtem 
geflügeltem Thallus. Kapsel mit sterilen Nähr- 
zellen. — Riella (7) heUcophylla auf tonigem 
Grund von Seen in Algier; R. Rciäeri ehemals im Genfer See. 

Unterfam. Metzgerioideae, Proembryonale Generation dorsiventral, 
thalloidisch, ohne oder mit Mittelrippe. — Riccardia (Aneura) (111) pinguis 
und R. mulilfida auf feuchtem Boden, beide kosmopolitisch. — Wetzgeria 
(36) furcata in dichten, flachen Rasen an Felsen und auf Baumrinden. 



XII. Abt. Embryophyta asiphonogama (Arcbegoniatae). 1. Unterabt. Bryophyta. 1. Kl. Hepaticae. 79 

3. R. Jungernianniales. 

Unterfam. Leptothecoidene, — Pallavicinia Lyellii, Kosmopolit; viele Arten tropisch. 

Unterfam. •Fosso^nht'onioideac. Sproß blattlos, mit oder ohne Mittel- 
rippe oder mit horizontal stehenden Seitenblättern, bisweilen auch mit schuppen- 
förmigen Unterblättern (Amphigastrien). — Pellia (3) epiphylla (Fig. 77) an 
feuchten Gräben usw. *_ — Blasia pusilla auf feuchtem Lehm- und Sandboden 
in Europa, Nordamerika, Australien. — Fossomhronia (26) pusilla, häufig auf 
feuchter Erde. — Treuhia insignis in Java, das größte Lebermoos. 

Unterfam. Haploniitrioideae, Sproß aufrecht, fast dreireihig beblättert, 
mit gleich großen Blättern. Geschlechtsorgane ohne Hüllen. — Haplomitrium 
Hookeri auf feuchtem Heide- und Sandboden in Nordeuropa. — Calobryum, tro- 
pisch und in Japan. 

Fam. Jungermanniaceae acrogynae. Archegonien das Wachstum der 
Sprosse beschließend; Sporogon also immer endständig. Sprosse bilateral, mit 
zwei Reihen größerer, anfangs zweilappiger Oberblätter und häufig auch einer 
Reihe kleinerer Unterblätter (Amphigastrien) auf der Bauchseite. Hüllen der 
Geschlechtsorgane (Perianthium) von Blättern gebildet, bisweilen fehlend. 

Unterfam. JEpigoniantheae» Meist ziemlich groß, selten fiederig ver- 
zweigt. Blätter unterschlächtig oder quer inseriert; Amphigastrien oder klein. 
Perianthium zylindrisch oder drei- bis 
sechskantig. Eiateren abfällig, beiderseits 
zugespitzt (= zweispirig). — Oymno- 
miirium (18), in Gebirgen auf Felsen, in 
den Polarländern auf Erde. — Marsupella 
(Sarcoscyphus) (24) wie vorige, z. B. M. 
Funchii. — Nardia (44) compressa in 
Gebirgsbächen in Mittel- und Nordeuropa. 

— Calypogeia (12) ericeforum auf feuchtem 
Lehmboden. — Aplozia (20) sphaerocarpa 
an feuchter Erde. — Lophozia (60) auf 
feuchter Erde an Steinen und Felsen. — 
Plagiochüa asplenoides auf schattigem 
Waldboden in Europa; etwa 460 in den 
trop. Wäldern. — Lophocolea (149) 
hidentata sehr häufig auf bloßer Erde, 

kosmopolitisch. — Chiloscyphus {11) polycmthus an Bachrändern und Gräben. 

— Sarcogyna (Oeocalyx) graveolens an feuchten Felsen. 

Unterfam. Trif/onantheae. Meist beblättert, selten thalloidisch. Blätter 
oft oberschlächtig, flach oder rinnig, ganzrandig oder verschieden geteilt. Arche- 
gonienstand meist auf einem sehr verkürzten Ventralsproß. Perianthien drei- 
kantig. Eiateren wie bei vorigen. — Prionolohus (13). — Cephaloziella (20). — 
Bazzania (230) meist trop. — Lepidozia (92) reptans häufig auf Waldboden. 

Unterfam. Ptilidioideae. Meist ansehnlich, etwas starr. Blätter unter- 
schlächtig oder quer eingefügt, zwei- bis vierteilig oder zerschlitzt; Amphigastrien 
ebenso. Perianthium drehrund oder drei- bis zehnfaltig. Archegonienstand end- 
ständig am Stengel oder an Seitenästen. Kapsel und Eiateren wie bei vorigen. 

— Mastigophora (9). — Ptilidium (6) ciliare häufig auf bloßer Erde und an 
Felsen. — Trichocolea {\Z) tomentella auf feuchtem Waldboden und in Mooren. 

Unterfam. Scapanioideae. Blätter gefaltet, zweilappig, mit kleinerem 
Oberlappen. Amphigastrien oder den Blättern unähnlich. Archegonienstand 
terminal. Perianthium flach oder drebrund oder vier- bis mehrfaltig, häufig mit 




Fig. 7 7. Pellia epiphylla in nat. Gr., mit 

Sporogonen; h Hüllen, c Calyptra. — Nach 

Schiffner. 



80 XII. Abt. Embryophyta asiphonogama (Archegoniatae). 1. Unterabt. Bryophyta. 1. Kl. Hepaticae. 

3. R. Jungermanniales. — 2. Kl. Musci. 

dem Archegonium und den Involukralblättern verwachsen. Kapsel und Elateren 
wie bei den vorigen. — Diplophijllum (5) albicans sehr verbreitet auf feuchter 
Erde, an Felsen und faulem Holz jl. — Scapania (37) uyidiilata an Felsen, in 
Bächen und Quellen *. 

Unterfam. Stephaninoicleae. Ziemlich große, grüne oder gelbgrüne 
Pflanzen. Blätter oberschlächtig, gefaltet, zweiiappig, mit kleinerem Unterlappen, 
an dem sich büschelweise Rhizoiden aus einer mamillenförmigen Auftreibung ent- 
wickeln. Amphigastrien 0. Archegonienstand terminal. Perianth vom Rücken 
her flachgedrückt, glatt. Kapsel und Elateren wie bei vorigen. — Stephanina 
(Radula) (72) complanata in dichten Rasen an Bäumen in Europa. 

Unterfam. Plearozioideae. Meist große Pflanzen. Blätter oberschlächtig, gefaltet, 
zweilappig, mit kleinerem sackartigem, oft durch eine Klappe verschlossenem Unterlappen. 
Amphigastrien 0. Archegonienstand auf kurzen Seitenästen. Perianthium lang und schmal 
zugespitzt, von der Mitte an vier- bis zehnfaltig. Kapsel und Elateren wie bei vorigen. — 
Pleurozia (12) gigantea an Bäumen und auf bloßer Erde, paläotrop. 

Unterfam. Bellificinioideae. Stattliche Pflanzen, grün bis braun. Blätter 
oberschlächtig, gefaltet, zweilappig, mit kleinem, flachem oder am Rande zurück- 
gerolltem Unterlappen. Amphigastrien ansehnlich, an ihrer Basis mit spärlichen 
Rhizoiden. Archegonienstand auf lateralen Ästchen. Perianth vom Rücken her 
zusammengedrückt, mit ventralem Kiel, oder drei- bis zehnfaltig, zuletzt an der 
Mündung klaffend. Kapsel mit vier öfters nicht bis zum Grunde getrennten 
und unregelmäßig gespaltenen Klappen. Elateren wie bei vorigen. — 'Bellin- 
cinia (Madotheca) (77) platyphylla an Stämmen und Felsen häufig; viele 
Arten tropisch, wie B. hrasiliensis. 

Unterfam. Jubuloideae. Blätter oberschlächtig, gefaltet, zweilappig, mit 
kleinerem, oft aufgeblasenem oder sackartigem Unterlappen. Amphigastrien ganz 
oder zweiteilig, bisweilen gezähnt, an der Basis oder in der Mitte mit Büscheln 
von Rhizoiden. Archegonienstand meist mit nur einem Archegonium. Perian- 
thium fast stets vom Rücken her zusammengedrückt, an der Mündung in ein 
röhriges Spitzchen zusammengezogen. Kapsel kurz gestielt, von der Spitze bis 
zu -/s vierklappig. Elateren mit dem spitzen Ende an den Klappen bleibend, 
am freien Ende gestutzt bis trompetenartig erweitert (= einspirig). 

§ Lejeiineeae. Archegonienstand stets mit nur einem Archegonium. 
Lobulus des Blattes mit seiner Basis dem Stengel angewachsen, nicht als hohles, 
helmförmiges oder zylindrisch sackartiges Öhrchen entwickelt. — EtileJeuiUfi 
(164) scrpyllifolia an alten bemoosten Baumstämmen. — Harpalejeunea (46) 
ovata auf Baumrinde. — Außerordentlich zahlreich in den Tropen. 

§ Friillanieae. Archegonienstand mit 2 — 4, seltener bis 12 Archegonien. 
Lobulus des Blattes ein hohles, helmförmiges oder zylindrisch-sackartiges Öhrchen. 
— Frullania (310) dilatata. häutig an Baumstämmen und Felsen; F. tama- 
risci etwas seltener. 

2. Klasse MUSCI (Musci frondosi) (Laubmoose). Protonema ansehn- 
lich, meist vom Aussehen der Fadenalge Cladop/iora, sehr selten ausdauernd. 
Proembryonale (haploide) Greneration kormophytisch , die Stengel bis- 
weilen schon mit einem Wasser, seltener auch organische Stoffe leitenden Zentral- 
strang, aber ohne echte Gefäßbündel, die Blätter meist mit Mittelnerv. 
Bei der Entwicklung des (diploiden) Sporogons wird fast immer die 
Wandung des Archegoniums am Grunde losgelöst und als Haube 
(Calyptra) in die Höhe gehoben. Im Sporogonium kommt es sehr früh zur 



XII. Abt. Embryophyta asiphonogama (Archegoniatae). 1. Unterabt. Bryophyta. 2. Kl. Masci. 

1. Kl. Sphagnales. 



11 



Sonderung eines Endotheciums und Amphitheciums. Sporogon meist mit Spalt- 
öffnungen in der Kapselwand. Bei der Bildung der Sporenmutterzellen erfolgt 
Reduktion der Chromosomen in den Zellkernen. 

Aus dem Sporogon kann unter Umständen direkt ein Protonema entstehen, welches 
aber dann diploid ist, nicht haploid wie das aus Sporen hervorgehende. Die an solchen 
Protonemen entstehenden Geschlechts- 
pflanzen sind mit ihren Antheridien ^f 
und Archegonien diploid, und der von 
ihnen erzeugte Sporophyt ist tetra- 
ploid. Wenn er Sporen bildet, tritt 
Reduktion der Chromosomen ein, doch 
entstehen in diesem Fall diploide, nicht 
haploide Sporen und aus diesen wieder 
diploide Pflanzen. 

1. Unterklasse SPHAGNALES. 

Aus dem Endothecium entsteht nur 
die Kolumella, welche die spören- 
bildende Schicht nicht durchsetzt, 
sondern von derselben kuppeiförmig 
überdacht wird. Sporogon sitzend. 
Archegonwandung bei der Reife 
des Sporogons unregelmäßig zer- 
rissen, so daß am Grunde des 
Sporogons eine Scheide zurückbleibt 
(Fig. 78). Vorkeim prothalliumartig 
oder seltener Cladophora-SLTÜg. 

Fam. Sphagnaceae (Torf- 
moose). Blätter nervenlos, aus 
zweierlei Zellen bestehend: zylin- 
drischen, chlorophyllhaltigen, der 
Assimilation dienenden, und größe- 
ren chlorophyllosen, mit runden 
Löchern in der Membran, sowie 
mit ring- und schraubenförmigen 
Verdickungen versehenen, der 
Wasseraufnahme dienenden ; aus 
Zellen letzterer Art besteht auch 
die Stengelrinde. Archegonien und 
Antheridien an besonderen Zweigen. 
Aus dem die Archegonien tragenden 
Zweige entwickelt sich unserhalb 
des ein reifes Sporogon einschließen- 
den Archegoniums als Stiel ein 
Pseudopodium. Kapsel mit Deckel 
geöffnet, ohne Peristom. — Sphag- 




Fig. 78. Sphagnum acidifolium. A Stück einer Pflanze 
unterhalb des Gipfels : a Zweige mit Antheridien ; ch Peri- 
chätialzweige mit endständigen (eingehüllten) Archegonien; 
b obere Stengelblätter. B ein männlicher Zweig, teil- 
weise entblättert, um die Antheridien zu zeigen. C Gruppe 
von drei Archegonien. D Sporogonium sj) im Längs- 
schnitt; der breite Fuß sg steckt in der Vaginula v; 
c Calyptra; ar Archegoniumhals ; ps Pseudopodium. 
E reife Kapsel, mit Deckel und Resten des Archegoniums, 
auf dem vom Perichätium umgebenen Pseudopodium; 
links ein unfruchtbarer Zweig. F Zellengruppe aus dem 
Blatt, von oben gesehen; l Löcher, b chlorophyllhaltige 
Zellen, s schraubenförmige Verdickungen. 



fluni (250) mit zahlreichen Arten, 

namentlich in Torfmooren, Sumpfwäldern, auch auf nassen Felsen, oft allein 
den Torf (Moostorf) zusammensetzend; S. cymbifoliiiin, S. fimhriatum, S. teres, 
S. cuspidatum häufig in Sümpfen; S. medium, S. rigidum, S. acutifolium auf 
Torfmooren und feuchten Heiden; 8. recurvum, S. squarrosum und «S. Oirgen- 
sohnii an quelligen Stellen in Wäldern. Viele tropisch und subtropisch. 



Engler, Syllabus. 



6 



82 ^11- ^^^- Embryophyta asiphonogama (Archegoniatae). 1. Abt. Bryophyta. 2.. Kl. Musci. 
2. Ü.-Kl. Andreaeales. 3. U.-Kl. Bryales. 1. R. Acrocarpi. 

2. Unterklasse ANDREAEALES. Das Endothecium differenziert sich in 
Archispor und Kolumella, welche jenes nicht durchsetzt. Im Amphithecium wird 
die innerste Schicht zum Sporensack, welche von dem übrigen Wandgewebe 
durch keinen Intercellularraum getrennt ist. Die Archegoniumwandung sondert 
sich bei der Reife in Vaginula und Haube. Vor der Entwicklung der Vorkeim- 
fäden Bildung eines Vorkeimknöllchens innerhalb der Spore. 

Fam.Andreaeaceae. Polster bildend, mit kurzen, dichtbeblätterten Stämmchen. 
Blätter mit oder ohne Mittelrippe. Pseudopodium wie bei vorigen. Kapsel mit 
vier bis mehr seitlichen Längsrissen sich öffnend. — Andreaea (105) auf kiesel- 
haltigen Felsen der Gebirge, in der Ebene auf erratischen Blöcken, 

3. Unterklasse BRYALES. Sporenwand von der Kapselwand durch ein 
hohlzylindrisches System von Intercellularen geschieden. Das Endothecium diffe- 





Fig. 79. Entwicklung der Bryales. A — Funaria hygrometnca. A Anlage des Sporogons spg 
im Bauch des Archegoniums (h dessen Hals); ar ein unbefruchtetes Archegonium. B Embryo im 
Archegoniumbauch. C Längsschnitt durch die Kapsel, mit dem sporenbildenden Gewebe sp. E ein Teil 
des letzteren im Längsschnitt. D Schema des Verhältni.sses zwischen Sporogon und Moospflanze; m Moos- 
stengel; hl Blätter; ar Archegonien; st unterer Teil der Seta, eingesenkt in den Moosstengel; a Apo- 
physe; c Kolumella; l Luftraum; sp sporenbildende Schicht; d Deckel; cal Calyptra. — Nach Sachs 

und Warming. 



renziert sich fast immer in Archispor und Kolumella, welche, jenes durchsetzt. 
Sporogon in Kapsel und Stiel (Seta) gegliedert. Die Archegonwandung spaltet 
sich in eine die Basis der Seta umschließende Vaginula und die von dem Sporogon 
in die Höhe gehobene Haube (Fig. 79). Vorkeime Cladophora-2irüg oder seltener 
prothallienartig. 

1. Reihe ACROCARPI. Archegonien an Hauptsprossen gipfelständig. 

Fam. Archidiaceae. Kapsel lange von der sehr zarten Haube umhüllt, 
die zuletzt unregelmäßig geprengt wird. Im Endothecium des sitzenden Sporo- 
gons keine Kolumella, sondern sterile und fertile Zellen durcheinander gemengt. 
Sporen sehr groß. — ArcJndiutH (24) alternifolium auf tonig-sandigem Boden. 

Fam. Dicranaceae. MeiBt rasenbildend. Stengel meist mit deutlichem 
Zentralstrang. Blätter aus breiterer Basis verlängert, pfriemenförmig bis borsten- 



XII. Abt. Embryophyta asiphonogama (Ärchegoniatae). 1. Unterabt. Bryophyta. 2. Kl. jMusci. 83 
3. U.-Kl. Bryales. 1. R. Acrocarpi. 

förmig. Kapsel meist unregelmäßig und geneigt, trocken oft gekrümmt und 
längsfaltig. Peristom einfach, selten fehlend; 16 Zähne mit an der Innenfläche 
radiär stark vorspringenden Querleisten. Haube meist kappenförmig. — 
Dicranella (183) squarrosa (kalkfeindliches Gebirgsmoos); D. varia (feuchte 
Erdblößen, Ausstiche); D. suhulata und D. heteromalla (Waldränder, Hohlwege); 
D. cerviculata (nackter Torf). — Aongstroemia (15) (Hochalpen). — Oreas (1) 
Martiana (Zentralalpen). — Cynodontium (12) polycarpum (Mittelgebirge und 
Alpen). — Dichodontium (9). — Dicranmu (127) undidatum (Waldboden, 
namentlich auf Sandstein); D. majus (tiefschattige Wälder); D. scoparimn (sehr 
verbreitet); D. montanum (Baumstümpfe, Waldboden). — Campylopiis (500) 
turfaceus (auf bewaldetem Torfboden). — Dicranodontitini (18) longirostre 
(torfiger Waldboden, kalkfeindlich). — Pleuridium (28) nitidum (auf feuchtem 
Ton- und Schlammboden); P. suhidatum ^Waldränder). — Trichodon (3) cylin- 
dricus (auf nacktem Waldboden). — DitricJnini (70) homomallum (auf feuchtem 
sandigem Boden). — Ceratodon (21) purpureus (sehr gemein). — Distichiiitn 
(18) capiUaceum (sehr verbreitet auf Kalkfelsen). — Selig era (15, meist auf 
Kalkfelsen). — Blindia (26) acuta (Hochgebirge, oberhalb der Baumgrenze). — 
Treniatodon (65) amhiguus (Grabenwände). — Leucoloma (176, südl. Hemi- 
sphäre). — Bruchia (29) palush'is (Wiesengräben). 

Fam. Leucobryaceae. Polsferbildend, weißlich-grün. Stengel ohne Zentral- 
strang. Blätter mit zweierlei Zellen, einer inneren Schicht kleiner, chlorophyll- 
führender, und 1 — 4 Schichten plasmaloser, durchlöcherter Zellen. Kapsel auf- 
recht und regelmäßig oder geneigt und unregelmäßig. Peristom meist mit 
16 Zähnen. — LeucohryttfH (121) glaucum (auf feuchtem Wald- und Torf- 
boden, kalkfeindlich); zahlreiche Arten in den Tropen. — Leiicop)hanes (40) und 
Octohlephariim (18) tropisch. — Schistomitrium (6) Monsungebiet. 

Fam. Fissidentaceae. Stengel zweizeilig beblättert (mit zweischneidiger 
Scheitelzelle). Blätter halbstengelumfassend, scheidig-kahnförmig, mit Fortsatz 
und Dorsalflügel, Zellen parenchymatisch, seltener prosench5^matisch. Kapsel auf- 
recht oder geneigt. Peristom rot, die 16 Zähne bis zur Mitte geteilt. — Fissi- 
dens (570) bryoides und F. taxifolius (schattige Erdblößen); F. osmiindoides 
und F . adiantoides (feuchte Torfwiesen); sehr zahlreiche Arten in den Tropen; 
F. julianus (im W^asser an Wehren, Pfeilern, Brunnentrögen). 

Fara. Calymperaceae. Schlanke oder kräftige, meist auf Bäumen wachsende Moose. 
Blätter scheidig, meist mit kräftiger Rippe. Kapsel aufrecht, meist länglich zylindrisch. 
Peristom fehlend oder einfach, mit 16 lanzettlichen Zähnen. Deckel lang pfriemenförmig. 
Haube bis zum Grunde der Kapsel reichend, kappenförmig. — Syrrhopodon (215) und 
Calijmperes (198) in den Tropen. 

Fam. Pottiaceae. Rasig. Blätter mit parenchymatischem, meist durch- 
scheinendem Zellgewebe. Kapsel regelmäßig, aufrecht, selten etwas geneigt, mit 
zylindrischem Hals, Peristom mit 16 flachen, kurzen, ungeteilten oder gespaltenen 
Zähnen oder fehlend. Haube meist kappenförmig. 

§ Cinclidoteae. Archegonien meist kladogen, d. h. terminal an kurzen 
Seitensprossen. Kapsel ohne Luftraum und ohne Spaltöffnungen. — Cincli- 
dotus (6) fontinaloides an Steinen und Holz in fließendem Wasser. 

§ Trichostomeae. Archegonien akrogen, d.h. terminal am Hauptsproß. 
Blätter schmal, oben mit kleinen Zellen; Haube meist kappenförmig. — Hymeno- 
stomum (45) microstomum; Weisia (21) viridula (Waldränder, Grabenwände). — 
öymnostomum (6) rupestre (Felsen). — HymenosUjlium (17) curvirostre (in Hoch- 



84 XII. Abt. Embryophyta asiphonogania (Archegoniatae). 1. Unterabt. Bryophyta. 2. Kl. Musci. 

3. Ü.-Kl. Bryales. 1. R. Acrocarpi. 

gebirgen häufig). — Eudadium (2) verticillatum (Kalkfelsen, feuchte Mauern). — 
Didijmodon (79) ruheUiis (Felsen und Mauern). — Leptodontium (57) flexifoUum 
(torfiger Heideboden). — TrirJio.stOiitnni(60, meist in Gebirgen). — Tortella (32) 
tortuosa (besonders auf Kalkboden). — ßavlntla (235) unguiculata (sehr verbreitet) ; 
B. convoluta (auf trockenem, sonnigem Boden); B. fallax (erdige Abhänge usw.). 
§ Pottieae. Archegonien akrogen. Blätter meist breit, mit weiten 
Zellen; Haube meist kappenförmig. — Acaulon (16) muficum (lehmig-tonige 
Äcker). — JPJifisciiiii (9) cuspidatum (Äcker und Grasplätze). — JPottia (70) 
minutida (Erdblößen); P. truncatula (feuchte Stellen); P. Heimii (Salzboden). 

— Pterygoneurwn (5) cavifolium (auf kalkig-tonigem Boden). — Aloina (16) 
rigida (kalkig-lehmige Blößen). — Desmatodon (7, alpin). — Tortulci (186) 
rmiralis (sehr gemein, auch an Mauern); T. latifolia (am Grunde alter Baum- 
stämme, an altem Holz usw.); T. papulosa (wie vorige; Brutknospen am Blatt!); 
T. ruralis (an sterilen Orten häufig; auch auf Stroh- und Schindeldächern). 

§ Encalypteae. Archegonien akrogen. Blätter breit, zungenförmig bis 
spateiförmig, untei\ mit weiten Zellen; Haube zylindrisch -glockenförmig. — 
i^ncal ypta {Z5)vulgaris, E. contorta und E. sfreptocarpa{Mauern und Kalkfelsen). 

Fam. Grimmiaceae. Polster oder Rasen bildend. Blätter mehrreihig, im 
oberen Teil mit kleinen, rundlichen, chlorophyllreichen Zellen, oft papillös. 
Kapsel auf kürzerer, selten längerer Seta, meist regelmäßig, kugelig bis zylindrisch. 
Peristom einfach, selten fehlend; 16 Peristomzähne, rot oder orange, flach, 
rissig oder siebartig durchbrochen, zuweilen in« zwei bis drei fadenförmige 
Schenkel geteilt. Außenschicht mit leistenartigen Querbalken. Haube kegel-, 
mutzen- oder kappenförmig, meist nicht gefaltet. 

§ Sconlerieae. 9 Blüten kladogen. Stengel verlängert, unregelmäßig kurzästig. 

— Scouleria (4) aquatica (Nordamerika). 

§ Griinmieae. 9 Blüten akrogen, selten kladogen. Stengel meist kurz, 
mit gleichhohen Innovationen, selten kurzästig. — Schistidium apocarpum 
(an Felsen und Mauern häufig). — G^rininiia (241, meist kalkfeindliche Gebirgs- 
moose); G. pidvinata (auf Mauern, Dächern, Planken usw.) — Mharomltritini 
(88, meist Gebirgsmoose); B. canescens (auf Sandboden verbreitet). — Coscinodon 
(8) pulvinatus alpin. 

§ Ptjchomitrieae. Rasig. Blätter nicht papillös, trocken, kraus. Haube mützen- 
förmig, längsfaltig, nackt. — Pti/chomilrium (ßl), meist außereuropäisch. — CampylosUlium (4). 

Fam. Orthotrichaceae. Meist polsterförmig. Blätter mit Rippe, papillös 
oder warzig. Kapsel auf kurzer Seta oder sitzend, trocken meist gefurcht; 
Peristom einfach, doppelt oder selten fehlend, ohne vorstehende Querleisten. 
Haube weit, mützenförmig, längsfaltig, meist behaart. — Oi'thotrichiim (233), 
zahlreiche Arten an Baumstämmen häufig, wenige an Felsen. — Ulota (42) 
crispa (an Bäumen häufig). — Macromitrium (384), in den Tropen und auf dc^r 
südlichen Hemisphäre. — Schlothehnia (121) südliche Hemisphäre. 

Fam. Splachnaceae. Dichtraeig, lebhaft grün, mit breiten, großzelligen 
Blättern. Kapsel oft sehr lang gestielt, am Grunde meist mit einem veränder- 
lichen, großen und farbigen Ansatz (Hypophyse), symmetrisch. Peristom ein- 
fach, mit 16 oder 32 Zähnen. Haube klein, mutzen- oder kegelförmig. Vor- 
zugsweise auf tierischen Exkrementen im Gebirge und der Arktis. 

§ Voitieae. Deckel nicht abgesondert. — Voitia (3) nivalis auf Hochalpentriften an 
Lagerstellen von Vieh. 

§ Tajiorieao. Deckel ausgebildet. Kapsel ohne Hypophyse. — raj/Zona (30) serraf« 
(subalpin und alpin). 



XII. Abt. Enibryophyta asiphonogama (Archegoniatae). 1. Unterabt. Bryophyta. 2. Kl. Musci. S5 
3. U.-Kl. Bryales. 1. R. Acrocarpi. 

§ Splachneae. Deckel ausgebildet. Kapsel mit Hypophyse. — Splachniim 

(7) luteum (arktisch); S. ampullaceum (von der Ebene bis in die Gebirge). 

Farn. Oedipodiaceae. Fleischige, weiche Pflanzen. Seta fast fehlend. Kapsel fast 
kugelig mit sehr langem Hals. Peristom fehlend. — Oedipodium (1) Grifßhianum von Schott- 
land bis Lappland. 

Farn. Disceliaceae. Kleine, vereinzelt wachsende Erdmoose mit bleibendem Vor- 
keim. Pflänzchen knospenförmig. Blätter ohne Rippe. Kapsel auf verlängerter Seta, ge- 
neigt, fast kugelig. Peristom einfach, 16-zähnig. — Discelium (1) nudum (feuchter Tonboden). 

Fam. Funariaceae. Meist einjährig. Blätter wie bei vorigen. Kapsel mit 
deutlichem Halse, regelmäßig oder unsymmetrisch birnförmig. 

§ Fiinarieae. Deckel ausgebildet. Peristom einfach, doppelt oder fehlend. 
Haube zuletzt meist einseitig. — Funarla (178) hygrometrica, sehr häufig. 
— Fliysvotnitritini (63) pyriforme (Äcker, schlammige Gräben). — Pyrami- 
dula (1) tetragona (Äcker). — Physcomitrella (2) patens auf Teichschlamm. 

§ Epheniereae. Deckel nicht abgesondert. Kolumella in der Mitte des Sporensackes 
resorbiert. — Ephemerum (28) serratum auf tonigem Boden, ausgetrockneten Teichen usw. 

Fam. Schistostegaceae. Sterile Stengel zweizeilig 'beblättert mit nerven- 
losen, am Grunde seitlich verschmelzenden Blättern; fertile Stengel am Grunde 
zweireihig, oben mehrreihig. Kapsel kugelig, längsstreifig, ohne Peristom. Haube 
klein, kegelförmig. — Sehistostega (1) osmundacea in Erdlöchern und Felsen- 
höhlen; Vorkeim (Protonema) das einfallende Licht reflektierend, »Leuchtmoos«. 
Fam. Drepanophyllaceae. Blätter am Grunde umfassend, sichelförmig. — Dre- 
panophyllum (I) fulvum (trop. Amerika). 

Fam. Mitteniaceae. — MiUenia (2) Neuseeland. 

Fam. Bryaceae. Rasenbildend. Blätter im oberen Teil mit prosenchyma- 
tischen, glatten Zellen, cf Blüten knospenförmig, mit fadenförmigen Paraphysen. 
Kapsel meist an langer Seta, mit deutlichem Halse, häufig birnförmig, selten fast 
kugehg, regelmäßig oder unsymmetrisch, oft hängend, selten aufrecht. Peristom 
meist doppelt, inneres Peristom so lang als das äußere. Haube kappenförmig. 
§ Mielichhoferieae. Blüten auf seitenständigen Kurztrieben. Peristom 
einfach. — Mielichhoferia (60) nitida, alpines Felsmoos. Viele tropisch. 

§ Bryeae. 9 Blüten und Sporogonien gipfelständig. Peristom doppelt. — 
Bryuni (625), viele Arten auf feuchten, sandigen und lehmigen Plätzen, z. B. 
B. himum, B. alpinum, B. caespiticium, B. argenteum, B. capillare usw. — 
Pohlia (=^ Wehera) (107) albicans, P. annotina auf feuchten, sandigen Plätzen; 
P. nutans auf trockenem Wald- und Torfboden. — Leptohryum (2) pijrifonne 
auf Torfboden. 

Fam. Leptostomaceae. — Südliche Hemisphäre. 

Fam. Mniaceae. Blattzellen überall weit parenchymatisch, oben rundlich 
sechsseitig, glatt, c/' Blüten scheibenförmig, mit keuligen Paraphysen. Kapsel, 
Peristom und Haube wie bei vorigen. — Mniuni (72) punctatum, M. cuspi- 
datum, M. affine, M. undulatum an feuchten, schattigen Stellen in Wäldern; 
M. hornum an Wänden von Waldgräben usw. ; M. stellare auf Waldboden. 
Fam. Rhizogoniaceae. — Rhizogonium (25), außereuropäisch. 
Fam. Aulacomniaceae. Rasenbildend. Blätter überall papillös, Blattzellen 
klein und rundlich. Kapsel länglich oder zylindrisch, gestreift, trocken gefurcht. 
In den Achseln der endständigen Blätter oft fadenförmige, nackte Sprosse mit 
einem Köpfchen von Brutzellen am Ende. Peristom wie bei den Mniaceae. — 
Aularomfiiu'm {9) androgynum an feuchten, schattigen Orten; A. (Gymnocyhe) 
palustre auf allen Sumpfwiesen. 



86 XII. Abt. Embryopliyta asiphonogama (Archegoniatae). 1. Unterabt. Bryophyta. 2. Kl. Musci. 

2. R. Pleurocarpi. 

Farn. Meeseaceae. Blattzellen fast überall derb, parenchymatisch, meist 
glatt. Kapsel auf sehr langer Seta, mit langem Halse, unsymmetrisch, glatt. 
Peristom doppelt, inneres viel länger. — Faludella (1) squarrosa, auf schwammigen 
Torf. 'dumpfen. — Meesea (9) tristicha u. a. in sehr tiefen Torfsümpfen. 

Fani. CatascopijH'oae. — Monotypisch : Catascopium. nigritum, auf feuchtem 
Boden weit verl)reitet in der kalten und gem. Zone der nördl, Hemisphäre. 

Fam. Bartramiaceae. Rasenbildend. Blüten oft scheibenförmig. Blätter 
schmal, oberseits oder beiderseits papillös. Kapsel unsymmetrisch kugelförmig, 
gerieft. Peristom doppelt, inneres kürzer. — Philotiotis (188) fontana an 
quelligen Plätzen; Pli. marchica auf feuchten Wiesen und in Torfsümpfen; viele 
außereuropäisch. — Bartramia (91). — Anacolia (7 vSüdamerika, Südafrika). 

Fam. Timniiaceae. Blätter schmal, am Grunde scheidig, Zellen klein, rundlich, 
ventralseits mamillös. Inneres Peristom mit 64 knotig fadenförmigen Wimpern, von denen 
je vier mit den Spitzen zusammenhangen. Paraphysen keulenförmig. — Tivunia (10) bavo- 
rica in Kalkgebirgen. 

Fam. Diphysciaceae. Rasenbildend. Stengel kurz, einfach, dicht beblättert. 
Untere Blätter zungenförmig; obere und Perichätialblätter größer, zart, an der Spitze 
gefranst uiid die Rippe in eine lange Granne auslaufend. Kapsel in die Peri- 
chätialblätter eingesenkt, schief eikegelförmig. Peristom doppelt. Haube spitz 
kegelförmig, kaum den Deckel bedeckend. — Diphyscium (13) foliosum 
('= Wehera sessilis), in Hohlwegen; mit pilzförmigen Vorkeimkörpern. 

Fam. Buxbaumiaceae. Gametophyt früh zerstört. Einzeln wachsend, Stengel 
sehr kurz. Kapsel groß, schief eiförmig, bauchig; Peristom doppelt, das innere 
eine häutige Röhre, mit 16 oder 32 Längsfalten. Haube klein, glatt. — Hitoc- 
hautnia (5) aphijUa (Nadelwälder). 

Fam. Caloiuuiaceae. — An Baumfarnen. Neuseeland, Samoa. 

Fam. Georgiaceae. Rasenbildend, klein. Blätter parenchymatisch. Kapsel 
aufrecht und symmetrisch, mit vierzähnigem Peristom. Haube kegel- bis mützen- 
förmig, gefaltet. — Geoi'f/ia (Tetvaphis) (4) pelhicida (an schattigen, feuchten 
Orten, besonders an morschen Stämmen), mit eigentümlichen Blutkörperchen; 
Vorkeim flächenförmig. — Tetrodontium (kalkfreie Felsen). 

Fam. Polytrichaceae. Rasenbildend. Stengel mit konzentrischem Leit- 
bündel. Blätter meist derb, oberseits mit Längslamellen, mit parenchymatischen 
Zellen. Kapsel auf langer Seta, rund oder vier- bis sechskantig; Peristom einfach 
mit 16, 32 oder 64 zungenförmigen Zähnen. Haube meist mützenförmig, haarig. 
— PolytrUInim (106) commune (Wälder, Heiden, Torfmoore); F. juniperinum 
und l\ püiferiim {}i.Q\diex\)\ P. gracile (Torfmoore). — JPoffOuatuin (34) urni- 
gerum (Heideland); /'. dloides und P. naniim (nackte Heideplätze). — Catha- 
rinaea (34) undidata (feuchte, schattige Plätze). — Poli/trichadelp/ius (18). 

Fam. Dawsoniaceae. — Dawsonia (II) superha in Australien und Neuseeland. 

2. Reihe PLEUROCARPI. Archegonien blattachselständig am Haupt- 
stengel oder an den Ästen. 

Fam. Erpodiacoao. Zierliche, rasenhildende Pflanzen. Lookerzelliger Stengel mit 
Zentralstrang. Blätter mehrreihig, einschichtig. Aufrechte Kapsel auf kurzer Seta, zart 
wandig, ohne oder nur mit äußi^rem Peristom. Haube faltig. — Trop. und subtrop. auf 
Baumrinden. — Sohnsiella (2). — Krpodinvi (20). — Aulacopiltim (7). 

Fam. Ilcilwigiacoae. Kräftige, glanzlose, rasenbildende Pflanzen. Stengel ohne Zentral 
Strang. Blätter achtreihig, einschichtig; Kapsel aufrecht, ohne Peristom; Haube nie faltig, 
mutzen- oder kiippenförmig. — Hcdwigiu (Ü). — Rhacocarpus (21) auf der eiidl. Hemisph. 

Fam. Fontinalaceae. Flutende, weitverzweigte Wassermoose. Blätter mit 
prosenchymati.sclien Zellen. Kapsel aufrecht, .symmetrisch, mit doppeltem 



XII; Abt. Embryophyta asiphonogama (Archegoniatae). 1. Unterabt. Bryophyta. 2. KI. Mnsci. 87 

2. R. Pleurocarpi. 

Peristom; das innere eine gitterartige, offene Kuppel darstellend. Haube mützen- 
förmig oder einseiti-g. — Dichelyma {b) falcatum (Hochgebirge). — Fontinalis 
(52) antipyretica (fließende oder stehende Gewässer). 

Farn. Climaciaceae. Gesellige, stattliche Sumpfmoose; Hauptstengel unter- 
irdisch, rhizomartig. Äste dicht beblättert, drehrund. Paraphyllien zahlreich. 
Blätter zvveigestaltig. Seta rechts gedreht. Kapsel derbhäutig, ohne Ring. Zähne 
des äußeren Peristoms am Grunde verschmolzen, braunrot; inneres Peristom gelb. 
Grundhaut entwickelt. — Cliniacimn (4) dendroides (Wiesen, Sümpfe). 

Farn. Cryphaeaceae. Lamina einscbiclitig, Blätter ungesäumt. Haube kegelförmig, 
rauh. Zähne des äußeren Peristoms papillös; Fortsätze des inneren Peristoms fadenförmig 
oder gekielt, schmal. Kapsel eingesenkt. Blattrippe einfach. — Meist an Baumstämmen 
und Ästen. — Cryphaea (54) heteromalla (Süd-Europa). 

Fam. Leucodontaceae. Lockerrasige, glänzende Pflanzen. Haube kappen 
förmig, glatt. Fortsätze des inneren Peristoms meist fehlend oder rudimentär 
Blattrippe doppelt oder einfach. — An Felsen und Bäumen. — Leucodoii (4 
sciuroides. — Antitt'ichia (4) curtij)endula (alte Baumstämme). — Ftero 
gonium (1), Süd Europa. 

Fam. Prionodoutaceae. — Prionodon (26), trop. und subtrop. Amerika. 

Fam. Spiridentaceae. fMonsungebiet.) — Fam. Cyrtopodaceae. (1 Neukaled.) — Fam. 
Echinodiaceae. — Fam. Ptychoinuiaceae. — Fam. Myariaceae. — Fam. Sorapillaceae. 
— Fam. Lepyrodoataceae. — Fam. Pleurophascaceae. — Kleinere trop. oder subtrop. 
Familien. 

Fam. Neckeraceae. Meist ansehnliche Pflanzen, flach polsterförmig. Blätter 
scheinbar zweireihig, glatt, nie längsfaltig, oben mit rhombischen, unten mit 
linealischen Zellen. Kapseln aufrecht und symmetrisch, meist kurz gestielt, mit 
doppeltem Peristom. Haube kappen- oder mützenförmig. — Neckera (127) 
pennata (an Baumstämmen, besonders an Fagus); N. crispa und N. complanata 
(an Eichen, Buchen, Felsen); viele in den Tropen. — Hotnalia (23) tricho- 
manoides (besonders am Grunde von Baumstämmen und auf Steinen). — 
Meteorium (31) in den Tropen, — Thamnium (58). 

Fam. Lembophyllaceae. Starre, + glänzende Pflanzen. Paraphyllien fehlend 
oder sehr spärlich. Laubblätter hohl bis löffelartig-hohl, glatt. Peristom doppelt, 
mit weit vortretender Grundhaut, breiten Fortsätzen und gut entwickelten Wimpern. 
Haube kappenförmig, nackt. — Isot/ieriiun (19) myosuroides (Baumwurzeln, 
Felsen). — Camptochaete (13). — Lembophyllum (4) südl. Hemisphäre. 

. Fam. Entodontaceae. Lockerrasig, glänzend. Stengel kriechend, stoloniform, 
meist gefiedert, dicht und rund oder verflacht beblättert. Blätter einschichtig; 
Blattzellen prosenchymatisch, Blattflügelzellen differenziert. Peristom meist doppelt, 
das innere mit niedriger Grundhaut, ohne Wimpern, — OrthotJiecinni (7), kalk- 
liebend, auf der nördl. Hemisph. — Entodon (116), an Baumstämmen und 
Kalkgestein. — Pylaisia (14) polyantha (Obstbäume, Weiden). — Platygyrium 
(3) repens (Baumstämme, Dächer, Felsen). — Campylodontium (8). — JPteri- 
gynatidrum (2) filiforme (Laubholzstämme und Felsen in Wäldern). 

Fam. Pabroniaceae. Zwergig, dichtrasig. Blätter allseitig, ohne Papillen, mit (]uadra- 
tischen Zellen am Blattgrunde. Kapsel gestielt, symmetrisch oder leicht gekrümmt. Peristom 
einfach oder doppelt, mit 8 oder 16 Zähnen. Haube kappenförmig. — Fabronia (83, an 
Bäumen); viele Arten tropisch. — Anacamptodon (4) splachnoides (nasse Astlöcher). 

Fam. Pilotrichaceae. — Trop. und subtrop., besonders Amerika; an Bäumen. — 
Püotrichum (24). 

Fam. Nemataceae. Algenähnliche Pflanzen, aus dichotora verzweigten 
Protonemafäden filzartige Überzüge auf Blättern bildend. Kapsel gestielt, klein. 



88 3LII. Abt. Embryophyte asiphonogama (Archegoniatae). 1. Unteiabt. Bryophyta. 2. Kl. Musci. 

2. K. Pleurocarpi. 

fast aufrecht. Peristom doppelt. Haube kegel-mützenförmig, lang bewimpert. — 
Ephetneropftis (1) tjihodensis (Java). 

Fam. Hookeriaceae. Lockerrasig. Blätter scheinbar zweireihig, breit, mit oder ohne 
Papillen, zuweilen ölglänzend, mit parenchymatischen Zellen. Kapsel mit doppeltem Peri- 
etom. Haube kegelförmig. — Ptcrygophylluvi (30) lucens (feuchte, quellige Waldstellen). — 
Hookeria (5), in den Tropen. — Cnllicostetla (82). — Lepidopilum (102) Süd-Amerika. 

Fam. Hjpopterygiaceae. Reich verzweigt, am oberen Stengel mit zwei Reihen 
Blätter, unterwärts mit einer dritten Reihe. Zellen parenchymatisch. Peristom doppelt, 
das innere mit Wimpern zwischen den Zähnen. Haube mützenförmig. — Hypopterygium 
(70), in tropischen und subtropischen Ländern. — Cyatophorum (14) Monsungebiet. 

Fam. Helicophyllaeeae. — Trop. und subtrop. 

Fam. Rbacopilaceae. Doppeltes Peristom; Amphigastrien fehlend. Rückenständige 
Blätter viel kleiner als die anderen, zweireihig. — Bhacopilum (39), in den Tropen und 
Subtropen. 

Fam. Leskeaceae. Rasig und Polster bildend. Blätter vielreihig, allseits- 
oder etwas einseitswendig, papillös oder warzig, mit Rippe, glanzlos; Zellen 
parenchymatisch. Kapsel aufrecht und symmetrisch oder übergeneigt und unsym- 
metrisch, mit doppeltem Peristom. Haube kappenförmig. — Leshea (12) 
nervosa (Laubholzstämme und Felsen). — Anomodon (17) viticulosus, A. atte- 
nuatus (alte Baumstämme, feuchtschattiger Boden). — Pseudoleskea (4) atro- 
virens (Gebirge). — Thiiidintu (158) tamariscinum (schattige Wälder); Th. 
delicahdum (Waldboden, Grasplätze); sehr viele in den Tropen. 

Fam. Hypnaceae. Rasig und polsterförmig. Blätter mehrreihig, oft sichel- 
förmig. Zellen der Lamina verlängert prosenchymatisch, meist glatt, an den 
Blattecken + differenziert. Rippe einfach, doppelt oder fehlend. Deckel kegelig 
bis lang geschnäbelt. Stengel kriechend oder bogig niederliegend bis aufsteigend, 
oft stoloniform, durch kurze Äste von ungleicher Länge meist unregelmäßig ge- 
fiedert. Sporogone stengelständig, selten auch astständig. Zähne des äußeren 
Peristoms nicht kürzer als das innere. \ 

§ Amblystegieae. Stengel- und Astblätter wenig verschieden ; Rippe einfach, 
Deckel niemals geschnäbelt. — Anihlysteyium, (47) riparhim (feuchtes Holz 
und Steine); A. serpens (Holz, Steine, Erde). — Cratoneuron (7) (Hypnum) 
commutaium (nasse Kalkfelsen). — Drepanociadtts (42) (Hypnum) scorpidi- 
oides (tiefe Torf sümpfe); D. (H.) uncinatus (Grasplätze, in Wäldern); D. (H.) 
fluitans (Sümpfe). — Calliergon (10) (Hypnum) cordifolium, C. sarmentosum, 
C. giganteum (Sümpfe). — Acrocladitini (3) (Hypnum) cuspidatum (saure 
Sümpfe, Gräben). — Campyliutn (H.) stellatum (Sumpfwiesen). 

§ Hylocomieae. Blätter quer inseriert, dimorph. Rippe doppelt oder fehlend; 
Stengelblätter meist aus breiter Basis rasch + lang zugespitzt. — Ctenidiinn (21) 
(Hypnum) molluscum (feuchte Kalkfelsen). — Rhfjtidiadelphvs (5) (IFi/loco- 
minm) triqueter (\nWs\diervi am Boden). — IIylocorni'Utti{^)proliferum (splen- 
dens), Massenvegetation auf Waldboden usw. — I*leiirotiufn (1) Schreberi, auf 
Waldboden, besonders in Kiefernwäldern. — Rhytidium rugosum (Kalkgebirge). 

§ Hypneae. Ast- und Stengelblätter nicht verschieden. Rippe doppelt 
oder fehlend. Deckel zuweilen geschnäbelt. — ffypnum (111) Stcreodon cuprcssi- 
forme (Baumstämme, Felsen, Erde). — IHilunti (1) crista-castrensis, Europa. 

§ Pla)2^iothecieae. Ast- und Stengelblätter wenig verschieden; Äste meist 
verflacht, beblättert. Deckel kegelig bis kurz, selten lang geschnäbelt. — 
Playiothcviutn (54) undulatum; P. denticulatum (feuchter Waldboden). 

Fam. Lencomiaceae. — Fam. Sematophyllaceao. — Fam. Rhegmatodontaceae. 



Natürliches System der Bryales von Prof. M. Fleischer. 89 

Farn. Brachytheciaceae. Lockerrasig, seidenglänzend. Stengel kriechend, 
rund, beblättert. Blätter einschichtig; Zellen glatt, an den oft ausgehöhlten 
Blattflügeln etwas differenziert. Kapsel geneigt, mit doppeltem, gleichlangem 
Peristom. Deckel kegelig, meist kurz geschnäbelt. — HonifilotheviiiTn (14) 
sericeum (Laubholzstämme, Felsen, Mauern). — Carnj^totlteeiicin (15) lutescens 
(Grasplätze mit mergeliger Unterlage); C. nitens (Moorwiesen). — Brarhy- 
thecium (189) albicans (trockene, sandige Plätze); B. salebrosum, B. populeum 
und B. vehitinum (Baum wurzeln und Stämme). — CirrijjJiylltun (13) (Eurhyn- 
chium) piliferum (Waldboden). — JEitrliynchium (16) striatum (Wälder). — 
Mhynchostegiuni (114). — Scleropodlum (11) (Hypnum) jniruin, auf 
Waldboden, besonders in Nadelwäldern. — Rigodium (16) Amerika. 

Farn. Hypuodendraceae. — Indo-asiatisches Gebiet nnd pazifische Inf3eln; an Baum- 
stämmen, Felsen und auf Waldboden. — Mniodendron (25). — Hypnodendron (28j. 



Natürliches System der Bryales 
von Prof. M. Fleischer. 

Um eine möglichst natürliche Gliederung zu erreichen, ist diese Übersicht 
auf die vegetativen und generativen Merkmale aufgebaut. Die Unterreihen 
stellen die engeren natürlichen Verwandtschaftskreise dar. 

I. Reihengruppe EUBRYINALES. Gametophyt orthotrop und plagiotrop. Be- 
blätterung multilateral bis bilateral und dorsiventral, zuweilen aniso- 
phyll. Kapsel stets multilateral ausgebildet. Kolumella sehr selten fehlend. 
Deckel und Peristom bei den cleistocarpen Formen nicht differenziert. 
Peristom im Deckelamphithecium in 2 — 3 konzentrischen Zelllagen aus 
verdickten Wandteilen der Zellmembran entstehend oder aus hohlen, 
ganzen Zellen gebildet, indem bei der Zahnteilung das Innere des 
Deckelgewebes mitgerissen wird. Exostom und Endostom derselben 
Gewebeschicht angehörig. 

1. Reihe FISSI DENTALES (Familie: Fissidentaceae). 

2. Reihe DICRANALES. 

I^nterreihe Dlcranineae, (Fam. : Archidiaceae, Ditrichaceae, Seligeriaceae, Dicra- 
naceae, Dicnemonaceae.) 

Unterreihe JPleitrophascineae. (Fam.: Pleurophascaceae.) 

Unterreihe Leucobryineae. (Fam.: Leucobryaceae, Leucophanaceae.) 

3. Reihe POTTIALES. 

Unterreihe Syrrhopodontineae. (Fam.: Calymperaceae, Syrrhopodontaceae.) 
Unterreihe EncalypHneae. (Fam.: Encalyptaceae.) 
Unterreihe Pottiineae. (Fam.: Trichosiomaceae.) 

4. Reihe GRIMMIALES. (Fam. Grimmiaceae.) 

5. Reihe FUNARIALES. 

Unterreihe yanarnneae. (Fam.: Gigaspermaceae, Funariaceae, Diceliaceae.) 
Unterreihe Splachnineae. (Fam.: Oedipodiaceac, Splachnaceae.) . 

6. Reihe SCHISTOSTEGIALES. (Fam. Schistosiegaceae.) 

7. Reihe TETRAPHIDIALES. (Fam.: Oeorgiaceae, Peristom aus ganzen 
Zellen gebildet.) 



90 Natürliches System der Bryales von Prof. M. Fleischer. 

8. Reihe EUBRYALES. 

Unterreihe lirj/iitetie. (Fam. : Bryaceae, Leptostoinaceae, Mniaceae.) 
Unterreilie Jihfzotfonii tiefte. (Fam.: Drepanophyllaceae, Eustichiaceae, Sora- 

pillaceae, Milleniaceae, Calomniaceae, Rhizogoniaceae.) 
Unterreihe Ilifpttodetitlrineae. (Fam.: Hypnodendraceae.) 
Unterreihe ßtirtrtttiiiinetie. (Fam.: Aulacomniaceae, Meeseaceae, Catoscopia- 
• ceae, Bariramiaceae. Spiridcntaceae.) 

Unterreihe Tiiiimiitteat'. (Fam.: Timmiaceae.) 

9. Reihe ISOBRYALES. 

Unterreihe Ortfiotrichincae. (Fam.: Erpodiaceae, Orthotrichaceae.) 
Unterreihe Rhactypilineae. (Fam. Helicophyllaeeae, RJiacopilaceae.) 
Unterreihe Fonthitilineoe, (Fam.: Fontinalaceae, Climaciaceae.) 
Unterreihe Lattcodoiifineae, (Fam.: Hedivigiaceae, Cryphaeaceae, Leucodon- 
iaceae, Cyrtopodaceae, Plychomniaccae, Lepyrodontareae, Prionodontaceae, 
Rutenbergiaceae, Trachypodaceae, Pterobryaceae, Meteor iaceae.) 
V nierreWte Xecheritteae. (Fam.: Phyllogoniaceae, Neckeraceae. Lembophyllaceae, 
Echinodiaceae.) 

10. Reihe HOOKERIALES. 

Unterreihe Netnatacitteae. (Fam.: Nemataceae, Gametophyt ein dorsiven- 

trales Dauerprotonema.) 
Unterreihe Hookeriinette. (Fam.: Pilotrichacdae, Hookeriaceae, Symphyodon- 

taceae, Leucomiaceae, Hypopterygiaceae.) 

11. Reihe HYPNOBRYALES. 

Unterreihe Ilypttitieae. (Fam.; Fabroniaceae, Eniodoniaceae, Plagioiheciaceae. 

Sematophyllaccae, Rhegmatodontaceae, Hypnaceae, Hylocomiaceae.) 
Unterreihe Leskeiiieae. (Fam.: Leskeaceae, Thuidiaceae, Amblystegiaceae, 

Brachytheciaceae.) 

II. Reihengruppe BUXBAUMIINALES. Gametophyt orthotrop oder zur Zeit der 
Sporenreife zerstört. Sexualorgane und Blattbildungen hei Buxbaumia 
primitiv oder reduziert. Sporogonfuß mehr oder minder als Haustorium 
ausgebildet. Kapsel schief eiförmig bis dorsi ventral. Peristom im Amphi- 
thecium in 3 — 6 konzentrischen Zelllagen aus Wandteilen der Zell- 
membran entstehend, aber das Endostom einer verschiedenen Gewebe- 
schicht angehörig. 

12. Reihe BUXBAUMIALES. (Fam.: Buxhaumiaeeae.) 

13. Reihe DIPHYSCIALES. (Fam.: Diphijsciaceac.) 

III. Reihengruppe POLYTRICHINALES. Gametophyt orthotrop, im Stämmchen 
mit Blattspuren und im Zentralzylinder mit Hydroiden. Beblätterung 
multilateral und isophyll, Blätter meist mit Lamellen. Kapsel multi- 
lateral, kubisch und dorsiventral. Peristom in zahlreichen konzen- 
trischen Zelllagen aus ganzen, schiefgegliederten Zellen gebildet; diese 
entstehen entweder in der ganzen Zone des Deckelamphitheciums und sind 
getrennte Zellfäden (Dawsoniaceae) oder nur im basalen Teil der Rand- 
zone und sind zu Zellzähnen vereinigt, die an der Spitze durch ein Epi- 
phragma verbunden sind. 

14. Reihe POLYTRICHALES. (Fam.: Polytrichaceae.) 
lö. Reihe DAWSONIALES. (Fam.: Dawsoniaceae.) 



XII. Abt. Embryophyta asiphonogama (Archegoniatae). 2. Unterabt. Pteridophyta. 1. Kl. Filicales. 91 

II. Unterabteilung. PTERIDOPHYTA. 

Die aus den Keimzellen oder Sporen der embryonalen Generation un- 
mittelbar entstehende proembryonale Generation (Gametophyt mit einfacher 
Zahl der Chromosomen) ist stets thalloidisch (ein Prothallium). Die aus 
der befruchteten Eizelle hervorgehende embryonale Generation (= Sporophyt, 
diploid, d. h. Zellkerne mit doppelter Zahl der Chromosomen) ist eine 
kormophytische Pflanze mit echten, endogen entstehenden Wurzeln, mit 
Stengeln und Blättern, in denen geschlossene Leitbündel vorkommen, und 
mit Sporenbehältern (Sporangien), welche sich auf den Blättern oder am Grunde 
derselben entwickeln. Bei der Bildung der Sporen in den Mutterzellen tritt 
Reduktionsteilung der Chromosomen ein. Die Sporangien tragenden Blätter bilden 
bisweilen eine Gruppe an den Sproßenden, die als »Blüte« bezeichnet werden kann. 

1. Klasse FILICALES. Die Blätter sind fast immer kräftiger entwickelt 
als der Stamm, oft sehr ansehnlich und reich gegliedert, in der Jugend meist 
spiralig eingerollt. Sporangien an gewöhnlichen oder besonders gestalteten, aber 
nicht auf abgeschlossene Sproßregionen oder auf besondere Sprosse beschränkten 
Blättern, am Rande oder an der Unterseite derselben stehend. Sie entstehen 
meist aus je einer Zelle, seltener aus mehreren Zellschichten und stehen gewöhn- 
lich in Sporangienhäufchen (Sori). Die Sporen, werden vor der Keimung frei. 
Spermatozoiden polyciliat. 

BemerknDg-. Die lebenden Farne werden nach der Beschaffenheit der Sporangien 
klassifiziert. Da diese von den zahlreichen fossilen Farnen nur selten bekannt sind, so 
werden die nur steril bekannten Formen derselben in künstliche, meist auf den Verlauf 
der Adern gegründete Gruppen untergebracht; die wichtigsten sind: 

L Arcbaeoptorides. Fiedern der letzten Ordnung nach dem Grunde zu ver- 
schmälert, ohne Mittelader, mit mehreren parallelen oder auseinanderstrahlenden, 
gegabelten Adern. — Meist im Devon. — Adiantites. — Archaeopteris. — 
Mhacopteris. 
II. Sphenopterides. Fiedern letzter Ordnung klein oder schmal, am Grunde keil- 
förmig, mit ± deutlicher Mittelader. — Viele im mittleren produktiven Karbon. 

— Sphenopteris. 

III. Pecopterides. Fiedern letzter Ordnung breit ansitzend. 

a) mit Mittelader, von der Seitenadern ausgehen. — Pecopteris. — Zamiopsis. — 

Thinnfddia. 

b) mit Mittelader, neben welcher aus der Spindel Seitenadern abgehen. — 

Alethopteris. — Cycadopteris. 

c) ohne Mittelader. — Odontopteris. — Clenopteris. — - 

d) mit Maschenadern. — Lonchopleris. 

IV. Noaropterides. Fiedern letzter Ordnung oder Wedel ± zungenförmig, am Grunde 
stark eingeschnürt bis herzförmig. Aderung ± parallel. — Neuropteris. — Cyclopleris.. 

— Taeniopleris. — NUssonia. — Linopteris. — Glossopleris, letztere mit Maschen- 
aderung und besonders charakteristisch für die den indischen Ozean umgebenden 
Glossopleris-F&ciea. 

Aphlebia sind Fiedern, welche anders gestaltet sind als die normalen und außer 
diesen entweder in großer Zahl an der Hauptrippe oder am Grunde der Fiedern erster 
Ordnung oder am Grunde des Blattes stehen. 

Die Stammreste sind: 

I. Rhizonioptoridos. Fossile Farnrhizome. 

II. Caulopterides. Stämme mit spiraligen Blattnarben. — Cauloptcris. — Pnlaeopteria. 

— Protopteris. 

III. Megaphyta. Stämme mit zwei gegenständigen Reihen von Blattnarben. — 
Megaphyion. 



92 ^11- ^^t- Embryopliyta asiphonogama (Archegoniatae). 2. Unterabt. Pteridophyta. 1. Kl. Filicales. 
1. R. Marattiales. 2. R. Ophioglossales. 3. R. Filicales Leptosporangiatae. 1. U.-R. Enfilicineae. 

1. Reihe MARATTIALES. Prothallium flächenförmig, aber dick, langlebig, 
mit endophytischem Mycel, mit Antheridien auf beiden Seiten, mit Archegonien 
nur auf der Unterseite. Die Sporangien der einzelnen Sori entwickeln sich als 
mehrschichtige Zellkomplexe und sind unter sich + verwachsen. 

Fam. Marattiaceae. Die sehr großen Blätter der lebenden Arten sind am 
Grunde mit mächtigen Nebenblättern versehen. — 50 — 60 trop., sehr viele fossil 
in den älteren Formationen. 

§ Asteroihoceae. Sporangien zu je vier bis sechs sternförmige Sori bildend, 
bis zur Hälfte ihrer Höhe einem gemeinsamen Rezeptakulum angewachsen. — Seolecopteris 
elegans. — Ästerotheca (Karbon bis Keuper). 

§ Angiopterideae. Sporangien zu 5 — 20, bei Ärchangiopteris etwa 50, 
einen zweireihigen Sorus bildend; jedes Sporangium mit mehrschichtiger Wand, 
welche auf dem Scheitel einen rudimentären Ring erkennen läßt und von hier 
aus mit einem Längsriß sich öffnet. — Ärchangiopteris (1 Yünnan). — An- 
giopteris (Fig. 80 A; 20 — 30 paläotrop.); A. evecta (trop. Asien, Australien). 

§ Marattieae. Sporangien zu einem mehrfächerigen Synangium vereinigt, jedes 
Fach sich durch einen Längsriß öffnend, die mehrschichtige Wand ohne Andeutung eines 

Ringrudimentes. — Marattia (Fig. 80 B, C; 12 trop); 
M. fraxinea (paläotrop.). — Fossil in Rät und Lias. 

§ Kaalfnssieae. Synangien kreisrund auf 
niedrigem Rezeptakulum. — Kaulfussia (1) aeseuli- 
folia (Monsungebiet). 

§ Danaeeae. Sporangien zu sehr großen, auf 
lang linienförmigem Rezeptakulum stehenden, viel- 
fächerigen Synangien vereinigt, welche die ganze 
Fläche des Blattes zwischen Mittelrippe und Rand 
einnehmen, durch Pore am Scheitel sich öffnend. — 
Danaea (14 trop. Amer.). — Fossil Danaeites (Kar- 
bon, Lias). 

Die fossilen Farnstämme, welche, als Psaronius 
beschrieben, besonders im Rotliegendep von Sachsen 
und Böhmen vorkommen, gehören wahrscheinlich 
zu den Marattiaceen. 

2. Reihe OPHIOGLOSSALES. Prothallium 
ganz oder teilweise unterirdisch, knollenförmig 
oder zylindrisch, chlorophyllfrei, meist mit 
syrnbiotischem Pilzmycelium, mit zahlreichen 
eingesenkten Antheridien und Archegonien; Embryo oft jahrelang unterirdisch, 
bei Botrychium ohliquum mit Embryoträger. Die fruchtbaren Blätter mit 1 — 2 
Auszweigungen, an welchen die großen, randständigen Sporangien stehen, die 
sich als mehrschichtige Zellkomplexe entwickeln. 

Fam. Ophioglossaceae. Stamm kurz, senkrecht in der Erde, eines oder 
wenige Blätter, die mehrere Jahre zu ihrer Entwicklung brauchen, über die Erde 
entsendend. — Etwa 47 trop. — temp. — Op/iiof/fossinn (30); 0. vulgatutn 
(*), die Wurzeln Adventivknospen bildend. — liotrychiuni (16). — Hclmin- 
thostacJiys {\) zeylanica (trop. Asien). 

3. Reihe FILICALES LEPTOSPORANGIATAE. Sporangien aus einzelnen 
Zellen hervorgehend. Prothallium oberirdisch, in der Regel flächenförmig (knollig 
bei Oymnogramme leptophylla, mit kleinen Knöllchen am Grunde bei Ano- 
gramme ahaerophylla, häufig fadenförmig bei den Hymenophyllaceae). 

\. Unterreihe l^nfilicinedf. Sporangium wand in der Regel mit einer 
besonders hervortretenden Zellgruppe (Ring, Annulus), innerhalb welcher 




Fig. 80. Sporangien der Marattiaceen. 
Ä Angiopteris. B, C Marattia; C Längs- 
hälfte eines ^orus mit Jen durch je einen 
Längsriß geöffneten Sporangien. — Nach 
Warming. 



XII. Abt. Embryophyta asiphonogama (Archeggniatae). 2. TJnterabt. Pteridophyta. 1. Kl. Filicales. 93 
3. R. Filicales leptosporangiatae. 1. TJ.-R. Eufilicineae. 

die Öffnung der Sporangien erfolgt. Sporen alle gleichartig, große 
selbständige Prothallien erzeugend, welche mono- oder diklin sein können. 
Bisweilen Apogamie der Prothallien und Aposporie. 

Farn. Hymenophyllaceae. Sorus stets randständig, auf nackten Adern 
(Nerven) endend, mit sitzenden oder kurzgestielten Sporangien, an welchen ein 
vollständiger Ring quer (äquatorial) oder schief hervortritt. — Kräuter mit fast 
stets einschichtigem Mesophyll, ohne Spaltöffnungen. — (200) in feuchten Wäldern, 
namentlich in den Bergwäldern der Tropen und im südlichen extratropischen 
Gebiet, nur wenige in Europa. — IIynienophylluim{lA) tunhridgense (in West- 
europa und der sächsischen Schweiz), H. Wilsoni (Irland und Norwegen). — 
Trichomanes (80) speciosum (Irland, Südfrankreich, Kanaren). 

Fam. Cyatheaceae. Sporangien mit vollständigem und schiefem Ring. 
— Meist baumartig. — (200) trop., subtrop., wenige temp. 




Fig. 81. A Balantium cidcita. Stück einer Fieder dritter Ordnung. — B — D Dicksonia arborescens ; 
B unterer Teil einer Fieder erster Ordnung; C Fieder zweiter Ordnung; D Sorus mit Indusium. — 
E, F Cibotium barometz: E unterer Teil einer Fieder erster Ordnung; F Stück eines Segments mit 
zwei Soris. — A nach Diels, B — F nach Hook er. 



§ Dicksoiiieae. Sori an der Spitze der Adern, mit einem unterständigen 
zweiklappigen Indusium. — HalaHtitnn (3) cidcita (Makaronesien, Fig. 8U.). — 
nU'ksonm (Fig. 81 5— X>) (12) antarciica (Austral.). — Cihotinni (Fig. 81 ^, i^) 
(8) Schiedei (Zentralamerika); C. harometz (trop. As.) u. a. Arten liefern in ihren 
Spreuschuppen gutes Verbandmaterial. 

§ Thyrsopterideae. Wie vor.; aber Indusium fast kugelig mit Mündung am 
Scheitel. — Thyrsopleris elegans (Juan Fernandez). 

§ Cyatheeae. Sori auf dem Rücken oder in der Gabel der Nerven, 
Indusium unterständig, becherförmig oder fehlend. Stamm meist hoch. — 
Cyathea (100) medullaris und C. dealbata (Neuseeland). — Alsophila (125) 
australis (Südaustralien). — Hetnitelia (etwa 40) capensis, mit eigenartigen 
Adventivfiedern (Aphlebien). , 

Fam. Polypodiaceae. Sporangien mit unvollständigem, vertikal ver- 
laufendem, an der Basis nicht geschlossenem Ring, sehr selten ohne solchen. 
— Wenige baumartig, meist Stauden. — ca. 2800 trop., subtrop., temp. 

§ Woodsieae. Sori terminal oder dorsal. Indusium unterständig, allseits 
oder extrors sich öffnend, zuweilen verkümmernd. Sporen bilateral. — 



94 XII. Abt. Embryophyta asiphonogama (Archegoniatae). 2. Unterabt. Pteridophyta. 1. Kl. Filicales. 
3. R. Filicales leptosporangiatae. 1. U.-R. Eufilicineae. 




F^g. 82. Indnsiuin von Polypodiaceao. A Peranema cyatheoides, Ind. unt. iitral, gestielt. — B Hypoderris 

Brownii, Ind. nntorständig-, zentral anguhuftet, Bchalenförraig. — C Asplcrnum innoiii-nim, Ind. seitlich, linionförmig, 
intrors. — D stark niodifi/.iiTtcr Deckrand von Cassebeera triphylla, zum Verglfich mit introrsem Ind. — E. Cystopterin 
fragili» mit seitlich |iunktl'(irmig angclieftetem extrorsem Ind. — F Diellia faleaia mit seitlich linienförmig an- 
geheftetem cxfrorHem Ind. — (i Dnjopleris fliix nias, nnt oberstilndiKcm, si-itlidi punkttörmig angeheftetem, extrorscm 
Ind. — // Humata hcterophylla mit seitlichem, linienförmigcm, auch dem Parcnrhym angeheftetem, extrorsom Ind. - 
./ Davulliii ranariensis, Ind. seitlieh, an drei Seiten dem Piireneliym nngehcftet, cxtrora. — K Pteridium aquilinutn, 
mit Deikrand und Ind., letzteres extrors, gcwimpert. — L Scolopcndnum hrasilienKe, Indusienpaar über einem Sorus- 
paar, das eine extrors, das andere intrors. — 3f Fadyenia prolifera mit oherstiindigcm, zentral angeheftetem, gestreckt 
niercnförmigem Ind. — N Aspidium trifolintum, Ind. oberständig, ventral angeheftet, kreisrund. — O Struthiopteris 
germanica, Ind. verkümmernd, da breiter Deckrand vorhanden. — Nach Diels. 



XII. Abt. Embryophyta asiphonogama (Archegoniatae). 2. Unterabt. Pteridophyta. 1. Kl. Filicales. 95 
3. R. Filicales leptosporangiatae. 1. U.-R. Eufilicineae. 

Woodsia (15 temp., arkt.). — Cystopteris (5) fragilis (Fig. 82 E), sehr weit 
verbreitet. — StrutJiiopteris (2) germanica (±) (Fig. 820). — Onoclea (1) 
sensihilis (Ostas., Nordam.). 

§ Aspidieae. Sori meist auf dem Rücken der Nerven, mit oberständigem 
Indusium, bisweilen ohne solches. Sporen bilateral. Blätter ungegliedert dem 
Rhizom ansitzend. — DryopteHs (Nephrodium) (250); />. (Aspidium) fllioß 
mas (Fig. S2G), Wurmfarn (nördi. temp.), lief. d. off. Rhizoma Filicis; mehrere 
andere * und weiter verbreitet, viele trop. ; D, phegopieris, D. Rohertiana und 
D. Linnaeana ('= Nephrodium dryopteris) ohne Indusium. — D. (Lastrea) pseudo- 
mas var. cristata apospora und D. mollis sind generativ apogam. — Fadyenia 
prolifera (Westindien) mit Adventivknospen an den Spitzen der Blätter 
(Fig. 82 ii). — Aspidium (50 trop. — Fig. 82 iV^). — Volystichum (75); 
P. lonchitis, P. lohatum, P. acideatum (meist temp.). — Polyhotrya (7 — 8 trop.), 
mit sterilen und fertiien Blättern. 

§ Oleandreae. Sori auf den Adern dorsal. Rezeptakulum schmal. Indusium 
nierenförmig, schief. Sporen länglich nierenförmig. Blätter gegliedert dem Rhizom an- 
gefügt, mit lanzettlicher, paralleladeriger Spreite. — Oleandra (10 trop.). 

§ Davallieae. Sori randständig oder nahe am Rande eines Segmentes, 
mit extrorsem Indusium. — Nephrolepis (10 trop., subtrop.), mehrere mit weit 
kletterndem Rhizom. — Lindsaya (30 trop.). — Odontosoria ferruginea 
(Madagaskar) mit mehrere Meter langen, kletternden Blättern. — Davallia (20); 
D. canariensis (Südspanien, Portugal, Makaronesien — Fig. 82/). 

§ Asplenieae. Sori länglich bis linienförmig, einseitig längs des fertiien 
Nerven, mit seitlich an demselben stehendem Indusium. Blattstiel ungegliedert 
dem Rhizom angefügt. 

* Bleelininae. Sorus auf einer Nervenanastomose, welche mit der Mittel- 
rippe parallel läuft. — Hlechniini (50 — 60) spicant (_*_); B. voluhile mit 
windendem Blatt (trop. Am.). — Woodivardia (6 *J) radicans (subtrop., trop.). 

* Aspleniinae. Sori parallel den Seitennerven. — Aapleniutn (200 — 
Fig. 82(7); A. nidus (trop. As.); A. trichomanes fast kosmopolit. ; A. ruta muraria 
(jl); A. hidhiferum (paläotrop.); A. gemmi f erum (iro^. Afr.) mit Adventivsprossen 
auf den Blättern; A. ceterach an Mauern, mediterran und in Westeuropa. — 
Scolopindviuni (Fig. 82 L) vidgare (jl), zerstreut, vorzugsweise in der Buchen- 
region; var. crispum Driimmondae somatisch parthenogenetisch. — Diplazium 
decussatum (paläotrop.) mit Adventivsprossen auf der Mittelrippe des Blattes; 
D. esculentum (tröp. Asien), als Gemüse gegessen. — Athyriitni (25); A. filix 
feTtiina (j^ und andin) sehr verbreitet in Wäldern ; die Var. clarissima aus- 
gezeichnet durch somatische Apogamie und zugleich somatisch parthenogetisch'; 
A. alpestre (_*. subalpin). i 

§ Pterideae. Sori meist länglich, terminal odfer längs an der fertiien Ader, 
meist ohne eigentliches Indusium, oft von dem umgeschlagenen Rande bedeckt. 

* Gymnogramminae. Sori die gesamten Nerven einnehmend. — Hemionitis 
(7 trop.). — Oyninoff ramme (20, viele xerophytisch in Zentralamerika); 
0. lepiophylla (trop., subtrop. bis Mittelmeergebiet und Nordamerika), G. argentea 
(Südafrikaj mit dichtem, weißem oder gelblichem, G. sulphurea (Antillen) mit 
gelbem Wachsüberzug an der Unterseite. 

* Cheilanthinae. Sori den Vorderteil der Adern einnehmend. — Pellaea (40). 
— iVo^Aot'Ä/aena (30) marantae (subtrop., mediterran). — Cryptogramme crispa (in 
Hochgebirgen). — Cheilanthes (40), mehrere mit weißem oder gelbem Wachsüberzug. 



96 XII- Al>t- Embryophyta asiphonogama (Archegoniatae). 2. Unterabt. Pteridophyta. 1. Kl. Filicales. 
3. R. Filicales leptosporangiatae. 1. U.-R. Eufilicineae. 

* Adiantinae. Sori das Ende der Adern innerhalb der umgeschlagenen 
Randlappen einnehmend. — Adiantuni (80) capillus Veneris (trop., sub- 
trop., mediterran). 

* Pteridinae. Sori auf intramarginalem Verbindungsstrang der Adernenden. 
— Actinopteris (1 im indoafrik. Steppengebiet und Ostafrika). — Pteris (60), 
nur mit introrsem Deekrand; Pt. cretica (trop., subtrop., mediterran); Pt. serrulata 
(Afrika, Asien). — Lonchiüs (trop., subtrop.). — PteHdium (1) aquilinum 
(Fig. S2K), Adlerfarn, mit introrsem Deckrand und extrorsem Indusium (in 
Heidewäldern und auf offenen Heiden verbreitet, fast kosmopolitisch, subarktisch 
bis tropisch); das stärkemehlreiche Rhizom dient stellenweise als Nahrungsmittel. 

§ Vittarieae. Sori randständig oder auf Adern parallel zur Mittelrippe. 
Blätter ungegliedert dem Rhizom eingefügt. — Vittaria (20 trop.). — Antrophyum- 
(15 trop.). 

§ Polypodieae. Sori meist rundlich und am Ende eines Nerven. Die 
abgestorbenen Blätter trennen sich vom Rhizom vollständig mit Hinterlassung 
einer rundlichen Narbe. 

* Taenitidinae. Sori lineal an einem auf besonderer Aderanastomose ent- 
wickelten Rezeptakulum. — Drymoglossum (5 — 10 trop.). — Taenitis (1 trop. Asien). 

* Polypodiinae. 
Sori rund bis länglich, 
ohne Rezeptakulum . — 
Polypodiiim (200 
trop. bis temp.); P, 
vulgare (*_ und Süd- 
afr.); P. aureum (trop. 
Am.); P. rigidulum 
(Malesien). — Cyclo- 
phorus (NipJioholus) 
(25 trop.). — Lecano- 
Drynaria (12 paläo- 




Fig. 83. 



Gleichenia. A Teil eines Blattes mit Soris, B ein einzelner 
Sorus. — Nach Warming. 



pteris (5 Malcsien), mit knolligem, fleischigem Rhizom. 

trop.), mit langem, kletterndem Rhizom und mit Nischenblättern. 

§ Acrosticheae. Die Unterseite des ganzen Blattes oder ein Teil des- 
selben ist mit Sporangien bedeckt. Kein Indusium. — Elaphoglossum (über 80, 
trop.) crinitum (Mexiko, Antillen). — Acrosiichum aureum (Mangrovensümpfe). 
— Rhipidopteris peltata (trop. Amerika).. — Platyceriiint (8) alciconw 
(Ostaustralien) u^ a. heterophyll, mit Nischenblättern. 

Farn. ParkerJaceae. Sporangien einzeln an anastomosierenden Nerven, fast 
kugelig. Ring vertikal, + vollständig, bisw. fehlend. Kein eigentliches Indusium, 
sondern der Rand der Blattsegmente eingerollt und die Sporangien verdeckend. — 
Ceratoptcris (1) thalictroides, trop. Wasserpflanze, heterophyll, mit minimalem 
Rhizom und mit Adventivsprossen in den Achseln der fertilen Segmente. 

Fam. Matoniaceao. Sporangien mit vollständigem und schiefem Ring, zu mehreren 
an der Basis des .Stieles eines schirmförmigen, anfangs mit seinen Rändern der Blattfläche 
aufsitzenden Indusinms. Rhizom mit dichotomem Blatt, dessen beide Abschnitte einseitig 
Fiedern tragen. — Malonia (2, Borneo und Malakka). Fossile im Mesozoicum. 

Fam. Gleicheniaceae. Sporangien mit äquatorialem Ring und Längsriß, 
meist nur 2 — 8 vereinigt, ohne Schleier. Sori unterseits den Adern aufsitzend. 
Blätter wiederholt dichotomisch (Fig. 83). — 30 trop., subtrop., wenige temp.. 



XII. Abt. Embryophyta asiphonogaraa (Archegoniatae). 2. L'nterabt. Pteridophyta. 1. Kl. Filicales. 97 
3. R. Filicales leptosporangiatae. 2. U.-R. Hydropteridineae. 

meist auf der südl. Hemisphäre. — Oleichenia (25) linearis (dichotoma) (trop., 
subtrop.), Dickichte bildend; O. bifida (trop. Amerika). 

Fam. Schizaeaceae. Sporangien sitzend, mit vollständigem Ring am Scheitel, 
durch Längsriß sich öffnend, einzeln am Blattrand oder in den Achseln von 
brakteenartigen Segmenten. — 90, .meist im trop. Amerika, wenige subtrop. und 
temp. — Schizaea (20 meist trop., einige auch temp. — Fig. 84 ll), — Äneimia (50) 
phyllitidis (trop. Amer. — Fig. S4iE,F). — Moliria (1 Ostafr., Madagaskar — 
Fig. 84i)). — Lygodium (22) mit windenden Blättern; L. japotiictim, (trop. As., 
Ostas. — Fig. 845, C); L. volubile (trop. Amer.); L. palmatum (Nordamer.). 
— Fossil Senftenbergia im mittleren Oberkarbon, Klukia im Jura. 




Fig. 84. Sporangienstände der Schizaeaceae. A Schizaea dichotoma, Stück eines fertilen Segments 
(Sorophor). — B, C Lygodium japoniciwi : B Scheitel eines jungen fertilen Segments ; C reifes fertiles 
Segment, von welchem bei X die Indusien entfernt sind. — D Mohria caffronim, Abschnitt einer 
fertilen Fieder. — E, F Äneimia phyllitidis : E Seitenansicht eines jungen fertilen Segments; jP fertiles 
Segment von der Unterseite. — A, B, E nach Prantl, C, X>, F nach Diels. 



^. 



Fam. Osmundaceae. Sporangien sehr kurz und dick gestielt, an der Spitze 
mit einer einseitigen Gruppe stärker verdickter Zellen, mit Längsriß sich öffnend. 
— 13 trop. — temp. — Osnitinda (6 — 7) regalis * . — Todea (1) barbara 
(Südafr., Austral., Neuseeland). — Leptoptcris (2 — 4) hymcnophylloidcs und 
L. superba (Neuseeland). 

2. Unterreihe Hydropteridineae. Zweierlei Sporen. Die Makrosporangien 
enthalten je eine Makrospore, aus der sich das weibliche Prothalliuni ent- 
wickelt; die Mikrosporangien enthalten zahlreiche Mikrospuren, aus denen 
das kleine männliche Prothallium hervorgeht. Sporangien meist zu vielen 
in Soris, welche in metamorphosierte Blattsegmente oder in indusienartige 
Hüllen eingeschlossen sind. 

Engler, Syllabus. 7 



98 ^n. Abt. Embryophyta asiphonogama (Archegoniatae). 2. Unterabt. Pteridophyta. 
3. R. Filicales leptosporangiatae. 2. TJ.-R. Hydropteridineae. 



1. Kl. Filiales. 



P'am. Marsiiiaceae. Das aus der Makrospore hervor- 
gehende 9 Prothallium entwickelt nur ein Archegonium ; 
das cT Prothallium besteht aus einer vegetativen Zelle und 
entwickelt zwei reduzierte Antheridien. Embryonale Gene- 
ration mit 1 — 2 Keimblättern und dorsiventralem Stengel 
mit zwei Reihen Blättern. Zwei bis viele Sori in Blatt- 
zipfel eingeschlossen. Sori zweigeschlechtlich. — Marsilia 

(52); M. quadrifolia (Europa und 
subtrop.); M. Drummondii und M. 
salvatrix (Austr. [Fig. 85, 86]). M. 
Drummondii somatisch partheno- 
genetisch nach Ausbleiben der Re- 





Fig. 85. Marsilia salva- 
trix, b^, b^, ö* aufeinander 
folgende Blätter, s^, s', s" 
die zu diesen gehörigen 
Sporokarpe, k Knospe, 
r Wurzel. — Nach War- 
ming. 



Fig. 86. Marsilia salvatrix. 
A Sporokarp im Stadium begin- 
nender Keimung, st Stiel. B der 
Gallertring g hat sich abgelöst 
und ist aus dem Spalt sp heraus- 
getreten, sr die Sori. — Nach 
Sachs. 



Fig. 87. Pilularia globulifera. Querschnitt 
durch ein reifes Sporokarp; in dessen vier 
Fächern auf dem in das Innere vorsprin- 
genden Rezeptakulum Mikrosporangien mit 
vielen Mikrosporen und Makrosporangien 
mit je einer Makrospore (etwa ^"/j). — 
Nach Sachs. 




Fig. 88. Salvinia natans, ein 
Stück von der Seite gesehen, 
//' Wasserblatt mit den 
Sporokarpien s, b^ und b* 
Schwimmblätter. Nat. Größe. 



Fig. 89. Salvinia natans. A Mikrosporangium, aus welchem die aus den Mikrospori 
auskeimenden männlichen ((^f) Prothallien ihre Antheridien hervorstrecken; B keimen^ 
Mikrospore; G^ D c^ Protliallien mit den Antheridien a, C von der Seite, D von von 
K Spermatozoid. .4 nach Pringsheim, B — D nach Belajeff, E nach Campbel 
— Alles verschieden stark vergrößert. 



XII. Abt. Embryophyta asiphonogama (Archegoniatae). 2. Unterabt. Pteridophyta. 2. Kl. Sphenophyllales. 99 

3. Kl. Equisetales. 1. R. Euequisetales. 

duktionsteilung. — Vilularia (6); "P. glohulifera (Europa — Fig. 87); eine Art 
fossil im Tertiär. 

Farn. Salviniaceae. Das aus der Makrospore hervorgehende Q Prothallium 
entwickelt einige Archegonien; das aus der Mikrospore entstehende cT ProthalHum 
besteht aus einer vegetativen Zelle und zwei reduzierten Antheridien. Embryonale 
Generation mit einem schildförmigen Keimblatt und dorsiventralem Stamm mit 
drei oder zwei Reihen von Blättern. Sori entweder an besonderen Wasserblättern 
(Salvinia) oder an den ins Wasser getauchten Lappen der Wasserblätter (Azolla). 
Jeder Sorus von einem dicken Indusium eingeschlossen, eingeschlechtlich. — 
Salrinia (11); 8. nafans (Fig. 88 — 90; Eur.); einige fossil im Tertiär. — 
Azolla (4); A. caroliniana und A. fiUculoides (Amer.). — Potonie und 
Velenovsky vertreten die Annahme einer näheren Verwandtschaft von Salvinia 
^ mit den Sphenophyllales. 

2. Klasse SPHENOPHYLLALES. Blätter im Verhältnis zum deutlich 
monopodialen Stamme klein, in superponierten Quirlen, gestielt, keilförmig, mit 
gegabelten Adern, Leitbündel axial, 
dreikantig, geschlossen, mit zentri- 
petaler Entwicklung des primären und 
zentrifugaler des sekundären Hadroms. 
Sporangien einzeln oder zu zweien an 
je zwei Stielen (oder fadenförmigen 
Lappen) auf der Spreite des meist 
mit sterilem dorsalem Lappen ver- 
sehenen Blattes, Sporangien tragende 
Blätter zahlreich in langen zylindrischen 
Blüten. Wahrscheinlich isospor. Fossil. 

Fam. Cheirostrobaceae. Leit- 
bündel axial, polyarch. Sporophylle 
mit drei als Deckschuppen fungieren- 
den und drei je vier lange Sporangien 
tragenden Abschnitten. — Cheirostro- 
hus pettycurensis im Kulm (wird auch 
zu den Protocalamariaceae gestellt). 

Fam. Sphenophyiiaceae. — Sjphe- 
nophyllum vom Kulm bis an die obere 
Steinkohle. 

3. Klasse EQUISETALES. 

Die Blätter im Verhältnis zum Stamm 
klein, in meist alternierenden Quirlen. 
Sporangien als Zellkomplexe an be- 
. sonderen Blättern entstehend. Sper- 
matozoiden polyciliat. 

1. Reihe EUEQUISETALES. Sporen gleichartig. 

Fam. Equisetaceae. Die unfruchtbaren Blätter der einzelnen Quirle mit- 
einander zu einer Scheide verwachsen. Die fertilen Blätter stehen kontinuierlich 
in zahlreichen Quirlen und bilden am Ende der Stengel und Äste eine zylin- 
drische Blüte. Prothallien oberirdisch, dorsiventral, unregelmäßig geschlitzt, 
meist diözisch. Epispor in zwei schraubig aufgerollte Fäden zerschlitzt, welche 




Fig. 90. Salvinia natans. A, B ? Prothallien f 
aus der im Makrosporangium eingeschlossenen Makro- 
spore hervortretend mit den Archegonien ae. C Keim- 
pflanze, noch mit der Makrospore (s) verbunden; 
/' flügelartige Lappen des Prothalliums; m Fuß; 
a Keimblatt ; b, c, d, e Schwimmblätter, v Wasser- 
blatt. — Nach Pringsheim. 




100 XII- ^^^- Embryophyta asiphonogania (Archegoniatae). 2. Unterabt. Pteridophyta. 3. Kl. Equisetales. 
2. R. Calaniariales. 4. Kl. Lycopodiales. 1. R. Lycopodiales eligulatae. 

hygroskopisch sind. Leitbündel kollateral, geschlossen. — Eqiiisetutn (24 
trop. — frigid.). — Die kieselsäurereichen Halme von E. hienialef JE. sil- 
vaticuni und E. arvense dienen zum Polieren von Holz und Metall, werden 
auch medizinisch angewendet. — Viele fossil, namentlich E. arenacciim im 
Keuper, besonders in der Lettenkohle. Hierher gerechnet werden auch die 
fossilen Gattungen Schizoneura (Trias) und Phyllotheca (Trias und Jura). 

2. Reihe CALAMARIALES. Mikrosporen und Makrosporen. Fossile Pflanzen 
von der Tracht der Equiseten; aber die Stämme groß und mit Dickenwachs- 
tum der Leitbündel, mit lysigenem Luftkanal im Protoxylem. 

Fam. Calamariaceae. Die (selten erhaltenen) Blätter schmal, frei 
oder nur in der Jugend miteinanderzu einer kurzen Scheide ver- 
bunden. An den Seitenzweigen sind die Blätter eines Quirles entweder 
getrennt ( Aster ophyllites) oder zu einer tellerförmigen Platte vereinigt (Annu- 
laria). — Die fertilen Blätter bilden Quirle, welche scheinbar 
mit Quirlen steriler Blätter alternieren; richtiger ist die Auf- 
fassung, daß die Sporophylle aus einem sterilen als Deck- 
schuppe fungierenden Abschnitt und aus einem fertilen, 
Sporangien tragenden Abschnitt bestehen. An einzelnen Blüten 
wurden unterwärts fertile Blätter mit Makrosporangien mit einer Makro- 
spore, oberwärts solche mit vielsporigen Mikrosporangien konstatiert. 
Sporangien auf der Unterseite der fertilen Blätter. Nur im Devon und in 
den Steinkohlenformationen. — Stämme und Steinkerne: Styloealamites, 
Eucalatnites, Calamüina, Archaeocalamites (Karbon und Kohlenkalk). — Laub- 
zweige: Annularia (nur karbonisch) und Ästerophi/Uites (Devon und Karbon). 
— Blüten : Calamostachys, Palacoslachya, Hultonia, Cingularia. — Zusammen- 
hang in einzelnen Fällen beobachtet von Annularia und Calamostachys, 
von Calamites, Annularia und Calamostachys, von Calamitina und Calamo- 
stachys, von Stilocalamites und Palacostachya, von Eucalamitcs und Calamo- 
stachys, von Calamitina und Aster ophyllites. — Fig. 91. 
Fam. Protocalamariaceae. Wie die vorigen, aber die Blätter superponiert, frei 
und gegabelt. — Asterocalamitcs, im Kulm und unteren produktiven Karbon. 

4. Klasse LYCOPODIALES. Blätter im Verhältnis zum Stamm klein, 
seltener quirlig, meist ©. Sporangien einzeln am Grunde der Blatt- 
oberseite oder in der Blattachsel, einfächerig. Sporophylle meist end- 
ständige Blüten bildend. Spermatozoiden biciliat. Wurzeln dichotom. 

I.Reihe LYCOPODIALES ELIGULATAE. Blätter 
ohne Ligula. Sporen gleichartig. Prothallium groß, 
aus der Spore vollkommen heraustretend. 

Fam. Lycopodiaceae. Prothaliium mit einge- 
senkten Antheridien und Archegonien, teils knollig 
und chlorophyllhaltig (L. cernuum, L. complana- 
tum und L. iniindatum), teils strangartig und chlo- 
rophyllfrei, epiphytisch zwischen Borkenschuppen 
(L. pldegmaria), teils knollig, saprophytisch und 
unterirdisch (L. clauatum [Fig. 93]), L. annotinum). 
EmT^ryonale Generation monopodial, oft scheinbar 
gabelig verzweigt, mit geschlossenem axilem Leitbündel, dicht beblättert, mit 
zugespitzten oder schuppigen Blättern. Sporangien einzeln am Blattgrund, fast 
in der Blattachsel, aus Zellkomplexen entstehend, bei der Reife zweiklappig. — 
Jjyvupodhnti (etwa 180 trop.— temp.); L. selago auf Mooren (temp. — frigid.), 
mit Brutknospen; L. clavatum (oft in Heidewäldern), Bärlapp, liefert in den 
Sporen das off. Lycopodium, »Bärlappmehl« (Fig. 92); L. annotinum (in 
Gebirgsvväldern); L. phlegmaria u. a. in den Tropen epiphytisch. — Phyllo- 
glossum Drwnmondii mit in den Boden eindringenden KnöUchen und gestielter 



Fig. 91. 
Sporangienstand 
einer Calamaria- 
cee. a unfrucht- 
bare Quirle, * 
fruchtbarcQuirle 
— Nach War- 
ming. 




Fig. 92 
vatum. 



Sporen von Lycopodium cla- 
a von der Innenseite, b von 



der Außenseite. — Nach Luerssen. 



XII. Abt. Embryophyta asiphonogama (Ärchegoniatae). 2. Unterabt. Pteridophyfa. 4. Kl. Lycopodiales. 101 
2. R. Lycopodiales ligalatae. 1. U.-R. Selaginellineae. 




Fig. 93. A — J Lycopodium elavatum. A Prothallium im Längsschnitt, ep Epidermis mit Ehizoiden, 
t Rindenschicht, p Palisadenschicht, r Speichergewebe, ar Archegonien, an Antheridien, emb Embryo, 
B die linke Ecke von A stärker vergr., in t und p das Mycel der Mycorrhiza. C junges Archegonium 
im Längsschnitt. D junges Antheridium im Längsschnitt. E Spermatozoiden. F Embryo. G junge Keim- 
pflanze mit Wurzel (w), Füß(f) und Blattschuppen (^ö^. ff Keimpflanze in Verbindung mit dem Prothallium 2», 
letzteres tief unter der Erdoberfläche (punktierte Linie), etwa ^s natürl. Größe. I größeres Prothallium, 
etwa '7i- — -K Prothallium von Lycopodium complanatum, etwa Vi- — Nach Bruch mann. 



Blüte (auf feuchtem Boden in Westaustralien, 
Neuseeland — Fig. dl E, F). 

2. Reihe LYCOPODIALES LIGULATAE. 

Blättar mit Ligula. Mikrospuren und Makro- 
Sporen. Prothallium aus der Spore nur wenig 
hervortretend, das männliche sehr reduziert. 
Das weibliche Prothallium entsteht durch Viel- 
zellbildung. 

l. Unterr. Selaginellineae. Ohne Dicken- 
wachstum des Stammes. Spermatozoiden biciliat. 

Farn. Selaginellaceae. Stamm in die 
Länge wachsend, monopodial oder dichotomisch 
verzweigt, meist dorsiventral, mit kleinen Ober- 
blättern und größeren Unterblättern. Häufig 
exogen entstehende Wurzelträger, an denen die 
Wurzeln endogen sich bilden. Sporangien in 
der Blattachsel. Makrosporangien mit vier 
(selten zwei oder acht) Makrosporen, Mikro- 
sporangien mit zahlreichen Mikrospuren. Pro- 
thallium chlorophyllos. Das cf Prothallium in 
der Mikrospore mit einer vegetativen Zelle und 
einem Antheridium mit zahlreichen Sperma- 
tozoiden (Fig. 94). Das 9 Prothallium die 



Victoria, auf Tasmanien und 




Fig. 94. .4. Selaginella Maitoisii. Mikro- 
spore von der Bauchseite, im Inneren mit 
zwei Spermatozoiden erzeugenden Zellen. 
— B,C S. stolonifcra. B Prothallium, in 
der Mitte mit Mutterzellen der Sperma- 
tozoiden, reife Mikrospore nach Resorp- 
tion der Zellwände des Prothalliums. — 
D S. cuspidata, zwei Spermatozoiden. — 
Nach Belajeff. 



4. Kl. Lycopodiales. 



Makrospore nur 
gonien (Fig. 95). 





T]ig. 95. Makrosporen von Selaginella. A im Längsschnitt, 
sechs Wochen nach der Aussaat. Das Prothallium oder Endo- 
sperm (e) ist am Grunde noch nicht vollkommen ausgebildet, 
der obere grüne Teil des Prothalliums f zeigt drei Ärchegonien 
ae: s Sporenhaut. B keimende Spore von oben gesehen; f Pro- 
thallium; ae Ärchegonien. — Nach Pfeffer. 



102 XII. Abt. Embryuphyta asiphonogama (Archegoniatae). 2. Unterabt. Pteridophyta. 
2. E. Lycopodiales ligulatae. 2. U.-R. Lepidophytineae. 

am Scheite! durchbrechend, mit einem oder mehreren Arche- 
Embr\'o mit zwei Keimblättern und Embryoträger. — Sela- 

.ginella (700, meist trop. — 
Fig. 96); in den Alpen und 
nördlich derselben 8. selagi- 
noides (spinulosa) und 8. hel- 
vetica. 8. lepidophylla (Kali- 
fornien, Texas, Mexiko) mit 
schraubelähnlichen Sproßver- 
bänden und sich zu einem 
Knäuel zusammenrollenden, 
hygroskopischen Zweigen ; ähn- 
lich 8. hygrometrica und 8. 
involvens (Ostasien). Bei 8. 
apus und 8. rupestris erfolgt 
die Entwicklung des 9 Pro- 
thalliums in der Makrospore, 
während diese sich noch im 
Makrosporangium befindet; 
die Mikrosporen mit den 
Spermatozoiden gelangen auf 
diese Prothallien und nach 

der Befruchtung entwickeln sich die Embryonen in Verbindung 

mit der Mutterpflanze. 

2. Unterreihe LepidopJiyfhieae. Mit Dickenwaclistura des 
Stammes, baumartig. Stammoberfläche mit regelmäßig angeordneten 
Blattnarben und Blattpolstern. Nur fossil. 

Fam. Lepidodeadraceac. Embryonale Generation baumartig, mit 
zentralem Leitbündel, selten mit kleinem Mark, tpit Dickenwachstum 
durch ein Rindenmeristem; Stamm gabelig verzweigt und dicht 
mit gestellten, auf rhombischen Blattnarben sitzenden, linealischen, 
spitzen Blättern besetzt; unterirdische, gabelig verzweigte Wurzelträger 
{Stigmaria) ; an den Stellen der abgefallenen Blätter rhombische Blattfüße oder 
Narben. Blüten groß, zapfenähnlich, unten mit Makrosporophyllen, oben 
mit Mikrosporophyllen. — Vom unteren Devon bis zum Oberkarbon, 

besonders im unteren und mitt- 
leren Karbon. — Lepidodendron, 
hierzu Knorria (Steinkern), I^epi- 
dophloios, Halonia (Zweige), Lepi- 
dostrobus(B\üten). — Lcpidocarpiis 
mit samenähnlichem Gebilde, da 
das einsamige Makrosporangium 
von einem Integument umhüllt 
und teilweise vom Sporophyll 
bedeckt war. 

Fam. Sigrillariacoae. Wie 
die vorigen; aber mit deutlichem 
^ ß Markkörper und Sekundärholz- 

ring, mit stark hervortretenden 
Fig. 06. A Selaffinella inaequalifoUa, Sporophyllstand (Blüte) Orthostichen der Blattnarben, 
im Längsschnitt, links die Mikrosporangien, rechts die Makro- Blätter lang und schmal, meist 
sporangien (mit meist vier Makrosporen). — B S. Marlensü, nicht auf Blattfüßen. — Blüten 
GabelHproß einer Keimpflanze; am rechten Gabelsproß beginnt gestreckt zapfenförmig. — Sigil- 
die gewöhnliclie Blatt.stellung mit den Blättern 4, 4, am linken laria im mittleren Karbon; die 
mit den Blättern 5, 5. — A nach Sachs, B nach Pfeffer. von den Stammstümpfen aus- 





XII. Abt. Embryophyta asiphonogama (Archegoniatae). 2. Unterabt. Pteridophyta. 5. KI. Psilotales. 103 

6. Kl. Isoetales. 

gehenden langen dichotomisch verzweigten Wurzelträger wie bei vorigen als Stigmaria 
bezeichnet. 

5. Klasse PSILOTALES. Sporophylle zweispaltig. Sporangien 
zwei- bis dreifächerig. Spermatozoiden biciliat. 

Fam. Psilotaceae. Embryonale Generation mit rutenförmigen Ästen, mit 
geschlossenem Leitbündel und ohne Wurzeln, aber mit gabelig verzweigten 
Rhizomen, welche Mycorrhiza führen. — 4 trop., subtrop. — Psilotuni nudum 
(trop., subtrop. — Fig. 97 A, B), auch ausgezeichnet durch Produktion zahlreicher 
aus Rhizoiden hervorgehender 
Brutknospen. — Tmesipteris 
tannensis (Australien , Tas- 
manien, Neuseeland, Norfolk- 
Inseln, Neu-Caledonien, auf 
einigen Inseln Polynesiens, 
Philippinen — Fig. 97 C, D). 

6. Klasse ISOETA- 
LES. Embryonale Generation 
mit kurzem, in die Dicke 
wachsendem Stamm und zahl- 
reichen langen Blättern mit 
Ligula und Glossopodium 
oberhalb einer basalen Grube. 
Sporangien an der Oberseite 
der Sporophylle in der Grube, 
von Trabeculis (sterilen Zell- 
schichten) durchzogen ; Makro- 
sporangien mit vielen Makro- 
sporen an den äußeren Sporo- 
phyllen ; Mikrosporangien mit 
noch zahlreicheren Mikro- 
sporen an den inneren Sporo- 
phyllen. Zwischen den fertilen 
Blättern je zweier Jahrgänge 

einige sterile; die Sporophylle werden gegen Ende der Vegetationsperiode ab- 
geworfen. Entwicklung der Prothallien ähnlich wie bei Selaginella; Sperma- 
tozoiden polyciliat. 

Fam. Isoetaceae. Etwa 50 — 60 trop. — temp. — Isoetes lacustris und 
I. echinospora auf dem Grunde von Landseen, besonders von Gebirgsseen der 
nördl. Hemisphäre, andere amphibisch oder auf dem Lande wachsend.- 

Fossil Lycostrohus ScoUii (Rät), vielleicht hierher gehörig. 




Fig. 97. A, B Psilotum nudum. A Sporangien tragender Ast; 
B querdurchschnittenes Sporangium von vorn und oben. — 
0, D Tmesipteris tannensis. C Ast mit sterilen und fertilen 
Blättern; D Blatt mit aufspringendem Sporangium von innen. 
— E, F Phylloglossum D)-ummondii. E ganze Pflanze (vergr.) ; 
F fertiles Blatt mit Sporangium von innen. — A, C, D nach 
Le Maout and Decaisne, B, E, F nach Pritzel. 



104 XIII. Abteilung. Embryophyta siphonogama. 1. ünterabt. Gymnospermae. 

Xm. AbteiluDg. EMBRYOPHYTA SIPHONOGAMA. 

(Siphoiiogameii, Phaiierogameii, Eiidoprothalliaten, 
SamenpflanzeUjtSpermatopliyteii.) 

Kormophytische Gewächse mit in der Samenbildung verdecktem Generations- 
wechsel. Die proembryonale Generation (Gametophyt) ist wie bei den hetero- 
sporen Asiphonogamen eingeschlechtlich. Die cT proembryonale Generation ent- 
wickelt sich in den Mikrospuren oder »Pollenkörnern«; sie besteht aus 
einer zum Pollenschlauch aus wachsenden vegetativen Zelle und noch einer 
oder wenigen kleineren Zellen; die eine von diesen entspricht dem Antheridium 
der Pteridophyten und teilt sich in zwei nackte generative Zellen, welche bei 
einigen auf der untersten Stufe stehenden Gymnospermen sich in Spermato- 
zoiden umbilden, bei allen übrigen als cilienlose Spermakerne fungieren, 
welche in dem Pollenschlauch zum jiv eiblichen Befruchtungsapparat vordringen. 
Die 9 proembryonale Generation entwickelt sich in der Makrospore, hier 
Embryosack genannt, und enthält einige Archegonien oder nur ein einziges 
auf zwei Synergiden und eine Eizelle reduziertes. Der Embryosack ist der 
wesentlichste Teil der Samenanlage; bei wenigen Angiospermen ist die letztere 
auf ihn reduziert. Der aus der befruchteten Eizelle hervorgehende Embryo 
(junger Sporophyt) kommt in der Makrospore zur Entwicklung, 
während diese noch von dem Makrosporangium (dem Nucellus der 
Samenanlage) eingeschlossen ist und, in den meisten Fällen, während 
das Makrosporangium noch mit der embryonalen Generation in Ver- 
bindung steht. Mancherlei Modifikationen dieser Verhältnisse kommen bei den 
Angiospermen (s. d.) vor. Außer bei den Klassen 2, 4 und 7 der ersten Unter- 
abteilung löst sich erst nach vollständiger Ausbildung des Embryo das Makro- 
sporangium oder der den Embryo umgebende Gewebekörper (nun Samen genannt) 
von der älteren embryonalen Generation los. Mit der Keimung des Samens 
geht die durch die Samenruhe unterbrochene Entwicklung der neuen embryo- 
nalen Generation (Sporophyt) weiter, dessen Zellen doppelt so viel Chromo- 
somen enthalten, als die Zellen der Gametophyten, bis mit der Entwicklung der 
cf und 9 Sporenmutterzellen wieder die Reduktion der Chromosomen auf die 
ursprüngliche Zahl erfolgt. 

Das Charakteristische dieser Abteilung^ liojft nicht bloß in dem Modus der Be- 
fruchtiinsr, sondern bei der besonders fornicnreichen 5. Klasse der I. und bei der ganzen 
II. Unterabteilunjsj: aucli darin, daß die Befruchtung: der in der Makrospore enthaltenen 
Eizelle erl'olgl, während die Makrospore noch mit der embryonalen Generation in Ver- 
bindung' steht. 

Diese Abteilung schließt sich an die Aer Pteridophyten an; es ist aber keines- 
wegs sicher, an welche Reihe derselben; wahrscheinlich ist, daß die CycadofiliceSf 
Cycadales, liettnettitales und Ginktjoales den fiiicates näherstehen, die Coinferae 
und Cordaitales den Lycopodiales. ^ 

I. Unterabteilung. GYMNOSPERMAE (Nacktsamige; Archispermae, 

erste Samenpflanzen). 

Mikrosporangien oder Pollensäcke stets nur auf der Unterseite oder Ober- 
seite der Staubblätter. Fruchtblätter nicht zu einem Gehäuse zusammenschließend 
(jedoch bei Jiiniperus während der Fruchtreife verwachsend), daher auch keine 
Narbe (Stigma). Die Mikrospore oder der Pollen gelangt durch Wind oder durch 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 1. ünterabt. Gymnosperraae. 1. KI. Cycadofilicales. 105 

2. Kl. Cycadales. 

Insekten direkt auf die Mikropyle der Samenanlage und zwar zunächst auf den 
Nucellus, den der Pollenschlauch durchwächst, um zu der Makrospore, dem 
Embryosack, zu gelangen und die in derselben befindlichen Archegonien zu be- 
fruchten. Samenanlagen nackt auf den ausgebreiteten Fruchtblättern oder in 
der direkten Verlängerung der Blütenachse stehend. Prothallium (= Endo- 
sperm, später als Nährgewebe für den Embryo dienend) vor der Befruchtung 
die Makrospore (^= Embryosack) ausfüllend, mit meist zwei bis vielen 
^r^ihegonien. Diese besitzen Halszellen, eine ßauchkanalzelle (manchmal fehlend) 
''und eine Eizelle, selten nur letztere (Tiimhoa). Die männlichen Keimzellen, 
die Mikrosporen oder Pollenkörner, entwickeln vor dem Ausstäuben ein 
wenigzelliges Prothallium mit 1 — 2 vegetativen Zellen sowie ein auf eine einzige 
Zelle reduziertes Antheridium: die 0^ Sexualzelle oder generative Zelle, welche 
in selteneren (ursprünglicheren) Fällen echte Spermatozoiden, meistens aber die 
befruchtenden Spermakerne erzeugt (dieser Vorgang bei den fossilen Gymno- 
spermen nur unvollständig nachgewiesen). 

1. Klasse CYCADOFILICALES (PTERIDOSPERMAE). Gruppen mit 

Anklängen an die Filicales. Stamm mit großen sterilen Blättern, mit zentripetal 
und zentrifugal sich entwickelndem Xylem, mit mehrreihig angeordneten Hof- 
tüpfeln auf den Tracheiden und mit breiten Markstrahlen. Heterospor. Mikro- 
sporangien zahlreich auf den Blättern. Die Makrosporen verlassen bei der Keimung 
nicht das Sporangium, mit dem sie zusammen abfielen. Samenanlagen bei 
Lygino])teris von einer Kupula umhüllt. Bei einigen sind Samen nachgewiesen. 

Lyginopterideae (Lijginodendreae). Stämme von Lyginopteris Oldhamia 
(= Lyginodendron Oldhamium), Blattstiele von JRachiopteris aspera, Laub von 
Sphenopteris Hoeninghausi, Mikrosporophylle von Calymmatotheca und Samen 
von Lagenostoma Lomaxi mit Pollenkammer gehören nach den Untersuchungen 
von H. Scott und F. W. Oliver zu derselben Pflanze. Habituell an Farne er- 
innernd; aber Tracheiden mit behöften Tüpfeln vorhanden. Vom Karbon bis 
zum Perm. — Hierzu vielleicht auch Megaloxylon, Calamopitys. 

Medulloseae ("= Neuropterideae). Säulenförmige Stammreste, mit eng- 
spiralig angeordneten Blattfüßen, ausgezeichnet durch zahlreiche Sternringe im 
Mark mit zentralem Hadrom und peripherischem I^eptom, sowie durch einige 
an der Peripherie liegende zusammengedrückte Plattenringe mit schmalem lang- 
gezogenem Querschnitt. — Medullosa (Karbon bis Perm). — Hierzu Blätter von 
Neuropteris, Aletliopteris, Odontopteris, JAnopteris, Samen von Rhahdocarpus 
und Trigonocarpus. 

Cladoxyleae. Cladoxylon im Karbon. — Cycadoxyleac. Cycadoxylon (unteres Karbon). 

Weitere Gattungen von zweifelhafter Stellung: Xoeggerathia, Calamariopsis, Poroxylon, 
Dolerophyllum, Protopitys (Stämme im Karbon) und einige Araucarioxylon. 

2. Klasse CYCADALES. Stamm gar nicht oder nur wenig ver- 
zweigt. Gefäße im sekundären Holz fehlend. Laubblätter nur selten (bei 
fossilen Gattungen) ungeteilt, in der Regel fiederteilig oder gefiedert, an dem 
Gipfel des Stammes einen Schopf bildend. Blüten stets endständig, diözisch, 
nicht zu Blütenständen vereint. Blütenhülle 0. Samenanlage vor der eigentlichen 
Befruchtung abfallend. 

Fam. Cycadaceae. cf Blüten zapfenförmig, die Staubblätter mit cc Pollen- 
säcken (= Sporangien) auf der Unterseite (Fig. 98); 9 Blüten nicht immer 
zapfenförmig, mit Fruchtblättern, welche rechts und links je eine, seltener zwei 



]06 XIII. Abt. Enibryophyta siphonogania. 1. Unterabt. Gymnospermae. 2. Kl. Cycadales. 



bis vier Samenanlagen tragen (Fig. 99). Samenanlagen geradläufig, mit einem 
Integument. Nucellus der Samenanlage am Scheitel mit Pollenkammer. Arche- 
gonium mit Kanalzelle und Halszellen. Eine antheridiale oder Körperzelle teilt 

sich in eine kleine vegetative »Stielzelle« und 
in eine generative Zelle, die zwei Sperma- 
tozoiden erzeugt, von denen das eine nach 
Abstreifung des gewimperten Spiral bandes in 
der durch Verschleimung des oberen Teiles 
der Embryosackwandung entstehenden Flüssig- 
keit sich mit dem Kern der Eizelle vereint 
(Fig. 100). Bei Microcycas werden 8 — 10 
generative Zellen und bis 20 Spermatozoiden 
gebildet. Samen steinfruchtartig, mit fleischig- 
mehligem Nährgewebe. Eml)ryo an knäuelig 
aufgewickeltem »Suspensor. Keimblätter 2, oben 
oder in der Mitte vereinigt, bei Microcycas 
3 — 6. — Verzweigte Schleimgänge in der Rinde. 
— Gegen 90, trop., subtrop., viel zahlreicher 
von der oberen Steinkohlenformation bis An- 
fang der Juraformation. 

§ Cycadeae. Fruchtblätter gefiedert, 
Fig. 98. Cycas. a Staubblatt in nat. Gr., mit acht bis vier, seltener zwei Samenanlagen. 
7on der Unterseite gesehen; & vier Pollen- g^^mm die 9 Blüte durchwachsend. Blatt- 
säcke, geschlossen: c drei geöffnete Pollen- „ , •- • tm-ü i /o 
Säcke: d ein Pollenkorn, h-d vergr. - federn nur mit emem Mittelnerv. — Cycas 
Nach Richard. (16, trop. Asien, Australien, Polynesien); C. 
revoluta (südl. Japan) und C. circinnalis (Mon- 
sungeb.) liefern Sago. — Fossile Arten sehr zahlreich vom Rät an, auch in 
der Kreide von Grönland. — Cycadospadix (Liassandstein). — Cycadospermum, 
Rät und Jura. 

§ Stang^erieae. Fruchtblätter stets ungeteilt, mit zwei Samenanlagen, wie die Staub- 
blätter angeordnet. Blattfiedern fiedernervig. — Slangeria (1) paradoxa (Natal). 





Fig. 09. Fruchtblätter von Cycadaceen. A Cycas revoluta; B G. circinnalüi : C, C. Normanbyano ; 

J> Dioonedule: F. Encephalartos Prcissü; F Zamia infeyrif'olia ; 6 Ceratozamia viexicana. — F, (! 

in nat. Gr., die andern verkleinert. — Nach Eichler. 



XIII. Abt. 



Embryophyta siphonogama. 1. Unterabt. Gymnospermae. 
4. Kl. Ginkgoales. 



3. Kl. Bennettitales. 107 



§ Zamieue. Fruchtblätter stets mit zwei Samenanlagen, wie die Staubblätter ange- 
ordnet. Blattfiedern längsnervig. — Dioon (2) edule (Mexiko) liefert Stärkemehl (Sago). — 
Encephalartos (15 Afrika), auch im Tertiär von Griechenland; E. Laureniianus, mit 10 m 
hohem Stamm in Steppen am Quango. — Macrozamia (15 Australien). — Zaviia (:iO trop. 
u. subtrop. Amerika). — Ceratozamia (6 Mexiko). — Microcycas (1) calocoma (Cuba) mehrere 
Meter hoch; (j^ Prothallium (Pullenschläuche mit mehreren (bis 20) Spermazellen, Q Pro- 
thallium mit bis 200 Archegonien; der Gametophyt bildet bis 12 Embryonen. 

Fossil und von unsicherer Stellung: Fterophyllum (besonders im Keuper), Zamües 
(Trias bis Kreide), Androsirobus (Kreide). 

3. Klasse BENNETTITALES. stamm mit Dickenwachstum des Holzringes, 
bedeckt mit einem Panzer von Blattfüßen, zwischen denselben Zwitterblüten oder ein- 
geschlechtliche Bluten. Zwitterblüten von JBennetiites mit qg Hüllblättern und mit 18 — 20 bis 
10 cm großen gefiederten Staubblättern, jede Fieder mit zwei Reihen mehrfächeriger Pollen- 
säcke; das von den Staubblättern umgebene, auf konvexer Achse entwickelte Gynaeceum 
besteht ans co schuppenförmigen, nach oben verdickten, sterilen Blattgebilden, welche an 
der Peripherie alle verwachsen sind, und langen fertilen Fruchtblättern mit endständigem 
Samen, der, mit einem Integunaent versehen, einen dikotyledonen Embryo enthält Nur fossil. 




Fig. 100. Befrachtung bei Zamia integrifolia. 1. Längsschnitt durch das obere Ende des Xucellus mit 
drei Pollenschläuchen (Ps) und zwei Archegonien (Ar) im Prothallium (Pr) : im Nucellns (NJ oben die Pollen- 
kammer (Pk). 2. Pollenschlauch mit vegetativem Kern (vk) und generativer oder Spermatozoidenmutterzelle 
(gZJ. ■{. die generative Zelle mit dem Kern und den beiden Centrosomen. 4. das hintere Ende des 
Pollenschlauches, in welchem sich über der vegetativen Zelle des (^ Prothalliums (pr) zwei Sperma- 
tozoiden (A) gebildet haben. 5. ein freies Spermatozoid. 6. Durchschnitt durch den vorderen Teil eines 
Spermatozoides mit zwei Spiralwindungen, aus denen die Cilien hervorragen. — Nach Webber. 



Farn. Bennettitaceae. Bennettites (Cyradeoidea); B. Gibsonianus im Neokom der 
Insel Wight; B. dacotensis und B. ingens in mesozoischen Ablagerungen von Dakota in 
Nordamerika. — Manlellia. — Williainsonia, meist mit eingeschlechtlichen Blüten. — 
Wielandidla. — Cycadocephalus. — Wellrichia. 

4. Klasse GINKGOALES, stamm verzweigt. Gefäße im sekundären 
Holz fehlend. Langtriebe und Kurztriebe vorhanden. Die Laubblätter einge- 
schnitten, keil- bis fächerförmig, bei ausgestorbenen Gattungen stärker eingeschnitten, 
mit schmalen Abschnitten. Blüten eingeschlechtlich, zweihäusig. Staubblätter 
der rf Blüten mit zwei Pollensäcken (= Mikrosporangien), Spermatozoiden mit 
je aus drei Spiralwindungen bestehendem Kopfe, zahlreichen Cilien und spitzem 
Schwanzende. Samenanlagen aufrecht, eine oder zwei am Ende der schmal keil- 
förmigen, am Ende oft zweispaltigen, an einer gemeinsamen Achse stehenden 
Fruchtblätter. Befruchtung tritt erst in der abgefallenen Samenanlage ein, 
zwei Monate nachdem die Bestäubung und von der Pollenkammer aus die Ent- 



108 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 1. Unterabt. Gymnosperniae. 5. Kl. Coniferae. 





Wicklung eines verzweigten Pollenschlauches erfolgt ist. Vor der Befruchtung 
Verschleimung des oberen Teiles der Erabryosackwandung und Abstreifung des 
gewimperten Teiles de^ Spermatozoiden wie bei den Cycadales. 

Fam. Ginkgoaceae. — GinkifO (1) biloba (China); zahlreiche nahe verwandte 
Arten vom Tertiär rückwärts mit Sicherheit bis in die Juraformation, 
O. adiantoides, den jetztlebenden nahestehend, im Miocän von Grönland, 
Italien, Sachalin. — Baiera (Perm bis Kreide). — Czekanowshia (Rät bis Kreide). 
— Rhipidopsis (Jura). 

5. Klasse CONIFERAE. Stamm verzweigt. Gefäße im sekundären 
Holz fehlend. Blätter meist schmal, lineal oder lanzettlich. Blüten eingeschlecht- 
lich, stets über die Hochblätter hervortretend. Blütenhülle oder höchstens 

hochblattartig. Keimblätter 
2 bis 15 stets frei. Be- 
fruchtung und Embryoent- 
wicklung in Fig. 101 und 102. 

Fam. Taxaceae. Meist 
nur wenige Fruchtblätter in 
einer 9 Blüte oder ein ein- 
ziges endständiges mit je 
1 — 2 Samenanlagen; Samen 
meist die Fruchtblätter über- 
ragend, steinfruchtartig. — 
Mesophyll der Blätter mit 
Harzgängen ,außer bei Taxus. 
— ca. 100 temp., subtrop. 

Unterfam. JPodocar- 
poideae. Staubblätter mit 
zwei Pollensäcken (Mikro- 
sporangien). Fruchtblätter 
stets mit einer Samenanlage. 

§ Pherospbaereae. Sa- 
menanlage aufrecht, am Grund© 
der Fruchtblätter, ohne mantelförmige Wucherung (Epimatium) der letzteren. Blätter 
Bchuppenförmig. — Pherosphan-a (2, Australien). 

§ Podocarpeae. Samenanlage am Grunde umgeben oder völlig umhüllt 
von einer mantelförmigen Wucherung (Epimatium) des Fruchtblattes. Blätter 
meist linealisch. — Microcac/irijs (1) tetragona (Karpiden quirlig. — Fig. 103 A; 
Tasmanien). — Saxegothaea (1) conspicua (Karpiden spiralig; Chile). — Podo- 
carpus (etwa 60, Ostas. u. südl. temp., auch in Gebirgen der Tropen, z. B. 
auf den Gebirgen Afrikas — Fig. 103 C, D). — Davrydiuni (16, malayisch, 
Tasmanien, Neuseeland — Fig. 1035). 

Unterfam. PJi yllovUidoldede, Staubblätter mit zwei Pollensäeken. Frucht- 
blätter mit einer Samenanlage, welche am Grunde ringsum von einer Wucherung 
(Epimatium) umgeben ist, welche auswachsend später die Samen umhüllt. — 
Phyf/otladus mit Langtrieben und blattartigen Kurztrieben (6, Neuseeland, 
Tasmanien, östliches Monsungebiet — Fig. 104). 

Unterfam. Taxoideae. Staubblätter mit drei bis acht Pollensäcken. 
Fruchtblätter mit zwei Samenanlagen, oder die Blüte auf eine Samenanlage 
reduziert. 



Fig. 101. Mikrosporen oder Pollenkörner mit dein aus ihnen 
hervorgehenden Prothallium. A — G Picea exeelsa. A junges 
Pollenkorn; i) vegetative Zellen des Prothalliums; a Antheridium- 
zelle, welche sich in Stiel- und eig'entliche Antheridiumzelle teilt; 
e ursprünglicher Kern des Pollenkorns, durch dessen Teilung die 
anderen entstanden sind. B keimendes Pollenkorn auf dem Nu- 
cellus; s Stielzelle, g Antheridium. C das Antheridium hat sich 
in zwei generative Kerne g geteilt, welche in den Pollenschlauch 
wandern. — D Larix decidua, keimender Pollen, v vegetativer 
Kern im Pollenschlauch. — Nach Strasburger. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 1. ünterabt. Gymnospertnae. .5. Kl. Coniferae. 109 




Fig. 102. Befruchtung und Embryoentwicklung von Coniferen. Picea excelsa. A Medianer Längs- 
schnitt durch die Samenanlage: e Embryosack oder Makrospore mit dem Endoprothallium oder primären 
Endosperm; a Archegonium; e Hals desselben; n Eikern; nc Nucellargewebe; tintegument; s Stiel der 
Samenanlage; p keimende Pollenkörner; ps PoUenschlaucli oder Sipho. B oberer Teil der Makrospore 
oder des Embryosacks mit den Archegonien, stärker vergr. ; c Hals; cl Bauchkanalzelle. C Scheitel- 
ansicht des Archegoniumhalses. D Eindringen des Pollenscblauchs in den Hals des Archegoniums. 
E, F, G die Teilungen im unteren Ende des Eies nach der Befruchtung (Proembryo). H Bildung 
der Embryoträger aus der mittelsten Lage der Zellen in G. I Entwicklung der aus zwei Archegonien 
hervorgegangenen Embryonen an ihren Trägern. K fast reifer Embryo im Längsschnitt; s Träger; 
wh Wurzelhaube; ws Wurzelspitze; v Stammscheitel; c Kotyledonen. — Nach Strasburger. 




Fig. 10.3. A und A' Microcachrys. A Q Blüte (Vi)- ■^' ein einzelnes Fruchtblatt mit seiner Samen- 
anlage. B und B' Dacrydium. B ein blühendes Zweiglein, B' Blüte, cp Fruchtblatt, ar Epimatium, 
ov Samenanlage. C \y. D Podocarpus. C 9 Blüte mit zwei fertilen Fruchtblättern, ov die Samenanlagen. 
D Längsschnitt durch eine andere Blüte mit einem Fruchtblatt c und dessen Samenanlage. — Nach Eichler. 



110 XIII. Abt. Einbryophyta siphonogama. 1. Unterabt. Gymnospermae. 5. Kl. Coniferae. 

§ Cephalotaxeae. Fruchtblätter in gekreuzten Paaren, mit je zwei Samen- 
anlagen. — CephalotaxiiH (6 temp. Ostasien bis nordöstl. Vorderindien); C. 
Mannii (Ostind., Khasia); C. Oliveri, C. Griffithii und C. Fortunei (China); 
C. drupacea (Japan). 

§ Taxeae. 9 Blüte auf eine an der Achse endständige Samenanlage 
reduziert. Samen von einem fleischigen Epimatiura umhüllt. — Torreya 
(4, Ostas., Nordam.); T. nucifera (Japan); var. grandis (Südost-China); T. Far- 
gesii (Chma); T. californica (Sierra Nevada); T. taxifolia (Florida). — Taxus 
haecata, Eibe, ohne Harzgänge in Stengel und Blättern, mit mehreren Unter- 
arten und Varietäten (* — Fig. 105 — 107). 





Fig. 105. 
Taxus baccata, (^ Blüte, vergrößert. 



Fig. 104. Phyllo- 

cladus glaucus. 
Zweig mit 9 Blüten. 
— Nach Eichler. 




Fig. 107. Taxus baccata. Zweig 'mit 

reifen, von dem Arillus umhüllten 

Samen; natürl. Größe. — Nach War- 

ming. 



ar-~ 




Fig. 106. Tamcs 
baccata. Läng.s- 
schnitt durch einen 
9 Sproß; s die 
Spitze des durch 
den Blütensproß zur 
Seite gedrängten 

Priniärsprosses; 
i Integument, nc 
Nucellus; nr An- 
lage des Arillus; 
vergr. — Nach 
Warming. 



Fam. Pinaceae. cf u. 9 Sexualblätter zu mehreren in einer zapfen- 
ähnlichen Blüte. Samen zwischen den Fruchtblättern versteckt, mit holziger, 
lederartiger oder knochenharter Schale. — Mesophyll der Blätter stets mit Harz- 
gängen. — ca. 300, meist temp. 

§ Araucarieae. Blätter©. Staubblätter mit mehreren langen Pollensäcken 
(Fig. 108). Fruchtblätter einfach, in der Mitte mit nur einer umgewendeten Samen- 
anlage (Fig. 109). Alle jetzt lebenden nur auf der südl. Hemisphäre. — Agathis 
(etwa 20) dammara (malay.) lief. Manila-Kopal, aber nicht Dammarharz; .1. 
australis, Kaurifichte (Neuseeland), liefert Kauri-Kopal. — Ara/itcnria (16 i= ); 
A. hrasüinnn (Brasilien); A. imbricata (Chi\e); .1. ea;ce/5a (Norfolk-Ins.), häufige 
Zimmerpflanze, usw.; fossile im Jura und Wealden Englands und im Jura Ost- 
indiens, 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 1. Unterabt. Gymnospermae. 5. Kl. Coniferae. Hl 



§ Abieteae. Blätter <§). Fruchtblatt in Deck- und Fruchtschuppe geteilt, 
erstere meist kleiner als letztere, an der seitlich zwei Samenanlagen sitzen. Meist 
geflügelte Samen. — (Nach einer anderen Auffassung ist die »Fruchtschuppe« 
ein durch kongenitale Verwachsung entstandener Komplex von zwei oder mehr 
Fruchtblättern in der Achsel eines Deckblattes; demnach wäre das, was hier als 
Blüte aufgefaßt ist, ein Blütenstand). 

a) Nur Langtriebe vorhanden: Picea, Fichte (33 j^). Sekt. I: Eiipicea: 
r. excelsa, gewöhnhche Fichte, Rottanne (Eur. 42°— 69*^ 30') und P. obovata 
(Nordrußl., Sibirien) liefern Nutzholz; F. orientalis (Kleinas., Kaukasus), P. 
Schrenliäna (Alatau, Thianshan); P. morinda (= P. Smithiana) (Himal.); 
P. brachytüa und P. Ukiangensis (Yünnan); P. Olehnii (Sachalin); P. piirpurea, 
P. Wilsonii, P. montigena, P. neoveitchii, P. Watsoniana, P. asperata, P. aiiran- 
tiaca (China); P. AlcocUana und P. polita (Japan); P. pungens und P. Engel- 
mannii (Rocky Mountains); P. Mariana (= nigra) (östl. Nordam.) liefert »Spruce- 
beer«; P. canadensis (= alba), Schimmelfichte (Kanada bis Karolina); P. rubra 
(nordöstl. Nordam.). — ■ Sekt. IL: Omorica: P. omorica (Serbien, Südbosnien); 
fossile Reste einer sehr nahestehen- 
den Art in quartären Ablagerungen 
des sächsischen Erzgebirges; P. 
ajanensis (Amurland, Japan); P. 
yezoensis (nördl. Japan); P.sitchen- 
sis (nordwestl. Nordam.); P. Bre- 
weriana (Nordkalif.); P. spinulosa 
(Himal.); P. complanata, P. ascen- 
dens und P. pachydada (China). — 
Tsi///«(10,Nordam.,Ostas., Himal.); 
Ts. canadensis, Schierlingstanne, 
Hemlocktanne (atlant. Nordam.), 
liefert kanadisches Pech; Ts. 
caroUniana {KaToYma.); Ts. Merten- 
siana (nordwestl. Am.); Ts. Patto- 
niana (pazif. Nordam.); Ts. diver- 
sifolia und Ts. Sieboldii (Japan, 

China); Ts. chinensis (China); Ts. yunnanensis (Yünnan); Ts. Brunoniana 
(Himal.). — P.'ieudotsiff/a (3); Ps. mticronata C= Ps. taxifolia und Ps. 
Douglasii — Fig. 110 JL — G), Douglastanne (westl. Nordamerika), liefert Mast- 
bäume; Ps.-macrocarpa (Südkalif.); Ps.japonica (Japan, Formosa). — Ahies 
(30—40 ji^); A, alba (Fig. HO/— Jf), Weißtanne, Edeltanne (Mittel- und Südeur.), 
liefert »Straßburger Terpentin«, Holz zu Resonanzböden usw.; A. Nord- 
manniana (Krim, westl, Kaukasus); A. sibiriea (Nordrußland, Sibirien); .4.. cepha- 
lonica (Griechenland); A. cilicia (Cilicien, Libanon); A. bahoriensis (Algier); 
A. pinsapo (Süd Spanien); A. balsainea (Kanada) liefert Kanadabalsam; 
A. Fraseri (atl. Nordam., Alleghanies); A. subalpina, A. amabiJis, A. grandis, 
A. magnifica, A. nobilis, A. concolor, A. bracteaia (pazifisch. Nordamerika); 
A. religiosa (Mexiko); A. arizonica (Arizona); A. Webbiana (Afghanistan, Hima- 
laya); A. pindrow (West-Himalaya); A. holophylla und A. nephrolepis (Mand- 
schurei); A. gracilis (Kamtschatka); A. sachalinensis (Sachalin); A. Fargesii, 
A. squamata, A. recurvata, A. Delavayi (China); A. firma, A. Maricsä, A. 
Veitchii, A. umbilieata, A. homolepis (Japan, z. T. auch China und Formosa). — 
Keteleeria (5 — 6); K. Fortunei, K. Fabri, K. Davidiana, K. Evelyniana (China); 
K. formosana (Formosa). 





Fig. 108. Am«- Vig. 109. Agathis australis. Fruchtblatt 
Staub- mit der Samenanlage von innen gesehen 
(A') und im Längsschnitt (A); fv u. fv^ 
Leitbündel; v Flügel. — Nach War- 
nung. 



caria. 
blatt m. langen, 
hängenden 
Pollensäcken. 



112 XIII. Abt. Embryophyta siphonogaraa. 1. Unterabt. Gymnospermae. 5. Kl. Coniferae. 

b) Langtriebe und Kurztriebe: Larix, Lärche, laubwerfend (10); 
Ij. decidtia (Europa), liefert venetian. Terpentin; L. sibirica (Ostkarpathen, 
Sibirien); L. Oriffithii (Himalaya); L. dahurica (Amurland); L. leptolepis 
(Japan); L. occidentalis, L. Lyallii (pazif. Nordano.); L. pendula {=^ americana, 
atlant. Nordam.). — Pseudolarix (1) Kaempferi, Goldlärche (östl. China). — 
Cedrifs, Zeder, mit Dauerlaub (2); C. deodara (Himal.); C. lihani (Libanon, 
Taurus, Cypern, Atlas); fossile Arten in der Kreide Englands. — Pinns, Kiefer 
(80, jfc_, einige calid.). Sekt. I. Strolms: P. .s^/*o^>w«, Weymouthskiefer (Nordam.) 
lief. Terpentin; P. Lamhertiana, Zuckerkiefer (westl. Nordam.), lief, eßbares 
Harz; F. monficola (Sierra Nevada, Kalif.); P. ayacahuite und P. strohiformis 
(Mexiko); P. pentaphylla, P. parvifiora (Japan); P. peuce (von Montenegro 
durch Serbien bis zum Rhodopegebirge) ; P. excelsa (von Afghanistan bis zum 




Fig. 110. A — (t Pseudotsuga mucronata. A Zapfen; jB Zapfenschuppen von innen (natürl. Größe); 
C — G tJbergänge der Nadeln zu den Fruchtblättern aus dem Grunde der O Blüte. — H. Pinus mon- 
tana, die Fruchtschuppe von innen mit Kiel und den zwei Samenanlagen zur Zeit der Bestäubung. — 
J Abies alba, r^ Blüte; 6 Knospenschuppen; a Staubblätter; K — 3f einzelne Staubblätter. — A" Pollen 
von Pinus montana. — Nach Eichler, Sachs, Willkomm. 



Ost-Himalaya). — Sekt. IL Cembra: P. cemhraf Arve, Zirbel (Alpen, Kar- 
pathen, Sibirien), liefert vorzügliches Schnitzholz und eßbare Samen; P. pumila 
(nordöstl. Sibir.); P. koraiensis (Korea); P. Annan dii, P. scipionifonnis (China); 
P. Balfouriana und P. flexilis (Kalif.); P. alhicaulis (Sierra Nevada, Kalif.); 
P. reflexa (Arizona); fossile Arten dieser Sektionen schon in den mesozoischen 
Formationen. — Sekt. III. Integrifoliae: P. monophylla (Süd-Kalif, bis Nevada 
und Arizona) u. P edulis (Neumexiko) lief, eßbare Samen. — Sekt. IV. In- 
dicae: P. Oerardiana (Afghan., Himalaya); P. longifolia (Himalaya). — Sekt. V. 
Ponderosae: P. canariensiii (KsinaTen); P. taeda, Weihrauchkiefer (atlant. Nordam.), 
lief. Terpentin; P. rigida (atlant. Nordam.); P. ponderosa (Neu-Mexiko bis 
Rocky Mountains); P Jeffrryi (Kalif.); P arizonica u. a. (Neu-Mexiko); P. 
CouUeri (nördl. Kalif.); P Sahiniana, Nußkiefer (pazif. Nordam.), lief, eßbare 
Samen; /^. latifolia {Arizona); P. insignis {KsMi.); P. chihuahuana (i^eu-Mexiko); 
P. leucodermis (lUyrien). — Sekt. VI. Cubenses: P. palustris (Karolina bis 



Xni. Abt. Embryophyta siphonogama. 1. Unterabt. Gymnospermae. 5. Kl. Coniferae. 113 

Florida) liefert das Pitchpine-Holz, Terpentin und Kolophonium. — 
Sekt. VII. Silvestres: JP. silvestris, gemeine Kiefer (Europa nördl. bis 70° 
20', Asien nördl. bis 67° 15') liefert Nutzholz, Terpentin, Teer, Pech, 
Wald wolle; JP, niontana (Fig. 110 H,N), Zwergkiefer, Krummholz (Mittel- 
europa, subalpin); P. pinea, Pinie (mediterran) liefert eßbare Samen; I*, nigra 
(:^ P. laricio, yiigricans, austriaca), Schwarzkiefer (Südeuropa, Spanien bis 
Pontus, nordwärts bis zum Wiener Wald); P. 2)i'naster (^ maritima), Seestrand- 
kiefer (Mittelmeergebiet); letztere beide liefern Terpentin und Kolophonium; 
J*. halepensiSf Aleppokiefer (Mittelmeergebiet); fossile Arten dieser Sektion 
von der cenomanen Kreide an. — P. succinifera im Tertiär des Samlandes, 
wahrscheinlich Stammpflanze des Bernsteins. — P. densiflora und P. Thun- 
bergii (Japan, China, Formosa); P. Massoniana (China, Formosa); P. contorta 
(Alaska, Brit. Columbien); P. muricata (Kalif.); P. resinosa und P. Banhsiana 
(Kanada, atlant. Nordam.); P. mitis und P. pungens (südl. atlant. Nordam.). 

§ Taxodieae. Blätter ©. Fruchtblätter nur andeutungsweise oder schwach 
in Deck- und Fruchtschuppe gegliedert. Samenanlagen zwei bis acht, achselständig 
und aufrecht oder auf der Fläche der Fruchtblätter und dann umgewendet. — Scia- 
dopitijs (1) verticillata,^(i\i\rm.ia.nne, mit »Doppelnadeln« (Japan). — Cunning- 
liamia (2 — 3); G. lanceolata (^sinensis) (mittl. u. südl. China, Formosa u. Cochin- 
china). — Sequoia (2); S. gigautea, Mammutbaum (Stämme bis 100 m hoch und 
12 m dick; Sierra Nevada in Kalif.); aS'. sempervirens, Red wood (Kalifornien); zahl- 
reiche Arten fossil in der Kreide und dem Tertiär vonEur., As., Nordam. — yl/'^/iro^«a;/.5" 
(3 Tasmanien, Austral.). — Cryptotneria (1 Japan, China, Formosa) japonica, 
japanische Zeder. — Taiwania (1) cryptomerioides (Formosa). — Ceratostrobus, 
fossil in der böhmischen Kreide. — Taocodiwni (3 — 4) distichum, virginische 
Sumpfzypresse, mit abfallenden Sprossen und mit Atemwurzeln (südöstl. Nordam., in 
der Tertiärperiode auch im westl. Nordam., As. u. Eur., Hauptbestandteil mancher 
Braunkohlenflöze Mitteleuropas). — Ohjptostrohus (1 China); G. europaeus, fossil 
im Tertiär von Europa und Nordamerika. — Hierher vielleicht auch Voltzin (Trias). 

§ Cupresseae. Blätter gegenständig oder quirlständig, sehr selten ab- 
wechselnd. Häufig Heterophyllie (^Retinospora<s.). Samenanlagen aufrecht. 

■"•■■ Äctinostrohinae. Frucht zapfenähnlich, holzig, Fruchtblätter klappig. — 
Actinostrobus (1 Südwestaustral.). — Callitris (incl. Widdringtonia 15, Nordafr., 
Südafr., Madag., Austral., Neukaled.); C. quadrivalvis (Atlas und seine Vor- 
berge, S.-O. -Spanien), liefert Sandarakharz, fossile Arten im Tertiär Südeuropas. 
— Fitzroya (2) patagonica (südl. Chile). 

* Thujopsidinae. Frucht zapfenähnlich, holzig, Fruchtblätter dachig. Quirle 
zweizählig. — Thujopsis (1) dolabrata (Japan). — Libocedrus (8 * , meist pazif.), 
L. chilensis und L. tetragona (Chile, Neuseeland, Neukaledonien), L. papuana 
(Neu- Guinea), L. macrolepis (China), L. decurrens (Kalifornien). — Thuja (6); 
Th. occidentalis, Lebensbaum (atlant. Nordam. bis Virginien); Th. plicata (pazif. 
Nordam.); Th. gigantea (nördl. Kalif.); Th. Standishii (zentrales Japan); Th. 
Orientalis (China, Japan, Formosa); Verwandte beider Arten im Miocän Europas 
und Grönlands; Th. suetchuenensis (China). ., 

* Cupressinae. Frucht zapfenähnlich, holzig. — Fruchtblätter schildförmig, 
klappig aneinander gepreßt. Quirle zweizählig. — Capressus (12); C. semper- 
virenSf Cypresse (von Persien aus durch das Mediterrangebiet kult.); C. funcbris 
(ursprünglich in China, kult.); G. glauca (von Vorderindien aus verbreitet); G. macro- 
carpa und C. Macnabiana (Kalif.). — Chaitiaecyparis (8); Gh. nuticaensis 

Engl er, Syllabus. 8 



114 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 1. Unterabt. Gymnospermae. 6. Kl. Cordaitales. 7. Kl. Gnetales. 




Fig. 111. A Jimiperus sabina. 9 Blüte vergr. 
ee Fruchtblätter, die beiden unteren fruchtbar 
mit je zwei Samenanlagen ff, die beiden oberen 
steril. B J. communis. 9 Blüte nach Ent- 
fernung der unter ihr stehenden Hochblätter; 
bb die drei Fruchtblätter, das vordere zurück- 
geschlagen; c die drei seitlich vor den Frucht- 
blättern stehenden Samenanlagen. Vergr. — 
Nach Berg und Schmidt. 



{T\oTdwest\.l!ioTdam.);Ch. sphaeroidea{MassachnBetshiBF\oTida.)-, Ch, Latvsoniana 
(Kalif., Oregongebiet); Ch. obtusa und Ch. ])isifera ('= Ch. formosana; Japan, 
Formosa). — Fokienia (1) Hodginsii (S.-O. -China). 

* Juniperinae. Frucht beeren- oder steinfruchtartig (Fig. 112). — Jimi- 
perus, Wacholder (30 *) ; Sekt. Caryocedrus : J. drupacea (Kleinasien, Syrien); 

Sekt. Oxycedrus: J. communis (ganze 
nördl. gem. Zone — Fig. 1115) liefert die 
off. Wacholder beer enCi^rttcht^Junipen^; 
var. nana, Hochgebirgsvar. der nördl. gem. 
Zone; J. oxycedrus und J. macrocarpa 
im Mittelmeergebiet ; J. litoralis, J. rigida 
und J. nipponica (Japan); Sekt. Sabina 
J. sahiu a (Fig. 111^), Sadebaum, Seven 
bäum (Mittel- und Südeur., Kaukasus 
Nordasien), liefert die Summitates Sa 
binae; /. davurica (Sibir.), J. semiglo 
hosa (Turkestan); J. recurva (Himal.) 
/, excelsa (Kleinasien bis Himalaya); J. 
foetidissima (Griechenland bis Kaukasus) 
J. phoenicea (Kanar., Mittelmeergebiet), 
J. thurifera (Algier); J. procera von 
Abyssinien bis zum Kingagebirge am 
Nyassa-See, hoher Waldbaum, liefert wert- 
volles Nutzholz ; J. chinensis und J. sphae- 
nca (China); J. occidentalis und /. californica (westl. Nordam.); J. pachyphloea 
(Neu-Mexiko); J. virifiniancif virginische oder rote Zeder (atlant. Nordamer.), 
liefert Holz für Zigarrenkisten und Bleistiftfassungen. — J. communis kommt 
bisweilen mit Zwitterblüten vor. 

Fossile Coniferen von unbestimmter Stellung: Walchia (Markkörper Tyloden- 
dron), Leitfossile der Permformation. 

6. Klasse CORDAITALES. stamm verzweigt. Geftße 
im sekundären Holz fehlend. Bliüter lineal bis spateiförmig, auch 
gelappt, meist groß, am Ende der Äste zusammengedrängt. An den 
Achseln der Blätter Stiele mit eiförmigen Ährchen, welche unter 
zahlreichen spiralig angeordneten Hochblättern versteckt die nackten 
Blüten tragen. 

Farn. Cordaitaceae. cT Blüte gestielt mit je drei bis vier 
zylindrischen, nur aus dem Pollensack bestehenden Staubblättern. 
Pollen ein mehrzelliges Prothallium enthaltend. O Blüte 
ein kurzer fadenförmiger Träger mit einer endständigen, mit zwei 
Integumenten versehenen Samenanlage in der Achsel einer Braktee, 
deren mehrere zu einem Ährchen vereint sind. Nur fossil. — 
Cordaites, hohe Bäume, vom Silur und Devon sehr häutig bis in 
die permische Formation, herrschend im Karbon. — Ariisia (Stein- 
kerne von Stämmen). — Dadoxylon {Araucarioxylon, Stämme). — 
Cordaianthus (Blüten). — Slcphanospermum, Cardiocarpiis u. a. 
(Samen). 

7. Klasse GNETALES. stamm einfach oder verzweigt. Gefäße im 
sekundären Holz vorhanden. Blätter ungeteilt, gegenständig. Blüten ein- 
geschlechtlich oder scheinbar zwittrig, mit Blüten hülle, in Blütenständen ver- 
eint und 4;: von Hochblättern bedeckt. 9 Blüten mit geradläufigen Samen- 
anlagen. Befruchtungsapparate ziemlich verschiedenartig. Keimblätter 2. — 
Harzgänge fehlend. 




Fig. 112. Ju7iiperu3 
communis. Zweig mit 
Beerenzapfen. Nat. Gr. 



XIII. Abt. Emhryophyta siphonogama. 1. Unterabt. Gymnospermae. 7. Kl. Gnetales. 115 



Farn. Gnetaceae. 

Unterfam, JEphedroideae. cf: Blütenhüllblätter 2; Staubblätter 2—8, 
nur aus sitzenden, zweifächerigen Antheren bestehend. 9 : Blütenhülle schlauch- 
förmig; ebenso Fruchtblatt (auch als äußeres Integument aufgefaßt); Samen- 
anlage mit einfachem Integument. Makrospore mit vollständigem Prothallium, 
Archegonium mit Kanal- und Halszellen. Blutenhülle bei der Reife erhärtend, 
Hochblätter fleischig werdend. Keimling mit zusammengerollterh Suspensor. — 
"f? mit schuppenförmigen dekussierten Blättern. — Eplieclva (etwa 30 in 
wärmeren gemäßigten Zonen); E. vulgaris (Mediterrangebiet und an wenigen 
Stellen des südl. Mitteleuropas); E. campylopoda (Balkanhalbinsel) mit In- 
sektenbefruchtung. 

Unterfam. Ttifuhooideae. cf: Blütenhülle vierblätterig; sechs Staubblätter, 
unten vereint, mit dreifäche- 
rigen Antheren; eine rudi- 
mentäre Samenanlage. 9 : 
Blütenhülle schlauchförmig; 
Samenanlage mit einem In- 
tegument; Makrospore mit 
vollständigem Prothallium ; 
Archegonium auf eine lange 
schlauchförmige Zelle redu- 
ziert, welche in das Gewebe 
des Nucellus vordringt. — 
t? mit kurzem, holzigem, dick 
rübenförmigem, wenig über 
den Boden tretendem Stamm, 
zwei großen, lederartigen, aus- 
dauernden und fortwachsen- 
den Laubblättern und gc 
rispigen Blütenständen. — 
Tunihoa (1) Bainesii 
(Welwitscjria niirahilis) 
in der Steinwüste (Namib) von 
Deutsch-Südwestafrika und in 
Benguella. 

Unterfam. Gnetoideae. cf: Blütenhülle röhrenförmig, kantig; zwei 
sitzende Antheren an einer fadenförmig verlängerten Blütenachse. 9 : Blüten- 
hülle schlauchförmig; Samenanlage mit einem Integument (wenn die das Integument 
umgebende Hülle als terminales Fruchtblatt aufgefaßt wird). Durch Quer- und 
Längsteilung der Embryosackmutterzellen entwickeln sich mehrere Embryosack- 
anlagen ; in denselben kein vollständiges Prothallium, sondern es entstehen zahl- 
reiche Kerne, von denen einzelne als Eikerne fungieren; jeder der beiden gene- 
rativen Kerne verschmilzt mit je einem Eikern. Auch wenn mehrere Pollen- 
schläuche befruchten und mehrere Keimzellen entstehen, kommt nur ein Embryo 
zur Entwicklung. Embryo an langem, zusammengerolltem Suspensor, am unteren 
Ende mit Saugfuß. Fruchtblatt (äußeres Integument) erhärtend, Blütenhülle 
fleischig werdend. — Meist lianenartige, außerhalb des ersten Gefäßringes neue 
Kambiumringe erzeugende, selten aufrechte t?- Blüten sehr zahlreich in den 
Achseln je zweier miteinander verwachsener Hochblätter, Ähren bildend. — 
Gnetuni (etwa 15 trop.); die Samen mancher Arten werden genossen. 




Fig. 113. Ephedra altissima. A (^ Blüte, t Tragblatt, ig Blüten- 
hülle, darin fadenförmige Blütenachse mit zwei sitzenden Antheren. 
B Längsschnitt durch einen 9 Blütenstand mit zwei von Hoch- 
blättern umgebenen Blüten: P Blütenhülle, i Integument, ime 
Nucellus mit dem Embryosack. Nach Strasburger. — G Ephedra 
spec, Zweig mit Früchten. Nach Le Maout und Decaisne. 



116 



XIII. Abt.' Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 



ii. Unterabteilung. ANGIOSPERMAE (Bedecktsam'ge; Metaspermae, spätere 
Samenpflanzen; Stigmateae, Pflanzen mit Narben an den Fruchtblättern). 




Fig. 114. A Querschnitt durcli eine normale, ditheci- 
sche Anthere in drei verschiedenen Entwicklungsstufen : 
s Stelle, wo sich später der Spalt bildet, vf Leit- 
bündel, k Konnektiv. B eine auf dem Rücken an- 
geheftete Anthere. G ein Staubblatt mit an der Basis 
befestigter Antliere von der Vorder- (f) und der 
Rückenseite (h). — Nach Warming. 




Fig. 115. Entwicklung einer Anthere. A, B, D, E, F Querschnitte, 
€ Längsschnitt. A — D Doronicum macrophylhim. A junger Staubbeutel. 
Beginn der Pollensackentwicklung, Teilung der Zellen in der ersten Zell- 
schicht unter der Oberhaut (a und h). B ein älterer Zustand; die Pollen- 
säcke treten schon stark hervor, was besonders tangentiale Teilungen in 
der genannten Schicht bewirken; gf Leitbündel. C ist ein entsprechen- 
der Längsschnitt (in welchem das Archespor a als Längsreihe erscheint). 
D Querschnitt durch einen älteren Staubbeutel; die Wand außerhalb der 
Mutterzeilen der Pollenkörner (des Archespors) ist mehrschichtig geworden ; 
sie wird dies in noch höherem Grade, und ihre vorletzte Zellschicht 
bildet sich zu den »fibrösen Zellen« um, während die inneren Schiebten zu 
TapetenzcUen des Endotheciums werden, eon Mittelband (Konnektiv) der 
Anthere. E Mcnyanlhcs trifoliata. Querschnitt eines älteren Pollen- 
sackes; am sind die Mutterzellen der Pollenkorner, umgeben von der 
Tapete t; auf dieselbe folgt nach außen hin die übrige Wand, welche 
noch nicht voll entwickelt ist; die vorletzte Zellschicht wird zum Endo- 
thecium; die innerhalb liegenden Zellschichten werden mit der Tapete 
zugleich aufgelöst. F Mentha aquatica. Querschnitt durch ein Staub- 
beutelfach; a Archespor, tt Tapetenzellen. — Nach Warming. 



Mikrosporangieri oder Pollen- 
säcke meist auf der Vorder- und 
Rückseite der Staubblätter, je zwei, 
ein vorderes und ein hinteres, zu- 
sammen eineTheka bildend (Fig. 114), 
selten in kleinere Fächer geteilt. 
Mikrosporen oder Pollenkörner 
(männliche Keimzellen) meist zu vieren 
aus Pollenmutterzellen (Archespor) 
(Fig. 115) entstehend, einzeln oder bis- 
weilen in Tetraden oder zu vielen 
(bis 64) in Gruppen vereinigt bleibend. 
Makrospore oder Embryosack meist 
eine Z^le, welche die aus derselben 
Embryosackmutterzelle des Arche- 
spors hervorgegangenenSchwesterzellen 
verdrängt hat. — Die Mikrospore (der 
Pollen) gelangt auf die Narbe des 
aus einem oder mehre- 
ren, an ihren Rändern 
fest miteinander ver- 
wachsenen Frucht- 
blättern (Karpellen 
= Karpiden) gebil- 
deten Fruchtknotens 
(Gynaeceums) und 
treibt von hier aus den 
Pollenschlauch (Fig. 11 6), 
welcher zu der in der 
Fruchtknotenhöhlung 
befindlichen Samenan- 
lage und der in der- 
selben eingeschlossenen 
Makrospore(dem Em- 
bryosack) gelangt. 
9 Prothallium (Endo- 
sperm) vor der Be- 
fruchtung in der Re- 
gel kein zusammen- 
hängendes Gewebe 
bildend, nach der 
Befruchtung durch 
Vielzellbildung die 
ganze Makrospore 
ausfüllend, sehr häu- 
fig von dem sich ent- 
wickelnden Embryo 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospennae. 



117 




Fig. 116. Fruchtknoten von Poly- 
gonum convolvulus während der Be- 
fruchtung im Längsschnitt, n Narbe 
mit Pollenkörnern, j)s Pollenschlauch, 
g Griffel, mi Mikropyle, nu Nucellus, 
e Embryosack, ei Eiapparat, ek die 
teiden zum Zentralkern verschmelzen- 
den Kerne (PolkerneJ, an Antipoden 
ie äußeres, vi inneres Integument, cha 
Chalaza, fw Fruchtknotenwand, fu 
Fnniculus. — Nach Strasburger. 




Fig. 117. Lilium maHa- 
gon. A reifes Pollenkorn. 
B keimendes Pollenkorn. 
CEnde des Pollenschlauchs : 
nv vegetativer Kern, eg 
generativer Kern, der in G 
in zwei Kerne geteilt ist. 
— Nach Guignard. 




119. Lilium martagon. 
1. Embryosack vor der Befruchtung: 
Eizelle, syn Synergiden, ant Anti- 
poden, jps oberer, ^i unterer der beiden 
zum Zentralkern verschmelzenden 
Kerne. 2. Embryosack während der 
Befruchtung: PI Pollenschlauch, Ek 
Eizelle, Sk der die Eizelle befruch- 
tende Spermakern, mk der andere 
Spermakern, welcher mit dem Zentral- 
kern kopuliert, nachdem die beiden 
Polkerne {jis u. pi) sich vereinigt 
haben. 5. ein Spermakern zwischen 
den noch unverschmolzenen Pol- 
kernen. — Nach Guignard. 




Fig. 118. Die ersten Entwicklungsstufen der Samenanlage von 
Ribes rubrum, nach ihrem Alter bezeichnet: A ist die früheste, 
E die späteste Stufe, m Archespor (Embryosackmutterzelle), 
nc Nucellus (Makrosporangium), ii inneres, ie äußeres Integument. 
— Nach Warming. 




Fig. 120. Bettila. Längs- 
schnitt durch den Frucht- 
knoten mit zwei Samen- 
anlagen (etwas schema- 
tisiert): p Pollenkorn, ps 
Pollenschlauch, m Mikro- 
pyle, k Embryosack der 
Samenanlage. — Nach 
Nawaschin. 



118 XTII. Abt. Embryophyta siplionogania. 2. Unterabt. Angiospermae. 

schon resorbiert, während dieser noch im Samen eingeschlossen ist, in anderen 
Fällen ebenso wie ein äußeres, aus dem Nucellus der Samenanlage hervorgehendes 
Nährgewebe (Perisperm) den Embryo bei der Keimung bis zur Selbständigkeit 
ernährend. cf Prothallium in den Mikrosporen oder Pollenkörnern auf eine 
zum Pollenschlauch auswachsende vegetative Zelle und eine kleinere generative 
Zelle reduziert, welche letztere zwei in den Pollenschlauch wandernde und durch 
das aufgeweichte Ende desselben in die Makrospore eindringende Spermakerne 
erzeugt (Fig. 117). 

In der Samenanlage (Fig. 118) bildet sich in der Regel nur eine fertile 
Makrospore (ausnahmsweise 20 und mehr bei Casuarina, oder noch einige 
sterile bei Rosa livida, Cheiranthus cheiri, Isatis tinctoria). In der fertilen 
Makrospore oder dem Embryosack (Fig. 119) entsteht (außer bei den Veriicülatae, 
s. d.) vor der Befruchtung: 1. ein rudimentäres Prothallium, welches 
aus meist drei, bisweilen auch vielen (Zea, Hordeum), meist am Chalazaende 
des Embryosackes liegenden Antipoden und einem durch Vereinigung zweier 
Zellkerne (Polkerne) entstehenden Zentral kern in der Mitte des Embryosackes 
besteht, sich durch fortgesetzte Teilung des befruchteten Zentralkernes (jetzt 
Endospermkern) zu einem die Makrospore ausfüllenden Nährgewebe entwickelt; 
2. ein aus zwei Synergiden und einer membranlosen Eizelle bestehen- 
der Geschlechtsapparat. Von den beiden Spermakernen vereinigt sich der 
eine mit dem Kern der Eizelle, welche sich nun zum Embryo entwickelt, der 
andere mit dem Zentralkern, durclj dessen Teilung dann das Endosperm ent- 
steht. Der Embryo entwickelt bisweilen haustoriale Fortsätze, welche ihm auch 
aus anderen Teilen des Samens Nahrung zuführen. — Bisweilen gehen aus der 
Erabryosackmutterzelle oder dem Archespor nicht vier, sondern nur drei Makro- 
sporenanlagen hervor (Penaeaceae) oder nur zwei (Scilla, Trillium) oder es wird 
die Embryosackmutterzelle selbst zum Embryosack (Lilium, Tulipa, Feperomia, 
Gunnera). Ferner entstehen im Embryosack 16 Kerne anstatt 8 bei den 
Penaeaceae, Peperoniia und Gunnera, nur 4 bei Cypripedilum. 

Der Pollenschlauch wächst von der Narbe durch das Gewebe des Griffels oder 
den präformierten Griffelkanal bis zu der Samenanlage und gelangt mit seiner Spitze 
zu dem organisch oberen Ende des Embryosackes (Akrogamie, Fig. 116), bei den 
mit Integumenten versehenen Samenanlagen durch die Mikropyle (Porogamie), 
bei integumentlosen Samenanlagen oder bei Samenanlagen mit freiem Embryosack 
(Santalalcs) direkt. Bei einigen Loranthaceae entwickelt sich der Geschlechts- 
apparat am basalen Ende der Samenanlage, und es findet dann Basigamie statt. 
Endlich kommt bei einigen Familien (Casuarinaceae, Juglandaceac, Betulaceae) 
Chalazogamie (Fig. 120) vor, welche darin sich äußert, daß der Pollenschlauch 
neben der Mikropyle oder in der Wandung des Gynaeceums zum Chalazaende 
der Samenanlage vordringt und von da aus (bisweilen sich verzweigend) aufwärts 
zum Befruchtungsapparat gelangt (möglicherweise das ursprüngliche Verhalten). 

Mit Rücksicht auf die Entwicklung der Blütenhülle werden 
folgende Stufen unterschieden: 

1. Blüten ohne Blütenhülle: Blüten nackt, achlamydeisch (oft ungenau 
als apetal bezeichnet). 

2. mit einfacher Blütenhülle (mit einem Kreis von Blütenhüllblätteyn): 
Blüten haplochlamydeisch. Die Blütenhüllblätter (Tepalen) entweder 

a) hochblattartig (brakteoid) oder 

b) blumenblattartig (petaloid, korollinisch). 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiosperniae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 119 

1. ß. Pandanales. 

3. mit doppelter Blütenhülle (mit zwei Kreisen von ßlütenhüllblättern): 
Blüten diplochlamydeisch; dabei 

a) beide Kreise von Blütenhüllblättern (Tepalen) gleichartig, homoio- 
chlamydeisch, bisweilen durch Vereinigung der beiden Kreise schein- 
bar haplochlamydeisch: 

a) Tepalen getrennt (choritepal), 
ß) Tepalen vereint (syntepal); oder 

b) beide Kreise ungleichartig, heterochlamydeisch, hierbei gewöhnlich 
der äußere Kreis sepaloid (Kelchblätter: Sepalen), der innere Kreis peta- 
loid (Blumenblätter: Fetalen): 

ß) Blumenblätter getrennt (choripetal) ; 
ß) Blumenblätter vereint (sympetal); 

/) die Blumenblätter sind infolge einer zweckmäßigen Reduktion abortiert 
(apopetal). 
Daß die Aug-iospermae von den Gymnosperniae abstammen, scheint sehr unwahr- 
scheinlich, obwohl sie in älteren g-eologrischen Formationen nicht nachgewiesen sind. 
Vielmehr ist wahrscheinlich, daß ihre Entwicklung neben der der Gymnospermae aus 
«iner Pteridophytengrappe, welche ähnlich wie die Marattiales und Ophioglossales 
Endosporaugien hatten, erfolgt ist. 

1. Klasse MONOCOTYLEDONEAE. Embryo mit einem Kotyledon 
(bei Saprophyten kugelig). Der Stamm von geschlossenen Leitbündeln durchzogen, 
ohne (echtes) Dickenwachstum der Leitbündel. Blätter vorherrschend parallel- 
nervig, aber auch fiedernervig. Blüten häufig mit fünf dreigliedrigen Quirlen, 
aber doch auch mit ganz anderen Zahlen- und Stellungsverhältnissen. 

Die häaflg versuchte Ableitung sämtlicher Monokotyledoneenblüten von einem 
Crrundtypus ist durchaus ungerechtfertigt. (Vergl. A. Engler in Abhandl. der Kgl. 
preuß. Akad. d. Wiss. 1892.) Auch bei ihnen sind apokarpe und polykarpe Typen jetzt 
noch vorhanden, wie in vielen Reihen der Dikotyledoueen. Den letzteren sind sie 
g"leichwertig, etwa wie unter den Pteridophyten die Equisetales den Filicales. 
A. Reihen*) mit vorherrschender Unbeständigkeit in der Zahl der Blütenteile, 
a) Typisch achlamydeische (also nicht apopetale) Blüten kommen noch vor. 
a) Nacktblüher vorherrschend. Große Unbeständigkeit in der Zahl der Staub- 
blätter und auch der Karpelle. 

1. Reihe PANDANALES. (Engler 1886). Blüten nackt oder mit haplochlam. 

bis homoiochlam. hochblattartiger Blütenhülle, cf 9. cf mit oo — 1 Staubblättern. 
9 mit Go — 1 Karpellen. Samen mit Nährgewebe. Blüten in zusammengesetzten 
kugeligen oder kolbenähnlichen Blütenständen, — Sumpfkräuter und Bäume 
mit linealischen Blättern. 

Farn. Typhaceae. Blüten cf 9, nackt. cT: zwei bis fünf (selten ein) Staub- 
blätter, oft vereint; Pollentetraden, 9 : ein Karpell auf zylindrischer, behaarter 
Achse mit einer linealischen oder spateiförmigen Narbe und einer hängenden 
Samenanlage. Nüßchen oder Karyopsis, Samen mit dünnem Perisperm und 
fleischigem Endosperm. — Kräuter mit Rhizom, zweizeiligen, linealischen Blättern 
und zylindrischen, unten 9, oben cT kolbigen Blütenständen, welche von 
häutigen, hinfälligen Hochblättern unterbrochen sind. — Typhd (Fig. 121), 
Lieschkolben (9 in Sümpfen, calid., temp.). 

*) Mehrere der jetzt ziemlich allgemein angenommenen Reihen wurden vom Verf. 
noch vor Herausgabe der »Natürlichen Pttauzenfamilien« in dem Führer durch den Botan. 
Garten in Breslau (1886) zuerst aufgestellt. Da dieses Büchlein vergriffen ist, so sei im 
folgenden auf die dort zum ersten Male unterschiedenen Reihen hingewiesen. 



120 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. TJnterabt. Angiospermae. 

1. R. Pandanales. 



1. Kl. Monocotyledoneae. 



Fam. Pandanaceae. Blüten nackt, sehr selten mit Spur einer Blütenhülle, 
durch Abort cT 9 . cf : oo Staubblätter an verkürzter oder verlängerter Achse. 
9 : bisweilen Staminodien, Karpelle ( co — 1) mit sitzenden Narben; Samenanlagen 
00 — 1. Beeren oder Steinfrüchte zu köpf förmigen Fruchtständen verbunden. 




Fig. 121. A — B Typha angustifolia. A junge $ Blüte; b das Tragblatt, ^ die Blütenachse. B junge 
rf Blüte derselben Pflanze, von Haaren umgeben. C — H Typha latifolia. G cT Blüte; D 9 Blüte 
mit der breiten spateiförmigen Narbe; Fruchtknoten im Längsschnitt mit der herabhängenden Samen- 
anlage und der von Haaren besetzten Blütenachse; E Frucht mit stark verlängertem Gynophor und 
Griffel; F dieselbe stärker vergrößert und geöffnet; G Samen im Längsschnitt; H Keimpflanze aus dem 
Samen heraustretend und den Samendeckel abwerfend. — Nach Engler. 






* 
Fig. 122. A <^ Blüte von fiparijaiüum .ramosum, bei t das Tragblatt. B 9 Blüte mit drei Hüll- 
blättern und zwei vereinigten Karpellen. G ein Karpell geöffnet. D unreife Frucht von Sparganium 
nmplex var. americanum mit sechsblättriger Blütenhülle auf einem Stielchen, das in der Achsel eines 
häutigen Tragblatts steht. E Frucht von Spargnnium simpler im Längsschnitt; h innere harte Schicht 
der Fruchtwandung; d der aus den Integumenten hervorgegangene Samendeckel; end das Nährgewebe. 
F unreife Frucht, von zwei Karppllen gebildet. — Nach Engler. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 121 
1. E. Pandanales. 2. R. Helobiae. 1. U.-R. Potamogetonineae. 

Samen mit reichlichem Nährgewebe, tt mit Stützwurzeln oder Klettergewächse 
mit dreizeiligen, parallelnervigen Blättern. Blüten in Kolben, diese terminal 
oder traubig gehäuft in der Achsel scheidiger Hochblätter. — 220 trop., von 
Afrika bis Polynesien, nicht in Amerika. — Freijcinetia (62, kletternd). — 
Pandamis (156 trop.). Schraubenbäume, Schraubenpalmen, oft an tropischen 
Küsten; die Blätter dienen zu Flechtwerk, ihre Fasern zu Seilen und Säcken, 
das Fruchtfleisch wird gelegentlich genossen. 

Fam. Sparganiaceae. Blüten (^ 9, mit Blütenhülle, •^. cf: Blütenhüll- 
blätter drei bis sechs, Staubblätter drei bis sechs, Karpelle (1 — 2) mit je einer 
hängenden Samenanlage und ein bis zwei lanzettlichen Narben. Steinfrucht. 
Samen mit mehligem Nährgewebe. — Kräuter mit zweizeiligen Blättern. Blüten 
in kugeligen Köpfen, untere Köpfe 9, obere cf, an Achsen 2. und 3. Grades. — 
Sparyaniitni (Fig. 122) (15 temp., frigid.). 

ß) Nacktblüher noch vorhanden; aber in der Reihe treten alle möglichen 

Stufen von der Achlamydie bis zur Heterochlanijdie auf, ebenso 

von Hypnog-ynie bis Epig-yuie. Unbestimmte, sowie bestimmte Zahl der 
Sexnalblätter. 

/*^2. Reihe HELOBIAE (Fluviales). Blüten zyklisch oder hemizyklisch, achlam., 

lramo|hlam., diplochlam., homoichlam., heterochlam., hypogynisch, epigynisch. 

/Staubblätter oc — 1. Karpelle oo — 1, apokarp bis synkarp. Nährgewebe meist 

J0 oder schwach. — Wasser- oder Sumpfpflanzen mit »Achselschüppchen« 

/ (Squamulae intravaginales) in den Blattachseln. 

1. Unterreihe JPofainogefonineae, Blüten hypogynisch, achlamydeisch 
oder haplo- bis homoiochlamydeisch. 

Fam. Potamogetonaceae. Blüten $ oder cf 9, mit 4 — 1-zähligen Quirlen, ■^. 
Blütenhüllblätter meist 0. Staubblätter 4 — 1. Karpelle 4 — 1, jedes mit nur 
einer vom Scheitel oder der Seite des Faches herabhängenden Samenanlage. 
Frucht steinfruchtartig oder häutig, mit einem Samen. Hypokotyles Stämmchen 
des Embryos stark entwickelt. — 75. — Kräuter, untergetaucht oder schwimmend 
im süßen und salzigen Wasser, mit meist zweizeiligen Blättern. Blüten meist 
klein, einzeln oder in Ähren. 

a. Blüten in Ähren, meist 5, nackt. 

§ Zostereae. Blüten cT 9 (oder $?), in flacher, dorsiventraler Ähre, 
welche zur Blütezeit in der Scheide des obersten Laubblattes eingeschlossen ist. 
Pollen fadenförmig. — Zostefa (6 an Meeresküsten) mit komplizierter Sproß- 
verkettung; Z. inarinaf Seegras (Fig. 123), dient als Polster material; Z. nana 
(beide in den Meeren der nördl. gem. Zone, auch in Nord- und Ostsee). 

§ Posidonieae. Blüten $, in zusammengesetzten Ähren mit stielrunder 
Achse, die Ährchen in den Achseln laubartiger Blätter. Pollen fadenförmig. 

— JPosidonia (2); P. oeeanica (^= F. Caulini) im Mittelmeer, wird als 
Packmaterial verwendet; eine andere Art an den australischen Küsten. 

§ Potamogetoneae. Blüten $, in einfachen Ähren mit stielrunder Achse, 
zur Blütezeit aus den Hochblättern hervorragend. Pollen kugelig. — Pota- 
moffetoii, Laichkraut (87 im Süß- und Brackwasser der ganzen Erde). — 
JRuppia (1) maritima (im Salz- und Brackwasser kosmopolitisch). 

b. Blüten einzeln oder in Trugdolden, (f 9- 

§ Cymodoceeae. Blütenhülle 0. Karpelle (2), Griffel kurz, Narbe lang, 
bandförmig. Pollen fadenförmig. Untergetauchte Bewohner meist wärmerer Meere. 

— Cymodocea (7); C. nodosa hauptsächlich im Mittelmeer. 



122 XIII. Abt. 



Embryophyta siphonogama. 
2. R. Helobiae. 



2. Unterabt Angiospermae. 
1. U.-R. Potamogetonineae. 



1. Kl. Monocotyledoneae. 



§ Zannichellieae. Blütenhülle oder nur bei den 9 Blüten kurz becher- 
förmig, selten getrenntblättrig. Karpelle 4 — 3 ( — 8). Griffel deutlich. Narbe 
weit trichterförmig. Pollen kugelig. — Zannichellia (2); Z. palustris im Süß- 

und Brackwasser der ganzen 
Erde. — Ältkenia (4, 1 westl. 
mediterr., 3 Austral., Tasman.), 
im Brackwasser. 

Fam. Najadaceae. Blüten 

cT ? . cf : becherförmige Hüllen 
und eine endständige Anthere. 
9 : eine becherförmige Hülle 
oder diese fehlend; ein Karpell 
mit einer umgewendeten Sa- 
menanlage am Grunde. — 
Untergetauchte Kräuter mit 
zentralem Leitbündel im Sten- 
gel und fast übereinander fallen- 
den Paaren linealischer, ge- 
zähnter Blätter. — Najas (32 
auf dem Grunde von Teichen); 
N. marhia (= N. major), kos- 
mopolitisch, in Seen und in 
Brackwasser; N. minor (Eur., 
As., Afr.). 

Fam. Aponogetonaceae. 

Blüten 2. Blütenhüllblätter 
3 — 1, korollinisch. Staubblätter 
6 in zwei Quirlen, oder mehr 
in 3 — 4 Quirlen. Karpelle 3 — 6, 
Griffel 3 -6. Frucht häutig, 
mit 2 oder go Samenanlagen. 
— Kräuter mit knolligem, 
sympodialem Stamm. Blätter 
untergetaucht oder mit schwim- 
mender Spreite. Blütenstand 
über das Wasser tretend, von 
einer geschlossenen, bald ab- 
fallenden Scheide umhüllt, eine 
zylindrische Ähre bildend oder 
von Grund aus in 2 — 3 Schenkel 
geteilt. — A/JOiiOf/eton (22 
trop. und subtrop. Afrika bis 
Australien); A. fcnestralis 
(Madagaskar) mit Gitter blättern; 
A. (HstarJif/its (Südafrika) 
mit Schwimmblättern. 
Fam. Scheuchzeriaceae (Jancaginaceae). Blüten 5 oder cf 9, vier- bis ein- 
gliedrig, mit homoiochlamydeischer, hochblattartiger Blütenhülle oder nackt. 
Karpelle mit einer bis zwei umgewendeten Samenanlagen. — 15. — Sumpfpflanzen 
mit schmalen Laubblättern und endständigera, traubigem oder ährigem Blütenstand. 




Fig. 123. Zostera marina. A Schema des Aufbaues eines 
Blütensprosses. / — VI die aufeinander folgenden Sproßgene- 
rationen, der Deutlichkeit wegen abwechselnd schraffiert und 
weiß gelassen; i', — r,j Vorblätter, sp^ — sp^ Hüllblätter (nach 
Eichler). B Anthere von der Vorderseite. C dieselbe von 
der Rückseite; o Anheftungspunkt (nach Turpin). i> Frucht; 
o AnheftuDgsstelle, n Reste der Narben. E Frucht geöffnet; 
s Samen F Embryo im Längsschnitt; hyp^ unterer gefurchter 
Teil des hypokotylen Gliedes, hyp^ oberer gekrümmter Teil 
desselben; cot Kotyledon. Ö Embryo im Querschnitt; hyp^ 
und hyp^ wie in Fig. F. (D — O nach Le Maout und 
Decaisne). 



XIII. Abt. Embryophyta sipbonogania. 2. Unterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 
2. R. Helobiae. 2. U.-K. Alisniatineae. 3. Ü.-R. Butoraineae. 



123 




Fig. 124. Alisma plantago. A Diagramm. 
B junge Biütenaniage von oben gesehen (^""/i). 
Durch das dreiseitige Zentrum der Blüte, an 
dessen Rändern die Karpelle entstehen werden, 
sind die vor dem Kelchblatt stehenden Staub- 
blattanlagen in je zwei Stücke geleilt, welche 
durch die Ecken des Zentrums voneinander 
getrennt sind und daher paarig vor den Kron- 
blättern zu stehen scheinen. — Nach 
Buchen au. 



§ Triglochineae. Blüten drei- bis viergliederig, ^. Blütenhüllblätter 2>-\-Z 
oder 2 -|- 2 ; Staubblätter 3 -|- 3 oder 2 + 2; Karpelle 3-1-3 oder 4 + 4, die 
äußeren oder inneren oft steril. Sämtliche Blüten eines Blütenstandes gleich- 
artig. — Triglochin (12 temp. und kältere Gebiete); T. maritimus, Charakter- 
pflanze von Salzwiesen. — Scheiichzerici (1) palustris (*), auf Hochmooren. 

§ Lilaceae. Blüten nackt; am Grunde des 
ährigen Blütenstandes einige $ Blüten mit 
einem Karpell und langem Griffel, dann nach 
langen Zwischenräumen od $ mit einem Karpell 
und einem Staubblatt, hieran anschließend zu- 
letzt einige (j mit einem Staubblatt. — Lilaea 
(2); L. subulata von Kalifornien bis Chile. 

2. Unterreihe Alismatineae. Blüten 
hypogynisch, meist heterochlamydeisch; 
Sa.üienanlagen an der Bauchnaht. 

Fam. Alismataceae. Blüten meist $, 
meist heterochlamydeisch, -^, dreigliedrig. 
K 3, C 3, A 6 (3 Paare) — oo, selten nur 3, 
Cp 6 — (x, mit 1 — 00 umgewendeten Samen- 
anlagen; Griffel 6 — gc. Sumpfkräuter mit 
grundständigen Laubblättern und meist reich 
verzweigtem Blütenstand. — Schizogene 
Milchsaftgänge. — 72, calid., temp. — 
Sagittaria (etwa 31, meist Amerika); nur 
S. sagittifolia, Pfeilkraut, in Europa. — 

EcJiinodorus (20); E. ranunculoides (Europa, Nordafrika). — Alisma (1) 
jplantago, Froschlöffel, in Nordamerika, Europa, Asien (Fig. 124). — Elisma (1) 
natans (Mitteleuropa). — Wiesneria (3 Afrika, Asien). 

'i. Unterreihe Butomineae. Blüten hypogynisch oder epigynisch, meist 
heterochlamydeisch; Samenanlagen an der Innenfläche der Karpelle. 

Fam. Butomaceae. Blüten $, meist heterochla- 
mydeisch, -^, dreigliedrig. K 3, C 3, A 6 (3 Paare) 
+ 3 — c», im letzteren Fall die äußeren steril; Kar- 
pelle 6 — cc , oft am . Grunde vereint, mit co Samen- 
anlagen an der Innenfläche (Rückenlinie und Ränder 
ausgenommen). Balgfrucht. Blütenstand meist dolden- 
ähnlich, aus Schraubeldolden zusammengesetzt. — 
Sumpf kräuter oder schwimmende Pflanzen. Schizogene 
Milchsaftgänge bei allen außer Butomus. — 7 trop.- 
temp. — Jiutofnus (1) umhellatus, Blumenrohr 
(Fig. 125), im temp. Eur., As. — Hydrocleis (3 trop. 
Amer.). — Lhnnocharis (2 trop. Amer.). — Tenagocharis 
(1 paläotrop.). 

Fam. Hydrocharitaceae. Blüten selten 5, meist cf 9, meist heterochla- 
mydeisch, ^, dreigliedrig. K 3, C 3, A 3 + (3 + 3 + 3 + 3), die inneren und 
äußeren bisweilen staminodial, die äußeren selten dedoubliert. Karpelle (2 — 15), 
in den cf Blüten bisweilen 0. Fruchtknoten unterständig mit wandständigen 
Placenten und oc geradläufigen bis umgewendeten Samenanlagen mit zwei In- 
tegumenten. Narbe häufig tief zweiteilig. Frucht meist unregelmäßig zerreißend, 
mit 00 Samen. — 80. — Untergetauchte, häufig mit den Blättern hervorragende 
Wasserpflanzen im süßen und salzigen Wasser, mit meist ©, zuweilen quirligen 




Fig. 12.^. 

Diagramm von Butomiis. 

— Nach Warnung. 



124 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 

2. R. Helobiae. 3. U.-R. Butomineae. 

oder zweizeiligen Laubblättern. Blüten einzeln oder in Trugdolden, anfangs in 
eine aus 1 — 2 Hochblättern bestehende Hülle eingeschlossen. 

a. Karpelle 6 — 15. Placenten weit nach innen vorspringend. 

Unterfam. Stratiotoideae, Laubblätter ©. — Süßwasserbewohner. 

§ Ottelieae. Blüten $ oder cT 9 • 9 Blüten in zweilappiger Spatha. Samenanlagen 
umgewendet, auf der ganzen Fläche der Placenten. Stamm ohne Ausläufer. — Bootiia (8). 
— Ottelia (10), meist trop. Afrika. 

§ Stratioteae. Blüten cf 9, zweihäusig. 9 Blüten in der zweiblättrigen 
Spatha sitzend. Samenanlage umgewendet, nur am Grunde der zweischenkligen 




Fig. 126. Vallisneria spiralis. A eine cf Pflanze, verkleinert. B t^ Spatha der Länge nach durch- 
schnitten, vergrößert. G Q Pflanze, verkl. D 9 Blüte mit ihrer Spatha, vergr. E untere Hälfte 
des Fruchtknotens, der Länge nach durchschnitten, vergr. F Samen, der Länge nach durchschnitten, 
mit der nach unten gerichteten Plumula, stark vergr. — Nach Schnizlein. 

Placenten. Stamm mit - Ausläufern. Laubblätter teilweise untergetaucht. — 
StratiotPS (1) aloides (Mitteleur., Westsibirien). -^ Von St. Wehsten finden 
sich im Mittel tertiär häufig Samen (Folliculites) ; desgl. in diluvialen Ablage- 
rungen Samen der jetzt lebenden Art. 

§ Hydrochariteae. Blüten c/ 9. 9 Blüten in der Spatha gestielt. Pla- 
centen ungeteilt mit geradläufigen Samenanlagen. Stamm mit Ausläufern. Laub- 
blätter schwimmend. — Hydromystria (3); H. stolonifera (trop. Amer.). — 
Hydt'ocJiaHs (2); H. morsus ranae, Froschbiß (Europa, Vorderasien). 

Unterfam. Thnlassioideae. Laubblätter zweizeilig. Blüten (j^ O.diöcisch. Placenten 
zweischenkeliir, nur im Winkel zwischen Außenwand und Placenta die umgewendeten Samen- 
anlagen tragend. — - Meeresbewoliner. — A'waZi*« (l)rtf oro/r/t's an den Küsten des indischen und 
stillen Ozeans. Thalassia (2 ind. Ozean und Antillenmeer). 




Fig. 127. Schema eines Ährchens : 
nY untere Hüllspelze, oY obere 
Hüllspelze, »iJDeckspelze, oJVor- 
spelze, l, l Lodiculae (dieselben 
stehen seitlich), st Staubblätter, 
I die Hauptachse, II Seiten - 
achsen. — Nach Warming. 



Xin. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 1. Kl. Honocotyledoneae. 125 
3. R. Triuridales. 4. R. Glumiflorae. 

b. Karpelle 3, selten 2, 4, 5. Placenten wenig 
vorspringend, ungeteilt. 

Unterfam. Vallisnerioideae. Blütenhülle 
heterochlaraydeisch, oft nur schwach ausgebildet. 
Pollen kugelig. Narben kurz. — Süßwasserbewohner. 

§ Blyxeae. Blätter ©. Blüten $ oder cT" 9- Staub- 
blätter 3-|-(3-|-3). cT Blüten bis zehn in einer langen 
Spatha. Samenanlagen umgewendet. — Blyxa (7 Afrika, Asien). 

§ Vallisnerieae. Blätter©, Blüten cT 9, diöcisch, 
ö Blüten 00 in einer Spatha, sich loslösend und ge- 
öffnet an der Oberfläche des Wassers schwimmend. 
Samenanlagen geradläufig. — Vallisneria (2); V. 
spiralis (Fig. 126) (calid., mediterr. bis in die oberital. 
Seen). — Lagarosiphon (10 Afrika). 

§ Hydrilleae. Blätter in Quirlen, einnervig. 
Blüten cf 9 oder ^. cT Blüten zu 1 — 3 in einer 
Spatha. Staubblätter 3 -[- (^ -|- ^)- Samenanlagen 
geradläufig. ~ Hydrilla (1) verticiUata, Grund- 
nessel (Osteur., stellenweise noch in Seen Ostdeutsch- 
lands, Sudan, Süd- u. Ostas., Austral.), in Ostindien 
bei der Zuckersiederei benutzt. — Helodea (Elodea) 
(8 Amer.); H. canadensiSf Wasserpest; die 9 Pflanze 
seit 1836 in Europa eingebürgert. 

Unterfam. HalopJiiloideae. Blüten haplochlamydeisch, 
cT 9 ■ Hypokotyl sehr groß. Pollen fadenförmig. Narben sehr 
lang. — Meeresbewobner. — Halophila (5 ind. Ozean). 

3. Reihe TRIURIDALES. (Engler, Nat. Pflanzen- 
familien 1897.) Charakter der Familie. 

Fam. Trinridaceae. Blüten $ oder ^f 9> homoiochlamy- 
(leisch. Blütenhüllblätter 3, 4, 5, 6, 8, korollinisch, klappig. 
cf : 3, 4, 6 Staubblätter am Grunde der konvexen Blütenachse; 
Karpelle verkümmert oder 0. 9:2 Staminodien, cc Karpelle 
mit je einer grundständigen Samenanlage mit nur einem Jnte- 
gument; od Griffel. Frucht mit dickem Perikarp. Samen mit 
mächtigem Endosperm und kleinem kugeligem Embryo. — Kleine, 
gelbliche oder rötliche Saprophyten mit Schuppenblättern und 
kleinen, langgestielten Blüten. — Etwa 40 trop. — Sdaphila (trop. 
Amerika, Asien, 1 in Westafr.). — Triuris (trop. Amerika). 

Y) Xacktbltiher vorherrschend. Die Zahl der Staub- 
blätter nar noch selten unbestimmt. 

4. Reihe GLUMIFLORAE. Blüten nackt, seltener mit 
trichom atischer Blütenhülle, ganz selten mit echten Blüten- 
hüllblättern (Cyperacee Oreobolus), von Hochblättern 
(Spelzen) bedeckt. Fruchtknoten stets einfächerig mit 
einer Samenanlage. 

Fam. Gramineae. Blüten (Fig. 127—129)2, selten 
cT 9, nackt. Staubblätter meist 3, selten 1, 2, 6 — oo ; Kar- 
pelle mit einer schwach campylotropen, die Mikropjle nach 
unten kehrenden Samenanlage. Narben 2, 3 oder 1. 
Caryopsis mit reichlichem Nährgewebe, dessen Vorderseite 
und Basis der nur vom Perikarp bedeckte Embryo außen 
anliegt (nur Melocanna ohne Nährgewebe), selten Nuß oder 




Fig. 128. Einzelblüte ron 
Triücum : hl Lodiculae, 
/V Pruchtknoten, n Narben. 




Fig. 1 29. Diagramm einer 
Grasblüte: m Deckspelze, 
oi Vorspelze, l, l Lodi- 
culae. 



126 XIII- Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Ängiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 

4. R. Glumiflorae. 

Beere. Embryo mit schildförmiger Erweiterung des Kotyledons (Scutellum), in 
dessen vorderer Höhlung das Knöspchen und das von einem Hüllgewebe 
(Coleorrhiza) umgebene Würzelchen liegen. — Meist Kräuter, selten "b mit 
knotig gegliederten Stengeln (Halmen) und abwechselnden, scheidigen Blättern 
mit Ligula. Die kleinen Blüten in der Achsel von Hochblättern (Deckspelzen), 
mit einem der Deckspelze gegenüberstehenden, meist zweikieligen Vorblatt, 
meist auch noch mit einem über dem Deckblatt stehenden, meist bis zum 
Grunde zweispaltigen, sehr kleinen, saftreichen, zweiten Vorblatt (vordere Schüpp- 
chen, Lodiculae), selten auch noch mit einem über dem zweikieligen Vorblatt 
stehenden dritten, ungeteilten Vorblatt (hinteres Schüppchen) oder mit mehr 
Vorblättern. Die Ährchen oder Einzelblüten meist am Grunde mit leeren 
spelzenartigen Hüllblättern in rispen- oder ährenförmigen Blütenständen. • — 
Etwa 4000. 

A. Ährchen einblütig ohne Achsen Verlängerung über die Blüte hin- 
aus, selten zweiblütig und dann die untere Blüte unvollkommen, bei der 
Reife als Ganzes vom Stiele oder samt gewissen Gliedern der Ährenspin del 
abfallend. 

a. Nabel punktförmig. Ährchen vom Rücken her zusammengedrückt 
oder stielrundlich. 

§ Maydeae. Deckspelze und Vorspelze (kann auch fehlen) zarthäutig, Hüll- 
spelzen derb, die unterste alle anderen umschließend. Ährchen meist in Trauben 
oder Ähren, die sich bei der Reife gliedern. cT und 9 Ährchen in getrennten 
Blütenständen oder in getrennten Partien desselben Blütenstandes. — Eu- 
chlaena (1) mexlcana, Teosinte (Mexiko), Futterpfl. — Zea (1) niays, 
Mais (wahrscheinlich heimisch in Mexiko und nach K. Schumann eine durch 
Kultur fixierte teratologische Abweichung der vorigen, gibt mit dieser den Bastard 
Z. canina), wichtige Getreide- und Futterpflanze, liefert auch Maisstärke und 
Strohfaser für Papier. — 'Coix (4); C. lacryma (verbreitet in den ganzen Tropen), 
mit harten, elfenbeinartigen, zu Rosenkränzen verwendeten »Fruchtgehäusen«. 

§ Anciropogoneae. Wie die vorigen, aber Ährchen $ oder cT und $ in 
demselben Blütenstande so gemischt, daß ein ^{^ neben einem $ steht. — Anxlro- 
poffon (über 200); A, sorghiun (= Sorghum vulgare) (calid.), Stammpflanze der 
in Afrika und dem Mittelmeergebiet in oo Varietäten kult. Getreidepflanze Durrha, 
Sorgho- oder Mohrhirse; aus den Stengeln einiger Varietäten wird besonders im 
südl. Nordamerika Rohrzucker gewonnen; die steifen Rispen einer in Südeuropa 
kultivierten Varietät liefern Material zu den sog. Reisbesen; die wilde Stammform 
dieser Getreidepflanze ist der in wärmeren Ländern überall verbreitete A. halepcnsis 
(^= A. arundinaceus) ; A. ischaemum (Mitteleuropa, Asien); A. nardiis (= A. 
citratus) liefert in Ostindien das Citronellöl oder Lemongrasöl (Oleum Citro 
nellae), A. svhoenanthus das zum Verfälschen des echten Rosenöls verwendete 
Palmarosaöl oder ostindische (leraniumöl. — Impcrafa (5); /. cyJindrica 
(= I. arundinacea) kosmopolitisch, auch in Südeuropa, bildet den Hauptbestand- 
teil der einförmigen Alang-Alang-Felder im Malaiischen Archipel; liefert Material 
zum Dachdecken. — Sacrharum (etwa 12); S. offivinarum, Zuckerrohr 
(trop. Asien, in den Tropen überall kult.), liefert Rohrzucker. 

§ Zoj'siea«^ Deckspelze und Vorspelze häutig; die erste Hüllspelze größer als die 
folgenden. Ahrchen einzeln oder in Gruppen von einer ungegliederten Ährenspindel sich 
loplöscnd. — Tragus (1) raccmosns (Südeuropa). 

§ Ti'lsto;!riiieae. Wie vorige, aber die erste IlüUspelze kleiner und schmaler als die 
folgenden. Älirchen einzeln von den ZweigeQ einer Rispe sich ablösend. — Arundi- 
nella (24 trop.). 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 127 

4. R. Glumiflorae. 

§ Paniceae. Deckspelzen und Vorspelzen meist härter als die Hüllspelzen; 
die erste Hüllspelze meist kleiner als die zweite. Ährchen einzeln von den Zweiglein 
einer Rispe oder ungegliederten Ährenspindel sich loslösend. — Paspaliim (160, 
calid., in Amer. auch temp.). — Patiieum {über 300); P. sanguinale und P. crus 
galli als Unkräuter kosmopolitisch; P. tniliaceum, Hirse, Rispenhirse (Ost- 
ind.), als Cerealie sehr alte Kulturpflanze; P. wa^cimwm, Guineagras (trop. Afr. 
u. Amer.), Futterpflanze. — • Setäria (10); S. italicUf Kolbenhirse, in Asien 
u. Ägypten, Cerealie (auch in Pfahlbauten der Steinzeit); 8. viridis, S. glauca, 
Unkräuter. — Pennisetum (40); JP. cimeriraniiin (^=^ P. spicatum), Duchn, 
Negerhirse (Afr.), wichtige Cerealie; andere Arten Ziergräser. — Spinifex (4); 
Sp. hirsutus (Australien), Dünen befestigend. 

b. Nabel lineal. Ährchen von der Seite zusammengedrückt. " 
§ Oryzeae. Häufig 6 Staubblätter, aber auch weniger bis eins. — Zizunia 
(1) aquatica, Tuscarora-Reis, Wasserreis (Nordamer., nordöstl. Asien), Nahrungs- 
mittel der Indianer, auch in Fischteichen gepflanzt. — - Ori/za{6 trop.) ; O. sativa. 
Reis, wahrscheinlich im trop. Afrika und trop. Asien einheimisch, in Ostindien 
seit 2800 v. Chr. als Cerealie in Kultur, wohl wichtigste Kulturpflanze des 
Menschen; liefert das off. Amylum Oryzae, auch Strohfaser zu Papier. — 
Leersia{6); L. oryzoides (nördl. temp.). — Lygeti7n(l)spartnm, Esparto (Steppen 
des Mittelmeergebietes), liefert einen Teil des Espartostrohs und der Espartofaser. 

B. Ährchen ein- bis vielblütig; die einblütigen oft mit Achsenfortsatz 
über der Blüte, ihre Spindel meist oberhalb der Hüllspelzen gegliedert, so 
daß diese beim Ausfallen der anderen Spelzen stehen bleiben; wenn zwei- 
bis vielblütig, dann immer mit deutlichen Internodien zwischen den Blüten. 

a. Halm krautig, einjährig. Blattspreite stiellos, ohne Gliederung in 
die Scheide verlaufend. 

a) Ährchen auf deutlichen Stielen in Rispen, ährenf örmigen Rispen 
oder Trauben. 

§ Phalarideae. Ährchen einblütig, mit vier Hüllspelzen und einnerviger 
Vorspelze. — Phalaris (10, mediterr.); Ph. canariensis, Kanariengras, kult. (Süd- 
europa). — AntJwxanthtim (4); A. odoratum, Ruchgras. — Hierochloe (14). 

§ Agrostideae. Ährchen einblütig, mit zwei Hüllspelzen und zweinerviger 
Vorspelze. — Aristida (100) und Stupa {Stipa, 100 trop. u. subtrop.), Steppen- 
und Wüstengräser, St. pennata und St. capillata, Steppengräser Mittel- und 
Südeuropas, St.teiiacissitna, »Esparto«, »Haifa«, in Spanien, Algier, Marokko, 
Charakterpflanze der Steppen, liefert den größten Teil des Espartostrohs und der 
Espartofaser für Papierfabrikation, Flechtwerk usw. — JUiliinn (6 *). — 
JPhleiini (16); PA, pratense, Timothee-Gras, und Alopecurus (20 gem. Eur., 
As.) pratensis, wertvolle Futtergräser. — Coleanthus (1) subtilis, Beispiel für 
disjunkte Verbreitung in Europa, Amurland, Oregongebiet. — Phippsia (1) ahjida, 
arktisch-circumpolar. — Sporoholus (80 subtrop., trop.). — Polypogon (10). — 
Af/rostis (100); A. alba, Fioringras. — Calatnaf/rostis (140 einschl. 
Ammophila und Psamma); G. (Psamma) arenaria, das Sandrohr, eine Dünen- 
pflanze, bildet mit Calamagrostis epigeios einen Bastard (C. haltica). — Apera 
(2); A. spica venu, Ackerunkraut. — Lagurus (1) ovaUis, Ziergras (medit.). 

§ Aveneae. Ährchen zwei- bis vielblütig. Deckspelze meist kürzer als die 
Hüllspelze, auf dem Rücken mit einer geknieten Granne, selten aus der Spitze be- 
grannt oder grannenlos, dann Ährchen immer mit zwei fast gegenständigen Blüten 
ohne Achsenfortsatz. — Holcus (8) — Aira (6). — JJesvhanipsia (20). — 
Coryyiephorus (3). — Trisetum (50). — Arena (50 temp.); A. sativa, Hafer, 



128 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 1 Kl. Monocotyledoneae. 

4. R. Glumiflorae. 

kultiviert in Europa bis 69,5°, A. orientalis, Fahnen-Hafer, beide alte Kultur- 
pflanzen. — Arrhenatheriini (3); A. elatius, »Französisches Raygras«, als 
Wiesengras kult. — Danthonia (100 calid., meist Afrika, Australien). 

§ Festuceae. Wie vorige, aber Deckspelze meist länger als die Hüllspelze, 
unbegrannt oder aus der Spitze begrannt; Granne ohne Knie. — Sesleria (10). — 
Cortaderia (10); C.Selloana(^ Gynerium ar^en^ewwj, Pampasgras (Südbrasilien 
und Argentinien), als Ziergras kult. — Ampelodestna (1) tenax, »Esparto« 
(Mediterrangebiet, besonders Algier), zu Flechtwerk. — Arundo (6); A. donaXf 
ital. Rohr (mediterr.), zu Flechtwerk. — Phragmites (3); Ph, rulffaris 
("= Ph. communis), Schilf (trop., subtrop., temp.). — Molinia (2). — Eragrostis 
(100); E. abyssinica, Cerealie in Abyssinien. — Koeleritt (16). — Melica 
(30). — Briza (12). — Dactylis (2); D. glomerata, wichtiges Wiesengras. 

— Cynosurus (5); C. crisfatus, Kammgras (Eur.). — Poa (100) (Fig. 130). 
P, pratensis u. a. wichtige Futtergräser. — Glyceria (15); G. fluitans, Futter- 
gras, gut auf Sumpfwiesen wachsend; Frucht (Schwaden, Manna), eßbar, zu Grütze; 

— Festuca (110); F. elatior, Wiesenschwingel, wertvolles Wiesengras, F. ovina, 

Schaf schwingel, Weidegras auf trockenem Boden. — Bro- 
ntMS (40); Br. erectus und Br. inermis, Trespe, Weide- 
gras, auch kult. — Brachypodium (6). 

fj) Ährchen in zwei einander genäherten 
Reihen, eine einseitige Ähre oder Traube mit unge- 
*A. gliederter Spindel bildend. 

§ Chlorideae. Meist außereuropäisch. — Spar- 
tina (7), Salzgräser. — Cynodon (4); C. dactylon (sub- 
kosmopolitisch), wichtiges Weidegras in Nordamerika 
und in trop. Gebieten. — Chloris (40 calid.). — Boute- 
loua (30), Präriengräser Amerikas. — Fielt sine 
(6 trop., subtrop. Afr., As.); F, coracana, Korakan, 
Dagussa, in Ostindien, China, Japan und bescmders 
Afrika wichtige Cerealie; E. indica, als Unkraut in 
den Tropen und Subtropen sehr verbreitet. — Buchloe (1) 
dactyloides, Buffalogras der Prärien Nordamerikas. 

Y) Ährchen in zwei gegenüberstehenden 
Reihen. 

§ Hordeeae. — Nardus (1, Europ., Nordasien); 
N. stricta einzige Art dieser Gruppe mit einseitswendiger 
Ähre. — Lolium, (6) ; L. perefine^ englisches Raygras, ' 
und L. italicum, italienisches Raygras, wertvollste 
Wiesengräser; L. temulentum, Taumellolch, mit 
giftigen Früchten, häufiges Unkraut im Getreide; enthält fast immer zwischen 
Samenschale und Endosperm Pilzmycel, welches nach der Keimung in der 
jungen Pflanze emporwächst und wiederum in die Fruchtknoten der Blüten 
gelangt; Samen mit Pilz geben stickstoffreichere Pflanzen, als Samen ohne Pilz; 
L. remotum auf Leinfeldern. — Affropyrum (32); A. repeiiSf Quecke, 
oft ein lästiges Unkraut, liefert das Volksheilmittel » Quecken wurzel«, Rhizoma 
Graminis. — Seeale (3); S. eerealCf Roggen, von dem in Gebirgen Süd- 
europas und Vorderasiens vorkommenden S. montanum abstammend, in Europa 
kult. bis 69,5*^; tritt als Kulturpflanze erst zur Bronzezeit in Osteuropa auf; 
Stroh zur Papierbereitung. — Tt*itiriiiu (inkl. Aegilops 15 — 20); T. mono- 
vocewnif Einkorn (östl. Mediterrangebiet), kult. auf magerem Boden und in 




Fig. 130. Poa pratensis. A ge- 
öffnetes Ährchen, h^ und h.^ 
Hüllspelzen, dDeckspelze, v Vor- 
spelze. B zweite (obere) Hüll- 
spelze (/?2 in Bild A). C Quer- 
schnitt der Friichtschale. D 
Deckspelze (d in Bild A). — 
Nach Nees. 



XIII. Abt. Etnbryophyta siphonogama. 



2. Unterabt. Angiospermae. 
4. R. Glumiflorae. 



1. Kl. Monocotyledoneae. 129 



rauhen Lagen, schon seit der Steinzeit in Kultur (Pfahlbauten der Schweiz, 
Troja); T. sativum, Weizen, mit oo Varietäten und Rassen, in Palästina ein- 
heimisch (T. sativum spelta, Spelz, Dinkel, T. sativum dicoccum, Emmer, 
T. sativum tenax, gewöhnlicher Kulturweizen [dieser wieder mit den Formen: 
vulgare. Gemeiner Weizen, compactum, Binkel- 
weizen, turgidum, Englischer Weizen, durum 
Hartweizen, Glasweizen]); T. polonicutrif Pol- 
nischer Weizen, besonders in Spanien gebaut; 
die jetzt am häufigsten kultivierten Varietäten schon 
in ägyptischen Gräbern; in Norwegen bis 69°. — 
Hordeumil^), Gerste; H. sativ um (Fig. 131), 
von dem in Vorderasien vorkommenden H. spon- 
taneum abstammend, mit oo Varietäten (distichum, 
zweizeilige Gerste ; hexastichum, sechszeilige Gerste ; 
vulgare, vierzeilige Gerste). Die Gerste gehört zu 
den ältesten Kulturpflanzen des Menschen. — 
Elymus (SO); E. arenarius (nördl. temp.), wich- 
tiges Strandgras, besonders zur Bindung des 
Flugsandes geeignet. 

b. Halm ganz oder am Grunde holzig. 
Blattspreite oft mit kurzem Stiel, zuletzt glied- 
artig von der Scheide sich loslösend. 

§ Bambiiseae. Über 200 trop., subtrop., 
in Ostasien auch temp. ; 150 allein in Asien. — 
Phyllostachys (10 Ostasien) liefert das sogenannte 
Pfefferrohr. — Arundinaria (30 Amer., As., 
Afr.). — Chusquea (50 Amer., meist Spreizklimmer). 

— Banihusa (50); H. aruridinaceaf JB. hal- 
cooa, B. tulda in Vorderindien. — ■ Oigantochloa (5); 
G. verticillata (Malayisch. Archipel) bis über 40 m 
hoch. — Oxytenanthera (5 trop. As., 1 trop. Afr.). 

— Dendrocalamus (16 Ostind.). — Melocanna (2); 
M. hamhusoides (in Ost-Bengalen und Burma) mit 
apfelgroßen, genießbaren Beerenfrüchten, welche 
einen endospermlosen, viviparen Samen enthalten. 

— Die Stämme der Bambuseen finden in der 
Technik der asiatischen Völker ausgedehnteste Ver- 
wendung; »Tabaschir« sind Kieselsäure-Konkre- 
tionen in den Höhlungen der Internodien einiger 
Arten. 

P'am. Cyperaceae. Blüten (Fig. 132) ? oder 
o^ ^ , nackt oder selten mit homoiochlamydeischer 
Blütenhülle. Staubblätter meist 3 — 1, selten mehr; 
Karpelle (3 — 2); Griffel 3 — 2 mit fadenförmigen 
Narben. Fruchtknoten mit einer grundständigen, 
umgewendeten Samenanlage. Nuß mit freiem Samen. Embryo vom Nährgewebe 
umschlossen. — Kräuter mit meist scharf dreikantigen, selten knotig gegliederten 
Stengeln und schmalen Blättern mit geschlossenen Scheiden. Blüten in Ahrchen 
oder ährchenartigen Cymen, welche zu ährigen, kopfförmigen oder rispigen 
Blütenständen vereint sind. — 2600 calid. — frigid. 

Engler, Syllabus. i) 




Fig. 131. Hordeum sativmn henra- 
stichum. B^ Ährchendrilling, Bj^ ein 
Ährchen von hinten, Bg ^°" vorn, 
K^ Frucht von vorn, K, von hinten, 
F Androeceum und Gynaeceum von 
den Spelzen befreit, die Lodiculae 
zeigend. - — Nach Nees- 










•Vv 



Fig. 132. Diagramm von : A Scirpus 

sih'aticus, B Eriophonim angrisfi- 

folium. 



130 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. ünterabt. Angiospermae. 
4. R. Glumiflorae. 5. R. Principes. 



1. Kl. Monocotyledoneae. 



Unterfam. Scirpoideae. Blüten ?, in reichblütigen Ährchen, oder nur ein- 
zelne Blüten im Ährchen cf 9, mit oder ohne trichomatische Hülle. 
§ Hypolytreae. Blüten mit Vorblättern. — 41 trop. 
§ Scirpeae. Blüten ohne Vorblätter. 

* Cyperinae. Deckblätter des Ährchens zweizeilig. — Cyj)ertis (400 trop.-, 
subtrop., wenige temp.); C. papyvus, Papyrusstaude (trop. Afrika, Kalabrien, 
Sizilien); das Mark des Stengels im Altertum zur Papierbereitung verwandt; 
jetzt werden am oberen Nil die ganzen Stauden zu Briketts verpreßt; 
C. esciilentus (südl. Mittelmeergebiet und trop. Afrika) liefert öl- und zucker- 
reiche Knollen (Erdmandeln, Bulbuli Trasi). — Kyllingia (30 — 40 trop.). 

* Scirpinae. Deckblätter des Ährchens spiralig. — Eriophorum (15). — 
Scirpus (200). — Heleocharis (80), — Fimhristylis (200 meist trop.). 

Unterfam. BhyneJiosporoideae. Blüten $ oder cf 9, mit oder ohne 
trichomatische Hülle, sehr selten mit echten Blütenhüllblüten ; Blüten in wenig- 
blütigen, ährenähnlichen Cymen, die selbst wieder in ährigen oder kopfigen Ge- 

samtblütenständen stehen. (Nach Pax.) 

§ Rhynchosporeae. Scheinährchen 
wenigblütig, zweigeschlechtlich. Verzwei- 
gung aus den letzten Blättern unterhalb 
der Endblüten. Blüten $ oder einzelne cT, 
Staubblätter 3 — 6. — OreoholusiZ andin) mit 
echten Blütenhüllblättern. — Schoenus(JO). 
— Cladium{ZQ); C. mariscus, kosmopolit. — 
Mhynchospora (150). — Schoenoden- 
dron eine bis 1,5 m hohe baumartig ver- 
zweigte Pflanze in den Gebirgen Kameruns. 

§ Gahnieae. Wie vorige; aber die End- 
blüten stets cf> die seitlichen $, Staubblätter 
3 — 20. — 70 ausschließlich w. . 

* Bisboeckelerieae. Scheinährchen mehr- 
blütig, zweigeschlechtlich ; Terminalblüten 9 • 
Verzweigungen aus einem der ersten Blätter 
des Ährchens. Blütenhülle 0. — trop. — 
Mapania (80—40). » 

* Sclerieae. Scheinährchen eingeschlecht- 
lich, seltener androgyne gleichzeitig vorhanden, O einblütig, (^ mehr- bis vielblütig. Blüten 
stets eingeschlechtlich. Kein Vorblattutriculus. — Scleria (100 trop.). 

Unterfam. Cavicoideae. Blüten immer nackt, cT 9, selten in wenig- 
blütigen, allermeist in vielblütigen Ähren, die selbst $ oder c/* und 9 sind. 
(Nach Pax.). $ Blüten von einem Vorblattutriculus eingeschlossen. — Cohresia 
(incl. Elyna 29); C. caricina und C. robusta C= Elyna spicata und E. scirplna) 
(Fig. 133) arktisch alpin. — Uncinia (24 *), hauptsächlich pazifisch. — Carej' 
(etwa 800, meist temp. — frigid., aber auch calid.); viele Arten an feuchten Stellen 
formationsbildend, Hauptbestandteil der »saueren Wiesen«; andere bis zu den 
oberen Grenzen des Pfianzenwuchses in den Gebirgen aufsteigend; von C. are- 
naria (Europa) stammt das Volksheilmittel Rhizoma Caricis. 

b) Achlam.vdie sollen; wenn solche auftritt, dann ist sie meistens sokandär (Apo- 
chlamydie), dnrch Reduktion zu erklären und steht in Vorbindung' mit Entwicklung von 
Hochbiattscheidcn. Fixierung' in der Zahl der Staubblätter und Karpelle schon vor- 
herrschend, aber auch niehrfach noch x Staubblätter und mehr als 3 Karpol lo. 

5. Reihe PRINCIPES. Blüten meist cyklisch, homoiochlam., dreigliedrig, 
hypogynisch, ^, selten schwach •!• . Staubblätter meist 6; aber auch 3, 9 




Fig. 133. Cohresia rohusta. A Teil des Gesamt- 

blütenstandes mit zwei Scheinährchen (letzter 

Ordnung). B Scheinährchen, stärker vergr. 

— Nach Nees. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 



2. ünterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 
5. K. Principes. 



läl 



und oc. Karpelle 3, meist jedes mit einer der Mitte gegenüberstehenden 
Samenanlage. Monopodial stammbildend ohne eigentliches Dickenwachstum mit 
strahlig- oder fiederignervigen Blättern mit eigenartiger Entwicklung und in 
einfachen oder zusammengesetzten kolbigen Ähren stehenden Blüten. 

Fam. Palmae. Blüten (Fig. 134) meist durch Abort cf ?. Blütenhülle 
hochblattartig oder halbpetaloid, selten -l» , die äußeren Blätter oft kleiner als 
die inneren; Staubblätter 6, selten 3, häufiger 9 — oo, frei oder vereint. Karpelle 3, 
frei oder meist vereint, im letzteren Falle Fruchtknoten drei- bis einfächerig, bis- 
weilen mit nur einer Samenanlage. Beeren oder Steinfrüchte. Nährgewebe reichlich, 
meist ölhaltig, oft hörn- oder elfenbeinartig, bei den Steinfrüchten in die Stein- 
schalen mit seiner ganzen Oberfläche fest eingewachsen. Embryo klein, seitlich 




Fig. 134. Blühende Kolbenäste von Palmen in natürl. Größe; A von Raphia ruffia, Zweig 3. Ordnung, 
unten Oj o^^n rf ; B von Phoenix spinosa, Spitze eines -^ Zweiges 1. Ordnung; C von Geonoma 
procumhens, Spitze des einfachen Kolbens mit jetzt entwickelten rf Blüten, die Q noch in den Gruben 
verborgen; es blüht immer nur eine Blüte. D Grundriß zu A: zwei übereinander stehende cf' Eaphia- 
Blüten, fl^ die untere, fl^ die obere, jedes Vorblatt fvbl) umschließt K (3J C 3 A 6. E Grundriß zu 
C: dreiblütiger Knäuel von Geonoma, in der Mitte die Q Blüte mit drei Kelchblättern (s), drei Kron- 
blättern (p), einem unfruchtbaren Staubblattkranz (a) und einem nur ein ausgebildetes Fruchtblatt ent- 
haltenden Gynaeceum. — Nach Drude. 

liegend, mit bei der Keimung sich stark vergrößerndem Kotyledon. — Oft baum- 
artig, selten sich verzweigend, bisweilen mit gestreckten Internodien und kletternd, 
häufig mit endständigem Blattschopf, selten mit endständigem Blütenstand, meist 
mit axillären, von Scheidenblättern vimschlossenen Blütenständen. Abschnitte 
der fieder- oder fächerförmig geschlitzten oder geteilten Blätter eingeschlagen ( V ) 
oder zurückgeschlagen ( A )• — ca. 1200 calid. — Häufig verkieselte Palmen- 
hölzer, Pahnoxylon, im Tertiär, oft als Geschiebe; auch wohl erhaltene Fächer- 
und Fiederpalmen im Tertiär der Südalpen. 

A. Blütenhüllblätter 3 + 3, in den O Blüten'ifnach der Befruchtung 
auswachsend. 

Unterfam. Coryphoideae. Karpelle 3, frei oder locker vereint, jedes zu 
einer Beere sich entwickelnd. Abschnitte der Fieder- oder Fächerblätter V • 

9* 



132 XIII. Abt. Embryophyta .siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 

5. R. Principes. 

i? Phooniceae. Blüten cf 9, diöcisch, Kolben von einer oberen Scheide 
vollständig umhüllt. Blätter fiederteilig. — Phoenix (12 trop. und subtrop. 
Afr., Vorderind.); Ph, dactyllfera, Dattelpalme, von den Kanaren durch 
die Oasen der Sahara bis nach Südwestasien in zahlreichen (80) Kulturformen ; 
Ph. silvestris in Indien und Afrika, wahrscheinlich die Stammpflanze der vorigen. 
— Fossile Arten im Miocän Mitteleuropas. 

§ Sabaleae. Blüten $ oder cf 9- Mehrere halbvollständige oder nur den 
Kolbenstiel bekleidende Scheiden. Blätter fächerförmig. — Chamaerops (2); 
Ch. hiiiHilis (westl. Mediterrangebiet, einzige wildwachsende Palme Europas); die 
Blattfasern als »vegetabilisches Roßhaar«; fossile Arten im Tertiär der Schweiz. — 
Trachycarpus (4); Tr. excelsa (China); Blattscheiden gutes Fasermaterial zu Matten, 
Stricken usw. — Rhapis (5); Rh. fiahelliformis (Japan), oft kult. — Acanthorrhiza 
(4 trop. Amer.) mit verdornten Adventivwurzeln am Stamm. — Cofypha (6 
ind.-malay.), mit terminalem Blütenstand; C. umbraculifera liefert Sago und 
Flechtmaterial. — lAvistona (14 ind.-malay.); L. chinensis (China) als 
»Latania* in Gewächshäusern kult.; L. australis (Austral.). — Pritchardia 
(9 Fidschi-Ins., Sandwich-Inseln). — Washingtonia (3 Südkalifornien). — Sahnl 
(7 Venezuela bis zum südl. atlantischen Nordam., Nordgrenze im Osten bei 36*'); 
die nördlichste Art 8. palmetto; fossile im Tertiär Mitteleuropas. Copernicia 
(6 trop. Amer.); C cei'ifera, Camaubapalme (Brasil.), liefert das an der Ober- 
fläche der jüngsten Blätter ausgeschiedene Carnauba-Wachs. 

Unterfam. JBorassoideae. Karpelle (3), Jedes befruchtete für sich einen 
einsamigen Steinkern ausbildend; Samen mit rauher Oberfläche der Innenseite 
des Steinkernes angewachsen. Blüten von Deckblättern umhüllt, die rf zu 
1 — 00 wickeiförmig in Gruben der Kolbenäste. Blätter fächerförmig, V • 

^ Borasseae. — Tropen der alten Welt exkl. Australien. — Hyphaene 
(12 Afr.), Stamm häufig verzweigt; H. thehaica, Dumpalme (Ägypten) mit 
eßbarem Fruchtfleisch. — Latania (3 Mascarenen). — Sorassiis (1) flahelli- 
forniis, »Palmyrapalme« in Indien, liefert Pahnwein, »Toddy«, und eine 
Art von Piassave-Fasern (Leitbündel der Blattscheiden); die Var. aethio- 
putHy Delebpalme, in den Steppen des trop. Afr. — Lodoieea (1) sechel- 
larum (Seychellen) liefert die großen maledivischen Nüsse (die größten be- 
kannten Früchte!). 

Unterfam. Lepidocat'ißoideae. Blüten 2 odef cT Q. Karpelle (3), sich 
zu einer einsamigen Panzerfrucht entwickelnd. Kolben einmal bis wiederholt 
zweizeilig verzweigt. Blätter fiederartig oder fächerförmig, A • 

§ Mauritieae. Blätter fächerförmig. Blüten diöcisch, dimorph. — Maimtia 
(9 trop. Amer.); M. fiexuosa und M. vinifera, Moriche, gesellig, Wälder und 
Haine in Überschwemmungsgebieten bildend, liefern Palm wein usw. 

§ Metroxyleae. Blätter paarig-fiederteilig. Blüten polygamisch-zwitterig 
oder diklin. 

* Raphiinae. Fruchtknoten vollständig dreifächerig. — Hauptsächlich 
trop. Afr., Madagaskar. — : Jtaphia (6); li. vinifera^ Weinpalme (Westafr. 
und östliche Küstengebiete des trop. Amer.); R. riiffia (Ostafrika); die Blätter 
aller Arten werden sehr groß, bis zu 20 m lang; ihre Blattscheiden liefern die 
Kaphia-Piassave; aus den ßastbündeln der Blattfiedern wird der Raphia- 
Baet gewonnen. 

* Calaminae. Fruchtknoten unvollständig dreifächerig. — Wetro.rylon 
(7 ind.-malay.); M. Rximphii und M. laeve, auf den Suuda-lnseln und Molukken 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiosperraae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 133 

5. R. Principes. 

Wälder bildend, liefern den besten Sago des Handels. — Coelococrns (3 mela- 
nesisch und polynesisch); Samen (polynesische Steinnüsse) als vegetabil. Elfen- 
bein verarbeitet. — Plectocomia (6 ind.-malay.) — CalatnuSf Rotangpalraen 
(über 100, die meisten ind.-malay., einige trop. Afr.); C. rotang u. a. liefern 
Spanisches Rohr und Stuhlrohr; C, draco liefert in dem geronnenen Saft 
des Fruchtfleisches das beste Drachenblut (ein Farbharz). — Daemonorops (51 
ind.-malay.). 

ünterfam. Ceroxyloicleae. Karpelle (3), sich äu einer nicht gepanzerten 
Frucht entwickelnd, Fruchtknoten drei- bis einfächerig. Blüten diklin, entweder 
diöcisch und am Kolben einzeln stehend, oder monöcisch und dann in 3 — oo- 
blütigen Knäueln mit einer 9 Blüte. — Blätter fiederteilig, V oder /\ . 

§ Areceae. Meist Beerenfrüchte; die drei Karpelle bisweilen nach der 
Befruchtung sich trennend. 

* Caryotinae. Beeren ein- bis dreisamig mit gipfelständigen Narben rasten. Blätter 
unpaarig gefiedert, V- t- Alle trop. As. — Arenga (8 ind.-malay.) ; A. saccharifera, Sagwire- 
palme, liefert Palm wein, Palmzucker, Blattgemüse, Fasern usw. — Caryota {^tro^. As.); 
C. urcns liefert die Kitrolfaser. — W'aUichia (.3 trop. As.). 

* Geonoviinae. Beere mit grundständigen Narbenresteu. Blätter paarig gefiedert, /\. 
Blüten in Aushöhlungen des fleischig verdickten Kolbens. — Sehr zahlreich im trop. 
Amer., 2 in Westafrika. Nutzen gering. 

* Iriartinae. Beere mit gipfelständigen oder grundständigen Narbenresten, rf Blüte 
schief, 9 Blüte mit dachigen oder sehr schmalen Blütenhüllblättern. — Alle trop. Amer. 

— Iriartea (10). — Ceroxylon (5); C. andicola (Anden), Wachspalme, und mehrere andere 
Arten (Untergatt. Klopstockiä) liefern reichlich Wachs an der Oberfläche des Stammes. 

* Morcnünae. Wie vorige, aber Blütenhülle •[•; 9 Blüten mit ganz oder oberwärts 
klappiger Blütenhülle. — Eine Gattung (Hyophorbe) auf den Maskarenen, die anderen im 
trop. Amer. — Chamaedorea (60, meist zentralamer.); mehrere Arten in Gewächshäusern kult. 

* Arecinae. Beere oder Steinfrucht mit dünnem Endokarp, einsamig. — 
44 Gatt, trop., aber nicht im kontinentalen Afr. — Oreodoxa{6); 0. regia, »Palma 
real« der Antillen, eine der schönsten Palmen, in den Tropen viel kultiviert; 
0. oleracea, Kohlpalme (Antillen), bis 50 m hoch. — Euterpe (10 trop. Amer.) liefert 
Gemüse und Palm wein. — Oenocarpus (8 trop. Südamer.) liefert Öl in ihren Beeren. 

— Kenfia (10 Molukken bis Neuseeland und Chatham-Inseln). — Ptychosperma 
(13 ind.-malay.); Pt. elegans in Gewächshäusern kult. — Areccf (14 ind.-malay.); 
A. eatechtff Betelnußpalme (Sunda-Inseln); ihre Samen mit den Blättern von 
Piper heile bei den Malayen beliebtes Kaumittel, auch als Semen Arecae off. 

§ Cocoeae. Steinfrucht mit meist einsamigem, selten zwei- bis drei- 
samigem Steinkern, mit soviel Keimlöchern, als Samen vorhanden sind. Samen 
dem Endokarp anhängend. 

* Elaeidinae. Blüten in tiefen Gruben der Kolbenäste. Keimlöcher des Stein- 
kernes dem Scheitel genähert. — Elaeis (3); E, guineetisiSf Ölpalme (trop. 
Westafrika und Ostküste von Südamerika), liefert aus dem Fruchtfleisch das in 
Afrika viel gebrauchte und von dort ausgeführte, gelbe Palm fett, Avährend aus 
den, den wichtigsten Handelsartikel Westafrikas bildenden Samen (Palmkernen) 
das schneeweiße Palmkernöl gewonnen wird. 

'■■■ Attaleinae. Blüten auf der Oberfläche der Äste in flachen Gruben oder 
auf vorspringenden Zähnen. Keimlöeher am Grunde des Steinkerns unter Fasern 
verborgen. — Attalea (25 trop. Amer.); A. funifera (Brasil.) liefert in ihren 
"Blattscheiden die Brasilianischen Piassave- oder Piacava-Fasern; A. cohune 
(Honduras) liefert harte Steinkerne zu Drechselmaterial. — Cocos (36 Südamer.); 
C, tiucifera^ Kokosnuß (Fig. 135), verbreitet an allen trop. Küsten, nament- 
lich auch auf Koralleninseln; eine der wichtigsten Nutzpflanzen überhaupt; Endo- 



134 



XIII. Abt. Enibiyophyta siphonogaina. 2. Unterabt. Angiospermae. 
5. K. Principes. G. R. Synanthae. 



1. Kl. Monocotyledoneae. 



sperm als Kokosmilch genossen und als Kopra zur Olgewinnung ein Welt- 
handelsartikel; die Fruchtfasern bilden das »Coir« des Handels, das zu Teppichen, 
Matten und Stricken verarbeitet wird. — Jubaea (1) spectabiUs (Chile 31 — 35"). 

* Bactridinae. Wie vorige ; aber die Keimlöcher des Steinkernes über der Mitte oder 
nalie am Scheitel. — Alle im trop. Amer. — Astrocaryum (29). — Bactris (90). 

B. Blütenhülle der ^f oder Q Blüten rudimentär. Früchte in dicht- 
gedrängten kopfigen Fruchtständen. 






A £ « 

Fig. 135. A Kokosfrucht im Längsschnitt (stark verkl.); nur der Stein ist nicht durchschnitten. 
B der Stein von einem Ende gesehen, die Nähte (a) der drei Fruchtblätter und die drei Keimlöcher 
zeigend; durch das untere tritt der Keim beim Beginn der Keimung heraus. C keimende Frucht; 



innerhalb des Steines das 



hohle Endosperm. 
größer. - 



Das als Saugorgan dienende Keimblatt wird noch viel 
Nach Warming. 

ünterfam. Phytele- 
phantoideae. cf Blüten 
mit yj freien Staubblättern. 
Q Blüten mit Blütenhülle. 
Samen von dünnem, hartem 
Endokarp umschlossen, mit 
elfenbeinartigem Nährge- 
webe. — JPhytelephns (4); 
P/i. inacrocnrpa u. JPh. 
tnict'ocarpa (trop. Amer., 
8—90 südl. Br., 70—790 
westl. L.) liefern in ihren Sa- 
men den wichtigen Handels- 
artikel vegetabilisches 
Elfenbein (»Brasilianische 
Steinnüsse«) (Fig. 136). 

Unieriam. JVipoideiie. 
cf Blüten mit drei zu einer 
gemeinsamen Säule verwach- 
senen Stauliblättern. 9 
lUüten nackt. Samen von 
dickem, holzigem Endokarp 
umschlossen. — Nipa (1) 
fruticaus^ vorzugswei se 

littoral auf Salzboden, bildet im ind.malay. Gebiet dichte Buschwälder. 

6. Reihr SYNANTHAE. (Engler 18.S6.) Blüten stets cT 9 ; cT nackt oder mit 

dicker, kurz gezähnter Blutenhülle und 6 — 00 Staubblättern; 9 nackt oder mit vier 




Fig. 1.36. Analyse von Phytelephas. A (^ Blüte von Vh. micro- 
earpa fnacii Schott). jB Analyse (ein Blumenblatt, Staminodien, 
Fruchtknoten) der 9 Blüte und C die rf Blüte von Ph. Ruizii. 
D — F Frucht von Ph. Paronii (verkleinert); D aufgeschnitten, 
zwei Samen (vorn) herausgenommen, einer (links oben) durchschnitten, 
der letzte ganz; E Samen in seinem Endokarp; F Liing.sschnitf 
durch Embryo fhj und Nabel (n). — Ji — F nach Gaudichaud. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2..IJnterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 
6. R. Synanthae. 7. R. Spathiflorae. 



135 



(m-2.}'. 



}(m-3.) 



hn-i.)[ 



fleischigen schuppenförmigen Blättern, vor deren jedem ein langes fadenförmiges 
Staminodium steht. Karpelle (2) oder (4) mit zwei oder vier Placenten, an welchen 
ringsum oo Samenanlagen stehen; die einfächerigen Fruchtknoten in die Kolben- 
achse eingesenkt und untereinander vereint. — Oft palmenähnliche Gewächse. 
Fam. Cyclanthaceae. cf und 9 Blüten in regelmäßig abwechselnder Ver- 
teilung die ganze Oberfläche eines saftigen, unverzweigten 
Kolbens bedeckend. Fruchtstand fleischig, mit oo Samen 
in den einzelnen Beeren. Embryo klein, am Grunde des 
hornig-öligen Nährgewebes. — Große Kräuter' oder Lianen 
oder Bäume mit kurzem, holzigem Stamm. Blätter ge- 
faltet, vielner^dg, oft palmblattartig. Kolben von 2 — 6 später 
abfallenden Scheidenblättern umhüllt. — 44 trop. Amer. 

§ Carludoviceae. cT Blüten in Gruppen zu vier, einzeln 
gestielt, 9 nait vier sehr langen fadenförmigen Staminodien. 
Blütenhülle rudimentär. — Carluilovica (34); C. palmata liefert 
in ihren jungen, noch zusammengefalteten Blättern das Material 
zur Herateilung der echten Panamahüte. 

§ Cyclantheae. cf ^^'^ - Blüten in abwechselnden Ringen 
oder Spiralen. Die Staminodien kürzer als die Blütenhülle. — 
Blätter zweiteilig. — Cyclanthus (4). 

7. Reihe SPATHIFLORAE. (Engler 1886.) Blüten 
cyklisch, haplochlam. oder homoiochlam. oder infolge Re- 
duktion nackt, drei- bis zweigliedrig, $ oder cf 9i oft 
sehr stark und schließlich auf ein Staubblatt oder ein 
Karpell reduziert, stets in einfacher, von einem Hochblatt 
(Spatha) + umschlossener Ähre (Kolben, Spadix) ohne 
Tragblatt. — Meist sympodial (Fig. 137), selten einen 
aufrechten Stamm bildend. 

Fam. Araceae. Blüte $ oder cf 9, zwei- bis drei- 
gliedrig oder bisweilen auf ein Staubblatt oder ein Karpell 
reduziert. Beere, selten saftlose Frucht. Samen mit zwei In- 
tegumenten, von denen das äußere fleischig ist. — Kräuter, 
häufig mit knolligem Rhizom, auch Strauch- und baumartig, 
oder Lianen. Blüten meist monöcisch, selten diöcisch, 
meist viele, selten nur zwei bis drei in einer Ähre oder 
einem Kolben. Blätter von größter Mannigfaltigkeit. — 
Etwa 1000, meist trop. 

Unterfara. Pothoideae. Landpflanzen. Stengel, 
Blattstiele und Wurzeln ohne Milchsaftschläuche und ohne 
Spicularzellen. Blätter zweireihig oder ©. Seitennerven IL u. 
III. Grades netzförmig verbunden, sehr selten fast parallel. 
— Blüten meist $. Samenanlagen anatrop oder amphitrop. 

a. Blätter in Stiel und Spreite gegliedert. Samen- 
anlage umgewendet. 

§ Pothoeae. Samen ohne Nährgewebe. Blüten $ oder 
cf 9 j iQ>t Blütenhülle. — Meist kletternde Sträucher oder Halb- 
eträucher. — Pothos (47 ind.-malay., 1 Madagaskar). 

§ Heteropsideae. Wie vorige, aber Blüten nackt, meist 
dimer. — Klettersträucher. — Heteropsis (6 Brasil.). 

§ Antbarieae. Samen mit Nährgewebe. Blüte $, mit Blütenhülle. — Meist Kräuter, 
selten Sträucher. Fortsetzungssprosse der Sympodien fast immer mit zwei Niederblättern, 
einem gestielten Laubblatt und einem Blütenstand. Beisprosse. — Anthuriuni (500 trop. 
Amer); viele Arten in Gewächshäusern kult. 




)(»-i.) 



Fig. 137. Scheniatische 
Darstellung der Sproßfolge 
von Anthurium scandens. 
(m-5), (m-4), (m-3) usw. 
sind die sukzessiven Sprosse, 
jeder mit zwei Nieder- 
blättern, deren erstes als 
Sproßvorblatt fungiert, 
während in der Achsel des 
zweiten der Fortsetzungs- 
sproß entspringt, mit einem 
Laubblatt und mit einem 
Blütenstand. Bei den Nie- 
derblättern, in deren Achsel 
der Fortsetzungssproß zur 
Entwicklung kommt, ent- 
springt auch eine Bei- 
knospe kn. — Nach Eng- 
1er. 



136 Xin. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 

7. R. Spathiflorae. 

§ Cnleasieae. Samen mit Nährgewebe. Blüten (^ 9 > o^^^ Blütenhülle. — Kletternde 
Sträucher mit % Blättern. — Culcasia (15 trop. Afrika). 

§ Zaniiocnlcaseae. Blüten ^f 9- *ber mit Rudimenten des anderen Geschlechtes. 

— Knollengewächse mit gefiederten oder zweifach gefiederten Laubblättern. Blühende 
Sprosse mit mehreren Niederblättern und einem Laubblatt. — Abgefallene Fiedern zur 
angeschlechtlichen Vermehrung dienend. — Zamioculcas (1 Bourbon, Sansibar, Ostafrika). 

— Gonatopus (2 Ostafrika). 

b. Blätter nicht gegliedert. Samenanlage geradläufig. 

§ Acoreae. Blütenhülle vorhanden. Karpelle (3 — 2); Fruchtknoten drei- 
bis zweifächerig mit je zwei oder mehr Samenanlagen, selten ein fächerig, mit 
einer Samenanlage. Samen mit schwachem Nährgewebe. — Acorus (2 nördl. 
subtrop. — temp.); A. calfttmiSf Kalmus (in Ostasien einheimisch, nach Europa 
und Nordamerika eingewandert oder eingeschleppt, an Seeufern vielfach formations- 
bildend), liefert das off. Rhizoma Calami (mit Ölzellen). 

Unterfam. Jfonsteroideae. Landpflanzen ohne Milchsaftschläuche; aber 
das Grundgewebe, wenigstens der Stengel und Blätter, manchmal auch das der 
Wurzeln, mit Spicularzellen. Seitennerven III. und IV. Grades oder II. und 
III. Grades netzförmig verbunden. Blüten meist ^ und nackt. Samenanlagen 
anatrop oder amphitrop. 

i^ Monstereae. Blüten ohne Blütenhülle, zweigliedrig. Spatha vor der Reife 
des Kolbens abfallend. — Meist kletternd, mit adventiven Haft- und Nährwurzeln. 
Häufig durchlöcherte Blätter. — Raphidophora (60 ind.-malay.). — Monstera 
(27 trop. Amer.); 3/. deliciosa (fälschlich oft Fhilodendron pertusum ge- 
nannt; Westabhang der mexikanischen Cordilleren) in Gewächshäusern und im 
Zimmer oft kult.; Fruchtstände wie Ananas schmeckend. — Epipremnuni (14); 
E.pinnahim {=z E.mirabile), (malay.), auf den Fidschiinseln unter dem Namen 
»Tonga« bekanntes Volksheilmittel. — Scindapsus (20 ind.-malay.). 

§ Spatliiphjileae. Blüten mit Blütenhülle, meist drei- bis zweigliedrig. Spatha nicht 
abfallend. — Halbsträucher. — Grundgewebe der Stengel und Blattstiele sparsam von 
Spicularzellen durchsetzt. — Spathiphi/Uum (26 trop. Amer., 1 Philippinen und Celebes). 

Unterfam. Calloideae. Land- oder Sumpfpflanzen. Leitbündel mit ge- 
raden, gegliederten Milchsaftschläuchen. Blüten meist $. Blätter nie pfeilförmig, 
meist netznervig, selten parallelnervig. — Alle nördlich temp. 

i? Symplocarpeae. Blütenhülle +. Nährgewebe 0. Seitennerven IL und IIL Grades 
netzförmig verbunden. — Symplocarpus (1) foetidus (nordöstl. Asien und nordwestl. Amer.). 

— Orontium (1) aquaticum (atlant. Nordam.). • 

§ Calleae. Blütenhülle 0. Nährgewebe -|-. Seitennerven L, II. und III. 
Grades parallel. — Calla (1) palnstfis (in Waldsümpfen Europas, Sibiriens, 
Ostasiens und des atlantischen Nordamer.). 

Unterfam. Lasioideae, Land- und Sumpfpflanzen. Leitbündel der 
Blattstiele und Stengel mit geraden, gegliederten Milchsaftschläuchen. Blüten 5 
oder c^ 9. Samenanlage anatrop oder amphitrop. Nährgewebe meist 0. 
Blätter im Umriß pfeilförmig, oft vielfach geteilt, netznervig. 

§ Lasieae. Stamm oberirdisch oder unterirdisch, niemals gerade aufrecht. 
Blätter stets deuthch netznervig. Blüten $ mit Blütenhülle. — Sträucher, Stauden 
und Knoilenpflanzen, letzten- ohne Nährgewebe im Samen. — Lasia (2 ind.-malay.). 

— Urarontiam (10 trop. Amer.); D. ijigns mit einem bis 3 m lang gestielten, 
1 m breiten, tief dreiteiligen und vielfach verzweigten Blatt. 

§ Ainorphophallea«. Wie vorige; aber Blüten meist cf ?. ohne Blüten- 
hülle. Häufig Kolbenanhang mit rudimentären lilütenanlagen , welche meist 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 



2. Unterabt. Angiospermae. 
7. R. Spathiflorae. 



1. Kl. MoBOcotyledoneae. 137 



in eine nur gefurchte oder auch glatte, anatomisch aber differenzierte Schicht 
vereinigt sind. Nährgewebe 0. — Knollenpflanzen vom Habitus des DracontAum. 
— Anchomanes (4 trop. Afr.). — Amoi'phophallns (inkl. Hydrosme 74, 
nalaeotrop.), oft mit riesigen Blättern und Blütenständen; A. camimnulatus 
(Monsungeb.); A. Rivieri (== A. Tconjac: Cochinchina). — Knollen aller Arten 
.stärkereich, gekocht und geröstet genossen. 

§ Nephthytideae. Blüten rf Q 
ohne Blutenhülle. Nährgewebe 0. — 
Stauden- oder Kletterpflanzen mit 
pfeilförmigen Blättern. Blütenstand 
ohne Anhang. — Trop. Afrika. 

§ Moutrichardieae. Blüten 
(^ 9 ohne Blütenhülle. — Baum- 
artige Pflanzen mit geradem, starkem 
Sympodium und großen pfeilförmigen 
Blättern; Seitennerven II. Grades 
zwischen denen I. Grades schief ver- 
laufend und mit denen III. und IV. 
Gra<les netzförmig verbunden. — 
Montrichardia (3, trop. Amerika). 

Unterfam . PJiiloden- 
droideae, Land- und Sumpf- 
pflanzen. Leitbündel mit geraden 
Milcbsaftschläuchen. Blüten cf 9, 
nackt (Fig. 138). Nährgewebe 
meist ■\-. Blätter fast stets mit 
parallelen Seitennerven. 

§ Philodeiidreae. Strauchig 
und kletternd. Stamm + ober- 
irdisch. Staubblätter der cf Blüten 
frei. Samenanlagen gerade oder 
umgewendet an langem Funi- 
culus. Nährgewebe -\-. — Ho- 
malomena (80), Schismaioglottis 
(75) u. a.(ind.-malay.). — JPhilo- 
dendvon, (230 trop. Amer.); 
bei den meisten Arten der Fort- 
setzungssproß nur mit einem 
Niederblatt, einem Laubblatt 
und dem Blütenstand. 

§ Aunbiadeae. . Kriechend. 
Staubblätter der q' Blüten vereint, 
sonst wie vorige. — Anubias (12 




Fig. 138. A — F Philodendron exivüum. A Blütenstand 
nach Entfernung der halben Spatha; B (^ Blüte von oben; 
C dieselbe im Querschnitt; D 9 Blüte im Querschnitt; 
E dieselbe im Längsschnitt; F eine Samenanlage. G Schis- 
matoglottis rupestris, unterer Teil des Blütenstandes ; zwischen 
den (j^ und Q Blüten rudimentäre (^f^ Blüten. H Stück 
des Blütenstandes von Homalomena /•ubescens aus der Grenz- 
region, mit Staminodien; J dasselbe Stück im Querschnitt. 
— Nach Engler. 



trop. Afr.). 

§ Aglaonemateae. Stamm aufrecht, oberirdisch. Staubblätter frei. Samen- 
anlagen umgewendet, an kurzem Funiculus. Nährgewebe 0. — Aglaonema 
(41 ind.-malay.). 

§ Dieffenbachieae. Wie vorige; aber Staubblätter der cT Blüten vereint und 
9 Blüten mit Staminodien. — Die/fenbachia (27 trop. Amer.), meist sehr giftig. 

§ Zantedescliieae. Stamm unterirdisch. Staubblätter der cf Blüten 2 — 3, 
frei. Staminodien der o Blüten frei. Samen mit Nährgewebe. Samenanlagen 
umgewendet an kurzem Funiculus. — Zcf/ntedeschia (10 Südafr.); Z. aethiopica 
(fälschlich oft Calla oder Richardiu genannt), Zimmerpflanze. 



138 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. ünterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 

7. R. Spathiflorae. 

§ Typhonodoreae. Riesige im Wasser wachsende Kräuter. Staubblätter 
4 — 8 vereint. Samenanlagen 1 — 2 geradläufig. Same zuletzt ohne Nährgewebe 
mit weit entwickeltem Embryo. — Typhonodoriim (1 Madag., Mascarenen, 
Sansibar). 

§ Peltaudreae. Stamm unterirdisch. Die vereinigten Staminodien der C Blüten 
eine Hülle um den Fruchtknoten bildend. Samenanlagen geradläufig oder fast geradläufig. 
Peltandra (2 Nordaraer.). 

Unterfam. Colocasioideae. Land- oder Sumpfpflanzen. Leitbündel mit 
verzweigten, selten geraden Milchsaftschläuchen. Blüten cf 9, ohne Blütenhülle; 
die Staubblätter zu Synandrien vereint. Nährgewebe -j- oder 0. Blätter netz- 
nervig, die Seitennerven IL Grades einen zwischen den Seitennerven I. Grades 
verlaufenden Kollektivnerven bildend. Blütenstand bisweilen mit Kolbenanhang 
(s. o. bei Ämorphophalleae). 

§ Colocasieae. Synandrien frei. Nährgewebe -\-. Sympodium ober- 
irdisch, gerade, oder unterirdisch. — Steudnera (5 Ostiiid.). — Alocasia (50 
ind.-malay.); .4. macrorrhka. — Coloca.sia (6); C, antiqiioi'unif Eddoas 
Kalo oder Taro (ind.-malay.). — Calacliutn (20 trop. Amer.). — Xanthosoma 
(32 trop. Amer.); X. sagittifolium, X. violaceum (Westind.). — Alle genannten 
Arten in den Tropen als Gemüsepflanzen kultiviert; die knolligen, stärkereichen 
Stammgebilde werden gekocht genossen. 

§ Syng'onieae. Wie vorige; aber Nährgewebe und die Sympodien kletternd. — 
Syngonium (15 trop. Amer.). 

§ Ariopsideae. Synandrien untereinander vereinigt. Nährgewebe -|— Sympodium 
unterirdisch, knollig. — Ariopsis (1 Ostind.). 

Unterfam. Aroideae. Land- oder Sumpfpflanzen. Leitbündel mit geraden 
Milchsaftschläuchen. Blüten cf $, sehr selten mit Blütenhülle. Staubblätter 
frei oder vereint. Samenanlagen geradläufig oder umgewendet. Nährgewebe -{-. 

— Meist Knollengewächse mit netzner\igen Blättern. 

§ Stylochitoncae. Blüten mit Blütenhülle. Staubblätter fadenförmig. — Stylochiton 

(5 Afr.); St. hypogaeus, mit unterirdischem Blütenstand. 

§ Stanrostigmateae. Blüten selten $, meist rj" ?, mit Rudimenten des andern Ge- 
schlechtes. Fruchtknoten meist mehrfächerig, mit 2 — 1 Samenanlagen in den Fächern. — 
Knollenpflanzen mit pfeilförmigen oder dreiteiligen Blättern mit fiederspaltigen Abschnitten. 

— Meist trop. Amer. — Taccarum (3). — Staurosiignia (5). — Spfithicarpa (S); Blütenstand 
vollständig mit der Spatha vereint, längs deren Mittellinie die Blüten entspringen. 

§ Protareae. Blüten rf O» die 9 mit Staminodien. Fruchtknoten einfächerig mit 
einer Samenanlage. Kolben mit Anhang. — Frotarum (1 Seychellen). 

§ Callopsideae. Blüten (^ 9> die 9 ohne Staminodien. Fruchtknoten mit einer 
Samenanlage. Callopsis (1 trop. Afrika). 

§ Zouiicarpcae. Blüten rf 9> ohne Rudimente des andern Geschlechtes. Frucht- 
knoten aus mehreren Karpellen gebildet, einfächerig, mit mehreren umgewendeten Samen- 
anlagen im Zentrum. — Meist trop. Amer. 

§ Areae. Wie vorige; aber Fruchtknoten aus einem Karpell gebildet, ein- 
fächerig, mit geradläufigen Samenanlagen. ■ — Knüllenpflanzen oder Wasserpflanzen ; 
Blütenstand meist mit Anhang (s. o. bei Ämorphophalleae). — Arutti (20 Medi- 
terrangebiet, Mitteleuropa); A. maculatum, Aronstab, mit stärkereichen, nach dem 
Kochen genießbaren Knollen. — nrffminrulus(2), D. vulgaris {vaedii.). — Helico- 
diceros (1) miiscivorus (Korsika, Sardinien). — Sauromatum (6 trop. Afr., Hima- 
laya). — Biariim (12 medit.). — Arisarum (3); A. vulgare (medit.). — Arisacma 
(50 trop., subtrop., exkl. Südamer. u. Austral.), diöcisch. — PinelUaiZ); P. tuheri- 
fera (Japan). — Anibrosinin (1) Bassii (Sizilien, Algier). — Lagenandrn (4); 
L. toxicaria i Ceylon). ■ — Crg/ifocoi-gne (25 ind.-malay., Wasserpflanzen). — Alle 



XIII. Abt. Enibryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 139 
7. K. Spathiflorae. 8. R. Farinosae. 

aufgeführten Gattungen sehr interessant durch die mannigfache Entwicklung 
des Kolbenanhanges. 

ünterfam. JPistioideae. Schwimmende Wasserpflanzen. Leitbündel ohne 
Milchsaftschläuche, cf Blüten mit einem einzigen Quirl, mit zwei zu einem Synan- 
drium vereinigten Staubblättern. 9 Blüten einzeln, nur aus einem einfächerigen 
Fruchtknoten bestehend, mit x geradläufigen Samenanlagen. — Blühende Sprosse 
mit Niederblatt, einem Laubblatt und kleinem Blütenstand. Beisprosse in Stolonen 
auswachsend. — Pistia (1) stratiotes (verbreitet in den Tropen); fossile Arten 
im Tertiär Nordamerikas und der Kreide Südfrankreichs. 

Farn. Lemnaceae. Blüten rf 9, nackt, einhäusig. cT: ein Staubblatt. 9: 
ein Karpell mit 1 — 6 grundständigen, aufrechten, geradläufigen oder umge- 
wendeten Samenanlagen. Samen mit dicker, fleischiger äußerer und zarter 
innerer Hülle, mit dünnem Nährgewebe. — Frei schwimmende Wasserpflanzen 
mit mehr oder weniger unterbleibender Ausgliederung der Blätter. Sprosse vom 




Fig. 139. .-1 Lemna minor: Sproß mit Tochtersproß und Frucht. B — E Lemna frisulca. B steriles 
Sproßsystem ; C Teil einer blühenden Pflanze; D Blütenstand in der Spatha eingeschlossen: in der Mitte 
die 9 ) nur aus dem durchscheinenden Pistill bestehende Blüte, rechts und links je eine ^J' auf ein 
Staubblatt reduzierte Blüte; .E Keimpflänzchen: .s Samen mit Chalaza ('cfe^, o Operculum; »• Würzelchen; 
c Cotyledon; pl Plumularsproß. — B. C nach Eich 1er; A, D, E nach Hegelmaie r. 



Muttersproß am Grunde umwachsen, mit demselben Sproßverbände bildend oder 
später von demselben losgelöst (Fig. 139). — Beisprosse neben den gewöhnlichen 
Fortsetzungssprossen ; Luftsprosse, Wassersprosse und Wintersprosse. — Etwa 25. 

Ünterfam. Leninoideae. Sprosse mit Wurzeln. Blütenstand mit Spatha 
und zwei cT Blüten. Muttersprosse aus zwei seitlichen, nach rückwärts gerichteten 
Taschen je einen Tochtersproß entwickelnd. — Spirodda (2); Sp. p)olyrrlnza i calid. — 
temp.). — Lemna (10, meist subkosmopolit.) (Fig. 139), Wasserlinse, Entengrütze. 

ünterfam. Wolffloideae. Sprosse ohne Wurzeln. Blütenstand ohne Spatha 
und mit nur einer o Blüte. Muttersprosse aus einer nach rückwärts gerichteten 
Grube einen Tochtersproß entwickelnd. — Wolffia (12, teils trop., teils temp., 
manche weit verbreitet, manche lokalisiert). 

B. Reihen mit typi.sch peiitacyklisclieu Blüten. (Quirle typisch ^leichzählig, meist 
«Ireiarliodrig- (trimcr), seltener mehr- oder zweig'liedrig'. 

a. Die Blüten sind bomoiochlamydeisch bis heterochlauiydeisch, änßer.st selten 
infolge Reduktion nackt (apochlamydeisch). Hochblattartigo Ansbiidung- der Bluten- 
hülle kommt noch vor. Hypogynie und Aktinomorphie vorherrschend. 

8. Reihe FARINOSAE. (Engler 1886.) Blüten zyklisch, homoiochlam. oder 
heterochlam., drei- oder zweigliedrig, nach dem Typus T 3 -f" ^ (seltener 
K 3, C 3), A 3 + 3, Cp (3). Ein Kreis Staubblätter bisweilen ausfallend, oder 



140 XIIT. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. ünterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 

8. R. Farinosae. 

Verkümmerung der Staubblätter bis auf eins. Samenanlagen geradläufig, aber auch 
umgewendet. Samen mit mehligem (stärkeführendem) Nährgewebe. — Meist 
Kräuter, selten mit kräftigem Stamm. 

1. Unterreihe Flaf/ellariineae. Blütenhülle homoiochlamydeisch und 
brakteoid, hypogyn. Samenanlagen umgewendet. 

Fam. Flaffellariaceae. Blüten homoiochlam., dreigliedrig, $ oder (/ 9> ^- Blüten- 
hülle hochblattartig. Karpelle (3); Narben 3; Fruchtknoten dreifächerig, jedes Fach mit 
einer zentralwinkelständigen, umgewendeten Samenanlage. Früchte dreifächerig, oder mit 
3 — 1 Steinkernen. Embryo linsenförmig, dem Nährgewebe nahe am Nabel anliegend. — 
Bisweilen kletternde Pflanzen mit langen vielnervigen Blättern. Blüten klein, ao in vielfach 
zusammengesetzter endständiger Rispe. — 7 trop. Afr., As., Austral. — Flagellaria (2); F. 
indica. mit rankenden Blattspitzen, an den Küsten des trop. Afrika und Asien. 

2. Unterreihe Etinntioblastae. Blütenhülle verschieden, hypogyn. Samen- 
anlagen geradläufig. 

Fam. Restionaceae. Blüten homoiochlam., drei- bis zweigliedrig, selten $, 
meist cT 9, zweihäusig, •^. Blütenhülle hochblattartig. Staubblätter nur drei 
oder zwei, vor den inneren Blütenhüllblättern. Karpelle (3 — 1); Griffel 3 — 1, faden- 
förmig. Fruchtknoten drei- bis einfächerig, in jedem Fach mit einer geraden, von 
oben herabhängenden Samenanlage. Kapsel oder Nuß. Embryo linsenförmig 
mit abgestutztem Kotyledon, dem Nährgewebe anliegend. — Meist % Kräuter 
mit kriechendem Grundstock, zweizeilig stehenden Niederblättern am Grunde und 
abfallenden Schuppenblättern am Stengel. Blüten in den Achseln von Hoch- 
blättern, in endständigen oder zu Rispen vereinten Ährchen. Xerophyten und 
Sumpfpflanzen. — Über 250 *, temp., subtrop.; nur wenige trop. 

§ Diplanthereae. Antheren dithecisch. — 10 in Südwestaustralien. 

§ Uaplaathereae. Antheren monothecisch. — Restio (über 100 Austral., Sttdafr.). — 
Die schönen Blütenstände mancher Arten der Familie werden zur Herstellung von Trocken- 
sträußen nach Europa eingeführt. 

Fam. Ceatrolepidaceae. Blüten $ oder y O, von ein bis drei haarförmigen Hoch- 
blättern umgeben oder nackt. Staubblatter 1 — 2. Karpelle (1 — oc) (ob wirklich zu einer 
Blüte gehörig?), mit je einem fädigen Griffel und einer ger ad läufigen, hängenden Samen- 
anlage. Embryo wie bei vorigen. — Sehr kleine Kräuter mit borstenförmigen Blättern. 
Blütenstand eine zweireihige Ähre mit einzeln stehenden Blüten oder nackten, wickeligen, 
sekundären Blütent^tänden in den Achseln der Hochblätter, oder ein kleines Köpfchen, 
in welchem zahlreiche Blüten vereint stehen. — Meist Sumpfpflanzen. 30 » temp., calid. 
1 in Südostas. — Centrolepis (26); C. tenuior (Austral., in Kultur). — Hydatella (zwei im 
Wasser uuL-etaucht lebende sehr kleine Pflänzchen in Westaustraflien). 

Fam. .Mayacaceae. Blüten heterochlam., dreigliedrig, $, •0-. Staubblätter drei, vor 
den Kelchblättern. Karpelle (3); Griffel 1 mit drei kurzen Narben. Fruchtknoten einfächerig, 
mit drei waiidständigen Placenten, jede mit einigen geradläufigen Samenanlagen in zwei 
Reihen. Kapsel dreiklappig; Placenten auf der Mitte der Klappen. Embryo linsenförmig, 
an der Spitze des Samens. — Kleine Sumpfkräuter mit kurzen, linealischen Blättern. 
Blüten einzeln, auf kurzem Stiel in den Achseln der Blätter, oder doldig gehäuft; jeder 
Blütenstiel mit zwei Vorblättern am Grunde. — Mayaca (8); M. Miehauxii in Nordamer. ; 
nrehrere Arten in Südamer., 1 in Südwestafrika. 

Fam. Xyridareae. Blüten heterochlam., dreigliedrig, $. Kelch j- , mit zwei kleineren 
seitlichen l'lättern. Blumenkrone ■^, sympetal, mit Röhre. Die drei äußeren Staubblätter 
zu Staniinodien umgebildet oder 0; die drei inneren Staubblätter fertil, unten mit der 
Blumenkrone vereint. Karpelle (3); Griffel einfach oder oben dreischenkelig. Fruchtknoten 
einfächorig, mit drei wand.«tändigen oder vom Grunde aus frei aufsteigenden Placenten und 
meist X kleinen, geradlänfigen Samenanlagen. Kapsel und Samen wie bei vorigen. — 
Meist Qj. Kräuter mit langen, linealischen oder lineal-lanzettlichen Blättern. Blütenschaft 
achselständig, mit endständiger .\hre, deren dachziegelig sich deckende Hochblätter in ihren 
Achseln je eine Blüte tragen. — 50 calid., keine in Europa. — Xi/ris (über 40). 

Fam. Eriocaulaceae. Blüten sehr klein, heterochlam., zwei- bis dreigliedrig, 
cT 9, -^ oder ■[ . Blütenhülle trockenhäutig, selten die innere, noch seltener 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 

8. R. Farinosae. 



1. Kl. Monocütyledoneae. 141 



auch die äußere fehlend. Von den Staubblättern meist die äußeren fehlend. Kar- 
pelle (2—3); Griffel 2 — 3. Fruchtknoten zwei- bis dreifächerig, mit je einer gerad- 
läufigen, in das Fach herabhängenden Samenanlage. Kapsel fachspaltig. Samen 
wie bei vorigen. — Meist % Kräuter mit langen, linealischen Blättern und meist 
langen Blütenschäften, weiche ein mit einem Hüllkelch versehenes Köpfchen 
tragen. — Meist auf feuchtem, sandigem Boden oder in Sümpfen wachsend. — 
Etwa 550 calid., wenige temp. 

Unterfam. Eriocauloideae. Staubblätter vier oder sechs. Blütenhüllblätter innen 
an der Spitze mit Drüse, meist frei. — EriocaiUon (200 trop., subtrop.); E. septangulare 
in Nordamer., Schottland, Irland und auf den 
Hebriden. — Mesanthemuvi (4 trop. Afrika, 
Madagaskar). 

Unterfam. Paepalanthoideae. Staub- 
blätter zwei oder drei. Blütenhüllblätter ohne 
Drüse, häufig vereint. — Paepalanthus (230 
Südamer. und Westind., Fig. 140). — Syngon- 
anlhus (80, meist Südamer., sehr wenige trop. 
Afr. und Kapland). — Tonina (1) fluviatilis (im 
Wasser flutend, trop. Südamer., Westind.). 

3. Unterreihe Brotneliineae. Blüten- 
hülle meist heterochlamydeisch, hypo- 
gyn bis epigyn. Samenanlage umge- 
wendet. 

Fam. Thnrniaceae. (Früher anhangs- 
weise zu den Juncaceae gerechnet). Blüten 
homoiochlamydeisch, dreigliedrig, $, ■0-. Blüten- 
hülle hochblattartig. Staubblätter 6, frei, 
länger als die Tepalen. Karpelle (3). Frucht- 
knoten oberständig, dreifächerig, mit je 1 — ao 
zentralwinkelständig nahe am Grunde stehen- 
den Samenanlagen. Kapsel länglich, drei- 
kantig, mit drei fadenförmigen Narben, locu- 
licid, dreiklappig, dreisamig. Samen schmal 
spindelförmig, oben stachelspitzig, mit rings- 
um freiem, nur am Grunde mit der Samen- 
schale zusammenhängendem Nucellus. Embryo 
spindelförmig, am Grunde des mehligen Nähr- 
gewebes. — % Kräuter mit schmalen, am 
Hände glatten oder dornig -gesägten, ein- 
nervigen Blättern. Blütenschaft stumpf drei- 
kantig, am Ende mit mehreren langen Hoch- 
blättern unterhalb des schwammigen, kuge 
ligen, dicht von x Blüten besetzten Blüten- 
kopfes. Blüten in den Achseln von kleinen 
Hochblättern. — Thurnia (2 in Brit. -Guiana). 

Fam. Rapateaceac. Blüten heterochlam., dreigliedrig, 5, ^- Kelch mit häutiger 
Röhre. Fetalen meist vereint. Staubblätter 6, meist mit der Blumenkrone vereint. Kar- 
pelle (3). Griffel 1. Fruchtknoten oberständig, 3-fächerig, mit je od— 2 zentral winkel- 
ständigen oder 1 — 2 grundständigen, umgewendeten Samenanlagen. Kapsel fachspaltig. 
Embryo linsenförmig, klein, am Mikropylarende dem Nährgewebe anliegend. — % Kräuter 
mit dickem Grundstock und zweireihigen, breit linealiscbeu oder lanzettlichen Blättern. 
Blütenschaft am Ende mit zwei großen Scheidenblättern, welche ein Köpfchen von Ahrchen 
umschließen, die je aus cc dachigen Hochblättern und einer endständigen Blüte bestehen. 
Etwa 20, bis auf eine Art sämtlich trop. Amer. — Rapatea (5). — Maschalocephalus (1 trop. 
Westafr.). ^ 

Fam. Bromeliaceae. Blüten heterochlam., dreigliedrig, meist $, -^, selten 
etwas l" . Kelch krautig oder lederartig, bleibend. Blumenblätter frei oder 
vereint.' Staubblätter 3-|-3, selten vereint. Karpelle (3), Griffel 1; Frucht- 




Fijf. 140. Habitusbild von Paepalanthus fafci- 

folius, etwa dreimal verkleinert. — Nach Kör- 

nicke. 



142 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 

8. R. Farinosae. 



l. Kl. Monocotyledoneae. 



knoten oberständig bis unterständig, dreifächerig, mit je co umgewendeten Samen- 
anlagen. Beere oder Kapsel mit kleinen Samen, deren Schale und Funiculus 
oft in eine falsche Haarkrone zerfasert sind. Embryo klein, am unteren Ende 
neben dem Nabel. — Kräuter, oft epiphytisch, selten baumähnliche Pflanzen, 
mit ©, meist grundständigen, breitscheidigen, oft riemenförmigen, dornig-gezähnten 
Blättern. Blüten in Ähren oder Rispen, oft mit gefärbten, großen Hochblättern. 

— Schuppenförmige Haare der Blätter der Wasseraufnahme dienend. — Etwa 
1000, sämtlich Amer., die meisten trop. 

§ Tillandsieae. Fruchtknoten oberständig. Kapsel. Samen mit unechter, 
durch Zerfaserung der Samenschale entstandener Haarkrone. Blätter ganzrandig. 

— Tillandsia (248); T, iisneoides (Argentinien bis Carolina), von Bäumen 
als wurzelloser Epiphyt in dichten, 2 — 3 m langen Bündeln herabhängend, als 
>Louisiana-Moos« zum Polstern dienend. — Vriesea (90 Südamer.). 

§ Pnyeae. Fruchtknoten oberständig. Kapsel. Meist stammbildend mit dornig 
gezähnten Blättern. — Paya (etwa 5, Peru, Chile) ; einige Arten erreichen über :3 m Höhe 




-■/ // r 

Fig. 141. A Diagramm der Blüte von Dichorixandra Auhletiana. B Diagramm der Wickel [von 
Commelina coelestis. C Diagramm der Blüte von Tradescantia vb-ginica: v Vorblatt, in Fig. B i\ Vor- 
blatt (unterdrücktes) der Primanblüte I, Deckblatt der Blüte II, i-, Vorblatt von //, Deckblatt von IJI 
usw. Der Pfeil gibt die Symmetrieebene der Blüte an, die Ziffern an den Kelchblättern deren gene- 
tische Folge. — Nach Eich 1er. 

und werden fast baumartig, besitzen jedoch einen unverzweigten, dicken Stamm; sie liefern 
Chagualgummi. — Hechtia (15 Mexiko). — Dijckia (57 Südamer.). 

§ Pitcairnieae. Fruchtknoten oberständig oder halbunterständig. Kapsel. Blätter 
meist schlaff, lang und .schmal. — Pitcairnia (184, meist Erdbewohner). 

§ Bromelieae. Fruchtknoten unterständig. Beere. Blätter dornig-gezähnt. 
— Nidularium (15 Brasil.). — Cnjptanthus (6 Brasil.). — Atianas (5); Ä. 
sativus (Westind., Zentralam.; im trop. Afrika und Asien vielfach verwildert) 
mit synkarpischen, durchwachsenen Fruchtständen (die Ananas ist eine Sammel- 
frucht); in Gewächshäusern kultiviert; die Blattfasern der Blätter dienen zu den 
feinsten Geweben. — Billher gia (40), — Aechmea (40). 

4. Unterreihe Comitielinitieae. Blütenhülle heterochlamydeisch. Ein 
Teil der Staubblätter häufig staminodial oder ganz fehlend. 

Farn. Commelinaceae. Blüten (Fig. 141) heterochlam., dreigliederig, 5, ^ 
oder ■{■ ; Karpelle (3 — 2); Griffel 1 ; Fruchtknoten oberständig, drei- bis zweifächerig, 
mit je einigen geradläufigen Samenanlagen. Kapsel. Embryo an der Spitze des 
Samens, dem Nährgewebe anliegend. — Kräuter mit knotigem Stengel, wechsel- 
ständigen, .scheidigen Laubblättern. Blüten meist mit blauer oder violetter 
Blumenkrone, in Wickeln oder Doppelwickeln in den Achseln von Laubblättern 
(Fig. 141). — 300 calid., wenige temp. 




XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 143 

8. K. Farinosae. 9. R. Liliiflorae. 

§ Pollieae. Früchte nicht aufspringend. Staubblätter selten sechs, meist nur die 
drei inneren fruchtbar. — Palisota (etwa 15 trop. Afr.). 

§ Tradescantieae. Kapsel zwei- bis dreiklappig. Sechs (selten fünf) 
fruchtbare Staubblätter. — Cyanotis (35). — Dichorisandra (27). — Trades- 
cantia (32 Amer.); T. virginica (südl. Nordam.), als Zierpflanze häufig kult. . 

— Bhoeo (1) discolor (Zentralamer.) in Gewächshäusern kult. 

§ Commelineae. Wie vorige; aber nur 2 — 3 Staubblätter fruchtbar. — 
Cmtimelina (über 100 calid.). — Aneikma (60 trop.). — Cochliostema (1) odora- 
Hssimum (Ecuador), häufig in Gewächshäusern kult. 

5. Unterreihe Pontederiineae. Blütenhülle homoiochlamydeisch und 
korollinisch, vereintblättrig. 

Fam. Pontederiaceae. Blüten dreigliedrig, $, •!• . Blütenhülle vereint- 
blättrig, mit langer Röhre. Staubblätter 6, 3 oder 1, der Röhre der Blüten- 
hülle angewachsen. Karpelle (3); Griffel 1, Fruchtknoten oberständig, drei- 
fächerig, mit CO zweireihig stehenden Samenanlagen, oder einfäwierig mit nur 
einer Samenanlage. Kapsel oder Schließfrucht. Embryo zylindrisch, wenig 
kürzer als das Nährgewebe. — Wasserpflanzen mit sympodialem Stamm, häufig 
zweizeiligen Blättern und meist ähren- 
förmigem Blütenstand. — Etwa 24 calid. 

— Eichhovnia (5, trop. u. subtrop. 
Amer.), schwimmend. — Pontederia (2, 
trop. Am.). — Heteranthera (9 Am.). 

Fam. Cyanastraceae. Blüten dreiglie- 
derig, $, ■^. Blutenhülle vereintblättrig, mit 
sehr kurzer Röhre. Staubblätter sechs, unter 
sich vereint, mit kurzen Staubfäden. Karpelle 
(.3); Griffel 1. Fruchtknoten der Blütenachse 
eingesenkt, dreifächerig, mit zwei Samenan- 
lagen im Fach. Frucht tief dreiteilig, dünnwandig, mit nur einem Samen. Samen mit 
Perisperm. — Kräuter mit Knollen oder knolligem Rhizom und in einer Traube oder Rispe 
endendem, kurzem Blütenschaft. — Cyanastrum (4 trop. Afr.). 

6. Unterreihe P/*.«/?/f7rmeae. Blütenhülle korollinisch, die äußeren Blätter 
größer als die inneren, die beiden hinteren des äußeren Kreises vereint, 
das hintere des inneren Kreises abortiert. 

Fam. Philydraceae. Blüten homoiochlam., dreigliedrig, mit starkem Abort, $, . 
Nur ein vorderes Staubblatt. Karpelle (3); Griffeil; Fruchtknoten oberständig, dreifächerig 
mit zentral winkelständigen, oder einfächerig mit wandständigen Placenten und od kleinen, um- 
gewendeten Samenanlagen. Kapsel mit od Samen. Embryo klein, kürzer als das Nährgewebe. 

— Kräuter mit zweireihig gestellten, scheidigen, schmalen Blättern und in Ähren stehenden 
Blüten. — 4 ind. Archip., Australien. — Philydrmn (1) lanuginosum (ind.-malay. Sumpfpflanze). 

9. Reihe LILIIFLORAE. Wie vorige Reihe; aber die Samen meist mit 
fleischigem oder knorpeligem (ölführendem) Nährgewebe ; die Samenanlagen meist 
umgewendet. Blüten meist dreigliedrig; nur selten kommen auch zwei-, vier- oder 
mehrgliedrige Blüten vor. 

1. Unterreihe rTiincineae. Blütenhülle homoiochlamydeisch und brak- 
teoid. Nährgewebe der Samen mehlig, Stärke speichernd. 

Fam. Juncaceae. Blüten homoiochlam., dreigliedrig, meist $, <^. Blüten- 
hülle hochblattartig. Der innere Kreis von Staubblättern bisweilen nicht ent- 
wickelt; Pollentetraden. Karpelle (3); Griffel 1 mit drei fadenförmigen Narben. 
Fruchtknoten oberständig, ein- oder dreifächerig, mit je einer oder oc Samen- 
anlagen. Kapsel fachspaltig. Embryo gerade, in der Achse des stärkereichen 
Nährgewebes. — Meist % Kräuter, selten mit oberirdischem Stamm versehene 
Pflanzen, mit schmalen Blättern und mannigfach zusammengesetzten, meist reich- 



Fig. 142. Luzula. A Diagramm, B Blüte, 
C Gynaecum im Längsschnitt. 



144 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. TJnterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 

9. R. Liliiflorae. 

blutigen Blütenständen. — Etwa 290, meist hygrophil, temp. — frigid. — Prio- 
nium (1) serrahirn, Palmiettschilf , mit ansehnlichem Stamm (Südafr.). — Jiinens 
(190), Binse. — Luzula (38) (Fig. 142). 

2. Unterreihe LUiineae. Blütenhülle homoiochlann., selten hrakteoid, 
meist korollinisch, sehr selten heteroch lamydeisch. Nährgewebe der Samen 
ohne Stärke. Der innere Kreis von Staubblättern ist vorhanden. 

Farn. Steinonaceae. Blüten homoiochlam., zweigliedrig, 5, ^- Blütenhülle hochblatt- 
artig. Karpelle (2). Fruchtknoten einfächerig, mit am Grunde oder am Scheitel stehenden, 
umgewendeten Samenanlagen. Kapsel zweiklappig; Samen länglich, am Nabelstrang behaart. 
— 2|, Kräuter mit Grundstock, aufrechtem oder windendem und oft kletterndem Stengel, 
gestielten, lanzettlichen oder herzförmigen Blättern und in den Achseln der Stengel blätter 
stehenden Blütenständen. — Stemona (:= Roxburghia) (4 — 5 Monsungeb.). — Crooniia (2 südl. 
Nordam., Japan). — Stichoneuron (1 Ostind.). 

Fam. Liliaceae. Blüten meist homoiochlam., selten heterochlam., meist $, 
•^, sehr selten •{• . Blütenhülle hochblattartig oder korollinisch, getrenntblättri.^' 
oder vereintblättrig. Abort von einzelnen Staubblättern selten. Griffel getrennt 
oder vereint. Fruchtknoten meist oberständig, selten halbunterständig oder unter- 
ständig (Ophiopogonoideae, Äletroidcae), meist 3-(2 — 4 — 5-)fächerig, mit zentral - 
winkelständigen Samenanlagen, selten einfächerig mit wandständigen Samen- 
anlagen. Früchte mannnigfach. — Etwa 2600 von verschiedenartiger Tracht, 
calid. — frigid. 

Unterfam. MeltintJiioideae. Rhizom oder Zwiebelknolle mit end- 
ständigem Blütenstand. Antheren extrors und Kapsel septicid oder Antheren intrors 
und Kapsel septicid oder Antheren extrors und Kapsel loculicid, nur selten An- 
theren intrors und Kapsel loculicid. Frucht niemals eine Beere. 

a) Rhizom, seltener Zwiebel. Samen länglich, flach und geflügelt oder 
kantig. 

>? Tofieldieae. Staubblätter sechs, selten neun; Antheren intrors. Griffel 
getrennt oder 0. Rhizom. Blätter ungestielt, zweireihig. — To/ieldia (14 *); 
T. calycAÜata weit verbr. — Nartheciuwi{b *); N. ossifragmii auf Hochmooren. 

§ Helouioae. Staubblätter sechs; Antheren bisweilen fast kugelig, mit getrennten 
Fächern, extrors. Griffel getrennt. Rhizom. Blätter gestielt, allseitig abstehend. — Hclonlax 
(1) hullata (atlant. Nordamerika). 

§ Veratreae. Staubblätter sechs; Antheren fast kugelig, extrors, mit sehr 
genäherten Fächern, zuletzt schildförmig. Dickes Rhizom oder Zwiebel. Stengel 
meist beblättert. — Amianlhium (1) muscitoxicivm (atlant. Nordam.); Samen sehr 
giftig. — Sahadilla (5 Am.); »S. officinalis (Mexiko bis Venezuela) liefert 
den sehr giftigen off. Semen Sahadilla e. — Zygademis (1 Sibir. bis Nord- 
araer.). — Toxicoscordion (8 Nordamer.). — Verntrum (9 *); T. alfmni 
und seine Varietäten (Europa, Nordasien) liefern das off. Rhizoma Veratri. 

b) lihizoni. Samen fast kugelig, oder kreisförmig und flach. 

§ llTnlarioae. Antheren extrors. Stengelblätter ziemlich groß, sitzend. Blüten 
endstäadig oder axillär. — Gloriosa (3 trop. Afr., As.). — Uvular ia (4 atl. Nordamer.). 

c) Zwiebelknolle oder kurzes Rhizom. Samen fast kugelig. 

§ An^nillarioao. Stengel beblättert. Antheren extrors. — Medit., Afr., Austral. 

§ (^(»Ichiceae. Blätter grundständig. Schaft verkürzt, unterirdisch, mit einem 
bis drei Blättern. Antheren intrors. Kapsel scheidewandspaltig. — Colrhirinti 
(30 Eur()))a und Mediterrangebiet); C, ffvtiitnnale, Zeitlose, Herbstzeitlose, 
liefert den sehr giftigen off. Semen Colchici. — Bulbocodmm (2, Pyren., Alp., 
Südosteuropa); B. vernum bes. in Pyren. und Westalp., neuerdings auch oberhalb 
des Ossiacher Sees in Kärnthen aufgefunden. — Merendera (10 medit.). 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiosperniae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 145 

9. R. Liliiflorae. 

Unterfam. MetTerioideae. Knolle einen windenden Stengel treibend. Blätter in 

Büscheln. Kleinblütige Trauben am Grunde der Büschel oder am Ende der Zweige in 

Rispen. Blütenhüllblätter getrennt. Kapsel scheidewandspaltig. — Herreria (3 südöstl. 
Brasil.). 

Unterfam. Asphodeloideae, Rhizom mit grundständigen Blättern, oder 
Stamm mit Schopf, oder beblätterter oder verzweigter Stengel, seltener Knolle 
oder Zwiebel. Blutenstand meist terminal. Antheren intrors, bisweilen am Scheitel 
sich öffnend. Kapsel fachspaltig, sehr selten Beere oder Nüßchen. 

§ Asphodeleae. Blütenstand racemös oder rispig. Blütenhüllblätter ge- 
trennt oder vereint. 

* Asphodelinae . Rhizom. Blütenhülle trichterförmig oder glockig. Spitze 
• der Staubfäden einem Grübchen der Anthere eingesenkt. — Asphodeliis (7 

mediterr.); A. albus und A. fisiulosus stellenweise bestandbildend. — Asphode- 
line (14 mediterr.). — Paradisea (1 alpin). — Eremurus (18 Vorderas., Zentralas.). 

* Anthericinae. Wie vorige; aber Blütenhülle radförmig. — ßulbine (23 
Afr.). — Antherictt/in (70, meist Afr., wenige Eur.). — Chlorophytum (70 
trop.); Gh. comosum (Südafr.), oft kultivierte Ampelpflanze. 

* Eriosperminae . Zwiebel oder Knolle. Stengel am CTrunde mit einigen frühzeitig 
absterbenden Blättern oder zur Blütezeit ohne solche. Blütenschaft einfach oder verzweigt, 
mit langen Blütenstielen. Antheren am Grunde angeheftet, ohne Grübchen. — Eriospermwv 
(30 Afr.). — Bowiea (1) volubilis (Kapland). 

* Dianellinae. Rhizom. Blätter zweireihig. Rispen. Staubfäden verdickt oder 
wollig. — DianeUa (11 Ostasien, Polynes., Australien). 

§ Hemerocallideae; Blätter der Blütenhülle unterwärts in eine Röhre ver- 
eint. Staubblätter gewöhnlich nach unten gebogen, häufig unterwärts mit der 
Röhre vereint. — llosta (5 Japan, China); Zierpflanzen; häufig Nucellarembryonen. 
— Hemerocallis (5 temp. Eur., As.). — Phormiutn (2); JP/i. tenaoCf neu- 
8eeländischerFlachs(Neuseeland), in den Tropen wegen seiner festen Fasern kult. 

§ Aloeae. Blätter der Blütenhülle zum größten Teil untereinander ver- 
eint, bisweilen etwas zygomorph. Staubblätter gar nicht oder nur am Grunde 
mit der Blütenhülle vereint. 

■■••■ Knip/iofiinoe. Blütenstand endständig, dichtährig. — Knipho/ia (67 
trop. und subtrop. Afr., Madagaskar). 

* Aloinae. Blütenstand axillär, meist lockerblütig, traubig oder rispig. Nicht 
''■ selten oberirdischer, verzweigter Stamm mit sekundärem Dickenwachstum. — 

Aloe (über 170 in Steppen und Gebirgen Afrikas); A. Pet'rtji auf Sokotra, 
A. succoti'itiu, A. africana, A. ferox und A. plicatüis im Kapland, A. vera. 
in Makaronesien, im Mittelmeergebiet und in den Tropen kultiviert, und andere 
Arten liefern die off. Aloe. — (ras^er/a (43 Südafr.). — Haivorfhia {60 Südafr.). 

§ Aphyllaiitheao. Blüten einzeln in 1—2 endständigen Köpfchen, von 1 — 2 freien 
■ und 5 miteinander vereinten Hochblättern iimschlossen. Fächer des Fruchtknotens mit 
einer seitlichen Samenanlage. — Aphyllanthes (1) monspcliensis (westl. mediterr.). 

§ Johnsonieao. Blüten zu mehreren in endständigen Köpfchen oder Dolden, zum 
Teil von den Hochblättern bedeckt. Fächer des Fruchtknotens mit zwei bis mehr Samen 
anlagen. — 21 nur in Australien. 

§ Dasypogoncae. Blüten klein, zu mehreren in endständigem Kopf. Fruchtknoten 
mit 3, manchmal auch nur mit 2 — 1 aufrechten Samenanlagen. Frucht kugelig, ein- 
samige Nuß. Stamm mit Schopf von gezähnelten Blättern. — Dasi/pogoti (2 .Südwest- 
australion). 

§ Lomandreao. Biütenköptchen in Rispen, Ähren oder Köpfen; bisweilen 
die Köpfchen auf eine von Hochblättern umschlossene Blüte reduziert (Xanthor- 

Engler, SyUabus. 10 



146 XIII. Abt. Embryophyta siphonogania. 2. TJnterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 

9. R. Liliiflorae. 

rhoea) und scheinbar eine einfache Ähre bildend. Fächer des Fruchtknotens mit 
00 — 1 Samenanlagen. Frucht eine fachspaltige Kapsel. — Meist in Austral., 

1 auch in Neu-Caledonien. — Lomandra (29). — Xanthorrhoea (11 Austral.); 
X. hastile liefert das gelbe Akaroidharz, Botany-Bay-Gummi, X. 
austräte das rote Akaroidharz (Harz im Parenchym entstehend). 

§ Calectasieae. Blüten ziemlich groß, mit starren Blütenhüllblättern, einzeln oder 
in einem Köpfchen. Antheren aufrecht, am Grunde angeheftet. Fruchtknoten dreifächerig 
mit je drei Samenanlagen, oder einfächerig mit drei aufrechten Samenanlagen. — 8 VVest- 
australien. — Kinyia (1) australis, eine sehr auffallende, baumartige Pflanze. — Caleciasia (1). 

Unterfam. Allioideae. Zwiebel oder kurzes Rhizom. Schraubeldolde, 
von zwei breiten, bisweilen vereinigten Hüllblättern umschlossen, seltener von 
zwei schmalen Hochblättern gestützt oder auf einzelne Blüten reduziert. 

§ Agapantheae. Rhizom. Blütenhülle vereintblättrig. — Agapanthus 
(3); A. umbellatus (Südafr.), Zierpflanze. 

§ Allieae. Zwiebel oder am Grunde verdickter Stengel. Blütenhülle getrennt 
oder vereintblättrig, ^; Staubblätter 6 oder nur 3 fertil. — Gagea (35 temp. 
Eur., As.). — Allium (270 nördl. temp.); A, sativutn (Songarei); var. vulgare, 
Knoblauch, und var. ophioscorodon, Perlzwiebel; A. ampeloprasum (mediterr.), 
Porree; A. scfioenoprasunif Schnittlauch (jl); A. ascalonicutn, Scha- 
lotte (Kleinasien); A, cepa, Speisezwiebel, Bolle; A. fistulosum, Winter- 
zwiebel (Sibirien); A. ursinum (Eur., As.); A. victorialis (Gebirge Eur., As.), 
Volksheilmittel. — Brodiaea (36 Amerika). 

§ Gilliesieae. Zwiebel. Staubblätter einseitswendig, meist nur teilweise 
fruchtbar. — Oüliesia u. a. — 8 in den Anden von Peru und Chile. 

Unterfam, Ldlioideae. Zwiebel. Blütenstand endständig, traubig. .JBlüten- 
hülle getrennt- oder vereintblättrig. Antheren stets intrors. Kapsel loculiqid (nur 
bei Calochortus septicid). i 

§ Tulipeae. Schuppige oder mit häutigen Niederblättern versehene Zwiebel; 
Stengel einige Laubblätter, selten nur eines tragend. Blüten nur wenige in den 
Achseln von Laubblättern oder einzeln endständig. — LiJiiitii (die Embryo- 
sackmutterzelle wird direkt zum Embryosack) (45 nördl. temp.); L. t'andidntn 
(Südeuropa bis Persien); L. hulbiferum (Mitteleuropa) u. a. mit Bulbillen; 
L. martagon (gem. Eur, u, As,), — FrUillaria (50 nördl. temp.), F. im- 
perialis, Kaiserkrone (Persien). — Frythroniutn (7 nördl. temp.). — Lloydia 
(12, meist alpin). — Tullpa (50 Eur., Asien); T. praecox, T. oculus solis 
(Südeuropa) und T. Gesnerlana, T. suaveolens (Vorderasien) hauptsächlich die 
Stammpflanzen der Gartentulpen. — Calochortus (32 westl. Nordamer.). 

§ Scilleae. Mit häutigen Niederblättern versehene Zwiebel. Stengel ohne 
Laubblätter. Blüten in den Achseln von Hochblättern. — Albuca (30 Afr.). — 
Urf/ifien (24 Afr. und mediterr.); U. inaritinifif Meerzwiebel (mediterr.) liefert 
den off. Bulbus Scillae, — Scilla (80 Eur., Afr,, Asien), — Eucomis (5 Südafr.), 

— Ornithof/altiin (70 Eur., Afr., Vorderasien). — Hyaeinthus (30 
mediterr., Afr.); H. oricnfalis (mediterr.) Stammpflanze der Gartenhyazinthen. — 
Mvs4-ari (40 mediterr.); M. comosum mit sterilen Blüten am Ende der Traube. 

— Velthehnia (3 Südafr.); V. viridifiora kult. — Lachenalia (über 30 Südafr.); 
L. tricolor u. a. in Gewächshäusern kult. — Massonia, sehr eigenartig, mit 

2 breiten dem Boden anliegenden Blättern und sitzendem Blütenkopf (etwa 20 
in Südafrika). 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 147 

9.JR. Liliiflorae. 

Unterfam. Dracaenoideae. Stamm häufig mit Dickenwachstum durch 
ein peripher angelegtes Folgemeristem, aufrecht, bisweilen kurz, mit beblättertem 
Schopf, oder Rhizom mit grundständigen Blättern (Astelia), niemals Zwiebel. 
Blätter nie fleischig, aber bisweilen lederartig. Blätter der Blütenhülle getrennt 
oder am Grunde vereint. Antheren intrors. Beere oder Kapsel. 

§ Yucceae. Blütenhüllblätter frei. Antheren pfeilförmig. Samen oo, 
in jedem Fach der Frucht zweireihig, schwarz. — Yucca (27 südl. Nordaraer. 
und Zentralamer.); Y. filatnentosa, niedrig; F. aloifolia, mit hohem Stamm und 
Dicken Wachstum. 

§ Nolineae. Blütenhüllblätter frei. Antheren herzförmig. Samen wenige, 
kugelig, blaß. — Nolina (10 Zentralamer., Texas, Kaliforn.). — Dasylirion 
(50 Texas, Mexiko). 

§ Dracaeneae. Blütenhüllblätter am Grunde vereint. — Tropen der 
alten Welt und ^r. — Cordyline (10). — Dracaena (40); D. draco, Drachen- 
baum (Teneriffa) und D. cinnabari (Sokotra) liefern aus ihrer Rinde rotes Harz, 
»Drachenblut«. — Ästelia (9^). — Snnsevieria (12 trop. Afr. und Ind.); 
S. ^eylanica, S. guineensis, S. cylindrica u. a. A., wichtige Faser- 
pflanzen. 

Unterfam. Aspc^agoideae. Rhizom unterirdisch, in oberirdischen 
blühenden Zweigen endigend und sich unter der Erde weiter verzweigend, oder 
unten fortwachsend und seitliche Blütenzweige entwickelnd. Beere. 

a) Blüten homoiochlam. 

§ Asparageae. Rhizomzweige in oberirdischen, beblätterten Stengeln endi- 
gend. Stengelblätter klein, schuppenförmig, in ihren Achseln schmale oder breite, 
blattartige Zweige (Phyllokladien) tragend. — Asparagus (100 meist in den 
regenarmen Gebieten der alten Welt); A. offlcinalis, Spargel (nördl. temp. 
Eur., As.); manche Arten als Zierpflanzen in Gewächshäusern kultiviert. — 
Danae (1) racemosa in Vorderas. — Semele (1) androgijna auf den Kanaren. 
— Ruscus (3 mediterr.); JB. aculeatus, R. hypophyllum, und JR. hypo- 
glossum. 

§ Polygonateae. Wie vorige, aber die Stengelblätter groß, laubig. — 
Sniilacina (20 temp. As., Amer.). — Majanthetnum (1) hifolium (nördl. 
temp.). — Strei>toi>us (4 nördl. temp.). — I*olygonatum (23 nördl. temp.). 

§ Convallarieae. Rhizom fortwachsend. Blütenzweige seitenständig. 

* Convallariinae. Griffel säulenförmig mit kleiner Narbe. — Cottvcdlaria 
(1). majalis (*), Maiglöckchen, beliebte Gartenpflanze, aber sehr giftig, liefert 
Herba Convallariae. 

• * Aspidistrinae. Griffel in + breiten Narbenlappen endigend. — Rhodea 
(1 Japan). — Aspidistt'a (3 Himalaya bis Japan); A. elatior (Südjapan), 
häufig kult. Zimmerpflanze, mit 4-zähligen Blüten. 

b) Blüten beterochlam. 

§ Parideae. — Medeola (1 Nordam.) virginiana — Paris (8 temp. Eur., 
As.); P. (jaadr'ifolia, Einbeere, giftig, meist mit 4-, seltener mit 5-zähligen 
Blüten. — Trillium (15 extratrop. As., Amer.). 

Unterfam. Opftiopogonoidcae, Kurzes, bisweilen Ausläufer entwickelndes 
Rhizom mit schmalen oder lanzettlichen Grundblättern. . Blütenhüllblätter frei 
oder vereint. Fruchtknoten unterständig oder halbunterständig. Perikarp der 

10* 



148 XITI. Abt. Emhryopliyta siphonogaiua. 2. Unterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 

9. R. Liliiflorae. 

Frucht zerfließend oder aufbrechend, mit 1 — 3 Samen mit fleischiger Samen- 
schale. — Liriope (1) graminifolia (Ostasien), — Ophiopogon (4 Ostasien). 

Unterfam. Aletroiileae. Kurzes Rhizom mit schmalen oder lanzettlichen Grund- 
blättern. BlütenhüllbliUter vereint. Antheren halbintrors. Fruchtknoten halbunterständig. 
Frucht trocken, fach^paltig, mit od Samen. — Aletris (8 Ostas., Nordamer.); A. farinosa (Nord- 
amer.), Rhizom daselbst gebräuchlich. 

Unterfam. Luztiriatjoideae. Sträucher oder Halbsträucher mit auf- 
rechten oder kletternden Zweigen. Blütenzweige am Grunde mit einigen 
schuppigen Hochblättern. Blüten homoiochlam. oder heterochlam. Beere mit 
kugeligen Samen. — 9 ausschließlich -jT. — Oeitonoplesium (2 AustraL). — 
Luzuriaga (3 Neuseeland, Chile). — Philesia (1) huxifolia (südl. Chile). — 
Lapageria (1) rosea (südl. Chile). 

Unterfam. Smilacoideae. Sträucher und Halbsträucher mit kletternden 
Zweigen und 3 — 5-nervigen, netzadrigen Blättern mit rankigen Auszweigungen. 
Blüten klein, in achselständigen Dolden oder Trauben oder endständigen Rispen. 
Fächer des Fruchtknotens mit 1 — 2 geradläufigen oder halbumgewendeten Samen- 
anlagen. — Smilaoc, (200 trop., subtrop., mediterr., temp. As., Amer.); S. aspera 
(mediterr.); S. china (Ostas.) liefert Tubera Chinae; von einer oder mehreren 
Smilax-Arten, vielleicht von S. ortiata (= S. officinalis, Süd-Mexiko), stammt 
die aus Zentralamerika in den Handel kommende off. Radix Sarsaparillae. 

Farn. Uaemodoraceae. Wie vorige Fam.; aber nur drei Staubblätter vor den inneren 
Abschnitten der Blütenhülle. Blütenhülle -^j oder transversal • ] ■ oder später durch Drehung 
fast median j- . Fruchtknoten unterständig oder oberständig, dreifächerig, in jedem Fach 
mit einigen halbumgewendeten Samenanlagen. Narbe kopfförmig. — 2|, Kräuter mit zwei- 
zeiligen Blättern und einfachem oder zusammengesetztem Blütenstand. — 38 meist ^, y\enige 
im trop. Amer. und weiter nordwärts. — Hacmodorum (17 Austr.). 

Fam. Amaryllidaceae. Im wesentlichen wie die Liliaceae: Staubblätter 
selten teilweise staminodial, sehr selten mehr als sechs; Antheren meist intrors. 
Bei mehreren die Staubblätter mit Stipularbildungen, welche sich zu einer Neben- 
krone vereinen. Fruchtknoten unterständig, nur selten halboberständig, mit meist 
zentral winkelständigen, anatropen Samenanlagen in zwei Reihen. Fachspaltige 
Kapsel oder Beere, meist mit wenigen Samen. — Tracht verschieden. — Etwa 950. 

Unterfam. Aniaryllidoideae. Antheren intrors. Zwiebel. Schaft blatt- 
los, mit einem von Involukralblättern umhüllten doldenartigen Blütenstand oder 
einer Einzelblüte. ji 

§ Auiaryllideae. Blüten ohne Nebenkrone. 

* Haemanthinae. Fächer des Fruchtknotens mit wenigen Samenanlagen. 

— Meist in Afr., einige in Brasil. — Haemanthus (60 Afr., meist Kapland). 

— CUvia (3); Gl. nohilis (Kapland), viel kult. 

'■■'■ Galanthinae. Fächer des Fruchtknotens mit oo Samenanlagen. Blüten- 
hülle ohne Röhre, -^. — Galanthus (5 mediterr.); O. nivalis (mediterr. und 
Deutschland), Schneeglöckchen. — Leucojuni (9 mediterr., davon 2 auch in 
Mitteleuropa); L. vrninm, Märzbecher. 

* Amaryllidinac. Wie vorige; aber Blüten •]• , in reichen Scheindolden. 
- Nerine (9 Südafr.). — Aniaryllis (1) belladonna (Kapland). — Vallota (1) 

Ymrpurea (Kapland). — Brunsivigia (9 Kapland). — Zierpflanzen. 

* ZcphyranUänae. Blütenhülle mit Röhre. Staubblätter der Röhre angewachsen 
Blüten einzeln. — Zcphyranthes (:J0 trop. und subtrop. Amer.). — Siern^er^ ja (12 meist östl. 
mediterr.). 

* Crininae. Wie vorige; aber Blüten in reichen Scheindolden. — Crinuni(ßO trop., 
subtrop.). — Cyrtanthus (15 Südafr.). 



XIII. Abt. Embryophyta sipbonogama. 



2. Unterabt. Angiospermae. 
9. R. Liliiflorae. 



1. Kl. Monocotyledoneae. 149 



* Ixioliriinae. Mit beblättertem Stengel. — Ixiolirion (2 Vorderas.). 

§ Narcisseae. Blüten mit Nebenkrone, diese bisweilen auf einzelne Schuppen 
oder einen Ring reduziert. 

* Eucharidinae. Fächer des Fruchtknotens mit wenigen Samenanlagen. Blätter 
breit, meist herzförmig oder elliptisch. — Hymenoraliis (30 trop. Amer.). — Eucharis 
(6 Kolumbien, Peru); E. grandiflora und E. Candida, Zierpflanzen. 

* Narcissinae. Fächer des Fruchtknotens mit oo Samenanlagen. Neben- 
krone becherförmig, die Staubblätter innerhalb derselben der Blütenhüllen-Röhre 
eingefügt. — Nfircissus (B5 meist mediterr.). 

* Pancratiinae. Wie vorige; aber die Staubblätter aus dem Eande der becherförmigen 
Nebenkrone entspringend. — Pancratium (12 mediterr.). — Hippeastruni (.50 subtrop., 
trop. Amer.), beliebte Zimmerpflanzen, fälschlich als „Amaryllis" bezeichnet. 

* Eustephiinae. Nebenkrone einen unscheinbaren Ring darstellend. Röhre der 
Blütenhülle meist kurz. — 13 Südamer. — Eustephia (1 Peru). 

Unterfam. Agavoideae. An- 

theren intrors. Stamm mit sekundärem 
Dickenwachstum wie bei den Dracae- 
noideae, mit dichter Rosette von flei- 
schigen, großen Blättern. Blütenstand 
traubig oder rispig. — Meist Amer., 
3 Austral. — Pollfmthes (3); P. tu- 
berosa (Zentralamerika), als »Tuberose« 
oder »Tubarose« beliebte, stark duftende 
Zierpflanze. — Agave (50, Mexiko, 
nördl. Südamerika); A. atnericana 
(in allen trop. und subtrop. Gebieten 
akklimatisiert), liefert Pitafaser und 
das Getränk Pulque, A. rigida den 
Sisalhanf. — Foiircroya (1 5 Zentral- 
amerika); F. gigantea (Mexiko), mit 
Adventivknospen im Blutenstand, liefert 
den Mauritiushanf. 

Unterfam. Hypoxidoideae. Antheren intrors. Rhizom. Stengel mit gewöhnlichen 
Laubblättern. 

§ Alstroemerieae. Blätter meist um 180° gedreht, mit der Oberseite nach unten. 
Scheindolde, meist mit Involukralblättern. — 100 trop. u. subtrop. Amer. — Alstroemeria (50). 
— Borna rea (50). 

§ Hypoxideae. Blätter linealisch. Stiel des Blutenstandes ohne Blätter. Ähre oder 
Traube. — Curculigo (12 ind.-malay.). — Hypoxis (über 100 trop., subtrop.). 

§ Couaiithereae. Blätter linealisch. Stengel beblättert, mit lockerer Traube oder 
Einzelblüten. Antheren an der Spitze sich öffnend. — Conanihera (4 Chile). — Cyandla 
(5 Kapland). 

§ Conostjiideao. Blätter linealisch. Stengel beblättert, dicht filzig. Rispe oder 
Scheinköpfchen. — 52 meist Westaustral. — Änigosanihus (8 Westaustral.). 

Unterfam. Campyneniatoideae. Antheren extrors. — Campynema (2 Tasmanien). 

Fam. Telloziacoae. Blüten homoiochlam., dreigliedrig, 5, -0-. Blütenhülle mit 
Röhre, korollinisch. Sechs einzelne Staubblätter oder sechs Bändel von Staubblättern. 
Fruchtknoten nnterständig, dreifächerig, die Placenten in Gestalt von Lamellen hervor- 
tretend, nach außen schildförmig verdickt oder verbreitert, mit oo Samenanlagen in regel- 
loser Anonlnung. Samen zusammengedrückt. — 2|, Kräuter oder "f^ mit linealischen 
Blättern und endständigen, einblütigen Schäften ohne Vorblätter. — Vellozia (40 Braa.), 
Charakterpfianzen der Campos. — Barbacenia (30 trop.). 




Fig. 142. Dioscorea hatatas. A Zweig einer (J 
Pflanze. B einzelne cf Blüte von oben. C Frucht- 
stand. B Samen. — Nach Le Maont und De- 
caisne. 



150 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt, Ängiospermae. 1. KI. Monocotyledoneae. 

9. R. Liliiflorae. 

Farn. Taccaceae. Blüten homoiochlam., dreigliedrig, $, ^. Blüterihüll- 
blätter zusammenneigend, groß, halbkorollinisch. Staubblätter + konkav bis 
kapuzenformig, mit introrsen Antheren. Fruchtknoten unterständig, einfächerig, 
mit wandständigen, + vorspringenden Placenten und co umgewendeten Samen- 
anlagen. Griffel kurz, mit sechs korollinischen Lappen. Kapsel oder Beere. — 
% Kräuter mit stärkereichen Knollen und großen, ganzen oder (wie bei 
Amorphophallus und Dracontium) vielfach cymös geteilten Blättern. Blüten 
auf blattlosen Stengeln in Scheindolden, mit eigentümlichen fadenförmigen, die 
Blüten weit überragenden Hochblättern. — Taren (17 trop.); T. pinnatlfida 
(paläotrop.) u. a. kult., liefern in den Knollen Mehl (eine Sorte von Arrowroot). 

Fam. DiosCOreaceae. Blüten homoiochlam., dreigliedrig, 2 oder häufig 
cf 9, ^- Blütenhüllblätter hochblattartig, meist zu einer kurzen Röhre vereint. 
Von den sechs Staubblättern bisweilen die drei inneren staminodial. Frucht- 
knoten unterständig, drei- oder einfächerig, mit zentralwinkelständigen oder 
wandständigen Placenten, meist mit je zwei umgewendeten Samenanlagen über- 
einander. Griffel 3, bisweilen zweiteilig. Kapsel oder Beere. — Kletternde oder 
schlingende Kräuter mit meist knolligen, stärkereichen Rhizomen (Dickenwachs- 
tum), wechselständigen oder gegenständigen, nicht selten 
pfeilförmigen Blättern und in Trauben stehenden Blüten. 

— 220 meist trop. 

§ Stenomerideae. Blüten $. Samenanlagen in jedem 
Fach 2 — CD. — 5 ind.-malay. 

§ Dioscoreeae. Blüten cf 2- Samenanlagen in 
jedem Fach zwei. — Borderea (1) pyrenaica (Hoch- 
pyrenäen). — Dioscorea (Fig. 142) (200 meist calid.); 
I), villosa (atl. Nordamer.); D, sativa (Ostas.); 1>. 
batatas (China, Japan); namentlich letztere wichtige, 
stärkehaltige Kulturpflanze der wärmeren Länder liefert 
Yamswurzel, Igname, Brotwurzel; D. (Testudinaria) 
elephcmtipes, »Hottentottenbrot«, »Schildkrötenpflanze« 
(Südafr.), mit riesigem knolligem Grundstock und all- 
mählich in polygonale Platten sich spaltendem Periderm. 

— Tamus (2); T. communis, beerenfrüchtig (mediterr. 
und auch subalpin). 

;^. Unterreihe Iridiueae. Wie die vorige Unterreihe; aber der zweite 
(innere) Staubblattkreis abortiert. 

Fam. iridaceae. Blüten (Fig. 143) homoiochlamydeisch oder hetero- 
chlamydeisch, dreigliedrig, $, -^ oder -|- . Staubblätter immer nur drei des 
äußeren Kreises, mit extrorsen Antheren. Griffel 3, häufig geteilt und biatt- 
artig erweitert (Fig. 144). Fruchtknoten unterständig, dreifächerig, selten ein- 
fächerig, mit oo umgewendeten Saofienanlagen. Kapsel fachspaltig, mit rund- 
lichen oder kantigen Samen. — 91- Kräuter oder Halbsträucher mit meist reitenden 
Blättern und endständigen Blütenständen. — Etwa 1050, besonders in Südafr., 
Amer. und im Mittelmeergebiet. 

Unterfam. Crorohlear. Blüten einzeln, oder mehrere axilläre um eine 
terminale Endblüte. Niedrig, oft mit unterirdischem Blütenstiel. — 120 mediterr. 
und Südafr. — Croctis (65 meist mediterr.); C, sativus (Herbstblüher) ; die 
Narben liefern den off. Crocus, Safran, der auch zum Würzen und Färben 
von Speisen usw. sehr viel gebraucht wird. — Momulea (50 mediterr. bis Südafr.). 




Fig. 143. Iris. Diagramm. 

/■ Vorblatt. — Nach War- 

ming. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 



2. Unterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 
9. R. Liliiflorae. 



151 



Unterfam. Iridoideae, Blüten meist ^, zwei bis mehrere von einem 
Tragblatt umschlossen, zu zusammengesetzten Blutenständen geordnet. Stengel 
deutlich entwickelt. Blätter reitend. 

§ Moraeeae. Röhre der Blütenhülle kurz oder 0. Kapsel von dem Trag- 
blatt nicht umhüllt. Narben auf der Unterseite der verbreiterten Griffeläste. 
— Ii'is (180 A, in wärmeren Gebieten); I. pseudacorus und /. sibirica durch 
fast ganz Europa und das nördl. Asien verbreitet; I. florentina, I. (jer- 
manica und I, pallida (mediterr.) lief, das off. Rhizoma Iridis, Veilchen- 
wurzel. — Moraea (60 Afr.). — Marica (9 trop. Amer. u. Afr.*), mehrere Arten 
kult. (Fig. 144 A). 

§ Tigridieae. Wie vorige; aber Narben an der Spitze der oft geteilten, 

flachen Griffeläste. — Meist Amer. — Tigridia (8); T. pavonia, Tigerlilie 

(Zentralamer.), Zierpflanze; Zwiebel Fiebermittel. 

§ Sisyrinchieae. Wie vorige; aber Griffeläste meist stielrundlich. — Libertia 
(8 * ex kl. Südafr.); L. formosa (Chile). — Sisyrinchium (60 Amer.). 

§ Aristeeae. Köhre der Blütenhülle entwickelt. Kapsel stets von dem Tragblatt 
umhüllt. — Äristea (30 Afr.). 




Fig. 144. Griffelbildung einiger Iridaceae. A Marica caerulea. B Iris sibirica. C Moraea ramosa. 
D und E Tigridia lutea. — Nach Flora brasiliensis. 



Unterfam. locioideae. Wie die vorige Unterfam.; aber stets nur eine 
Blüte von einem Tragblatt umschlossen. Blüten häufig •[• . 

§ Ixieae. Äste des Griffels ungeteilt. Blüten -^ oder wenig • i • . — 90 Südafr. — 
Schizostylis (2); Seh. coccinea, Zierpflanze. — Ixia (25 Südafr.). 

§ Oladioleae. Wie vorige, aber Blüten stark •!• , oft gekrümmt. — 280 

Afr., mediterr., einige Mitteleuropa. — Tritonia (30 Südafr.); T. aurea (Natal). 

— Sparaxis (6 Südafr.); <S^. tricolor. — Gladiolns (150 meist Afr.); G. car- 

dinalis und G. psittacinus nebst vielen Hybriden Zierpflanzen; G. cotnmunis 

und G. palustris noch in Mitteleuropa. 

§ Watsonieae. Äste des Griffels zweiteilig. — 50 Afr. — Lapeyrousia (22). — Wat- 
sonia (17). — Freesia (2 Kap.), als Schnittblumen kult. 

b) Die Blüten sind homoiochlamydeisch bis heterochlamydeiscb, im ersteren 
Falle jedoch ist die Blütonhälle Jtoroiiiaisch. Epigynie durchweg', Zjgoniorphie Tor- 
herrschend. 



152 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 

10. R. Scitaniineae. 



10. Reihe SCITAMINEAE (Arilfatae), Blüten zyklisch, homoiochlam. 
oder heterochlam.,- dreigliedrig, typisch diplostemon, häufig mit bedeutender 
Reduktion des Androeeeums bis auf ein Staubblatt, selten ^, meist -l« . Frucht- 
knoten unterständig, meist dreifächerig, mit großen Samenanlagen. Samen meist 
mit Arillus und mit doppeltem Nährgewebe (= Perisperm -\- Endosperm). — Trop. 

Fam. Musaceae. Blüten homoiochlam. oder heterochlam., $ oder cf 9i 
•|- . Blütenhülle koroUinisch, häufig vereintblättrig. Staubblätter meist nur fünf 
fertil, das sechste meist staminodial. Griffel 3 — .6-lappig. Fruchtknoten drei- 
fächerig, mit l-- — 00 Samenanlagen in jedem Fach. Beere oder Kapsel. Samen 
häufig mit Arillus. Nährgewebe (= Perisperm -\- Endosperm) mehlig. Embryo 
gerade. — Große »Krautbäume« mit weichem Scheinstamm und riesigen, ovalen 
oder länglichen, fiedernervigen Blättern. Blütenstand häufig zusammengesetzt, mit 
großen, oft korollinischen Hochblättern. — Etwa 70, calid. 

Unterfam. Miisoideae. Blätter spiralig. 
Blüten meist diklinisch, reihenweise in den 
Achseln breiter Hochblätter, homoiochlam. 
Fünf Blütenhüllblätter vereint, das sechste 
hintere frei. Beere. Samen ohne Arillus. — 
JZ'Usn (42 trop. As., Austral., Afr.), Banane, 
Plantain, Pisang; 31. sapientftni und 
M. paradtsiaca (trop. As.) wegen der mehl- 
reichen (Mehlbanane, gekocht oder geröstet ge- 
nossen) oder zuckerreichen (Fruchtbanane, als 
Obst gegessen) Früchte überall in den Tropen 
kult. ; M. teiM'tilis (Philippinen) lief, aus den 
Fasern der Blattscheiden den sehr geschätzten 
Manilahanf; M, eiiscte (Abyssinien) als 
ornamentale Einzelpflanze viel kultiviert. 

Unterfam. StrelitHoidear. Blätter zwei- 
reihig. Blüten 5 , heterochlamydeisch,in Wickeln 
in der Achsel einer konkaven Braktee. Kelch- 
blätter frei. 




Fig. 145. Kaempferia ovalifolia. Dia- 
gramm der Blüte, b Tragblatt, v Vor- 
blatt, k Kelch, 2^ Krcinblätter, sst seitliche 
Staminodien (»Flügel«), lab Labellum. 
Zwei Staminodien sftid zahnförniig, bis- 
weilen kronbJattartig. Das Labellum ist 
gewöhnlich das größte Blatt der Blüte 
und häufig zweilappig. — Nach Eich) er. 



§ Strelitzieae. Fächer des Fruchtknotens mit mehreren Samenanlagen. 
Loculicide Kapsel. Samen mit Arillus. — linvenala (2)^ R. madagascariensis 
(Madagaskar und Reunion), >Baum der Reisenden«; R. guianensis (Guiana, 
Brasil.;. — Strelitzia (4 Südafr.); St augusta (Natal), riesige Pflanze; St. reginae 
(Kapland), niedriger, beide mit ornithophilen Blüten. 

§ HeliconieiU'. Fächer des Fruchtknotens mit I Samenanlage. Kapsel in drei 
Kokken zerfallend. Samen ohne Arillus. — Hdironia (30 trop. Amer.), Zierpflanzen. 

Unterfam. Lowioideae. Blätter zweireihig. Blüten in Rispen, welche dem Rhizom 
entspringen. Kelch rührig. — Lowia (1 Malakka). — Orchidaniha ('1 malay ). 

Fam. Zingiberaceae. Blüten (Fig. 145) meist heterochlamydeisch, $, selten 
r/ 9, \ • K 3, C 3, unten eine Röhre bildend. Nur ein Staubblatt des inneren 
Kreises fertil; ihm gegenüber das korollinische, von zwei vereinten inneren 
Staminodien gebildete Labellum; bisweilen auch noch zwei dem äußeren Kreis 
angehörige seitliche Staminodien. Griffel sehr dünn, in einer Rinne des frucht- 
baren Staubblattes liegend. Fruchtknoten unterständig, dreifächerig, selten ein- 
fächerig, mit 00 Samenanlagen. Meist Kapsel mit drei Klappen. Samen meist 
mit Arillus. Nährgewebe mehlig. Embryo gerade. — 2|, Kräuter mit knolligen 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 1. KI. Monocotyledoneae. 

10. R. Scitamineae. 



153 



Rhizomen. Blätter mit Scheide, Stiel und lanzettförmiger Spreite. Blütenstand 
einfach oder zusammengesetzt. — Ölzellen. — Stärkekörner groß, scheibenförmig, 
mit exzentrischem Kern. -- 800 vorzugsweise trop. Afr., Asien. 

Unterfam, Zinijihet'oideae. Blätter zweireihig. Seitenstaminodien ver- 
schieden oder fehlend. Nektardrüsen vorhanden und polymorph. ' Pflanzen 
aromatisch. 

§ Hedychieae. Fruchtknoten unterständig, dreifächerig. Seitenstaminodien 
petaloid, von der Beschaffenheit des Labellums. — Curciima (42 trop. Afr., 
As., Austr.); C. longa, Gelbwurzel, Gurgemei (trop. As., kult.) liefert das 
farbstoffreiche Rhizoma Curcumae (Verwendung zu Curry und Curcuma- 
Papier); C. zedofU'icif Zitwerwurzel (trop. As., kult.) liefert das off. Rhizoma 
Zedoariae; C. angusiifolia und C. leiicorrhiza (in Ostindien kult.) lief. Ost- 
indisches Arrowroot. — Hedychium (38), Zier- 
pflanzen. — Kaenipferia (55); K. galanga 
(Ostind.), Rhizom in der Heimat Gewürz. 

§ ftlobboae. Fruchtknoten einfächerig mit drei wand- 
ständigen PJacenten. Seitenstaminodien vorhanden. — Globba 
(74 Monsungebiet). 

i§ ZiDgibereae. Fruchtknoten unterständig, drei- 
fächerig. Seitenstaminodien klein oder 0. — Alpinia 
(137, paläotrop.); A. officio ai'uni (südl. China, 
gegenüber der Insel Hainan) liefert das off. Rhizoma 
Galangae (minoris); A. galanga (Sundainseln) lief, 
das nicht off. Rhizoma Galangae majoris. — 
Zingiher (55 Maskarenen, trop. As.); Z officinale, 
Ingwer (trop. As., in den Tropen überall kult.) lief, 
das off. Rhizoma Zingiberis; Z, xevumfihet (Ost- 
indien); G. ca.?5i«ni/?irtr (Ostind.), gelber Zitwer. — 
Afrainomtnn (40 trop. Afr.); A, melegtieta 
(Pfefferküste, Sierra Leone bis Kongo), Melegueta, 
lief, das Gewürz Semen Paradisi, Paradieskörner. 
— AftiOntiti)t (87 Monsungebiet) ; A. carclamotntini 
liefert Siam-Cardamomen (Cardamonium race- 
mosum. — Elettaria {2)\ JE", cardamomiun 
(we;5tl. Vorderind.) lief, die off. Malabar-Carda- 
momen, Fructus Cardamomi, E. major die 

Unterfara. C'ostoideae. Blätter spiralig. Seitenstaminodien meist ganz fehlend. 
Nektardrüaen fehlend. Oberirdische Teile der Pflanzen nicht aromatisch. — Castus (96 trop.), 
Zierpflanzen. . 

Fam. Cannaceae. Blüten heterochlam., $, unsymmetrisch. Kelchblätter 3. 
Blumenblätter 3, unten vereint. Staubblätter 1 — 5, unten mit der Kronenröhre 
vereint, aber nur das eine innere zur Hälfte fertil, zur Hälfte petaloid, die 
übrigen petaloide Starainodien. Griffel dick, blattartig, mit schrägen Narben 
am oberen Ende. Fruchtknoten unterständig, dreifächerig, mit je zwei Reihen 
umgewendeter Samenanlagen. — Ölzellen. — Stärkekörner groß, mit exzen- 
trischem Kern, flach. — % Kräuter mit großen fiedernervigen I^lättern und 
ährenförmigen oder aus Wickeln zusammengesetzten Blutenständen von ansehn- 
lichen Blüten. — 51 trop. Am. — Canna (51), Blumenrohr (Fig. 146); 
C indica u. a. beliebte Zierpflanzen; C. edulis u. a. wegen des stärkehaltigen 
Rhizoms kult., aus dem eine Sorte von Arrowroot gewonnen wird. 




Fig. 146. Blüte von Canna. 
^Fruchtknoten, pa Kelchblätter, 
pi Blumenblätter, st kronblatt- 
artiger Teil des fertilen Staub- 
blattes, an Anthere, g Griffel. 
— Nach Eichler. 

Ceylon- Cardamomen. 



154 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 

11. 11. Microspermae. 

Farn. Marantaceae. Blüten heterochlamydeisch, $, unsymmetrisch. Staub- 
blätter 4 — 5; aber nur das eine innere zur Hälfte fertil, zur Hälfte petaloid, 
die beiden übrigen inneren und 1 — 2 äußeren ebenfalls petaloid, das eine innere 
kapuzenförmig. Fruchtknoten unterständig, dreifächerig oder durch Hemmung 
zweier Fächer nur einfächerig, jedes Fach mit nur einer Samenanlage. Griffel 
stark gekrümmt, mit schief hervorgezogener, oft gelappter Spitze. Samen mit 
Arillus. Embryo gekrümmt. — % Kräuter mit zweizeiligen, fiedernervigen, 
meist ungleichseitigen Blättern; am Ende des Stieles mit einer Anschwellung. 
— Etwa 280 trop., vorzugsweise Amer. und Afr. 

§ Phrjnieae. Fruchtknoten dreifächerig. — Trachyphrynium (5 trop. Afr.). — Phrij- 
niuin (19 trop. As., malay.). — Calathea (103 trop. Amer.). 




Fig. 147. A Blüte von Orehis maculata von vorn gesehen: a Staubbeutel, b Beutelchen, 7i Narben, 
X Staminodien (Säulenröhrchen), sp Sporn der Lippe, spe Sporneingang, s»i, sl. sl die Kelchblätter, pl, 
pl, pm Kronblätter, /• Rostellum (Schnäbelchen). ^ B — E 0. mascula: B Säule, von der Seite 
gesehen; C ein Pollinarium mit den Massulae (p) der Pollenkörner, der Caudicula (c) und der Kleb- 
masse {d)\ D die Caudiculae und das Beutelchen (r) von vorn gesehen; die Klebmassen liegen inner- 
halb des letzteren, dessen Rand herabgedrückt ist; E ein Pollinarium vergr.: mehrere Massulae sind 
abgenommen. F Ophrys aranifera: Rostellum und Grund der Staubbeutelfächer, rechts mit durch- 
scheinender Klebmasse. — Ä und F nach Pfitzer, B und E nach Nees, C und D nach Darwin. 

§ Maranteae. Fruchtknoten einfächerig mit einer Samenanlage. — Jlfa- 
ranta (24 trop. Amer.); M. arundinacea (Westind.) lief, aus d^n knolligen 
Rhizom Amylum Marantae, Westindisches Arrowroot. — Thalia (7 trop. 
u. temp. Am.); Th. dealhata (südl. Nordam.). 

11. Reihe MICROSPERMAE. Blüten zyklisch, homoiochlam. oder hetero- 
chlam., dreigliedrig, typisch diplostemon, aber häufig mit bedeutender Reduktion 
im Androeceum. Fruchtknoten unterständig, dreifächerig oder einfächerig, mit 
CO kleinen Samenanlagen an den Placenten. Nährgewebe -\- oder 0. 

1. Unterreihe Burmanniineae. Blüten meist strahlig. Samen mit 
N ä h r g e w e h e. 

Fam. Burmanniaceae. Blütenhülle meist vereintblättrig, seltener oberhalb 
des Fruchtknotens mit ganz freien Abschnitten, die drei inneren meist kleiner 
als die äußeren oder ganz schwindend. Staubblätter 6 oder nur die drei des 
inneren Kreises; häufig mit stark verbreitertem Konnektiv. Fruchtknoten unter- 
ständig, mit drei wandständigen oder zentralwinkelständigen Placenten. Samen- 
anlagen mit zwei Integumcnten. Kapsel mit oo kleinen Samen mit Nährgewebe. 
— Wenig verzweigte Kräuter, die % mit Rhizom oder Knöllchen, entweder grün 



Xlll. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiosperraae. 

11. R. Microapermae. 



1. Kl. Monocotyledoneae. 155 



Samen ohne Nähr- 




mit schmalen Blättern, oder chlorophyllfreie Saprophyten mit schuppigen Nieder- 
blättern. Blüten oft ansehnlich, einzeln oder in Doppelwickeln. — Etwa 60 in 
trop. Urwäldern und Savannen, wenige Nordamer. 

§ Thismieae. Staubblätter 6 mit verbreitertem Konnektiv. Blütenhülle ■^. — 
Thismia (12 trop. Amer., As., Afr., 1 Nordam., bei Chikago!). 

§ Eubormannieae. Staubblätter 3 mit aufrechten Antheren. Blütenhülle ^. — 
Burmannia (20 trop.). — Gymnosiphon (12 trop.). 

§ Corsieae. Staubblätter 6. Blütenhülle ■]■ . — Corsia (8 Neu -Guinea). — Neuer- 
dings wird diese Gruppe als eine besondere Familie angesehen. 

2. Unterreihe Gynandreae, Blüten stets zygomorph 
gewebe. 

Fam. Orchidaceae. Blüten (Fig. 147 — 149) homoio- 
chlam. oder heterochlam., typisch dreigliederig, fast immer 
$, j- , meist resupiniert. Von den Staubblättern sind 
migist nur das unpaare des äußeren Kreises oder aber 
die beiden seitlichen des inneren Kreises, sehr selten alle 
drei fruchtbar, zuweilen das unpaare des äußeren Kreises, 
bisweilen die beiden seitlichen des inneren Kreises stami- 
nodial; sehr selten sind die anderen auch noch entwickelt 
(Fig. 148 u. 149). Karpelle (3), der hohlen Blütenachse 
eingesenkt, diese über die Insertion der Blütenhülle hin- 
aus zu der die Staubblätter tragenden Säule (Gynostemium) 
verlängert. Pollen in Tetraden (Massulae — Pollinien — 
Pollinarien). Narben 3, meist auf der Innenfläche der 
Säule, der unpaare Narbenlappen meist rudimentär oder 
zu dem Rostellum entwickelt. Fruchtknoten unterständig, 
sehr häufig gedreht, meist einfächerig, mit drei ge- 
spaltenen wandständigen Placenten und oo Samenanlagen. 
Kapsel mit oo sehr kleinen Samen ohne Nährgewebe. 
Embryo ungegliedert oder wenig gegliedert. — % Kräuter 
von sehr verschiedener Tracht, etwa 15000 calid., temp. 

Die Samen der epiphytischen Arten entwickeln sich meist 
nur mit Erfolg weiter auf Substrat, welches die die Wurzeln 
dieser Arten bewohnende Mycorrhiza enthält. 

Unlerfara. Pleonandrae (Diandrae). Die beiden 
paarigen, selten alle Staubblätter des inneren Kreises 
fertil, das unpaare des äußeren Kreises staminodial oder 
auch fertil (Fig. 148). Die drei Narben ziemlich gleich 
gestaltet und alle empfängnisfähig. 

. § Apostasieae. Blütenhülle fast ^. Säule gerade, 
mit endständigen, zur Blütenachse nahezu rechtwinkelig 
ausgebreiteten Narbenflächen. — 14 meist ind.-malay. — 

Neuiviedia (6 trop. As., Austral.), mit drei fruchtbaren Staubblättern. — 
Apostasia (8 trop. As., Austral.), mit zwei fruchtbaren Staubblättern. — Die 
Gruppe wird neuerdings als eigene Familie angesehen. 

§ Cypripedileae. Blütenhülle j- . Säule nach dem schubförmigen Labellum 
hin übergebogen, die Narbenlappen der Blütenachse fast parallel. — Selenipedilum 
(3 trop. Amer.). — Cypripedihim (28 *); nur C. calceolus in Mitteleuropa, 
Die Embryosackmutterzelle liefert nur 2 Tochterzellen, von denen die eine zum 
Embryosack wird; in ihr entstehen 4 Tochterkerne, von denen 3 den Sexual- 



Fig. 148. Cypripedüum. Dia- 
gramm der Blüte vor der Eesu- 
pination. l Lippe, a Stamino- 
dium. — Nach Warming. 




Fig. 149. Orchis. Diagramm 
der Blüte vor der Resupi- 
nation. l Lippe, a Stamino- 
dien. — Nach Warming. 



156 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 

11. R. Microsperniae. 

apparat bilden. — Phragmo'pedilum (11 trop. Am.). — Paphiopedilum (50 trop. 
Asien u. malay.) mit dreifächerigem Fruchtlinoten. 

Unterfara. Jfonandroe, Die beiden seitlichen oder alle Staubblätter des 
inneren Kreises fehlend oder staminodial, selten fruchtbar, das unpaare des äußeren 
Kreises regelmäßig fertil (Fig. 149). Nur die seitlichen Narbenlappen emptangnis- 
fähig, der unpaare Narbenlappen rudimentär oder zum Rostellura umgebildet. 

a. Basitnnae. Pollinien nach der Basis hin Anhängsel (Caudiculae) ent- 
wickelnd, welche mit den Kleb massen des Rostellums in Verbindung 
treten. Antheren niemals abfallend. 

§ Ophrydeae. Einzige Gruppe. — Erdorchideen mit Wurzelknollen, an 

deren Spitze eine Knosjpe sitzt. 

* Serapiadinae. Säule kurz. Labellum am Grunde derselben. Antheren 
aufrecht. Spiegelnarben. Klebmassen in dem zum Rostellum gehörigen Beutel- 
chen eingeschlossen. — Ophrys (30, meist mediterr.). — Orchis (80 medi- 
terr., temp. Eur., As., wenige Amer.); O. tnoriOf O. niasctila, O. fnili- 
taris und Arten anderer Ophrydeae-Qi2Li\.\xx\gen mit ungeteilten Knollen liefern 
die off. schleim- und stärkereichen TuberaSalep; O. latifolia und O. niaeu- 
lata mit geteilten Knollen. — Serapias (5 mediterr.). — Aceras (1 mediterr.). 
— HimnntOf/lossutn (6 mediterr., Mitteleur.). — Anacamptis (1 Eur., Nordafr.). 

'■''■ Gymnadeniinae. Wie vorige, aber die Klebmassen von den Fortsätzen 
der Antheren umschlossen oder nackt. — Herminium (12 temp. Eur., Asien). — 
Coeloglossmn (1) viride (temp. Eur., As.). — Gf/nirtadenia (11 inkl. Nigri- 
tella: Eur., As., einige alpin). — JPlatanthera (70 *., meist Nordam.). 

* Habenariinae. Wie vorige; aber die Narben als besondere, oft lange Fortsätze 
hervortretend. — Habtnaria (etwa 700 calid.). 

* Satyr iinae. Labellum am Grunde der Sänle eingefügt; die A.ntheren mit letzterer 
einen Winke! bildend. — Satijrium (70 Afr., Madag., Mascar.). — Disa (l:iO Afr.). 

b. Äcrotonae. Pollinien ohne Anhängsel oder solche nach der Spitze 
hin entwickelnd. Staubfäden meist dünn und zart, die Antheren 
leicht aljfallend. 

ex) Acranihae. Blütenstände an der Spitze der ein Sympodium bilden- 
den Sprosse terminal. 

I. Convolutae. Blätter in der Knospenlage zusammengerollt; die 
IMattfläche und Blattecheide nicht voneinander abgegliedert, 
Pollen meist weich, körnig, die Antheren an ihrem Platze 
welkend. 

§ Neottieae. 

* Thelymilrinat, Diuridinae, Pterostylidinae, Caladeniinae (alle in Australien, Neu- 
seeland, Neu-Caledonien). — Chloraeinae (Südamer.). — Pogoniinac (calid.). 

•■•= Vanillinac. Labellum von den übrigen Blütenhüllblättern verschie,den, 
aber ohne H3'pochil, die Säule umhüllend, Antheren das Rostellura überragend, 
übergeneigt big aufrecht. — Galeola(\0); G. aUissinia{Jaysi, Borneo) aus dem Rhizom 
bis 40 m lange, kletternde, blaßrötliche Stämme treibend, saprophytisch. — 
Vnnilfa (60 trop.); V. plfmifolia (= V. aromatica) (östl. Mexiko, viel in 
den Tropen kult.) liefert die Vanille des Handels, off. als Fructus Vanillae; 
V. pomjiona (trop. Amerika) liefert die in der Parfümerie gebrauchten und zur 
Fälschung der Vanille verwendeten »Vanillons«; V. Röscheri (Ostafr.), blattlos. 

* Cephalantherinae. Labellum mit deutlichem, oft gesporntem Hypochil. 
Antheren aufrecht. — Cephdlnnthi'i'a (10 * ). — J'J/ti/fartis (10 * ). — 
lylniOffofittH. (1) ahortivum (n)editerr., Saprophyt). — Mpijtoyoii (4) aphyllv.s 
(temp. Eur., As.), Saprophyt mit wurzellosem Rhizom. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. IJnterabt. Angiospermae. 

11. R. MiciTospermae. 



1. Kl. Monocotyledoneae. 157 



* Spiranthinae. Antheren so lang wie das Rostellum und demselben 
dicht anliegend. Blätter weich, netzadrig. Pollinien nicht in viele bestimmte 
Massen abgeteilt. — Spirdiithes (250). — I/istera (10 ^). — Neottia (6); 
N. nidus avis, Saprophyt mit Wurzeln, welche Mycorrhiza enthalten. 

* Pliysurinae. Wie vorige; aber Pollinien in viele bestimmte Massen ab- 
geteilt. — Meist calid. — Änoectochüus (8 ind.-malay.). — Goodyera (50 *). 

II. Ärticulatae. Blätter in der Knospenlage znsammengerollt; aber 
die Blattfläche von der Blattscheide mit scharfem Riß sich 
trennend. "Pollinien meist wachsartig, die Antheren bei Ent- 
fernung derselben abfallend. 
§ Coelogyneae. Ein einziges Stammglied knollig verdickt. Säule fußlos. Vier 
wachsartige Pollinien. — Codogyne (105 ind.-malay.). — Dendrochüum (110 trop. As., malay.). 
— Pleione (16 trop. u. subtrop. As.). — Pholidota (31 ind.-malay.). 




Fig. 150. A-^B Phajus cupreus. A Längsschnitt durch die Säulenspitze: h Höhlung unter der Anthere, 
/■ Filament, p Pollinien, cd Caudiculae, r Rostellum, n Narbenfläche, rd Säulenflügel, w Yerlängernng 
des Androcliuiums, nc Vorderfläche der Säule; B Pollinarium. C — E Cochlioda sanguinea. D Längs- 
schnitt durch die Säalenspitze : a Aushöhlung, in der die Anthere liegt, co Konnektivfortsatz derselben. 
sp der sich vom Rostellum durch Desorganisierung der mit z bezeichneten Gewebe ablösende Stipes, 
q Klebmasse; C Pollinarium, eben abgelöst, von vorn; E nach tJberbeugung der Pollinien, von der Seite 

gesehen. — Nach Pfitzer. 

III. Dupllcatae. Blätter in der Knospenlage gefaltet. 

1. Äußerer Kreis der Blütenhülle dem inneren höchstens 
gleich entwickelt, ■ in der Regel der letztere, namentlich 
das Labellum, am meisten in die Augen fallend. 

§ Liparideae. Blätter meist ungegliedert. Vier wachsartige Pollinien 
ohne Anhang. — Malaxis (1) paludosa (jl). — Microstylis (130 temp. — trop.). 
— - lAparis (200 temp. — trop.). — Calypso (1) horealis (_* frigid.). — Coval- 
iiorrhiza (12); C. innata {'), laubblattloser Saprophyt mit wurzellosem, korallen- 
artigem Rhizom. 

§ Polystachyeae. Blätter meist gegliedert. Säule mit deutlichem Fuß. Zwei oder 
vier wachsartige Pollinien mit sehr kurzem Stipes sich der Klebmasse anhaftend. — Gah- 
andra (15 trop. Amer.). — Polystachya (120, meist Afrika, einige trop. As. und Amer.). — 
Änsellia (4); A. africana und andere im trop. Afr. 

§ Laelieae. Blätter meist gegliedert. Blüten meist groß. 4 — 8 Pollinien 
mit Caudicula. — Trop. Amer. — lilpicletulruni (etwa 800). — Cattleya (40). 
— Laelia (30). — Brassavola (120). 

§ Sobralioae. Blätter stets gegliedert, vielrippig. Pollinien weich, körnig, ohne 
Anhang. — Amer. — Sobralia (50). 

2. Äußerer Kreis der Blütenhülle stärker entwickelt als der 
innere, den letzteren oft ganz verbergend. 



158 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 1. Kl. Monocotyledoneae. 

11. R. Mierosperinae. 

§ Plearothallideae. — Amer. calid. — Masdevallia (150). — Stelis (150). — Pleuro- 
thallü (600). 

,3) Pleuranthae. Blütenstände auf besonderen Seiteneprossen. 

I. Convolutae. Blätter in der Knospenlage zusammengerollt. 

§ Phajeae. Stamm schlank oder gleichmäßig angeschwollen. Vier oder 
acht wachsartige Pollinien mit Caudicula, ohne Stipes (Fig. 150 A — B). — Phajus 
(20 paläotrop.). — Calanthe (120 trop.). — Bletia (20 trop. A^rer.). 

§ Cjrtopodieae. Wie vorige; aber zwei oder vier Pollinien ohne Caudicula, mit kurzem 
Stipes. — Lissochüus (60 Afr.). — Cyrtopodium (3 Amer.). — Eulophia (200 Afr., trop. As.). 

§ Cataseteae. Wie vorige ; aber zwei oder vier wachsartige Pollinien ohnf 
Caudicula, mit schmalem, oft sehr langem Stipes. — Trop. Amer. — Catosettr/n 
(30 trop. Amer.) mit dimorphen Blüten (</ Myanthus, 9 Monachanthus) (Fig. 151). 
Oft Reizempfindlichkeit der Fühlpapillen an den sogenannten Antennen (An- 
hangsgebilden der Griffelsäule, wodurch Abschleudern der Stipes mit den 
Pollinarien bewirkt wird). 

§ Lycasteae. Ein einziges Stammglied zur Luftknolle 
entwickelt. Pollinien mit deutlichem Stipes. Blutenstand 
unterhalb des neuen Laubsprosses entspringend. Lippe häutig. 
— Trop. Amer. — Anguloa (3). — Lycaste (30). 

§ Gongoreae. Wie vorige; aber Lippe fleischig, 
meist mit deutlichem Hypochil. — Trop. Amer. — 
Stanhoj)€a (50). 

§ Zjg'opetaleae. Blutenstand oberhalb des neuen Laub- 
sprosses. Lippe häutig. — Trop. Amer. — Zygopeialum (20). 
IL Duplicatae. Blätter in der Knospenlage 
zusammengefaltet. 

1. SympocUales. Laubtriebe mit begrenz- 
tem Spitzenwachstum. Sympodium. 

§ Dendrobieae. Blütenstände gegen die Spitze 
der schlanken Stämme oder auf der Luftknolle ent- 
springend. Lippe ohne Hypochil. Pollinien anhangs- 
los oder mit kurzer Caudicula, — Calid. der alten 
Welt. — Dendrohimn (über 900, trop. As., Ostas., 
Austral.). — Eria (230 trop. As.). 

§ Bolbophylleae. Blütenstände unter der einzigen Luft- 
knolle des Sprosses entspringend. Lippe ohne Hypochil. 
Pollinien meist anhangslos. — Calid. — Bolbophyllum (800 trop. 
As., Afr.). 
ij Cymbidieac. Blütensproß höher entspringend als der Laubsproß gleicher Ordnung. 
Blätter riemenartig. Pollinien mit quergestreckter Caudicula und breitem Stipes. — 
Calid. — Cymhidium (30 trop. As.). 

§ Naxillarieae. Blütensproß tiefer entspringend als der Laubsproß gleicher 
Ordnung. Lippe mit Längsschwielen, wie bei vorigen dem Säulenfuß beweglich 
angegliedert. Pollinien mit deutlichem Stipes. — Amerika calid. — Mttocillatua 

(200). 

§ Oncidieae. Blütensproß höher entspringend als der Laubsproß gleicher 
Ordnung. Lippe ohne Hypochil, häufig mit dem Säulenfuß fest verbunden 
(Fig. 1506'— .E^). — Amer. calid. — Triehopilia (18). — Odontofjlosttnin (150). 
— Onridium (400). 

2. Monopodiales. Laubtriebe mit unbegrenztem Wachstum. Mono- 
podium. 




Fig. 151. Catasettun barba- 
lum. A Myanthtis(cf), B Mon- 
achanthus (9)- — Nach 
Bot. Begister. 



Xin. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. KI. Dicotyledoneae. 
1. U.-Kl. Archichlamydeae. 1. R. Verticillatae. 



159 



§ Sarcantheae. Laubblätter gegliedert. Blütenstand meist vielblütig. 
Lippe meist gegliedert oder gespornt. — Calid., wenige Amer. — Renanthera 
(12 ind.-malay.). — Phalaenopsis (35 ind.-malay.). — Sarcanthus (50 ind.- 
malay.). — Saccolabium (50 ind.-malay.). — Vanda (20 ind.-malay.). — An- 
f/recmn (130 Afr.); A. sesquipedale (Madagaskar) mit bis 50 cm langem 
Sporn des Labellums; A. aphyllum u. a. ohne Laubblätter. — Polyrrhixa (4); 
I*. fiinalis f Janoaika), ohne Laubblätter, nur mit den Luftwurzeln assimilierend. 
— Mystacidium (10 trop. und südl. Afr.). — Aerides (30 trop. As.). 

2. Klasse DICOTYLEDONEAE. Embryo mit zwei, nur ausnahmsweise 
mit mehr Kotyledonen oder infolge von Abort mit nur einem einzigen. Stamm 
von offenen Leitbündeln durchzogen. Blätter meist fiedernervig. Blüten meist 
mit fünf fünfgliedrigen Quirlen, aber häufig auch mit ganz anderen Zahlen- und 
Stellungsverhältnissen. 




\JF mim. 



Fig. 152. Casuarina. A zwei Wirtel des ^ Blütenstandes, der obere von außen, der untere im Längs- 
schnitt; im unteren sitzen noch auf dem Staubblatt die beiden Vorblätter wie eine Kappe auf. B Diagramm 
einer cf Blüte, C einer 9 Blüte. D O Blüte: f Fruchtknoten, n Narben, d Vorblätter, t Tragblatt. 
E 9 Blütenstand mit dem Büschel von Narben. F Fruchtstand. G Längsschnitt durch den Frucht- 
knoten mit einer Samenanlage: g Gefäßbündel, m Mikropyle, n Nncellus, k Region, der Embryosäcke, 
p Poilenschlauch. H Scheitel des Nucellus (n): ks sterile Embryosäcke, kf fertiler Embryosack, 
p Pollenschlauch. — Nach Engler, Treub u. anderen. 



1 . Unterklasse Archich laniydeae (Choripeialae und Apetalae). Blütenhülle 
auf niederer Stufe; Blüten entweder achlamydeisch oder haplochlamydeisch oder 
diplochlamydeisch, choripetal, aber bei einzelnen Verwandten gelegentlich auch 
sympetal oder apopetal. — Über die Stufen der Blütenhüllbildung vergl. S. 118. 

Ä. Samenanlagen mit vielen (20 und mehr) Embryosäcken (Makrosporen); einige 
derselben wachsen als lange, weite Schläuche nach dem Chalazaende der Samen- 
anla&ren und lockern daselbst das Gewebe; sie bleiben steril, und nnr in einem ent- 
wickelt sich eine Eizelle mit Synergiden. Der Poilenschlauch wächst in der »'andung 
des (iynaeceums nach dem aufgelockerten Gewebe des Chalazaendes und wächst von 
da aus aufwärts, bis er sich mit seinem Ende einem Embryosack anlegt. Das Weitere 
ist noch unbekannt. 

1. Reihe VERTICILLATAE. (Engler 1886.) Blüten (Fig. 152) cT 9, monö- 
cisch. cf Blüten mit zwei median stehenden hochblattartigen Blütenhüllblättern 
und einem zentralen Staubblatte. 9 Blüten ohne Blütenhülle. Karpelle (2), 
median, mit zwei fadenförmigen Narben. Fruchtknoten mit sterilem hinterem 
und fertilem vorderem Fach; 2 — 4 aufsteigende geradläufige Samenanlagen. 
Schließfrucht, an der Spitze häutig geflügelt, von den verholzenden, klappen- 



160 



XIII. Abt. Erabryopbyta sipbonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 
1. R. Verticillatae. 2. R. Piperales. 



2. Kl. Dicotyledoneae. 



artigen Vorblättern eingeschlossen. Nährgewebe zuletzt 0. — "b von schachtel- 
halmartigem Habitus, cf Blüten in kätzchenartigen Ähren am Ende der ruten- 
förmigen Zweige. 9 Blüten in kurzen Köpfchen am Ende kleiner 
Seitenzweige. Zweige mit Längsfurchen, in welchen die Spalt- 
öffnungen eingesenkt liegen. 

Farn. Casuarinaceae. — Einzige Gattung Casiiarina 
(25, meist in Austral., einige ind.-malay.); C. equisetifolia an 
den tropisclien Küsten der alten Welt verbr., lief. Eisenholz; 
andere Arten lief. Gerbrinde. 

B. Samenanlagen in der Regel nur mit einem Embryosack 
(Makrospore); in diesem als Geschlechtsapparat eine Eizelle mit 
zwei Synergiden. 

a. Reihen, welche nur Pflanzen mit nackten Blüten oder mit 




haplochlamydeischer. 
fassen. 



hochblattartiger Blutenhülle om- 



Fig. 153. Piperni- 
grum. Stück eines 
Blütenstandes mit 
drei 5 Blüten (V^). 
— Nach Baillon. 




Fig. 154. Piper ni- 
gnitn. Diagramm. 
Blüte,Tragblattund 
zwei vorblattartige 
Känder der Kolbcn- 

grube. — 
Nach Wa r m i n g. 




Fig. 155. Piper nlr/rum. 
Frijrbt imLängss(!hn.('/i)- 
Perisperm punktiert. Im 
weiß gpIasHenen Endo- 
sperm liegt der kleine Em- 
brjo. — Nach Baillon. 



2. Reihe PIPERALES. Blüten achlam. oder haplochlam., 
$ oder cT 9. Staubblätter 1 — 10. Karpelle 1 — 4, frei oder 
vereint. Blüten f^ehr klein, in Ähren. Blätter ungeteilt, mit 
oder ohne Nebenblätter. 

Fam. Saururaceae. Blüten achlam., $. Staubblätter 
sechs oder weniger. Karpelle 3 — 4, frei oder vereinigt, im 
letzteren Fall mit wandständigen Placenten, letztere mit 2 — oc 
Samenanlagen mit zwei Integumenten. Nährgewebe des Samens 
= Perisperm -\- Endosperm. — Kräuter mit © Blättern und 
ährig stehenden Blüten. — Ölzellen. — Saururns (2); S. eer- 
nuus (Sümpfe des atlant. Nordamer.). — Houttuynia (1) cor- 
data (Ostas.). 

Fam. Piperaceae. Blüten (Fig. 153 u. 154) achlam., $ 
oder rf 9. Staubblätter 1—10. Karpelle (1 — 4); Fruchtknoten 
einfächerig mit einer grundständigen, geradläufigen Samenanlage. 
Nährgewebe des Samens ^ Perisperm -j- Endosperm (Fig. 155). 
— Kräuter und Sträucher, selten Bäume, mit meist © Blättern ; 
Nebenblätter -\- oder 0. Blüten in dichten Ähren. — Stets 
ölzellen, daher scharfer Geschmack. Qefäßbündel zerstreut in 
zwei oder mehr Kreisen, die des äußeren häufig vereinigt. — 
Meist tropisch, wenige extratropisch. — Piiter (650); P. an- 
gustifolium {PeTu) liefert Folia Matico; P. enhehii (ind. 
Archipel), liefert in den Früchten die off. Cubebae, Ku- 
beben; P.(iuineense(y^eB\.Qh.) liefert Aschantipfeffer; J*. 
niefjtf/stictfni{l\)\ynesicn) liefert in- seinem dicken Rhizoni 
die als (Jenußmittel und Heilmittel viel gebrauchte Ava oder 
Kava; /*. lotujum (^= Chavüa officinm-iim) (ind.-malay.) 
gibt langen Pfeffer (Fruchtähren); jR, Itetle (ind.-malay.) 
gibt in seinen Blättern den sog. Betel pfeff er (Kaumittel); 
1\ nh/rum (ind. mnlay.) liefert in den Früchten schwarzen 
(unreif) und weißen (reif) Pfeffer. — J^eperoniia (400). 
— Bei einigen Arten lökernige Embryosäcke, beol)achtet 
nach 4 Teilungsschritten der Embryosackmutterzellkerne. 

Fam. Chloranthaceae. Blüten $ oder (/ 9) achlam. oder 
mit hochblattartiger, haplochlam. Blutenhülle. Staubblätter 1 oder 3, 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. TJnterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
3. K. Salicales. 4. E. Garryales. 



161 



untereinander und mit dem Fruchtknoten vereinigt. Ein Karpell mit einer geradläufigen, 
am Scheitel hängenden Samenanlage. Perisperm -|- Endosperm. — Kräuter und "f^ mit 
gegenständigen Blättern und Nebenblättern. Blüten in Ähren oder Trugdolden. — Ölzellen. 
Gefäßbündel in einem Kreise. — Trop., subtrop. — Chloranthus (10 Ostas., Ostind.). — 
Hedyosmum (20 trop. Amer.). 

Fam. Lacistemaceae. Blüten $, achlam. oder haplochlam. Blütenachse konkav. 
Ein Staubblatt. Karpelle (2—3); Griffel 1; Fruchtknoten mit 2 — .3 wandständigen Placenten, 
an jeder 1 — 2 hängende Samenanlagen. Frucht eine einsamige Kapsel. Nährgewebe -f- 

— '^ mit zweizeiligen, lanzettlichen Blättern ohne Nebenblätter. — Blüten sehr klein, in 
den Achseln breiter, schuppiger Deckblätter in büschelförmig angeordneten Ähren. — 
Keine Ölzellen. — Lacistema (16 trop. Amer.). — Zugehörigkeit zu dieser Reihe zweifelhaft. 

3. Reihe SALICALES. (Engler 1886.) Blüten (Fig. 156) achlam., cT 5, 
diöcisch (ausnahmsweise Salix Medemii in Persien vollkommen monöcisch, an- 
dere bisweilen mit androgynen Ähren), mit becherförmigem oder zu einzelnen 
zahnartigen Schuppen reduziertem Diskus (Honigschuppe), cf Blüten: Staub- 
blätter 2 — y^. 9 Blüten: Karpelle (2). Fruchtknoten einfächerig mit wand- 
ständigen Placenten und co umgewendeten Samenanlagen mit zwei Integumenten. 
Kapsel mit co Samen. Samen klein, mit basilärem Haarschopf, ohne Nähr- 
gewebe, nur kurze Zeit keimfähig. — "fc mit ungeteilten, selten gelappten 
% Blättern mit Nebenblättern und ährigen Blütenständen. 

Fam. Salicaceae. 

Meist in der nördlich- i • 

gem. Zone, wenige trop. 

— JPojnilus (etwa 30), 
Pappeln. Interessanteste 
Art : P. euphratica, 
auffallend heterophyll 
und verbreitet von der 
Mongolei bis Nord- und 
Ostafrika, sehr überein- 
stimmend mit der ter- 
tiären P. mutdbilis. 
Häufige Arten Europas : 
P. tremida; P. alba; 
P. nigra mit der Var. 
italica; ihr weiches Holz 
zur Papier bereitung. Aus 
Nordamer. stammend: 
P. canadensis, P. vir- 

giniana, P. candicans, 

P. halsamifera; aus Sibirien stammend: P. laurifolia. — Salix {110), Weiden; 
die Rinde von «S. pentandra, S. alba u. a., Cortex Salicis, enthält Gerbstoff 
und Salicin; sie wird als Volksheilmittel und technisch verwertet. Viele 
Arten an Flußufern und in Hochgebirgen Mitteleuropas bestandbildend; viele 
Bastarde; mehrere niedrige Sträuchlein arktisch-alpin; -S. babylonica (Ostas.?) 
im östl. Mittelmeergebiet Zierbaum, in Mitteleuropa als »Trauerweide« häufig 
kult. — Arten beider Gattungen reichlich im Tertiär. 

4. Reihe GARRYALES. Charakter der Familie. Monotypisch. 

Fam. Garryaceae. Blüten eingeschlechtlich, (^ 9- cf Blüten haplochlam. 
Blütenhüllblätter 4. Staubblätter 4, mit den Blütenhüllblättern abwechselnd. Q Blüten 
nackt, Karpelle (2—3). Fruchtknoten oberständig, einfächerig, mit zwei die Mikropyle 
nach außen und nach der parietalen Placenta kehrenden Samenanlagen, mit einem 

Engl er, Syllabns. 11 




B 

Fig. 156. A — E Salix. A Diagramm der rf, B der 9 Blüte von 
S. caprea; d Diskus, n Narben. C (^ Blüte von S. fragilis; d Diskus- 
lappen. D 9 Blüte von S. alba im Längsschnitt. E Samen von 
Salix spec. im Längsschnitt. F, G Populus tremnla. F Diagramm 
der cf, G der Q Blüte; d Diskusring. — Nach Pax. 



162 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 
5. E. Myricales. 6. R. Balanopsidales. 



2. Kl. Dicotyledoneae. 



vollständigen oder unvollständigen Integument. Frucht mit dünnem Perikarp; 1 — 2 Samen 
mit dicker, fleischiger Schale. Embryo klein, an der Spitze des fleiHchigen Nähr- 
gewebes. — t? ™it vierkantigen Zweigen und gegenständigen, lauzettlichen, immer- 
grünen Blättern. Blüten in kätzchenähnlichen Rispen. — Garrya (15 Nordam., Mexiko, 
1 Westindien). 

5. Reihe MYRICALES. (Engler 1897.) Blüten (Fig. 157) achlam., d" 9, 
monöcisch oder diöcisch, bisweilen am Grunde mit Vorblättern, cf Blüten mit 

2 — 16, meist 4 Staubblättern. 
9 Blüten mit (2) Karpellen; 
Fruchtknoten einfächerig mit 
einer grundständigen, gerad- 
läufigen Samenanlage mit einem 
Integument. Narben 2, faden- 
förmig. Porogamie. Stein- 
frucht mit Wachs ausscheiden- 
dem Exokarp. Nährgewebe 0. 
— "b, auch halbstrauchig, mit 
einfachen, selten fiederspaltigen 
Blättern. Blüten in einfachen, 
seltener zusammengesetzten 
Ähren. 

Fam. Myricaceae. — My- 
rica (40, meist subtrop.); M. 
ff eile, »Heidemyrte«, in Moor- 
und Heidegegenden Westeuropas und in den baltischen Küstenmooren bis Danzig, 
stets mit knöllchenförmigen Seitenwurzeln, welche von dem Pilz Frankia 
Brunchorstii erfüllt sind; Blätter und Früchte in der Likörfabrikation verwendet, 
Rinde zum Gerben, Blütenknospen zum Gelbfärben; M, cerifera (Nordamer.), 
M. iordifolia (Kapland), M» faya (Azoren, Kanaren) u. a. geben Myrtle- 
wachs. 




D C 

Fig. 157. Myrica gale. A Deckblatt mit cT Blüte, B Deck- 
blatt mit 9 Blüte im Längsschnitt, C Frucht, D dieselbe im 
Längsschnitt; v Vorblätter, d Drüsen. — Nach Engler 
und Warming. 




Fig. 1.^8. Balanops VieiUardü. 



A rf Blüte, B 9 Blüte im Längsschnitt, C Frucht im Längsschnitt. 
— Nach Ball Ion. 



6. Reihe BALANOPSIDALES. (Engler 1897.) Blüten (Fig. 158) cf 9. zwei 
bäueig. r^ Blüten hai)ioclilan)., O Blüten nur von co schuppigen Hochblättern umgeben, 
karpelle (2). Fruchtknoten unvollkommen zweifächerig mit je zwei aufsteigenden Samen 
anlagen mit einem Integument. Steinfrucht, — Holzgewächse mit ungeteilten Blättern 
-f Blüten in Ähren, 9 Blüten einzeln. 

Fam. Balauopsidaceae. — Balanops (7 Neu-Caledonien). 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 
7. R. Leitneriales. 8. R. Juglandales. 



2. Kl. Dicotyledoneae. 163 



7. Reihe LEITNERIALES. (Engler 1897.) Blüten ^ 9, diöcisch. c^ Blüten 
achlam., mit 3 — 12 Htanbblättern. 9 Blüten hapiochlam., mit einer aus kleinen, schuppen- 
förmigen, vereinten Blättern frebikleten Blütenhülle. Ein Karpell mit langem Griffel und einer 
amphitropen, an der Bauchnaht stehenden Samenanlage mit zwei Integumenten. Steinfrucht. 
Nährgewebe dünn. — '^ mit ©, ganzrandigen Blättern und in Ähren stehenden Blüten. 

Farn. Leitueriaceae. 

— Leiineria (2 im atlant. 
Nordamer.); L. floridana 
liefert ein außerordentlich 
leichtes Kork holz. 

8. Reihe JUGLAND- 
ALES. (Engler 1897.) 
Blüten (Fig. 159) achlam. 
oder mit hapiochlam. 
Blütenhülle, cf 9 , monö- 
cisch. cT Blüten mit 
3— 40 Staubblättern. 9 
Blüten mit(2) Karpellen ; 
Fruchtknoten unterstän- 
dig, stets einfächerig, mit 
einer grundständigen, 
geradläufigen Samen- 
anlage mit einem Inte- 
gument. Chalazoga- 
mie (ob bei allen?). 
Halbfrucht steinfrucht- 
artig oder nußartig. Nährgewebe 0. — t? cait 
ohne Nebenblätter. Blüten in Ähren (Fig. 160). 




Fig. 159. Juglans regia. A <^ Blüte von außen mit Tragblatt &, Vor- 
blättern ot und ß, Perianth 'p. B dieselbe von vorn. 6' dieselbe von der 
Seite. Die Bedeutung der einzelnen Blätter in B und C ergibt sich durch 
Vergleich mit A. D Diagramm zw A. E ^ Blüte, vorne mit Träg- 
blatt; die Vorblätter sind bis oben hinauf mit dem Fruchtknoten vereinigt, 
über ihnen das Perianth und zwei Narben. F zwei 9 Blüten am Ende 
des diesjährigen, belaubten Sprosses. G Frucht (ohne Exokarp) im 
Längsschnitt. H dieselbe im Querschnitt. — Nach Eichler und Nees. 



meist gefiederten Blättern 




Fig. 160. Blütenstandsstellung verschiedener Juglandaceae fhalbschematisch). A Juglans regia ; B Ptero- 
carya framnifolia; C Carya alba; D Carya amara; E Engelhardtia spicata. — Der weiß gehaltene 
Sproßteil gehört dem Jahre der Blüte, der dunkel gehaltene dem Vorjahre an. — Nach Engler. 

Fam. Juglandaceae. 9 Blüten mit Blütenhülle, welche dem Fruchtknoten 
angewachsen, auch mit dem Tragblatt und den zwei Vorblättern verwachsen ist. 
— Reich an Gerbstoff und Harz; aber keine Harzgänge. — Nördlich-gemäßigte 

11* 



164 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
9. 11. Batidales. 10. R. Julianiales. 11. E. Fagales. 

Zone, wenige auch im trop. Ostasien und Amerika. — Engelhardt'ia (11 Monsun- 
geb., 1 Costarica (früher Oreamunoa) mehrere fossil in Eur. und Amer.). — JPtero- 
cart/a (5 in Ostasien, Ft. fraxinifoUa in Transkaukasien). — JuffUins (15 
in Südeuropa, Ostas., Nord- und Südamerika); J, regia (Mediterrangebiet bis 
Ostas.), Walnuß; Blätter als Folia Juglandis off.; J. nigra und /. cinerea 
(Nordamerika), in Deutschland als Forstbäume kult. Zahlreiche fossile Arten in der 
Kreide und im Tertiär der nördl. Hemisphäre bis Grönland. — Carya (12 Nord- 
amer.), Hickory ; besonders C. alba wegen ihres vortrefflichen Holzes jetzt auch in 
Europa viel als Forstbaum kult. Mehrere Arten fossil in Europa. 

9. Reihe BATIDALES. Charakter der Familie. Monotypisch. 

Farn. Batidaceae. Blüten cf 9> diöcisch. (3" Blüten in den Achseln von vierreihig 
angeordneten, schuppenförmigen Hochblättern, mit becherförmiger Blütenhülle (auch als Vor- 
blätter gedeutet), vier Staubblättern und ebensoviel spateiförmigen Diskupeffigurationen. 9 
Blüten nackt, mit ursprünglich zweifächerigem Fruchtknoten, in jedem Fach mit zwei umge- 
wendeten Samenanlagen, zwischen diesen eine falsche laterale Scheidewand; alle 9 Blüten 
einer Ähre untereinander verwachsen. Samen leicht gekrümmt, ohne Nährgewebe. — Küsten- 
strauch mit gegenständigen, fleischigen, linealen oder lineal länglichen Blättern und in Rispen 
stehenden Blütenähren. Früchte eine Sammelfrucht bildend. — Balis (l) maritima an den 
Küsten des trop. und subtrop. Amerika und der Sandwich-Inseln. — Steht völlig isoliert. 

10. Reihe JULIANIALES. Blüten cj" 9, zweihäusig. cf Blüten haplochlam. mit 
6 — 8 Blütenhüllhlättern und ebensoviel Staubblättern. 9 Blüten nackt. Fruchtknoten ein- 
fächerig, mit einer an breitem, becherförmig erweitertem Funiculus stehenden Samenanlage 
mit einem Integument. Nährgewebe 0. — "^ mit ^, meist gefiederten Blättern ohne Neben- 
blätter, (f Blüten zahlreich in + dicht zusammengesetzter Rispe. 9 Blüten zu vier neben 
einander am Ende einer keulenförmigen, unterwärts zusammengedrückten Ähre eingesenkt. 

Fam. Jalianiaceae. — Juliania (4 Mexiko). — Orlhopterygium (1 Peru). 

11. Reihe FAGALES. Blüten zyklisch, homoiochlam., scheinbar haplochlam., 
seltener nackt, selten $, meist c^ 9, monöcisch. Staubblätter häufig vor den 
Blättern der Blütenhülle. Fruchtknoten unterständig. Karpelle (2 — 6), mit je 
1 — 2 Samenanlagen. Halbfrucht meist nußartig, mit nur einem Samen ohne 
Nährgewebe. — tr mit abwechselnden Blättern mit Nebenblättern. Blüten in 
einfachen Ähren oder Dichasienähren bis Wickelähren. 

Fam. Betulaceae. Blüten cf 9, monöcisch. Blütenhülle homoiochlam., schein- 
bar haplochlam., frei- oder vereintblätterig, oder 0. <f Blüten dem Tragblatt auf- 
gewachsen. 2— 10 Staubblätter mit meist gespaltenen Antheren. 9 Blüten: 
(2) Karpelle. Zwei Griffel. Fruchtknoten unterständig, am Grunde zweifächerig, 
mit zwei hängenden, umgewendeten Samenanlagen mit einem Integument. 
Chalazogamie (ob bei allen?). Schließfrucht mit einem Samen ohne Nähr- 
gewebe. Vorblatt der 9 Blüte mit dem Tragblatt verwachsen oder eine Hülle 
bildend. Blütenstände Ähren oder Dichasienähren (»Kätzchen«). — Etwa 70 in 
der nördl. -gem. Zone, einige andin. 

§ Coryleae. c/* Blüten einzeln vor dem Deckblatt, ohne Blütenhülle. 
9 Blüten mit Blütenhülle, die Vorblätter eine laubige Hülle um die Schließfrucht 
bildend. — Carfjiiuts (18 *); C, hetuhis, Hain- oder Weißbuche (Mittel- 
europa bis Persien), — Ostrf/a (2 * ); O. italica mit zwei Subspezies, davon 
eine, virginiana, im atlant. Nordamer., Japan, China, die andere, carpniifolia, 
im Mittelmeergebiet. — Cortfhis (8 *) (Fig. 161); C. arrffaim (Fig. 162) 
(Europa bis 63" n. Br.), Haselnuß; ('. majima (=. C. tulmlosa) (östl. Mittel- 
meergebiet), Lambertsnuß; C. colurna (Südosteuropa, Himalaja), Baumhasel. 

§ Ketiileae. cf Blüten in Dichasien auf dem Deckblatt, mit Blütenhülle. 
9 Blüten ohne Blütenhülle, die Vorblätter dem Deckblatt angewachsen. — lie- 
tula (37 * ) (Fig. 163), Birke; B. vemirosa (nordwärts bis 65") und li,puhe8- 



XIII. Abt. Enibryophyta siphonogaina. 2. Unterabt. Angiospermae. 

11. K. Fagales. 



2. Kl. Dicotyledoneae. 165 



cens (nordwärts bis 71°) liefern Birkenteer (Oleum Betulae empyreu- 
maticum); B. papyrifera (gemäßigtes bis subarkt. Nordam.) liefert papier- 
ähnliche Borke; H. rianfi (arkt. und subarkt., alpin, bisweilen als Glazialrelikt 
noch in Ebenen und Mittelgebirgen), ein niederliegendes, kaum fußhohes Sträuch- 
lein. — Alntis (Fig. 164, 165, 166) (17 nördl.-gem. Zone, medit. u. andin), Erle; 
A* glutirtosa (Eur. , Asien, Nordafr.) und A, incana (Eur. , Nordamer., in 
Skandinavien bis 70 V2^ gehend), typische Bestandteile der Waldmoore. — An 
den Wurzeln unserer Arten die Erlenhernie, mit Plasmodiopliora alni und dem 
im System noch nicht untergebrachten Pilz Franhi^ suhtUis. 




Fig. 161. Corylus avellana. A blühender Zweig. B (^ Blüte mit Deckblatt, von innen. C nach 
Wegnahme der Anlhereu. D Diagramm einer (^ Blüte. JE Diagramm des 9 Blütenzweiges; «, ß die 
beiden ungeteilten Schuppen. F 9 Blütengruppe von innen. G Diagramm derselben. — Nach Eichler. 



Fam. Fagaceae. Blüten (Fig. 167) meist </ 9, selten $. Blütenhülle haplo- 
chlam., Blüten hüll blätter 4 — 7, hochblattartig, vereint. </ Blüten mit 4 — 7 oder 
8—14 Staubblättern. 9 Blüten mit (3), selten (6) Karpellen. Griffel 3. Frucht- 
knoten unterständig, dreifächerig, mit je zwei hängenden Samenanlagen 
mit zwei Integumenten. Halbfrüchte einzeln oder gruppenweise von einer becher- 
förmigen Achsenwucherung (»Fruchtbecher«) umgeben. Schließfrucht mit einem 
Samen ohne Nährgewebe. — t? mit ungeteilten bis tief-fiederspaltigen Blättern mit 
Nebenblättern. — Etwa 400, temp. — trop., aber nicht in Afrika südlich der Sahara. 

§ Fageae. cf Blüten in Dichasienknäueln , 9 in den Laubblattachseln 
in zweiblütigen Dichasien. — Nothofagus (12 antarktisch und südl. Anden). — 
Fagus (7 nördl. temp.); F. Silvatita (Westeuropa; Nordgrenze 60"), Rotbuche. 

§ Castaneeae. 9 Blüten in Dichasienähren oder in echten Ähren in den 
Achseln von Hochblättern. — Castanea (ZO); C. vulgaris (=^ C. vesca) (medi- 
terran), Edelkastanie, liefert die Maronen. — Pasania (100 malay.). — Q/itercus 
(200 -*^), Früchte genießbar, Rinde gerbstoff haltig; Q» tinctoria (Nordam.) 
liefert Quercitronrinde; Q. suber und Q» orcidentalis (Spanien, Süd- 
frankr., Algier) liefern den Flaschenkork und sehr gute Gerbrinde; Q. vallo-^ 
nea (Kleinasien) und Q. macrolrpis (Griechenland) liefern Wallonen (Gerb- 
material); (J, infeetof'ia (östl.-mediterr.) liefert die off. türkischen oder alep- 
pischen Galläpfel (Gallae); Q. sessilißora (Europa; Nordgrenze 60*^), 
Wintereiche, liefert deutsche Galläpfel; Q. pedunculata (Europa; Nordgrenze 
63°), Sommereiche, liefert Knoppern; (die beiden letzteren Arten werden jetzt 
meist als Varietäten von Q. r'ohar betrachtet); ihre Rinde, als Gort ex Quercus 
off., in Schäl Wäldern als Gerbmaterial gezogen; die Samen (Eicheln, Semen 
Quercus) medizinisch gebraucht; Q. Hex (mediterr.), immergrün, liefert Gerb- 
rinde und die istrischen Galläpfel; auf Q. cocrifeva (mediterr.) lebt die 
einen Cochenille-artigen Farbstoff gebende Schildlaus Chermes ilie'is. 



166 



XIIT. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. ünterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dio.otyledoneae. 

11. R. Fagales. 




Fig. 162. Corylus avellana. A Zweig mit cT "• 9 Kätzchen. 
B (^ Blüte mit Tragblatt und den beiden Vorblättern. C die- 
selbe nach Wegnahme der Antheren. D 9 Blütengruppe von 
innen. E junge Frucht mit heranwachsender Fruchthülle. 
F letztere aufge.schnitten. G reifer Frnchtstand mit den Frucht- 
hüllen und zwei Nüssen. H einzelne Nuß. — Nach Nees, 
Prantl und Eichler. 






Ä B 

Fig. 163. Betula. Diagramme der 

Dichasien in den (f (A) und 9 (B) 

Kätzchen. — Nach Warming. 




Fig. 164. Alnus glutinosa. Dia- 
gramm der Dichasien des (^ (A) und 
9 (C) Kätzchens. B eine Zapfen- 
schuppe. Alle Vorblätter in A und 
G sind etwas aus der normalen 
Stellung herausgedrückt. — Nach 
Ei Chi er. 




Fig. lfi.5. Alnnx glutivosa. A (^ Blülengruppe von 
▼orne. B von innen, G von der Rüclienseite gesehen. 
P 9 Blülengruppe mit dem Deckblatt und den vier Vor- 
blättern (vergl. Fig. 164). — Nach Nees. 



Fig. 166. Almis glutinosa. Zweig mit (/ 

Kätzchen (n) und 9 Kätzchen (vi)\ k Knospe. 

b fruchttragendes 9 Kätzchen (»Zapfen«)- 

— Nach \Va r m i n g. 



Xin. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 167 

12. R. Urticales. 

12. Reihe URTICALES. Blüten zyklisch, homoiochlam., scheinbar, seltener 
echt haplochlam., selten nackt, meist 2 -|- 2-, seltener 2 -{- 3-gliedrig, meist •^. 
Staubblätter vor den Blättern der Blütenhülle. Karpelle (2) — 1. Fruchtknoten 






c 

Fig. 167. Fagaceae. A und B Längsschnitte durch O Blütengruppen. A Pasania (Sekt. Eupasania) 
fenestra aus dem Himalaja; die hinter den beiden sekundären Blüten stehende primäre Blüte ist durch 
den Schnitt nicht getroffen; v die primären Vorblätter, c Cupulae, p Perigon. B Fayns süvatica: 
p Perigon, s Samenanlagen. C Castanea vulgaris, Diagramm eines 9 Dichasiums. — Nach Eichler 

und Prantl. 



oberständig mit nur einer Samenanlage mit zwei Integumenten. Steinfrucht 
oder Nüßehen. Blüten meist in cymösen Blütenständen. — Kräuter und t? 
mit abwechselnden oder gegenständigen Blättern mit Nebenblättern. 

Fam. Ulmaceae. Blüten (Fig. 168) homoio- 
chlam., $ oder c/ 9. Blütenhüllblätter 4 — 5 
(seltener 3 — 8). Staubblätter ebensoviel, vor den 
Blütenhüllblättern, selten doppelt soviel. Karpelle 
(2), median. Griffel 2. Fruchtknoten meist ein- 
fächerig, mit einer vom Scheitel herabhängenden, 
umgewendeten Samenanlage. Naß oder Stein- 
frucht. Samen meist ohne Nährgewebe. — "^ mit 
zweizeiligen, einfachen, oft ungleichseitigen Blättern 
mit Nebenblättern. Cystolithen. Blüten meist 
klein, in achselständigen Trugdolden, oder die 
9 Blüten einzeln. — Etwa 120. 

Unterfam. Ulmoldeae, Blütenstiele oder 
Blütenzweige in den Achseln von Niederblättern. 
Keine Steinfrucht. Embryo gerade. — TJlmus 
(26 nördl. temp. Zone und Gebirge des trop. As.), 
Rüster; ü. campestris, U. montana, ü. effusa 
besonders als Alleebäume angepflanzt. 

Unterfam. Celtidoideae. Blütenstiele oder 
Blütenzweige in den Achseln von diesjährigen 
Blättern. Steinfrucht. Embryo gekrümmt. — 
Ceftls (60 temp. — trop.); C, allst ralis, Zürgel- 
baum (mediterr.) und C. occidentalis (Nordamer.) 
liefern vorzügliches Werkholz, erstere das sog. 
»Triester Holz«. — Trema (30 trop. Am., As.) — 
Zelkowa (4 As.); Z. keaki in Japan wegen des wertvollen Holzes geschätzt. 

Fam. Moraceae. Blüten homoiochlam., mit bleibender, oft fleischig 
werdender Blütenhülle, oder nackt, cf ?• Blütenhüllblätter meist 2 -\- 2 (selten 




Fig. 168. Ulmus. A U. campestris: 
Blüte mit ausnahmsweise abortiertem 
Fruchtknoten. B U. effusa. Blüte 
mit acht Staubblättern. C V. cam- 
pestris : Frucht vorn geöffnet, um den 
von der Spitze des Faches herab- 
hängenden Samen zu zeigen ; ein Frncht- 
knotenfach ist abortiert. — Nach N e e s. 



168 Xni. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 

12. R. Urtieales. 

2 — 6). Staubblätter ebensoviel, vor den Blütenhüllblättern, selten nur eins. 
Karpelle (2). Griffel 2 oder 1. Fruchtknoten einfächerig, mit einer herab- 
hängenden Samenanlage, selten diese grundständig und geradläufig. Nuß oder 
Steinfrucht. Nährgewebe -|- oder 0. Embryo meist gekrümmt. — t?, selten 

Kräuter. Blätter mit Neben- 
blättern. Blüten klein, 
meist in C3'mösen Blüten- 
ständen, welche oft zu Köpf- 
chen verkürzt sind oder in- 
folge interkalaren Wachs- 
tums der Achsen zu Schei- 
ben und Bechern werden. 
— Ungegliederte Milch- 
saftschläuche (außer bei 
Cannabis). — Cystolithen 
häufig. — Etwa 950, meist 
tropisch. 

Unterfam. Moroi- 
deae. Staubblätter ein- 
Blätter in der Knospenlage 




ABC 
Fig. 169. 3Iorus. A u. B M. alba. A cf Blüte, B O Blütenstand. 
C M. nigra, Fruchtstand. — Nach Warnung und Engler. 



wärts gebogen. Samenanlage am Scheitel, amphitrop. 
gefaltet, mit kleinen Nebenblättern. 

§ Fatoneae. Blüten in lockeren Trugdolden. Trop. — Fatoua{l Austral. — Ostas.). 

§ Moreae, c^ und 9 Blüten in Scheinähren, jeder Blütenstand einge- 
schlechtlich. — Morus (10 nördl. temp.), Maulbeerbaum (Fig. 169); 31. nigra 
(aus Pereien stammend); die eßbaren Früchte liefern den vielfach off. Sirupus 
Mororum; 31. alba (aus China stammend, seit dem 12. Jahrhundert im 
Mittelmeergebiet kult.); die in der Form sehr wechselnden Blätter sind die 
Hauptnahrung der Seidenraupen. 

§ Broussonetieae. cf Blüten in Scheinähren, Scheintrauben, Scheinköpf- 
chen. 9 Blüten in kugeligen Scheinköpfchen. — 3Ia<:lura (1) aurantiaca 
(Nordamer.), Osage-Orange, liefert eßbare Fruchtstände und sehr hartes, dauer- 
haftes Holz. — Chlot'op/iora (2); Ch. tinctoria (trop. Amer.) liefert das echte 
Gelbholz (»Fustik«); von C7i. excelsa, einem wichtigen, riesigen Baum des 
trop. Afr. stammt sehr wahrscheinlich ein Teil des sog. afrikanischen Maha- 
goni. — Broussonetia (2); B. papyrifera und B. Kaenn)feri (Japan) 
liefern Rinde zur Papierbereitung (japanisches Papier). 

§ Strebleae. cT Blüten in Scheinähren oder Scheintrauben, 9 Buten einzeln oder 
zu 2—4. — Trop. As. — Streblus (1). 

§ Dorstenieae. Blüten monöcisch, auf linealischen, kreisel- oder scheiben- 
förmigen Receptaculis. — Dorstenia (70 trop.); D. contrajertm (trop. 
Amer.) liefert ßezoarwurzel, Rad. Contrajervae. 

Unterfam. Artocarpoideae. Staubblätter stets gerade. Samenanlage 
am Scheitel, amphitrop. Blätter in der Knospenlage eingerollt. Nebenblätter 
meist stengelunifassend, abfallend. 

§ Euartocarpeae. Blüten in Scheintrauben, Scheinähren, Schein köpfchen; 
Helten die 9 Blütenstände mit nur einer Blüte. — Trecidia (3 trop. Afr.); Tr. 
africana, Okwabaum im trop. Afr. ; Samen zu Mehl verarbeitet. — Artocarpus 
(40 ind.-malay.); A. integHfollaf Jack-Baum, und A. incisaf Brotfrucht- 
baum (ursprünglich indisch-malayisch), wichtige Nährpflanzen der Tropen. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 

12. K. Urticales. 



2. Kl. Dicotyledoneae. 169 



§ Olmedieae. Kugelige oder scheibenförmige Receptacula, von dachig an- 
geordneten Hochblättern umhüllt, eingeschlechtlich. Samen ohne Nährgewebe. 
Embryo gerade. — Castilloa (3 trop. Am.); C. elastica (Mexiko; in den 
Tropen kult.) liefert Kautschuk. — Antiat'is (16 Ostind.); A. toocicariaf 
Upasbaum (ind.-malay.), liefert Pfeilgift. 

§ Brosimeae. Receptacula kugelig oder hohl mit oo cf Blüten und einer 
Blüte in der Mitte, sonst wie vorige. — Brosirtinni (8 trop. Am.); ßt\ 
alicastt'iim, Brotnußbaum (Zentralamer., Westind.), liefert eßbare Samen und 
Kautschuk; B. f/alactodendron, Milchbaum, Kuhbaum (Venezuela), liefert 
genießbaren Milchsaft. 

§ Ficeae. Receptacula kugelig oder verkehrt -eiförmig, innen unterhalb 
der Mündung mit oo Hochblättern, oo Blüten einschließend. — Ficus {(^00 tio])., 
wenige extratrop.) (Fig. 170); 
F, elastica (Ostind.), 
Gummibaum, liefert wie an- 
dere Arten des trop. Afrikas 
und Asiens Kautschuk; 
F, benf/a7ensis (Ostind,), 
Banyan; F. religiosa so- 
wie F. laccifera (beide in 
Ostindien) geben infolge von 
Insektenstichen Schellack, 
Gummi Laccae; F, syco- 
Tnmms (Ägypten, Ostafr.), 
Sykomore, lieferte das Holz 
zu den Mumiensärgen; F. 
carica (Mittelmeergebiet), 
Eßfeige, sehr alte Kultur- 
.pflanze mit interessanter Ge- 
schlechterverteilung und Be- 
stäubung. 

Unterfam. Conoce- 
phaloideae. Staubblätter 
gerade. Samenanlage am 
Grunde oder am Scheitel des 
Fruchtknotens, geradläufig 
oder etwas gekrümmt. Blätter 
wie bei den Artocarpoideae. 

— CecTopia (30 — 40 trop. Amer.); einige Arten liefern wenig geschätzten 
Kautschuk; einzelne myrmekophil. — Myrianthus (7 trop. Afr.). — Musanga 
(1 trop. Afr.). 

Unterfam. Cannahoideae, Staubblätter gerade. Samenanlage am 
Scheitel des Fruchtknotens. Trockene Schließfrucht. Samen mit fleischigem 
Nährgewebe und gekrümmtem Embryo. — Kräuter mit gegenständigen oder 
© Blättern mit freien Nebenblättern. — Humuliis (2); H. Iti/niliis (nördl. 
temp.) (Fig. 171^, 172, 173), Hopfen, die Strobili Lupuli (als »Hopfen- 
dolden« wichtiges Braumaterial) enthalten an ihren Deckblättern Drüsen- 
schuppen, die Glandulae Lupuli (Hopfenmehl). — Cannabis (1) sativa 
(Zentralasien) (Fig. 1715, 174), Hanf, wichtige Gespinstpflanze, liefert 




Fig. 170. Fieus diversifolia. il Längsschnitt der (^ Infi, im 
jugendlichen Zustande. B dieselbe in einem späteren Stadium, 
unten Gallenblüten, oben (^ Blüten. C cT Blüte mit zwei 
Staubblättern. D Gallenblüte. E eine sich zur Frucht ent- 
wickelnde 9 Blüte. F Frucht. — Nach Solms-Laubach. 







Fig. 171. AHumulus, cj" Blüte. 
B Cannabis, 9 Blüte; 6 Deck- 
blatt, p Perigon, / Fruchtknoten. 
— Nach Warming. 



170 XIII Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 

12. K. Urticales. 

außerdem in den Samen Öl; off. die Herba Cannabis indicae (im Orient 

als Haschisch ein verderbliches Genußmittel). 

Fam. Urticaceae. Blüten selten $, meist cT 9» 
homoiochlam. Blütenhüllblätter 4 — 5 (selten 2 — 3)- 
Staubblätter ebensoviel, vor den Blättern der Blüten" 
hülle, in der Knospenlage nach innen gebogen, später 
elastisch zurückschnellend. Stets 1 Griffel. Frucht- 
knoten einfächerig mit einer grundständigen, gerad- 
läufigen Samenanlage. Nuß oder Steinfrucht. Samen 
mit Nährgevvebe. Embryo gerade. — Meist Kräuter, 
seltener t? wiit gegenständigen oder © Blättern und 
Nebenblättern. Blüten in Trugdolden oder Schein- 
ähren oder Scheinköpfchen (Fig. 175). — Kein Milch- 
saft. Lange Bastfasern, daher viele Faserpflanzen. 
Cystolithen. — Etwa 550. 

A. Mit Brennhaaren. 

§ Urereae. Blütenhülle der 9 Blüten vier- 
gliedrig. Blätter <§) oder gegenständig. — Urtica 
(30 temp.); V. dioira (nördl. temp.) (Fig. 176) und 
TT, cannahina (Persien, Sibirien), Gespinst- 
pflanzen. — Lifiportea (25 meist trop.); L, cana- 
detisis (Nordamer.), Gespinstpflanze. 

B. Keine Brennliaare. 

§ Procrideae. Blütenhülle der 9 Blüten meist 
dreigliedrig. Narbe pinselförmig. — Pdea (160 trop.). 



Fig. 172 Hutntdtislupulus. A 9 
Blüte mit Perigon nebst Deck- 
blatt (^/j). Ji 9 Blüte im Längs- 
schnilt. — Nach Warming. 





Fig. 173. Hiimulus lupulus. 

Frucht im Längsschnitt. — 

Nach Warming. 




B 

Fig. 174. 

(Vi). B 9 Blüte (7i), 

.schnitt. D Frucht. 



D 

sativa. A cJ" Blüte 
C 9 Blüte im Längs- 
— Nach Wn r m i n g. 



— Elatostcma (60 trop.). — Pellionia (15 im trop. und östl. As., malay.); 
P. Daveauana und P. j^ulchra (Cochinch.) beliebte Warmhauspllanzen. 

§ Hoehmorieae. cT Blüten mit 4 — 5 (selten 2 — 3) Staubblättern. Vor- 
blätter nie zu einem Involukrum vereint. — Boe/tmeria (45 meist trop.); 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 

13. R. Proteales. 



171 




H. nivea und B. viridis (temp. und trop. Ostas.), wichtige Gespinstpflanzen 
mit bis 26 cm langen Bastfasern, liefern Ramiefaser oder »Chinagras«, 
Nesseltuch. — Mäoutia (8 Ostind,, malay.); M, iniya (Himalaja), Ge- 
spinstpflanze. 

§ Parietarieae. Blütenhüllblätter 
stets vorhanden. Vorblätter häufig zu 
einem Involukrum vereint. — Farie- 
taria (7 temp. — trop.). 

§ Forskaoleeae. ö" Blüten mit nur 
einem Staubblatt. — Forskaolea (5 Nordafr. 
— Indien). 

b. Reihen, welche vorherrschend 
Pflanzen mit honioiochlamydeischer, hoch- 
blattarti^er oder korolliuischer Blüienhülie 
amfassen. DiplochlamyUie selten. 

13. Reihe PROTEALES. (Engler 
1886.) Blüten (Fig. 177) zyklisch, ho- 
moiochlam., scheinbar haplochlam., meist 
2 -|- 2gliedrig, $ oder cT 9, -^ oder -1- . 
Blütenhülle petaloid. Staubblätter vor 
den Blütenhüllblättern. Staubblätter 
selten ganz frei, meist mit den Blättern 
der Blütenhülle vereint, nur die An- 
theren frei. Karpell 1, oberständig. — 
Meist "5 mit abwechselnden, ungeteilten 
oder fiederteiligen Blättern ohne Neben- 
blätter. Blüten in Ähren oder Trauben. 

Fam. Proteaceae. Fruchtknoten 
oberständig, an der Bauchnaht mit 
oo — 1 Samenanlagen mit zwei Integu- 
menten. Balgfrucht oder Schließfrucht. 
Samen ohne Nährgewebe. Embryo bis- 
weilen mit 3 — 8 Keimblättern. — 1100, 
davon 720 in Australien, 262 in Süd- 
afrika, 27 in NeuCaledonien, 25 in Ost- 
asien, 36 im tropischen Südamerika; 
wenige im trop. Afrika und in anderen Teilen der 
südlichen Hemisphäre. 

Unterfam. Persoonioidene. Blüten einzeln 
in den Achseln der Tragblätter. Fruchtknoten mit 
nur einer Samenanlage. Früchte stets einsamig. 

§ Persoonieae. Blütenhülle ^, mit freien Blättern. 
Staubfäden frei oder nur wenig mit der Blutenhülle ver- 
eint. — Persoonia (00 Australien). 

§ Franklandieae. Blütenhülle ^, mit enger Röhre. 
Staubfäden mit der Blütenhülle vereint. — Franhiandia 
(2 Auetral). 

§ Proteeae. Blüten ^ oder ■{• , mit enger, sich .spaltender Röhre. Staub- 
fäden mit der Blütenhülle vereint; Antheren meist sämtlich fruchtbar. — Pfotea 
(80 Afrika, insbesondere Kapland). — Leucadetidrou (70 Kapland); L. 



Fig. 175. ATJHica dioiea. Grandriß der Bliiten- 
«tandstellung. In den Achseln der opponierten 
Laubblätter F, die auf den Rippen der hohlen 
vierfurchigen Achse a stehen , entspringt je ein 
kleinlaubiger Bereicherungssproß und aus den 
Winkeln von dessen unterdrückten Vorblättem 
(scheinbar aus den Laubblattstipeln st) je ein 
Blütenstand i. Das nun folgende Blattpaar des 
Bereicherungssprosses ff^ steht noch nacli Vorblatt- 
weise quer (in fortgesetzter Distichie), erst die 
folgenden kreuzen sich. Die Blätter des unteren 
Paares sind ungleich, f^ ist das größere; dasselbe 
fällt bei den opponierten Zweigen auf relativ die 
nämliche, in der Figur die linke Seite. — B Parie- 
taria ereda. Aufriß des Blüten.standes. Die 
Blütenstände entspringen ebenfalls am Grunde 
eines axillären Bereicherungszweiges, aus den 
"Winkeln von dessen Vorblättern, die aber hier 
(bei a und b) ausgebildet, nur an ihren Achsel- 
sprossen bis zur neuen Auszweigung dicht unter- 
halb der Blüte hinaufgewachsen sind. Dies Hinauf- 
wachsen wiederholt sich auch bei den Deckblättern 
der weiteren Verzweigungen der cymös-wickeligen 
Blütenstände (cifJ; a'^'; a"ß" usw.). Der Blüten- 
stand ist der Anschaulichkeit wegen etwas lockerer 
dargestellt, als in der Natur; auch ist er nur 
teilweise ausgeführt. — Nach Ei eh 1er. 




Fig. 17G. Urtica dioiea. Dia- 
gramme der cT (^) ind 9 (S^ 
Blüte. — Nach Warm in g. 



172 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogania. 2. Unterabt. Angiospermae 
13. R. Proteales. 14. R. Santalales. 



2. Kl. Dicotyledoneae. 
Außerdem viele andere im 



argenteum , »Silberbaum«, liefert Gerbrinde. 
Kapland, weniger in Australien). 

§ Conospornieae. Blütenhülle •!•. Staubfäden oberwärts frei. Von den vier An- 
theren eine dithecisch, zwei monothecisch, eine steril. — Australien. — Conospermum (34). 

ünterfam. Grevilleoideae. Blüten meist paarweise in den Achseln der 
Tragblätter. Fruchtknoten mit mehreren oder zwei Samenanlagen. Frucht mit 
00 — 1 Samen, meist aufspringend. 



^ b'L 







Fig. 177. Banksia. A Diagi'amm eines Blütenpaares mit Vorblättern und Tragblatt. — B B. marginata: 
Knospe im Begriff sich zu öffnen. — C — L B. dryandroides : C Querschnitt der Knospe, die Fächer der An- 
theren zeigend; D die Blüte geöffnet; E oberer Abschnitt eines Blütenhüllblattes mit einer Anthere; F Pollen; 
6 Ende des Griffels; If Fruchtknoten, umgeben von den lanzettlichen Schüppchen des Diskus; J derselbe 
an der Seite geöffnet; K derselbe vorn geöffnet; L derselbe im Querschnitt. — iV^ Frucht von B. ortiata, 
von der Seite gesehen* a die Balgklappen, b die von den beiden Samen losgelösten Integumentschichten, 
c die Samen, d deren Flügel; Samen der vorigen. — P Samen von B. integrifolia im Längsschnitt, 
den Keimling zeigend. — Nach Eng 1er. 



s? Orevilleeae. Blütenstand meist ohne Involukrum. Fruchtknoten meist 
nur mit zwei, selten mit vier Samenanlagen. Frucht ohne Scheidewand zwischen 
den Samen. — Grevillea (160 Austral.). — Hakea (100 Austral.). — Hclicia 
(25 ind.-malay.). — Roiipala (36 trop. Araer.). 

§ Embothrivae. Blütenstand meist mit Involukrum. Fruchtknoten mit wenigstens 
vier Samenanlagen. Oft dünne Scheidewände zwischen den Samen. — Austral., NeuCaledon., 
Südamerika. — Embolhrium (."> Südamer., Ostaustral.). 

§ Banksieae. Blütenstand meist mit Involukrum. Fruchtknoten mit zwei 
Samenanlagen. — liatiksin (46 Austral.). — J)rt/andra (50 Austral.). 

14. Reihe SANTALALES. Blüten zyklisch, homoiochlam., scheinbar haplo- 
chlam., mit den Staubblättern vor den Blütenhüllblättern, seltener heterochlam. 
und haplostemon oder diplostemon. Fruchtknoten unterständig. Karpelle (2 — 3), 



XUI. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. DicotyleJoneae. 173 
14. R. Santalales. 1. U.-R. Santalineae. 

selten nur eines; zu jedem Karpell gehört eine vom Scheitel der Fächer oder 
von einer zentralen freien Placenta herabhängende Samenanlage, oder die Placenten 
und Samenanlagen sind nicht ausgegliedert*); bisweilen ist auch das ganze Gynae- 
ceum auf einen ungegliederten, die Makrospore einschließenden Zellkörper reduziert 
(Balanophora). Sind deutlich hervortretende Samenanlagen vorhanden, dann 
entbehren sie meist der Integumente, oder besitzen nur eines, selten zwei. 

\.\JniQrTQ\hQ Santalineae. Samenanlagen aus den Placenten ausgegliedert, 
häufig ohne Integument, bei den Olacaceae auch mit einem oder zwei Inte- 
gumenten. 

Farn. Myzodendraceae. Blüten cf 9- cT nackt, mit 2—3 (oder 1) Staubblättern 
mit monothecischen Antheren. 9 °iit einer dem Stempel angewachsenen Blütenhülle (?). 
Karpelle (3). Drei Narben. Fruchtknoten mit zentraler Placenta, von welcher drei Samen- 
anlagen ohne Integument herabhängen. Frucht dreikantig oder dreiflügelig, mit drei in den 
Furchen stehenden, stark verlängerten, federartigen Borsten. — Halbsträucher, wie die 
Loranthaceae Halbparasiten, mit Blättern und sehr kleinen Blüten. — Myzodendron 
(11 Südchile), besonders auf den antarktischen Nothofagus- Arten. 

Fam. Santalaceae. Blüten (Fig. 178) ^, $ oder cT 9, monöcisch oder diöcisch, 
homoiochlam., mit becherförmiger Achse. Blütenhüllblätter: 2 -{- 2 oder 2 -j- 3 
(selten 3 oder 6), klappig, hochblattartig oder korollinisch, unterwärts vereinigt; 
Staubblätter vor den Blütenhüllblättern, mit dithecischen Antheren. Karpelle 
mit den Blütenhüllblättern abwechselnd. Fruchtknoten meist unterständig, 
einfächerig, mit zentraler Placenta, von welcher 1 — 3 (selten 4 — 5) integumentlose 
Samenanlagen mit heraustretendem Embryosack herabhängen. Halbfrucht. Samen 
nur 1, mit Nährgewebe. — Kräuter oder t? mit © oder gegenständigen Blättern. 
Meist chlorophyllhaltige Halbparasiten. Blüten meist klein. — 250 calid., temp. 

§ Anthoboleae.j 1 Blütenhülle hypogynisch. — Exocarpus (14 Austral., ozean. Inseln). 

§ Osyrideae. Blütenhülle epigynisch, ohne Röhre oberhalb des Frucht- 
knotens, oder wenn eine solche vorhanden, dann mit dem Diskus bekleidet. — 
Osyris (6 Südeur. , Afr. , Ostind.^; 0. alba (im Mittelmeergebiet verbreitet); 
0. tenuifolia (Ostafr.) liefert wohlriechendes Holz. — Scintaltini(d ind.-malay., 
Austral.); S. albtim, Sandelholzbaum (Fig. 179) (ind.-malay., in Ostindien 
kultiviert), gibt das weiße Sandelholz (Lignum Santali album) und daraus 
das off. Oleum Santali. 

§ Thesieae. Blütenhülle epigynisch; Röhre oberhalb des Fruchtknotens 
verlängert, innen nicht mit dem Diskus bekleidet. — Thesiitni (150 in den 
temp. Gebieten der alten Welt, nur zwei in Amerika (Brasil.); besonders reich 
in Südafrika). 

Fam. Opiliaceae. Blüten 5, heterochlam., mit undeutlichem, saumartigem Kelch. 
Fruchtknoten mit nur einer Samenanlage ohne Integument. — Opilia (6 paläotrop.). 

Fam. Grubbiaccae. Blüten haplochlam., diplostemon, -0-, $. Blütenhülle hochblatt- 
artig, vierklappig. Staubblätter 4 4~ ■!> ™it rudimentären Hinterfächern der Thecae. 
Karpelle (2). Ein kurzer Griffel. Fruchtknoten unterständig, in der Jugend unten zweifächerig, 
dann einfächerig, mit zwei an zentraler Placenta hängenden geradläufigen Samenanlagen 
mit einem Integument. Halbfrucht steinfruchtartig. Ein Samen mit öligem Nährgewebe. 

— t? mit gegenständigen, lederartigen Blättern und kleinen Blüten. Niemals Halbparasiten. 

— Grubbia (3 Südafr.). 

* Die iu diesem Verwandtschai'tskreis vorkomineuden Modilikatioiieu lu der Lage 
der Makro.sporou oder Embryosäcke uötigeii zn folgender Erwoiteraiig des Begriffs 
Placenta: Placenta ist der Teil des Gryuaeceums, welcher die Makrosporeu (Embryo- 
säcke) und damit auch die Sameuaulagen eiuschliebt (uiigeg'l lederte Placenta) oder 
aber ± frei werdende, die Makrosporen nmschließende Körper, die typischen Samen- 
anlagen, ausgliedert. 



174 



XlII. Abt. Embryophyta siphonogaraa. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
14. R. Santalales. 1. U.-R. Santalineae. 



Fam. Olacaceae. Blüten heterochlam., ■0-, meist $. Kelch meist undeut- 
lich, vier- bis sechszähnig, bei der Fruchtreife häufig bedeutend vergrößert. 
Blumenblätter 4 — 6, meist klappig. Staubblätter ebensoviel oder 2 — 3 mal so 
viel. Karpelle (2 — 5). Ein Griffel. Fruchtknoten oberständig, nur unten zwei- 
bis fünffächerig, mit meist freier Placenta, von welcher in die Fächer meist je 
eine umgewendete Samenanlage herabhängt; diese meist ohne Integument, seltener 
mit einem oder zwei Integumenten. Steinfrucht oder Nuß eiAsamig. Samen mit 




Fig. 178. Thesium alpinum. A Diagramm der Blüte. B Blüte im Längsschnitt. (7 Placenta pl mit den 
drei herabhängenden Samenanlagen sa; die linke, befruchtete^/ entwickelt sich zu dem einzigen Samen. 
D Samen im Längsschnitt. — A, C nach Le Maout und Decaisne, B, D nach Hierony^mus. 




Fig. 179. Santalum album. A Habitusbild eines Blütenzweiges, nat. Gr. jß fast medianer Längsschnitt 
einer Blüte Cd)- reife Frucht ('/i)- ^ reife Frucht im Längsschnitt (Vi)- — Nach Hieronymns. 



reichlichem Nährgewebe. — t^ mit meist ©, ganzrandigen Blättern und meist 
kleinen Blüten. Niemals Halbparasiten. In den Blättern häufig Zellgruppen mit 
verkieselten Wandungen. — Etwa 150, calid. 

Unterfara. Schoep/ioideae, Staubblätter nur vor den Blumenblättern. Samen- 
anlagen nackt, Keradläuflg, den Embryoeack nach unten kehrend. Kelchsaum nicht deutlich. 
— Schoepfia (20 trop.). 

Unterfani. Olacoideae. Samenanlagen nackt, umgewendet, den Embryoeack nach 
oben kehrend. Kelch bei der Fruchtreife ± vergrößert. — Olax (30 paläotrop.). — Liriosma 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 175 
14. R. Santalales. 2. U.-R. Loranthineae. 

(14 trop. Südam.); von L. oi-aia (Brasil.) wird das Aphrodisiacum Muira Puama abgeleitet. 
— Dulacia (14 neotrop.). 

Unterfam. Dysolacoulene, Samenanlagen mit einem oder zwei Integumenten, um- 
gewendet, den Embryosack, nach oben kehrend. Kelch nicht selten bei der Fruchtreife 
vergrößert. 

§ Ximenioae. Staubblätter doppelt oder dreimal so viel als Blumenblätter. — 
Xhnenia [ö trop.); X. americana (trop.) liefert wertvolles Holz, eßbare Früchte und öl- 
reiche Samen. 

§ Heisterieae. Staubblätter doppelt so viel als Blumenblätter oder ebensoviel und 
dann mit den Blumenblättern abwechselnd. Milchsaftschläuche in den Blättern. — Heisteria 
(23 trop. Amer., Afr.). 

§ Coaleae. Staubblätter viermal so viel ais Blumenblätter. Scjiizogene Harz- 
behälter in der Rinde und den Blättern. — Cotila (1) edulis (Westafr.) liefert ölreiche 
Samen. 

Fam. Octoknemataceae. Blüten $. Blütenhüllblätter 2 + 3. Staubblätter 2 -[- 3, 
vor den Blütenhüllblättern. Fruchtknoten unterständig, einfächerig, mit fadenförmiger, der 
Wand angedrückter Placenta und drei hänjienden Samenanlagen. Halhfrucht steinfrucht- 
ähnlich, mit einem mit acht Leisten versehenen Samen. — "^ mit abwechselnden Blättern 
mit Sternhaaren. — Octoknema (1 Westafr.). 

2. Unterreihe Loranthineae. Samenanlagen meist nicht ausgegliedert. 
Embryosäcke (Makrosporen) in einem zentralen konvexen Körper, welcher 
aus der Basis der Karpelle kongenital emporgewachsen ist, genau vor den 
einzelnen Karpellen entstehend, oder in den Wänden der Karpelle ein- 
geschlossen. 

Fam. Loranthaceae. Blüten homoiochlam., scheinbar haplochlam., meist ■^, 
selten fast •!• , $ oder cf 9 , 2 — Sgliedrig. Achse + becherförmig, mit dem 
Fruchtknoten vollständig vereint, nicht selten um die Basis der Blütenhülle als 
gekerbter oder gezähnter Rand hervortretend. BlütenhüUblätter 2 -|- 2 — 3 -^3, 
hochblattartig oder korollinisch. Staubblätter so viel als Blütenhüllblätter und 
vor diesen, frei oder mit ihnen vereint. Fruchtknoten meist ohne Ausgliederung 
der Placenten und der Samenanlagen; von den Embryosäcken meist nur einer, 
selten 2 — 3 fruchtbar, dem Pollenschlauch entgegen wachsend. Halbfrucht, in 
welcher die Innenschicht der Blütenachse verschleimt und klebrig wird, bei 
manchen Arten auch Kautschuk enthält, Nährgewebe + ausgebildet. Embryo 
mit 2 oder 3 — 6 Keimblättern. — t?. selten krautartige, meist auf Bäumen 
durch Haustorien befestigte, chlorophyllhaltige Halbparasiten, meist mit voll- 
kommen entwickelten Laubblättern; der auf Cactaceen (Cereus) in Chile vor- 
kommende Phrygüanthus aphyllus ein echter Parasit mit mycelartigen Saug- 
^trängen, ohne Kotyledonen und Laubblätter. — 850, vorzugsweise trop. 

Unterfam. Loranthoideae. Unterhalb der Blütenhülle zwei mit ihr ver- 
wachsene Vorblätter oder eine + deutliche Wucherung an der Blütenachse, der 
»Calyculus«. Halbfrucht mit klebriger Mittelschicht (Viscinschicht) außerhalb 
der zu den Blütenhüllblättern führenden Leitbündel. 

§ Nuytsieae. Stamm mit Sekretgängen. Kein Calyculus, aber die Blüten 
unten mit den beiden Vorblättern verwachsend. Samenanlagen ausgegliedert, 
ohne Integument, miteinander verwachsend. Halbfrucht trocken, dreiflügelig, 
Viscinschicht schwach. — Nicht parasitisch. — Nuytsia (1 Austral.). 

§ Loraiitheae. Stamm ohne Sekretgänge. Calyculus. Samenanlagen 
nicht ausgegliedert. Halbfrucht beerenartig oder steinfruchtartig. — Phrygüanthus 
(30 Südam., Australien), s. oben. — Struthanthus (40 Südamer.), mit Haustorien 
an den windenden Stengeln. — Phthirusa (50 trop. Amer.). — Psitiacanthus 
(70 trop. Amer.). — Oryctanthus (14 trop. Amer.), mit kriechenden Wurzeln, 



176 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
14. R. Santalales. 2. U.-R. Loranthineae. 

an denen Haustorien entstehen. — Loranthus (300 in den Tropen der alten 
Welt, wenige extratropisch); L. europaeus, » Eichenmistel c, auf Eichen und der 
Edelkastanie, medit., bis Mitteldeutschland. 

Unterfam. Viscoideae. Unterhalb der Blütenhülle keine deutliche 
Calyculuswucherung. Blüten stets cT 9- Halbfrucht mit klebriger Mittelschicht 
zwischen den zu den Blütenhüllblättern und den zu den Karpellen führenden 
Leitbündeln. 

§ Eremolepideae. Blüten in einfachen Ähren oder Trauben. Die Tragblätter der 
(f Blüten leicht abfallend. — Meist antarktisch und Büdamerikanisch, — Eremolepis (6 Süd- 
amerika). 



H 







Fig. 180. Viscu7n alburn. A Blütenzweig einer (j^ Pflanze. B cf Blüte im Länesschnitt. C dieselbe 
im Querschnitt, die Pollenfächer auf den vier Perigonblättern zeigend. D (f Blütenköpfchen. E Längs- 
schnitt durch die $ Blüte. F Längsschnitt durch die Frucht. G zwei Embryonen aus dem Samen. 
H Diagramm; ?n. (^, w Q Blüten; v Vorblätter, l Laubblätter, a und b Hochblätter des Blütenköpfchens, 
in den Achseln von l die Erneuerungssprosse. 7 unterer Teil des Stammes einer Mistel, den Ansatz 
und den Verlauf der Kindensaugstränge in der Wirtspflanr,e zeigend. A' — Ulf Keimung: K zwei Beeren 
an einem Bauniast, aus denen die Keimsjjrosse hervortreten; L der Keimsproß hat sieh am vorderen 
Ende mit einer Haftscheibe befestigt und hebt die Fruchtsclmle in die Höhe; M zwei Keimpflänzchen 
im zweiten Jahre, nach Abwerfen der Fruchtschale zur Zeit der Entfernung der Keimblätter. — 
Nach Le Maout und Decaisne, Sachs, Engler und anderen. 



§ Phoradendreae. Blüten in Gruppen in den Achseln von persistierenden 
Hoohblättern , oder extraaxilllär an den Internodien sitzend. Placenta zentral. 
Embryosäcke U- förmig aus der Placenta im Bogen in die Wandung des Frucht- 
knotens eintretend. — Dendrophthora (20 Westindien). — Phoradetidrou 
(100 Nord- und Südamerika). 

§ Arceiithobieae. Embryosäcke in der Placenta eingeschlossen bleibend 
und in dieser aufsteigend. Antheren mit einem Fach. — Arcevthobhttn 
(10 nördl. temp.); A. oxycedn (medit.); A. minidissimuyn (Himalaja) auf Pinus 
e.ccclsa, mit nur wenige Millimeter großem Sproß. Die Arten Nordamerikas den 
von ihnen bewohnten Coniferen besonders verderblich. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 177 
14. K. Santalales. 3. U.-R. Balanophorineae, 

§ Visceae. Blüten einzeln oder in Gruppen in den Achseln von persi- 
stierenden Hochblättern, selten endständig. Placenta basal. Antheren mit mehr 
als vier oder oo Fächern. — Viscum (110); V, alhuni, Mistel (Fig. 180), 
mit unter der Rinde wachsenden chlorophyllhaltigen Rindensaugsträngen und 
Senkern, in Europa und Asien; viele Arten in Afr., Amer. Austral. ; V. minimum 
auf der succulenten Euphorbia polygona (östl. Kapland), mit nur einige Millimeter 
langem Sproß. — Arten von 
Struthanthus, Phfhirusa und 
Phoradendron in Venezuela 
und wohl auch in anderen 
Teilen des trop. Amer. ent- 
halten in ihren Halbfrüchten 
bis zu 20 ''/o des Trockenge- 
wichts an gutem Kautschuk. 

3. Unterreihe Balano- 
phorineae. Placenta zen- 
tral, mit hängenden nack- 
ten, auf den Embryosack 
reduzierten Samenanlagen, 
die seltener frei an der 
Placenta hängen, häufiger 
in ihr eingeschlossen liegen. 
Chlorophyllose Wurzelpa- 
rasiten. 

Fam. Balanophoraceae. 

Blüten (Fig. 181) homoio- 
chlam. oder nackt, meist cT 9- 
cf: Blütenhüllblätter 3—4 
(selten 2 — 8), unterwärts ver- 
eint. Staubblätter ebensoviel 
oder 1 — 2, mit ein- bis viel- 
fächerigen Antheren. 9 '- Blü- 
tenhülle meist 0, Karpelle 
(1—2), selten (3—5); Griffel 
1—2 (oder 3 — 5). Frucht- 
knoten oberständig, mit einer 
zentralen, selten freien, hän- 
gende nackte Samenanlagen 
tragenden, häufig mit der 
Wandung des Fruchtknotens 
zusammenhängenden Pla- 
centa, in welcher in der Regel 
so viel Embryosäcke liegen, 
als Griffel vorhanden sind. 
Nuß oder Steinfrucht mit 
einem Samen. Nährgewebe -\-, ölreich. Embryo klein, ohne Keimblätter. 
Bisweilen (bei Balanopliora und Helosis) somatische Parthenogenesis. — Fleischige 
Wurzelparasitcn, reich an Stärke oder wachsartigem Balanophorin, mit knolligem, 
selten zylindrischem Rhizom, durch knollige Anschwellungen oder kurze Fortsätze 
den Nährwurzeln aufsitzend; Stengel mit Niederblättern, meist endogen im Rhizom 
entstehend und dasselbe durchbrechend; Blüten klein, in einfachen kopfförmigen 
oder kolbenartigen, seltener verzweigten Blütenständen. — 40 calid. 

Engl er, Syllabus. 12 




Fig. 181. A, D Balanophora dioica. B, C Balanophora elon- 
gata. A Habitus der (^ Pflanze, B cf Blüte. C Stück des 
$ Blütenstandes im Längsschnitt. D Frucht im Längsschnitt : 
k steriles Kölbchen, sa Samenanlagen, .s Samen, e Embryo, 
en Nährgewebe, f Fruchtwand. — A nacli Ball Ion, B—D 
nach Eng 1er. 



178 XIII. Abt. Embryophyfa siphonograma. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
14. R. Santalales. 3. U.-R. Balanophoriiieae. 15. R. Aristolochiales. 

Unterfam. 3Iystropetafoi(feae. Blüten ^f 9. nionöcinch, mit Blütenhülle, rf Blüten 
mit dreilappiaer zygoniorpher Blutenhülle und zwei Staubblättern. Plazenta mit drei 
hängenden nackten, auf den Embryosack reduzierten Samenanlagen. — Mystropetalum 

(2 Südafr.). 

Vuterfam. DarfylnHfhoifleae. ^f Blüten nackt, mit 1 — 2 Staubblättern. Q Blüten 
mit Blutenhülle. Blüten.stand verzweigt. — Darlylanthun (I Neuseeland). 

Unterfam. Snrcopliyfoideae. Q Blüten 
nackt. Placenta mit drei hängenden nackten, 
auf den EinV)ryosack reduzierten Samenanlagen. 
Kein Griffel. Rhizom stärkehaltig. Blutenstand 
verzweigt. — Sarrophyte (1) sanguinea (Süd- und 
Ostafrika). 

Unterfam. LopJiopJif/toideae. cf 
Blüten nackt, mit zwei Staubblättern. 9 
Blüten nackt, 
nackten, auf 
Samenanlagen. 
phoi»hyttini 
Brasil.). 

9 Blüten nackt. 




Fig. 182. A Diagramm der 
Asanim eiiropaeum. B desgl. 



Blüte von 
von Aristo- 



lochia sißho. — Nach Eich 1er. 



Unterfam. Scyhalioidpae. 




Placenta mit zwei hängenden, 

den Embryosack reduzierten 

Rhizom stärkehaltig. — Lo- 

(4); L. mirahüe (häufig in 

Fruchtknoten mit zentraler, 
oben freier, zwei oder mehr Embryosäcke einschließender Placenta. Griffel 2. 

Rhizom stärkehaltig. — ScyJtaliuni (4 trop. 
Amer.). — Ifelosis (4 trop. Amer.). — 
Mhopalofmemis (1 Java und Ostind.). 

Unterfam. liulanophoroideae, Rhi- 
zom Balanophorin enthaltend. 9 Blüten auf 
einen kegellörmigen , den Embryosack ein- 
schließenden Körper reduziert. — /ialano- 
plioi'a (12 trop. Asien und Austral.), apogam 
(s. oben); aus dem wachsartigen Harz des 
Grundgewebes werden Kerzen verfertigt. — 
Lainisflorffia (1) hypogaea (trop. Amerika), 
wie vorige zur Kerzenbereitung verwendet. — 
Thonningia (1) sanguinea (trop. Afr.). 

15 Reihe ARISTOLOCHIALES. Blüten 
zyklisch, homoiochlam. oder haplochlam., 
^ oder ■{• . Blütenhülle korollinisch. Frucht- 
knoten meist unterständig, 3 — 6 fächerig mit 
zentral winkelständigen Placenten, oder ein- 
fächerig mit wandständigen Placenten und 
00 Samenanlagen. 

Fam. Aristolochiaceae. Blüten (Fig. 182) 
homoioclilam., meist S, ^ oder •[ . Blüten- 
hülle meist dreigliedrig, vereintblätterig, 
korollinisch. Staubblätter 6 — 36, selten 5, 
frei oder mit dem Griffel vereint, meist mit extrorsen Antheren. Fruchtknoten 
meist unterständig, 4 — 6-, selten 5 fächerig, mit oo umgewendeten Samenanlagen 
in den Fächern. Samenanlagen mit zwei Integumenten. Kapsel. Samen mit 
Nälirgewebe und kleinem En)bryo. — Kräuter oder t>. letztere windend. Blätter 
©, meist einfach, ohne Nebenblätter. — Über 200. 



Fig. 183. A Aufbau von Aaarum euro- 
paeum, nach einem Stadium von Mitte April. 
Der untere schraffierte Teil ist der Sproß 
des Vorjahres, die Niedeiblätter sind ab- 
gefallen (nur die Narben der zwei obersten 
mit ihren im Austreiben begriffenen Achsel- 
sprossen sind dargestellt), die Laubblätter l' 
und l" noch erhalten, bei a die abgefallene 
Blüte de.s Vorjahres. In der Achsel des 
oberen Laiibtilattes l" der austreibende sym- 
podiale Erneueruiigssproß mit den vier 
Niederblättern 1 — 4, den beiden neuen 
Laubblättern l^ und l^ und der üipfelblüte b. 
— B GrunilriÜ des Ernenerumrsspro.sses aus 
der Achsel von l" der Fig A; Bedeutung 
der Buchstaben wie in dieser. — Nach 
Eich 1er. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Uiiterabt. Angiospermae. 

15. R. Aristolochiales. 



2. Kl. Dicotyledoneae. 179 



§ Asareae. Blüten ^. Fruchtknoten halbkugelig. Kräuter mit nieren- 
förmigen Blättern. — Asnrutn (13 nördl.-temp.); A, europamiin, Haselwurz 

(Fig. 183), liefert Rhizoma Asari. 

§ Apameae. Blüten ^. '^ mit länglichen Blättern. Fruchtknoten lineal. — 
10 ind.-nialay. — Apaina (5). 

§ A'ristolochieae. Blüten -j- . — Aristoforhia (180 trop. - temp.); 
^1. sipho (atlant. Nordamer.), Pfeifenblume, häufige Zierpflanze; A» serpejitaria 

(Nordaraer.), liefert Rhizoma Serpentariae; 
A. clematitis (Enr.) (Fig. 184), Osterluzei; A. longa 
und Ä. rotunda (Mittelmeergebiet) liefern Tubera 
Aristolochiae longae und rotundae; A. gigas 
(Bras.), A. gmndiflora (Westind.), A. Goldieana 
(Westafr.) mit riesigen, auffallenden, nach Aas 
riechenden Blüten oft in Gewächshäusern kul- 
tiviert. 

Fam. Rafflesiaceae. Blüten (Fig. 185) 
selten $, meist cf 9, haplochlam., ■^. Bluten- 
hülle 4- bis ögliedrig. Antheren go an der Unter- 
seite des scheibenförmigen Columnarandes, dicht 
unterhalb der ringförmigen Narben. Fruchtknoten 
meist unterständig, einfächerig und mit 4 oder 
6 — 8 wandständigen Placenten, oder mit oo ge- 
wundenen Kammern mit oo Samenanlagen mit 
einem oder zwei Integumenten. Beere mit oo 
Samen. Embryo ungegliedert, im Nährgewebe. 
— Parasiten mit thalloidischem Haftorgan ; 
Sprosse sehr kurz, mit Niederblättern und einer 
endständigen Blüte oder Blütentraube. — Etwa 25. 

§ RaJÖFlesieae. Eine endständige Blüte, 
Fruchtknoten unterständig mit oo unregelmäßigen 
Spalten, deren Wände mit co geradläufigen Samen- 
anlagen mit einem Integument besetzt sind. An- 
theren CO, in einem Kreis. — 10 trop. As. — 
RnJt'lesia (7 ind.-malay.); M, Arnoldii in 
Sumatra, die größte Blüte der Erde, mit 1 m 
Durchmesser; JR. jMitnia auf Java; beide auf 
Wurzeln von Cissus- Arien. 

§ Apodantheae. Eine Endblüte. Frucht- 
knoten unterständig, einfächerig, mit wandstän- 
digen, sitzenden »Samenanlagen mit zwei Inte- 
gumenten. Antheren in zwei oder drei Kreisen. 

Stamm Parasiten. — Apodanthes (2 Brasil., auf Arten der Flaeourtiaeeae). — 
Pilostfjles (8 Amer., Afr., Syr., auf Leguminosen). 

§ Mitrasteraoneae. Eine Endblüte. Fruchtknoten oberständig, mit wand- 
ständigen Samenanlagen mit einem Integument. Antheren miteinander ver- 
wachsen. — Mitrastemon (2 Formosa, Süd Japan). 

§ Cytiiieae. Blüten in endständiger Traube. Antheren in einem Kreis. 
Fruchtknoten unterständig, mit verzweigten Placenten. — Ci/tintts (3); C. 
hypocistis auf den Wurzeln von Cisius im Mittelmeergebiet; eine zweite Art 

12« 




Fig. 184. Aristolochia clematitis. 
A Blüte vor, B Blüte nach der Be- 
stäubung im Längsschnitt; vergr. — 
Nach Sachs. 



180 



xm. Abt. Embryophyta siphonogania. 2. ünterabt. Angiosperraae. 
15. R. Aristolochiales. 16. R. Polygonales. 



2. Kl. Dicotyledoneae. 



in der Kapkolonie auf der Komposite Eriocephalus racemosus; eine dritte in 
Madagaskar auf dem Stamm der Hamamelidacee Dicoryphe. — Scytanthus 
(4 Mexiko). 

Fam. Hydnoraceae. Blüten 3 — 4gliedrig, $, -0^, haplochlam. Blütenhülle 
röhrig, mit 3 — 4 fleischigen, klappigen Abschnitten. Staubblätter 3 — 4, an der 
Innenseite der Röhre, seitlich miteinander verwachsen, mit oo linienförmigen, 
parallelen Pollenfächern; bisweilen auch noch drei tiefer stehende Staminodien 
vorhanden. Fruchtknoten einfächerig, mit drei Gruppen wandständiger, platten - 
förmiger Placenten mit oo geradläufigen Samenanlagen mit einem Integument. 
Beere mit fast holziger, bisweilen quer aufspringender Schale. Nährgewebe aus 
Perisperm und Endosperm bestehend, mit kleinem, kugeligem oder eiförmigem 
Embryo. — Hydnora (8 Afr.). — I*rosopanc7ie (2 Argentinien); Fr. Bur- 
meisteri auf den Wurzeln von Prosopis- Arten oft massenhaft auftretend; Früchte 
zur Schweinemast dienend. 




Fig. 185. A, B Cytinus hypocistis. A Diagramm der c^, B der 9 Blüte: s die Scheidewände, welche 
die Staminalsäule mit der Röhre der Blütenhülle verbinden. C Rafflesia Arnoldii. Längsschnitt durch 
die 9 Blüte; die Blütenhülle ist rechts und links weggebrocheu ; a die Rinne, in welcher die hier 
rudimentären Antheren sitzen, g Griffel mit Narben, fr Fruchtknoten mit oo Samenanlagen, n Nährwurzel 
mit den zahlreichen Gewebesträngen des Parasiten. — A, B nach Eichler, LeMaout und üecaisne, 

C nach R. Brown. 



16. Reihe POLYGONALES. Blüten haplochlam. bis heterochlam. , ^. 
Fruchtknoten oberständig, einfächerig, mit einer grundständigen, aufrechten, nur 
selten mit einer umgewendeten Samenanlage mit zwei Integumenten. Blätter 
meist mit Ochrea. 

Fam. Polygonaceae. Blüten (Fig. 186) zyklisch, haplochlam. bis heterochlam., 
2 oder cf 9, ■^- Blütenhüllblätter 3 — 6. Staubblätter 6 — 9, seltaner weniger 
oder mehr, teilweise verdoppelt. Karpelle (3) oder (2), selten (4), mit 3, 2 oder 
4 Griffeln. Nuß. Samen mit reichlichem, mehligem Nährgewebe. Embryo 
gerade oder gekrümmt. — Kräuter, seltener Sträucher oder t?, mit meist ©, selten 
gelappten oder gespaltenen Blättern, meist mit stengelumfassender, häutiger oder 
fleischiger Ochrea. Blüten meist klein, in zusammengesetzten Blütenständen. 
— Etwa 800. — Einteilung nach H. Gross. 

Unterfam. Eriof/Oftoideae. Protagma (Tragblattkomplex) quirlständig 
(sehr selten auch wechselständig). Ochrea fehlend. Blüten dreigliedrig. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 

16. R. Polygonales. 



2. Kl. Dicotyledoneae, 181 



§ Hollisterieae. Involukrum fehlend oder undeutlich. — Pterostegia (1 Kalif.). 

§ Erigoneae. Involukrum deutlich. — Ghorizanthe (34 Kalif., Chile). 
— Eriogonum (120 westl. Nordamer. und Mexiko). 

Unterfara. I*olyf/o tioldeae. Protagraa weehselständig. Ochrea stets vor- 
handen. Bliiteji trimer oder pseudopentamer (3 -\- 2gliedrig). Nährgewebe nicht 
zerklüftet. 

§ Rumiceae. Blüten trimer oder durch Reduktion dimer (Oxyria). Nur 
1 Vorblatt vorhanden oder seltener beide fehlend. Oft entweder markständige 
Gefäßbündel oder intraxyläres Leptom. — Biitnex (etwa 100, größtenteils *)\ 
JB. «rc^o.s'a (Sauerampfer) und B. patientia Gemüsepfanzen; B. hymenosepalus 
(Texas) liefert in den Wurzeln Gerbstoff (Canaigre). — Oxyria (1 arktisch 




Fig. 186. Diagramme von Eheum 
(A), Rumex(B), Polygonum fago- 
pyrum (C) und P. lapathifolium 
(B). Deck- und Vorblätter sind 
weggelassen, " — Nach -"War ming. 




schnr 



Fig. 187. Eheum officinale. A Blüte im Längs- 
schnitt: d Diskuslappen, sa die aufrechte Samen- 
anlage. £ Frucht: sc/tw Schwiele, fr der den Samen 
umschließende Teil der Frucht, fl Flügel der- 
selben, gr Griffelreste. — Nach Baillon.j 



u. alpin., 1 Zentralas.). — lihettni (20 von Sibirien bis Palästina und Rumelien) 
(Fig. 187), Rhabarber; Wurzel und Rhizom enthalten oft Chrysophansäure; Hh, 
pnlnifttum (Westchina) und Rh. offtvinale (Tibet, Westchina) liefern den off. 
chinesischen Rhabarber (Rhizoma Rhei); Rh. rJiaponticum, Rh. undidatutn 
und andere sind Gemüsepflanzen, deren Rhizome und Wurzeln auch zum Ver- 
fälschen des echten Rhabarbers benutzt werden. 

§ Polygoneae. Blüten pseudopentamer oder dimer, sehr selten aus- 
nahmsweise trimer. Stets 2 miteinander verwachsene Vorblätter. Intraxyläres 
Leptom stets fehlend. 

* Oxi/goninae. Kräuter. Receptakulum an der Frucht anthokarpartig, persistierend 
und auswachsend. — Oxygonuvi (etwa 7 Afr.). 

* Alraphaxidinae. Hträucher. — Älraphaxis (17). — Calligonum (20). — Alle in Steppen 
des östl. Mittelmeergebietes und Zentralasiens. 

§ Polysoninae. Receptakulum nicht anthokarpartig, nicht auswachsend. 
Kräuter oder Halbsträucher. — JPolf/f/onnni (150 meist temp.), Knöterich; 
P. tindorium (China) liefert chinesischen Indigo; P. bistorfa ( < ), Natterwurz, 
Futterpflanze, das Rhizom (Rad. Bistortae) Volksheilmittel; P. aviculare, 
Vogel knöterich, liefert die viel gebrauchten Herba und Semen Polygoni. — 
F(((/opyrtnn (2); F. esculentuin (Mittel- und Ostasien; auf Sandboden 
kultiviert), Heidekorn, Buchweizen, liefert die Heidegrütze, dient auch 



182 XIII. Abt. Embryophyta sipbonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
17. R. Centrosperniae. 1. U.-R. Chenopodiineae. 

wie F. iataricum als Bienenfutterpflanze. — Koeni(/ia (1) islandica 
(circum polar). 

Unterfam. Cocvoloholdeae. Protagma wechselständig. Ochrea vor- 
handen (sehr selten fehlend), bisweilen stark reduziert. Blüten trimer oder 
pseudopentanier. Nährgewebe zerklüftet. 

§ Triplaridoao. Blüten trimer, rj' 9. zweihäusig, oder wenn 5, dan*!! nur drei Staub- 
blätter vor den inneren BIntenhtillblättern. — Nur Stidamer. — Triplaris (10). 

§ C()CC<>l()beae. Blüten pseudopentamer, $ oder a' 9, dioecisch. — Antigonon 
(3 — 4 Mexiko, Mittelamer.); A. leptopus (West-Mexiko), rankendes Kraut, häufig 
als Zierpflanze kultiviert. — Mühlenhechia {IbjC); M. platyclada (Salomoninseln) 
mit Flachsprossen (Cladodien), in Warmhäusern kultiviert. — Coccoloba (125 
Amer. calid.); C. uvifera in Warmhäusern. 

c. Reihe mit haplochlam., hocbblattartifi^er oder korollinischor Bltttenbülle. 
Hutorochlam.vdie ancb schon mehrfach aaftreteud. 

17. Reihe. CENTROSPERMAE. Blüten i) oder zyklisch, homoiochlam. 
oder heterochlam. Staubblätter häufig so viel wie Blütenhüllblätter und vor 

diesen, aber auch oo — 1. Karpelle oo — 1, 
meist vereint. Fruchtknoten meist ober- 
ständig, seltener unterständig, selten mehr- 
fächerig, meist einfächerig, mit oo — 1 krumm- 
läufigen (campylotropen) Samenanlagen (Fig. 
188) mit meist zwei Integumenten (ausge- 
nommen Cynocramhaceae). Nährgewebe nur 
Perisperm. Embryo gekrümmt. Meist 
Kräuter, sehr häufig mit eigenartigem Dicken - 
Wachstum. 




Fig. IHs Samenanlagen Atr Centrosperniae. 
A, B Chenoijodimn quinoa; A Fruchtknoten 
im Längsschnitt, B Samenanlage im Längs- 
Bchnitt. C PoHulaca spec. : Samenanlage 
im Längsschnitt. 



1. Unterreihe Chettopotlihteae. Bluten- 
hülle stets homoiochlam., brakteoid, nicht 
über fünfßldtenhüllbiätter. Staubblätter 
meist vor diesen. Fruchtknoten meist 
mit einer einzigen Samenanlage. 

Fam. Chenopodiaceae. Blüten ©, haplochlam., 5 oder cf 9, meist -0. 
Blüten hüllblätter 5, 3, 2 (selten 4, 1, 0), dachig. Staubblätter so viel oder 
weniger als ßlütenhüllblätter und vor diesen, in der Knospe einwärts gebogen. 
Karpt'lle (2), seltener (3 5), mit meist ebensovielen Griffelschenkeln. Frucht- 
knoten oberständig, seltener halbunterständig, einfächerig, mit einer grundstän- 
digen Samenanlage. Nuß, oder mit Deckel sich öffnende, von der bleibenden 
Blütenhülle umgf^bene Frucht. Embryo gekrümmt oder spiralig eingerollt, der 
Samenschale anliegend. — Meist Kräuter, selten t?, "^ letzterem Fall oft mit 
eigenartigem Holzbau (anormales Dickenwachstum), mit meist ©, kahlen oder 
behaarten (oft eigenartige Blasenhaare), oft fleischigen, ganzrandigen oder un- 
regelmäßig gezähnten Blättern ohne Nebenblätter und sehr kleinen, unschein- 
baren Blüten in mei.«t knäueligen, trugdoldigen, racemös vereinigten Teilblüten- 
Btänden (Fig. 189). — Etwas über 500, meist Bewohner der Steppen und Wüsten, 
insbesondere auf Salzboden; ein Teil weitverbreitete Ruderalpflanzen. 

A. Cyclolobeae. Embryo ring- oder hufeisenförmig, das Nährgewebe umfassend, 
a. Wurzeln und Stamm mit normalem Dickenwachstum der primären 
Bündel. 

§ PolycFiemeao. Kräuter oder Halb.sträucher mit $ Einzelblüten in den 
Ach.seln der Tragblätter. — l'olyctirmum (5 medit., Eur.). 



XIII. Abt. Enibryophyta siphonogania. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 183 
17. R. Centrosperniae. 1. U.-R. Chenopodiineae. 

b. Wurzeln, oder auch bei längerem Dickenwachstum der Stamm mit 
extrafascialem Cambium. 

ci. Früchte nach der Reife oder bei der Keimung mit Deckel sich 
öffnend. 

§ Beteae, — Hahlitzia (1) tamoides (Kaukasus), Kletterpflanze. — Beta 
(6 medit.); B. i^ulf/at'is (Küsten Südeuropas), Mangold, rote Rübe, Futterrübe; 
die Var. rapa, Zuckerrübe, liefert durchschnittlich 12 — 14°/o Zucker. 
ß. Früchte meist geschlossen oder unregelmäßig zerreißend. 

I. Blüten in knäneligen, seltener ährigen Infloreszenzen. Griffel- 
schenkel ringsum papillös. 

1. Früchte bis zur Reife von der Blütenhülle oder von Vor- 
blättern umhüllt. 

§ Chenopodieae. Blüten meist $, proterogyn. Staubblätter 1 — 5. Blüten- 
hüilblätter meist krautig, frei oder höchstens bis zur Mitte vereint. Meist 
Blasenhaare. — Chenopodimn (etwa 6U, meist temp.); Cli, qirinoa (Anden 
von Peru) (Fig. 188 A — B und 190), Reismelde, wird als Mehlfrucht kultiviert; 



o^ 



p,1: 



5^ ^ .- 




@ 



(0) 




Fig. 189. A (irundriß eines Blütenknäuels von Chenopodmm album, B von Beta longispicata (mit 
dimerem Ovar gedacht, paßt dasselbe auch für Suaeda maniima), C von Chenopodiuni album an der 
Basis eines Zweiges 2. D Verzweigungsschema des Blütenstandes von Echinopsüon eriophorum: 
z Bereicherungszweig. E, F Atnplex litoralis: E Grundriß eines Blütenknäuels, jP Axillarzweige mit 
serialen Beisprossen, die in F^ sämtlich zu 9 Blüten ausgebildet sind, während in F^ der oberste 
noch zu einem Laubsproß z entwickelt wurde G, H Salicornia herbacea. G Stück des Blüten- 
standes. jH Grundriß desselben (um 90° gedreht). — Nach Eich 1er. 

Ch. anibrosioides (Mexiko, in den Tropen viel kultiviert), liefert Herba 
Chenopodii, die vielfach off. ist; Ch. capitatum und Ch. folioswn (beide Süd- 
europa) liefern den sogen. Erdbeerspinat. 

§ Atripliceae. Blüten meist cf $• cf Doit Blütenhülle und ohne Vor- 
blätter, $ ohne Blütenhülle und mit Vorblättern. Blasenhaare oder Sternhaare. 

— Atripleoc (100 temp., subtrop.), viele Unkräuter; A. hortense (Europa, 
Sibir. , viel kult.) liefert Gemüse. — Spinacia (4 Orient); S. oleraceaf 
Spinat, Gemüsepflanze. 

§ Camphorosmeae. Blüten J, ohne Vorblätter. Staubblätter 4 — 5. Blütenhülle 
häutig, höchstens bis zur Mitte frei. Blätter seidenhaarig. — Camphorosma (7 Südeur., As.) 

— liochia (:30 P^ur., As., Nord- und Südafr., Austral.); K. scoparia, Besenkraut, mit der im 
Herbst rot werdenden Var. trichophüa (Feuer husch). 

2. Früchte bei der Reife nackt. 
§ Corisperuiae. — Corlspermum (12 Südeur., As., westl. Nordamer.). 

II. Blüten in keuligen oder zapfenähnlichen Infloreszenzen oder 
in Höhlungen scheinbar blattloser Zweige. 



184 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. TJnterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
17. R. Centrospermae. 1. U.-R. Chenopodiineae. 

§ Salicornieae. — Salicornia (9 auf Salzboden). — Arthrocnemum (7 As., 
Afr., Austral., Nordam.). 

B. Spiroloheae. Embryo spiralig aufgerollt; Nährgewebe fehlend oder 
durch den Embryo in zwei gesonderte Massen geschieden. 

a. Blüten (f O, ohne Vorblätter, die cf nackt in ähriger Infloreszenz, 
die 9 einzeln axillär. 

§ Sarcobatideae. — Sarcobatus (1 Nordamer.), Strauch. 

b. Blüten 5 und (^ 9> mit Vorblättern, in Knnueln in den Achseln von 
Tragblättern oder von gegenständigen Scheidenblättern. 

§ Suaedeae. Vorblätter klein. Grifl'elschenkel 
ringsum papillös. Blätter fleischig, kahl. — Suaeda 
(40 an Meeresküsten und in Salzwüsten). 

§ Salsoleae. Vorblätter so groß oder 
größer als die Blütenhüllblätter. Griffelschenkel 
nur innen papillös. Blätter meist mit Faden- 
haaren. — Traganum (2 Nordafr. , Arab., 
Kanar.). — Haloxißlon (10 Südeur. , As.); 
H. ammodendron, Saxaul, eigenartiger, krüp- 
peliger Baum in den Steppen Vorderasiens. — 
Salsola (40 meist jl); 8. kali (_•_); 8. soda 
(medit.) u. a. liefern Soda. — Anahasis (17 
medit., As.). 

Fam. Amarantaceae. Blüten (Fig. 191) ©, haplochlam., 5, selten cT 9, ^. 
Blütenhüllblätter 4 — 5, meist häutig, frei oder zusammenhängend. Staubblätter 
1 — 5, vor den Blütenhüllblättern, am Grunde + vereint, zwischen den Staub- 
fäden oft petaloide Bildungen (Zipfel). Karpelle (2 — 3), mit einfachem oder 
2 — 3 spaltigem Griffel. Fruchtknoten oberständig, einfächerig, mit oo — 1 grund- 
ständigen, aufrechten oder an langem Funiculus hängenden, campylotropen Samen- 
anlagen. Nuß, selten Beere. Samen linsen- oder nierenförmig, zusammen- 




Fig. 190. Chenopodium quinoa. A Frucht 
im Längsschnitt, B im Querschnitt, letztere 
mit Weglassung der Blütenhülle; frs 
Fruchtschale, ss Samenschale, e Embryo, 
en Perisperni. — Nach Volke na. 




A B 

Fig. 191. Amarantus eaudahin. A Teilblütenstand. B cj" Blüte 

D Frucht. — Nach Bai Hon. 




C $ Blüte im Längsschnitt. 



gedrückt oder geschwollen , mit meist glänzender Schale und mehligem 
Nährgevvebe. Embryo ringförmig, peripherisch, mit dünnen Keimblättern. — 
Kräuter oder Sträucher, mit gegenständigen oder wechselständigen, ganzrandigen 
Blättern ohne Nebenblätter. Blüten klein, oft zum Teil steril, in Trugdöldchen, 
welche zu ährigen und. rispigen Blütenständen vereint sind. — Etwa 500 
calid. — temp. 

§ Celosieae. Fruchtknoten mit oo — 2 Samenanlagen. Theken der Antheren 
zweifächerig. Blätter abwechselnd. — Celosia. (55 calid.); C. cristafa (Ostind.), 
eine Form mit verbänderten Blütenständen als »Hahnenkamm« häufig kult. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. XJnterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 185 
17. R. Centrospermae. 2. Ü.-R. Phytolaccineae. 

§ Amaranteae. Fruchtknoten mit einer Samenanlage. Theken der An- 
theren zweifächerig. 

* Amarantinae. Samenanlagen aufrecht, an kurzem Funiculus. — Ama- 
rantus (55 calid.); mehrere sind Ackerunkräuter, andere Zierpflanzen. 

* Achyranthinae. Samenanlagen an langem Funiculus hängend. — Acrua (10 As., Afr. 
calid.). — Ptüotus (60 Austral.) — Achyranlhes (15 calid.). 

§ Gomphreneae. Fruchtknoten mit einer Samenanlage an langem Funiculus. Theken 
der Antheren zuletzt einfächerig. — Alternanihera (70—80 calid.). — Gomphrena (90 — 100 
calid.). — Iresine (20 Amer. calid.). 

2. Unterreihe J'/»2/''^^occm<'tte. Blütenhülle haplochlam. his heterochlam., 
mitNeigung zur zyklischen Anordnung. Staubblätter bisweilen in größerer 
Zahl. Karpelle bisweilen nur wenig vereint. 

Fam. Nyctaginaceae. Blüten haplochlam., aber oft von kelchartiger 
Außenhülle umgeben, $ oder cf 9 , ® oder meist ^. Blütenhüllblätter (5), 
korollinisch, bei der Reife der untere Teil um den Fruchtknoten meist als 
»Anthokarp« erhalten bleibend. Staubblätter 1 — 5, seltener bis 30, Filamente 
unterwärts verwachsen, meist ungleich lang. Ein Karpell. Fruchtknoten ober- 
ständig, mit einer grundständigen, anatropen oder cam- 
pylotropen Samenanlage. Dünnwandige Schließfrucht. 
Embryo im Perisperm-Nährgewebe. — Kräuter und t> 
mit meist gegenständigen Blättern und in Trugdolden 
stehenden Blüten. Hochblätter am Grunde der Blüten, 
frei oder vereint, bisweilen petaloid, oft eine kelchähnliche 
Hülle bildend. — Raphidenschläuche. Dickenwachstum 
des Stengels und der Wurzel wie bei den Phytolaccaceae. 

— 160 calid., meist Amer. ^ Fig. 192. MirdbiUs viscosa. 

§ Mirabileae. Blüten meist $. Embryo hakig ^ ^'■^'=^* '" ^^"g«-' ^ '™ 

1 •• .L /TTi- 1 (\n\ TT- •• i u- TT TU i •• 1 Querschiutt i aw FruchtbüUe 

gekrümmt (Fig. 192). — Krauter bis Halbstraucher. — (Anthocarp), fr eigentliche 

Mirahilis (24, meist Amer.); M. Jalapa (Mexiko), Frucbtschaie. 

Wunderblume, Zierpflanze, liefert die falsche Jalapa; — Nach Heimerl. 

M. longiflora, kult. — Boerhavia (24 trop.). — Bou- 

gainvilfea (7 Südam.); B. spectabiUs (Brasil.), Zierpflanze mit großen, schön 

gefärbten Hochblättern. 

§ Pisonieae. Blüten meist (j^ 9- Embryo gerade, "t?. — Pisonia (30 trop.). — 
Neea (80 trop. Amer.); N. theifera (Brasil.), zu Tee verwendet. 

Fam. Cynocrambaceae. (Theli/gonaeeae.) Blüten haplochlam., cf 9- cT ^nit zwei- 
bia dreiteiliger oder 4-5 lappiger Blütenhülle uad 10 — :-J0 Staubblättern auf konkaver Achse, 
am oberen Teile des Stengels den Blättern gegenüberstehend. 9 Blüten mit kleiner, 
keulig- röhriger, verwachsenblätteriger, drei- bis vierzähniger Blütenhülle. Fruchtknoten 
obei-ständig, ein Karpell mit grundständigem Griffel und einer Samenanlage mit einem 
Integument. Steinfrucht. Samen mit gekrümmtem Embryo und knorpeligem Nährgewebe. 
9 Blüten in dreiblütigen Trugdöldchen in den Blattachseln. — Einjährige Kräuter, sym- 
podial, mit unterwärts gegenständigen, fleischigen, eiförmigen Blättern und häutigen, zer- 
schlitzten Netjenblättern. — Cynocramhe (2); C . proslrata (^^ Thelygonum ey nocr a m be) {medit., 
Kanaren); C. macraniha (Zentralas.). 

Fam. Phytolaccaceae. Blüten zyklisch, meist haplochlam., selten hetero- 
chlam., $ oder c/" 9, -0^. Blütenhüliblätter meist 4 — 5, selten 8 — 10. Staub- 
blätter 4 — 5 oder 8 mit getrennten oder verwachsenen Filamenten. Karpelle 
1 — CO, frei oder vereint. Griffel 1 — oo. Fruchtknoten oberständig, selten unter- 
ständig; jedes Karpell mit nur einer campylotropen (amphitropen) Samenanlage 
an der Bauchnaht. Schließfrucht oder fachspaltige Kapsel. Mehliges Perisperm. 
Embryo gekrümmt. — Kräuter oder t? mit ungeteilten Blättern mit oder ohne 




186 



XIII. Abt. Enibryophyta siphonogama. 2. ünterabt. Angiospermae. 2. Kl. Uicotyledoneae. 
17. R. Centronpennae. 2. Ü.-E. Phytolaccineae. 3. U.-R. Portulacineae. 



Nebenblätter und unscheinbaren Blüten in Trauben oder Trugdolden. — Im 
Blattgewebe häufig Raphidenschläuche. Außerhalb des ursprünglichen Leit- 
bündelringes werden sukzessiv neue Leitbündel angelegt, welche nicht in die 
Dicke wachsen. — Etwa 115 calid. 

Unterfam. Ph ytolacvoidetie. Mikropyle der Samenanlagen nach unten 
und außen. Drusen von Kalkoxalat nie vorhanden. 

§ Phytolacceae. Karpelle 2 — ex, frei oder vereint, ßlütenhüllblätter 
frei oder unterwärts wenig vereint. — Phytolarca (26 trop., subtrop.); P, 
(Ici-ftudra (Nordsimer., im Mediterr. und südl. Mitteleur. oft verwildert) (Fig. 193), 
liefert in den Beeren schwarzroten Farbstoff zum Färben von Weinen usw.; 
P. dioica (Südamer.) mit dickfleischigem Stamm, oft kultiviert. 

§ Ojrostonioneae. Karpellc (2— oo). Griffel frei. Blütenhüllblätter bis zur Mitte 
oder darüber vereint. — Austral. — Gyrostemon (6). 

§ RiviDoae. Ein Karpell. Blntenhüllblätter meist frei. Schließfrucht. — Seguieria 
(23 Südamer.) mit kalireichem Holz. — Ridna (3 trop. Amer.). 

Unterfam. Stegtinspertnatoideae, Mikropyle der Samenanlagen nach unten und 
innen. Kalkoxalat in Drusen. Karpelle (3 — 5). Griffel 3-5. Kapsel. — Stegnosperma 
(1 Zentralam.). 

Fam. Aizoaceae. Blüten zyklisch, haplochlam. oder heterochlam., $, ^. 
Blütenhüllblätter 4 — 5, frei oder vereint, hochblattartig. Staubblätter 5 ( — 3) 

oder CO (durch Spaltung?), die 
äußeren in petaloide Stamino- 
dien umgewandelt. Karpelle 
(2 — oo), meist mit oo anatropen 
oder campylotropen Samenan- 
lagen. Fruchtknoten ober- oder 
unterständig, 2 — cc fächerig, 
selten einfächerig. Kapsel ver- 
schieden. Embryo gekrümmt, 
das mehlige Perisperm-Nährge- 
webe umschließend. — © oder 2|- Kräuter oder Halbsträucher mit fadenförmigen 
oder fleischigen Blättern. Nebenblätter oder trockenhäutig. Blüten cymös. — 
In den primären Leitbündeln erli^scht das Kambium früh; außerhalb der ersten 
werden eine oder mehr neue Kambiumschichten gebildet. — 600 meist Afrika. 

Unterfam. Molliiginohh ae. Blütenhüllblätter nur wenig vereint. Petaloide 
Staminodien -f- oder 0. Fruchtknoten oberständig. — 60 calid., meist Steppen- und Wüsten- 
pflanzen. — Mollugo (15 calid.). 

Unterfam. Ficoldcae. Blutenhülle mit längerer oder kürzerer Röhre. 

§ Sosnvieao. Fruchtknoten oherständig. Kapsel mit Deckel. Staminodien 0. — 
Sesuvium (5) am Strande der calid. Meere. 

§ Aizneao. Fruchtknoten oberständig. Kapsel fachspaltig. Staminodien 0. — 
AizooH (10 medit. und \VüHten|)flanzeii). 

§ Mesembriaiithomeap. Fruchtknoten unterständig. Staminodien 
oder +. — Tetruf/onia {60 * u. Ostas); T. expansa (Ostas., Polynes.), Neu- 
seeländischer Spinat, als Blattgemüse in Europa viel kultiviert. — Mcsetn- 
hHtnitliennntt. (400 meist Südafr., wenige trop. Afr. u. medit.; einzelne weit 
verl)reitet); M. cridallinuin (Kapland) u. a. A. als »Eiskräuter« viel in Gärten 
kultiviert; M. cdule (Kapland) liefert Gemüse und die wie Obst genossenen 
»Hottentotten feigen«. 

3 Unterreiho I'ortutarineae. Blütenhülle heterochlam.; 2 Kelch- und 
4-5 Blumenblätter. 




Fig. 193. Phytolaeea deeandra. A Diagramm. B Blüte. 
C Gynaeceiim im Längsschnitt. — Nach Eichler u. a. 




XIII. Abt. Embryophyta siphonogama 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 187 
17. R. Centrospermae. 3. U.-R. Portulacineae. 4. U.-R. Caryophyllineae. 

Farn. Portulacaceae. Blüten zyklisch, heterochlam., $, -^. Kelchblätter 
meist 2 (bei Lewisia 4 — 8). Blumenblätter 4 — 5, hinfällig. Staubblätter fünf, 
vor den Blumenblättern, oder weniger oder b -\- b "oder cc (durch Spaltung). 
Karpelle (3 — 5); Griffel 3 — 5. Fruchtknoten ober- oder seltener halbunter- 
ständig, einfächerig, mit 2 — <x) can)pylotropen Samenanlagen an der grund- 
ständigen Placenta. Kapsel. Embryo gekrümmt, das Nährgewebe umschließend. 

— Kräuter oder Halbsträucher mit fleischigen Blättern und trocken häutigen 
Nebenblättern. — Blüten meist unscheinbar. Normale Stammstruktur. — 210 
meist Amer. — Calandrinia (100 Amer., Austral.). — (Jlai/tonia (20 j!l, Austral). 

— Montia (1) fontana (weit verbr.). — I*ort'Ul((ca {30 ^); P, oleravea 
(Kosmopolit, in den Tropen auch kult.), Gemüsepflanze; P. grandifora, Zier- 
pflanze mit reizempfi-ndlichen Staubfäden (Fühlpapillen). — Lewisia (3 Kalif.); 
L. redivia (sehr widerstandsfähig gegen Austrocknung). 

Farn. Basellaceae. Blüten ©, heterochlam., $, ■^. Kelchblätter 2. Blumen- 
blätter 5, unterwärts mehr oder weniger vereint. Staubblätter fünf, vor den 
Blumenblättern und ihnen angeheftet. Karpelle (3), meist mit drei Griffeln. 
Fruchtknoten oberständig, einfäche- 
rig, mit einer grundständigen, an 
kurzem Funiculus sitzenden, auf- 
rechten , campylotropen Samen-, 
anläge. Nuß. Samen mit ring- 
förmig gebogenem Embryo und 
meist sparsamem Nährgewebe. — 
Rechts windende Kräuter. — Etwa 
15, meist Amer., wenige As. u. Afr. 

§ Eubaselleae. Staubfäden 
in der Knospe aufrecht. — Basella 
(1) alba (Ostindien, in den Tropen 
und Subtropen kult.), Gemüse- 
pflanze. — Ullueus (1) tuherosus 
(südam. Anden), vielfach kult.; die 
Knollen der Pflanze werden gegessen. 

§ BousKiuganltieae. Staub- 
fäden in der Knospe gekrümmt. 

— Boussingaultia (10 trop. Amer.); B. haselloides liefert kartoffelähnliche Knollen 
und wird deshalb kultiviert; häufig auch Zierpflanze. 

A. X^niQvreWie Caryophyllineae, Blütenhülle heterochlam., mit ebensoviel 
Kelchblättern wie Blumenblätter vorhanden sind. Blüten vollkoniraen 
zyklisch, bisweilen apopetal. 

Farn. Caryophyllaceae. Blüten (Fig. 194) zyklisch, heterochlam., selten 
apopetal, fünf- (selten vier-)gliederig, diplostemon, seltener haplostemon , meist 
55,^. Karpelle (5— 2). Fruchtknoten oberständig oder halbunterständig, meist 
einfächerig, selten 2 — 5 fächerig, mit 1 — oo anatropen oder campylotropen Samen- 
anlagen auf grundständiger Zentralplacenta, oder Samenanlagen zentral winkel- 
ständig. Kapsel oder Beere. Samen mit Nährgewebe und gekrümmtem Embryo. 

— Kräuter oder Halbsträucher mit ungeteilten, meist schmalen, gegenständigen, 
seltener abwechselnden Blättern, bisweilen mit Nebenblättern. Blüten meist in 
trugdoldigen, zu Rispen vereinigten Blütenständen. — Etwa 1450, meist temp. 

Unterfam. Alsitioideae. Kelchblätter frei. Staubblätter häufig perigyn. 




[¥^i(\h})} 



\^ 



Fig. 194. Diagramme von Caryophyllaceen : A Agro- 

stemma, B Sagina, C Stellaria, D. Corrigiola, E. Herni- 

aria , P Paronychia; w Stelle des Wickelzweiges. — 

Nach Eich 1er. 



188 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
17. R. Centrospermae. 4. U.R. Caryophyllineae. 

a. Kapsel, mit Zähnen sich öffnend. 

§ Alsiiieae. Griffel frei BLätter ohne Nebenblätter. — Stellaria (100 -|-); 
Si. modia. Vogelmiere (kosmopol.j, oft apopetal. — Cerastiiini (etwa 100 ^). 
— Holosicum (6 Eur., temp. As.). — Saf/ina. (20 meist jl). — Miiiuavtia 
(Alsine, 60^^). — Avettaria {100 ^). — Moehringia (20 _*_). 

§ Sperguleae. Griffel frei. Blätter mit Nebenblättern. — Spergtila^Z temp.); 
Sp.€irvensis(EMr.), Spergel, Futterpflanze. — Spergularia{20-~-, viele halophil). 

§ Polycarpeae. Griffel unterwärts vereint. — Viele trop., subtrop., einige 
auch T. — Fohjcarpoii (6 temp. — calid.); P. tdraphyllum (medit.). — Polycar- 
paea (30 trop.). 

b. Schließfrucht. 

§ Parouychieae. Blüten alle $. Nebenblätter -|-. 1 — 4 Samenanlagen. — 
Cor/v/7?'o/a(] 2 medit., and., Südafr.). — Oy)iinocarpns{\) fruticosi(s{a,h.-aTah. Wüsten- 
geb., Kanaren), Futterpfl. f. Kamele. — Paronychia (40temp., calid.). — Hrrrnaria 
(20 medit.), Briichkraut; H. glabra und H. hirsuta liefern die vielfach off. Herba 
Herniariae. — lllecehrum (1 medit. u. Eur.). — Meist Sand- u. Steppenpflanzen. 





Fig. 195. Scleranthus annutis. A Blüte. B Blüte im 

Längsschnitt. C Frucht im Längsschnitt. — Alles stark 

vergrößert. — Nach Warming. 



Fig. 196. Viscaria. Dia- 
gramm. — Nach War- 
ming. 



§ Sclerantheae. Blüten alle 2. Nebenblätter 0. 1 — 2 Samenanlagen. 

— Scleranthus (10 Eur., As., Afr., Austr.) (Fig. 195), apopetal. 

§ Pterantheae. Blüten zu je drei vereint, die seitlichen verkümmernd, 
die mittlere ?. Samenanlagen einzeln. — Medit. Steppen- und Wüstenpflanzen. 

— Pteravthus (1 Nordafr., Westas.). 

ünterfam. SUenoidcae» Kelchblätter vereint. Blumen- und Staubblätter 
hypogyn, häufig auf einem stielförmigen Internodium. Griffel frei. 

§ LycllDldeae. Kelch mit Kommissuralrippen. Blumenblätter in der Knospe 
wechselwendig. — Af/rttstemnia (2 medit.); .4. gifhago, Kornrade (medit.), 
überall im Getreide. Samen giftig. — Viscaria (5 Eur., As., Am.); V. viscosa, 
Pechnelke. - Silene (300 ^*_ und Afr.). — Lychnis (10 Eur., Sibir.); L. fios 
cuculi, eine der verbreitetsten Wiesenpflanzen. — Mclandryum (60_'l, Kap- 
land, auch andin), einige mit diöcischen Blüten; Ustilngo anthcrarum auf den 
weiblichen Pflanzen bewirkt Entwicklung der Staubblätter mit von Pilzsporen 
erfüllten Antheren. — ■. Drypis (1 östl. medit.). — Cucubalus (1 Eur., Asien). 

§ Dianthoao. Kelch ohne Kommissuralrippen. Blumenblätter in der Knospe 
gedreht. — Gf//}so/}Jti/a (50 Eur., As.); O. Arrostii, G. pnnirufafa (mediterr.) 
u. a. A. liefern die Weiße Seifenwurzel. — Tmiica (20 meist östl. medit.). — 
Vacearia (3 Eur., Westas.); V. segetalis verbreitetes Ackerunkraut. — IHnfithus 



Kräuter und 




Fig. 197. Nelumho lutea. A Androeceum 
und Gynaeceum. B Staubblatt von der 
Seite gesehen. C Fruchtknoten im Längs- 
schnitt. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogaraa. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 189 
18. R. Ranales. 1. U.-R. Nyniphaeineae. 

(250 Eur., As., Afr., meist medit.); D. caryophyllus (medit.), Gartennelke. — 
Sapona^'ia {2d Eur., As., meist medit. u. alp.); S, officinalis (Eur., As.), 
Seifenkraut, liefert die Rote Seife nwurzel. 

d. Reiheu mit Torherrscheud hoterochlaniydeischen Familien. 

a) Apokarpie nnd Hypog:.vnie vorherrschend, Perigynie nnd Epigryuie nur bei 
den Laaracetie und Hernandiaceae. 

18. Reihe RANALES. Blüten ©, spirozyklisch oder zyklisch, selten achlam., 
meist haplochlam. bis heterochlam., hypogyn bis epigyn, ^ oder •!• , meist mit 
00 Staubblättern. Karpelle oo — 1, meist frei, seltener vereint. — 
Holzgewächse. 

1 . Unterr. Nyniphaeineae. Blüten man- 
nigfach, mit vorherrschend ^ Anordnung 
der Blütenteile. Samenanlagen bei grö- 
ßerer Zahl an der Innenfläche der Kar- 
pelle; aber bisweilen nur eine am Scheitel 
(Ceratophyllaceae). 

Farn. Nymphaeaceae. Blüten (Fig. 199) 
©, spirozyklisch oder zyklisch, homoiochlam. 
oder meist heterochlam., 5, •^. Blütenachse 
oft konvex oder becherförmig, im letzteren 
Falle mit dem Fruchtknoten vereint. Blüten- 
hüllblätter 6 — 00 . Staubblätter 6 — oo . Kar- 
pelle 3 — 00 , getrennt oder vereint, jedes mit 

1 — 00 Samenanlagen an der Innenfläche, häufig mit der Blütenhülle und den 
Staubblättern vereint. Samenanlagen mit zwei Integumenten. Samen häufig 
mit Arillus. Nährgewebe -\- oder 0. Embryo mit dicken Keimblättern. — 
Etwa 100, ^, Wasser- oder 
Sumpfpflanzen ^lit meist unter- 
getauchten oder schwimmenden 
Blättern. Blüten stets einzeln. 

Unterfam. Nelumho- 
noideae, Nährgewebe 0. 
Blüten ©, homoiochlamydeisch. 
ßlütenachse kreiseiförmig ; jCar- 
pelle frei, mit einer Samen- 
anlage. Wasserpflanzen mit 
schildförmigen Blättern und 
langgestielten Blüten. — Ne- 
lumho (2) (Fig. 197); N. lutea 
(atlant. Nordam.); i\^ nucifera 
(trop. As., Ostasien); die Samen 
und Rhizome sind eßbar. 

Unterfam. Cahoitihoi- 
deae. Nährgewebe -f- (= 

Endosperm -f- Perisperm). Blüten zyklisch oder spirozyklisch. Kelchblätter 
drei. Blumenblätter drei. Staubblätter 3—18. Karpelle 3—18. Wasserpflanzen 
mit Heterophyllie: Schwimmblätter schildförmig, untergetauchte Blätter fein zer- 
schlitzt. — Cahomha (6 trop. u. subtrop. Am.). — Brasenia (1) purpurea 
(Am., Afr., As., Austr.); B. victoria im Tertiär und in interglazialen Ablagerungen 
Europas. 





Fig. 198. Nymphaea spec. Blüte 
im Längsschnitt, die Blumenblätter 
abgeschnitten. — Nach Warming. 



Fig. 109. Diagramm der 

Blüte von Nymphaea. 

— Nach Karsten. 



190 XIII. Abt. Erabryophyta siphonogama. 
18. R. Ranales. 



2. Unterabt. Aiigio.spermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
2. U.-R. Trochodendrineae. 



Unterfam. yynrphaeoi*leae. Nährgewebe wie bei vorigen. Blüten 
spirozyklisch, heterochlam. Karpelle oo, mit oc Samenanlagen an den ganzen 
Scheidewänden. 

§ Nupliareae. Kelchblätter 5 — 12. Blumenblätter oo . Staubblätter frei. 
Fruchtknoten viertacherig. Früchte beerenartig. — ^vphar (7 jl. temp.). 

§ Barcl:i.v«?ae. Kelchblätter fünf, frei. Blumenblätter untereinander und mit den 
Staubblätti-rn 80\vie mit dem Frnchtkncjten vereint. — Barclaya (3 trop. Ad.). 

§ Tetrasepaleae. Kelchblätter 4, Blumenblätter go. Samen mit Arillus. 
Blätter mit intraaxillären Nebenblättern. 

* Xijmphaeinae. Nur die Blumen- und Staubblätter mit den Karpellen 
vereint. — Xtfmphaed (32 calid., temp.) (Fig. 198, 199); N, latus (Afr. u. 
Ungarn), ägyptischer Lotos; N. coerulea (nordöstl. Afr.), blauer Lotos. 

* Euryalinae. Kelch-, Blumen- und Staubblätter mit den Karpellen ver- 
eint. — Euryale (1) ferox (Ostas.); E. europaea in interglazialen Ablagerungen 




Fig. 200. Honigblätter verschiedener Ranunculaceen, vergr. A Anemone pidsaülla. B TroUius euro- 
paeiis. ü Leptopynim fumarioides. D Ranuvculus platanifoUus, b dasselbe im Längsschnitt. E Rnnun- 
culus^acer, b im Längsschnitt. F Nlgella damascetia, b im Längsschnitt. O Aconitum nnpellus. — 

— Nach Prantl. 



von Kaluga (im Süden von Mo.s'kau). — Victoria (2 Gebiet des Amazouen- 
stroms); V. reff Ifi^ h'Aw^^ kultiviert; Samen genießbar. 

Fam. Ceratophyllaceae. Blüten azyklisch, haplochlam., cf 9, monöcisch, ^. 
c/ Blüten: Blütenhüllblätter etwa 12, Staubblätter 12—16. 9 Blüten: Blüten- 
hüllblätter etwa 9 — 10; ein Karpell mit gerad läufiger, vom Scheitel herab- 
hängender Samenanlage mit einem Integument. Griffel lang, pfriemenförmig. 
Nuß mit stacheligen Emergenzen. Samen mit dünnem Nährgewebe. — Unter- 
getauchte Wasiserpflanzen mit viergliedrigen Quirlen von durchscheinenden, später 
knorpeligen, doppelt oder mehrfach gabeligen Blättern. Blüten ohne Vorblätter, 
einzeln in den Blattachseln. — Ceratoj^/tyl/uiti (3 kosmopol.j, in stehenden 
und langsam fließenden Gewässern. 

2. Unterreilio Trorhoilrmirineat: Blüten nackt, spirozyklisch. Samen- 
anlagen an d«ir Bauch naht. Keine Ol Zeilen. 

Fam. Trochodoiidrucoao. I^>lüten 5 <ider (^ 9. monöeisch. Staubblätter od, ^. 
Karpelle .")— OD, die Bauchnaht nach innen wendend, getrennt, zyklisch, mit oo — l Samen- 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 191 
18. R. Ranales. 3. U.-R Ranunculineae. 

anlagen. Balg- oder Schließf nicht. Nährgewebe reichlich. — "{> mit wechselständigen 
Blättern ohne Nebenblätter. Blüten einzeln oder in Trauben. — 6 Ostasien. — Tiothoden- 
dron (1) aralioidcs (Japan) liefert aus seiner Rinde N'ogelleiin. — Eupklea (5 O.stasien). 

Farn. Cercidiphyllaceae. Blüten </ 9, diöcisch, in Kurztrieben mit 3 zwei- 
zeilig stehenden Hochblättern und einem Laubblatt, cf Blüte: 16 — 35 Staub- 
blätter am Grunde vereint, zwischen '2 Hochblättern am Grunde eines Laubblattes. 
'S Blüten an den Kurztrieben zu 2 oder 4 mit je 1 Karpell, das seine ßauchnaht 
nach außen gegen ein zerschlitztes Tragblatt wendet, mit oo Samenanlagen. 
Balgfrucht. Nährgewebe reichlich. — t> mit gegenständigen, rundlich -herz- 
förmigen bis elliptischen Blättern mit verwachsenen Nebenblättern. — Cerri- 
diphyUuni (2 Japan); C. Japonicuni liefert Material für die in Japan her- 
gestellten lackierten Holzwaren. 

3. Unterreihe Ratiunciilitieae. Blüten behüllt, ^ bis zyklisch. Samen- 
anlagen an der Bauchnaht. Keine Ölzellen. 

Fam. Ranunculaceae. Blüten ©, spirozyk lisch, selten vollkommen zyklisch, 
haplochlam. bis heterochlam., im ersteren Falle mit petaloider Blütenhülle, 
häufig mit Honigblättern (Fig. 200) zwischen dieser und den Staubblättern, meist 
5, •^, seltener •!• . Staubblätter meist co , frei. Karpelle oo — 1, meist frei, 
selten vereint, mit co — 1 Samenanlagen mit 1 — 2 Litegumenten. Meist Balg- 
oder Schließfrucht, selten Beere. Nährgewebe reichlig, ölig, mit kleinem Embryo. 

— und 2|, Kräuter, häufig mit geteilten Blättern. — Meist scharf schmeckend, 
mehrere Arten Alkaloide enthaltend. — Etwa 1200 temp. — frigid. 

A. Samenanlagen zu beiden Seiten der Bauchnäht der Karpelle, selten 
einzeln. Balgfrucht mit co — 1 Samen, selten Beere oder Kapsel, nur 
bei Callianthemum einsamige Schließfrucht. 

§ Paeonieae. Blüten fast stets einzeln, ohne Honigblätter. Wandung der 
Karpelle fleischig. Samen mit mächtigem äußerem Integument, welches das 
innere weit überragt; — JPaeonia (15 temp. As., Eur., medit.); P. officinalis 
mit medizinisch verwendeter Wurzel; viele Arten sind Zierpflanzen. 

§ Helleboreae. Blüten einzeln oder zu mehreren. Wandung der Karpelle 
selten fleischig. Das äußere Integument der Samenanlage nicht länger als das 
innere. — Caltha (16 temp.); C. palustris, Dotterblume, in Gräben und auf 
feuchten Wiesen. — TroUiits (12 jl.); T. europaeiis, für feuchte Bergwiesen 
charakteristisch. — Callianthemum (3 alp. u. zentralas.). — ITelfebot'its (15 
medit., subalp.) (Fig. 201); H. niger (alp.), Nieswurz, Wurzel früher off.; H. orien- 
talis (Kaukasus). — Erofithis (7 medit. — Ostas.); E. hiemalis (Südeur.). — 
Nit/ella (IQ medit.) (Fig. 202); A\ sativa (Eur.), Schwarzkümmel; Samen (Semen 
Nigellae) als Gewürz. — Isoi>yrtini (27 meist As.). — Coptis (11 subarkt., 
arkt.); C. trifolia (Nordamer.), in Amer. off.; C. teeta (Himalaja), das Rhizom 
als Mamira-, Mishmee-Bitter im Handel. — Xanthorrhiza (1) apiifolia (atlant. 
Nordamer.). — Actaea (inkl. Cimicifuga 13 _*l). — Aquilegia (50 _*_) (Fig. 203). 

— Del/fhiniuiH (200 jil); D. consolida, verbreitetes Ackerunkraut; D. stapki- 
sagria (medit.), die alkaloidhaltigen Samen (Semen Staphisagriae) früher off. 

— Aeonitum' {'oO ^) (Fig. 204); A. napellitSf A, varieyatuni und A, 
Stoerckifinum (Eur., As., alp.), Eisenhut, liefern die off., sehr giftigen 
Tubera Aconiti. 

B. Samenanlagen einzeln am Grunde der Bauchnaht, oft noch rudimen- 
täre an den Seiten derselben. Schließfrüchte einsamig. 

§ Aneuioneae. — Anemone (inkl. JPulsatilla 90 temp.); A. pratensis 

(Eur., As.), Küchenschelle, liefert die sehr stark giftige Herba Pulsatillae: 



192 



XIII. Abt. Embryophyta sipbonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
18. R. Ranales. 3. U.-R. Ranunculineae. 





Fig. 201. Helleboi'us niger. A Blüte im Längsschnitt: 
a Blütenachse, b Blütenhülle, c Honigblatt, d Staub- 
blätter, e Fruchtknoten. B Samen im Längsschnitt: 
a Samenschale, b Raphe, c Endosperm, d Embryo. — 
Nach Berg und Schmidt. 



Fig. 204. Aconitum napellus. A Blüte 
im Längsschnitt, unter ihr die beiden Vor- 
blätter; a Hälfte des helmförmigen, h und 
c andere Blütenhüllblätter, k Honigblatt, 
f Fruchtblätter. B Fruchtknoten im Längs- 
schnitt, C im Querschnitt: d* Rückennaht, 
V Bauchnaht, o Samenanlagen. — Nach 
Wa r m i n g. 





Fig. 202. Nigella. A, B Frucht von N. damascena, ganz und 

im Querschnitt. N. arvensis, Honigblatt. D N. damascena, 

Honigblatt. — Nach Warnung. 



Fig. 205. Jiatmnciilus acer. Dia- 
gramm eines Dichasiums. Die Sprosse 
aus den Vorblättern c^ und ot^ sind 
gefördert. Seitenblüten nur ange- 
deutet. Blätter quirlig in der Blüten- 
hülle und Honigblattkreis, spiralig 
im Androeceum (die Stellung der 
Fruchtblätter im einzelnen wurde 
nicht mehr gezeichuet). — Nach 
Wa r m i n g. 




Fig. 203. A<iuilcgia 

vulgaris. Diagramm ; 

sp Sporne. — Nach 

Warming. 





Fig. 206. Ranunculus scelcratus. 

Blüte im Längsschnitt. — Nach 

Baillon. 



Fig. 207. Berbcris. Dio 
gramm. — Nach War- 
ming. 




I 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. ünterabt. Angiospennae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 193 
18. R. Ranales. 3. U.-R. Ranunculineae. 

A. hepatica, Leberblümchen, das Kraut als Volksheilmittel verwendet; Ä. 
nemorosa, eines der am frühesten blühenden Kräuter unserer Wälder. — Cle- 
niatis (170 -^); C. vitalba, Waldrebe, eine der wenigen echten Liauen 
unserer Wälder. — Myosurus (7 temp.). — Ranuncttltis (250 meist jl) 
(Fig. 205, 206). — Thalictrum (76 jl); Th. purpurascens mit somatischer 
Parthenogenesis, d. h. Embryobildung aus diploider Eizelle ohne Befruchtung. 
Daneben aber auch amphimiktische Embryobildung vorkommend). — Adonis 
(20 Eur., As.); A, vemalis liefert die sehr stark giftige, vielfach off. Herba 
Adonidis. 

Fam. Lardizabalaceae. Blüten zyklisch, homoiochlam., dreigliedrig, $ oder cf 9> ■^• 
Meist zwei Kreise Blütenhüllblätter, zwei Kreise Honigblätter, zwei Kreise Staubblätter mit 
extrorsen Antheren, ein Kreis (selten 2 — B Kreise) Karpelle mit oo umgewendeten Samen- 
anlagen an den Seitenwänden. Beere. Nährgewebe +. Embryo klein, gerade. — Meist 
schlingende "J? ™it handförmig zusammengesetzten oder gefiederten Blättern und einzeln 
oder in Trauben stehenden Blüten. — 11 Himalaja, Ostas., Chile. — Äkebia (2 Ostas.); 
A. qninata als Zierstrauch kult. 

Fam. Berberidaceae. Blüten (Fig. 207) zyklisch, selten hemizyklisch, 
homoiochlam. oder heterochlam., drei- bis zweigliedrig, 5, ^. Meist 2 — 4 Kreise 
Blütenhüllblätter, oft zwei Kreise Honigblätter und zwei 
Kreise Staubblätter. Antheren mit Klappen oder Spalten. 
Meist ein, selten mehrere freie Karpelle mit oo — 1 Samen- 
anlagen mit zwei Integumenten an der Bauchnaht oder einer 
solchen am Grunde. Beere. Nährgewebe -j-. Embryo 
klein, gerade. — 2|, Kräuter oder "^ mit einfachen oder zu- 
sammengesetzten Blättern. Blüten einzeln oder in Trauben. 
— 150 temp. — Folgende Einteilung teilweise nach Fig. 208. Berbens vul- 

Tischler. ^raris. Fruchtknoten im 

-__. , . , . -. -mr ■• -r-r 11 -i Längsschmtt und An- 

Unterfam. HydrasHdoideae» Mehrere Karpelle mit theren. — Nach Le 
wenigen Samenanlagen. Antheren mit Längsspalten. — Macut u. Decaisne. 
Hydrastis (2); H. canadensis im atlant. Nordamer., 
mit bitterem, als Rhizoma Hydrastis off. Wurzelstock, der das Alkaloid 
Hydrastin enthält; eine andere Art in Japan. — Diese Unterfam. ist ge- 
wissermaßen das Mitteiglied zwischen Rauunculacmf und Berhrndacear. 

Unterfam. Podophylloideae. Ein Karpell mit vielen oder wenigen 
Samenanlagen. Antheren mit Klappen. Keine Honigblätter. Kräuter mit 
sympodialem Rhizom und endständigen Infloreszenzen; Blätter nie gefiedert. — 
IHphylloia (2 Nordamer., Ostas.). — Podophyllum (5 Nordamer., temp. Ostas.); 
P. peltatuni (Nordamer.) mit eßbaren Früchten, May- Apple, und giftigen, 
das off. Podophyllinum enthaltenden Rhizomen und Wurzeln; P. rmorU 
(Himalaja, China). 

Unterfam. Berheridoideae. Ein Karpell mit vielen oder wenigen 
Samenanlagen. Antheren mit Klappen oder Längsspalten. Honigblätter. Blätter 
gefiedert oder auf die Endfieder reduziert. 

§ Berberideae. Infloreszenzen an seitlichen Kurztrieben. Holzpflanzen. 
Antheren mit Klappen (Fig. 208). — Berberis (160 j und andin); B. ml- 
{fari.Sf Sauerdorn, die Staubfäden in der Mitte reizempfindlich mit Fühlpapillen 
auf der Oberseite; B. lycium (Himalaja), liefert Extract Rusot. — Mahonia 
(37 _^-_, besonders Mexiko); M. aquifollum (pacif. Nordam.) als Zierstrauch kult. 

§ £piiiiedieae. Infloreszenzen endständig. Meist Stauden. Antheren mit 
Klappen oder Längsspalten. — NandinaiV) domcstka (Ostas.); die Wurzeln ent- 

Englor, Syllabus. V^ 



194 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angioi<perruae. 2. Kl. Dieotyledoneae. 
18. R. Ranales. 3. U.-R. Ranunculineae. 



halten das Alkaloid Nandinin. — Epiniediuni (11 Südeur., Ostas., Nord- 
amer.); E. alpinum (Südalpen). — Leontice (12 Südeur., Westas., Nordamer.). 
— Jeffersonia (1 Nordamer., Ostas.). * 

Fam. Menispermaceae. Blüten (Fig. 209) zyklisch, homoiochlam. bis 
heterochlam., drei- bis zweigliedrig, fast stets cf 9, diöcisch, ■^, bisweilen asym- 
metrisch. Meist je zwei Kreise Kelch-, Blumen- und Staubblätter, die Blumen- 
blätter oft sehr klein. Karpelle oo — 3 ( — 1), frei, mit je einer an der Bauchnaht 
hängenden, halbumgewendeten Samenanlage (Mikropyle nach oben) mit zwei 
Integumenten. Steinfrüchte, deren Spitze häufig der Basis genähert ist. Endokarp 
meist mit Placentareffigurationen (»Condylus«). Nährgewebe -\- oder 0. Embryo 
oft gekrümmt. — Schlingende, selten aufrechte t> mit ungeteilten, gelappten, 
selten geteilten, bandförmig genervten Blättern und kleinen Blüten. — Im Stamm 
und der Wurzel mancher Arten eigentümlicher Dickenzuwachs aus sekundären 
Cambiumbündeln, welche sich in der Rinde bilden. — Wurzeln bitter. Früchte 
scharf narkotisch, viele giftig. — Etwa 260 calid., wenige temp. 

§ TriclLsieae. Nährgewebe 0. Fruchtblätter oo — 3. Blätter nicht peltat. 
Endokarp gerade, ohne Placentareffiguration (Condylus) oder gekrümmt und dann 




Fig. 209. A, B Cocculus carolinus. A Diagramm einer 5 gedachten Blüte. B (^ Blüte im Längs- 
schnitt. — C, D, E Cocculus trilobus, G aufgesprungene Aiitheie. D die drei Fruchtknoten mit 
Staminodien st. E Steinkern (Drupa) von der Seite. — G Gocculus laurifolius, Endosperm und Embryo 
im Längsschnitt. — F Cissampelos pareira, Karpell im Längsschnitt. — Nach Di eis. 



mit Condylus versehen. — CJiondrodendron (Chondodendron) (6 trop. Süd- 

amer.); Cli. tomentosiini (Nordbrasil., Peru) liefert die echte, medizinisch 

verwendete Radix Pareirae bravae. 

§ Peniantheae. Wie vorige, aber Endokarp gerade, mit plattigem Condylus. — 
Aufrechte Slräucher. — Penianthus (2 trop. Afr.). 

§ Aoamirteae. Nährgewebe fleischig oder hornig. Fruchtblätter 6 oder 

weniger. Kotyledonen blattartig dünn. Kelchblätter und Blumenblätter nicht 

verschieden. Endokarp meist gerade, seltener gekrümmt, nicht skulpturiert. 

Condylus häufig obsolet. Nährgewebe meist ruminat. — AnatuirUi (1) 

cocfnius (ind.-malay.), liefert die Fructus Cocculi, die zum Fischvergiften 

gebrauchten und das giftige Picrotoxin enthaltenden Kokkelskörner. — 

Coschiium (6 ind.-malay.); C. fcnestratum liefert in seinem 'gelben Holz ein 

bitteres Magerimittel, die falsche Calumba. 

§ Fibranreao. Wie vorige, aber Nährgewebe nie ruminat. Endokarp stets gerade. 
— Fibruurea (4 ind.-malay.). 

§ Tinosporeae. Wie Änamirteae , aber Kelch- und Kronblätter meist 
deutlich verschieden. Endokarp gerade, meist skulpturiert, Condylus meist 
deutlich. Nährgewebe auf der Bauchseite ruminat. — Jatrorrhiza (2 trop. Afr.); 
J, palniata (Südostafr.) liefert die off. Radix Colombo (= R. Calumbae). 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 195 
18. R. Ranales. 4. Ü.-R. Magnoliineae. 

§ ADOmospermeae. Nährgewebe fleischig oder kernig. Keirahlätter dick -fleischig, 
fast rund. Cond3'lii8 scheidewandähnlich. Endokarp kaum skulpturiert. — Abuta (14 trop. 
Sndamer.); einige Arten liefern »Pareira-Wurzel«. 

§ Hyperbaeneae. Wie Anomospermeae , aber Nährgewebe fehlend. — Hmerbaena 
(10 Mittel- u. «üdamer.). 

§ Cocculeae. Wie Anomosyermeae , aber Nährgewebe kaum ruminat. 
Endokarp mehr oder weniger gerippt und skulpturiert. Condylus meist groß, 
eiförmig oder kreisförmig. Blätter häufig peltat. — Cormilus (11 paläotrop. 
u. atlant. Nordamer.); C, pendulus (= C. leaeha) (Steppen Nordafrikas, 
Arabiens und Vorderindiens) ; 
aus den Früchten "bereiten 
die Araber ein alkohol- 
artiges Getränk »Chamr el 
Madjnüne«. — JUem'sper- 
niuni (2); M. canadense 
im atlant. Nordam., häufig 
als Zierstrauch kult. ; M. 
dahuricum im mittleren und 
nordöstl. Ostasien. — Ciss- 
atnpelos (21 pantrop.); 
C. pareira (pantrop.) liefert 
in Brasilien eine falsche 
Radix Pareirae bravae. — 
Antizoma (4 Südafr.). 

4. Unter reihe Mat/nol- 
iineae. Blüte behüllt, ^ 
bis zyklisch. Samenan- 
lagen an der Bauchnaht, 
öl&ellen. 

Fam. Magnoliaceae. 

Blüten © oder spirozyklisch, 
meist heterochlam., 2 oder 
cf 9 , ^- Karpelle meist oo , 
frei, selten vereint, mit um- 
gewendeten Samenanlagen 
an der Bauchnaht. Nähr- 
gewebe reichlich, nicht zer- 
klüftet, mit kleinem Embryo. 

— t? mit ©, ungeteilten, 
selten gelappten Blättern und meist einzeln stehenden Blüten. — Ölzellen. — 
Etwa 100 Amer., As., meist subcalid. und temp. 

§ Magnolieae. Blätter mit Scheiden, welche in der Knospe ringsum 
geschlossen sind, oder mit Nebenblättern. Blüten $, mit verlängerter Achse. — 
Maf/noliff (30 trop. As., Ostas., atlant. Nordamer.), Zierbäume; während der 
Kreide- und Tertiärperiode zahlreiche Arten in Europa, Grönland usw. — Michclia 
(13 trop. — temp. As.); M. champaca (Java), Blüten zur Bereitung von Parfüms. 

— Liriodendron (1) titlipifera (atlant. Nordamer., China), Tulpenbaum, 
Zierbaum mit wertvollem Holz; in der Tertiärperiode lebten nahe Verwandte in 
Europa und Grönland. 

§ Illicieae. Blätter ohne Nebenblätter. Blütenachse kurz. Immergrüne 
Sträucher. — IlUHtim (7 atlant. Nordamer., Ostas.); I. verum (China) 

13* 




Fig. 210. Xylopia aethiopiea. A blühender und fruchtender Zweig. 

B Staubblatt von vorn, G von hinten. D Androeceum und Gynae- 

ceum im Längsschnitt. — Nach Engler. 



196 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. KI. Dicotyledoneae. 

18. R. Banales. 4. U.-H. Magnoliineae. 

liefert allein das Gewürz Sternanis, Fructus Anisi stellati; I. anisatutn 
('= /. religiosum) in Japan liefert zu Weihrauch verwendete Rinde; die Früchte 
enthalten das giftige Sikimin. — Z)/"i/>ti/s (10 vorzugsweise ^); Z>. Winteri 
(von Mexiko bis Feuerland) liefert den »Magelhanischen Zimt« (Cortex 
Winteranus). 

§ Srhizaiidreae. Blätter ohne Scheiden oder Nebenblätter. Blütenachse konvex, oft 
später verläntiert. BltHen (^ 9- Stamm windend. — 14 As., atlant. Nordamer. — Schizandra 
(7 Nordara., As.); Seh. sinensis {OsXzs.) als Zier-^trauch kult. — Kadsura (7 Ostas.; trop. As.). 

Farn. Hlmaatandraceac. Blüten mit Hochblatt- Operculum, 0, achlamydeisch , $. 
Staubbl. peri^yn, <x. Änßere und innere Staminod. Karpelle 0, am Grunde vereint. — 
■^ mit Schildhaaren. Blätter @ ohne Nebenbl. — 2 Molukken, Papuasien, Ostaustralien. 

Farn. Calycanthaceae. Blüten azyklisch, haplochlam., 5, mit becher- 
förmiger Achse. Blütenhüllblätter oo, korollinisch. Staubblätter 10 — 30. 
Karpelle etwa 20, getrennt, am Grunde der hohlen Blütenachse, mit je zwei um- 
gewendeten Samenanlagen mit zwei Integumenten. Schließfrüchte. Samen fast ohne 
Nährgewebe, mit großem Embryo mit © gerollten Keimblättern. — Sträucher mit 
gegenständigen, ungeteilten Blättern. Rindenständige Leitbündel. — Ölzellen. — 
5 temp. Ostas., Nordam., trop. Austrah — Cnlycanthus {b)\ C/foHrfif« (Nord- 
amer.), mit sehr wohlriechenden Blüten, Zierstrauch. Rinde medizinisch verwendet. 

Kam. Lactoridaceae. Blüten zyklisch, haplochlam., dreigliedrig. Blütenhüllblätter ü. 
Staubblätter 3 -|- 3. Karpelle 3. — "f^ — Lactoris (1 Juan Fernandez). 

Fam. Anonaceae. Blüten spirozyklisch, meist heterochlam., gewöhnlich 2, ^. 
Blütenhüllblätter meist in 8 dreigliedrigen Quirlen. Staubblätter meist oo, ©. 
Karpelle cr^ — 1, meist frei, Samenanlagen an der Bauchnaht oder grundständig, 
mit zwei Integumenten. Meist Beerenfrüchte. Samen mit zerklüftetem Nähr- 
gewebe. — "b mit ungeteilten, ganzrandigen Blättern ohne Nebenblätter und 
meist ansehnlichen Blüten. — Ölzellen. In der sekundären Rinde Bastschichten 
mehrfach mit Siebgewebe al)wechselnd. Tracheiden mit undeutlichen Hoftüpfeln. 

— Etwa 800, meist trop. 

§ Uvarieae. Karpelle ©. Blumenblätter ungegliedert oder genagelt und 
dann der Nagel den Staubblättern anliegend. — Uvaria (inkl. Asimina 100 trop.); 
U. triloha (Nordamer.) mit eßbaren Früchten. — Urion a (50 trop. As., Afr.). — 
Ccninnf/a (3); C. odorata, llang-llang (ind.-malay.), liefert Macassar-Öl, 
welches aus den Blüten hergestellt wird. — Polyalthia (70 paläotrop.). 

§ Miliiiseae. Karpelle ^. Blumenblätter klappig, meiat ungleich, wenn genagelt, 
dann der Nagel von den Staubblättern abstehend. — Miliusa (14 trop. Asien, Austral.). 

§ Hexalobeae. Karpelle ©. Blumenblätter gleich groß, in der Knospe mit Quer- 
falten. — Hexalobus (4 trop. Afr). 

§ Xylopieae. Wie vorige; aber die Blumenblätter am Grunde hohl, darüber 
± eingeschnürt und wieder ausgebreitet oder seitlich zusammengedrückt. — 
Xylopia (60 trop.); X. aefhiopica, Mohrenpfeffer (Fig. 210) (trop. Afr.); Früchte 
als Gewürz und Geld; A'. aroviafica (Guiana, Antillen), liefert Neger- oder Guinea- 
pfeffer. — Ar/aliofnjfi (30); A. nitrrmcdia (Java), liefert wohlriechendes Öl. — 
AfiotKf (60 trop. Amer.'. einige auch im trop. Afr. und As.), liefert geschätzte 
eßbare Früchte; A, f-KpfffiHOSCff >Coro8sol«, Caneel-Apple, Sugar-Applo, 
in den Tropen überall kultiviert, ebenso A. retlrulata und A, fnitrirata. 

— Oraiifhcmum (1) rhizantlium (Brasilien) entwickelt in die p]rde hinabgesenkte, 
kriechende Sprosse mit Blüten, aber ohne grüne Blätter. 

§ Monodoreae. Karpelle zyklisch, zu einem einfächerigen Fruchtknoten 
mit wandständigen Samenanlagen vereint. — Monodora (7); M. mijr'isfica (trop. 
Afr.); die Samen wie Muskatnüsse verwendet. 



XIII. AM. Enibryophyta sipbonogama. 2. Unferabt. Angiospermae. 
18. R. Ranales. 4. U.-R. Magnoliineae. 



2. Kl. Dicotyledoneae. 197 




Fara. Enpomatlaceae. Blütenachse becherförmig. Blütenhiille fehlend. Staubblätter od , 
perigyn. Karpelle dicht gedrängt. — • Ülzellen. Hast unregelniälilg in der sekundären Rinde 
zerstreut. Tracheiden mit deutlich behöften Tüpfeln. — Eapomalia (2 Neuguinea, Owt-Austral.), 

Fam. Myristicaceae. Blüten (Fig. 211) zyklisch, haplochlam., meii«t drei- 
gliedrig, cT 9, ^. Blütenhülle dreilappig. Staubblätter 3 — 18 mit verwachsenen 
Staubfäden und extrorsen Antheren. Ein Karpell mit einer fast grundständigen, 
umgewendeten Samenanlage mit zwei Integumenten. Frucht fleischig, an der 
Rücken- und Bauchnaht aufspringend. Samen mit fleischigem Arillus, mit zer- 
klüftetem Nährgewebe (Perisperm -{- Endosperm) und winzigem, basalem Embryo. 
— t? mit ungeteilten, immergrünen Blättern und in den Blattachseln stehendt-n 
Blütentrauben. — Ölzellen. — 255 trop. , davon 38 in Südamer., 11 im trop. 
Afr. , die übrigen im trop. As. — Eng anschließend an die Anonacene. — 
Myristica {80); M. ffctf/rans {M.o]xxkker\, kult. in den Tropen); die Samen, 
Muskatnüsse, bekanntes Gewürz, alsSemen Myristicae 
off., geben auch Muskatbutter (Oleum Myristicae, 
Ceratum Nucistae); der Arillus als Macis, Muskat- 
blüte, off., im Handel; wichtig auch M. argentea und 
M. Schefferi vom westlichen Neu-Guinea, M. succedanea, 
M. speciosa von Batjang. — Virola (27 Mittel- und 
Südamer.); das Fett von V. sehifera (Virolafett, Guiana), 
V. officinalis (Bicuhybafett, Brasilien), V. otoba (Otobafett, 
Kolumbien) u. a. wird ebenfalls technisch verwendet. 

Fam. Gomortegaceae. Blüten haplochlam., epirozyklisch, 
5. Blütenhtillblätter 7. Staubblätter 2-3. Karpelie (2-H). in 
jedem Fach mit einer hängenden Samenanlage und zwei Inte- 
gumenten. Steinfrüchte drei- bis einfächerig. Samen mit reich- 
lichem Nährgewebe und großem Embryo. — "^ mit gegen- 
ständigen, immergrünen Blättern und in Trauben stehenden 
Blüten. — Gomortega (1 Chile). 

Fam. Monimiaceae. Blüten hemizykliscb, haplochlam. bis 
heterochlam., 5 oder häufig c/ Oj -^ bis l" • Blütenachse sehr 
mannigfach, oft Scheiben- -oder becherförmig und dann die In- 
sertion der Blütenhülle perigyn oder epigyn. Biütenhüllblätter 
klein, die inneren oft korollinisch. Staubblätter cd, bisweilen 
wenige in zwei Kreisen. Karpelle co, frei, mit je einer grund- 
ständigen, aufrechten oder hängenden, anatropen Samenanlage 

mit zwei Integumenten. Schließfrüchte von der anschwellenden Ach-^encupula häufiy: ein- 
geschlossen. Samen mit fleischigem Nährgewebe. Embryo klein, mit eiförmigen, tlachen 
Keimblättern. — "^ mit meist gegenständigen Blättern ohne Nebenbliitter. Blüten einzeln 
oder in trugdoldigen Blütenständen. — Ölzellen. — H40 calid. 

Unterfam. Monhnioideae. Fächer der Antheren mit Lnngsspalten oder die ganze 
Anthere mit einer Kreisspalte eich öffnend. Samenanlatren hängend — PeinHiis{\^ boldus 
(Chile), liefert die medizinisch viel verwendeten, aromatischen Folia Boldo. — Mollinedia 
(76 trop. Amer.). 

Unterfam. Afherostternioiileae. Fächer der Antheren mit Klappen sich öffnend. 
Samenanlagen hängend oder aufsteigend. — Siparuna (107 trop. Amer.) 

Fam. Lauraceae. Blüten (Fig. 212 und 213) zyklisch, homoiochlam., meist 
dreighedrig, 2 oder cf ?, ^. Blütenachse becher- oder schüsseiförmig. Blüten- 
hüllblätter klein, in zwei Kreisen. Staubblätter in 3—4 Kreisen, davon einzelne 
bisweilen staminodial; die Antheren mit Klappen sich öffnend, meist intrors, 
die des dritten Kreises, selten alle, extrors. Karpelle (3) (oder 1?), einfäoherig, 
mit einer hängenden, umgewendeten Samenanlage mit zwei Integumenten. Früchte 
von der fleischig werdenden Blütenachse eingeschlossen. Samen ohne Nähr- 
gewebe, mit dünner Schale; Embryo mit großen Keimblättern. — "b mit meist 



C 

Fig. 211. Myristica fra- 
grans. A cf Blüte im 
Längsschnitt , B Quer- 
schnitt durch die Staub- 
blattsäule mit den An- 
Iheren, C Längs.-chnitt 
durch die 9 Blüte. — 
Nach Baillon und Berg 
und Schmidt. 



'<(^fi)i 



Fig. 212. Das häufigste 
Lauraceen-Diagranim. Die 
Trimerie des Gynaeceums 
ist nicht bezeichnet; g Sta- 
minodien. — Nach Pax. 



198 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
la. £. Ranales. 4. U.-R. Magnoliineae. 19. R. Khoeadales. 

lederartigen, weehselgtändigen Blättern ohne Nebenblätter. — Schleim- und Öl- 

zellen in den Blättern und der Rinde. — Ungefähr 1000 calid. 

Unterfam. Perseoideae. Antheren vierfächerig, mit vier Klappen. 

§ Ciunauioiiieae. Die Staubblätter des dritten Kreises mit extrorsen 

Antheren. — Ciiuiatnottiinn (54 trop. As., Ostas., Austral.); C. zeylanivum 
(Ceylon, jetzt auch in anderen Tropengebieten kult.) ■ 
_r-i_ liefert die off. Cortex Cinnamomi und das Gewürz 

Zimt; C, cassia (Süd-China) liefert Cortex Cin- 
namomi Cassiae; C. caitiphoraf Kampferbaum 
(Japan bis Formosa), liefert aus dem Holze die off. 
Camphora, Kampfer, und wertvolles Holz; C. poly- 
inorphutti u. a. fossil in miocänen Schichten Europas 
und Nordamerikas. — Persea (10); P. grafissima (trop. 
Amer. , viel kult.) liefert die 10 cm langen Avocato- 
Birnen. — Flioebe (50 trop. — subtrop.). — Ocotea (250 
trop., subtrop.). — Nectandra (90); N. puchury (trop. 
Amer.), liefert die Fabae Pichurim (Keimblätter); N. 
Rodioei (trop. Südamer.) liefert das Greenheartholz. 
— Dicypellium (1) cm-yophyllatum (BTas.) liefert den sog. 
Nelkenzimt und eine Art von »Rosenholz«. — Massoia 

(1) aromatica (NeuGuinea) liefert die sehr aromatische, als Gewürz gebrauchte 

Massoi-Rinde. 

§ Litseeae. Alle Staubblätter mit introrsen Antheren. — Sassafras (1) 
officinale(^^ S. variifolium) (temp. atlant. Nordamer.) liefert in seinem Wurzelholz 
das off. Lignum (Radix) Sassafras, »Fenchelholz«. — Litsea (100 ind.malay.). 

Unterfam. Lauroideae» Antheren schließlich zweifächerig, mit zwei Klappen. 

§ Cryptooaryeae. "t?- Staubblätter des dritten 
Krf^ises mit extrorsen Antheren. Cryplocarya (40 ind.- 
malay. und trop. Amer.); C. mosrhata (Brasilien) liefert 
die amerikanischen Muskatnüsse. 

§ Laurpae. &. Alle Staubblätter mit in- 
trorsen Antheren. — Lindera (60 meist Ostas.); 
L. henzoin (Nordamer.) häufiger Zierstrauch. — 
Lauf HS (2); L. nobilis (medit.), Lorbeer, liefert 
die off. Fructus Lauri; auch die Blätter (Folia 
Lauri) werden medizinisch, sowie als Gewürz ver- 
wendet. 

§ Cassytheae. Blattlose, schlingende Para- 
siten. — Cassytha (16 trop. und subtrop.); C. 
filiformis (pantrop.). 

Farn. Hornandiaceao. Blüten zyklisch, homoio- 
chlamydeisch, ^ oder cf 9, ^. Blütenhüllblätter 4—10. 
Ein Kreis Staubblätter vor den äußeren Rlütenhüllblättern. 
Fruchtknoten unterständijr, einfiicherip:, mit einer hänjrenden, 
umgewendeten Samenanlage mit zwei Intepumenten. Früchte getiüueit. Samen ohne Nähr- 
gewebe. Embryo gerade, mit großen, runzeligen, gefalteten Keimblättern. — "^ mit 
abwechselnden Blättern ohne Nebenblätter. — Ölzellen und Cystolithen. — 22 trop. — 
Gi/rocarpus (1 trop.). — Hernandia (H tro|>.). 

ß) Sjnkarpic nnd llvpoguiio vorherrschend. 

19. Reihe. RHOEADALES. Blüten zyklisch (das Androeceum nicht immer), 
heterochlam., selten apopetal oder homoiochlam. (Moringaceac), hypogynisch, 




Fig. 213. Blüte von Cinnamomum 

zeylanicum im Längsschnitt. — 

Nach Warming. 



XIII. Abt. Embryophyta sipbonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
19. R. Rhoeadales. 1. U.-R. Rhoeadineae. 



199 




^ oder •!• . Karpelle (oo — 2). Samenanlagen mit zwei Integumenten. — Meist 
Kräuter, seltener t>- Blüten häufig in Trauben. 

1. Unterreihe Rhoeadineae. Blüten heterochlam. Meist nur zwei Kelch- 
blätter. 

Farn. Papaveraceae. Blüten (Fig. 214, 215, 216) $, ^ oder j- Kelch- 
blätter 2 (selten 3). Blumenbläter 4 (selten 6 oder mehr oder 0). Staubblätter 
00 oder nur 4 oder 2, im letzteren Fall vom Grund aus verzweigt. Karpelle 
(2 — 16). Fruchtknoten oberständig, mit 2 — 16 wandständigen Placenten und 
■ 00 Samenanlagen, oder mit einer grundständigen Samenanlage. Samenanlagen um- 
gewendet oder kampylotrop. Kapsel, seltener Schließfrucht. Nährgewebe ölhaltig. 
Embryo klein. — Gewöhnlich Kräuter mit meist wechselständigen Blättern. 
Milchsaftschläuche gegliedert, bisweilen 0. — Etwa 600 meist _*., temp. — subcalid. 

Unlerfam. Hypecooideae. Blumenblätter 2-1-2, 
ungespornt, innere meist dreiteilig. Staubblätter 2 -i- 2. 
Karpelle (2). — Keine Milchsaftschläuche. — Hypecoum 
(15 medit., Zentralas.) (Fig. 216 C.) 

Unterfam. Papaveroideae. Blumenblätter 
ohne Sporn, bisweilen 0. Staubblätter oc . Karpelle 
(2 — 00 ). Milchsaftschläuche vorhanden. 

§ Platystemoneae. Milchsaft hyalin. Blüten immer 
dreizählig. Griffel frei oder fehlend. Kapsel bis zur Basis 
aufspringend. Blätter ungeteilt. — Platystemon (57 paeif. 
Nordamer.). 

§ Romneyeae. Milchsaft hyalin. Blüten zwei- oder 
dreizählig. Griffel vereinigt. Kapsel bis zur Mitte auf- 
springend. Blätter gelappt oder fiederteilig. — Romneya 
(2 Südwestkaliforn.). 

§ Eschscholtzieae. Milchsaft hyalin. Blüten 
zweizählig. Narben mit den Placenten abwech- 
selnd, lappig, oder über den Placenten Sekundär- 
narben vorhanden. — Eschscholtzia (123 pacif. 
Nordamer.). 

§ Chelidonieae. Milchsaft gelblich oder röt- 
lich. Blüten zweizählig. Narben mit den Placenten 
abwechselnd, ungelappt. Sekundämarben fehlend, 
bildung. — Sangiiinaria (1) canadensis (atlant. Nordamer.); Rhizom daselbst 
off. — Chelidonimn (1) majus (jl), Schöllkraut. — Macleaya (2); M. 
cordata (Ostas.). — Bocconia (5 Zentral- und Südam.). 

§ Papavereae. Milchsaft gelb oder weiß. Blüten zwei- oder seltener 
dreizählig. Narben nur über den Placenten liegend. — Glauciimi (Fig. 214) 
(21 medit.). — Roemeria (9 medit. bis Zentralas.). — Meconopsis (28 *_ zer- 
streut). — Ärgemone (9 Amer.). — Papttver (100 _* temp., nur 1 in Austral.), 
Mohn; JP. rhoeas, verbreitetes Ackerunkraut; die Blumenblätter als Flores 
Rhoeados vielfach off.; P. somniferum (medit.); der geronnene Milchsaft der 
angeritzten, unreifen Kapsel (diese off . alsFructusPapaveris immaturi) ist das 
off. Opium (Morphin, Thebain, Narkotin usw. enthaltend); die Samen, off. als 
Semen Papaveris, dienen als Speise sowie als Gewürz und liefern das Mohnöl. 

Unterfam. Fainarioideae. Blüten (Fig. 216^, B, 217) meist transversal 
zygomorph. Ein oder zwei äußere Blumenblätter mit Aussackung oder Sporn. 
Staubblätter vor diesen stehend, dreiteilig, die seitlichen Abschnitte monothecisch. 



Fig. 214. A Grtindriß der Blüte 
von Glaudum mit Andeutung der 
dichasiai wickeligen Verzweigung. 
Kronenästivation nach Meco- 
nopsis cambrica (rechts, bei Glau- 
dum links übereinander greifend). 
B Querschnitt des mehrkammerigen 
Fruchtknotens von Papaver ärge- 
mone mit Andeutung der Narben- 
stellung. — Nach Warming. 



Samen meist mit Arillar- 



200 xm. Abt. 



Embryophyta siphonogama. 2 
19. R. Rhoeadales. 



Unterabt. Angiospermae. 
2. D.-R. Capparidineae. 



2. Kl. Dicotyledoneae. 



— Dicentra (15 j*-); D. spectahilis, Herzblume (China, häufig in Gärten). — 
Adlumia (1) fungosa (atlant. Nordamer.). — Corydalis (90 temp. Eur., As., 
Nordamer.); C. cava mit knolHg verdickter Hauptachse, C. solida mit knollig 
verdickter Wurzel, C. ochroleuca u. a. einjährige Arten mit langem Embryoträger. 

— Funtaria (40 meist medit.). 




B GM 

Fig. 215. A — D Papaver rhoeas. A jange Blüte, eben die beiden Kelchblätter emporhebend und 
abwerfend; £ Fruchtknoten mit einem Staubblatt, die anderen nebst Blütenblättern entfernt; C derselbe 
im Längsschnitt; D im Querschnitt. — E—G P. somniferum. E reife Fruchtkapsel, in der Mitte durch- 
geschnitten; F Samen; G Längsschnitt desselben. — H — L Chelidonium majus. H Fruchtknoten im 
Querschnitt; J reife Frucht, eben aufspringend; A' die rahmenförmige Placenta derselben mit den reifen 
Samen; L ein Samen, ar Arillus des Samens. — M Glaucium flavuin, Frucht, oben im Querschnitt. — 
N Macleaya cordata. — Fumaria officinalis, Fruchtstand, die unterste Frucht geöffnet. — Nach 

Le Maout u. Decaisne und Prantl. 



2. Unterreihe Capparidineae. Blüten heterochlam. Vier oder mehr 
Kelchblätter. 

Fam. Capparidaceae. Blüten $, ^ oder •!'. Blütenachse ring- oder 
schuppenförmig oder seltener zu einem röhrenförmigen Gebilde innerhalb der 




Fig. 216. Diagramme von Dicentra (A), Corydalis (B), Ihipecourn (C). — Nach Eich 1er. 



Blütenhülle entwickelt, unterhalb der Staubblätter bisweilen, unterhalb der 
Karpelle fast immer stielartig verlängert (Androgynophor, Gynophor) (Fig. 218). 
Kelchblätter vier, Blumenblätter meist vier, Staubblätter oo — 6 — 4. Karpelle 
(2 — mehrere); Fruchtknoten einfächerig oder mehrfächerig meist mit Parietal- 
placenten. Samenanlagen oo, kampylotrop. Kapsel, Beere, Steinfrucht. Samen 
nierenförmig, ohne Nährgewebe. Embryo gekrümmt, mit zusammengewickelten 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
19. E. Ehoeadales. 2. U.-R. Capparidineae. 



201 





oder gefalteten oder gedrehten Keimblättern. — Kräuter oder t> mit ab- 
wechselnden, einfachen oder gefingerten Blättern, häufig mit Nebenblättern. 
Blüten in Trauben mit Tragblättern. — Etwa 600 calid. 

A. t?» oft mit Sternhaaren oder Schuppen bekleidet. 
Früchte ohne bleibendes Repluni (Scheidewand). 

Unterfam. I>ipteryffioifle<te. Frucht ein einsamiges Nüßchen. 

— Diptcrygnmi (5 afrikan. -arabisches Wüstengebiet). 

Unterfam. Cappuridoideae. Frucht beerenartig. — 
Cratacva (10 trop.). — Capparis (170 meist trop.); C spinosa 
(medit.) liefert in ihren Blütenknospen die 
Kappern.— Cadaba (25 Afr., Ostind.) 
mit einseitiger, röhriger Diskuseffigura- 
tion. — Maerua (80 Afr., Vorderind.). 

— Koeberlinia (1 Texas, Mexiko). 

Unterfam. Roj/dsioideae. Steinfrucht. 

— Roydsia (4 Ostind.). 

Unterfam Enihlingioideae. Nur zwei 
verwachsene Blumenblätter. — Emhlingia 
(1 Austral.). 

B. Kräuter, meist 0, niemals mit 
Schuppen bekleidet. Schote 
mit bleibendem Replum 
(Scheidewand). 

Unterfam. Cleortioideae. 

Oleome (incl. Polanisia etwa 130 trop., 
subtrop., wenige mediterr.). 

Fam. Cruciferae*). Blüten (Fig. 
219 u. 220) mit mehreren zweigliedrigen 
Quirlen und einem viergliedrigen, $, -0. 
Kelchblätter 2+2, Blumenblätter 4, 

diagonal, Staubblätter 2 (kurz) + 2X2 (lang), Karpelle (2) 
mit nahtständigen Placenten, meist mit Scheidewand (Replum). 
anatrop oder kampylotrop. Frucht meist eine Schote, seltener Schließ-, Teil- 
oder (jrliederfrucht. Nährgewebe meist 0. Lage der Keim- 
blätter (Fig. 221)00 (notorrhiz), O» (orthoplok), Qo (pleu- 
rorrhiz). — oder 2|, Kräuter, sehr selten t^, mit wechsel- 
ständigen Blättern und meist einzelligen, einfachen oder ver- 
zweigten Haaren. Blüten ohne Trag- und Vorblätter in 
Trauben. — 1900 temp. — frigid, meist j^. 

A. Haare unverzweigt oder 0, nie Drüsenhaare. 

§ Thelypodieae. Narben ringsum gleich entwickelt auf 
ungeteiltem oder über den Medianen der Karpelle verlängertem 
oder zurückgeschlagenem Griffel. 

* Stanleylnae. Keimblätter Qo. — I*i'inglea (1) 
antiscoi'Inttiea (Kerguelen), Kerguelenkohl , sehr auffallende Pflanze, anti- 
skorbutisch. 

* Hdiophüinae. Keimblätter apiralig gerollt oder zweimal quer gefaltet. — Hdiophila 
(60 Südafr.). 



Fig. 217, Fumaria ofß- 
cinalis. A Blüte im Längs- 
schnitt. B Androeceuin 
und Gynaeeeum; rechts das 
Nektarium. 
— Nach Bai Hon. 



Fig. 218. Pedicel- 
laria pentaphylla, 
Blüte, das Andro- 
gynophor zeigend. 
— Nach War- 
ni i n g. 



Fruchtknoten 
Samenanlagen 




Fig. 219. Diagramm 
der Cruciferenblüte. 



*) Die Cruciferae sehe ich als von den Capparidaceae abstammend an, nicht um- 
gekehrt, wie es meist geschieht. 



202 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
19. R. Rhoeadales. 2. TJ.-R. Capparidineae. 

§ Sinapeae. Narben über den Placenten stärker entwickelt, auf gestutztem 
oder zweilappigem Griffel. 

a. Keimblätter hinter der Krümmung des Embryos entspringend. 

* Lcpidiinae. Blüten perigyn oder mit seitlichen und medianen Honig- 
drüsen. Schötchen oder Schließfrucht. — Subularia(2); S. aquatica (jl zeTstreut). 
— Teesdalea (2 Eur., medit.). — Lepidium (122 temp. — calid.); L. sativum, 
Garten-Kresse. — Coronopus (12 calid., temp.). — Biscutella (12 medit., alp.). 






Fig. 220. A, B Brassica nigra. A Blütenstand. B Blüte ohne Blumen- und Kelchblätter; h Honig- 
drüsen. — C Brassica napiis, unterer Teil des Fruchtknotens mit den Honigdrüsen h. — D Brassica oleracea, 
Griffelende mit Narbe. — E,F Cheiranthus cheiri. E aufspringende Schote. F Samen im Querschnitt. — 
G J Vesicaria utriculata. 6 breitwandiges Schötchen. Zf Scheidewand mit den Samen. .7 ein geflügelter 
Samen im Querschnitt. — K, L Capsella bursa pastoris. K .schmalwandiges Schötchen. L Querschnitt 
durch dasselbe. — M, N Brassica nigra. M Samen im Querschnitt. N Keimling. — Raphanus raphani- 
strum, Gliederachote. — P Bunias erucago, Nüßchenschote. 






Fig. 221. Schematische Darstellung der Embryonen von Cruciferen. — A — D Querschnitte von Samen: 

A von Hutchinsia alpina, B von Thlaspi arvense, C von Sinapis alba, D von Calepina Corvini. — 

E — F Längsschnitte von Samen : E von Lepidium perfoliatum, F von Heliophila aviple:ticaulis. — 

G freipräparierter Embryo von Erucaria aleppica. — Nach Prantl. 

b. Keimblätter an der Krümmung des Embryos entspringend. 

a. Nur seitliche Honigdrüsen. Meist Schötchen oder Schließ- 
frucht. 

* Cochleariinae. Keimblätter nicht gefaltet. — Iberis (30 medit.). — 
Aetliionema (50 medit., alp.). — Tlilaspi. (60 medit., Eur., As.). — Covhle- 
aria (15 *); C. offtrinalis (Eur.) auf Salzboden, liefert die manchmal 
gebrauchte Herba Cochleariae; C. arnioravla, Mährrettig (Meerrettig). — 
Kernera (2 Mittel- und Südeuropa). 



XIII. Abt. Embryophyta sipbonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 203 
19. R. Ehoeadales. 2. U.-R. Capparidineae. 

ß. Meist seitliche und mediane Honigdrüsen. Meist Schote, 
seltener Schötchen oder quergegliederte Schote oder Schließ 
f rucht. 

I. Griffel gestutzt, nicht eingezogen. 

* Alliariinae. Schote oder einsamige Schließfrucht. Mediane Honigdrüsen 
vorhanden. — Alliaria (5 Eur., As.); A. officinalis in ganz Europa und Asien 
verbreitet. 

II. GriMel zweilappig oder eingezogen. 

* Sisijmbrünae. Keimblätter 0(), sehr selten Qo. Mediane Honigdrüsen 
vorhanden. — Sisymbriitm (50). — Caklle(4); C. maritima (Littoralpflanze 
in Eur.). — Isatis (50 östl. medit); I. tinrtoi'ia, Waid, liefert Indigo. 

* Vellinae. Keimblätter O))- Mediane Honigdrüsen vorhanden. Schötchen oder 
zweifächerige Schließfrucht. — Nur medit., viele Wüstenpflanzen. — Vella (8 westl. medit.). 

* Brassicinae. Keimblätter O)). Mediane Honigdrüsen vorhanden. Schote, 
zuweilen quer gegliedert. Viele Gemüse- und Ölpflanzen. — Eruva (10); 
E. sativa (medit.). — Sinapis (5 medit., Eur.); S. alba, weißer Senf, als 
Ölfrucht kult. ; S. arvensis. sehr lästiges Ackerunkraut. — Diplotaxis (20 medit., 
Eur.). — Brassica (50 medit., Eur., As.); B. nigra, schwarzer Senf, als 
Semen Sinapis off.; B. oleraeeaf Kohl (Küste des Mittelmeeres und der 
Nordsee); var. acephala, Blätterkohl; var. gongylodes, Kohlrabi; var. gemmifera, 
Rosenkohl; var. sahauda, Wirsing, Welschkohl; var. capitata, Kopfkohl; var. 
botrgtis. Blumenkohl; B. canijjestris (= B. rapa, medit.), Rübsen; var. annua. 
Sommerrübsen und var. oleifera, Winterrübsen, Ölfrüchte; var. rapifera, weiße 
Rübe, Teltower Rübe; B. napiis^ Raps (medit.); var. annua, Sommerraps, 
var. oleifera, Winterraps, Ölfrüchte; var. napobrassica, Kohlrübe, Wruke; B. 
ßincea (Südrußland, Westas., Ostind.) liefert den Sareptasenf. — Baphanns 
(10 Eur., As., medit.); B. sativus, Rettig (medit.?); var. radicida, Radieschen; 
R. raphanistrum , Ackerunkraut. — Crambe (20 Eur., As., medit., Patagon.). 
— Moris'm (1) hypogaea (Sardinien, Korsika). 

* Cardawininae. Keimblätter Oo. Mediane Honigdrüsen vorhanden oder 
fehlend. Frucht stets zweiklappig. — Barbaraea (14 -^-). — Nasturtitun 
(50-|-); N.officinalef Brunnenkresse (_^). — Cardaniine (\Tik\. Denfarial20); 
C. pratensis auf feuchten Wiesen bestandbildend; C. chenopodiifolia (Brasil., 
Argent.), amphikarp. — Lunaria (2 Eur.). 

B. Haare sämtlich oder teilweise verzweigt, nur selten gänzlich fehlend; 
zuweilen außerdem Drüsenhaare. 

§ Schizopetaleae. Narben ringsum gleich entwickelt auf ungeteiltem oder über 
den Medianen der Karpelle verlängertem oder zurückgeschlagenem Griffel. — LesquereUa 
(33 Amer.). 

§ Hesperideae. Narben über den Placenten stärker entwickelt, auf un- 
geteiltem oder über dep Placenten in kürzere oder längere Lappen verlängertem 
Griffel. 

a. Oberhautzellen der Scheidewand nicht der Quere nach geteilt. 
c/.. Oberhautzellen der Scheidewand ohne zahlreiche parallele 
Teilungswände. 

* Capsellinac. Nur seitliche Honigdrüsen. Frucht meist kurz. Samen 
nie einreihig. — Hutschivsia (8 bor., medit.). -— Capselfa (5 -*-; C. Hegcri 
durch Änderung des in der Frucht liegenden Gattungscharakters auffallende 
Mutation von C. bursa pastoris). — Camelina (8 Eur., Zentralas.); C. sativa 
als Ölfrucht manchmal gebaut. — Neslea (1 Eur.. As.). — Draha (150 alp., 
arkt., andin).. — Aubrietia (12 medit.). 



204 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiosperniae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
19. R. Rhoeadales. 2. U.-R. Capparidineae. 

* Turrifinae. Seitliche Honigdrüsen mit je einer medianen zu einem 
Ring vereint. Frucht lang. — Stenophragnia (10 ±). Turritis (5 jl). — 
Arahls (100 * , Südamer.). 

* Erysiminae. Seitliche und je zwei mediane Honigdrüsen. Frucht lang. 

— Urifsinunn (80 nördl. gem. Zone). — Cheirauthus (10 medit., Nordam.); 

Ch. cheiri, Goldlack. 

ß. Oberhantzellen der Scheidewand mit zahlreichen parallelen 
Teilnngswänden. '' 

''■'■ Alyssinae. — Alyssum (100 medit., Mitteleuropa). — Berteroa 
(5 Eur., medit., Zentralas.) 

b. Oberhautzellen der Scheidewand der Quere nach geteilt. 

* Malcohnnnae. Keine Drüsenhaare oder Drüsenhöcker. — Braya (8 Eur., 
As.. Amer., meist arktisch — alpin). — Anastatica (1) hierochuntica (östl. 
medit.), »Rose von Jericho«. — Malcolmia (30 medit.). 

* Hesperidinae. Drüsenhaare oder Drüsenhöcker. — Hesperis (24 östl. 
medit.). — 3Iatthiola (50 medit.); JL incuna und M, annua (medit.), 
Winter- und Sommer- Levkoje. — Bunins (medit., Asien). 

* Moricandiinae. Behaarung fehlt vollständig. Keimblätter gewölbt bis 
gefaltet. — Conringia (6 östl. medit.). 

Diese Einteilung, welche einige Verbesserungen gegen die älteren enthält, ist zum 
Bestimmen wenig geeignet; hierfür ist die ältere, keineswegs vollkommene, von De 
Ca nd olle brauchbarer. 

A. SiliqHOsae. Frucht eine Schote. 

§ Arabideae, (Siliquosae pleurorrhizae O^)- Keimblätter flach; Würzelchen ihrer 
Spalte seitli(!h anliegend. — Matthiola, — Clieiranthiis. — Nnsturtiurn. — Barbaraea. 

— Turritis. — Arahis. — Cardiituine. — Hesperis. — Malcolmia. 

§ Sisymbrieae. (Siliquosae notorrhizae OO)- Keimblätter flach; Würzelchen dem 
Rücken des einen anfliegend. Schoten lineal; Samen einreihig, — Hesperis. — Sisyrn- 
brium. — Stettophragma. — AlHaria. — Erf/simum. — Conringia. 

§ Rras.siceae. (Siliquosae orthoplocae O)))- Keimblätter zusammen einfach längs- 
gefaltet; das Würzelchen ihrer Rinne aufliegend. — Brassica. — Sinapis. — Diplotaxis. 

— Eriica. 

B. Siliriilosae. Frucht ein Schötchen. 

a. Lafisepfae. Schötchen meist parallel der Scheidewand zusammengedrückt; 
letztere so breit wie sein größter Querdurchmesset. 

§ Aly.sseae. ( La lisfplae pleurorrhizae Qo). — Alyssum. — Berteroa. — Lunaria. 

— Draha. — Cochlearia. — Aubrietia. 

§ Catiielineae. (Laliseptae nolorrhizae QO)- — Carnelina. 

§ Snbiilarioac. (Lntlseplae dipkrolobae.) Keimblatter lineal, hufeisenförmig gebogen, 
in der Riclitung des Würzelchens aufsteigend. — Subularia. 

b. Anf/ustiscptae. Schötchen quer zur Scheidewand zusammengedrückt. 

§ Tbiaspeac. (Auguslistplne pleurorrhizae (^-o). — ThUispi. — Teesdalea. — Iberis. 

— Aelhionema. — Biscuklla. - Lepidiiiin.— Hutsrhinsia. — Capsellu. 

§ Ilrachjcarpeae. (Angustiseplae diplccolobae). — Coronopus. 

C. Niicainentnceite. Frucht ein Nüßchen. 

§ Isutideae. (Nucamcntaceae nolorrhizae QO)- — Neslen, — Isatis. 

8 I{uniadoae. (Nucamenlaceae spirolobae.) Keimblätter linealisch, spiralig eingerollt. 

— BunidH. 

D. LoiHentareae. Frucht eine Gliederschote. 

§ Cakilcae. (Lomentareae pleurorrhizae O^)- ~ Cakile. 

§ Kaphaiicao. (Lomentaceae orthoplocae O)))- ~ Rapislrum. — Crambe. — Raphanus. 



2. Kl. Dicotyledoneae. 
20. R. Sarraceniales. 



205 




K^-^> 



Fig. 222. Diagramm 

von Reseda odorata; 

d Diskus. — Nach 

Eichler. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 
19. R. Rhoeadales. 3. U.-R. Resedineae. 4. U.-R. Moringineae 

Fam. Tovariaceae. Blüten achtgliedrig, heterochlam., $, ^. Kelch-, Blumen-, 
Staubblätter je acht, Karpelle (6—8). Placenten bis in die Mitte rückend und nach außen 
umbiegend, mit oo Hamenanlagen. Beere. Nährgewebe spärlich. — Kräuter mit gedreiten 
Blättern und endständigen Trauben. — Tovaria (2 trop. Amer.). 

d. Unterreihe Resedineae. Blüten spirozyklisch, heterochlamydeisch. 

Fam. Resedaceae. Blüten (Fig. 222 u. 223) spirozyklisch, $, -j- . Blüten- 
achse in ein kurzes Gynophor ausgehend, welches sich unterhalb der Staubblätter 
zu einem exzentrischen oder halbmondförmigen Diskus erweitert. 
Kelchblätter 4 — 8. Blumenblätter 8 — (häufig Apopetalie). 
Staubblätter 3 — 40. Karpelle meist (2 — 6), seltener Apokarpie. 
Fruchtknoten oben offen, einfächerig, mit 1 — cc Samenanlagen 
an Parietalplacenten. Kapsel. Nährgewebe 0. Embryo ge-. 
krümmt. — Kräuter mit wechselständigen, einfachen oder ge- 
teilten Blättern mit Nebenblättern. Blüten in Trauben. — 60 Afr., 
Eur., Kalif., meist medit. — Reseda (50); JB. luteola, Wau 
(Eur.), liefert den gelben Farbstoff Luteolin (Schüttgelb); 
R. odorata (Cyrenaika), Gartenreseda. — Ochradenus 
(4 Afr., Westas.), Wüstensträucher. — Astrocarpus (1 mediterr.). 

4. Unterreihe Moringineae. Blüten zyklisch, homoio- 
chlamydeisch. 

Fam. Moring'aceae. Blüten zyklisch, homoiochlam., fünfgliedrig, 
$, I . Blütenachse schüsseiförmig. Kelch- und Blumenblätter je fünf. Staminodien 
und Staubblätter je fünf mit zuletzt einfächerigen Antheren. Karpelle (3) auf kurzem 
Gynophor, mit parietalen Placenten und gd Samenanlagen. Lange Kapsel, zuletzt drei- 
klappig, die Placenten auf der Mitte der Klappen. Samen groß, dreiflflgel ig. Nährgewebe 0. 
Embryo gerade, mit dicken Keimblättern. — Bäume mit zwei- bis dreifach gefiederten 
Blättern ohne Nebenblätter, mit in Rispen stehenden Blüten. — Lysigene (jummigänge. — 
Moringa (3 Afr., Vorderind.); M. arahica liefert das Ben- oder Beben öl. 

20. Reihe SARRACENIALES (Engler 1886). Blüten spirozyklisch bis 
zyklisch, homoiochlam. oder heterochlam., hypogynisch, -0. Karpelle (3 — 5), 
mit parietalen oder zentralwinkelständigen Placenten und oo Samenanlagen. 
Samen klein, mit Nährgewebe, — Sämtlich 
Kräuter mit meist ©, ungeteilten, insektenfangenden 
Blättern. 

Fam. Sarraceniaceae. Blüten (Fig. 224) 
spirozyklisch, heterochlam. oder homoiochlam., 
5, ^. Kelchblätter 87—5, ©; Blumenblätter 5; 
Staubblätter 00 ; Karpelle (5 — 3). Ein Griffel. 
Fruchtknoten fünf- bis dreifächerig mit co um- 
gewendeten, mit einem Integument versehenen 
Samenanlagen an den zentralwinkelständigen, zu- 
rückspringenden Placenten. Kapsel fachspaltig. 
Samenanlagen klein, mit dünner Schale und 
fleischigem Nährgewebe. Embryo klein. — % 

Kräuter mit © Schlauchblättern. Blüten einzeln oder in lockerer Traube an 
axillärem Schaft. — Schlauchblätter Schleim und Honig absondernd, insekten- 
fangend. — 9 Sumpfpflanzen Amerikas. — Hella ntphova (1 Guiana). — 
Sarraeenia (7 atlant. Nordamer.); S, purpurea enthält das Alkaloid Sarra- 
cenin. — Darlimftonia (1 Kalif.). 

Fam. Nepenthaceae. Blüten (Fig. 225 u. 226) zyklisch, homoiochlam., cf $ , ■^. 
Blütenhüllblätter 2 + 2. d" Blüten: (4—16) Staubblätter. $ Blüten: (4) Karpelle. 




Fig. 223. h'eseda lutea. 
längsschnitt. — Nach 



Blüten- 
Baillon. 



206 XIII. Abt. Embryophyta sipbonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 

20. R. Sarraceniales. 21. R. Rosales. 

Fruchtknoten vierfächerig mit oo zentral winkelständigen Samenanlagen. Kapsel 
fachspaltig. Sariien langgestreckt-spindelförmig, mit langen Endflügeln, sehr klein. 
Embryo gerade im Nährgewebe. — Kletterpflanzen mit <§> Blättern, die unteren 
mit bedeckelten Schläuchen oder Kannen, die oberen in Ranken endend. Blüten 
in Trauben oder Rispen. — Schläuche innen mit einer "Wachs ausscheidenden, 
darunter mit einer Drüsen tragenden Zone. Drüsen ein schleimiges, schwach säuer- 
liches Sekret ausscheidend. Insekten werden gefangen und verdaut. — Nepen- 
thes (58 meist ind.-malay., 1 Seychellen, 1 Madagaskar), Kannenpflanzen; N. 
destillatoria (Ceylon); viele Arten in Gewächshäusern kultiviert, manche mit 
großen, schön gefärbten und geformten Kannen, auch künstliche Hybriden. 

Fam. Droseraceae. Blüten zyklisch, heterochlam., fünf bis viergliedrig, 
5, ^. Kelch- und Blumenblätter je 5 — 4, Staubblätter 5 — 4 ( — 20), meist mit 
Pollentetraden. Karpelle (5 — 3). Griffel 5 — 3; Narben einfach bis wiederholt 
gabelig. Fruchtknoten einfächerig, mit oo — 3 wand- oder- grundständigen Samen- 
anlagen. Kapsel meist einfächerig, karpellspaltig. Samen co — 3, mit Nähr- 




Fig. 224. San-acenia purpurea. A ein Blumenblatt. B senkrechter Durchschnitt durch die Blüte 

nach Entfernung der Kelchblätter und Blumenblätter; fr Fruchtknoten, gr Griffel, n Narbe. C eine 

Anthere von hinten. D dieselbe von vorn. E Querschnitt durch den Fruchtknoten. F Samen. 

G Längsschnitt durch denselben. — Nach Wunsch mann. 



gewebe und kleinem Embryo am Grunde. — Kräuter, meist ohne Haupt- 
wurzel, mit ©, selten quirlständigen Blättern. Blätter in der Knospe meist nach 
innen gerollt, mit Verdauungsdrüsen und reizbaren Haaren oder Tentakeln, meist 
mit Nebenblättern. Blüten häufig in Wickeln, aber auch einzeln. — 87 trop. — temp. 
— subcalid. — Drosophylltitn {!) lusitanicuni(Ponuga\, Südspan., Marokko, 
an trockenen Standorten). — DUmoea (1) niuscipitlaf Venus -Fliegenfalle 
(Carolina), auf Mooren. — Aldroi'finda (1) vesiculosa (Km., Ob. Nil-Land, 
As., Austr.), in Sümpfen und Teichen schwimmend, wurzellos. — Drosera 
(84, hauptsächlich Austral. und trop., nur 3 in Europa auf Hochmooren), 
Sonnentau. 

r) Apokarpie nnd Hypojnrjnie noch auftretend, aber Perigynie wird hänft^er; 
dnrch Ber^'onfr des (ij-naeceums in die hohle Blütonachse kommt es auch zu Synkarpie 
und epigrynischer Insertion der Blumen- und SStaubblättor. 

21. Reihe ROSALES. Blüten zyklisch, selten spirozyklisch (Rosaceae- 
Rosoidrar), heterochlam., selten apopetal, hypogynisch bis epigynisch, -0- oder •]• . 
Karpelle häufig frei, aber auch häufig vereint, bisweilen mit dicken, oo Samen- 
anlagen tragenden Placenten. — Grenzen zwischen den meisten hierher ge- 
hörigen Familien undeutlich. 



Staubblätter 




Fig. 225. Nepenthes destü- 
latoria. A cf Blüte. B Q 
Blüte; n Narbe von unten, 
mit dem quer durchschnittenen 
Ovargipfel, in welchem noch 
die Fächer zu erkennen. — 
Nach Eichler. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 207 
21. R. Rosales. 1. U.-R. Podostemonineae. 2. U.-R. Saxifragineae. 

1. Unterreihe JPodostemonineae. Untergetauchte, einjiihrige Wasser- 
pflanzen, nach Rückgang des Wassers blühend, nur durch die Placenten an 
die Saxifragaceae erinnernd, durch Anpassung an eigenartige Lebens- 
bedingungen vollständig deformiert. 

Farn. Podostemonaceae. Blüten haplochlam., $, -^ oder 
hypogyn, oo, dann zyklisch, oder 1 — 2, dann ein- 
seitig stehend. Karpelle (2—3). Griffel 2—3. Frucht- 
knoten oberständig, zwei-, selten drei- oder einfächerig, 
mit dicken, zentralwinkelständigen oder zentralen Pla- 
centen und 00 umgewendeten Samenanlagen. Kapsel 
meist scheidewandspaltig. Samen sehr klein, ohne 
Nährgewebe, mit dickem Embryo. — Meist kleine 
Kräuter in stark strömenden Gewässern der heißen 
Zone; an Steinen und Felsen, seltener an Holzstämmen 
wachsend, meist mit dorsiventralem , thallusartigem 
Stengel und zweizeiligen, am Grunde scheidigen 
Blättern. Wurzeln (Fig. 227) plagiotrop, dorsiventral 
und der Assimilation dienend, häufig mit zahlreichen 

Adventivsprossen. Blüten terminal in dichasialen Sproßsystemen. Einzel- 
verhältnisse sehr kompliziert. — 150, meist trop. Amer. , einige trop. Afrika 
und Asien. 

Fam. Hydrostaehyaceae. Blüten nackt, cT 9> diöcisch. (^ Blüten: ein Staubblatt. 
9 Blüten: (2) Karpelle mit medianen I'lacenten und cd Samenanlagen mit einem Integument. 
Zwei Griffel. Kapsel an den Bauchseiten der Karpelle sich öffnend. — Große Pflanzen 
mit knollenförmigem Stamm und einfachen 
oder ein- bis dreimal fiederförmig geteilten 
Blättern, welche von oo schuppenförnaigen 
Emergenzen besetzt sind. Blüten in Ähren. 
— Rydroslachys (12 auf dem Grunde stehen- 
der Gewässer in Madagaskar und Südafr.). 

2. JJniQvreWxQ Saxifraf/ineae, Kar- 
pelle ebensoviel oder weniger als 
Blumenblätter. ISTährgewebe der 
Samen meist reichlich, nur bei den 
Crassulaceae und Hamamelidaceae 
schwach ausgebildet. 



Fam. Crassulaceae. Blüten 
(Fig. 228) zyklisch, heterochlam., 
3 — 30gliedrig, haplostemon oder ob- 
diplostemon, meist $, -^. Blumen- 
blätter frei oder vereint. Karpelle 
frei oder wenig vereint, hinten am 
Grunde mit drüsigen Schüppchen. 
Samenanlagen mit zwei Integumenten, 
meist 00 in zwei Reihen an der Bauch- 
naht, selten wenig. Meist Balgfrüchte 
in einer Sammelfrucht. Samen klein, 
länglich, mit schwachem Nährgewebe. 

— Sukkulente Kräuter oder Halb- 

sträucher ohne Nebenblätter. Blütenstände meist cymös. — 500 temp. — calid.; 
viele Felsenpflanzen, aber wenige extreme Xerophyten, — Sedum (140, meist *.). 

— Sempervivmn (50, meist makarotiesisch, medit. u. alp.). — Cofyledon 
(inkl. Umhüicus und Echeveria etwa 100). — Jßryophyllum (4 trop.); JB, 




D 



Fig. 226. Nepenthes phyllamphora. A c^ Blüte, 

B 9 Blüte, C Frucht, D Samen. — Nach Wunsch - 

mann. 



208 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama, 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 

21. R Rosales. 2. U.-R. Saxifragineae. 

calyvinmn mit Adventivsprossen in den Kerben der Blätter. — Kalanchoe 
(sehr zahlreich in Afr. und Madag.). — Crassula (120 meist Südafr.). 

Farn. Cephalotaceae. Blüten zyklisch, haplochlam., sechsgliedrig, $, ■^. 
Karpelle 6, frei, mit 1 — 2 grundständigen, umgewendeten Samenanlagen. Balg- 
frucht. Samen mit fleischigem Nährgewebe und kleinem Embryo. — 2|, Kräuter 
mit ©, teils flachen, lanzettlichen, teils schlauchförmigen (Insekten fangenden), 
bedeckelten Grundblättern. Blüten in Rispen am endständigen Schaft. — 
Cephalotus (1) follicularis in Sümpfen Westaustraliens (Fig. 229). 

Farn. Saxifragaceae. Blüten (Fig. 230 u. 231) zyklisch, meist heterochlam., 
bisweilen haplochlam., seltener apopetal, meist fünfgliedrig, aber Fruchtknoten 
meist oligomer, meist $ und ■^, selten -j- . Blütenachse konvex, flach oder 
konkav, dann unterwärts häufiger der ganzen Länge nach mit dem Fruchtknoten 




Fig. 227. A Podostemon ceratophyllum. Von einem Sprosse entspringt eine lange kriechende Wurzel 
(r — r) mit Haptenen (h) versehen; verschiedene Sprosse (c) sind auf ihr teils schon zur Entwicklung 
gekommen, teils noch (bei gm) eingeschlossen. Auf dem Muttersprosse bedeutet fl^ die Blüte 1. Ordnung, 
fl- die 2. Ordnung. — B, C Mniopsis Weddelliana. B die stark abgeflachte Wurzel trägt fünf schon 
zur Entwicklung gekommene Sproßpaare (ein Sproß abgebrochen, bei ci), und fünf in der Wurzel ein- 
geschlossene Knospenpaare (gm). C Wurzelspitze mit einseitiger Haube. — Naoh Warmiiig. 



vereint. Staubblätter häufig obdiplostemon, aber auch haplostemon, seltener oc . 
Karpelle selten frei und den Blumenblättern gleichzählig, meist + vereint und 
weniger. Griffel meist frei. Fruchtknoten einfächerig oder häufiger zwei-, selten 
fünffächerig, mit angeschwollenen Placenten und meist cc Samenanlagen in 
mehreren Reihen. Samen klein, mit reichlichem Nährgewebe und kleinem 
Embryo. — Meist Kräuter, aber auch "tt niit meist © Blättern; diese bisweilen 
mit nebenblattartigen Auswüchsen an der Scheide. Blüten klein oder mittelgroß, 
meist vj , in verschiedenartigen Blütenständen. — Etwa 650 calid. — frigid. 

Unterfam. Saorifragoideae. Kräuter mit © Blättern. Blüten meist 
fünfgliedrig. Karpelle zwei, selten 3 — 4, frei oder unterwärts vereint. Samen- 
anlagen mit zwei Integumenten. 

a. Staubblätter hypogyniHch, perigyniscb oder epigynisch, aber dann 
von den Griffeln getrennt. 

§ Saxifrageae. Karpelle selten frei, meist vereint, aber bei Vereinigung 
die Griffel frei. Placenten verschieden ausgebildet. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 
21. R. Rosales. 2. U.-R. Saxifragineae. 



2. Kl. Dioeotyledoneae. 209 



* Astilbinae. Karpelle bisweilen frei. 2|, Kräuter mit doppelt bis dreifach 
dreiteiligen oder gefingerten Blättern. • — Ästilhe (6 a exclus. Eur.), vom Habitus 
der Rosacee Arunciis; A. japonica (Japan) beliebte Zierpflanze. 

* Saxifraginae. Karpelle + vereint. Blütenachse flach, oder becherförmig. 
— Bergenia (10 Zentralas.). — Saxifraga (etwa 250 a, meist in den Hoch- 
gebirgen; wenige andin). — PeUwhijllum {1) peltatum (Kalif.). — Zahlbrucknera 
(1) paradoxa (Kärnten, Steiermark). — Heuchera (24 Amer.), bisweilen mit 




Fig. 228. Sedum hispani- 
cum. Diagramm; w Wickel- 
zweig aus der Achsel des 
Vorblattes ß. — Nach 
Eichler. 




Fig. 229. Teil von Cephalotus follicularis: krug- 

förmiges Lanbblatt (k) mit dickem, geripptem Rande 

(m) und Deckel fl) : b Laubblatt von gewöhnlicher 

Form. — Nach Warming. 





Fig. 230. Saxifraga. A Diagramm von S. gvanu- 

lata, B von S. sattnentosa : d der Diskus. — 

Nach Eich 1er. 



Fig. 231. Saxifraga granulata. 

Blüte im Längsschnitt. — Nach 

Warming. 



•1- Blüten. — Toliniea (1) ^/ew^iem (pazif. Nordamer.), mit -j- Blüten; Blätter 
häufig mit Adventivsprossen. — Chrysospleninni (40 j^ und andin), apopetal. 

§ Parnassieae. Karpelle (3 — 4); kein oder ein kurzer Griffel. Drei- bis 
vierklappige Kapsel mit wandständigen Placenten. — Famassia (20 *); 
P. palustris auf Sumpfboden in Eur., As., Am. (Fig. 232). 

b. Staubblätter epigynisch dicht neben den Griffeln. 

Unterfam. francooideae. % Kräuter mit grundständigen Blättern und einer Traube 
oder Älire am Ende eines nackten Schaftes. Blüten viergliedrig. Fruchtknoten oberständig, 
vier- oder zweifächerig. — Francoa (2 Chile). 

Engler, Syllabus. 14 



210 XIII. Abt. 



Embryophyta siphonogama. 
21. R. Rosales. 



2. Unterabt. Angiospermae. 
2. TJ.-E. Saxifragineae. 



2. Kl. Dicotvledoneae. 



Unterfam. Hydrangeoideae. 'Xj mit einfachen, meist gegenständigen 
Blättern ohne Nebenblätter. Staubblätter naeist epigynisch. Fruchtknoten halb- 
unterständig oder unterständig, meist drei- bis fünffächerig. Samenanlagen mit 
einem Integunient. 

§ Philadelpheae. Blüten alle gleich. Staubblätter meist flach. Früchte 

scheidewandspaltig, die 



einzelnen Karpelle nach 
innen fachspaltig. — 
Philadelphus (50 *)\ 
P}(. coronarius u. a. A. 
(»falscher Jasmin«), be- 
liebte Ziersträucher. — 
Deut^^ia (20 Himalaja, 
Ostas., Nordamer.), Zier- 
sträucher. 




Fig. 232. Parnassia palustris. A Blüte. .B Staminodium. C geöff- 
nete Frucht mit den Resten der Bliitenorgane. — Nach Thome 




§ Hydrangeeae. 

Die peripherischen Blüten 

häufig steril, mit größeren 

Kelchblättern (Fig. 233). Staubblätter faden- oder pfriemenförmig. Kapsel oder 

Beere. — Hydrangect (40 temp. As., Amer.); H. hortensia, Hortensie (China), 

Zierpflanze; H. radiata (Nordamer.). 

Unterfam. Pterostenionoideae. "ff mit ^ Blättern mit kleinen Nebenblättern. 
Staubblätter zehn. Fruchtknoten oberständig, fünffächerig, mit 4— 6 Samenanlagen an den 
zentralwinkelständigen Placenten. — Pterostemon (2 Mexiko). 

Unterfam. Escallonioideae, t? mit 
©, einfachen Blättern ohne Nebenblätter. 
Staubblätter fünf. Fruchtknoten ober- bis 
unterständig, meist mit oo, mehrreihig stehen- 
den Samenanlagen mit einem Integument. — 
Brexia (1 Ostafr., Madag.). — Ttea (6 temp. 
\T "^vL/t^ '^^•' Amer.). — JE'sca??om« (50 Südamer.). 

j\\ 1/fl Unteriam. liihesioideae. t? mit ©, 

einfachen Blättern ohne Nebenblätter. Staub- 
blätter fünf. Fruchtknoten unterständig, ein- 
fächerig, mit zwei wandständigen Placenten. 
Halbfrucht eine Beere. Blüten in Trauben. 
— Mihes (127 a und andin, temp.) (Fig. 234, 
235); Jt. vulgare (Westeur.) und />*. rn- 
hrtini (Nordosteur., Sibir.) sind die Stamm- 
pflanzen der kultivierten roten Johannis- 
beeren; li.iiigruin (Eur., Sibir., Himalaja, 
schwarze Johannisbeere; Ji, gvosstilarin 
(Eur., As., Nordafr.), Stachelbeere. 

Unterfam. liaueroideae. "^ mit gegenständigen, dreiteiligen Blättern ohne Neben- 
blätter. Fruchtknoten halbunterständig, mit zwei wandständigen Placenten mit oo Samen 
anlagen. Fachspaltige Kapsel. Blüten einzeln, achselständig. — Bauera (8 Ostaustral.). 

Fam. Pittosporaceae. Wie die Saxifragaceae-Escallonioideae, soweit 
dieselben hypogynische Insertion zeigen; Karpelle (2) oder (3 — 5). Fruchtknoten 
ein- oder drei- bis fünffächerig; Samenanlagen zweireihig, mit einem Integument. 
Griffel einfach, mit kopfförmiger oder gelappter Narbe. — "h, bisweilen windend. 



Fig. 2.33. Hydrangea hoHensia. A Aufriß 
des Blütenstandes, von dem nur die beiden 
ersten (seitlichen) Zweige etwas aasgeführt, 
die übrigen bloß angedeutet sind; die am 
Grunde der schwarz gezeichneten Blüten- 
zweige stehenden Laubblätter sind die Trag- 
bliitter dieser Zweige, welche an der Haupt- 
achse hinaufgewachsen sind. B ein Zweig 
des Blütenstandes aus Fig. A (mehr vergr., 
die große Kandblüte genauer gezeichnet); 
a das nach außen fallende Kelchblatt. — 
Nach Eichler. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogaraa. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 211 
21. R. Rosales. 2. U.-R. Saxifragineae. 

mit © Blättern. — Schizogene Harzgänge an der Außenseite des Siebge-webes. 
— Etwa 105. 

§ Pittosporeae. Kapsel. — Pittospornni (70 calid, Afr., As., Austr,); 
P. tohira (Jap., China) häufig als Kalthauspflanze gezogen. 

§ Billardiereae. Beere. — 17 Austral. — Billardiera (8). 

Fam. ßrauellinceae. Blüten haplochlam., r^ 9> vier- bis fünf- oder siebengliedrig, 
diplostemon. Blütenhüllblätter in der Knospe klappig. Karpelle 5 — 2, frei, mit je zwei 
an der Bauchnaht hängenden Samenanlagen. Balgkapseln mit sich ablösendem Endokarp, 



Fig. 2.34. 





ib)-um. A Diagramm. B Blüte im Längsschnitt (*/i)- C Samen im Längsschnitt. 
— Nach Bai Hon. 



ein- bis zweisamig. Nährgewebe mehlig. — "f? mit gegenständigen oder in Quirlen stehenden 
Blättern. Blüten klein, in zusammengesetzten Rispen. — 10 auf den Anden von Mexiko 
bis Peru. — BruneUia (10). 

Fam. Cnuoniaceae. Wie die Saxifragaceae; aber in den Karpellen die Samen- 
anlagen zweireihig. — "f^ mit gegen- oder quirlständigen Blättern mit Nebenblättern. 
Blüten klein, in traubenähnlichen Blütenständen oder zusammengesetzten Rispen. — 120 ^ 
subcalid., temp. — Weinmannia (70). — Cunonia (1) capensis (S.-W. Kapland). 




Fig. 235. .4. Ribex sanguineum. Aufriß eines blühenden Sprosses (Kurztriebes); aus der Achsel des 
dem Blutenstände letztvoraufgehenden (laubigen) Blattes 9 der Innovationssproß (Langtrieb); Blätter von 
1 — 9 schematisch auseinander gerückt, in "Wirklichkeit sind sie gestaucht. B Grundriß zu A. — 
G Ribes alpinum. Aufriß eines blühenden Sprosses. D Grundriß desselben. — E Traube von I?ibes 
grossidaria ; 1 mit zwei Blüten, 2 einblütig, im Aufriß. — Nach Eichler. 



Fam. Myrothamnaceae. Blüten achlam., ^f 9. •€>■• cf Blüten: 4 — 8 Staubblätter. 
1 Blüten: Karpelle (4— .3); Griffel 4—8, mit großen, länglichen Narben. Kapsel septioid, 
die einzelnen Karpelle balgfruchtartig. Samen mit reichlichem Nährgewehe. — Kleine 
Sträucher mit gegenständigen, fächerartig gefalteten Blättern. Blüten in endständigen Ähren. 
— Harzzellen. — 2 Madag. und Afrika. — Myroihamnus (2) ; M. flabeUifoUus (Xerophvt Südafr.). 

Fam. Bniniaceae. Blüten zyklisch, heterochlam., fünfgliedrig, $, ^, selten ■ • , meist 
perigyn. Blumenblätter meist genagelt. Staubblätter haplostemon. Karpelle (8 — 2), mit 
je drei, selten vier Samenanlagen, oder nur ein Karpell mit einer Samenanlage mit einem 
Integument. Griffel .3 — 1. Zweisamige Kapsel oder einsamiges Nüßchen. Samen mit 
Arillus, mit reichlichem Nährgewebe; Embryo sehr klein. — Halbsträucher von hoidekraut- 
artigem ?Iabitus mit ©, schmalen Blättern ohne Nebenblätter. Blüten klein, in zusammen- 
gesetzten Ähren, Trauben oder Köpfchen. — 50 nur im Kapland. — Brimia (8). 

14* 



212 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogania. 2. Unterabt. Angiospermae. 
21. R. Rosales. 2. Ü.-R. Saxifragineae. 



2. Kl. Dicotyledoneae. 



"Farn. Hamameiidaceae. Blüten zyklisch, heterochlam. oder apopetal, selten 
ganz nackt, $ oder cT 9, -^j hypo- l>ie epigyn. Kelch-, Blumen-, Staubblätter 4 — 5, 
letztere seltener poly- oder oligomer. Karpelle (2), mit 1 — oo hängenden Samen- 
anlagen. Kapsel zweifächerig, fach- oder zugleich noch wandspaltig. Samen mit 
dünnem Xährgewebe und geradem Embryo. — tf, meist mit ® Blättern mit 
Nebenblättern. Blüten meist unansehnlich, in Ähren oder Köpfchen, welche 
von Hochblättern umhüllt sind. Gegen 50 calid. — temp. 

Unterfam. JBucklatidioideae. Kapelle mit oo Samenanlagen. — Kristall- 
drusen im Blattparenchym. 




G r 

Fig. 236. Liquidambar. A Zweig von L. Orientale. B (^ Ährchen von h. st;/racifluum var. mexlcanuin, 
von Hochblättern umliüllt (das vorderste weggeschnitten). C cf Ährchen (Längsschnitt), D 9 Köpfchen 
(Querschnitt), E fruchtbarer Samen (vom Rücken) und F derselbe im Längsschnitt von L. styracifiuum. 
G fruchtbarer Samen dem Conglutinat der unfruchtbaren aufliegend und H Embryo von L. styraci/hmm 
var. macrophyUum. J Embryo von L. styracifiuum var. mexicanutn. — Nach Niedenzu u. Oerstedt. 



§ ßncklaudieac. Blumenblätter vorhanden. Laubblätter mit Spikularzelien. — 
Bucldandia (1) populnca (Himalaja), hoher, schöner Baum. 

§ Altiii^ieac. Blumenl)lätter 0. Laubblätter ohne Spikularzelien. — 
Liquidambar (5) (Fig. 236); L. Orientale (Kleinasien) liefert Storaxharz, 
den off. Styrax (liquidus); L. formosanum (Südchina) und L. stfjrarißiiiHH 
(Zentralamer., atl. Nordamer.) liefern das wertvolle »Nuß-Satinholz« und weniger 
geschätztes Storaxharz; L. europacum in der Tertiärperiode in Eur. — ÄJtinijia 
(2); A, excelüdy Rasamalabaum (ind.-malay.), bis 60 m hoch. 

Unterfam. Itaniainelidoideae. Karpelle mit je einer Samenanlage. — 
Einzelkristalle im Blattparenchym. 



XIII. Abt. Emhryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiosperinae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 213 
21. R. Rosales. 3. TJ.-R. Rosineae. 

. § Parrotieae. Staubblätter lang, fadenförmig. Blüten in Ähren. — Par- 
rotia (1) persica (Nordpersien) liefert ein rotes »Eisenholz«. — Fothergilla 
(2 Afghanistan bis Nordamer.). — Corylopsis (8 Ostas.). 

§ Hamamelideae. Staubblätter kurz. Blüten in Köpfchen. — Hamamelis 
(3 Ostas., Nordamer.); H. virginica (Nordamer.), Blätter (Folia Hamamelidis) 
als Heilmittel vielfach off. — Trichodadus (3 Afr.). 

Farn. Eucommiaceae. Blüten nackt, cT 9, ■0-- cf Blüten gestielt, mit 
6 — 10 kurzen Staubblättern. 9. Blüten kurzgestielt, einzeln. Karpelle (2), aber 
eins abortierend, langgestielt, mit zwei umgewendeten, von der Spitze des Faches 
herabhängenden Samenanlagen. Einsamige Flügelfrüchte, nach unten ver- 
schmälert. Nährgewebe -{-. — Bäume mit ©, gesägten Blättern ohne Neben- 
blätter. — Dünne lange, am Ende angeschwollene Milchsaftschläuche. — Mono- 
typisch. — Eucoiuniia (1); JE. tilmoides (temp. China) liefert eine Art von 
Guttapercha, sowie in China als Heilmittel geschätzte Rinde. 

3. Unterreihe JRosi' 
neae. Karpelle oo — 1. 
Samenanlagen mitzwei 
Integumenten. Nähr- 
gewebe der Samen 
schwach oder gänzlich 
fehlend. 

Fam. Platanaceae. 

Blüten (Fig. 237) zyklisch, 
heterochlam., drei- bis 
achtgliedrig, cf 9, #■• 
Blüten typisch isomer : 
Kelch-, Blumen-, Staub- 
blätter, Karpelle in Al- 
ternation ; aber vielfach 
Störungen durch Abort. 
Staubblätter mit kurzen 

Staubfäden und keulenförmigen Antheren, deren Konnektiv in ein dachförmiges 
Schildchen erweitert ist. Karpelle (meist nur 1) frei, mit 1 — 2 fast geradläufigen 
Samenanlagen mit zwei Integumenten. Frucht Caryopsis. Samen mit schwachem 
Nährgewebe. — tr mit © drei- bis fünf lappigen Blättern und großen ver- 
wachsenen Nebenblättern. Blüten in kugeligen Köpfchen. — Platanns (6); 
P. Orientalis (östl. Mediterrangebiet bis Himalaja); JP. occidentalis (Mexiko 
bis Kanada) (Fig. 237); P. acerifolia in der Kultur entstanden; in Amer. noch 
3. Arten; fossil in Europa und Grönland von der Kreide bis ins Tertiär. — 
Bei allen Arten typische Schuppen borkenbildung. 

Fam. Crossosomataceae. Wie die Rosaceae-Spiraeoideae, aber Samen nierenförmig, 
mit reichlichem Nährgewebe und Arillus. — Sträucher mit kleinen, graugrünen, starren 
Blättern und weißen, am Ende von Kurztrieben einzeln stehenden Blüten. — C7-ossosoma 
[2 Neumexiko und Südkalifornien). 

Fam. Rosaceae. Blüten zyklisch, heterochlam., selten apopetal, meist 5-, 
selten 3-, 4-, 6-, 8- oder mehrgliedrig, ^, seltener -1- . Blütenachse, auch Recep- 
taculum (Fig. 238) genannt, flach, schüssel- oder becherförmig, in der Mitte bis- 
weilen konvex. Kelch-, Blumen- und Staubblätter oft am Rande der ßlütenachse 
perigynisch oder epigynisch. Staubblätter meist 2 — 4 mal so viel als Kelchblätter 
oder CO , selten nur 1 — 5, in der Knospe einwärts gekrümmt. Karpelle so viel 
als Kelchblätter oder 2 — 3 mal so viel oder cc , seltener nur 1 — 4, frei oder mit 




Fig. 237. Platanus occidentalis. A theoretisches Diagramm einer 

hexameren $ Blüte. B ausgebreitete tetramere 9 Blüte mit Stami- 

nodien. C Fruchtknoten median durchschnitten. D Caryopsis, längs 

durchschnitten. — Nach Schoenland. 



214 XIII. Abt. Enibryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 

21. R. Rosales. 3. U.-R. Rosineae. 

der Innenwand der hohlen Blütenachse vereint, einfächerig, meist mit zwei (selten 
mehreren oder einer) umgewendeten Samenanlagen; Griffel am Scheitel oder an 
der Bauchseite der Karpelle. Frucht Balgkapsel oder Schließfrucht oder Stein- 
frucht oder bei Vereinigung mit der vergrößerten Blütenachse eine Halbfrucht 
bildend. Nährgewebe der Samen spärlich oder 0. Keimblätter meist fleischig, 
plankonvex. — Kräuter und tr mit meist © Blättern. Nebenblätter bisweilen 
dem Blattstiel angewachsen, selten 0. — Etwa 2000. 




Fig. 238. Längssdinitte durch versrhiedene Kosaceeu-Bliiten. A PotcniiUa paluxfri.t mit flacher Bliiteii- 
achse, in deren Mitte die zahlreichen Fruchtblätter auf einem gewölbten Fruchtblattträger stehen. — 
B Gcum urhaniim, ähnlich, aber die Blütenachse etwas mehr vertieft. — C Älchimilla alpina, ein 
Fruchtblatt im Grunde der tiefer ausgehöhlten Blütenachse. — D Sjnraea decumhens, die Frucht- 
blätter in der seicht vertieften Blütenachse, von dem sehr entwickelten kerbigen Drüsenringe halb über- 
wölbt. — E Ixosa canina, die zahlreichen freien Fruchtblätter iu die tief ausgehöhlte Blütenaclisc 
eingesenkt. — F Pirus malus, die Fruchtblätter in die Blütenachse eingesenkt, mit derselben ver- 
wachsen und von dtr Drüsenscheibe völlig überwölbt. — Nach Focke. 



Unterfam. Spiraeoideae. Karpelle 12 — 1, meist 5 — 2, quirlig, meist 
nicht in die Achse eingesenkt, auch nicht auf besonderem Gynophor, mit je 
00 — 2 Samenanlagen. Meist Bälgfrüchte. Staubfäden aus breiterer Basis nach 
oben verschmälert. 

§ Spiraeeae. t>. selten if, Kräuter. Balgkapseln mit ungeflügelten Samen. 
— Physocarpus (3 Nordamer. , Ostas.). — Stephanandra (8 Ostas.). — 
Spiraea (HO *); viele Ziersträucher; die früher als Sp. bezeichneten Stauden 
unserer Wiesen hierher nicht (sondern zu Fi/ /pendula) gehörig. — Sihiraea {2); 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogania. 2. Unterabt. Angiospermae. 
21. R. Rosales. 3. U.-R. Rosineae. 



2. Kl. JJicotyledoneae. 215 



S. la&vigata (Altai bis Westchina); S. croatica oberhalb Carlopago in Kroatien 
und in der Herzegowina. — Avuncus (1) Silvester (rf 9 , *). — Sorharia (4 As.) ; 
S. sorhifolia Zierstrauch. Gillenia (2 Nordamer.). 

§ Quillajeae. t?- Balgkapseln mit geflügelten Samen. — Quillajci 
(3 Südam.); Qu. Haponaria, Seifenbaum (Chile); die Saponin enthaltende Rinde 
zum Waschen verwendet, auch als Cortex Quill ajae off. — Exocliorda (3 Ostas.); 
E. grandiflora Zierstrauch. 

§ Holodisceae. t?- Schließfrüchte. — Holodiscus (1) diseolor (pazif. 
Nordamer.). 

Unterfam. Pomoideae, (Fig. 239.) Karpelle 5—2, mit der Innenwand 
der hohlen Achse, meist auch untereinander vereint. Achse und unterer Teil 
der zuletzt fleischigen Kelchblätter mit der Frucht eine Halbfrucht bildend. 
Nebenblätter deutUch. — Meist ^ und andin, wenige trop. As. — Cotoneaster 
(20—30 a). — Cydonia 
(3 Eur., As.); C. vulga- 
ris , Quitte (Südeur.); die 
Samen.SemenCydoniae, 
enthalten in der Samen- 
schale Schleim (Bassorin); 
C. (Chaenomeles) japotiica, 
Scharlachquitte (Japan) u. 
C. Maulei (Japan) Zier- 
sträucher. — Pivus (50 
bis 60 £). — Untergatt. 
Pirophorum mit getrenn- 
ten Griffeln; JP. commu- 
nis, Birnbaum (Stamm- 
fox.oen der Kulturbirnen : 
P. achras in Zentralas., 
P. persica in Syrien und 

Persien, P cordata mediterran, P elaeagrifolia im Orient. — Bastarde!). — 
Untergatt. Malus mit am Grunde vereinten Griffeln; JP, malus, Apfelbaum 
(Stammformen: P. pumila im Kaukasus und Altai, P. dasyphylla im Orient, 
P. prunifoUa in Sibirien); P. silvestris, Holzapfel (Mitteleur.). — Untergatt. 
Hahnia mit P torminalis, Eisbeere (Eur., Vorderas.). — Untergatt. Sorhus mit 
P domestka (medit.), P, aucuparia, Eberesche (Eur., As.), P. aria (Eur.); 
auch Bastarde mit den Arten anderer Untergatt. — JEriobotrya (1) Jap07iica, 
japanische Mispel (Japan; kult. in wärmeren Ländern). — Photinia (20 Ostas., 
Amer.). — Amelanehier (14 jl); A. vulgaris (Eur., subalp.); .4. canadensis, 
A. spirata (beide Nordamer.). — Mespilus (inkl. Crataegus über 40 •); M. 
gerinanicaf Mispel (östl. medit.). 

Unterfam. Hosoideae. Karpelle oo auf gewölbtem oder kegeligem Gy- 
nophor, selten wenige, nicht eingeschlossen, oder ex. — 1 in die hohle, bleibende 
Blütenachse eingeschlossen, jedes mit 1 — 2 Samenanlagen. Stets Schließfrüchte. 

§ Kerrieae. Blütenachse flach oder gewölbt, keine Halbfrüchte bildend. 
Karpelle wenige, quirlig. Staubblätter cc , aus breiterer Basis nach oben ver- 
schmälert. — Bhodotypus (1) kerrioides (Japan). — Kerria (1) japonwa 
(China); beide häufige Ziersträucher. 

§ Potentilleae. Wie vorige; aber Karpelle meist oo auf konvexem Gynophor. 




Fig. 239. Blütendiagramme einiger Pomoideae. A Mespilus ger- 
manica. — B Pirus communis. — C P. domestica. — D Baphio- 
lepis indica. — E Mespilus coccinea, der Fruchtknoten jedoch nach 
M. monogyna. — Nach Eichler. 



216 Xin. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 

21. R. Rosales. 3. TT.-R. Rosineae. 

* Ruhinae. Karpelle mit zwei Samenanlagen. Kein Nebenblattkelch. 
Steinfrüchte. — Rnhiis (über 200); B. chamaemorus, Moltebeere, i?. arcticus 
(beide *- subarkt.), Früchte sehr geschätzt; jR. idaeiis, Himbeere (± temp.); 
die frischen Früchte liefern den off. SirupusRubiidaei; B. caesius, E. ulmi- 
folius u. a. A. liefern die Brombeeren; durch Bastardierung mehrerer Arten 
wurden die kultivierten Sorten erzielt; B. odoratus (Nordam.) beliebter Zierstrauch. 

* Potentillinae. (Fig. 240.) Karpelle mit einer hängenden Samenanlage. 
Schließfrüchte ohne Griffel. Nebenblattkelch. — Fragaricif Erdbeere (8 _*_ und 
andin); F. resca, Walderdbeere; F. virginiana (östl. Nordam.) X F. chiloensis 
(Chile), Ananaserdbeere. — Fotentilla (inkl. Comarum, 200 a, andin und -i-). 

— Sihbaldia (8) procumhens, circumpolar, boreal-alpin. 

'''■ Dryadinae. Karpelle mit einer aufrechten Samenanlage. Schließfrüchte 
mit meist bleibendem Griffel. Nebenblattkelch. — Geutn (36 a, andin und "v). 

— Dryas (2i); Z). octox^etala, schönblühender Zwergstrauch der alpinen 
und polaren Gebiete in Eur., As., Nordam., auch in glazialen und postglazialen 
Schichten der Ostseeländer, 




Fig. 240. Diagramme der Blüten einiger Potentilleae. A Potentilla palustris. 
D Sibbaldia. — Nach Eicbler und Focke. 



— BP. fruticosa. — 



§ Filipenduleae (Ulmarieacj. Blütenachse flach oder schwach konkav. 
Staubfäden fast keulenförmig, bald abfallend. — Filipenditla (= Ulmaria) 
(8 — 9 a); einige Arten (F. hexajjetala und F. ulmaria) auf Wiesen bestandbildend. 

§ Cercocarpeae. Blütenachse röhrig, ein Karpell einschließend, mit der Schließ- 
frucht eine Halbfrucht bildend. Nebenblätter schwach. — Cercocarpus (5) und andere 
Gattungen im pacif. Nordamer. 

§ Sangiüsorbeae. Blütenachse krugförmig, zwei oder mehr Schließfrüchte 
einschließend, meist erhärtend. — Alchitnilla (über 60, meist in Hochgeb. 
Europas, des trop. Afr. und des trop. Am.) (häufig somatische Partheno- 
genesis, d. h. Entwicklung eines Emlaryos aus einer Eizelle mit doppelter Zahl 
von Chromosomen, bei A. sericata zugleich auch somatische Apogamie; aber 
normale Embryoentwicklung bei der Sekt. Aphanes). — Agrinimiia (10). — 
ffaf/enia (1) ahi/s.siniea (Gebirge des trop. Ost- und Zentralafrika von 
Abyssinien bis zum nördlichen Nyassaland) liefert in den 9 Blüten die off. 
Flores Koso. — Satit/iiisorha (30 *)\ S. minor ('= Poterium sanguisorha) 
als Gewürzpflanze, Bibernell, kultiviert. — Cliff'ortia (50 meist Südafr.). 

§ Roseae. Blütenachse (Fig. 241 krugförmig oder röhrig, zahlreiche Karpelle 
einschließend, zur Fruchtzeit erweichend. — Rosa (mehr als 100 * , auch in 
Gebirgen der Tropen); Stammpflanzon der Edelrosen sind einerseits für Provinz- 
rosen, Olrosen, Centifolien, Monatsrosen, Moosrosen: B. gallica (Eur., Orient) und 
R. moschata (Nordafr. bis Nordind.); andererseits für Bengalrosen, Teerosen, 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 
21. E. Rosales. 3. U.-R. Kosineae. 



2. Kl. Dicotyledoneae. 217 



Remontanten: 7?. indica (=: R. sinensis) und IL moschafa (Abyss. , Ostindien, 
China). Wichtiger Handelsartikel Rosenöl, als Oleum Rosae off. Off. sind 
auch als Flores Rosae die Blumenblätter von B. centifoUa. 

Unterfam. Neuradoidede. Karpelle 5 — 10, 
untereinander und mit der Innenwand der hohlen, bei 
der Reife trockenen Blütenachee verwachsen. Kräuter. 
— Neurada (2) und Grielum (etwa 6), afrik. Wüstenpfl. 

Unterfam. JPrunoideae. (Fig. 242.) 
1 Karpell, selten 1 — 5, -frei, mit endständigen 
Griffeln und mit zwei hängenden Samenanlagen. 
Steinfrüchte. — t? Dfiit einfachen Blättern und 
deutlichen Nebenblättern. — JPrunus (über 
150 A, besonders zahlreich in Ostasien, wenige 
in Amerika, aber auch andin). — Untergattung 
Prunophora: P. avnieniacaf Aprikose (Tur- 
kestan, Mongolei); J*. insititUi, Kriechen- 
pflaume, Haferschlehe (Eur. , Vorderas.), P, 
cevasifera, Kirschpflaume, mit den subspec. 
divaricata, myrohalana und der Var. Pissardi 

(Bulgarien bis Turkestan), und jP. domestica, Zwetschke, Zwetsche (Heimat 
unbekannt), Stammpflanzen der kultiv. Pflaumen; P. spiiiosa, Schlehdorn (Eur., 
Vorderas.). — Untergatt. Amygdalus: JP. atnygdaliiSf Mandelbaum (Turkestan, 
Zentralas.) mit den physiologischen Var. bittere und süße Mandel, als Amygdalae 
amarae und -A. dulces off.; P, persica^ Pfirsichbaum (aus Nordchina 
stammend?) mit der Var. nucipersica (Nektarine). — Untergatt. CJiamaeamygdalus : 
P. ncum (Donausteppen bis Ostsibirien); P. triloha (China), Ziergehölz. — Untergatt. 




Fig. 241. Rosa canina. A Halbf nicht, 

5 Frucht«, B dieselbe im Längsschnitt 

mit den Einzelfriichten. — Nach War- 

ming. 








Fig. 242. Diagramme der Blüten einiger Prunoideae. A Xuttallia cerasifoifnis. — B Prunus padus. — 
C P. virginiana. — DP. spinosa CGynaeceum weggelassen). — A — C nach Focke, D nacli Goebel. 



Cerasus: P. aviunif Süßkirsche (Eur. bis Norwegen, Vorderas.); P. cerasus, 
Sauerkirsche (Kleinas.); P. mahaleb (Südeur., Vorderas.) liefert das angenehm 
riechende »Weichselrohr«. — Untergatt. Padus: P. padus , Ahlkirsche, Faul- 
baum (Eur., As.); P. laurocerasuSf Kirschlorbeer (medit.), Blätter zur Be- 
reitung von Kirschlorbeerwasser (Aqua Laurocerasi). 

Unterfam. Chr'ysohalanoideae. (Fig. 243.) Karpelle 1 — 5, frei, mit 
grundständigen Griffeln und zwei grundständigen, aufrechten Samenanlagen. 
Sonst wie vorige. — Alle sehr gerbstoff reich. 

* Chrysohalaninae. Blüten fast ■^. — Chrysohalanus (3 trop. Amer., 
Westafr.); Cli. icaco (trop. Amer., Westafr.) (Fig. 244) liefert die eßbaren Icaco- 
pflaumen. — Urania (36 Südamer.) liefert schwarze Farbe. 



218 Xlll. Abt. Embryophyta siphonogania. 2. Unterabt. Angiosiiermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 

21. R. Rosales. 3. U.R. Kosineae. 

* HirfcUhiae. Blüten -j- . — Hirt ella (40 iroip. Amer.); H. silicea. Stamm 
und Rinde liefern, verbrannt, Kieselsäure für Töpferei. — Parinarium (50 trop.); 
P. tnacrophyllum, »Ingwerpflaume« (Westafr.); P. excelsum, »große Pflaume« 
mit eßbaren Früchten (Westafr.). — Acioa (etwa 10, davon 1 in Südamer, die 
übrigen im trop. Afr.) (Fig. 245). 

Farn. Connaraceae. Blüten zyklisch, heterochlam., fünfgliedrig, meist 
diplostemon, hypogynisch, $, selten cf' 9, ^- Kelch meist bleibend und bei 
der Reife die Basis der Frucht umhüllend. Blumenblätter bisweilen leicht ver- 
wachsen. Die Staubblätter vor den Blumenblättern meist kürzer als die anderen 
oder steril. Karpelle frei, meist 5, seltener 4 oder 1, mit je zwei geradläufigen 
Samenanlagen am Grunde. Meist nur eine Kapsel mit nur einem Samen, an 




Fig. 243. Blütendiagramme eimger Chrysobalanoideae. A Licaniamacrophylla 
(Staubblätter oft teilweise steril). — B L. crassivenia. — C HirleUa triandra; 
die Sekundanblüte (11) pentandrisch, nach H. Sprucei. — D Coiiepia macro- 
phylla. — E Längsschnitt der Blüte von Hirtella triandra, durch die Sym- 
metrieebene geführt; die Blütenblätter weggefallen. — F Paiinarium Gard- 
neri, variiert mit sieben und neun fruchtbaren Staubblättern. — Hirtella 
hirsuta. (In den Fig. C—(t deutet die halbnuindförmige Figur auf der 
Griffelseite die nach dieser Seite hin gerichtete Konkavität der Blütenachse an.) 
— Nach Eich 1er. 




Fig. 244. Chrysobalanus 
icaco. Blüte im Längs- 
schnitt. — Nach B a i 1 1 n. 




Fig. 24 5. Acioa guin- 

nensis. Blüte im Läng.s- 

schnitt. 



der Bauchseite sich öffnend. Nährgewebe -|- oder 0. Arillus. — Meist kletternde 
t?, selten Bäume, mit © unpaarig gefiederten Blättern ohne Nebenblätter und 
in Rispen stehenden Blüten. — Etwa 250 trop. 

§ Connareao. Kelchblätter dacliig. Nährgewebe 0. — Connarus {SO trop.). — Rourea 
(60 trop.). 

§ Cneslideao. Kelchblätter klappig. Nährgewebe -f- oder 0. — Cnestis (20 trop. Afr.). 

Fam. Leguminosae. Blüten zyklisch, heterochlam., meist fünfgliedrig, meist 
di))lo8temon, aber auch pleiostemon, hypogynisch, Sl, selten cf 9, -^ oder -j- . 
Karpelle meist nur 1, seltener 2, sehr selten b — 15, mit gewöhnlich oo in zwei ab- 
wechselnden Zeilen stehenden Samenanlagen, seltener nur 1 Samenanlage; diese an 
der nach hinten gekehrten Bauchnaht. Samenanlagen umgewendet oder amphitrop. 



XJII. Abt. Embryophyta siphonogaina. 2. Unterabt. Angiosperniae. 2. KI. Dicotyledoiieae. 219 
> 21. R. Rosales. .3. U.-R. Rosineae. 

Griffel endständig. Frucht meist eine Hülse, bisweilen Balgfrucht oder nicht 
aufspringend. Nährgewebe spärlich oder meist 0. — t? und Kräuter, meist mit 
@, gefiederten oder gedreiten Blättern mit Nebenblättern und meist in Trauben 
stehenden Blüten. — Über 12000 frigid. — trop. — Wurzeln in der Regel mit Knöll- 
chen, verursacht durch Symbiose mit Bacillus rarlicicola oder verwandten Arten. 
Unterfam. Miniosoideae. Blüten (Fig. 246 u. 247) •^. Blumenblätter 
klappig. Blätter doppelt gefiedert, nur bei Inga und Affonsea einfach gefiedert. 

A. Kelchblätter in der Knosi)e klappig. 
a. Staubblätter oo oder mehr als 10. 

§ Ingeae. Staubfäden + verwachsen. Bisweilen mehr als ein Karpell. 
— Inga (200 trop. Amer.); /. FeuiUei (Peru) und /. edulis (Brasil.) mit süßen 
Früchten; I. vera (Zentralam.) liefert das sog. Cocusholz. — Pithecolohium 
(110 trop.); P. avaremotemo (Brasil.), bittere Rinde medizinisch gebraucht. — 
Albifi^ma (50 paläotrop.); ^ 

A. lehheh (trop. Afr. , As.) 
liefert Gerb rinde und 
wenig geschätztes Gummi. 

§ Acacieae. Staub- 
fäden frei, seltener die in- 
neren unten vereint. Stets 
nur ein Karpell. — Aca- 
cia (500 calid., davon etwa 
2SO(PhyUodineae)inA\istr. 
und auf ozean. Inseln); das 
beste, off. Gummi arabi- 
cum liefert A. Senegal 
(= A. vereJc) im ganzen 
nördl. trop. Afrika) ; bräun - 
liebes, minderwertiges 
Gummi liefern A. glauco- 
phylla und A. abyssinica 
(Abyssinien), A. Ehren- 
her giana und J.. stenocarpa 

(Nubien, Abyssin.), A. seyal (trop. Mr.) und A. avahica (trop. Afr. u. As.); 
von letzterer kommen auch die gerbstoffreichen Hülsen als Indischer Gallus 
in den Handel; das dem off. Gummi arabicum ähnliche Kapgummi liefert 
A. horrida (Südafr.); australisches Gummi stammt von mehreren australischen 
Arten; A. catecJitt und A. suma (Vorderindien, Ostafr.) liefern das aus dem 
Kernholz durch Kochen gewonnene gerbstoffreiche, off. Catechu; wichtige 
Gerbrinde und Gerbstoff liefernde Arten sind auch die in Australien heimi- 
schen und namentlich in Südafrika viel kultivierten: A.inollissiiHaf A.salig^ia 
(Port Jackson Wattle), A. 2>yenanth(i (Golden Wattle), A. decnrrens 
(Black Wattle); von A. hofnalophylla (Südaustral.) stammt das Australi- 
sche Veilchenholz; gutes Möbelholz (Blackwood) liefert A. ineIauo.ri/lon 
(Südostaustral.). — Biologisch interessant (myrmekophil) ist A. spadicigcra 
(Mexiko) durch das Vorkommen kleiner eiweißreicher Zellkörper (Belt'scher 
Körperchen) an der Spitze der Blättchen. Auch andere Arten der Gattung 
typische »Ameisenpflanzen« im trop. Afr. Viele, besonders australische Arten 
mit Phyllodien. Nebenblätter oft zu starken Dornen umgebildet. 





Fig. 2iG. Mimosoideae. Diagramme: Fig. 247. Blüten der J/»»ioso(- 

Ä Parkia afncmia, B Mimosa pu- dene (Enteroloh'mm) . A ein- 

dica, C Acacia latifolia, D A. jimi- zelne Blüte, B Blütenköpfe in 

perina. — Nach Eichler. einerTraube.— NachTaubert. 



220 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 3. Kl. Dicotyledoneae. 

21. R. Rosales. 3. U.-R. Rosineae. 

b. Staubblätter ebensoviel oder doppelt so viel als Blumenblätter 
(5 oder 10). 

§ Eumimoseae. Antheren ohne Drüse am Ende. — Mitnosa (350 trop., 
meist Amer.); M. pudica (ursprünglich Brasil., jetzt überall in den Trop. als 
Unkraut) mit besonders auffallender Reizbarkeit der Blätter (Fig. 248). 

§ Adeuanthereae. Antheren in der Knospe mit Enddrüse. Samen mit Nährgewebe. 
— Neptunia (8 trop.); N. olcracea (pantrop.), schwimmender Halbstrauch, dessen Blätter in 
Hinterindien als Gemüse genossen werden. — Prosojns {25 calid.); P. Jiiliflora, Mes- 
quitebaum (Texas bis Kalif.), liefert Mesquite- oder SonoraGummi und sehr hartes 
Nutzholz. — Adenanthcra (3 trop. As.); A. j^avonina (trop. As., auch in Afr. und Am. kult.) 
liefert die roten Korallenerbsen und das Condoriholz. 

§ Piptadenieae. Wie vorige; aber Samen ohne Nährgewebe. — Entada 
(15 trop.); E. scandens (trop.) mit 1 m langen und 10 cm breiten, meist 
geschlossen bleibenden Gliederhülsen, die u. a. durch den Golfstrom weit ver- 
breitet werden. 



Fig. 248 




.4 — E Mimosa pudica. Ä Zweigstück, B Blüte, C Pruchtstand, D Hülse, 
F — H M. sepiaria. J'"' Blüte, G Hülse, if Samen. — Nach Taubert. 



B. Kelchblätter in der Knospe dachig. 

§ Farkieae. — Parkia (19 trop.); P. africana liefert eßbare Samen (Sudankatt'ee). 

Unterfam. Caesalpinioideae. Blüten -l« . Blumenblätter in der Knospe 
allermeist mit aufsteigender Deckung (Fig. 249). 

s? Dimorphandreae. Blätter doppelt, selten einfach gefiedert. Kelch- 
blätter in der Knospe zusammenhängend. — Erythrophloenni (5 paläotrop.); 
E. gaineense (trop. Afr.), Red- water -tree, Gottesurteilsbaum, mit stark 
giftiger Rinde. 

§ Cynometreae. Blätter einfach und paarig gefiedert. Kelchblätter frei. 
Blumenblätter 0, 1, 3, 5. Fruchtknoten frei, meist mit 1 — 2 Samenanlagen. — 
Copaifera (16 trop. Amer., 8 Afr.) (Fig. 250); mehrere südamerikanische Arten 
liefern das off. Balsamum Copaivae, z. B. C of/fcinalis (Guiana bis Ko- 
lumbien), C. Lafujsdorfpi und C. corlavea in Brasilien; die afrikanischen 
Arten, C Gorsh'iantif (\ Demeuseif u. a. liefern Kopal. 

§ Auilierstieae. Blätter einfach gefiedert. Kelchlolätter frei. Frucht- 
knoten rückwärts dem Rezeptakulum angewachsen. — TrachylobiufH (1) 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
21. R. Rosales. 3. U.-R. Rosineae. 



221 



verrticosuni (Madagaskar, Ostafrika) liefert den besten, den ostafrikanischen 
oder Sansibar-Kopal. — Hymenaea (8 trop. Amer.); H. courbaril, 
Lokustbaum, u. a. Arten liefern amerikanischen Kopal oder Courbaril. — 
Afzelia (10 trop. As., Afr.); A. bijuga (Seychell. bis Polynes.) liefert wertvolles 
Möbelholz. — Taniarindtis (1) indica (trop. Afr.); Früchte sehr geschätzt, 




^5-^\ 










[ 




Fig. 249. Caesalpinioideae. Diagramme: -1 Cercis siliquasti-um, B SivaHzia pulchra, Amherstia nobilis, 

I) Tamai-indus indica (Krondeckuug nach einem Ausnahmefall; gewöhnlich ist dieselbe wie bei CJ, 

E Macrolobium multijugum, F Dimorphandra, G Apuleia praecox, H Copaifera Langsdorffii, I Ceratonia 

siliqua, K Dialium divaricatum. — Nach E i c h 1 e r. 




Fig. 2.50. Copaifera Langsdorffii. A einzelne Blüte; B Anthere von vorn, C von hinten gesehen; 

D Längsschnitt durch die Blüte und den Fruchtknoten; E Querschnitt des letzteren; F Fruchtzweis: 

G Samen mit Arillus; H Längsschnitt des Samens. — Nach Flora brasil. 

das Fruchtmus (die off. Pulpa Tamarindorum) vorzügliches Purgiermittel. — 
Amherstia (1) nobilis (Hinterind.) herrlicher Baum, häufig kultiviert. 

§ Bauhitiieae. Blätter nicht gefiedert, einfach, zweilappig oder bis zum 
Grunde geteilt. Staubblätter 10 oder weniger. Kelchblätter zusammenhängend. 



222 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 
21. E. Rosales. 3. Ü.-R. Tiosineae. 



2. Kl. Dicotyledoneae. 



— Hfinhitvia (200 trop.); Stämme der kletternden Arten oft flach, wellig 
gebogen (»Affentreppen«) und mit zerklüftetem Holzkörper. — Cercis (5 Südeur., 
Ostas., Nordamer.); C. süiquastrum (mediterr.), Judasbaum, Zierbaum; C. cana- 
dcnsis (atlant. Nordamer.). 

§ Cassieae. Blätter einfach gefiedert. Kelchblätter frei. Vordere Blumen- 
blätter entwickelt, abortiert oder reduziert, aber nicht zu fleischigen Drüsen um- 
gebildet. Thecae der Antheren mit endständigem Porus. — Cassia (450 calid.) 
(Fig. 251); C. cicHtifolia (trop. Afr.) liefert die Folia Sennae Alexan- 
drin.; C. (171 (justi folia (Ostafr. , Arab., kult. in Ostind.) liefert die off. 
Folia Sennae (Tinnevelly); von beiden auch die Früchte (Fructus oder 
Folliculi Sennae) medizinisch verwendet; C. fisttila (trop. Afr.) enthält in 
den zylindrischen, medizinisch gebrauchten Früchten (Fructus Cassiae fistulae) 
purgierendes Mark; C. chamaecrista (Nordamer.) bisweilen mit 2 — 3 Pistillen. 

— Ceratoula (1) siliqtia, Johannisbrotbaum, apopetal (Arab., kult. und sub- 
spontan im Mediterrangeb.), liefert eßbare Früchte. 




Ä n C 

Fig. 251. Cassia fioribunda. A Blüte; B Diagramm; C Blüte im Längsschnitt. 



Nach Bai Hon. 



^ Kramei'ieae. Blätter einfach. Kelchblätter frei. Vordere 2 Blumen- 
blätter zu großen, fleischigen, schuppenartigen Drüsen umgebildet. Thecae der 
Antheren mit endständigem Porus. — Kratneria (früher zu den Polijgalaceae 
gerechnet; 12 Amer. calid.); K. tviandra (Anden 'von Bolivia und Peru) 
liefert die off. Radix Ratanhiae. — Wird bisweilen auch als eigene Familie 
(KrameriaceacJ angesehen. 

§ Eucaesalpinieae. Blätter einfach oder doppelt gefiedert. Kelchblätter 
frei. Vordere Blumenblätter entwickelt, abortiert oder reduziert. — Cae.salpiniu 
(60 calid.); mehrere liefern Farbhölzer, so C. hrasiUensis (trop. Amer.) eines der 
Westindischen Rothölzer, C. Cf/mtafa (Brasil.) das Brasilholz oder Fer- 
nambukholz, Lignum Fernambuci, C. sa2)p an {trop. As.) das Ostindische 
Rotholz oder Sappanholz; von C. roriavia (Zentralam., Westind., aufh 
kult.) stammen die als >Dividivi« bekannten, gerbstoffreichen Hülsen. — 
Hnenuitftii'iflon (1) campechianuni (Zentralamer., kult. in Westind.) liefert 
Bhiuholz (Lignum Haematoxyli oder Lignum Campechianum). — 
Gymnoclcuhis (2 Nordamer., China); G. c&nadensis (Blüten ^, dioecisch; atlant. 
Nordamer.), Zierbuum. — Gleditsrhia (12 Westas., Ostas., Nordamer., Süd- 
amer., trop. Afr.); (/. triacanthos (Nordamer.), beliebter Parkbaum (Fig. 252). — 
Foinciana (3 Ostafr., Mascar., Vorderind.); B. regia sehr schön blühender Zier bäum. 



XIII. Abt. Eiubryophyta siphonogaraa. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
21. R. Rosale.s. 3. U.-R. Rosineae. 



223 



§ Sclerolobioao. Blätter einfach, unpaarig gefiedert. Kelchblätter frei. Blumen- 
blätter 3 oder 5. Antheren dorsiüx, mit Längsspalten sich öffnend. Griffel frei, mit 
3 — oc Samenanlagen. — Alle trop. Amer. 

§ Swartzieae { Tounateeae). Blätter einfach gefiedert, seltener einfach. Kelchblätter 
zusammenhängend. Staubblätter meist oo, seltener 9 — 13. — Stcartzia (70, davon 1 trop. 
Afr., die anderen trop. Amer.). 

Unterfam. Papiliouatae. Blüten •]• . Blumenblätter in der Knospe mit 
absteigender Deckung (Fig. 253). 

§ Sophoreae. 10 oder mehr Staubfäden, frei. Meist Bäume oder Sträucher 
mit gefiederten Blättern. — Sophora (25 calid.); S.japonica (Japan). — Cladrastis 




Fig. 252. Gleditschia tHacanthos. A Zweig mit (^ Blüten; B einzelne ^f Blüte; G Stück des O Blüten- 
standes; D 9 Blüte mit Staubblattrudimenten; E Querschnitt durch den Fruchtknoten; F Hülse; 
G Samen; H dorniger, aus dem Stamm hervorgewachsener Adventivsproß. — Nach Taube|rt. 




Fig. 2.53. Papüionatae. Diagramme: A Vicia faba, v Fahne (vexillum), a Flügel (alae), c Schiffchen 
Ccarina); B Laburnum vulgare; C Amorpha fruticosa; D Chorizema cordatum. — Nach Eich 1er. 



(2 Ostas., Nordamer.); C. tindoria (atlant. Nordamer.). — Myroxylon (2 — 3 
trop. Amer.); M, balsaniumn, var. geriuimim (= M. toluifera, 2'oluifera 
halsamum) (Venezuela, Neu-Granada) liefert das off. Balsamum tolutanum; 
31. halsatnunif var. I*efeir(ie (^= Toluifera Pereirae) (Zentralamer.) liefert 
das off. Balsamum peruvianum. 

§ Podalyrieae. 10 Staubblätter, frei. Meist Sträucher mit einfachen 
oder gefingerten Blättern. — Anagyris (2 medit.). — Thermnpsis (12 Himal., 
Ostsibir. , Nordamer.) — Baptisia (14 Nordamer.). — Podahjria (17 Südafr.). 
— Oxylohiuyn (27), Chorizema (15), Fultenaea (75) u. a. in Australien. 



224 Xm. Abt. Embryophyta siphonogaina. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 

21. R. Rosales. 3. U.-R. Rosineae. 

§ Genisteae. 10 Staubblätter, meist vereint, seltener 1 frei und 9 vereint. 
Sträucher oder Kräuter mit einfachen oder gefingerten Blättern und ganzrandigen 
Blättchen. — Viele Austral. und Südafr. — Lotononis (80 Afr. , medit.). 

— Aspalatims (250 Südafr.). — Crotalaria (350 calid.); C. juncea (Ostind.) 
liefert Bast. — Lupinus (etwa 100, meist Amer. , einige medit.); L. luteus 
(medit.), L. angustifolius (medit.), L. albus (medit.) als Futterpflanzen und zur 
Gründüngung kultiviert, andere als Zierpflanzen; Samen sehr nährstoffreich, als 
Kaffeesurrogat und zur Mehlbereitung. Sie enthalten jedoch oft giftige Alkaloide. 

— Argyrolobium (42 medit., Ostind., Südafr.). — Laburmun (3 alpin und medit., 
alle mit giftigen Samen); X. vulgare^ Goldregen (medit.); L. ( Lahui'no- 
cytisus) Adantif interessanter Pfropf bastard (Periklinalchimäre) von Laburnum 
vulgare und Cijtisus purpureus. — Calycotome (4 medit.). — Genista 
(100 medit., Eur. und Westas.); G. tinctoria (Eur., Sibir.), Blätter und Blüten 
zum Gelbfärben. — Spartium (1) junceum (medit.). — ZUex (20 Westeur. 
und 2 medit.); U. europaeus als Pferde- und Wildfutterpflanze auf sandigem 
Boden kultiviert. — Cytisus (50 medit., Eur., Westas.); C. (Saroihamnus) 
■9co^«fzu.s (Mitteleuropa), Besenginster, stellenweise formationsbildend; Faserpflanze. 

§ Trifolieae. 10 Staubblätter, selten alle vereint, meist 1 frei und 9 
vereint. Kräuter mit selten gefiederten, meist gefingerten Blättern und am Rande 
gezähnelten Blättchen. — Ofioiiis (70 medit., Eur. und Westas.); O. spinosa 
(Eur.) liefert die off. Radix Ononidis. — Parochetus (1) comniwiis (Gebirge 
des trop. As. und Afr.). — Triyonella (70, meist medit.); T. coerulea 
(medit.) als würzender Zusatz zum Kräuterkäse; T, foeifliifn graecuni (medit.) 
liefert das off. Semen Foenugraeci. — Weclicago (50 medit., Eur., As., West- 
afr.); JIT. sativa, Luzerne, Schwedischer Klee, andere Arten ebenfalls wertvolle 
Futterkräuter. — Jlelllotus (20 temp., subtrop. Eur., As., Afr.); M. offlci- 
iinlis und JI. altissimus, Honigklee (beide Eur., As.), liefern die off. Her ha 
Meliloti. — THfolitini (300 temp., subtrop.); T, pratensef T. hybridtini, 
T. repetis und 1. incarnatwni wertvolle Futterpflanzen, auch viele andere 
auf Wiesen bestandbildend. 

§ Loteae. 10 Staubblätter, selten alle vereint, meist 1 frei und 9 vereint. 
Kräuter mit gedreiten, seltener gefiederten Blättern und ganzrandigen Blättphen. 

— Anthyllis (30 medit. und Eur.); A. vulneraria (medit. und Eur.), Wund- 
klee, Futterpflanze. — LotiiSf Hornklee (90 temp. und eubtrop.); L. corniculatus 
(vorzugsweise Eur., As.), L. uliginosus (Eur.), L. (Tetragonolobus) siliquosus 
(Eur. medit.), wertvolle Wiesenkräuter. — Dorijcnium (12 medit. und subalp.). 

§ Galegeae. 10 Staubblätter, selten alle vereint, meist 1 frei und 9 
vereint. Kräuter, Sträucher oder Bäume mit meist gefiederten Blättern. Blüten 
meist in Trauben. Hülse zweiklappig, — Psoralca (130 meist subcalid.). — 
Amorpha (10 Nordamerika). — Indiyofera (350 calid.); J. tinctoria (trop. 
Afr.) und /. fitiil (trop. Amer.?, kultiviert in den Tropen) liefern Indigo. — 
Galega (3 Südeur., Westas.). — Tepkrosia (120 calid.). — Wistaria (4 Ostas., 
Nordamer.); iV. sinensis (OstaLß.), kletternder Zierstrauch (»Glycine«). — Itohinin 
(6 — 10 Nordamer. bis Mexiko); .11. j>seiidacacia, »Akazie«, in Europa einge- 
bürgert. — Cannichaclia (19 Neuseeland). — Colutea (10 Südeur. und As.); C. 
arhorcscens, Blasenstrauch (Südeur.). — Hal/Diodendron (1) argenteum (Salz- 
steppen Westasiens). — Cfiraytina (20 Zentralas.); C. arhorcscens (Altai, Songarei), 
Wurzel und Rinde früher off. — Astray aius (etwa 1600 * und andin); A. ad- 
scendens (Südwestpersien), A. gummifer (Syrien, Kleinasien), A. microcephaliis 
(Armenien), A. cyllcneus (Peloponnes) u. a. Arten liefern die off. Tragacantha, 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 225 
21. E. Rosales. 3. U.-R. Rosineae. 

technisch und medizinisch gebrauchtes Traganthgummi. — Oxijtropis (150 *). 

— Biserrula (1) pelecinus (medit.). — Glycyrrhiza (12 i^ und Südamer.); 
G. glahra (im Mittelmeergebiet, sowie von Ungarn bis Afghanistan) liefert die 
off. Radix Liquiritiae, Süßholz, und aus diesem Succus Liquiritiae, Lakritzen. 

§ Hedysareae. 10 Staubblätter, selten alle vereint, meist 1 frei und 9 
verbunden. Blätter gedreit oder gefiedert. Gliederhülsen oder Bruchfrüchte. — 
Ornithopiis (8 temp., subcalid.); O. sativus, Serradella (Portugal), wichtige 
Futterpflanze für Sandboden. — CoroniUa (20 medit. und Nachbarländer). 

— Hippocrepis (12 medit. und Nachbarländer). — Hedysarum (etwa 100 a). — 
OnoIrrycJiis (100 medit., As.); O, sativa (Em.), Esparsette, Futterpflanze. 

— Alhagi (3 östl. u. südl. Me- 
diterrangeb.) ; A. maurorum, 
Wüstenpflanze von Griechen- 
land bis Ägypten, Arabien und 
Persien; A. camelorum , von 
Südrußland bis nordwestl. In- 
dien , wichtige Futterpflanze 
für Kamele. — Brya (3 An- 
tillen); -B. e&emt5 (Westindien) 
liefert das amerikanische 
Ebenholz. — Amicia (7 trop. 
Anden); A. zygomeris (Mexiko) 
mit auffallender Tag- und Nacht- 
stellung der Blätter. — Aeschy- 
noniene (70 calid.); A, ela- 
phroorylon,Amh3itsch (im Nil- 
gebiet von 3 — 8° n. Br.), be- 
rühmt wegen des leichten »Kork- 
Holzes«. — Adesmia (100 Süd- 
am.). — Stylosanthes (27 calid.). 
— ^rcicMs (9 Brasil.); A. hy- 
pogaecif Erdpistazie, Erd- 
nuß (trop. Amer.), in den wär- 
meren Ländern kultiviert wegen 
der öl-, eiweiß- und stärke- 
reichen Samen in der unter 
der Erde reifenden Frucht. — 
Hemnodiiim (170 calid.); 
U. yyranSf Telegraphenpflanze (Ostind.), ausgezeichnet durch selbständige Be- 
wegung der kleinen Seitenblättchen ; D. pendulifloriim (Japan), Zierpflanze. ■ — 
Lespedeza (80 temp. Ostas., Nordamer.). 

§ Dalbergieäe. Staubblätter 10, alle vereint oder 1 frei und 9 verbunden. 
Blätter meist gefiedert. Frucht nicht aufspringend. — Dalhertfla (über 100 trop.); 
D.melanojcylon (trop. Afr.) liefert afrikanisches Ebenholz. — Machaeriuw 
(100 trop. Amer.). — Pterocarpus (30 trop.); Pt, sautalhius (Ostind.) gibt 
das Rote Caliaturholz, Rote Sandelholz (Lignum Santali rubrum), 
Pf. Soyauxii u. a. (trop. Afr.) das Afrikanische Sandelholz (Barwood); 
Pt. mar Slip lutn (Ostind.) liefert das Ostindische oder Mnlabar-Kino. — 
inclirct(2b trop. Amer.); A. araroha (Südamer.) liefert aus dem Kernholz das 




Fig. 254. Pisum sativum. A ganze Blüte; B dieselbe im 
Längsschnitt; B' Kronblätter; e vexillum, a alae, c carina; 
C Staubblätter und Karpell ; D Fruchtknoten und Griffel ; 
G Embryo; c die auseinander geklappten Keimblätter, deren 
rechtem das "Würzelchen r und das Knöspchen fi anliegen. — 
Nach Baillon. 



Engler, Syllabns. 



In 



226 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 

21. R. Rosales. 3. U.-R. Rosineae. 

off. Chrysarobinum. — Dipteryoc (8 trop. Amer.); Z>. odovata (Venezuela, 
Surinam) liefert die duftenden, cumarinreichen Tonkabohnen, Semen Tonca. 
§ Vicieae. Staubblätter 10, selten alle vereint, meist 1 frei. Blätter 
gefiedert, ohne Endblättchen, statt dessen mit feiner Spitze oder Ranke. Meist 
Kräuter. Keimblätter diekfleischig, im Samen verbleibend. — Ahrus (6 ealid.); 
A. precatoiius , Paternostererbse (trop.), mit roten, giftigen Samen. — Cicer 
(14 medit., As. calid.); C. arietinunif Kichererbse (medit.), wird kult. — Vicia 
(120 -* und andin); F. safiva u. a. A., Futterpflanzen; T^. amphicarpa (medit.) 
mit oberirdischen und unterirdischen Blüten und Früchten; F. /«?>«, Saubohne, 
Puffbohne, Pferdebohne (Heimat Nord-Persien?, Nordafrika?), kultiviert. — Lens 




Fig. 255. Voandzeia subterranea. A ganze Pflanze; B Ende des Pedunculus mit zwei Blüten; C Kelch 

aufgeschnitten und ausgebreitet; D Längsschnitt durch die Staubblattröhre und den Fruchtknoten; 

E Ende des Griffels: F Hülse mit der Achse; G Samen. — Nach Taubert. 



(6 medit.); L, esculenta, Linse, kultiviert. — Lathyrus (100 jl und Süd- 
amer.); L. sativus (medit.), L. süvestris, L. cicera u. a. irn Medit., kultiviert; 
L. odoratus, prächtig blühende Zierpflanze. — Pisif'ni{ß); P. sativutn., gewöhn- 
liche Erbse (medit.) (Fig. 254) und P. ftrreiise (Italien), graue Erbse, kultiviert. 
§ Phaseoleae. Blüten und Früchte wie bei vorigen ; aber windende Kräuter 
oder Sträucher, selten Bäume mit gedreiten oder gefingerten Blättern. — Clitoria (30 
calid.). — Gl ff eine (25 paläotrop.); G. soJa (= Soja hispkia) (Ostas.) liefert die 
wohlschmeckende, sehr nährstoffreiche Soja, sowie Soja-Oel. — Erythrina (30 
trop.). — Apios (7 Nordam., China); A. tuhnosa (atl. Nordamer.), mit knolligem, 
eßbarem Rhizom, Milchsaft führend. — Mncitna (50 calid.); M. pruriens u.a. mit 




XIII. Abt. Embryophyta siphonngama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. KI. Dicotyledoneae. 227 
22. R. Pandales. 23. K. Geraniales. 1. IJ.-R. Geraniineae. 

Jucken erregenden Haaren auf den Hülsen (»Juckbohnen«). — Butca (3 Ostind.); 

B. frondosa liefert das Butea- oder Bengalische Kino. — CanavaUai\2 calid.); 

C. cnsiformis und C. gladiata in den Tropen kultiviert wegen der eßbaren Samen. 

— PhyHostUjtna (3 trop. Afr.); Ph. venenosum (trop. Westafr.) liefert die 
das giftige Physostigmin enthaltenden Calabarbohnen, Gottesurteilbohnen. — 
Phaseolifs (150 calid.), Bohne; P/i. vulgaris und I*Ji. rmiltiflorus (Süd- 
amer.) vorzugsweise in Europa kultiviert, in den Tropen auch Ph. muiigo (Ost- 
ind.), Ph. hinatus (Ostind., Afr.) u. a. — Vigna (40 calid.); T'. sinensis (trop. As., 
Afr.), Hülsengemüse. — Voandxeici (1) snbterrcmea (trop.), Hülsengemüse 
mit unterirdischen Früchten und ölreichen Samen aus apopetalen Blüten (Fig. 255). 

— Pavhyrrhizus (2 trop. Amer. u. As.); P. hulhostis (trop. Amer., trop. As.) 
mit kopfgroßen, rübenförmigen, als Nahrungsmittel dienenden Wurzeln, kultiviert. 

— DoHcJios (30 trop., subtrop.); D. pseudopacliyrrhizus (trop. Afr.). — Lablab 
(V) ifulf/ariSf Hülsengemüse (Ostafr. und Ostind.). — Cajamis (1) indivns 
(trop. As., Afr.), beliebtes Hülsengemüse in den Tropen. 

— Rliynchosia (etwa 150 calid.), 

5) Die Blüten zeigten vorherrschend fünf oder vier 
Zyklen. Apokarpie und Isomerie treten noch auf, aber 
Synkarpie und Olig'omerie des Oynaeceums herrschen vor, 
Pleionierie desselben selten. 

22. Reihe PANDALES. Blüten zyklisch, hetero- 
chlam. Fruchtknoten oberständig. Karpelle (3), mit 
je einer hängenden, geradläufigen Samenanlage. 

Farn. Pandaceae. Blüten diöcisch. Steinfrucht 
mit drei einsamigen Fächern. — Panda (1) oleosa 
(trop. Westafr.) liefert ölreiche Samen. 

23. Reihe GERANIALES. Blüten zyklisch, hetero- 
chlam. oder apopetal, selten ganz nackt, meist fünf- 
gliedrig. Androeceum wechselnd. Fruchtknoten ober- 
ständig. Karpelle (5 — 2), selten mehr, quirlig, bei der 
Reife häufig wieder voneinander getrennt, meist mit 2 — 1, 
seltener mit oo umgewendeten Samenanlagen. Samen- 
anlagen anatrop, hängend, mit ventraler Raphe und der 
Mikropyle nach oben, oder, wenn mehr als eine Samen- 
anlage vorhanden, einzelne bisweilen mit dorsaler Raphe und der Mikropyle 
nach unten (Fig. 256). 

1. Unterreihe Geraniineae. Blüten heterochlam., selten apopetal, meist ^, 
bisvveilen ••, meist obdiplostemon (d. h. Staubblätter doppelt so viel als 
Blumenblätter und die Karpelle bei Gleichzähligkeit vor den Blumen- 
blättern), seltener haplostemon, in • • Blüten häufig Abort einzelner Staub- 
blätter; Antheren mit Längsspalten sich öffnend. Fruchtknoten isomer oder 
oligomer. Samenanlage mit zwei Integumenten. 

A. Keine Sekretzellen oder Sekretlücken. 

Fam. Geraniaceae. Blüten fünfgliedrig, 5, meist ■^. Kein eigentlicher 
Diskus. Staul)blätter 10 oder 15, bisweilen nur 5 fertil. Karpelle meist mit 1 — 2, 
seltener mit 2 — oo Samenanlagen. Frucht in 5 geschnäbelte Teilfrücht« zerfallend 
(Fig. 257, 258), selten Kapsel. Nährgewebe -1-. — Meist Kräuter mit gelappten 
oder geteilten Blättern. Nebenblätter -\- oder 0. — Etwa 630 temp. — subcalid. 

§ Geranieae. Reife Karpelle geschwänzt, Schwänze spiralig eingerollt. — 
Geranium (260 gem. Zonen der ganzen Erde, in den Tropen montan bis alpin), 
mit strahligen Blüten; zahlreiche Arten in Mitteleuropa in fast allen Formationen 

15* 



Fig. 256. Placentation der 
Samenanlage bei den Gerani- 
ales. A hängende Samen- 
anlage mit ventraler Raphe (v) 
und nach oben gerichteter 
Mikropyle; p Placenta. B auf- 
steigende Samenanlage mit dor- 
saler Eaphe (dj und nach unten 
gerichteter Mikrop)ie; j> Pla- 
centa. (Schematisch.) 



228 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 

23. R. Geraniales. 1. U.-R. Geraniineae. 

verbreitet, wenige in Kultur. — Erodimn (60 gem. Zonen der ganzen Erde, 
besonders mediterr.); E. cicufarium, fast über die ganze Erde verbreitet; E. grui- 
num (mediterr.) mit als Hygrometer benützten Teilfrüchten. — Moiisonia (29 meist 
temp. Afrika, wenige trop. Afr. und Vorderindien). — Sarcocnulou (6 Südafr.); 
alle Arten echte Xerophyten mit verdornten Blattstielen und bisweilen von einem 
dicken wachsartigen Harzmantel überzogenen Zweigen. — JPelai'gonitttn (232, 
hauptsächlich Südafrika, wenige trop. Afrika, Vorderindien und Australien, 1 Syrien) 
(Fig. 259), mit zygomorphen, gespornten Blüten : P. roseum (Kapland) und einige 
andere Arten, im Mittelmeergebiet kultiviert, liefern aus den Blättern das echte 
Geraniumöl; zahlreiche Arten (z. B. P. zonale) und ihre Hybriden in Kultur. 

§ Biebersteinieae. Karpelle ungeschwänzt, einsamig. Sepalen frei, dachig. — Biebtt- 
steinia (5 West- u. Zentralas.). 

§ Wendtieae. Wie vorige, aber 2 — ac Samen in den Karpellen. — Andin. — Balbisia 
(6 Chile, Peru, Bolivia). 






Fig. 257. Geraninm san- 

guineum. Frucht ('/]). — 

Nach Bai Hon. 



Fig. 258. Teilfrucht 

von Erodium cicu- 

tarium. 



Fig. 259. Pelargonium zonale, il Anfriß 
eines blühenden, wickelig aufgebauten Sym- 
podiunis. B Grundriß dazu; st Stipeln, 
st^ in Fig. B die auf der Seite der Ab- 
stanimungsaclise ij verwachsenen Stipeln 
von a, und 6,. — Nach Eichler. 



§ Viviaaieae. Karpelle 3, ungeschwänzt. Kelch bis zur Mitte rohrig oder glockig, 
die Zipfel dachig. Frucht eine geschlossene Kapsel. — Viviania (28 Chile, Süd-Brasilien). 

§ Dirachiiieae. Wie vorige, aber Karpelle 8. — Dirachma (1 Sokotra). 

Farn. Oxalidaceae. Blüten (Fig. 260) fünfgliederig, $, ■^. Kein Diskus. 
Staubblätter 10, unten vereint. Fruchtknoten isomer. Karpelle mit oc- — 1 
Samenanlagen. Kapsel oder Beere. Nährgewebe fleischig. — Meist 3|- Kräuter, 
selten t? mit meist zusammengesetzten Blättern (Schlafstellung derselben). Neben- 
blätter -\- oder 0. — 340 temp. bis calid. — Oxalis (300 meist subtrop., 
wenige trop. und temp.); O. acetosellfi , Sauerklee (_*) u. a. liefern Kaliuni- 
oxalat; Trimorphismus (Fig. 261) der Blüten; die stärkereichen Knollen mancher 
Arten werden gegesisen oder als Viehfutter verwendet. — liiophytiitti (30 trop.); 
B. sensitivum (pantrop.). — Avert'hoa (3 trop. Amer.?); A. caramholn und 
A. Inlimhi, Bäume (trop. Amer.?, kult.) mit eßbaren Früchten. 

Fam. Tropaeolaceae. Blüten (Fig. 262) fünfgliederig, $, •]■ . Blütenachse 
hinten in einen Sporn übergehend. Staubblätter 8. Fruchtknoten 3 -fächerig. 
Karpelle mit einer Samenanlage. Frucht in 3 einsamige Teilfrüchte zerfallend. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 229 
23. R. Gerauiales. 1. U.-R. Oeraniineae. 





Fig. 260. Oxalis ''aceto- 
sella. Diagramm. 



Fig. 261. Oxalis gracilis. Staubblätter 

und Griffel A der kurzgriffeligen, B der 

mittelgriffeligen , C der langgriffeligen 

Blüten. — Nach Hildebrand. 




Fig. 262. Tropaeolum 

?najus. Diagramm ; sp 

Sporn. — 

Nach Eich 1er. 




Fig. 263. Tropaeolum majus. Entwicklung des Embryos. 
— Nach Schacht. . 




Fig. 264. Linum iisita- 

tissimu7n. Diagramm. 

— Nach Baillon. 




Fig. 265. Linum usitatissimurn. A Blüte 
nach Entfernung der Kelch- und Blumen- 
blätter. B Längsschnitt des Fruchtknotens. 
C Querschnitt der Kapsel. — Nach War- 
ming. 




Fig. 266. Längsschnitt durch 
den Fruchtknoten von Linum 
austriacum. Samenanlage 
hängend, epitrop (Mikropyle 
nach oben), mit ventraler 
Kaphe. — Nach Warniing. 



230 XII J. Abt. Enibryophyta siphonogania. 2. Unterabt. Angiosperniae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 

23. R. Geraniales. 1. U.-H. Gerauiineae. 

Nährgewebe 0. Interessant die Verzweigung des stark verlängerten Embryo- 
trägers (vielleicht zum Zwecke der Zuleitung von Nährstoffen an den großen 
Embryo) (Fig. 263). — Oft kletternde Kräuter mit rankendem Blattstiel und 
einfachen Blättern. Nebenblätter -\- oder 0. — Tro2)Cieolunt (50 öüdamer., 
meist andin); T, niajus, Kapuzinerkresse, und mehrere andere, Zierpflanzen. 

Fam. Linaceae. Blüten (Fig. 264, 265, 266) 5— 4-gliedrig, 5, 0. Kein 
eigentlicher Diskus. Staubblätter 5 — 20, am Grunde vereint. Fruchtknoten 
isomer oder oligomer, völlig synkarp. Karpelle mit 1 — 2 Samenanlagen. Kapsel 
oder Steinfrucht. Nährgewebe -\-. — Kräuter oder tf mit ©, ungeteilten Blättern. 
Nebenblätter -j- oder 0. — 150 temp. — calid. 

§ Euliueae. Meist Kräuter. 1 Kreis Staubblätter. Kapsel. — liadiold 
(1) multif^ora (temp. Eur., As., Gebirge in Afr.). — JLinuni (90 temp., sub- 
trop.); L, usitatissi^nu'tn, Lein, Flachs, kultiviert seit 4 — 5000 Jahren in 
Vorderas. und Ägypt., durch die Arier in Eur. eingeführt, mit den var. vulgare 
(Schließlein, Dreschlein), und var. /mmi/e (Springlein, Klenglein); die öl- und schleim- 
reichen Samen als Semen Lini off.; L.an(/tistifolhun(medit), wahrscheinlich 
Starampflanze der vorigen, zur Zeit der Schweizer Pfahlbauten in Eur. kultiviert. 

§ Hugonieae. tt- 2 — 4 Kreise Staubblätter. Kapsel oder Schließfrucht. 

— Huf/onia (20 paläotrop.), Spreizklimmer mit Klammerhaken, welche den 
untersten Auszweigungen der Blütenstände entsprechen. 

Fam. Huiuiriaceae. Blüten ögliedrig, $, ■0-. Becherförmiger Diskus um den Fruchi- 
knoten. Staubblätter 10— x. Fruchtknoten isomer, völlig synkarp. Karpelle mit 1 — 2 Samen- 
anlagen. Steinfrucht. Nährgewebe -j— — "b ^^'t 0, ungeteilten Blättern. Nebenblätter -(-. — 
18 trop. Amer., 1 Afr. — Humiria (3 trop. Amer.). — Saccogloitis (11 trop. Amer., 1 Afr.). 

Fam. Erythroxylaceae. Blüten 5-gliedrig, 5, •0-, heterostyl. Kein Dis- 
kus. Blumenblätter an der Innenseite mit Anhängsel oder Schwiele. 10 Staub- 
blätter, am Grunde zu einer Röhre vereint. Fruchtknoten 3 — 4 fächerig, aber 
meist nur 1 Fach fertil, mit 1 — 2 Samenanlagen. Steinfrucht. Nährgewebe -|-. 

— t? mit §), ungeteilten Blättern. Nebenblätter -|-. — 194 calid. — -£>*.'/- 
throxylutn (193 calid, meist Amer.); E. coca (Peru, Bolivien) liefert die off. 
Fol. Coca; aus ihnen, sowie aus den Blättern von JE. novof/ranatense 
(Columbia) wird das Anaestheticum Cocain gewonnen; Blätter in Südamer. als 
Anregungsmittel gekaut. 

Fam. Zygophyliaceae. Blüten 5 — 4-gliedrig^ 2» •^- Diskus bisweilen 
ringförmig, oder Gynophor. Staubblätter 10 — 8, selten 15, am Grunde häufig 
mit Nebenblättern, welche vereint ein innenseitiges Anhängsel bilden. Frucht- 
knoten isomer oder pleiomer; Karpelle mit 1 — oo Samenanlagen; 1 kantiger oder 
längsfurchiger Griffel. Meist Kapsel oder Teilfrucht, selten Beere oder Steinfrucht. 
Nährgewebe -|~ oder 0. — Selten 0, meist Halbsträucher oder Sträucher mit 
gegenständigen, seltener ©, häufig paariggefiederten Blättern; Nebenblätter 4"- 
Blüten einzeln, in Wickeln oder in zusammengesetzten Infloreszenzen. — Etwa 
160 calid.; viele Xerophyten. 

. A. Kapseln oder Früchte in Teilfrüchte zerfallend, selten Beere. 

Unterfam. Zf/f/ophyffoideae. Blätter gegenständig oder durch Abort 
des einen Blattes der Blattpaare wechscl.'^tändig, einfach oder gedreit oder paarig 
gefiedert. Karpelle (5). 

§ Z.vgophylleae. Samen mit Nährgewebe. 

* Fagoniinae. Blätter gedreit oder mit einem Blättchen. — Fagonia (18 
medit. Afr.. Kalif., Chile). 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 231 
23. R. Geraniales. 1. U.-R. Geraniineae. 

•■•• Zijgophyllinae. Blätter ungeteilt oder paarig gefiedert. — ZygoithyUnm 
(70 in der alten Welt). — Guajaciirn (4 trop, Amer.); G. officinale und 
G. saficttini liefern das off. LignumGuajaci (Lignumsanctum), Gua jak- 
holz oder Pockholz, aus ihm das als Resina Guajaci vielfach off. Guajakharz. — 
Forliaria (3 Mexiko, andin); P. hygromrtrica (Peru, Chile), mit sich zusammen- 
legenden Blättchen. — Bulnesia (6 Argentinien, Chile), Xerophyten mit dauer- 
haftem Holz. 

§ Tribiileae. Samen ohne Nährgewebe. — THbulns (12 calid.; besonders 
in Afr.); T. tcrrester (calid.). 

Unterfam. Augeoideae. Blätter keulenförmig, mit kurzen Nebenblättern. Karpelle 
(10). — Augea (1) capensis (Südafr.). 

Unterfam. CJiitonioideae, Blätter ©, einfach oder unpaarig gefiedert. — Mexiko. 

Unterfam. JPeganoicleae. Blätter ©, vielspaltig. Kapsel oder Beere. — 
I*eganuni (6 medit., Zentralas., Ostas., Mexiko); P. Jiarmala (Steppen des 
Medit. und der angrenzenden Länder); die Samen enthalten Harmalin zur Dar- 
stellung des »Türkisch Rot«. 

Unterfam. Tetradiclidoideae. Blätter fiederschnittig. Fächer des Fruchtknotens 
durch Ausbuchtung der Seitenwände mit drei kleinen, kommunizierenden Kammern. — 
Tetradiclis (1) salsa (Salzsteppen von Ägypten bis Vorderasien). 

B. Steinfrucht mit hartem, einsamigem Steinkern. 

Unterfam. Niti'arioideae, Blätter einfach, ©. Wüstensträucher. — 
Nitraria (3 in Wüsten der alten Welt); N. refusa (Salzwüsten von Nordafr. bis 
Palästina); Früchte berauschend, von den Arabern genossen; iS . Schoheri (Salz- 
wüsten von Süd-Rußland bis zur Mongolei, auch in Mesopotamien und Austra- 
lien); beide zur Sodagewinnung dienend. 

Unterfam. ßalaiiitmdeae. Blätter einpaarig, abwechselnd. — Hala- 
nites (2 trop. Afr., As.); B. aegyptiaca (Steppen von Senegambien bis Birma); 
das Fleisch der Steinfrüchte ist genießbar, die Samen enthalten reichlich wohl- 
schmeckendes Öl. 

B. Wie A.; aber Sekretzellen, Sekretlücken oder Sekretgänge vorhan- 
den, bei den hierher gestellten Ärmoritöaceae nur bisweilen im Mark 
und in der Rinde. 

Farn. Cneoraceae. Blüten 3-, selten 4-gliedrig, $, ■^. Diskus säulenförmig 
oder polsterförmig. Staubblätter 3 oder 4. Fruchtknoten isomer, gelappt; Karpelle 
mit 2 Samenanlagen, diese mit 2 Integumenten ; 1 Griffel. Steinfrucht in 3 — 4 
von einem Mittelsäulchen sich loslösende Teilfrüchte zerfallend, diese oft mit 
2 einsamigen, übereinander liegenden Fächern. — Sträucher mit <§), lederartigen, 
schmalen Blättern. Nebenblätter 0. Blüten einzeln oder in Trugdolden. — 
Ölzellen. — Cneortini (2 medit. u. Canar.); C. tricoccum (medit.). 

Farn. Rutaceae. Blüten fünf- bis viergliedrig, 5, selten cT 9, ^ und •!• . 
Diskus ringförmig oder polsterförmig, bisweilen becherförmig. Staubblätter obdi- 
plostemon oder haplostemon, bisweilen durch Abort 3 — 2, selten oo (durch Spal- 
tung?). Karpelle 5 — 4, selten 3 — 1 oder co , oft unten frei und nur oben vereint, 
mit 00 — 2 Samenanlagen. Frucht und Samen verschieden (s. unten). — Selten 
Kräuter, meist Halbsträucher, Sträucher oder Bäume mit © oder gegenständigen, 
einfachen oder zusammengesetzten (häufig gedreiten) Blättern. Nebenblätter 0. — 
Schizolysigene (oder auch lysigene?) Öldrüsen, selten mehrzellige Öldrüsen in 
Rinde und Blättern, letztere daher durchsichtig punktiert. — Etwa 900. 



232 -'^III. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
23. E. Geraniales. 1. Ü.-R. Geraniineae. 

Unterfam. Itutoideae, Karpelle meist 4 — 5 (sehr selten mehr oder nur 
3 — 1), häutig nur durch die Griffel vereint und unten frei, bei der Reife + 
getrennt, nach innen fachspaltig sich öffnend, in der Regel mit sich ablösendem 
Endokarp, sehr selten 4 — 1 fleischige Steinfrüchte. 

A. Blätter und Rinde mit schizolysigenen Öldrüsen. 

§ Xanthoxyleae. "b, meist mit kleinen, grünlichen oder grünlichweißen, 
seltener großen und leuchtend weißen, stets ^, nicht selten, eingeschlechtlichen 
Blüten. Karpelle nur selten mit mehr als zwei Samenanlagen. Embryo meist 
mit flachen Keimblättern im Nährgewebe. — Xanthoocyluni (15 temp. Ostas., 
Nordamer.); X fraxineuni (atlant. Nordamer.). — Fagara (140 trop.); die mit 
Stacheln besetzte Rinde mancher Arten medizinisch verwendet; F. flava (West- 
indien) liefert Westindisches Seidenholz; F. xanthoxyloides (Westafr.) wird 
in Togo medizinisch verwendet, enthält interessante chemische Inhaltsbestandteile. 
— Evodia (45 trop. As., Malegassien). — Orixa (1) japonica (Japan). — 
Choisya (1) ternata (Mexiko). 

§ Ruteae. Kräuter oder Halbsträucher, seltener Sträucher mit mittel- 
großen, stets $ Blüten, die bisweilen schwach •[ sind. Karpelle in der Regel 
mit mehr als zwei Samenanlagen. Die Samen mit Nährgewebe. — Ktita (40) 




AB C 

Fig. 267. Ruta graveolens. A Blüte, B Diagramm, C Blütenlängsscbnitt. 

medit. bis Ostsibirien); R, grai-eoletis, Wein -Raute (Fig. 267). — Bocnnig- 
hansenia (1 Japan). — DicUimnus (1) albus, Diptam (Eur., As.) (Fig. 268). 

§ Boronieae. Meist Halbsträucher und Sträucher. Blüten stets ■^, $. 
Samen mit fleischigem Nährgewebe. — 180 Austral. — Boronia (60). — Erio- 
sfemon (16). — Correa (6), mit sympetaler Korolle (Fig. 269). 

§ Diosmeae. Meist Halbsträucher und Sträucher, selten Bäume, mit ein- 
fachen Blättern. Samen ohne Nährgewebe. Embryo meist gerade mit fleischigen 
Keimblättern. — 180 Kapland. — Colconema (4). — Ägafhosma (100). — 
Barosma (15). — Calodendron (2, davon 1 im trop. Ostafr.). 

§ Cusparieae. Sträucher und Bäume. Blüten ^ oder -j- . Samen mit 
wenig oder ohne Nährgewebe. Embryo gekrümmt, mit dem Stämmchen zwischen 
den Keimblättern. — 100 Amer. calid. 

* Pilocarpinac. Blüten ^. — Pilocarpus (13 trop. Am.); P. pennati- 
foliuti, 1\ Seil oamis (BrRsW.) n. a. A. geben die giftigen, Pilocarpin-haltigen, 
vielfach off. Folia Jaborandi. — Esenbcckia (Ib). — Metrodorca (A). 

* Cuspariinae. Blüten •!• . — Cusparia (20); C. trifoliata (Neu- 
Granada) gibt Cortex Angosturae. — Galijjca (6 Brasil.). — Krythrochiion 
(3 trop. Amer.). 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 233 
23. E. Geraniales. 1. U.-K. Geraniineae. 

B. Blätter mit mehrzelligen, aber nicht lysigenen Drüsen. 

§ Dictyolomeae. Blüten -^j haplostemon. Staubblätter am Grunde mit Schüppchen. 
Karpelle mit x Samenanlagen, nur am Grunde vereint. Bäumchen mit doppelt gefiederten 
Blättern. — Dictyolama (2 Südamer.}. 




Fig. 268. Didamnus albus. A Blüte, B Gynaeceum im Längsschnitt, C Frucht, JJ eine Teilfrucht 
geöffnet, E das abgelöste Endokarp eines Faches, F Samen im Längsschnitt. — Nach Engler. 




Fig. 2fi9. Correa speciosa. .-l blühender Zweig; j5 Sternhaare vom Stengel; 6' Androeceum ; JJ oberer 
Teil eines Staubblattes; E Gynaeceum mit Diskus; F Diskus und Fruchtknoten, stärker vergrößert; 
G Längsschnitt, H Querschnitt durch den Fruchtknoten ; ./ Frucht ; K Endokarp ; L Samen ; M derselbe 

im Längsschnitt. — Nach Engler. 



Unterfam. ¥lindersioidea€. Karpelle {ö — '■^), mit je 2 — 8 zweireihig stehenden 
Samenanlagen. Kapsel fachspaltig oder pepticid, mit bleibendem Endokarp. Samen ge- 
flügelt ohne Nährgewebe. — t? ™it Öldrüsen. — Flindersia (12 ind.-malayisch). — 
Chloroxylon (1) stvietenia (Vorderind., Ceylon) liefert das grünlichgelbe ostindische 
Seiden- oder Atlasholz. 

Unterfam. Spathelioideae. Karpelle (3), mit je zwei hängenden Samenanlagen. Stein- 
frucht geflügelt. Sekretzellen und Öldrüsen (an den Blatträndern). — Spathelia (2 Westind.). 




Fig. 270. Giirus medica. A Knospe; B Blüte; C dieselbe im 

Längsschnitt; Z>, E Fruchtknoten im Längs- und Querschnitt; 

F, (! Samen im Längs- und Querschnitt, oe Öldrüsen... — 

Nach Berg und Schmidt. 



234 XIIL Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
23. K. Geraniales. 1. U.-K. Geraniineae. 

Unterfam. ToddnlioUJi'ae. Karpelle (5 — 2) oder nur 1, mit Je 2 — 1 
Samenanlagen. Steinfrucht oder trockene Flügelfrucht. Nährgewebe -\- oder 0. 

— Blätter und Rinde mit Öldrüsen. 

§ Toddalieae. Karpelle 

(5—2). — 60 temp.— calid. 

— JPhellodeudron (4 Ost- 
as.) mit starker Korkbildung. 

— Toddalia (1 paläotrop.). — 
Ptelea (7); P, tvifoliata 
(Nordamer.), Zierstrauch. — 
Skimmia (l)japonica (Ostas.). 

§ Amyrideae. 1 Karpell. 

— Amyris (13 trop. Amer.); 
A. halsannfera liefert harz- 
reiches, duftendes Rosenholz. 

Unterfam. Aurantiol- 
deae. Beere, häufig mit Peri- 
derm und mit einer aus saft- 
reichen Emergenzen der Kar- 
pelle hervorgehenden Pulpa. 
Samen ohne Nährgewebe. 
Blätter und Rinde mit öl- 
drüsen. — Paläotrop. 
§ Aurantieae. 
* Limoniinae. Karpelle mit zwei oder einer Samenanlage. — Murraya 
(4 ind.-malay.)- — Limonia (7 Ostind., trop. Afr.). — Clauscna (15); C. ivmnpi 
in China beliebtes Obst; einige Arten des trop. Afr. werden medizinisch ver- 
wendet. — Triphasia (1) aurantiola (Vorderind. und kult.). 

* Ciirinac. Karpelle mit oo Samenanlagen. — Aegle{Z)\ 
A. sepiaria (Japan); A. marmclos (Ostind.) mit wohlschmecken- 
den Früchten. — Ferouia (1) elephantum (Ostind.); Früchte 
dieser u. a. Arten dieser Gruppe magenstärkend und stimu- 
lierend. — Citrus (6 trop. und subtrop. As., in allen wärmeren 
Ländern, wenig in den Tropen kult.); häufig Polyembryonie; alle 
liefern ätherische Öle und eßbare Früchte; C. derumana, 
Pompelmus (China, Cochinchina); Cmedicaf Zitrone, Limone 
(Vorderind.) (Fig. 270), hefert die off. Cortex Citri fructus, 
sowie Oleum Citri; C arirantium (md.-mi\\a.y.){¥\g. 271) 
mit der Var. amara, Pomeranze (südl. Himal.) und der Var. 
dulcis. Orange, Apfelsine; von ersterer Varietät stammen die 
off. Produkte: Fructus Aurantii immaturi, Cortex Aurantii fructus, 
Oleum Aurantii pericarpii; auch die Blüten und Blätter (Fl ores resp. Folia 
Aurantii) werden arzneilich gebraucht; C. nobilis^ Mandarine (Cochinchina). 

— Nuccillarembryonen bei C. aiirdiifium. 

Farn. Simarubaceae. Blüten fünf- bis viergliedrig, selten 2, meist cT *? . 
•^. Diskus häufig wie bei vorigen. Staubblätter 10 oder 5, selten co . Karpelle 
5 oder weniger. P'rucht und Samen mannigfach. — "t? mit bitterer Rinde, © 
oder gegenständigen, selten einfachen, meist gefiederten Blättern; Nebenblätter 0. 

— Niemals Öldrüsen; bisweilen schizogene Gänge im Mark. — Etwa 125 calid. 




Fig. 271. Citrus auran- 

tium. Einzelfall eines 

Blütengruiidrisses. — 

Nach Eich 1er. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogania. 2. Uuterabt. Angiosperuiae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
23. R. Geraniales. 1. TJ.-R. Geraniineae. 



235 



Unterfam. Suriauoidede. Karpelle mit je zwei Samenanlagen, frei. 
Staubblätter ohne Ligularschuppe. — Suriana (1) maritima (trop. littoral). 

Unterfam. Sitnartiboideae. Karpelle mit je einer Samenanlage. 

§ Simarubeae. Staubfäden mit Ligularschuppe. — Ouassia (2); Qu, 
amara (trop. Amer.j liefert Bitter- oder Quassiaholz, als Lignum Quassiae 
8urinamense off.; eine zweite Art, Qu. africana. im trop. Westafr. — >S7>Ha- 
ruha{ß); S. aniavd (Bras., Guiana) (Fig. 272) gibt die off. Cortex Simarubae. 

— Simaba (19), ö'. cedron (trop. Neu-Granada); die Samen gegen Schlangenbiß. 

— Hanuod (5) itndidata (Togo und benachbarte Teile der westl. sudanischen 
Parksteppenprovinz) liefert im Fluidextrakt ihrer Rinde ein wirksames Heilmittel. 

§ Picrasmateae. Staubfäden ohne Ligularschuppe. Karpelle unten frei, aber 
die Griffel unten vereint. — Uriicea (5); JB. siiniatrana (ind.-malay.), H. 
antidysenterica (trop. Ost- 
afr.) u. a. A. besitzen sehr 
bittere Rinden und Früchte; 
diese werden als Magenmittel, 
sowie gegen Ruhr, Fieber, 
Würmer verwendet. — JPi- 
cras'ina{S) ; P. excelsa (An- 
tillen) liefert das of£. Lignum 
Quassiae jamaicense. — 
Ailanthiis (7); A. glan- 
dulosa, Götterbaum (China), 
durch cc Wurzelschößlinge 
sich ausbreitend, kult. (Fig. 
273). — Irvinf/ia (4); I. 
JBarteri u. I. (jahonensis 
(trop. Westafr.) enthalten fett- 
und eiweißreiche, sehr nahr- 
hafte Samen, aus denen das 
»Dika-Brot« hergestellt 
wird. 

Unterfam. Picraniiiioideae. Karpelle (2 — 3) mit je zwei hängenden 
Samenanlagen. — Picramiiia (30 trop. Amer.). 

Fam. Burseraceae. Blüten fünf- bis viergliedrig, obdiplostemon oder 
haplostemon, selten .$, meist cf Q, -^. Diskus häufig wie bei vorigen. Karpelle 
(5 — 3), mit je zwei kollateralen, selten nur einer Samenanlage; ein Griffel. 
Steinfrucht mit 2 — 5 Steinkernen, oder klappig aufspringende Frucht, bisweilen 
scheidewandspaltig. Nährgewebe 0. Embryo oft mit gefalteten Keimblättern. 

— t^ mit ^, gedreiten oder unpaarig gefiederten, selten einfachen Blättern 
und kleinen Blüten. — Schizolysigene Balsamgänge. — 320 trop. 

§ Protieae. Steinfrucht mit freien oder sich berührenden, aber nicht ver- 
wachsenen Steinkernen. — Pvotiuni (50 Amer. calid.); P. araeouchini (trop. Süd- 
amer.) liefert Aracouchinibalsam. — Tetragastris (3); T. halsamifera {Antillen) 
liefert Schweinsbalsam. 

§ Boswellieae. Steinfrucht mit verwachsenen Steinkernen, welche durch 
Furchen begrenzt sind und sich auch voneinander abspalten lassen. — Aucouinca (1) 
Klaineana (trop. Westafr.) liefert Harz und vortreffliches Holz. — BoswelHa (12 
Vorderind., Sokotra, Somalland, Sudan); J>. Cat'teri (Somalland und Hadramaut 




Fig. 272. Simaruba amo.ra. A Stückchen eines Q Blüten- 
zweiges; B cT Blüte; C Fruchtknoten mit Staniinodien std] 
D derselbe im Längsschnitt, E im Querschnitt ; man sieht, daß 
die fünf Karpelle frei sind; F ein Einzelfrüchtchen im Längs- 
schnitt, Q im Querschnitt. — Nach Berg und Schmidt. 



236 XIII. Abt. Embryopliyta siphonogama. 2. ünterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
23. R. Geraniales. 1. U.-R. Geraniineae. 

in A rabien) liefert 1 i b a n u m , Weihrauch ; B. papyrifera in Abyssin. — Jßtirsera 
(40 trop. Amer.); B. gummifvra (Antillen) u. a. liefern einen großen Teil des 
amerik. Elemi. ^ — Comniiphora (= Balsamodendron, 80, meist in den 
Steppen von Afr., einige auch in Arab. und Vorderind.) (Fig. 274); C, ahyssiniea, 
C Schhnperi (Südarab., Nordabyssin.), sowie noch andere Arten aus dem Somal- 




Fig. 273. A — E Ailanthus glandulosa. A Blütenstandszweig; B (;^ , C Q Blüte; 'D Längsschnitt 
durch den Fruchtknoten, den Diskus und die Basis der Staubblätter; E Frucht mit drei reifen Kar- 
pellen, bei dem einen der Samen längs durchschnitten. F Ailanthus excelsa, Gynaeceum der Q Blüte 
mit den verkümmerten Staubblättern. — A — E nach Engler, F nach Pierre. 




Fig. 2 74. Commiphora. A Diagramm einer beliebigen $ Blüte, B ^f Blüte von C. kataf. C — D 
C. Schhnperi, Längs- und Uuerschnitt durch das Gynaeceum; b Balsamgänge. E — F C. glauceseens. 
K halbes Exokarp mit den Eindrücken des Endokarps und Mesokarps, F Endokarp mit Mesokarp heraus- 
genommen aus E. — G — H C. myrrha, ganze Frucht im Längs- und Querschnitt; ex Exokarp, en Endokarp, 
me Mesokarp, /,• Keimling mit den vielfach gewundenen, dünnen Keimblättern. — Nach Engler. 

land, liefern sehr wahrscheinlich die off. Myrrha; C, Plftiifaifil (Somalland) 
liefert wahrscheinlich das Myrrhenharz Molmol, f. opohalsanittni (südwestl. 
Arab.) den sogenannten Mekkabalsam. 

>; Caiiarioae. Steinfrucht mit zusammenhängendem gefächertem Endokarp. 
— Cftnarittm (80 trop. As., Afr.); C. commune liefert das wertvolle Harz 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 237 
23. R. Geraniales. 1. U.-R. Geraniineae. 

Manilla-Elemi. (Elemi-Harz wird jedoch offenbar auch noch von vielen anderen 
Burseraceen gewonnen); C. Sc/nveinfurthii. mächtiger Baum mit wertvollem Holz 
und Harz, im ganzen trop. Afr. — Pachylohus (5) ; P. edulis (trop. Westafr.) mit 
pflaumenartigen, wohlschmeckenden Früchten. 

Fam. Meliaceae. Blüten fünf-, seltener vier- bis siebengliedrig, meist ob- 
diplostemon, seltener haplostemon, meist $, -$-. Blütenachse plankonvex oder 
in mannigfache Effigurationen auswachsend. Kelchblätter oft, Blumenblätter 
bisweilen vereinigt. Staubblätter meist in eine Röhre vereint. Fruchtknoten 
isomer oder oligomer, völlig synkarp, mit einem Griffel, die Karpelle mit meist 
1 — 2, selten 4 — oo Samenanlagen. Frucht mannigfach. Nährgewebe -\- oder 0. 

— tr, selten Kräuter, meist mit gefiederten Blättern ohne Nebenblätter. Blüten 
in Trugdolden, zu Rispen ver- 
eint. — Meist Sekretzellen. — 
670 calid. — Wertvolle Nutz- 
hölzer und Fieberrinden. 

Unterfam. Cedreloideae. 
Staubblätter frei. 

§Cedreleae. Karpelle (4— 5). 
Samen lang geflügelt. — Toona 
(7 — 8 trop. As.); T. fehrifuga 
(ind.-malay.); Rinde Fieber- 
mittel; T. serrata (Ind.) liefert 
wertvolles Holz, »Indisches 
Mahagoni«. — Cedrela (9 
trop. Amer.); C. odorata (An- 
tillen) liefert das meist ver- 
wendete Zigarren- und Zucker - 
kistenholz. 

§ Ptaeroxyleae. Karpelle 
(2). Samen nach oben geflügelt. 

— Ptaeroxylon (1) obliquum 
(Kapland und Ostafr.), liefert 
»Niesholz«, kapens. Mahagoni. 

Unterfam. Sivietefiioideae. Staubblätter in eine Röhre vereint 
geflügelt. 

§ Swietenieae. Karpelle mit oo — 4 Samenanlagen. — Swietenia (4) ; 
S. inaJiagoni (Antill.) liefert das echte Mahagoni-Holz (Acajou) und wird 
deshalb in seiner Heimat kult. — Khaya (1) senef/alensis (trop. Afr.) liefert 
das Gambia-Mahagoni. — • Soymida (1) fehrifuga (Ostind., Ceylon) liefert 
Nutzholz und Fieberrinde. 

Unterfam. 31e7ioideae. Staubblätter in eine Röhre vereint. Samen nicht 
geflügelt. 

§ Carapeae. Karpelle mit je 2 — 8 Samenanlagen. Kopfgroße Früchte; 
Samen groß mit holziger Schale. — Carapa (5 trop. Afr., Amer.); C. proeeva 
(trop. Afr.) und C. guianensis (trop. Amer.) geben in ihren Samen Carapaöl. 

— Xylocarpus (2 paläotrop., littoral). 

§ Melieae. Karpelle mit zwei Samenanlagen. Samen mit wenig Nähr- 
gewebe. — Melia (12); M. azedarach (calid.), Zierbaum mit gutem Holz (Fig. 275). 




Fig. 275. Melia azedarach. A Diagramm, B Stückchen 

des Blütenstandes, C Staminaltubus und Fruchtknoten im 

Längsschnitt, D Fmchtlängsschnitt, E Längsschnitt durch 

den Samen. — Nach Harms. 



Samen 



238 XIII. Abt. Einbryophyta siphonogania. 2. ünterabt. Ängiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
23. R. Geraniales. 2. U.-l». Malpighiineae. 3. U.-R. Polygalineae. 

§ Azadirachteae. Karpelle mit je zwei oder einer Samenanlage. Frucht 
einsamig. Nährgewebe 0. Blättchen gesägt. — Azadirachta (1) indica (Ostind.) 
liefert Margosa-Öl und Fieberrinde. 

§ Trichilieae. Karpelle mit 2 — 1 Samenanlagen. Nährgewebe 0. Blättchen 
ganzrandig. — Trick ilia (200 trop. Amer., Afr.). — Guarea (80 trop. Amer., Afr.). 

2. ünterreihe MalpiyhUneae, Wie die Geraniineae; aber die Blüten wenig- 
stens im Fruchtknoten schräg zygomorph; Blätter häufig gegenständig. 

Fam. Malpighiaceae. Blüten (Fig. 276) fünfgliedrig, obdiplostemon, meist $. 
Blütenachse konvex oder el^en, bisweilen ein Gynophor bildend. Kelchblätter 
häufig mit Nektarien. Blumenblätter meist genagelt. Von den Staubblättern 
häufig einzelne abortiert. Karpelle meist (3), selten (2) (4) (5), mit je einer Samen- 
anlage. Spaltfrucht mit am Rücken aufspringenden Teilfrüchten, selten Nuß 
oder Steinfrucht. Nährgewebe 0. ^ t?, meist Lianen, mit unregelmäßig ge- 



Tstd 




Fig. 276. Camaro, hirstda. A Stückchen eines blühenden Zweiges; in den untersten Blattaehseln 
bereits junge Früchte. B Diagramm der Blüte; Staminodien und Kelchdrüsen schraffiert. C Längs- 
.schnitt durcli di6 Blüte; die Blumenblätter (bl) sind abgeschnitten; atd Staminodium, rf?- Drüsen an den 
Kelchblättern. D reife Frucht aus einer kleistogamen Blüte, wo die Kelchblätter keine Drüsen tragen. — 

Nach Niedenzu. 



furchtem Holzkörper. Blätter meist gegenständig, häufig mit Drüsen am Blatt- 
grund oder Stiel; Nebenblätter -\-. Blütenstand traubig und meist zusammen- 
gesetzt. — 500 trop., besonders Amer. — Banisteria (70 trop. Amer.). — Mal- 
2)if/hia (25 trop. Amer.). — Hiraca (25 trop. Amer.). 

Fam. Trigoniaccac. Blüten typisch fünfgliedrig, $, schräg zygomorph. Kelchblätter 
am Grande vereint. Blumenblätter 5—:}, oft sehr ungleich. Staubblätter 5, 6 oder 10 
(11 — 12), am Grunde ^- in eine gespaltene Röhre vereint. Karpelle (H), mit je oo —2 Samen- 
anlagen. Frucht eine dreiklappige, septicide Kapsel, selten Flügelfrucht. Nährgewebe -\- 
oder 0. — "^, oft kletternd, mit % oder gegenständigen Blättern. Nebenblätter -|- oder 0. 
— Triffonia (26 trop. Amer.). — Trir/oniastrum (1 Hinterind.). 

Fam. Voclljsiacoae. Blüten typisch fünfgliedrig, J, schräg zygomorph. Kelchblätter 
am Grunde vereint, das eine oft gespornt, abfällig; Blumenblätter selten 5, meist H — 1, 
perigyniscli oder epigynisch; ein fruchtl)ares Staubblatt und einige Staminodien. Karpelle (3), 
mit je oc— 2 Samenanlagen mit zwei Integumenten. Frucht nicht aufspringend oder eine 
farhspaltige Kapsel. Nährgewebe 0. — t?. selten Kräuter, mit gegenständigen oder quirl- 
stiindigen, einfachen Blättern; Nebenblätter -\- oder 0. — 100 trop. Amer., 1 Westafr. — 
Vorhysia (54). 

:-i. Unternihe J'olygalineaf. Blüten -^ oder • ■ , mit zwei Kreisen Staub- 
blättern. Die Antheren mit Poren sich öffnend. Karpelle (2), median. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 239 
23. R. Geraniales. 3. U.-R. Polygalineae. 




'fm^" 





Fig. 277. Polygalaceae. A — E Polygala vulgaris. A Diagramm; B Blüte; s Kelch, al Flügel, 
2J.S obere Blumenblätter, p.l seitliche Blumenblätter, c und car Schiffchen. C freigelegtes Schiffchen. 
D oberes Blumenblatt. E Androeceum. — F — H Monnina aestuans. F Blüte; s Kelchblätter; 
p.s obere Blumenblätter. (? Androeceum, mit dem die oberen Blumenblätter verwachsen sind. H Gynae- 
ceum. — J Polygala lutea, nicht geöffnete Blüte mit Deckblatt und Vorblättern. — K, L Xantho- 
phyllum vitellinum. K Blüte, L Staubblatt. — Nach Chodat. 



Farn. Tremandraceae. Blüten vier-, fünf-, selten dreigliedrig, $, ^. 
Kelchblätter frei. Blumenblätter klappig. Staubblätter doppelt so viel als Blumen- 
blätter. Karpelle mit 1 — 2 Samenanlagen. Frucht eine zusammengedrückte 
Kapsel, an den Rändern fachspaltig. Nährgewebe -{-. Kleiner Embryo. — Kleine 
Sträucher mit ganzrandigen oder 
gezähnten Blättern und einzelnen 
achselständigen Blüten. — 23 Austr. 

Farn. Polygalaceae. Blüten 

(Fig. 277) typisch fünfgliedrig , $, 
•|- . Von den fünf Kelchblättern 
sind zwei petaloid, flügeiförmig. 
Blumenblätter durch Abort nur 3. 
Staubblätter 8 (4 + 4). Karpelle mit 1, 
selten 2 — 4 Samenanlagen. Kapsel 
oder Steinfrucht. Nährgewebe -\- 
pder 0. — Kräuter oder t? , mit 
meist ©, einfachen, ganzrandigen 
Blättern ohne Nebenblätter. Blüten 
einzeln oder traubig, selten in Rispen. 

— 780 temp. — calid. — Polygala 
(450) ; P..<?ene<7r<(Nordamer.) liefert 
die oft'. Radix Senegae, P. buty- 
racea (Westafr.) aus den ölreichen 
Samen die sogenannte Malukang- 
butter ; P. amara (Eur.), sehr bitter, 
als Herba Polygalae Volksheilmittel. — Muralüa (50 Südafr.). — Seruri- 
daca (30 trop.), z. T. Lianen, — Epirrhizanthes (2 Monsungeb.), saprophytisch. 

— Xanthophyllum ,{^0, Bäume des Monsungeb.). 




Fig. 278. Dichapetalum. A — E D. gabonense. A Blüte. 
B Blumenblatt von innen. C Fruchtknoten, unten mit 
den üiskuslappen d. D Längs-, E Querschnitt ilurch den 
Fruchtknoten. — F—G D. tomentosum. F Längs-, 
G Querschnitt durch eine reife Frucht mit je einem 
Samen; st das steril gebliebene Fach. — Nach Engler. 



240 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Uicotyledoneae. 
23. R. Geraniales. 4. U.-R. Dichapetalineae. 5. U.-R. Tricoacae. 

4. Unterreihe DicJiapetalineae. Blüten -0- oder !•, mit nur einem Kreis 
Staubblätter. Die Blumenblätter frei oder vereint. Samenanlagen mit einem 
Integument. Samen bisweilen mit Caruncula. 

Farn. Dichapetalaceae. Blüten (Fig. 278) typisch fünfgliedrig, $ oder cT 9, 
•0-, bisweilen -j- . Blütenachse in Schuppen oder in einen becherförmigen Diskus 
auswachsend. Kelchblätter frei oder vereint. Blumenblätter häufig zweispaltig, 
gleich oder ungleich, frei oder in eine Röhre vereint. Staubblätter 5, frei oder 
mit den Blumenblättern vereint. Karpelle (2 — 3) mit je zwei Samenanlagen; 
Steinfrucht mit ein- bis zweifächerigem Kern. Nährgewebe 0. — ff, meist Lianen, 
selten Halbsträucher mit ganzrandigen Blättern mit Nebenblättern. Blüten klein, 
in achselständigen Scheindolden. — Dichapetalum (120 trop., meist Afr.); 
T), to.fricariiun (trop. Westafr.) und das halbstrauchige Z>. cymosuni (Südafr.), 
sowie andere Arten besonders für das Vieh sehr giftig. 

5. Unterreihe Tricoccae. Blüten •^j stets ^f 9 > oft sehr reduziert. Karpelle 
meist (.^) mit je 2 — 1 Samenanlagen mit zwei Integumenten. Samen meist 
mit Caruncula. 

Fam. Euphorbiaceae. Staubblätter ebensoviel als Kelchblätter oder 
doppelt so viel, co oder wenige bis 1. Karpelle (3), seltener (2 — 4 oder cc ). 





Fig. 279. Samenanlagen von Euphorbiaceen. A Maearanga ohlongifoUa. B Euphorbia dioica. 
C Ricinus communis. D^Pedilanthus tithymaloides. E Hymenocardia acida. F Trypetes sessiliflora. 

— Nach Baillon und Fax. 



Samenanlagen meist mit einer Caruncula über der Mikropyle (Fig. 279). Frucht 
meist eine in drei Teilfrüchte (Coccen) sich spaltende Kapsel, seltener Beere 
oder Steinfrucht. Nährgewebe reichlich. Embryo zentral, gerade oder gekrümmt. 
— Kräuter oder t^, meist mit © Blättern, häufig mit Nebenblättern. Blüten 
meist in zusammengesetzten Blütenständen. Häufig (nicht immer) Milchsaft in 
gegliederten oder ungegliederten Schläuchen. Bisweilen markständiges Sieb- 
gewebe. — Etwa 4500 temp. — calid. 

A. Platyloheac. Keimblätter vielmal breiter als das Stämmchen des 
Embryos. 

Unterfam. JPhyllcnithoideae. Jedes Karpell mit zwei Samenanlagen. 
Nie Milchröhren und nie markständiges Siebgewebe. 

§ Phyllantheae. Embryo groß, wenig kürzer als das Nährgewebe. Kelch- 
blätter der rf Blüten dachig, — PhijUanthns (500 calid.); Fh» emhlira 
(Maskaren., trop. As.) liefert die gerbstoff reichen P^rüchte Myrobalani Emblicae; 
Samen eßbar; Ph. niruri, 0, in den Tropen überall verbreitet (Fig. 280); 
Ph. speriosifs mit Phyllokladien (Zentralamer.), häufig in Warmhäusern kult. 
(Fig. 281). — Toxicodendron (1) capense (Kap) mit sehr giftigen Früchten. — 
(JIdfieldia (1) africana (trop. Wiestafr.) liefert sehr gutes Nutzholz, »Afrikan. 
Eichenholz«. 



xm. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 241 
23. R. Geraniales. 5. U.-R. Tricoccae. 




Fig. 280. Phyllanthus niiitri. A oberer Teil einer blühenden Pflanze, die einzelnen Sprosse letzter 

Ordnung gefiederten Blättern gleichend. B Stück eines blattähnlichen Sprosses stärker vergrößert, 

stellenweise die Blätter abgefallen. G (^ Blüte. D Androeceum mit den Drüsen. E 9 Blüte nach 

Entfernung der Kelchblätter. F Frucht. 6 und H Samen. — Nach Pax. 




Fig. 281. Phyllanthus specio.fus. A blühender cT Zweig. B einzelnes rhyllokladium in der Achsel 
eines schuppenförmigen, mit zwei Nebenblättern versehenen Blattes. C cT Blüte. D 9 Blüte im 
Längsschnitt. E Samen im Längsschnitt. — Nach Bai Hon und Pax. 
Engler, Syllabus. 16 



242 XIII. Abt. Embryophyta sipbonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 

23. R. Geraniales. 5. U.-R. Tricoccae. 

§ Bridelieae. Wie vorige; aber Kelchblätter der rf Blüten klappig. — 
BrideUa (40 paläotrop.). 

Unterfam. Crotonoideae. Jedes Karpell mit einer Samenanlage. Milch- 
schläuche vorhanden oder fehlend. Markständiges Siebgewebe vorhanden oder 
fehlend. 

a. Blutenstände kein Cyathium darstellend. 

«) Staubfäden in der Knospe nach innen gebogen. Kein Rudiment 
eines Fruchtknotens. 

§ Crotoneae. c/' Blüten meist mit Blumenblättern. Blüten in endständigen 
Ähren oder Trauben. — Croton (600); C. elntet'ia (Bahama-Inseln) liefert die 
off. Cort. Cascarillae, Cascarill-Rinde; C tUßlium (trop. As.) liefert Semen 




Fig. 282. Manihot utilissima. A Habitus, ß cT» ^' 9 Blüte im Längsschnitt. 1) reife Frucht. 
E — G Samen von der Bauch-, Rücken- und Seitenansicht. H Formen der Stärkekörner in der Wurzel. 

— Nach Fax und Tschirch. 



Tiglii, Purgierkörner, und das off. Oleum Crotonis, Krotonöl; C.lacciferus 
(trop. As.) gibt infolge des Stiches einer Schildlaus den sogenannten Gummilack. 

Ji) Staubfäden in der Knospe meist gerade; wenn sie nach innen ge- 
bogen sind, dann ist Rudiment eines Fruchtknotens vorhanden. 
I. Kelch der (^ Blüten klappig. 

1. cT Blüten mit Blumenblättern. 
§ Chrozophoroae. Chrozophora (7); C. tinctoria (medit.) liefert den Farb- 
stoff Tournesol. — Aleurites (5); A. nioluccana (Südwestmalayische Pro- 
vinz, kult. trop. u. subtrop.) lief, aus den Samen fettes Öl, hauptsächlich für 
technische Zwecke. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 
23. R. Geraniales. 5. U.-R. Tricoccae. 



2. Kl. Dicotyledoneae. 243 



2. cT Blüten ohne Blumenblätter. 

• Teilblütenstände ohne Involucrum. 
§ Acalypheae. Blüten in Trauben, Ähren, Rispen. — Mercurialis (7); 
M. annna (Eur., Med.) nicht streng diöcisch. — Mallotus (80); Jüf. philippi- 
nensis {Rottlera tinctoria, ind.-malay.) liefert die off. K am ala- Drüsen, die auch 
zum Rotfärben gebraucht werden. — Alchornea (46 trop.). — Caelebogyne (2 Ost- 
austral.); C llicifolia entwickelt Nucellarembryonen. — Acalypha (300 trop.). — 
Tragia (125 trop.), oft mit Brennhaaren. — Ricinus (1) conununis (Afr.) liefert 
das off. Oleum Ricini (Samen mit deutlichen Proteinkristalloiden in den Aleuron- 
körnern!). — Hevea (17 trop. Amer.); H, giiianensis und H. brasiliensis 
liefern den wertvollsten off. Kautschuk, Para:Kautschuk, und werden jetzt 
in den Tropen überall kultiviert; auch noch zahlreiche andere Arten der Gattung 
geben guten Kautschuk. 




M J 

Fig. 283. A, B Anthostema senegalense. A Cyathium, B (^ Blüte. — C, D Euphorbia platyphijllos. 
C Cyathium, D (^ Blüte. — E Euphorbia peplus. Diagramm eines Blütenstandszweiges mit drei Cyathien. 
— F Synadenium Grantii, Cyathium. — G — J Pedilanthus tithymaloides. G Cyathium ron der Seite, H im 
Längsschnitt, J von hinten nach Entfernung des Anhängsels betrachtet. — Nach Baillon, Eichler, Fax. 



** Teilblütenstände mit Involucrum. 
§ Dalechampieae. Involucrum mit 'S^ und 9 Blüten; Involucralblätter 
laubig. — Ualechampia (88 trop., meist Am.). 

§ Pereae. Involucrum kelchartig, sehr oft eingeschlechtlich. — Pera (20 trop. Am.). 
II. Kelch der cf Blüten dachig. 

1. cT Blüten stets mit Blumenblättern. 
§ Clujtieae. cf Blüten in Knäueln, welche entweder axillär sind oder in 
ährigen bis rispigen Blütenständen stehen. — Codiaeutn (6 ind.-malay.); C. va- 
rieyatum (ind. Archip.) mit zahllosen Blattvarietäten (»Croton« der Gärtner). — 
Jatropha (160 trop.); J. curcas (trop. Amer.) liefert Oleum infernale; •/. multi- 
fida (trop.) liefert Purgiernüsse und Oleum Pinhoen. — Ilicinodendron (3 trop. 
Afr.); H. Heudelotii (ganzes trop. Afr.) und JR. JRautanenii (Südwestafr.) liefern 
aus ihren Samen Speiseöl. — Cluytia (48 Afr.). 

16* 



244 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. ünterabt. Ängiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 

23. K. Geraniales. 5. U.-R. Tricoccae. 

2. cf" Blüten stete ohne Blumenblätter. 

§ Manihoteae (Adrianeae). Blätter oft tief gelappt. — Manihot (130 
trop. Amer.); M, Glaziovii und mehrere andere Arten (Bras.) liefern Ceara- 
Kautschuk; ilf. iitilissima (Fig. 282) und JH. dtilcis, Maniok oder Cassave- 
strauch (Brasil.), wichtige Nährpflanzen der Tropen, liefern in ihren Wurzelknollen 
Gemüse und Stärkemehl (Tapioka). 

§ Gelonieae. Blätter ungelappt. — Gegliederte Milcheaftschläuche. — Geloniutn 
(18 ind.-malay., Ost- und Südafr.). 

III. Kelch der (f Blüten zur Blütezeit offen oder leicht dachig, 
sehr oft stark reduziert. 

§ Hippomaneae. </ Blüten ohne Blumenblätter. Kelchblätter der rf 
Blüten dachig. — Milchsaftschläuche ungegliedert. — Mabea (29 trop. Araer.). 
— Eoßcoecaria (26 paläoirop.); JB^. agallocJta (trop. As.), der giftige Milch- 
saft erzeugt starke Augenentzündung und Blindheit. — Homalanthus (19 Mon- 
sungebiet). — Sebastiania (75, meist Südam., 1 in Nordamer., 3 in der Alten 
Welt). — StiUingia (26, meist trop. Amer., wenige temp. Amer., wenige Mada- 




Fig. 284. Euphorbia lathyris. A ein Blütenstand (Cyathium). B ein solcher nach Fortnahnic des 
Rezeptakulums. C aufspringende Frucht. — Nach Baillon. 



gaskar, 1 Fidjiinseln) ; St. silvatica (südl. Nordamer.). — SajHutn (95 pan- 
tropisch); S. sebiferunif Talgbaum (trop. As.) liefert aus den Samen Fett, den 
sog. Chinesischen Talg, zur Herstellung von Lichtern und Seife; einige Arten des 
trop. Amer. (Peru, Amazonas) geben ausgezeichneten Kautschuk. — Hippo- 
mane (1) mancinella, Manzinellapfel (Zentralamer., Antillen), liefert Pfeilgift. 
— Hura (2 trop. Amer.); H. crepitans mit 5 — 20 Karpellen, Sandbüchsen- 
baum, giftig. 

b. Partialblütenstände Cyathien. ^ 

§ Euphorbieae. Blüten ohne Blumenblätter, meist auch ohne Kelch- 
blätter. cT Blüten mit nur 1 Staubblatt. — Milchsaftschläuche ungegliedert. — 
Anlhostema (3 Afr.) (Fig. 283 A, B). — Euphorbia (600, meist subtrop. oder 
trop., viele auch temp.) (Fig. 283 0^ — j&; 284); K. pulcherrima, Poinsettie, mit 
purpurroten Hochblättern (Mexiko, Zentralamer.), E. splendens (Madagaskar), mit 
roten Cyathien, beide in Gewächshäusern viel kultiviert; 2?. resim/era (Marokko), 
von kaktusähnlichem Aufbau, liefert das off. Gummiharz Euphorbium; E. cana- 
riensis und viele andere kaktusähnlich. — Pcdüanthus (15 trop. Amer.), mit 
giftigem Milchsaft (Fig. 2830— J>. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 245 

23. R. Geraniales. 6.Tr.-R.Callitrichineae. 24. K. Sapindales. l.U.-E. Buxineae. 2.U.-R. Empetrineae. 

B. Stenolobeae. Keimblätter etwa so breit wie das Stämmchen des Embryos. 

Unterfam. Porantheroideae. Karpelle mit je zwei Samenanlagen. — 
Keine Milchsaftschläuche. — 17 Austral. 

Unterfam. Ru'inocarpoideae. Karpelle mit je einer Samenanlage. — 
52 Austral. 

6. Unterreihe CaUitrichineae. Merkmale der Familie, 
unsicher. Wird auch mit den Verbenaceen verglichen.) 

Farn. Callitrichaceae. Blüten (Fig. 285, 286) nackt. 
cT Blüten mit terminalem Staubblatt. $ Blüten mit zwei 
transversal stehenden Karpellen, welche durch eine Längs- 
wand in zwei Klausen geteilt sind, mit je zwei Samen- 
anlagen. Zwei Griffel. Samenanlagen mit einem Integument. 



(Systematische Stellung 





Fig. 285. Callitriche vema. A — C Diagramme. A der (j^, B der 9 Einzel- 
blüte; OL und ^ die transversalen Vorblätter. C zwei seriale Blüten einer 
Blattachsel, davon die obere ^T mit zwei Vorblättern, die untere 9 und 
vorblattlos. D transversaler Längsschnitt durch eine junge 9 Blüte. — 
Nach Eich 1er. 



Fig. 286. Callitriche stag- 

nalis. A ^ Blüte mit 

einem Staubblatt (7i). 

B' 9 Blüte (Vi). 





Frucht in vier steinfruchtartige Klausen zerfallend. Samen mit Nährgewebe und 
zentralem Embryo. — Kräuter, oft untergetaucht, mit gegenständigen, zusammen- 
gedrängten, schmalen oder spateiförmigen Blättern und kleinen, axillären, monö- 
cischen Blüten. — Callitriche (26 fast kosmopol.). 
24. Reihe SAPINDALES (Celastrales). Wie die 
Lieraniales; aber die Samenanlagen in entgegen- 
gesetzter Stellung, entweder hängend mit dorsaler 
Raphe und der Mikropyle nach oben, oder aufsteigend 
mit ventraler Raphe und mit der Mikropyle nach unten 
(Fig. 287). — Vorzugsweise t»; aber auch Kräuter. 

1. Unterreihe Buxineae. Blütenhülle haplo- 
chlamydeisch. Samenanlage mit zwei Integu- 
menten. 

Fam. Buxaceae. Blüten cf 9, bisweilen mit 
Rudimenten der abortierten Sexualblätter, -^. Staub- 
blätter 4 — 00. Karpelle (3) oder (2 — 4), mit je 
2 — 1 Samenanlagen. Griffel getrennt. Fachspaltige 
Kapsel oder Steinfrucht. Nährgewebe -j-. — "t? oiit 
meist ganzrandigen , immergrünen Blättern ohne 
Nebenblätter; Blüten einzeln oder in Trauben. — 
30 meist temp. oder subtrop. — ßuxiis (20 med., 
Himalaja, Ostas., Antillen, trop. Afr.); J5. sempet'- 
virenSf Buxbaum (West- und Südeur.), liefert 
Schnitzereien. — Paehysandra (2); P. procumbens (atl. Nordamer.). 

2. Unterreihe Empetrineae. Blüten heterochlam. Karpelle mit je einer 
aufsteigenden Samenanlage mit einem Integument, bis zur Reife vereint. 
Sträucher. 

Fam. Empetraceae. Blüten (Fig. 288) cT *? , mit Rudimenten der abor- 
tierten Sexualblätter, -0-. Kelchblätter, Blumenblätter, Staubblätter 2 — 3. Kar- 
pelle (2—9). Steinfrucht. Samen ohne Caruncula. — Kleine ericoide Sträucher 



Fig. 287. Placentation der Samen- 
anlagen bei den Sapindales (sche- 
matisch). A hängende Samen- 
anlage mit dorsaler Raphe (d) und 
nach oben gerichteter Mikropyle; 
p Placenta. B aufsteigende Samen- 
anlage mit ventraler Raphe (v) und 
nach unten gerichteter Mikropyle; 
p Placenta. 

das beste Holz zu Holz- 




Fig. 288. Empetrum nigrum. 
Diagramm eines normalen Kurz- 
triebes ; f das Tragblatt, a,hc 
die Hochblätter des Kurztriebes; 
in der Achsel von b die Blüte 
mit den beiden nach hinten zu 
konvergierenden Vorblättern a 
und ?j. — Nach Eich 1er. 




Fig. 289. Coriaria myrti- 

folia. Diagramm. — Nach 

Eichler. 



246 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
24. R. Saoindales. 3. U.-R. Coriariineae. 4. U.-R. Limnanthineae. 5. U.-R. Anacardiineac. 

mit linealen, unterseits tief gefurchten Blättern ohne Nebenblätter. Blüten klein 
in Köpfchen. — 4 — 6 frigid., temp. — JEnipetrunt (1 — 3); E. nigrum^ 
Rausch beere, Krähenbeere (jl arkt. bis subalp.); Beeren genießbar; E. andinum 
(Chile) und E. rubrum (Tristan d'Acunha und antarktisches Amerika) wahr- 
scheinlich Varietäten der Hauptart. — Corema (2 Span., 
Makarones., atlant. Nordamer.). — Neuerdings hat man 
diese Familie an die Ericairs anzugliedern versucht. 

3. Unterreihe Coriariineae. Blüten heterochlani. 
Karpelle mit je einer hängenden Samenanlage mit 
zwei Integumenten, zuletzt frei. Sträucher. 

Farn. Coriariaceae. Blüten 

(Fig. 289) $ und rf 9, fünfglied- 
rig, diplostemon, ^. Karpelle 5 
bis 8. Frucht in Coccen zerfallend. 
Samen mit dünnem Nährgewebe. 
— t' mit gegenständigen oder 
quirligen, ganzrandigen Blättern 
ohne Nebenblätter; Blüten axillär 
oder traubig. — 8 temp. — Cori- 
aria (8 temp.); C. myrfifolia 
(medit.); die Blätter des Strauches 

(Provenyalischer Sumach, »Schmack«) als Gerbmaterial, ebenso die Rinde 

von C. ruscifolia (Neu-Seeland, Chile). 

4. Unterreihe i*wi.»ian</*i»teae. Blüten heterochlam. Karpelle mit je einer 
aujf steigenden Samenanlage mit einem Integument, zuletzt frei. Kräuter. 

Fam. Liuiiiauthaceae. Blüten 5, fünf- oder drei- 
gliedrig, diplostemon, -^. Blütenachse flach. Kar- 
pelle (5 oder 3), mit zentralem Griffel, bei der Reife 
voneinander sich loslösend, nicht aufspringend. Samen 
ohne Nährgewebe. Embryo mit dickfleischigen Keim- 
blättern. — mit ^ zerschlitzten Blättern ohne 
Nebenblätter. Blüten einzeln, achselständig. — 5 Nord- 
amer. — Limnanthes (4); L. Douglasii (Kalif.). 

5. Unterreihe .4urtca»'d**«eae. Blüten hetero- 
chlam., bisweilen apopetal (Plstacia), stets ■^. 
Gynaecenm selten isomer, zur Oligomerie 
neigend. — t^ '^i* Harzgängen. 

Fam. Anacardiaceae. Blüten (Fig. 290 und 
291) diplostemon oder haplostemon, selten mit 
weniger oder mehr Staubblättern. Blütenachse 
variabel, daher Blüten hypogynisch bis epigynisch. 
Karpelle selten (5), meist (3 — 1), mit je einer hän- 
genden oder aufsteigenden, umgewendeten Samen- 
anlage mit zwei Integumenten. Frucht meist Stein- 
frucht mit harzreichem Mesokarp. Nährgewebe 0. 
Embryo häufig gekrümmt, mit flachen oder plan- 
konvexen Keimblättern. — ■ t? mit ©, selten 
quirligen, einfachen oder unpaarig gefiederten oder 
gedreiten Blättern, mit oo kleinen Blüten in Rispen. 

— Reichlich Gerbstoff. Stets schizolysigene Harzgänge. — 500 calid. — temp. 
§ Mangifereae. Karpelle 5 — 1 frei, oft mit seitlich am Grunde stehenden 

Griffeln. Oft Gynophor, Staubblätter in einem bis mehreren Kreisen oder nur 




Fig. 2ItO. Anacardium pumilum. 

A r^ y B 9 Blüte nach Entfernung der 

BlütenhüUblätter. — Nach Engler. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
24. R. Sapindales. 5. IJ.-R. Anacardiineae. 



247 




Fig. 291. A — G Buchanania ßorida. A Blüte. B die fünf 
Karpelle der Blüte. C das fruchtbare Karpell im Längs- 
schnitt. — D Mangifera indica, Blüte. — E Mangifera 
quadrifida, Blüte. — F Mangifera indica, Fruchtknoten im 
Längsschnitt. — Nach Engler. 



4 — 1. Blätter immer einfach. — Buchanania. mit fünf Karpellen (20 ind.-malay.) 
(Fig. 291). — Die anderen mit nur einem Karpell: Mangifera (27 trop. As., Afr.); 
M, indica f Mango, wichtige Obstpflanze der Tropen. — Anacardittfti (8 trop. 
Amer.) (Fig. 290); A. occidentale, Acajou (kultiviert in den Tropen), der birn- 
artig angeschwollene Fruchtstiel und die ölhaltigen Samen werden genossen; die 
Früchte -|>ls Westindische 
Elefantenläuse (Fructus 
Anacardii occidentalis) 
zur Bereitung von Tinte, 
auch medizinisch angewendet. 
Der Stamm liefert Acajou- 
Gummi. — Melanorrhoea ("6 
ind.-malay.);' M. usitata (Ost- 
indien) liefert Firnis. 

§ Spondieae. Karpelle 
(5 — 4), selten mehr oder (3), 
mit je einer hängenden Samen- 
anlage. Blätter häufig gefiedert. 
— *S/)on^i«Ä(6trop.); Sp.pur- 
purea, Mombinpflaume (trop. 
Amer.); 5'^. ?M^ea, gelbe Mombin- 
pflaume (trop.) ; Sj). dulcis (Poly- 
nes.) u. a. als Obstbäume kulti- 
viert. — Xa/mm (trop. Afr. u. As.). 

§ Rhoideae. Karpelle (3); aber Fruchtknoten nur mit einem fertilen Fach 
(Fig. 292). Frucht frei. Blätter verschieden. — Sormdeia (palaeotrop., bes. Afr.). — 
Trichoscyjjha {tro-p. Afr., einzelne cauliflor). — Pistacia (5 j^); die Samen aller 
Arten geben öl; jP. Vera (mediterr.), Samen, Pistazien, als Gewürz; _P. tere- 
hinthus (mediterr.) liefert »Cyprischen Terpentin« und gerbstoff reiche Gallen 
(»Judasschoten«); P. lentiscns (mediterr.) liefert, auf der Insel Chios kult., 
das Mastixharz. — Schinus (12 Südamer.); Seh. molle, ^ 

Pfefferstrauch (kult. in subtrop. Gebieten), gibt amerikan. 
Mastix. — Cotinus (2); C. coggygria (^= Rhus cotinusj. 
Perrückenstrauch (mediterr. bis China), häufiger Zierstrauch; 
das Holz, Ungarisches Gelbholz oder Fisetholz, zum Färben; 
die Blätter, »Schmack«, zum Gerben. — Comocladia (9 An tili.) ; 
Früchte zum Schwarzfärben. — Metopium (2 AntilL). — Uhus 
(120 temp., subcalid.); viele Gerbstoff liefernd; Rh. co- 
riaria (mediterr.), Rinde, Blätter und Zweige, »Schmack«, 
bestes Gerbmateriai, Wurzeln und Früchte zum Färben; 
Bh. ti/phinaf Essigbaum, Rh. copallina und Rh. (jla- 
hra (atlant. Nordamer.) liefern den amerikanischen Sumach, 
wichtiges Gerbmaterial; Rh. setnialata (Ostasien) liefert die zur Tannin- und 
Tintebereitung und zum Gerben verwendeten Chinesischen oder Japanischen 
Gallen; Rh. rernicifera und Rh. sucredanea (beide in Ostasien) liefern 
Japanischen Lack; lih. venenata (atlant. Nordamer.) liefert ebenfalls einen 
schwarzen Firnis; die Früchte von Rh. suceeda^wa geben Japanisches 
Wachs (Cera japonica); Rh. toocicodendron (Nordostas. und Nordamer.), 
(ähnlich auch Rh. vernicifera, Bh. succedanea. Bh. venenata u. a.) führt durch 




Fig. 202, Cotinus 
coggygria. Diagramm. 
— Nach Eichler. 




Blüte. B 
Längsschnitt 



Semecarpus anacardium. A (^ 

9 Blüte. G Fruchtknoten im 

D Frucht im Längsschnitt. — 
Nach Engl er. 



248 XnL Abt. Embryophyta siphonogama. 2. ünterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
24. R. Sapindales. 6. U.-R. Celastrineae. 

ihren Harzsaft schwere Hautentzündungen herbei. — Ästronium (9 Südamer.). — 
Schinopsis (5 Südamer.); Seh. Lorentzii u. Seh. Balansae, Quebracho 
Colorado (Argentinien), ausgezeichnetes Nutzholz, das infolge seines hohen 
Tanningehaltes eines der wichtigsten Rohmaterialien (Quebrachoholz, daraus 
Quebrachoextrakt hergestellt) zum Gerben darstellt. 

§ Semecarpeae. Karpelie (3); aber 
Fruchtknoten mit nur einem fertilen Fach, 
der becherförmigen oder röhrigen Blüten- 
achse eingesenkt. Blätter einfach. — 
Semecarpus (40 ind.-malay.); *S'. atta- 
cardium, Tintenbaum (Ostind.) liefert Firnis 
und die medizinisch, sowie zur Tinte- 
bereitung verwendeten Ostindischen 
Elefantenläuse (Fructus Anacardii 
Orientalis) (Fig. 293). 

§ Dobineeae. Karpell 1. 9 Blüten nackt. 
Blätter einfach, gesägt, gegenständig. — Dobinea 
(2 Himalaja). 

6. Unterreihe CelastTineae. Blüten 
heterochlam., stets ^, diplostemon oder 
haplostemon. Fruchtknoten selten iso- 
mer, zur Oligomerie neigend. 

Fam, Cyrillaceae. Blüten $, fünfgliedrig, 

diplostemon, ■^. Kelchblätter und Blumenblätter 

bisweilen unten zusammenhängend. Karpelle 

(5 — 2), mit je einer Samenanlage mit zwei lute- 

gumenten. Frucht klein, zwei- bis vierteilig. Nährgewebe -|-. — "f? mit immergrünen, 

ganzrandigen Blättern an der Spitze der Zweige. Blüten klein, in Trauben. — .'> Auier., 

temp.— calid. — Cyrilla (1). 

Fam. Pentaphylacaceae. Blüten 2, fünfgliedrig, haplostemon, ^, durchweg 
isomer. Karpelle (5), mit je zwei hängenden Samenanlagen. Frucht eine fünfkantige 
Kapsel. Nährgewebe sparsam. Embryo hufeisenförmig gekrümmt. — "^ mit abwechseln- 
den, lederartigen Blättern. Blüten klein, unterhalb der Laubblätter in Trauben. — Penta- 
phylax (1 Hongkong). 

Fam. Corynocarpaceae. Blüten $, diplostemon; aber 
mit Umwandlung der inneren Staubblätter in Staminodien. 
Karpelle (2); aber nur eines fruchtbar, mit einer vom 
Scheitel herabhängenden Samenanlage mit zwei Integumen- 
ten. Steinfrucht mit fleischigem Exokarp, zusammen- 
gedrückt. Nährgewebe 0. — "^ mit abwechselnden, fleischig- 
lederigen, glänzenden, länglich-verkehrteiförmigen Blättern; 
Blüten ziemlich klein, in endständiger Rispe. — Corynocarpus 
(1 Neuseeland). 

Fam. Aquifoliaceae. Blüten (Fig. 294) vier- bis 
mehrgliedrig, cf 9, diöcisch, ■^. Blumenblätter häufig 
am Grunde und mjt den gleichzähligen Staubblättern 
vereint. Karpelle (4 — 6), selten (7 — oo ) mit je 1 — 2 
hängenden Samenanlagen mit einem Integument. Stein- 
frucht vier- bis acht-, selten mehrkernig. — tf mit abwechselnden, meist immer- 
grünen, einfachen Blättern. Nebenblätter sehr klein oder 0. Blüten klein, trug- 
doldig. — J^ex (280 temp., calid.); I. aquifoJiunif »Hülsen«, »Stechpalme« 
(Süd- u. Westeur.) (Fig. 295); /. theei^(i7is, I. aniavdf I. paraffiiarienMis 
u. a. (trop. u. subtrop. Südamer.) liefern in ihren zerkleinerten Zweigen und 
Blättern den anregenden, Coffein enthaltenden Mate-Tee. 




Fig. 294. llex aquifolimn. 

A Diagramm, B Blütenknospe. 

— Nach Eich 1er und Kron- 

feld. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
24. E. Sapindales. 6. U.-R. Celastrineae. 



249 




Fig. 295. Hex aquifoliuvi. A (^, B 9 Blüte, beide von oben gesehen. C Fruchtknoten im Längs- 
schnitt. D Frucht im Querschnitt. E Samen im Längsschnitt; oben der kleine Keimling. — Kach 

Kronfeld. 




Fig. 296. A — B Evonymus euroimea. j1 Blüte, -B Längsschnitt durch den Fruchtknoten. C Evonymus 
latifolia, Längsschnitt durch den Fruchtknoten. D Gymnosporia spec, Längsschnitt durch den Frucht- 
knoten. — Nach Loesener. 



Fam. Celastraceae. Blüten (Fig. 296 u. 297) vier- bis fünfgliedrig, meist 
$, ■^. Blumenblätter dachig. Staubblätter 4 — 5 (selten 2 oder 10) am Rande des 
Diskus. Karpelle (2 — 5), mit je co — 1, meist vom Grunde aus aufsteigenden 
Samenanlagen. Kapsel oder Beere. Samen häufig mit Arillus. Nährgewebe -j- 
oder 0. — t? mit stets einfachen, gegenständigen 
oder 'wechselständigen Blättern: Nebenblätter bis- 
weilen -|-, aber abfällig. Blüten klein, häufig 
grünlich, meist in Trugdolden. — 430 temp., 
calid. — Evonymus (70 temp.); E. eiiro- 
paea, Pfaffenkäppchen (Eur. bis Japan), in 
Wäldern häufig. — Catha (1) edulis (Arab., 
Abyss. , Ostafr.); die Blätter bilden getrocknet 
den anregenden, Coffein enthaltenden, in Arabien 
genossenen Khat- oder Kat-Tee. — Celastrus 
(27 calid.). — Maytenus (70 Amer.). — Gymno- 
sporia (100 trop. Afr., As., 1 Südeuropa). — 
,Cassine (12 trop., subtrop.); C. crocea (Kap) 
liefert das sog. Safranholz. 

Fam. Hippocrateaceae. Blüten (Fig. 298) fünf- 
gliedrig, mit weniger Staubblättern und Karpellen, 
5, •^. Staubblätter 3 (selten 5, davon 3 oder 2 steril). 
Karpelle (3), mit je cc — 2 Samenanlagen mit zwei 
Integumenten. Beere oder dreiflügelige Frucht. Nähr- 
gewebe 0. — "tf oft kletternd, mit gegenständigen 

oder ^ einfachen Blättern. Nebenblätter klein oder 0. Blüten meist klein, grünlich, in 
Trugdolden. — Hippocratea (100 trop.). — Salacia (100 trop.). 

Fam. Salvadoraceae. Blüten vier- bis fünfgliedrig, choripetal oder sym- 
petal, $ oder cf 9, diöcisch, ■^. Staubblätter 4 — 5. Karpelle (2). Frucht- 




Pig. 297. A Celastrus panicidatus, 
Diagramm ; d Diskus. B, C Evonymus 
latifolia. B geschlossene Frucht; ein 
Fach längs durchschnitten. C eine reife, 
aufgesprungene Fruchtklapjie mit dem 
herabhängenden Samen ; letzterer eben- 
falls längs durchschnitten, um den Arillus 
ar zu zeigen. — Nach Loesener. 




250 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. ünterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
24. R. Sapindales. 6. U.-R. Celastrineae. 7. U.-R. Icacinineae. 8. U.-R. Sapindineae. 

knoten ein- bis zweifächerig, in jedem Fach mit 1 — 2 grmidständigen , umge- 
wendeten Samenanlagen mit zwei Integumenten. Beere oder Steinfrucht mit 
« häutigem oder pappeartigem Endokarp, meist einsamig. 

Samen ohne Nährgewebe. Embryo mit dicken Keimblättern. 

— ty mit gegenständigen, ungeteilten Blättern und bis- 
weilen borstenförmigen Nebenblättern; Blüten in Rispen 
oder Büscheln. — 9. Afr., As., calid., meist Steppensträucher. 

— Salvadora (1) persica (Afr., Westas.), Steppenstrauch 
mit scharf aromatischen, eßbaren Früchten und sehr zäh- 
faserigem Holz, weshalb die ausgefransten Zweige im ganzen 
trop. Afrika wie Zahnbürsten gebraucht werden, 

Fani. Stackhonsiacoae. Blüten fünfgliedrig, haplostemon, 
mit schüöselförmiger Achse. Karpelle (2 — 5), mit je einer auf- 
steigenden Samenanlage. Frucht in 2 — 5 nicht aufspringende 
Teilfrüchte zerfallend. Nährgewebe -^. — 2^ mit ^ linealischen 

oder spateiförmigen Blättern ohne Nebenblätter. Blüten in Ähren oder Knäueln. — 

20 Austral., Neuseeland, Philippinen. 

Fam. Staphyleaceae. Blüten fünfgliedrig, haplostemon. Fünf Staub- 
blätter außerhalb des Diskus. Karpelle (2 — 8), oben frei, mit oo bis wenigen an 
der Bauchnaht hängenden Samenanlagen mit zwei Integumenten. Frucht zwei- 
bis dreifächerig, meist ein- bis wenigsamig. Nährgewebe -\-, fleischig. — t» 
mit gegenständigen, gefingerten oder gefiederten Blättern. Blüten in Rispen oder 
Trauben. — 20 * und trop. — Sfaphylea (11); St. /)innata (pont. Gebiet, Alp.); 
.S". trifoliafa (atlant. Nordaraer.). 

7. Unterreihe Icacinineae. Blüten heterochlam., stets ^, haplostemon. 
Staubblätter vor den Kelchblättern. Fruchtknoten mei^t auf ein fertiles 
Karpell reduziert. Samenanlagen mit einem Integument. Frucht einsamig. 



Fig. 298. Hippocratea 

obtusifolia. Diagramm. — 

Nach Ei eil 1er. 




Fig. 299. Acer. Blüten im Längsschnitt. A, B A. negundo. A (^, B 9 Blüte. C, D A. pseudo- 
platanus. ^, D Q Blüte. E A. Hookeri. F A. campestre. — Nach Pax. 



Fam. Icacinaceae. Blüten fünf- bis viergliedrig, haplostemon, $ oder cf O, ^. 
Blütenachse konvex oder becherförmig, den Fruchtknoten umgebend. Karpelle (^j, mit 
einem Griffel, selten alle, meint nur eines mit je zwei hangenden Samenanlagen. Stein- 
frucht einfächerig, einsamig. Nährgewebe -|-. — t?, einige kletternd, meist mit © Blättern 
ohne Nebenblätter. Blüten meist klein. — 110 calid. — Villavesia, (12 *); V.corif/miha 
(Südbrasil.) lief, eine Sorte Mate-Tee, Congonha. — Phi/tocrene (7 trop. As.) und Chlami/- 
dflcarya (7 trop. Afr.), Wasser- Lianen; aus den mächtigen Gefäßen ihrer kletternden Stämme 
fließt nach dem Durchschneiden trinkbares Wasser in Menge heraus. 

8. Unterreihe Sapindineae. Blüten heterochlam., typisch diplostemon, 
aber mit Abort einiger Staubblätter und Karpelle, -^ oder schräg zygo- 
raorph. Samenanlagen mit zwei Integumenten. 

Fam. Aextoxicaceae. Blüten 4— Ggliedrig, haplostemon, cT ^, #, mit 
einem von Schuppen dicht besetzten, die ganze Knospe einschließenden äußersten 




XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 251 
24. R. Sapindales. 8. U.-R. Sapindineae. 

Kelchblatt. Karpelle (2) mit kurz zweispaltigem Griffel, nur eines mit zwei 
hängenden Samenanlagen. Steinfrucht einfächerig, einsamig. Nährgewebe -j-, 
zerklüftet. — t?, mit © von Sternschuppen besetzten länglichen Blättern. Blüten 
klein, in Trauben. — Äe.rtoxiroyi (1) pundatum (Chile). 

Fam. Aceraceae. Blüten (Fig. 299) $, cT 9, -0-, mit scheibenförmiger 
oder konkaver Achse. Kelch- u. Blumenblätter 4 — 10. Staubblätter 4—10, 
meist 8. Karpelle (2), je mit zwei fast geradläufigen Samenanlagen. Frucht 
mit geflügelten, ein-, selten zweisamigen Fächern. Nährgewebe 0. — "b mit 
gegenständigen, einfachen oder gelappten oder gefiederten Blättern ohne Neben- 
blätter. Blüten klein, in Ähren, Trauben oder Rispen. — Über 120 (j^), 
wenige trop. As. — Acer (incl. Xcguvdo 120), Ahorn; A. saccJiarum und 
A, saccharinum (atlant. Nordamer.) lief. Ahornzucker (3"/o Rohrzucker im 
Saftfluß des Frühjahrs); viele Arten geben gutes Holz, — Viele im Tertiär. — 
Dipteronia (1) sinensis (China). 

Fam. Hippocastanaceae. 

Blüten (Fig. 300 u. 301) $, c^ 9 , 
schräg zygomorph. Kelchblätter 
5, Blumenblätter 4 — 5, Staub- 
blätter 5 — 8. Karpelle (3), mit 
je zwei Samenanlagen. Kapsel 
drei- bis einfächerig, mit meist 
einem Samen ohne Nährgewebe. 
Embryo mit dicken Keimblättern. 
— t? mit gegenständigen, fünf- 
bis neunfingerigen Blättern ohne 
Nebenblätter. Blüten ansehnlich 

in Wickeltrauben. — 18 temp., calid., Nordgriechenland, As., Amer. — Aes- 
culus (16); Ae, hippocastanunif weißblühende Roßkastanie (Gebirge Nord- 
griechenlands, Kaukasus), Alleebaum ; Ae. pai'iaf rotblühende R. (Nordamer.), 
bildet mit voriger Art Bastarde. — Billia (2 Zentralam.). 

Fam. Sapindaceae. Blüten (Fig. 302) 5, ci^ 9, typisch fünfgliedrig, selten 
•^, meist schräg zygomorph, mit extrastaminalem , häufig einseitigem Diskus. 
Blumenblätter 5 — 3 oder 0, häufig mit Schuppen. Staubblätter meist 8, seltener 
10, 5 oder co. Karpelle (2 — 3) mit meist je einer, seltener mehr oder zwei 
Samenanlagen. Frucht kapselartig, nußartig, steinfruchtartig oder Spaltfrucht. 
Samen häufig mit großem, zuckerreichem Arillus. Nährgewebe 0. — Embryo ge- 
krümmt. — Meist t? mit © ungeteilten oder gefiederten Blättern. Häufig Sekret- 
zellen. — Etwa 1050 calid., wenige extratrop. 

A. Eusapindaceae. Karpelle mit je einer Samenanlage. 

a. Nomophyllae. Blätter mit völlig entwickeltem Endblättchen. Das 
innere Keimblatt, bisweilen auch das äußere, quer zw ei faltig. 

§ Paullinieae. Kletterpflanzen mit rankenden Zweigen, meit mit Neben- 
blättern. — Serjania (172 Amer. calid.) (Fig. 302). — JPatiUinia (125 Amer. 
calid., 1 Afr., Madag.); P, ct(pana ^= P. sorbilisj (Amazonas); die gerösteten 
Samen liefern gemahlen und in Stangen gepreßt die koffei'n reiche, medizinisch 
und als Genußmittel verwendete Guarana oder Pasta Guarana. — Cardio- 
spermum (11 calid.). 

§ Thoninieae. ^ ohne Ranken und ohne Nebenblätter. — Allophylus (160 calid.). 



Fig. 300. Aesculus hippocastanum . 

Diagramm einer Wickel. — Nach 

Eich 1er. 



Fig. 301. Aesculus 

hippocastanum. Blüte; 

g Griffel. — Nach 

K e r n e r. 



252 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
24. R. Sapindales. 8. U.-R. Sapindineae. 




Fig. 302. Serjania. A S. leptocarpa, Diagramm. - — B — M S. erecta. B (^, C '^ Blüte. D, E die- 
selben nach Entfernung der Kelch- und Blumenblätter; dr Diskusdrüsen. F, G oberes und unteres 
Blumenblatt. H Fruchtknoten im Längsschnitt, J im Querschnitt. K Frucht. L eine Klappe oben längs 
durchschnitten, M dieselbe quer durchschnitten; w Würzelchen, k Keimblätter. — Nach Eadlkofer. 

b. Anomophyllae. Blätter einfach oder mit reduziertem Endblfttt- 
chen. Keimblätter gekrümmt, selten gefaltet. 
a) Früchte nicht oder wie Balgfrüchte aufsp.ringend, 
I. Ohne Arillus. 

§ Sapindeae. Frucht in Teilfrüchte zerfallend, welche bisweilen geflügelt 
sind. — Sapindus (11 Amer., As.); von S. saponaria (trop. Amer.) u. a. A. 
das Fruchtfleisch (»Seifenbeeren«) saponinhaltig, in Wasser stark schäumend. 

II. "Mit Arillus. 

§ Schleichereae. Frucht nicht 
/y ec^ N. NX ^/^ jff^S<^ gelappt. — Schleich era (1) trijuffa 

(D @) h\ 11 Ä7/^^ /^ \\ (Ostind.) mit adstringierender Rinde. 
i ^&) fm i\W^^ JIi § Nephelieae. Frucht ± gelappt, 

bisweilen wie Balgfrüchte aufspringend. 
— I/itchi (1) chinensis (China, Phi- 
lippinen und kult), Zwillingspflaume, mit 
wohlschmeckendem Samenmantel (Aril- 
lus); die Früchte häufig nach Europa ein- 
geführt. — Nepheliii'in (22 ind.malay.), 
viele mit wohlschmeckendem Arillus. 
klappig. 

§ Cupanieae. — Cupania (32 Amer. calid.); C. fomcntosa (Antill.), mit ad- 
stringierender Rinde und Blättern. — Uliijhia (3); H. sajHda (trop. Westafr. 
und kult.); der fleischige, süße Arillus des Samens beliebte Speise in den Tropen. 




Fig. 30.S. .4 Fiäbio lanceolata. B Meliosma 
brasiliensis. Diagramme. — Nach War bürg. 

^) Früchte fachspaltig — 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 253 
24. R. Sapindales. 9. U.-R. Sabiineae. 10. Ü.-R. Melianthineae. 

B. Dyssapindaceae. Karpelle mit je zwei oder mehr Samenanlagen, 
selten mit nur einer epitropen. "^ ohne Ranken und Nebenblätter. 

a. Nomophyllae. Blätter mit völlig entwickeltem Eudblättchen. 
Keimblätter ± eingerollt. 

§ Koelreuterieae. Kapsel aufgeblasen, häutig. — Koelreuteria (3); 
K. paniculata (temp. China), Ziergehölz. 

§ Dodonaeeae. Kapsel gefurcht oder gelappt, bisweilen geflügelt. — Dodonaea (47, 
davon 44 Austral., 1 Hawai, 1 Madagaskar, 1, D. viscosa, pantropisch). 

b. Anomophyllae. Blätter meist mit reduziertem Endblättchen. 
Keimblätter gekrümmt. 

§ Doratoxyleae. Blüten ■^. Frucht nicht aufspringend. — Ei'ppobromus (1 Kapland). 

§ Harpullieae. Blüten -^ oder ■ } • . Frucht aufspringend. — Xanthoceras (1) sorbi- 
folium (Nordchina), Ziergehölz mit eßbaren Samen. — Ungnadia (1) speciosa (Texas) mit 
emetisch wirkenden Samen. — Harpullia (23 ind.-malay., Polynes., 3 trop. Afr.). 

9. Unterreihe Sabiineae. Blüten heterochlam. Staubblätter vor den 
Blumenblättern. 






Fig. 304. A Bersama maxima. B Melianthus major. G Oreyia Sutherlandü. Diagramme. 

Nach Gurke. 



Farn. Sabiaceae. Blüten (Fig. 303) $ oder $ cT 9- Kelchblätter 2—5. 
Blumenblätter 4—5. Staubblätter 5 vor den Blumenblättern, bisweilen 4 steril. 
Karpelle (2 — 3), mit je zwei hängenden oder horizontalen Samenanlagen. Frucht 
meist einfächerig mit einem Samen. Nährgewebe 0. Embryo mit großem, 
gebogenem oder gewundenem Hypokotyl und gefalteten Keimblättern. — t? oder 
Kletterpflanzen mit abwechselnden, einfachen oder gefiederten Blättern. Blüten 
klein, in Trauben oder Doldentrauben. — Etwa 70 trop. — Sahia (17 Ostas.). 
— Meliosma (46 trop.). 

10. Unterreihe Melianthineae. Blüten heterochlam, j- , haplostemon, 
seltener diplostemon, mit freien Antheren. 

Fam. Melianthaceae. Blüten (Fig. 304) 5. Kelchblätter 5. Blumen- 
blätter 5. Staubblätter 5 — 4, selten 10, ungleich oder teilweise vereint. Kar- 
pelle (4 — 5), mit je oo — 1 Samenanlagen. Kapsel mit einsamigen Fächern, 
fachspaltig. Samen mit oder ohne Arillus. Nährgewebe -\-. — t? mit §) meist 
unpaarig gefiederten Blättern mit oder ohne Nebenblätter; Blüten ansehnlich 
in Trauben. — Über 30 Afr. calid. — Bersama (gegen 25 trop. und südl. 
Afr.). — Melianthus (5); M. major (Kapland). — Oreijia (3); O. Sutherlandü 
(Kapland), prächtig blühender Strauch. 



254 XlII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
24. K. Sapindales. 11. U.-R. Balsaminineae. 25. R. Rhamnales. 



II. Vnterreihe Balsaininineae. Blüten heterochlam, 
vereinten Antheren. 



, haplosteman, mit 



Fain. Balsaminaceae. Blüten (Fig. 305) $. Kelchblätter 5 oder 3 (die 2 
vorderen oft nicht entwickelt). Blumenblätter 5, doch je 2 seitliche meist vereint. 
Staubblätter (5). Karpelle (5), mit je oo Samenanlagen. Kapsel meist elastisch 
aufspringend, mit oc Samen ohne Nährgewebe. Embryo gerade. — Impati'ens 
(400, meist trop. Afr. , As., wenige J-)\ I. halsamina (Ostind.), Stammpflanze 
unserer meisten Gartenbalsaminen; I. noli tauigere (jl temp.); l. parvifiora 
(im südl. Sibirien heimisch, in Eur. eingebürgert). 




Fig. .305. Impatiens. A Diagramm von Impatiens Roylei mit fünf Kelchblättern, B von 1. scabrida 
mit drei Kelchblättern. C Bliitenanalyse von I. Walleri (= I. Sidtani) ; Sj, Sj, s^ die drei vorhandenen 
Kelchblätter; p^—pr, die bei dieser Art ausnahmsweise unverwachsenen Blumenblätter. Z>, E, F I. bal- 
samina. D Androeceum und Gynaeceum, E im Längsschnitt, F Kapselfrucht. G — J I. noli längere. 
G Kapsel von außen, H im Längsschnitt, J aufspringend. — Nach Eichler, Baillon u. Warburp. 



25. Reihe RHAMNALES. Blüten zyklisch, diplocham., bisweilen apopetal, 
haplostem., mit den Staubblättern vor den Blumenblättern, ^. Karpelle (5 — 2) 
mit je 1 — 2 aufsteigenden Samenanlagen mit dorsaler, seitlicher oder ventraler 
Raphe und zwei Integumenten. 

Farn. Rhamnaceae. Blüten (Fig. 306) fünf- bis viergliedrig, perigyn oder 
epigyn. Blumenblätter klein oder 0. Karpelle (5 — 2). Steinfrucht oder Trocken - 
frucht mit einsamigen Fächern. Samen meist mit Nährgewebe. Embryo gerade, 
groß. — t?, selten Kräuter, oft kletternd, mit einfachen, häufig drei- bis fünf- 
nervigen Blättern, mit kleinen Nebenblättern. Blüten klein, grünlich oder 
gelblich, oft in axillären trugdoldigen Blütenständen. — Etwa 500 temp. — trop. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 255 

25. E. Rhamnales. 

§ Ventil agioeae. Frucht einfächerig, einsamig, mit großem flügeiförmigem Anhang 
und Rest des Griffels an dessen Spitze. Samen ohne Nährgewebe. — Kletternde Sträucher 
ohne Dornen. — VenÜlago (10 paläotrop.). 

§ Zizyplieae. Frucht mit ein- bis vierfächerigem, hartem Steinkern. — 
Oft dornige Sträucher. — Palinrus {2)\ P. austraJis (medit.). — Zizyphns (40 
trop., subtrop.); Z. vulgaris (medit.); Z. lotus (Nordafr.), Z. jujuha (Ostind., 
China) mit eßbaren Früchten: Jujuben, Brustbeeren, Chinesische Datteln. 

§ ßhamneae. Fruchtknoten oberständig oder unterständig. Steinfrucht mit 
2 — 4 dünnwandigen Steinkernen, oder in Teilfrüchte zerfallende Trockenfrucht, 
selten Schließfrucht. Seriale Beisprosse nicht vorhanden. — Bhanmus (100); 
Bh. catluirticci, Kreuzdorn (Eur., As., temp.), liefert die off. purgierenden 
Fructus Rhamni catharticae; BJ) . fratifjula, Faulbaum (Eur., As., temp.), 
liefert die off. Corte x 
Frangulae, Rh. Pur- 
shiaiin (pazif. Nordam.) 
die off. Cort. Rhamni 
Purshianae (Cascara 
Sagrada); aus den un- 
reifen Steinfrüchten von 
Rh. cafharfica, Rh. infec- 
ioria (Südeur.), Rh. tinc- 
toria (Ungarn) u. a. wird 
die Farbe »Saftgrün« 
bereitet; getrocknet dienen 
sie als »Gelbbeeren« 
zum Färben. — Hovenia 
{l)dulds{0si?is., Himalaja) 
mit fleischigen , ange- 
schwollenen, als Obst ge- 
nossenen Blütenständen 
(Fig. 306); das Holz als 
»Japanisches Mahagoni« 
geschätzt. — Ceanothus 
(36 Am er.). — Phylica 
(65 Südafr. , Madagaskar, 
Tristan d'Acunha). 

§ Colletieae. Frucht teilweise mit der Achse vereint, zwei bis dreiteilig, oder drei- 
bis einfächerige Steinfrucht. Samen mit derber Schale. Seriale Beisprosse vorhanden. 
Blätter gegenständig. — 34 ( *). — Colletia (10 Südamer.), fast blattlose Sträucher mit ge- 
kreuzten Dornen. 

§ Gouanieae. Halbfrucht vom Kelchsaum gekrönt, lederartig, drei- bis vierteilig, 
oft dreiflügelig oder dreikantig, — Sträucher mit ^ breiten Blättern. — Trop. — Gouania 
(40 trop.), oft mit rankender Blütenstandsachse. 

Fam. Vitaceae. (Fig. 307.) Wie vorige; aber Beerenfrucht. Blumenblätter 
klappig, manchmal oben vereint und zusammen abfallend. Karpelle (2 — 8) ober- 
ständig. Samen mit harter Schale und knorpeligem, zerklüftetem Nährgewebe. 
Embryo kurz, am Grunde des Nährgewebes. — Meist kletternde Sträucher mit 
oft den Blättern gegenüberstehenden Ranken (entsprechen den Infloreszenzen, 
Fig. 308 und 309). — Etwa 600, meist tropisch. 

Unterfam. Vitoideae. Staubblätter frei. Karpelle (2), in jedem Fach 
mit zwei Samenanlagen. — Vitis (40, meist Nordam. u. Ostasien); F. vini- 




Fig. 306. A — E Rhamnus cathartiea. A ^ Blüte im Längs- 
schnitt. B 9 Blüte im Längsschnitt. C Samen im Querschnitt. 
D Frucht. — E — F Hovenia dulcis. E Fruchtstand. F Frucht 
im Querschnitt. — Meist nach Web erbau er. 



256 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
25. R. Rhamnales. 26. R. Malvales. 1. U.-R. Elaeocarpineae. 

fem (wild als V. silvestris in den Donauländern und dem Mediterrangebiet 
bis nach Zentralasien hinein, auch noch am Rhein, im östlichen und zentralen 
Frankreich), V. lahriiscd (atlant. Nordaraer. ; wie vorige mit oo Kulturrassen), 
V. aestivalis (atlant. Nordamer. , mit co Kulturvarietäten), V. rotundifolia 
(südl. atlant. Nordamer. und Mexiko; ebenfalls kult.) sind die wichtigsten Wein 
liefernden Arten. — Ampelocissus (70 trop., meist Afr., As.). — Pterisanthes 
(12 trop. As.) mit sehr eigenartigem Blütenstand. — JParthenocissiis (15 temp. 
As. und Nordamer.); JP. quinqtiefolia , »wilder Wein« (Nordamer., kult. in 
Eur. ; eine Var. j'adicantissima mit polsterförmigen , an Mauern sich an- 
setzenden Haftscheiben), P. tricuspidata (temp. Ostas.) mit der an Mauern 
kletternden forma Veitchii ebenfalls häufig kult. — Cissus (über 300 trop., 
subtrop.; sukkulente Arten ohne Ranken in Südwestafr.). 




Fig. 307. Vitis vinifera. 
A Blüte, welche die Krone ab- 
wirft. B Blüte nach dem Ab- 
werfen der Krone. C Samen 
im Längs-, D im Querschnitt. 
E Fruchtknoten im Längs- 
schnitt. — Nach Eichler. 




Fig. 308. Vitis vinifera. Auf- 
riß der Blatt- und Ranken- 
stellung. (Die aufeinander 
folgenden , ungleichen Gene- 
rationen sind abwechselnd 
weiß gelassen und schraffiert.) 
k Knospen, /, II, III, IV 
sind die aufeinander folgenden 
Sproßgenerationen. — Nach 
Eich 1er. 




Fig. 309. Vitis vinifera. Dia- 
gramm der Zweig- und Blatt- 
stellung, sl Ranke ; It Haupt- 
achse; ax Nebenblätter des 
unterhalb gezeichneten Laub- 
blattes; g Achselknospe Tder 
Kurztrieb) ; v deren Vorblatt ; 
/j, Zj ihre beiden ersten Laub- 
blätter mit ihren Nebenblättern ; 
U^ Langtrieb in der Achsel von 
V (alles zu diesem Sproß ge- 
hörige ist ganz schwarz) ; Cj 
erstes Blatt dieses Sprosses. 
— Nach Eichler. 



Unterfam. Leeoideae. Staubblätter zu einem am Grunde mit den Blumen- 
blättern verwachsenen Tubus vereinigt. Karpelle (3 — 8), in jedem Fach mit 
einer Samenanlage. — t>- — Leea (45 paläotrop). 

26. Reihe MALVALES. Blüten zyklisch (im Androeceum nicht immer), 
heterochlam, selten apopetal, .$, seltener cs^ 9i ■0-, seltener ■[ . Kelchblätter 
und Blumenblätter meist fünfgliedrig. Kelchblätter meist klappig. Staubblätter 
00 oder in zwei Kreisen, davon die inneren gespalten." Karpelle (2 — oo ) mit je 
1 — 00 umgewendeten Samenanlagen mit zwei Integumenten. 

l. TJaterreihc Elaeocarpineae. Kelchblätter ± frei. Antheren ditheciscli, 
mit Poren. Schleimzellen fehlen. 

Fam. EInoooarpaceae. Kelchblätter und Blumenblätter fünf- bis viergliedrig. Blüten 
meist 5- Kelchblätter klappig oder dachig, nie gedreht. Staubblätter auf gewölbter 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 257 
26. R. Malrales. 2. U.-R. Chlaenineae. 3. U.-R. Malvineae. 

Blütenachse. Karpelle (2— oo) mit meist oo Samenanlagen; ein Griffel. Fruchtknoten 
2 — 00 -fächerig, selten einfächerig, mit wandständigen Placenten. Kapsel, selten Steinfrucht. 
Samen bisweilen mit Arillus, mit wenig Nährgewebe und geradem Embryo. — "^ mit 
ungeteilten Blättern und Nebenblättern. — Schleimzellen fehlen. — 120 trop. und temp. *. 

§ Elaeocarpeae. Blumenblätter klappig oder 0. — ^ZaeomrpM« (60 ind.-malay., Madag.). 
— Sloanea (50 trop.). 

§ Aristotelieae. Blumenblätter dachig. -- Aristotelia (7 '^); A. maqui (Chile), seltenes 
Ziergehölz mit eßbaren Früchten. 

2. Unterreihe Chlaenineae. Kelchblätter frei, dachig. Staubblätter ein- 
geschlossen von einem Becher (aus Staminodien gebildet oder Diskus?). An- 
theren dithecisch mit Spalten. Schleimzellen oft vorhanden. 

Fam. Chlaenaceae. Blüten $, ^; Kelchblätter 5 ; Blumenblätter 5— 6; Staubblätter 
10 — OD ; Karpelle (3), mit je zwei Samenanlagen. Kapsel dreiklappig oder einfächerig. 
Samen mit Nährgewebe. — "^ mit abwechselnden, ganzrandigen Blättern; Nebenblätter -|-; 
Blüten einzeln oder zu zwei in einem Involucrum eingeschlossen, in Trugdolden oder 
Rispen. — 22 nur auf Madagaskar. 

3. Unterreihe Malvineae. 
Kelchblätter selten dachig, 
meist klappig. Schleimzellen 
vorhanden. 






Fig. 310. Tilia. 

Blüte im Längsschnitt. — 

Nach Warming. 



Fig. 311. Tilia platy- 
phyllos. Blütenstand, 
a Flügelblatt ; ö Achsel- 
knospe; c Zwischen- 
blatt; d, e Tragblätter 
der Zweige. — 
Nach E i c h 1 e r. 



Fig. 312. Tilia. Diagramm des Blüten- 
standes und der Laubknospe, bei der 
sowohl die Blattstellung als auch die 
Stellung der Blütenstände, die sich im 
nächsten Jahre aus ihren Achseln ent- 
wickeln werden, angegeben ist. — 
Nach Eich 1er. 



Fam. Gonystilaceae. Blüten $, ^; Kelchblätter 5—4; Blumenblätter 5 — 4, zwei- 
teilig oder in viele Fäden gespalten; Staubblätter oo, Antheren dithecisch. Karpelle (5— 3), 
mit je einer hängenden Samenanlage am Scheitel. Beere fünf- bis dreifächerig. Samen 
einzeln in den Fächern, ohne Nährgewebe. — "{7, mit abwechselnden, lederartigen, ganz- 
randigen Blättern ohne Nebenblätter; Blüten in cymösen, bisweilen ährenartigen Rispen. 
— 7 im indisch-malayischen Gebiet. — Oonysiüus (7). 

Fam. Tiliaceae. Blüten meist $. Kelchblätter und Blumenblätter fünfgliedrig. 
Kelchblätter klappig. Blumenblätter bisweilen 0. Staubblätter 00, seltener bis 10, 
frei oder 5 — 10 Bündel bildend, mit dithecischen Antheren, bisweilen teilweise 
staminodial. Karpelle (2 — oo), mit je 1 — 00 Samenanlagen; ein Griffel. Frucht- 
knoten 2 — 00 -fächerig. Frucht 2 — oo -fächerig oder durch Abort einfächerig. Nähr- 
gewebe meist -\-. Embryo mit meist blattartigen Keimblättern. — Meist t?, seltener 
Kräuter, mit meist ©, ganzen oder gelappten Blättern und Nebenblättern. — 
Schleimzellen in Mark und Rinde. — Etwa 350, meist calid., wenige temp. 

A. Kelchblätter vereint, an der Spitze frei. Thecae der Antheren zu- 
sammenfließend. 

§ Brownlowieao. — 12 trop. 

B. Kelchblätter frei. Thecae der Antheren nicht zusammenfließend. 
§ Apeibeao. Kein Androgynophor. Karpelle (6— oc). Staubblätter an der Spitze 

mit häutigen Anhängseln. — Apeiba (5 trop. Amer.). 

Engler, Syllabus. 17 



258 XIII. Abt. Enibryophyta siphonogama. 2. ünterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 

26, R. Malvales. 3. U.-R. Malvineae. 

§ Tilieae. Kein Androgynophor. Karpelle (2 — 5). Staubblätter ohne An- 
hängsel. — Tilici (10 *) (Fig. 310—312); T. cordata (= T. ulmifoUa, T.parvi- 
folia). Winterlinde, und T.platyphyllos (^:= T. grandifolia), Sommerlinde (beide 
Eur.) liefern die off. Flores Tiliae, Lindenblüten, und technisch verwendbaren, 
zähen Bast. — Corchorus (30 trop.); C olitorius (Afr., As., kult. in den 
Trop.) und C, copstilaris (Ostind., kult. in den Trop.) liefern die Jutefaser. — 
Sparmmuiia (3 Abyssin. bis Kapland; 8. africana. sog. Zimmerlinde, vom Kap- 
land, beliebte Zierpflanze. 






A B D E 

Fig. 313. Malva silvestris. A Blüte im Längsschnitt. B Blüte ohne Kelch- und Blumenblätter. 
C Fracht. D Teilfrucht von der Seite, E im Längsschnitt (Vi)- — Nach Warming. 

§ Grewieae. Androgynophor -f-. Blumenblätter am Grunde mit Drüsenfeld. — 
Greioia (120 paläotrop., fossil im Tertiär von Eur.). — Triumfetta (50 trop.). 

Fam. Malvaceae. Blüten (Fig. 313— 315) meist $. Kelchblätter und Blumen- 
blätter fünfzählig. Blumenblätter in der Knospe gedreht. Staubblätter sehr 
selten 5, meist oo in zwei Kreisen, die vor den Kelchblättern stehenden oft 

staminodial, die Staubblätter vor den 
Blumenblättern vielfach gespalten, alle zu- 
sammen in ein Bündel vereint; Antheren 
monothecisch , mit großen, bestachelten 
Pollenkörnern. Karpelle (5 — oo) mit je 
1 — 00 Samenanlagen; Griffel ebensoviel oder 
doppelt soviel. Kapsel oder Frucht in Teil- 
früchte zerfallend. Embryo mit gefalteten, 
blattartigen Keimblättern, vom Nährgewebe 
umgeben. — Kräuter und t> i^^it einfachen 
oder gelappten Blättern mit Nebenblättern. 
Blüten meist ansehnlich, einzeln oder in aus 
Wickeln zusammengesetzten Blütenständen. 
Häufig Außenkelch. — Schleimzellen. — 
Etwa 900 calid., temp. 

A. Karpelle auf konvexer Achse stehend, in 5 vor den Blumenblättern 
liegenden Feldern in mehreren Ebenen. 

§ Malopeae. O oder ip Kräuter. Karpelle mit einer Samenanlage. — Malope 
(3 medit.). — Kitaibdia (1 Donauländer) (Fig. 314). 

B. Karpelle in einer Ebene kreisförmig angeordnet. 

if Malveae. Frucht in Teilfrüchte zerfallend. Griffeläste so viel als Karpelle. 




Fig. 314. Kitaibdia vitifoUa. 
— Nach Qiirke. 



Blüte. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
26. R. Malvales. 3. U.-R. Malvineae. 



259 




* Ahutilinae. Samenanlagen oo — 2 in den einzelnen Karpellen. 
Ahutilon (100 trop.). 

* Malvinae. Samenanlagen ein- 
zeln in jedem Karpell, aufsteigend. — 
Lavafera (20, meist medit.); L.iner- 
mis, Zierpflanze in Gärten.— Althaea 
(15 temp. Eur. , As.); A. rosea, 
Pappelrose, Stockrose (Balkanländer, 
Kreta), als Zierpflanze in Gärten, die 
Form mit schwarzroten Blüten im 
großen angebaut, da diese Blüten 
(Flores Malvae arboreae) beson- 
ders zum Färben des Rotweins ver- 
wendet werden ; A. offlcinaliSf 
Eibisch (auf Salzboden in Eur., Sibir.), 
liefert die off. Folia und Radix Al- 
thaeae. — Malva (30 *. temp,); 
31. silvestris (Eur.) liefert die off. 
FJores und Folia Malvae; letztere 
werden auch von Jif.neglecta (Eur.) 
gewonnen. — Napaea{\) dioica{NoTd- 
amer.), Gespinstpflanze. 

* Sülinae. Samenanlagen einzeln in 
jedem Karpell, hängend. Kein Außenkelch. 
— 5^^0(130 calid.); <S.re<Msa(Ostind.)u.a. A. 
liefern Gespinstfasern (Queenslandhanf) 
und werden deshalb kult. — Anoda (8 
Mexiko); A. hastata, verbreitetes Unkraut, 
ausgezeichnet proterandrisch (Fig. 315.) 

§ TJreneae. Frucht in Teilfrüchte zerfallend. Griffeläste doppelt so viel 
als Karpelle. — Urena (6); U. lohnta (trop.), Gespinstpflanze. 

§ Hibisceae. Frucht 
eine fachspaltige Kapsel. — ■ "\ ./'^■■Vi-^i^M^'}. 

Jfihiscus (200 calid.); ':<^ö6, .., 

H. rosa sinensis u. a. A., 
prachtvoll blühende Warm- 
hauspflanzen ; H. cannahinus 
liefert den Gambohanf; 
H. tiliaccus , charakteristi- 
scher Baum der trop. Man- 
groveformation , liefert Fa- 
sern und sehr leichtes Kork- 
holz. — Abelmoschus (10 
calid.); A.esculentus, Gombo 
(Ostind.), mit eßbaren, jungen 
Früchten. — Gossypitmi 
(10 calid.), Baumwoll- 
pflanzen; die Baumwolle 
besteht aus den von der Samenschale ausgehenden, langen Haaren (Fig. 316, 317); 
(jr. bfirbadense (trop. Amer.) liefert die am meisten geschätzte und eine Faser- 
länge von 4,5 cm erreichende Sea-lsland-Baum wolle, welche hauptsächlich 

17* 



Fig. 315. Anoda hastata. a Knospenznstand ; die 
Staubblätter bilden eine dichte Pyramide, welche die 
Narben verbirgt, b entwickelte Blüte; die oberen 
Staubblätter entwickeln sich zuerst, darauf die anderen 
in absteigender Folge ; die Griffelzweige mit den Narben 
sind jetzt auch sichtbar und liegen zurückgeschlagen 
auf der Staubblattsäule, c alle Staubblätter sind auf- 
gerichtet, alle Antheren geöffnet; die Griffelzweige 
sind noch zurückgeschlagen, d die Griffelzweige haben 
sich aufgerichtet; die Narben überragen die nun ent- 
leerten Antheren und sind erst in diesem Zustande der 
Blüte »reif«. — Nach Hildebrand. 



'^i. 



%^ 



^^ 




Fig. 316. Gossypmm. Aufgesprungene 
Frucht. 



Fig. 317. Baumwull- 
samen im Längsschnitt. 




Fig. 3 18. CeibaRivi- 

eri, Diagramm. — 

Nach Schumann. 



260 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 

26. R. Malvales. .3. U.-R. MaWineae. 

im südl. Nordamerika und in Ägypten kultiviert wird; von G. periiviantun 

(trop. Amer.) stammt die ebenfalls sehr geschätzte Peru- oder Kidney-Baum- 
wolle; bei diesen beiden Arten löst sich die Baumwolle leicht von den Samen 
los, während bei den übrigen im folgenden zu nennenden Arten sich die langen 
Baumwollhaare (»Stapel«) deshalb schwer loslösen lassen, weil die Samen noch 
einen zweiten, kurzen Haarüberzug (»Unterstapel«) aufweisen; von diesen gelb- 
blühend: G.?ierbaceiini (Ostindien), kleinblätterig, und G.hirstttn/ni (trop. 
Amer.), großblätterig, die Upland-Baumwolle liefernd, die noch in höheren 
Lagen gebaut werden kann; rotblühend: G. arboreian 
(trop. Afr.), strauchig bis baumartig; gereinigte Baumwolle 
(Verbandwatte) ist als Gossypium depuratum off. 

Fam. Bombacaceae. (Fig. 318— 319). Wie vorige Fam.; 
aber die Antheren mit 1, 2, oft auch mehr Fächern, aufliegend 
oder angewachsen, zuweilen gekrümmt oder nach dem Ver- 
blühen schneckenförmig eingerollt, mit glattem, niemals stache- 
ligem Pollen; bisweilen Staminodien. Karpelle (2 — 5), bei 
Isomerie die Karpelle vor den Blumenblättern, mit 2 — oo Samen- 
anlagen. Samen kahl, aber bisweilen von von dem Perikarp 
ausgehenden Wollhaaren umschlossen, zuweilen mit Arillus. 
Nährgewebe dünn oder 0. Keimblätter meist gefaltet. — t? mit 
ganzen oder fingerförmigen Blättern mit abfälligen Nebenblättern. Blüten oft 
groß. — Sternhaare oder Schuppen. Schleimgänge. — 140 trop. 

§ Adansonieae. Blätter gefingert. Keimblätter gefaltet oder um das 
Würzelchen gerollt. Kein Außenkelch. Sternhaare. — Adansonia (10 Afr., 
Madagaskar, AustraL); A. digitataf Affenbrotbaum, Baobab (Savannenbaum 
Afrikas) (Fig. 319), liefert Bast zu Stricken und Papier, sowie sehr leichtes Holz. — 
Bomhax (50, meist trop. Amer.). — Ceiba (20 trop.); C pentafidrdf Baum- 
wollenbaum (trop.) u. a. liefern Wolle (Kapok) für Polster und Gespinste. 

§ Matisieae. Blätter einfach, handnervig oder am Grunde 
dreinervig. Keimblätter wie bei vor. Sternhaare, selten weiche 
Schuppen. — Ochroma (1 Antillen). 

§ Diirioneae. Blätter fiedernervig. Keimblätter dick- 
fleischig oder blattartig flach. Außenkelch. Starre Schuppen 
an den Blüten und Früchten. — Durio (15 ind.-malay.); 
D. zihethintiSf Durian, mit großen, eßbaren, aber 
schlecht riechenden Früchten. 

Fam. Sterculiaceae. Blüten $ oder cT 9. Kelchblätter 
vereint. Blumenblätter in der Knospenlage rechts oder links 
gedreht, nicht selten fehlend. Staubblätter in zwei Kreisen, 
die vor den Kelchblättern stehenden staminodial, die vor den Blumenblättern 
stehenden häufig gespalten, alle + vereint; Antheren dithecisch. HäuHg Andro- 
gynophor. Karpelle meist (5) vor den Blumenblättern, mit je 2 — oo Samenanlagen. 
Frucht oft in Teilfrüchte zerfallend. — t? und Kräuter, mit meist einfachen, 
ganzen oder gelappten oder gefingerten Blättern. Nebenblätter abfallend. Blüten 
meist in komplizierten Blütenständen. — Etwa 660 calid. 
A. Blüten $, selten ^ $. 

a. KeinAndrogynophor. 
§ Eriolaoiieae. Staubblattröhre lang. Blumenblätter vorhanden, — 8 Ostind. 
§ Fremontioao. Staubblattröhre kurz. Blumenblätter 0. — 2 Zentralamer., Kalif. 




Fig. 3 \9.Adansonia digi- 

tata. Blüte, Vo ^^^- ^^- 

— Nach Kerner. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 
26. E. Malvales. 3. TJ.-R. Malvineae. 



2. Kl. Dicotyledoneae. 261 



§ Dombejeae. Staubblattröhre lang. Blumenblätter groß, flach, zuletzt welkend, 
aber bleibend. Karpelle vor den Kel(;hblättern. — Melhania (40 Afr., Ostind.). — Domheya 
(80 Afr., Madagaskar). 

§ Hermannieae. Wie 

vorige ; aber Blumenblätter 
abfällig. Karpelle vor den 
Kelchblättern oder Blumen- 
blättern. — Melochia (60 trop.). 
— 1 1 ^alt/ieria (30 trop. Amer.). — 
Herniannia (120, meist Afr.). 

§ Buettuerieae. Staub- 
blattröhre kurz. Blumenblätter 
groß, kappenförmig. — Buett- 
'ncria (50 Amer. calid.). — 
Theohroma (20); Th. ca- 
cao (trop. Amer. ; kult. in den 
Trop., Fig. 320), Kakao- 
baum; die Samen zur Berei- 
tung von Kakao und Scho- 
kolade (anregend wirkend in- 
folge des Theobromingehaltes), 
sowie der Kakaobutter 
(Oleum Cacao). 

§ Lasiopetaleae. Staub- 
blattröhre kurz. Blumenblätter 
sehr klein, schuppenförmig oder 
0. — 67 Austral. 

b. Androgynophor 
entwickelt. 

§ Helictereae. Blumenblät- 
ter flach. Blüten bisweilen • j • . 
Einzelfröchte an der Bauchnaht aufspringend. — Helicteres (40 trop.). 

v^ Mansonieae. Blumenblätter flach. Blüten -^, bisweilen cf$. Einzelfrüchte, 
Flügelfrüchte. — Triplochiton (4 trop. Afr.); T. utile (Goldküste) liefert eine Art 
Mahagoni. — Mansonia{l ßirma) ; M.Oagei 
liefert das sehr geschätzte, wohlriechende 
Kalanut-Holz. 



B. Blüten c/"9. 




Fig. 320. Theohroma cacao. A Blüte im Längsschnitt. B Blüte 

von der Seite (beide ^/j). C Frucht im Längsschnitt, Yj n. Gr. 

D Samen im Querschnitt. E Kotyledon. F Diagramm der 

Blüte. — Meist nach Berg und Schmidt. 



§ Sterculieae. 



Blumenblätter 0. 

Blumenblätter 0. — 
~tt — Sterculici (über 100 trop.); manche 
lief. Bast zu Stricken und zur Papierberei- 
tung, andere Gummi, z. B. St. tragacantha 
(trop. Afr.) das »Afrikanische Traganth- 
gummi«. — Brachychiton (11), Flaschen- 
baum (Austr.). — Cola (50 trop. Afr.) 
(Fig. 321); C iwrci, mit ungeteilten 
Kotyledonen, C. ncuminata, mit fast 
bis zum Grunde geteilten Kotyledonen, 
und andere Arten, die Kolanußbäume 
(Westafr. ; kult. in Westind.); Samen (Se- 
men Colae) anregend, wichtiger Handels- 




Fig.321. Cola aeiiminata. A 9 Blüte, von der 

die beiden vorderen Kelchblätter weggeschnitten 

sind. S Androphor der (^f Blüte von der Seite, C 

im Längsschnitt. — Nach Karsten 



262 XIII. Abt. Erabryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
26. R. Malvales. 4. U.-R. Scytopetalineae. 27. \l. Parietales. 1. U.-R. Caiiiellüneae. 

artikel. — Jferitiera (4 ind.-malay.); H. litoralis mit aufrechten Atmungs- 
wurzeln (Strandwälder, auch in Ostafr.). 

4. Unterreihe Scytopetalineae. Kelchblätter zu einem seh üsselförmigen 
Kelch vereint. 

Fam. Scytopetalaceae. Kelch schüsseiförmig; Blumenblätter 3 — 7, klappi<r; Staub- 
blätter Qc ; Karpelle (4 — 6), mit je 2 — 6 hängenden Samenanlagen. Frucht holzig oder 
steiufruchtartig, einsamig. — t> noit abwechselnden, lederartigen, länglichen Blättern. 
Blüten langgestielt in Büscheln oder Trauben. — (etwa 10 trop. Westafr.). 

s) Die Blöteu siud spirozyklisch oder zeig'eu 5—4 Zykleu; die Apokarpio tritt 
aber nur uoch auf der ersten Stufe auf, die Synkarpie wird die Regel, ebenso zeigt 
sich schon mehrfach eine Versenkung' des Gynaeceums in die Bltitenachse. 




Fig. 322. Düleniaceae. A — Diagramme. A von Tetracera voliibUis, B Davilla )-ugosa, C Actinidia 
strigosa, D Hibbertia salicifolia, E H. glaberrima, F H. hypericoides, G H. stricta. — H — L Staub- 
blätter H von Tetracera assa, J von Dillenia ochreata, K von Hibbertia cuneifomiis, L von Saurauia 
polyantha. — M Fruchtknoten und Staubblätter von Hibbertia cuneiformis. — N Fruchtknoten von Cura- 
iella americana. — Fruchtknoten von Tetracera lasiocarpa. — P Fruchtknoten und Staubblätter von 
Dillenia indica. — Q Samen mit Arillus ar von D. subsessilis; am Grunde der sehr kleine Embryo. — 

Nach Gilg. 

27. Reihe PARIETALES. Blüten spirozyklisch oder zyklisch, häufig mit 
QO Staubblättern und oo Karpellen, heterochlam., selten apopetal, hypogynisch bis 
epigynisch. Karpelle + vereint, häufig mit wandständigen Placenten, die aber auch 
in der Mitte zusammentreffen können, sehr selten mit grundständigen Samenanlagen. 

Die Unterreihen dieser Reihe dürften phylogenetisch zu einigen der früheren 
Reihen, insbesondere den Ranales und Rhoeadales, in Beziehung stehen; auch finden 
sich Anklänge der (.'ucurbitaceae (Unterklasse der Metachlamydeae) an die (i. u. 8. Unter- 
reihe der Parietales, doch ist bei mehreren sehr wichtigen Eigentümlichkeiten der 
Cnc. an eine direkte Abstammung Ton diesen Unterreiheu nicht zu denken. 

I. Unterreiho C'anie/liineae. Gynaeceum frei, auf konvexer oder flacher 
Achse. Nfthrgewebe der Samen öl und Proteinkörner enthaltend. 

Fum. Dillcniaceae. Blüten (Fig. ;322) $, selten cf9>^, bisweilen j- , häufig noch teil- 
weise 0. Kelchblätter :i — od. Blumenblätter 5— 3. Staubblätter od, selten 10 oder weniger. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 263 
27. E. Parietales. 1. U.-R. Camellüneae. 

Karpelle oc — 1, mit je 1— cc aufsteigenden Samenanlagen mit 2 oder 1 Integument; Griflel 
getrennt. Frucht am Rücken sich öffnend oder geschlossen bleibend mit einem oder wenigen 
Samen; Arillus; Nährgewebe mit kleinem Embryo. — '^, bisweilen kletternd, selten Kräuter; 
Blätter meist ^ und ganzrandig, immergrün; Nebenblätter -j- oder 0. Blüten gelb oder 
weiß. — 310 calid., sehr zahlreich in Australien. — Hibbertia (100 Austr.). — CurateUa 
(3 trop. Amer.). — DiUenia (25 ind.-malay.); D. indica mit sehr großen, schönen Blüten und 
eßbaren großen Früchten mit fleischig werdenden Kelchblättern. — Aclinidia (23 Ostas.), 
Windesträucher mit oft eßbaren Früchten, häufig in Gärten kult. 

Farn. Eucryphiaceae. Blüten teilweise ©, $, -^. Kelchblätter 4. Blumenblätter 4. 
Staubblätter od. Karpelle (5 — 18), jedes mit oc hängenden Samenanlagen mit 2 Integumenten, 
bei der Eeife frei werdend, durch 2 Stränge mit dem Mittelsäulchen zusammenhängend, 
aufspringend. Samen geflügelt, mit Nährgewebe. — "f^ mit immergrünen, gegenständigen, 
ungeteilten oder gefiederten Bättern; Nebenblätter -j— Blüten einzeln, achselständig, weiß. 
— 4 Chile und Austral. 

Fam. Ochiiaceae. Blüten (Fig. 323) meist fünfgliederig, mitunter auch teilweise %, 
$, -^j bisweilen ■'.■ . Blütenachse nach dem Aufblühen häufig vergrößert; Kelchblätter 




Fig. 323. Ochnaceae. Diagramme. A Ochna leucophloeos . B Ouratea polygyna. C WaUacea in- 

signis; std Kreis von äußeren Staminodien. D Sauvagesia racemosa; a äußerer, i innerer Stamino- 

dialkreis. E Lavradia glandulosa; std Staminodialtubus. F Luxemburgia nohilis mit dachig 

gelagerten Blumenblättern. — Nach Engler. 



4—10; Blumenblätter 5 (selten 4—10); Staubblätter 10 oder od, bisweilen staminodial; 
Karpelle 2—5 — 10, häufig unterwärts frei, aber ein Griffel; Karpelle mit gd — 1 aufsteigen 
den oder hängenden Samenanlagen, mit zwei oder einem Integument. Früchte und Samen 
verschieden. Nährgewebe -f- oder 0. — "t^ oder Halbsträucher mit immergrünen, meist 
glänzenden, einfachen, selten gefiederten Blättern, meist mit parallelen Seitennerven; 
Nebenblätter -|-. Blüten ansehnlich, gewöhnlich gelb, meist in Rispen. — 250 calid. 

A. Ohne Nährgewebe. 

§ Ourateeae. Karpelle 3—10, frei, nur die Griffel vereint, mit je einer Samenanlage. 
Mehrere Steinfrüchte. — Ouratea (150 trop. Amer., Afr.). — Ochna (60 Afr., As.). 

§ Elvasieae. Karpelle (2 — 5) mit je einer Samenanlage. Kapsel oder Beere. — 
Elvasia (4 trop. Amer.). 

§ Lophireae. Karpelle (2). Fruchtknoten einftlcherig, mit 10 — 20 aufsteigenden 
Samenanlagen. Staubblätter oc. — Lophira (1 trop. Afr.). 

B. Mit Nährgewebe. 

§ Laxembar^ieae. Karpelle (3—5), meist mit je oc Samenanlagen. Fruchtknoten 
drei- bis fünffächerig oder einfächerig. Kapsel. — Luxemburgia (7 Brasil.). — Sauvagesia 
(11, meist Amer.). — Hierher vielleicht Roridula (2 Kapland). 

§ Enthemideae. Karpelle (5) mit je zwei Samenanlagen. Steinfrucht. — Euthemis 
(4 ind.-malay.). 




264 XIII- ^^^- Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
2 7. R. Parietales. 1. U.-R. Camelliineae. 

Farn. Caryocaraceae. Blüten $, ^; Kelchblätter und Blumenblätter 5 
{—&), letztere zusammenhängend; Staubblätter go; Karpelle (4 — 8—20), selten 
(1 — 3) mit je einer hängenden Samenanlage mit zwei Integumenten ; Griffel 
getrennt; Früchte häufig in die einzelnen Karpelle zerfallend, hei Caryocar mit 

ölreichem Mesokarp ; Samen 
mit dünnem Nährgewebe 
oder ohne solches; Embryo 
gekrümmt, mit großem 
Stämmchen und kleinen 
Keimblättern. — "5 mit drei- 
fingerigen , immergrünen 
Blättern; Nebenblätter am 
Grunde des Blattstiels und 
der Blättchenstielchen. Blü- 
ten in endständigen Trauben. 
— 13 trop. Amer. — Ca- 
ryocar (10); C. nuci- 
ferttnif C. glabrum und 
C. arnyf/daliferuiu lie- 
fern in ihren großen Teil- 
früchten die Souari-Nüsse 
mit eßbarem Samen. 

Fam. Marcgraviaceae. 

Blüten 5, ^ ; Kelchblätter 4 
bis 5 ; Blumenblätter 4 — 5, HH 
zusammenhängend ; Staub- 
blätter 4 — 6 — 00 , bisweilen 
unter sich und mit den 
Blumenblättern vereint abfallend; Karpelle (5) oder (2— 8— oo), mit oo Samen- 
anlagen an anfangs parietalen, später im Zentrum sich berührenden Placenten; 
Kapsel geschlossen oder fachspaltig; Samen ohne Nährgewebe. — tf, oft kletternd 
und epiphytisch, mit einfachen, bisweilen heteromorphen Blättern ohne Neben- 
^ blätter; Blüten traubig; Tragblätter häufig mit 

den Blütenstielen vereint, ihre Spreite in lebhaft 
gefärbte, meist hohle Nektarienträger umgebildet 
(Ornithophilie) {Fig. 324). — 50 trop. Amer. — ' 
Marcf/ravia (16). — Norantea (14). 

Fam. Quiiiiaceae. Blüten $, cf 9. ^\ Kelch- 
und Blumenblätter 4 — 5; Staubblätter 15 — 30; Kar- 
pelle (2 — 3) oder (7) mit je zwei zentralwinkel- 
ständigen Samenanlagen; Griffel getrennt. Beere zu- 
letzt klappig, mit filzigen Samen; Kmbryo mit 
kurzem Stämmeben. — ^7 mit glänzenden, einfachen 
oder fiederspaltigen , immergrünen Blättern; Neben- 
blätter -{-; Blüten klein, in Trauben oder Rispen. — 
Bisweilen lyeigene Gummigänge. — 19 trop. Amer. — 
Quiina (16). 

Fam. Camelliaceae (Thcaccae, Tcmstroemiaceae z. Teil). Blüten häufig 
noch teilweise ©, 5, ^. Kelchblätter 5 — 7; Blumenblätter 5—9, bisweilen am 
Grunde vereinigt; Staubblätter 00 — 5, bisweilen in Gruppen vereinigt; Karpelle 
(3 — 5), auch (2 — 00), mit oc — 1 Samenanlagen mit zwei Integumenten an 



Fig. .324. Marcgravia umbdlata. A ein fertiler, blütentragender, 

hängender Zweig; hr kannenförmige Bracteen mit einer kleinen 

sterilen Blüte u. bl an der Spitze, oben mit offener Mündung. — 

Nach Szyszylowicz. 




Fig. 32.5. CametUa japonica. 
Diagramm. — Nach Eich 1er. 





Fig. 326. Hypericum qua- 
drangulmn.- Diagramm der 
Blüte. S bezeichnet einen 
Schraubelzweig in der Achsel 
von Ji. — Nach Warming. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 265 
27. R. Parietales. 1. U.-E. Camelliineae. 

zentralwinkelständigen Placenten. Kapseln septicid oder lokulicid oder nicht auf- 
springend. Samen klein oder groß; Nährgewebe -\- oder 0. — t> mit einfachen, 
meist abwechselnden, häufig immergrünen Blättern; Nebenblätter 0; Blüten oft 
ansehnlich. — 200 trop., subtrop. — Visnea (1) mocanera auf den makarone- 
sischen Inseln. — Eurya (50 Ostasien, Zentralamer.). — Caniellia (Thea) 
(16 Ind., China, Japan); C Japonica, Kamellie (Japan) 
(Fig. 325); C. th eifera (= Thea sinensis, holt ea, viridis) 
mit den Unterarten sivenais und assamica, Theestrauch, sicher 
von der wild im oberen Assam und in der Provinz Cachar 
gedeihenden, jetzt auch kultivierten Unterart assamica ab- 
stammend, seit alters her kultiviert ^ 



in Ostindien und China; die Blätter 
(Folia Theae) vielfach off. 

Farn. Guttiferae. Blüten häufig 
noch teilweise .©, $, oder cf 9, -O-- 
Kelch- und Blumenblätter der Zahl 
und Stellung nach sehr verschieden ; 
Staubblätter oc — 4, oft teilweise 
staminodial und in Gruppen ver- 
einigt; Karpelle (3 — 5), auch (1 bis 
15), mit oo — 1 Samenanlagen mit 
zwei Integumenten. Samen ohne 
Nährgewebe. — tJ) seltener Kräuter, 
mit einfachen, meist gegenständigen, 

häufig immergrünen Blättern; Nebenblätter selten. Blüten 
Stets schizogene Sekretlücken (Harzgänge oder Öldrüsen). — 

Uuterfain. Kielmeyeroldeae. Blätter abwechselnd oder gegenständig; Blüten meist 
5 ; Staubblätter X ; ein Griffel; Fruchtknoten drei- bis fünffächerig. — Kidmeyera (17 Brasil.). 

Unterf am . Hypericoideae. 
Blätter meist gegenständig; Blüten 5; 
Staubblätter meist oo in 2 — 5 Bün- 
deln, selten weniger als 10; Griffel 
meist getrennt. Kapsel, Beere, Stein- 
frucht. Keimblätter nicht dicker als 
das Stämmchen. 

§ Hypericeae. Fruchtknoten 
einfächerig oder unvollkommen drei- 
bis fünf fächerig. Kapsöl septicid. — 
Hypericum (200 calid. — temp.) 
(Fig. 326, 327). 

§ Cratoxjieae. Fruchtknoten drei- 
fächerig. Kapsel lokulicid oder zugleich 
septicid. — Craioxylon (12 trop. As.). 

§ Visniieae. Fruchtknoten fünffächerig 
Atner. und Afr.). 

Unterfam. Etidodestnioicleae. Blätter gegenständig; Blüten $; Staubblätter oc, alle 
vereinigt; 1 Karpell mit einer vSamenanlage. Steinfrucht. Keimblätter sehr dick, Stämm- 
chen fast 0. — Endodesmia (I trop. Afr.). 

Unterfam. Calophi/lfoideae. Blätter gegenständig; Blüten $ oder cf 9 ; 
Staubblätter oc, frei oder am Grunde vereint; Karpelle 1 — 4 mit je 2 — 1 Samen- 



Fig. 327. Hypericum. 
Blüte nach Entfernung der 
Kelch- a. Blumenblätter. 
(Beispiel einer Art mit 
drei Staubblattbündeln). 
— Nach Bai Hon. 



oft ansehnlich. — 
820 calid. — temp. 




Fig. 328. Clusia. Längsschnitte der Androeceen 

(Synandrien). A C. eagenioides, B C. Planchoniana. 

Die Staubblätter sind vollständig vereinigt. — Nach 

Eng 1er. 



Beere oder Steinfrucht. — Vismia (40 trop. 



266 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
27. R. Parietales. 1. U.-R. Camelliineae. 

anlagen. Fruchtknoten gefächert oder einfächerig. Frucht meist nicht auf- 
springend. Keimblätter sehr dick, zusammenhängend; Stämmchen klein. — 
Mfitntnea (2); 31. aineHrana (Westind.; kult. in den Tropen) liefert die 
Mammeyäpfel. — Wemia (3); M. ferrea (Ostind.) liefert Ostind. Eisenholz. 




Fig. .32 9. Garcinia. A Garcinia Vilersiana. Diagramm; d Diskuslappen. B G. Livingstonei, Längs- 
schnitt durch die Blüte. G G. fidva, (^ Blüte mit vier Staubblattbüödeln und einem sterilen Frucht- 
knoten in der Mitte. D G. Hanhuryi, (^ Blüte; E einzelne Anthere, F dieselbe längsdarcli- 
schnitten im jugendlichen, noch geschlossenen Zustand. G G. Delpyana, 9 Blüte mit mehreren Bündeln 
von Staminodien. H G. mangostana, halbierte Frucht, s Samen, ar der dieselben umschließende Arillus. 

— Nach Engler. 

— Caloph {jllum (60); C, calaha (Westind.) liefert Calaba baisam; C. iuo- 
phiflhmt (Ostafr. bis Polynesien) liefert das grünlich-gelbe Balsamum Mariae 
oder Takama hakharz; C. tacanmhaca (Maskarenen) liefert bourbonisches 
Takamahak; zahlreiche Arten mit wertvollem Holz. 

Unterfam. Cltisioideae. 

Blätter gegenständig; Blüten $ 
oder cf 9 • Staubblätter meist x , 
frei oder in Gruppen. Frucht 
mannigfach. Embryo mit sehr 
dickem Stämmchen und ganz 
kleinen Keimblättern. 

§ Clusieae. Staubblätter nie 
in Gruppen; Narbe getrennt. 
Kapsel zuletzt septicid. — Clusia 
(100 trop. Amer. ; Fig. 328); Samen 
mit Arillus; vielfach epiphy tisch 
und Baumwürger, liefern pur- 
gierende und technisch verwen- 
dete Harze. 

§ Oarcinieae. Staubblätter 

meist in Gruppen ; eine Narbe. 

Allanhlackla (4 trop. Afr); 

A. Stuhlmannii, Fettbaum, mit riesigen Früchten und fettreichen Samen (Ostafr.). 




Fig. 3.S0. A Hopea Pierrei, 
nica, Frucht aufgeschnitten, 



Diagramm. B Doona zeyJa- 
um die mächtigen, die Pla- 



centa jj unten umfassenden Keimblätter k zu zeigen, sa 
unentwickelte Samenanlagen. G Hopca odorata, Horizontal- 
schnitt durch den unteren Teil der von den dacliigen 
Kelchzipfeln umschlossenen, einfächerigen Frucht; p Pla- 
zenta, umgeben von den Spitzen des kleinen Keimblattes 
k' und dem großen Keimblatt k, in dessen Mitte das Hypo- 
kotyl h liegt. — Nach Brandis u. Gilg. 



Beere (meist groß und wohlschmeckend). — 



XIII Abt. Einbryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 267 
27. R. Parietales. 1. U.-R. Camelliineae. 2. U.-R. Tamaricineae. 

— Hhcedia (30 trop. Amer.). — Garcinia (ISO trop. Afr. und As.; Fig. 329); 
G. niaru/ostanaf Mangostane (Malakka, jetzt in den Tropen • überall kult.), 
liefert vortreffliches Obst (der dickfleischige Arillus der Samen wird genossen); 
G. Hanhiti'yif vielleicht auch G. niorella (Ostindien bis Cochinchina) und 
einige Verwandte, geben das off. Gutti, Gummigutt; G. pictoria (Südwestmalay. 
Prov.) liefert schlechtes Gummigutt. 

§ Moronobeeae. Staubblätter in fünf Gruppen. Griffel lang, mit ge- 
trennten Narben. Beere. — Petita desnia (4 trop. Afr.); P. hntyracenni, 
Butterbaum (Sierra Leone, Togo), enthält dicken, gelben, butterartigen Saft in 
den Früchten. — Flatonia (1 Brasil.). — Symphonia (5 trop. Afr. u. Amer.). 

Farn. Dipterocarpaceae. Blüten (Fig. 330) $, -0-. Kelchblätter 5, bei der Reife 
2 — 3 oder häufig 5 zu Flügeln verlängert. Blumenblätter 5, frei oder unten vereint. 
Staubblätter oo oder 15, 10, 5; Karpelle (3 — 1) mit je cc — 2 Samenanlagen mit 
2 Integumenten. Frucht meist nicht aufspringend, einsamig. Nährgewebe 0. 
Embryo verschieden. — tr, nait abwechselnden, immergrünen Blättern. Neben- 
blätter -f. Blüten in Rispen (Fig. 331). — Stets Harzgänge. — 313 trop. As., 
wenige trop. Afr.) — Dryohalanops (4) ; D. aroniatica (Sumatra u. Borneo) 
liefert den Borneo- oder Baroskampfer. — Dipterocarptis (65); D. tin'hi- 
natuSf alatus u. a. in Ostindien geben ein flüssiges Harz (Gurjunbalsam); 
sie sind z. T. mächtige Bäume, die fast reine Wälder bilden, mit geschätztem 
Holz. — Vateria (3); F. indica gibt Harz, sowie aus den Samen den so- 
genannten »Malabartalg«. — Shorea (87; Fig. 331); Sfi. robusta, wichtigster 
Waldbaum Ostindiens (Salbaum) mit gutem Holz; mehrere geben Harz und 
in den Samen Fett. Eine noch nicht näher bekannte Art (Sh. Wiesneri) liefert 
in Sumatra das off. Harz Dam mar. — Vatica (44); mehrere geben technisch 
verwendetes Harz. — Monotes (13 trop. Afr.). 

2. Unterreihe Tamaricineae. Gynaeceum frei auf flacher Achse. Xähr- 
gewebe der Samen stärkehaltig oder fehlend. Blumenblätter frei. Staub- 
blätter in Quirlen oder, wenn x, in Bündeln. 

Fam. Elatinaceae. Blüten zyklisch, haplostemon oder diplostemon, zwei- 
bis fünfgliedrig, $, -0-; Karpelle mit oo zentral winkelständigen Samenanlagen mit 
zwei Integumenten. Kapsel septicid; Nährgewebe der Samen dünn oder 0. — 
Halbsträucher oder Kräuter; oft Wasserpflanzen mit gegenständigen oder quirl- 
ständigen Blättern; Nebenblätter -j-; Blüten klein, einzeln achselständig oder 
zymös. — 35 temp., subtrop., trop. — Elatine (15); mehrere Arten in Europa 
in Tümpeln. — Bergia (20 trop. u. subtrop.). — (Fig. 332). 

Fam. Frankeniaceae. Blüten vier- bis sechsgliedrig, $, •^. Kelchblätter 
vereintblättrig; Blumenblätter mit Ligularbildung; Staubblätter bisweilen co, frei 
oder am Grunde etwas vereint; Karpelle (4 — 2), mit ex aufsteigenden Samenanlagen 
mit zwei Integumenten an parietalen Placenten, und mit getrennten Griffeln. Kapsel 
zwischen den Placenten aufspringend ; Samen mit Nährgewebe. — Halbsträucher 
oder % Kräuter mit kleinen, gegenständigen Blättern ohne Nebenblätter; Blüten 
endständig oder in Wickeln. — 64 Strand- und Wüstenpflanzen. — Ftumkenia 
(60 medit.. Am., As., Austral.); F. grandifiora (Nordam.) u. a. scheiden Koch- 
salz aus. 

Fam. Tamaricaceae. Blüten vier- bis fünf-, selten sechsgliedrig, meist $, 
■^. Staubblätter so viel als Blumenblätter oder doppelt so viel oder -x in 
Gruppen. Karpelle (5 — 2) mit oo aufsteigenden Samenanlagen mit zwei Integu- 
menten an basalen oder frei aufsteigenden Placenten. Griffel getrennt. Kapsel; 
Samen ringsum oder am oberen Ende lang behaart. — t? oder % Kräuter mit 



268 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
27. K. Parietales. 2. U.-R. Tamaricineae. 

abwechselnden, kleinen, ganzrandigen Blättern. — Etwa 100 temp. , subtrop. ; 
Salz- und Gebirgspflanzen. 

§ Reaamnrieae. Samen ringsum behaart, mit dünnem Nährgewebe. Blüten einzeln. — 
Reatunuria (12 in Steppen und Wüsten des Mittelmeergebietes und Zentralasiens); manche 
der Arten reichlich Salz ausscheidend und zur Kochsalzgewinnung benutzt. 




Fig. 331. A — F Shorea robusta. A Habitusbild. B Blutenknospe. C Blüte. D Staubblatt, a von 

vorn, b von der Seite. E Blütenlängsschnitt. F Pollenkorn. G Shorea talura, Anthere. H Shorea 

vulgaris, Fruchtknoten. - Nach Brand is n. Gilg. 



§ Tamariceae. Samen am Scheitel behaart, ohne Nährgewebe; Blüten 
traubig. — Tainarijr,(&4) (Fig. 333); T. gallica (medit.), Rinde und Gallen gerb- 
säurehaltig; T. mannifera bildet infolge des Stiches einer Schildlaus zuckerhaltige 
Ausscheidungen (»Manna«). — Myricaria (10); M. germanica, im Geröll der 
Gebirgsflüsse Europas und Asiens. 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 269 
27. R. Parietales. 2. U.-R. Tamaricineae. 




Fig. 332. Elatine. A — G E. alsinastrum. A Blühender Zweig. B Zweigstückchen mit einem Blüten- 
quirl, von dem Tragblatt der vorderen Blüte nur die beiden Nebenblätter gezeichnet. C Frucht im 
Längsschnitt. D E. hydropiper, Stück der blühenden Pflanze. E Diagramm der Blüte von E. alsin- 
asti-um. F Längsschnitt durch die Frucht von E. hydropiper. — Nach Niedenzn, Seubert, Eichler. 




■^ *iO 



Fig. 333. Tamarix paniculata. A Blühender Zweig. B Beblätterter Zweig, sechsfach vergrößert. 

C Blütenknospe. D Androeceum und'Gynaeceum. E Fruchtknoten im Längsschnitt. F Fruchtknoten 

im Querschnitt. Ö| Frucht im Längsschnitt. — Nach Niedenzu. 




270 XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2.U.-Abt. Angiospermae. 2.K1. Dicotyledoneae. 27. R. Parietales. 
3. U.-R. Fouqnierineae. 4. U.-R. Cistineae. 5. U.-R. Cochlospermineae. 6. U.-R. Flacourtiineae. 

8. Unterreihe Fouqnierineae. Gynaeceum frei auf flacher Achse. Nähr- 
gew ehe. der Samen ölhaltig. Blumenblätter vereint. 

Farn. Fonqnieraceae. Blüten fünfgliedrig, 5, ■^- Blumenblätter (5); Staubblätter 
10 — 15; Karpelle (8) mit je 4—6 Samenanlagen an Placenten in der Mitte der Bauchseite. 
Frucht kugelig, dreifächerig; Samen lang behaart oder geflügelt. — Sträucher mit abfälligem 
Laul), verdornenden Mittelrippen der Blätter und Zweiglein; Blüten ansehnlich, oo, in end- 
ständigen Rispen oder Trauben. — Fouquiera (3 — 5 Mexiko); F. splcndens mit schönen Blüten, 
bildet auf der Rinde Wachs. 

4. Unterreihe Cistineae. Gynaeceum frei auf flacher oder konvexer Achse. 
Nährgewebe des Samens stärkehaltig. Blumenblätter frei. Staubblätter x, 
nicht in Bündeln. 

Fam. Cistaceae. Blüten (Fig. 334) $, ■^. Kelchblätter 5—3; Blumen- 
blätter 5 — 3 — 0; Staubblätter oo; Karpelle (5^^ — 10) mit ao oder 2 + geradläutigen 
Samenanlagen -mit 2 Integumenten an wandständigen oder weit einspringenden 
Placenten. Kapsel zwischen den Placenten aufspringend; Samen mit Nährgewebe 
und gekrümmtem Embryo. — Kräuter und Sträucher mit meist gegenständigen 
Blättern. — Sternhaare und Drüsenhaare, letztere mit ätherischem Öl. — 160 
temp., vorzugsweise medit. — Cistiis (20); C villosuSf var. creticus, C. 

ladaniferiis u. a. geben das 
wohlriechende Harz Ladanum. 
— Helianthetniini (70 meist 
medit., einige Mitteleuropa). 

Fam. Bixaceae. Blüten 5, 
®. Kelchblätter 5, Blumen- 
blätter 5 ; Staubblätter oo ; Kar- 
pelle (2) mit je oo umgewen- 
deten Samenanlagen mit zwei 
Integumenten an wandständigen 
Placenten; ein Griffel; Kapsel 
zwischen den Placenten in 
Klappen aufspringend, mit häuti- 
gem, sich loslösendem Endokarp 
und 00 Samen; diese mit roten, fleischigen Papillen. — ^ mit © handnervigen, 
ungeteilten Blättern und ansehnlichen, in Rispen stehenden Blüten. — Jir.ra 
(1) orellaiiOf Orleanbaum (trop. Amer., in allen Tropen verwildert und kult.); 
der in der fleischigen, roten Samenschale enthaltene Farbstoff (Orlean oder 
Anatto) Handelsartikel, zum Orangegelbfärben von Wolle, Seide und Eßwaren. 

5. \]ni6TTQ\\\Q Cochlospermineae. Wie vorige, aber Nährgewebe der nieren- 
förmigen Samen ölhaltig. 

Fam. Cochlo.sporniaceae. Blüten $, ^, bisweilen schwach -i- . Kelchblätter 4-5; 
Blumenblätter 4—5; Staubblätter x ; Karpelle (3 — 5) mit je x Samenanlagen mit einem 
Integnment an wandständigen oder fast zentralwinkelständigen Placenten; (Gritl'el); Kapsel; 
Samen x mit gekrümmtem Embryo und reichlichem Nährgewebe. — "fj, bisweilen mit 
kurzem unterirdischem Stamm, meist mit bandförmig gelappten oder gefingerten Blättern. 
Blüten ansehnlich, in Trauben oder Rispen. — Etwa 18 trop. — Cochlospenniim (13 trr)p., 
xerophytisch). 

6. Unterreihe Vlacmirtiineae. Gynaeceum frei auf konvexer Achse oder 
in röliriger Achse, selten seitlich angewachsen. Nährgewebe der Samen 
reichlich, Öl und Proteinkörner enthaltend. 

Fam. Winteranaceae (Cancllacrae). Blüten 2, •^. Kelchblätter 4 — 5; 
Blumenblätter 4 — 5 oder 0; Staubblätter 20 oder weniger in eine Röhre vereint; 
Karpelle (2 — 5), mit 2 — oo Samenanlagen mit zwei Integumenten an parietalen 
Placenten; Beere mit 2 — co Samen, ölreiches Nährgewebe. — t? mit ab- 



' A f -■■■ o'^^ -''e-^S'^'' Y 





Fig. 334. Cistaceae. A Cistus acutifolius. Diagramm, 
B Helionthemmn vulgare. Diagramm. — Nach Eich 1 er 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. 
27. R. Parietales. 6. U.-K. Flacourtiineae. 



Dicotyledoneae. 271 



wechselnden, ganzrandigen Blättern; Nebenblätter 0. Blüten in Trugdolden. — 
5 trop. Amer., 1 trop. Afr., 1 Madagask. — Winterana (2); W. canella 
(= Canella alba) (Antillen) gibt die zimtartig riechende Ca n eil rinde, »weißen 
Zimt«, Cortex Canellae albae. — Cinnamodendron (3 trop. Amer.); C. 
eorticosum {Wesiind.) liefert falsche Wintersche Rinde. — Cinnamosma (1) 
fragrans (Madagaskar). — Warhurgia (1 trop. Afr.). 

Fam. Vioiaceae. Blüten fünfgliedrig (mit Ausnahme des Fruchtknotens), 
haplostemon, $, ^ oder -j- . Blumenblätter bisweilen vereinigt. Karpelle (3) mit 
je 1 — 00 umgewendeten Samenanlagen mit zwei Integumenten 
an wandständigen Placenten. Fachspaltige Kapsel oder Beere. 
Samen mit Nährgewebe. Embryo gerade. — Kräuter oder 
t? mit abwechselnden Blättern; Nebenblätter -|-- — 450 trop., 
subtrop., temp. 

§ Riuoreae (Alsodeieae). Krone ^ oder schwach -j- . 
Vordere Staubblätter ohne Sporn. — Rinorea (Alsodeia) (60 
trop.); Sträucher oder Bäume. 

§ Violeae. Krone -j- . Vordere zwei Staubblätter mit 
Sporn (Fig. 335, 336). — Viola (300 temp.), Veilchen; 
V. tfiiolot'f Stiefmütterchen, liefert die off. Herba Violae 
tricoloris. — Jonidium (50 calid.); /. ipecacuanha (Brasil.) 
liefert eine falsche Ipecacuanha, Radix Ipecacuanhae alba. 

Fam. Flacourtiaceae. Blüten (Fig. 337 u. 338) $ oder cT 9, häufig noch 
teilweise ©, ■^. Kelchblätter 2 — 15; Blumenblätter 10—0; Staubblätter meist x ; 
Karpelle (2 — 10), meist mit cc umgewendeten Samenanlagen mit zwei Integu- 
menten an wandständigen Placenten; Beere oder Kapsel; Samen häufig mit 
Arillus und Nährgewebe. — Meist t? mit meist ©, selten gegenständigen oder 
quirlständigen, einfachen, ganzrandigen oder gesägten Blättern mit kleinen 
Nebenblättern. — Blüten oft klein. — Etwa 500 trop. 

Diese Familie steht mit den fünf folgenden in der innigsten verwandtschaftlichen 
Beziehung. 




Fig. 335. Viola. Dia- 
gramm. 
— Nach Warniing. 




Fig. 336. 



A — F Bau der Narben bei verschiedenen Gruppen von Viola. F Fruchtknoten und ein 
Staubblatt einer kleistogamen Blüte von Viola elatior. — Nach Reiche. 



§ Erythrospermeae. Blüten $. Blütenhüllblätter ©, oo, Kelch und 
Krone ohne deutliche Scheidung. Staubblätter 5 — oo , hypogyn, mit linealischen 
Antheren. Fruchtknoten einfächerig, mit 2 — 4 Parietalplacenten. Frucht eine 
meist aufspringende Kapsel. — Dasylepis (4 auf den Gebirgen Ostafr.). — 
Eryfhrospermum (5 ind.-malay., Madag.). — Berheridopsis (1 Chile). 

§ Oiicobeae. Blüten $. Kelchblätter 3—5; Blumenblätter 4—10, größer, dachig; 
Staubblätter oo, hypogyn, mit linealischen Antheren; Karpelle(3— 10)mit je gd Samenanlagen; 
Griffel frei oder vereint; Frucht nicht oder spät aufspringend. — Oncoba (1 trop. Afr.). — 
Xylothcca (11 trop. Afr.). — Caloncoba (15 trop. Afr.). — Lindackeria (12 trop. Afr., trop. 
Südamer.). — Mayna (8 trop. Amer.). 



272 



XIII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiosperniae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
27. E. Parietales. 6. U.-R. Flacourtiineae. 



§ Pangieae. Blüten cf 9, diöcisch. Kelchblätter 2 — 5. Blumenblätter 
5 — 8, am Grunde mit Schüppchen. Staubblätter cc — 5. Karpelle (2 — 6) mit je 
00 — 1 Samenanlagen. Beere. — PangiuTn (2); P. edule (Sundainseln); 
Samen blausäurehaltig, sehr giftig, ausgewässert eßbar, geben fettes Öl; 
ähnlich auch die Samen von Hydnocarpus (25 ind.-malay.). 




Fig. 337. Flacourtiaceae, Diagramme. A Pyramidocarpus Blackii, B Carpotroche brasiliensis, 

C Dissomeria crenata, D Abbatia tomentosa, E Casearia oblongifolia. a äußere, i innere Blumenblätter, 

d Diskusanhänge. — Nach Eichler u. Warburg. 




Fig. 338. Flacourtiaceae. A Berberidopsis corallina, Blüte im Längsschnitt ohne die Blütenblätter. 
B — D Kiggelaria africana, B ^T Blüte, D 9 Blüte im Längsschnitt, C Blumenblatt, s Schuppe der- 
selben. E Paropsia reticulata, Blüte im Längsschnitt ohne Blütenblätter bl, k Korona, st Staubfäden. 
F, G Prockia crucis, F Blüte ohne Blütenblätter längs durchschnitten, 6 Fruchtknoten im liuer- 
schnitt. H Carpotroche brasiliensis, Frucht halbiert. — Nach Warburg. 

§ Flacourtieae. Kelchblätter 4—6, dachig, Blumenblätter meist 0, Staubblätter x, 
hypogyn, mit kurzen Antheren; Karpelle (2 — 6) mit je c» — 1 Samenanlagen; Griffel frei oder 
vereint. Beere oder Kapsel. — Laetia (10 trop. Amer.). — Flacourtia (15 paläotrop.); F. 
ramontchi u. a. A. mit eßbaren, süßen Früchten im trop. Afrika. — Xylosma (45 trop.). — 
Azara (22 Chile). 

§ Scolopioao. Kelchblätter 4—6, fast klappig, Blumenblätter klein oder 0, Staub- 
blätter Ol, perigyn, mit kurzen Antheren. Karpelle (3—6) mit je od — 1 Samenanlagen; 
Griffel frei oder vereint. Fruchtknoten einfächerig oder mehrfächerig. — Scolopia (16 Trop. 
d. alten Welt). — Prodcia (4 trop. Amer.). — Banara (17 trop. Amer.). 



XlII. Abt. Embryophyta siphonogama. 2. Ünterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 273 
27. R. Parietales. 6. U.-R. Flacourtiineae. 

§ Paropsieae. Kelchblätter 5. Achse schwach röhrig, in einen Diskuskranz, bis- 
weilen auch in ein kurzes Gynophor ausgehend. Blumenblätter 5, Staubblätter oo— 20 oder 
9—5, perigyn oder am Grunde des Gynophors; Staubfäden bisweilen zu einer Röhre ver- 
eint. Karpelle (3—5), meist (3), mit meist oo Samenanlagen. — Paläotrop., meist trop. Afr. 

— Barteria (4 trop. Afr.); Bäume mit aufgetriebeneu, hohlen Zweigen, Ameisenpflanzen. 

§ Casearieae. Kelchblätter 4-5, dachig, Blumenblätter 0," Staubblätter oo oder in 
beschränkter Zahl, bisweilen staminodial, perigyn; Karpelle (2 — G), meist (3), mit je oc — 2 
Samenanlagen. — Casearia (80 trop.). 

§ Abatieae. Kelchblätter 4, klappig, Blumenblätter 0, Staubblätter oo— », perigyn, 
Staminodien 0; Karpelle (2—4), mit je oo Samenanlagen. Blätter gegenständig. — Abatia 
(7 trop. Amer.). 

§ Homalieae. Kelchblätter 4 — 15, Blumenblätter 4— 15, Staubblätter 4— 15 vor den 
Blumenblättern oder oo in Bündeln vor den Blumenblättern, perigyn oder epigyn. Blätter 
@, seltener gepaart. — Homalium (80 trop.). 

§ Phyllobotryeae. Blüten $ oder polygam. Kelchblätter 3 — 5, Blumen- 
blätter 3 — 5', imbrikat. Staubblätter 5 — oo , hypogyn. Fruchtknoten einfächerig, 
mit 2 — 4 Parietalplacenten und 1 — 3 Griffeln. Samenanlagen co. — Blätter ab- 
wechselnd, groß, ganzrandig oder gesägt, auf der Mittelrippe die Einzel - 
"bluten oder Blütenstände tragend. — Phyllohotryum (2 Westafr.). — 
PhyllocUnium (1 Westafr.). — Mocquerysia (1 Westafr,). 

— Die Arten aller dieser Gattungen sind durch ihre • 
epiphyllen Infloreszenzen sehr auffallend. 

Fam. Stachyuraceae. Blüten $ oder $ ^f 9. -^^ Kelch- 
blätter 4, Blumenblätter 4, Staubblätter 8, Karpelle (4), mit od zwei- 
reihig an den Placenten stehenden Samenanlagen mit zwei In- 
tegumenten. Frucht beerenartig, vierfächerig. Samen oo, klein, 
mit Arillus und fleischigem Nährgewebe. — Kleine "^, kahl, mit 
abwechselnden, gesägten Blättern. Blüten klein, in kurzen, achsel- 
ständigen Trauben. — ~ Stachyurus (5 Ostas). 

Fam. Turneraceae. Blüten (Fig. 339) fünfgliedrig, 
haplostemon, $, ^, mit röhriger Achse. Karpelle (3), mit 
je 3 — 00 Samenanlagen mit zwei Integumenten an parie- 
talen Placenten. Griffel getrennt. Kapsel einfächerig, drei- 

klappig; Samen mit Arillus und Nährgewebe. — und % Kräuter oder "t> 
mit ©, gezähnten oder geteilten Blättern ; Nebenblätter -\- oder 0, Blüten 
axillär, einzeln oder traubig oder cymos. — 105 subtrop., trop., größtenteils 
Amer. — Turnera (70 trop. Amer., nur wenige Afr. und As.); T. diffusa 
(Mexiko und Antillen) var. aphrodisiaca (Mexiko) liefert die als Aphrodisiaeum 
geschätzte Herba Damianae. 

Fam. IMalesherbiaceae. Blüten $, ^, mit röhriger Achse, die in einen extrastami- 
nalen Diskuskranz und ein Gynophor ausgeht, fijnlgliedrig, haplostemon ; Staubblätter dem 
Gynophor eingefügt. Karpelle (3) mit oo Samenanlagen mit zwei Integumenten an parie- 
talen Placenten; Griffel 3 oder 4, unter der Spitze des Fruchtknotens eingefügt. Kapsel 
häufig in den Kelchblättern eingeschlossen. Samen ohne Arillus. — Kräuter oder Halb- 
sträucher mit alternierenden, meist stark behaarten, einfachen, oft tief eingeschnittenen 
Blättern; Nebenblätter 0. Blüten traubig oder cymös. — Malesherbia (30 Peru und Chile). 

Fam. Passifloraceae. Blüten (Fig. 340) 5 oder c/" 9, ^, mit mannigfach 
gestalteter, häutig mehr oder weniger rühriger und vielfach in Effigurationen aus- 
gehender Achse. Kelchblätter meist 5, seltener 3 — 8, Blumenblätter 5, seltener 
3 — 8, selten 0. Staubblätter seltener oo, meist 5 oder 4 — 8, der zylindrischen 
Achsenverlängerung eingefügt. Karpelle (3 — 5), meist mit oo Samenanlagen mit 
zwei Integumenten an wandständigen Placenten. Kapsel oder Beere. Samen 
zusammengedrückt, meist mit Arillus und Nährgewebe. — Kräuter oder "b, 
häutig kletternd, mit ungeteilten, meist gelappten, selten gefiederten Blättern. 

Eugler, SyUabuB. 18 




Fig. 339. Turnera uhni- 
folia. Diagramm der 
Blüte. — Nach Urbaii. 



274 



XIII. Abt. Erabryophyta siphonogama. 2. ünterabt. Angiosperinae. 2. Kl. Bicntyledoneae. 
27. R. Parietales. 6 U.-R. Flacourtiineae. 7. U.-R. Papayineae. 



Nebenblätter -|- oder 0. Häufig Nektarien an den Blättern. Blüten einzeln oder 
traubig oder cyraös. Die Ranken entsprechen nach ihrer Stellung Infloreszenzen 
(Fig. 341). Tracheiden meist mit Hof tüpfeln. — 390 calid, meist Amer. und 
Afr. — Passiflora (über 300 meist Amer.); P. edulis, P. foetida, P. qua- 




340. 
Blüte 



Passiflora coe>-ulea. 
c Vorblatt, K Kelcli. 



Längs.scbnitt durch 
— Nach Bai Hon. 



Fig. 341. Aufriß A und Grundriß B der 
Blütenstelluug vun Passiflora caerulea: 
l Laubblatt, / Ranke aus l, II Blüte mit 
Involuknini {h, a, Jij, bkn Beiknospe. 
— Nach Eich 1er. 



drangtdaris, P. coerulea und P. laurifolia (Amer.) liefern wohlschmeckende 
Früchte, Grenadillas. — Adenia (50 trop. Afr. u. As.), meist hochkletternde 
Kräuter oder Sträucher; A. glohosa (Steppen Deutsch-Ostafr.) dagegen mit dick- 
fleischigem Stamm, rankenlos. — Eckinothainnus (1) Pechuelii (Südwestafr.), 
sparriger, Felsritzen bewohnender Strauch. 

Fam. Achariaceae. Blüten (/ 9, tlrei- h\a fünfgliedrig, ^, uionöcisch. Blumen- 
_- _ blätter (H— 5), Staubblätter ebensoviel, mit dem 

Grun<le der Blumenkrone vereint. Karpelie wie 
, l)ei v(jrigen. Kapsel drei- bis fünfklappig. Samen 
mit reichlicbem Nälirgewel)e. — Kräuter oder 
Halbsträucher mit einfachen oder gelappten Blättern. 
Blüten einzeln oder zu wenigen axillär. Tracheiden 
einfach getüpfelt. — 3 Südafr. — Acharia([ Südafr.). 



7. Unterreihe l'apayitieae. Gynaeceum 
frei in röhriger oder glockiger Achse. 
Nährgewebe der Samen Ol und Protein- 
körner enthaltend. Reich verzweigtes 
Syateni gegliederter Milchwaftschläuche 
in allen Teilen der Pflanzen. 

Fam. Caricaceae. Blüten fünfgliedrig, 
diplostemon, cT 9, ^, mit röhriger oder 
glockiger Achse. Blumenblätter in den r/' 
Blüten zu einer langen, in den 9 Blüten zu 
kurzer Röhre vereint. Karpelle (3 — 5), mit 
oo Samenanlagen mit zwei Integumenten an 
parietalen Placenten, und mit freien Griffeln. 
Beere. Samen >:, mit Nährgewebe. — t> 
mit einfachen oder bandförmigen oder ge- 
fingerten Blättern ohne Nebenblätter und mit 
achselständigen Blütenständen. — Reich ver 
zweigte und gegliederte Milchsaftschläuche. 
— 28 trop. Amer., 2 Afr. Carira (21) (Fig. 342); C. jtapaya, Melonen 

haum (wildwachsend nicht bekaimt, wohl sicher als Bastard verschiedener Arten 




Fig. .^42. Carica papaya. >1 Diagramm der 
Blüte der f. Eupapai/a. B ? Kiickschlags- 
blüte ohne Biuinenkrone der f. Forhesü. 
(' Frudit dieser Form im Längsschnitt. 
IJ Samen im Längsschnitt; «o Sarcnfcsta, 
en Eiidotesta. — Nach So 1ms. 



XIII. Abt. Embryophyta sipbonogania 2. Unterabt. Angiosperiuae. 2. Kl. PicntylcdoiiPae. 275 
27. R. Parietales. 7. IJ.-R. Papayineae. 8. LT.-R. Loasineae. 

in Westindien entstanden!), jetzt in den 
Tropen derErdeüberall kultiviert, liefert 
eßbare Früchte. Der Milchsaft enthält 
das Ferment PapaVn, welches Eiweiß 
peptonisiert und frisches Fleisch schnell 
weich macht, auch frische Milch gerin- 
nen läßt. — Cijlicomorpha (2 ti-op. Afr.). 

8. Unterreihe Loasineae. Gynae- 
ceum meiHt in die Achse eingesenkt 
und mit derselben vereint. Nähr 
gewebe der Samen Ol und Protein- 
körner entlialtend oder selten 
fehlend. 

Fam. Loasaceae. Blüten (Fig. 843 u. 344) 5, mit röhriger, kreiseiförmiger 
oder veYkehrt kegeliger Achse. Kelchblätter 5 (selten 4, 6, 7), Blumenblätter 




Fig. 343. Loasaceae. Diagramme. A Cajophora 

Orhiynyana. B Blumenbachla Hieronymi. — Nach 

Urban. 




Fig. 344. Lousaceat'. A—H Loasa urens. A Habitus, B Blüte, C Schuppe von binten und von 
der Seite, D inneres Staminodium von der Seite, E Placenta mit Samenanliigen, F dieselbe im Quer- 
schnitt, (V Samen, H aufgesprungene Kapsel, die drei Klappen zeigend. J Schuppe von Loasa frali- 
coaa von hinten. A' innere Staminodialgruppe von Loaxa chUensis. L Schuppe von Scyphanthus 
elegant von der Seite, M dieselbe im Längsschnitt. N Schuppe von Cajophora ajmbifera von der 
Seite, inneres Staminodinm von der Seite. — Nach ürban und Gilg. 

18* 



276 XIIT. Abt. Enibryophyta siphonogama. 2. Uiiterabt. Angiosperniae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
27. R. Parietales. 8. U.-R. Loasineae. 9. Ü.-R. Datiscineae. 10. U.-R. Begoniineae. 

ebensoviel, sehr selten vereinigt, häufig konkav, Staubblätter go, vor den Blumen- 
blättern, bisweilen nur zwei oder fünf, die vor den Kelchblättern stehenden 
häufiger in Staminodien oder Nektarienschüppchen umgewandelt ; Karpelle (3 — 7), 
mit je 1 — 00 Samenanlagen mit einem Integument am Scheitel des Frucht- 
knotens oder meist an parietalen Placenten. Kapsel gerade oder spiralig gedreht, 
meist fünf- bis siebenklappig. Samen mit Nährgewebe. — Kräuter, selten 
Sträucher, bisweilen windend, mit abwechselnden oder gegenständigen, ganz- 
randigen oder gelappten oder fiederspaltigen Blättern ohne Nebenblätter. — Meist 
mit Häkchen versehene Haare, vielfach auch Brennhaare. — 250 meist im trop., 
subtrop. und temp. Amer. — Loasa (90). — Mentzelia (60). — Blumenhachia (4). 
— Cajophora (50); C. lateritia (Argentin.), Zierpflanze. — Kissenia (1) spathulata (als 
einzige Ausnahme in der alten Welt: Deutsch-Südwestafrika, Sornalland, Südarab.). 





Fig. 345. Datisca cannabi7ia. A(;^ Blüte. B 9 Blüte. 

C Oynaeceain im Längsschnitt. D Frucht. E Samen 

im Längsschnitt. — Nach Warburg. 



Fig. 346. Begonia incamata. 

A (f, B (^ Blüte. — Nach 

Baillon. 



9. Unterreihe Datiscineae. Gynaeceum in die Achse eiugeseakt und mit 
derselben vereint. Nährgewebe sehr sparsam. Embryo 01 und Proteinstoffe 
enthaltend. Blüten In Trauben. 

Fam. Datiscaceae. Blüten cT 9, meist zweihäusig, selten $; cJ" Blüten: 
Kelchblätter 3—9. Blumenblätter 8 oder 0, Staubblätter 4—25; 9 und 5 Blüten: 
Blütenhüllblätter 3 — 8, Karpelle (3 — 8), unterstündig, mit wandständigen Placenten. 
Griffel frei. Samenanlagen mit zwei Integumenten. Kapsel mit oo kleinen 
Samen. Nährgewebe sparsam. — Kräuter oder tr mit einfachen oder gefiederten 
Blättern ohne Nebenblätter. Blüten klein, traubig. — 4 calid., temp. — Datisca 
(2); D. cannahina (Fig. 345) im Orient, D. ylomerata in Kalifornien. 

10. Unterreihe Begoniineae. Wie vorige; aber Nährgewebe fehlend. Blüten 
in Dichasien oder Wickeln. 

Fam. Begoniaceae. Blüten (Fig. 346, 347) unsymmetrisch, (f 9, einhäusig. 
(f Blüten: Nur .selten Kelchblätter 5, Blumenblätter 5, häufig Kelchblätter 2, 
Blumenblätter 2 — 6 oder 0; Staubblätter co . 9 Blüten: Blüt»Mihüllblätter 5 — 2 
(bisweilen H -|- 3 oder 8). Karpelle meist (3), .selten (4 — 5X unterständig; Griffel 
frei. Fruchtknuten mit wandständigen oder eingebogenen und von der Mitte an 
wieder zurückgebogenen Placenten, mit <x Samenanlagen mit zwei Integumenten. 



XIII. Abt. Enibryophyfa siphonogaiiia. 2. Uiiterabt. Augiosperniae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
27. R. Parietales. lU. U.-R. Begoniineae. 11 Ü.-E. Ancistrocladineae. 28. R. Opuntiales. 



277 



Kapsel, selten Beere; Samen klein, Nährgewebe 0. — Kräuter oder Halbsträucher, 
auch Knollengewächse, mit © schiefen, häufig gelappten, bisweilen gefingerten 
Blättern; Nebenblätter -\-. Blüten in Dichasien oder Wickeln. — 420 calid., 
ausgenommen Austral. — Bcf/onia (über 400); viele Arten wegen ihrer schönen 
Blätter und Blüten kult., besonders die sog. »Knollenbegonien«. 




M^^} 



Fig. 347. Begonia. A n. B B. pannosa, Diagramm der ^f "nd 9 Blüte. C—G Querschnitte durch 
Fruchtknoten : C B. tertera, D B. maculata, E B. nhnifolia, F B. Oaudichaudii, B. baccata, 
\ H B. 7tihrovenia. — Meist nach Warbur'g. 



II. Unterreibe Ancistrocladineae. Gynaeceuiu in die Achse eingesenkt 
und mit derselben vereint, einfächerig, mit einer grundständigen Samen- 
anlage. Nährgewebe der Samen zerkltiftet, stärkehaltig. 

Fam. Ancistrocladaceae. Blüten $, ^, epigynisch. Kelchblätter fünf. Blumen- 
blätter fünf, am Grunde etwas vereint. Staubblätter 5—10. Karpelle (3?); nur ein Fach 
mit einer grundständigen Samenanlage mit zwei Integumenten. Nuß mit einem kugeligen 
Samen. — Kletternde Lianen mit lanzettlichen, ganzrandigen Blättern und kleinen, in 
Trauben oder Rispen stehenden Blüten, die Blütenstände häufig mit Ranken. — Andsirocladus 
(8 trop. Westafr., trop. Asien). 

28. Reihe OPUNTIALES. Blüten hemizyklisch , heterochlam. , mit oc © 
Kelch-, Blumen-, Staubblättern an röhriger Achse und 4 — oo, einen unterständigen 
Fruchtknoten bildenden Karpellen. — Sukkulente Gewächse. 

Der Ausicht Schamanns, daß 
diese Reihe phylogenetisch zn den 
Aizoaceae (Reihe 17, Centrospermae) in 
Beziehung stehe, schließe ich mich an. 

Fam. Cactaceae. Blüten 
(Fig. 348) 5 , ^, bisweilen etwas •!• , 
mit oft langer, röhriger Achse. 
Kelch- und Blumenblätter oo, in- 
einander übergehend. Staubblätter 
CO. Karpelle (4 — 8); ein Griffel; 
Fruchtknoten meist einfächerig, 
mit 00 Samenanlagen mit zwei 
Integumenten an wandständigen 
Placenten. Halbfrucht eine Beere 
mit oo Samen. Nährgewebe spar- 
sam oder 0. Embryo gerade oder Flg. 348. Cactaceae. A Opuntia, Diagramm. B Ptlo- 
gekrümmt mit bisweilen sehr kleinen «•«'"cms Houlleta, Blüte im Längsschnitt. C Echinopsis 
Keimblättern. — Meist sukkulente fr«""' ^'T^ X»" Samenanlagen mit langem Funi- 
^„ 1. -i. n I j kulus. D dasselbe von PhyUncacttis aciimmattis. 

Ftianzen, selten mit flachen oder zy- ^ Opuntia camanchica, reifer Samen im Längsschnitt, 
lindrischen Blättern, in der Regel — Meist nach K. Schnmjtnn, 





278 XIII. Abt. Enibryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiosperniae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 

28. R. Opuntiales. 29. R. Myrtiflorae. 

mit Heischigem Stamm, mit rippenartig hervortretenden Orthostichen oder höcker- 
förmig vorspringenden Blattpolstern; Blätter meist frühzeitig abfallend; ßlatt- 
polster oft filzig mid mit Dornen (umgebildeten Bl.ättern der Achselsprosse) be- 
setzt (Fig. 349). Blüten meist den Blattpolstern aufsitzend. — 1500 temp. — 
calid. Am., wenige in Afr. und Madagaskar. 

Unterfam. Pelreskioideae. Blätter flach, bleibend. Dornen ohne Wider- 
häkchen. Samenanlagen an kurzem Funikulus. — Feireskia (11 trop. Am.). 

Unterfam. Opinitioideae. Stamm häufig gegliedert, mit flachen Gliedern. 
Blätter klein, in der Jugend abfallend. Dornen mit Widerhäkchen. Samen- 
anlagen an kurzem Funikulus. — Opinitia (150); O. /itas indicd, Feigen - 
kaktus (Zentralam.; in der alten Welt, besonders im Mediterrangebiet, einge- 
bürgert); Früchte eßbar. — Nopalea (5 Zentralamer.); ;V. coccineUifera, viel in 

Mexiko und auf den Ka- 
naren kultiviert, da auf 
ihr die Cochenille- 
Schildlaus ^6'occM5cacf 7,) 
hauptsächlich lebt. 

Unterfam. Cereoi- 
deae, Blätter sehr 
klein , schüppchenför- 
mig , bald abfallend ; 
Dornen ohne Widerhäk- 
chen. Samenanlagen an 
° langem Funikulus. 

^ A. Blütenachse 

Fig. 349. A Echinocncfm : a entspricht einer Blattspreiie; /; ist die laugrölirig. 
auf das Blatt verschobene Achselknospe mit Seitensproß. B Feireskia: ^ EchinOCaCtoae. 

h ist ein Laubblatt auf einem kurzen, stacheligen Zweige, der von ßl(jten in den Areolen 
einem nun abgefallenen Laubblatt gestützt wurde, dessen Narbe bei a , a u, "♦ 1 1 

zu sehen ist. — Nach Warming. Oder am öctieiiei üer 

Höcker. — Ccreiis 
(200); C f/if/antnis (Tjeniralsim.), Riesenkaktus, bis 20 m hoch; C. grandifiorus und 
C. ny cticalus (Zentraiam.), »Königin der Nacht«. — Filocereus (4b). — Ccphalocereiis 
(4); C. senilis, »Greisenhaupt«. — Phyllocadus (12 trop. Am.); Ph. phyllanthiLS, 
häufig wegen seiner schönen Blüten im Zimmer kultiviert. — Epiphyllum (1); E. 
truncatiim (Brasil.) wegen der schönen Blüten häufig kultiviert. — Echinopsis (10). — 
Echinocereus (iiO). — Melocaetuö' {^0). — Echinocactus (iOO); E. (Anhahriium) 
Williamsii und E. Lermiii (beide Mexiko, »Pellote«, »Peyote«) sind stark giftig 
und werden von den Eingeborenen als narkotische Berauschungsmittel genossen. 
§ Mamillarieae. Blüten am Grunde der Höcker. — Mamillaria (über 600). 
B. ßlütenachse kurz. 

§ Uhipisalnleae. Stengel stielrund oder verbreitert und gekerbt, mit kleinen, 
schuppenförmigen Blättern und seitlichen, kleinen Blüten. Beere erbsengrof.(. 
— li/upsalis (50); h'h. cassytha, von Bäumen der Urwälder herabhängend, 
im trop. Am. und Afr. weit verbreitet. 

C) IMo Itliitun sind /,vkliscli niid die Vorsciikiiiig dus (<j iiacceums in diu hohio 
Kliilunachso ist nliguiiieiii: dit^ Vorwaciisiing- dos («.vnaccunms mit dor l{liituiiachsu 
oder dem Rozoptakiilnm \vii'<l vorberrsclioiid. 

29. Reihe MYRTIFLORAE. Blüten zyklisch, heterochlam., selten apopetal, 
haplostemon oder diplostemon (bisweilen verlmndcn mit Spaltung), selten j- , mit 
+ konkaver Achse und 2 — cc- zu einem selten freien, meist mit der Achse 



XIII. Abt. Erabryophyia siplionogama. 2. Uuterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 279 
29. R. Myrtiflorae. 1. Ü.-R. Thymelaeineae. 

(Rezeptakulum) zusammenhängenden Fruchtknoten vereinten Karpellen, seltener mit 
einem freien Karpell. — Kräuter und t?, häufig mit bikol lateralen Leitbündeln. 

l. XJnier reihe Thf/tnelaei tief le, Blüten mit scliüsselföriniger oder röhriger 
Achse (wenigstens in den $ und ? Blüten) und 2 — 4 zu einem freien Frucht- 
knoten vereinigten Karpellen, ^. — Meist t?, selten Kräuter mit ungeteilten 
Blättern. 

Farn, (ireissoloniataceae. Blüten $, viergliedrig, mit flach schüsseiförmiger Achse. 
Kelchblätter dachig. Blumenblätter 0. Staubblätter 8. Karpelle (4) mit je zwei von der 
Spitze des Faches herabhängenden Samenanlagen. Ein Griffel. Kapsel vierfächerig, in 
jedem Fach mit einem Samen oder überhaupt mit nur einem Samen. Nährgewebe fleischig. 
Embryo zylindrisch. — Kleiner Strauch mit gegenständigen, immergrünen, ganzrandigen 
Blättern und in deren Achseln stehenden Einzelblüten. — Geissoloma (1 südwestl. Kapland). 








Fig. .350, Thymelacaceoe. Diagramme. 

A Daphnc mezercum. B Struthioln erecfn ; 

a, ^ Brakteoleu, p Blumenblätter. — Nacli 

Eich 1er. 



A B 

Fig. 3.51. Daphnc mezereiim. A aufgeschnittene 
Blüte. B Fruchtknoten im Längsschnitt; die längs- 
gestrichelte Region unter der hängenden Samenanlage 
ist ein ganz lockeres Gewebe. — Nach Warming. 



Farn. Feuaeacoao. Blüten mit becherförmiger Achse, haplochlam., haplostemon, 
viergliedrig, 5. Blütenhüllblätter klappig. Staubblätter mit den Blütenhüllblättern ab- 
wechselnd. Karpelle (4), mit je 2 — 4 aufsteigenden Samenanlagen mit einem Integument. 
Ein Griffel. Kapsel fachspaltig, mit einsamigen Fächern. Nährgewebe 0. Embryo dick 
fleischig, kurz zweilappig. — Sträucher mit kleinen, lederartigen, ganzrandigen, gegen- 
ständigen Blättern und in den oberen Blattachseln sitzenden Einzelblüten. — 22 in der 
Kapkolonie. — Penaea (10). — Die Embryosackmutterzelle wird direkt zum Embryosack 
und in diesem entstehen nach 4 Teilungsschritten 16 Kerne, jedoch nur 1 Sexualapparat. 

Fam. Oliuiaceae. Blüten ^, vier- bis fünfgliedrig, mit zylindrischer Achse. Kelch- 
blätter korollinisch. Blumenblätter kleiner, klappig, behaart. Staubblätter in einem Kreise 
vor den Blumenblättern. Karpelle (3 — 5), mit je 2 — 3 zentralwinkelständigen Samenanlagen 
mit zwei Integumenten. Ein kurzer Griffel. Steinfrüchte mit fünf- bis einsamigen 
Steinkernen. Nährgewebe ü. Embryo mit gefalteten Keimblättern. — Kleine ^ mit 
gegenständigen, ganzrandigen, lederartigen Blättern und kleinen Blüten in Trugdolden am 
Ende der Zweige. — Olinia (6 von Abyssinien bis zum Kapland). 

Fam. Thymelaeaceae. Blüten (Fig. 350, 351) mit becherförmiger oder röhriger 
Achse, heterochlani. oder apopetal, diplostemon oder haplostemon, 5 — 4-gliederig. 
Karpelle (5 — 4—3 — 2) oder meist 1 mit je einer hängenden Samenanlage; ein 
Griffel. Nährgewebe -j- oder 0. Embryo gerade, mit fleischigen Keimblättern. 

— "tt oder Bäume, selten Kräuter mit festem, netzartigem Bast, ganzrandigen, 
© oder gegenständigen Blättern ohne Nebenblätter und einzelnen oder in Ähren 
oder Trauben stehenden Blüten. — Markständiges Siebgewebe meist vorhanden. 

— 460 temp., calid. 

TJnterfam. Microseininatoideae. Blüten polystomon, ohne deutliches Keceptakuluin. 
Kelchblätter 5 — (5. Blumenblätter 0. Karpelle (10- 12), mit je einer hängenden Samenanlage. 
Frucht eine rundliche, 10 — 12-fäclierige, fachspaltig aufspringende Kapsel, in jedem Fach mit 
1 Samen, der Nährgewebe enthält.— Markständiges Siebgewebe0.— A/icrosewma(4Neu-Kaledon.). 

Unterfam. Oetfdefndoideae. Blüten di])lo8temon, mit napf förmiger Achse. 
Kelchblätter 4 — 5. Blumenblätter 4 — 5, bis zum Grunde geteilt. Karpelle (4 — 5), 



280 XIII. Abt. Einbryophyia siplimiogatna. 2. Unterabt. Angiosperinae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 
29. R. Myrtiflorae. 1. U.-R. Thymelaeineae. 

mit je einer hängenden Samenanlage. Kapsel lederartig, fachspaltig aufspringend, 
in jedem Fache mit einem spindelförmigen Samen. Nährgewebo 0. — Schleim- 
zelien in Mark und Rinde. Markständiges Siebgewebe 0. — Ocfolcpis (5 trop. Afr.). 
Unterfam. Aquilarioideae. Blüten diplostcmon oder haplostemon, mit 
schuppenförmigen Blumenblättern. Karpelle (2) oder selten (3), mit je einer Samen- 
anlage. Zweifächerige Kapsel fachspaltig. — Markständiges Siebgewebe -\-. — Äqui- 
laria (6); Ä. agallocha (Ostind.), Ä. sinensis (China) u. a. A. liefern in ihrem 
Kernholz das wohlriechende, zum Räuchern verwendete Adlerholz, Lignum 
Aloes. — Brachythnlamus (2 Neu-Guinea). 

Unterfam. J'halerioideae. Blüten diplostemon, mit schuppenförmigen Blnmenblftttern, 
oder apopetal. Karpelle (2) mit je einer Samenanlage. Steinfrüchte mit 2 (oder 1) Kernen. — 
Markständiges Siebgewebe +. — Trop. Afr., As. — Phaleria (15 ind.-mal.; Nord-Austral.). 
Unterfam. Sf/nandrod^phnoideae. Blüten apopetal. Receptaknlum 0. Staubblätter 
in 2 Kreisen, zu einem Tubus verwachsen, nur die Staubblätter des äußeren Kreises fruchtbar, 
die inneren nur als Tubuslappen ausgebildet, die mit denfruchtbaren|StaubbIättern abwechseln. 
Karpelle (2). Markständiges Siebgewebe -f- — Synandrodaphnc (1) im trop. Westafrika. 
> Unterfam. Thy nielaeoideae. Blüten diplostemon oder haplostemon, 

selten hemistemon, mit schuppenförmigen Blumenblättern, oder apopetal. Ein 
Karpell mit einer Samenanlage. Halbfrüchte nuß- oder steinfruchtartig. — Mark- 
ständiges Siebgewebe. -|-. — Daphne (50 Eur., As.); D. tner^crcum (Fig. 351), 
Kellerhals, Seidelbast (temp. Eur., As.), liefert die früher off. Cortex 
Mezerei; D. laurcola (Mittel- und Südeuropa); T). rneorum (Europa, alpin). — 
Lagetta (3); L. liiifearia (Westind.) mit zartem, spitzenähnlicliem Bastgewebe. 
— Arten von Rhamnoneuron (1 Tonkin), Wikdrocmia (20 Ostas., indisch-malay. ; 
W. mdica entwickelt aus diploider Eizelle Embryonen ohne Befruchtung (soma- 
tische Parthenogcnesis)) liefern zähe Fasern für Papier; von Edgeworthia 

(2 Ostindien, China, Japan) chrysan- 
th(i (in Japan kult.) stammt das 
Material für das vortreffliche japanische 
Mitsumatapapier. — Gnidia (90 
trop. Afr. u. As.). — Thymelaea (20 
medit.); Th. passerina (=^ Pass. annua) 
auch in Deutschland als Unkraut. — 
Passerina (4 südw. Kapl.). — m,nielea 
(80 Austral., Neuseeland, Neu-Guinea, 
Timor); viele Arten mit prächtigen, 
duftenden Blüten in den Gewächs- 
häusern kultiviert. 

Unterfam. Drapetoidea^'. Blumen 

blätter 0. Ein Karpell. 4 Staubblätter 

zwischen den Kelchblättern und 4 — 8 vor 

— Winzige moosartige Pflänzchen. — DrapctcH 




Fig 352. Elacapinceae. Diagramme: A Lcpar- 
gyrea cranarfensis, hermaphroditisch gedacht. B Elne- 
agnux nngustifoUa, ."i-zählig. C, D Hippophaes 
rhamnoides, (^ und 9 Blüte; d Diskus. — Nach 
E i c h 1 e r. 



denselben. — Markständiges Siebgewobe fehlt 
(5 * ), antarktisch. 

Fam. Elaeagnaceae. Blüten (Fig. 352) mit becherförmiger oder in den cT Blüten 
mit Hacher Achse, apopetal, haplostemon oder diplostemon, meist viergliederig, 
2 oder rf 9. Ein Karpell mit einer vom Grunde aus aufsteigenden Samen- 
anlage. Nuß von der lleischigcn Blütenachse eingeschlossen. Nährgowebe schwach 
oder 0. Embryo gerade, mit dicklleischigen Keimi^lättern. t' mit ® oder 

gegenständigen, ganzrandigen Blättern und einzeln oder in Trauben oder Ähren 
stehenden Blüten. — 16 temp,— calid. — Efacaymis (12 ^ ), mehrere Arten 
als auffallende Ziersträucher in Gärten kultiviert. — Jfippophaes (2); H. rham- 
noidcs, diöcisch (Eur., As.). — Shephrrdia (8 Nordam.). 



XIll. AM. Einbryophyta siphonogama. 2. ünterabt. Angiosperniae. 2. Kl. Dicotyleiloneae. 
29. R. Myrtiflorae. 2. U.-R. Myrtineae. 



281 



2. VnteTreihoMyrthvede. Blüten mit rö h rigerAchse n ad 2 — x, zu einem selten 
freien, meist mit der Achse zusammenhängenden Fruchtknoten vereinten 
Kar pellen. — Krau ter oder "f» mit ^ oder häufiger mit gegenständ] gen Blättern. 

Fam. Lythraceae. Blüten heterochlam. oder apopetal, 3 — 16-, meist 4 — 6- 
gliederig, 5, ^ oder ■[ . ßlütenachse schüsseiförmig bis langröhrig. Kelchblätter 
klappig, mit Nebenblättern zwischen ihnen; Blumenblätter am Rande der hohlen 
Achse, bisweilen 0. Staubblätter doppelt soviel als Blumenblätter oder 1 — co, etwas 
tiefer als die Blumenblätter. Karpelle (2 — 6), mit je oo — 2 Samenanlagen; Frucht- 
knoten frei, meist 2 — 6-, selten einfächerig, mit einer wandständigen Placenta. 
Ein Griffel. Kapsel. Samen ohne Nährgewebe. — Kräuter und t» mit ungeteilten, 
ganzrandigen Blättern ; Nebenblätter klein ; Blüten in Trauben oder Dichasien 
oder Rispen. — Markständiges Siebgewebe. — 450 temp. — calid., zahlreich in Amer. 

§ Lythreae. Scheidewände des Fruchtknotens ober- 
wärts unvollständig. — Ammannia (20 calid.). — Feplis 
(3 _*_). — Iyi/^/*rw.//*(25)(Fig.353); L.saliraria, »Weide- 
rich«, in Mitteleuropa auf Wiesen oft bestandbildend, mit 
trimorphen Blüten (Fig. 354). — Ctiphefif mit •{• Blüten 
(200 Amer. calid.). — Physocalyjiima (1) scahcrrimum 
(trop. Südam.) liefert das Brasilianische Rosenholz. 

§ Nesaeeae. Scheidewände des Fruchtknotens 
vollständig. — Hcimia (2 Amer.). — Lagerstroeiuia 
(30 trop. u. östl. As., Malesien, Austral.); L. indica 
(As. calid.), prächtiger Zierstrauch. — Latvsonia (1) 
inerniiti (Nordafr. bis Ostind., im Orient kult.) liefert 
aus den Blättern den rotgelben Farbstoff Henna. 

Fam. Heteropyxidaceae. 
ßlOteu heterochlam., fünf- 
gliedrig, 5 ^- Blütenachse 
becherförmig. Blumenblätter am 
Rande der hohlen Achse. Staub- 
blätter doppelt so viel als Blumen- 
blätter. Karpelle (2), mit je co 
Samenanlagen. Fruchtknoten 

frei, 2 -fächerig. Ein Griffel. 
Kapsel. — Sträucher mit ungeteil 
ten, ganzrandigen, lanzettlichen 
Blättern. Blüten klein in Rispen. 
Alle Teile der Pflanze mit lysi- 
genen Drüsen. — Hckropijxis 
(2 sOdöetl. Afr.). 

Fam. Soiiueratiaceao. Blüten heterochlam. (xler apopetal. $ oder cf 9. ^- Blüten 
achse glockig. Kelchblätter 4— H. Blumenblätter 4—8 oder 0. Staubblätter x. Karpelle 
(4—15), mit der hohlen. Achse vereint. 
Ein Griffel. Fruchtknoten gefächert, 
mit CO Samenanlagen. Halbfrncht 
kapsei- oder beerenartig; Samen oc, 
ohne Nährgewebe. — ^ mit gegen 
ständigen, ganzrandigen Blättern ohne 
Nebenblätter. Blüten meist ansehn 
lieh. -- 12 trop. Afr., As. — Sonne- 
ratia (6); iS'. cascolaris in Mangrove- 
Wäldern im trop. As. n. Ostafr. , mit 
aufrechten Atmungswurzeln. 

Fam. Punicaceae. Blüten 
(Fig. 355 u. 356) heterochlam., 
$, ^. Blütenachse kreiseiförmig. 





Fig. 353. Lylhruin sali- 

caria. Diagramm. — Nach 

Wa r m i n g. 



Fig. 3.'>4. L)/f.hnim salicaria. 
'1'riniorphisuiu.s der Blüten. Die 
eine Seite der Blütenhülle ist 
hei allen drei Blüten weg- 
geschnitten. A ist langgriffelig, 
i? mittelgriffelig und C kurz- 
griffelig. Durch die Pfeile und 
punktierten Linien werden die 
besten (»legitimen«) Kreuzungs- 
arten angegeben. — Nach 
Darwin. 




Fig. 355. Panira i/rannlinii. A Diagramm, in dem die 
beiden Stockwerke des Fruchtknotens in eine Ebene ver- 
legt sind. B Querschnitt durch das obere, C durch das 
untere Stockwerk des Fruchtknotens. — Nach Eichler 
und Niedenzu. 



282 XIII. Abt. Enibryophyta sipbonogama. 2. Unterabt. Angiospermae. 2. Kl. Dicotyledoneae. 

29. R. Myrtiflorae. 2. Ü.-R. Myrtineae. 

Kelchblätter 5— 7. Blumenblätter 5— 7. Staubblätter cc, Karpelle (9) mit oo Samen- 
anlagen, in 2 — 3 Kreisen übereinander, mit der Achse völlig vereint. Ein Griffel. 

Halbfrucht beerenartig, mit vielsamigen Fächern. 
Samen groß, kantig, mit saftreicher Schale, ohne 
Nährgewebe. — t> mit ganzrandigen Blättern. Blüten 
achselständig, ansehnlich. — Markständiges Sieb- 
gewebe. — JPmiira (2); JP. g ranatii'ni , Gra- 
natapfelbaum (medit. bis Himalaja, jetzt überall 
in den Trop. u. Subtrop. kult. und verwildert); off. 
die gerbstoff reiche Stamm- und Wurzel- 
rinde, Cortex Granati; P. protopunica, vielleicht 
Stammpflanze der vorigen, auf der Insel Sokotra. 
Farn. Lecythidaceae. Blüten heterochlam., 
selten apopetal, $. Blütenachse becherförmig. 
Kelchblätter meist 4 — 6, selten 2 — 3. Blumen- 
blätter 4 — 6, selten mehr oder 0, dachförmig. 
Staubblätter qo , in mehreren Kreisen, häufig teil- 
weise steril, in der Knospe einwärts gebogen, am 
Grunde + vereint. Karpelle (2 — 6, selten mehr) 
mit der Achse vereint, mit je oo — 1 umgewendeten 
Samenanlagen. Ein Griffel. Halbfrucht fleischig oder holzig. Samen ohne 
Nährgewebe. — t> mit abwechselnden, ganzrandigen Blättern ohne Nebenblätter. 
— Keine Sekretzellen oder Sekretlücken. Kein markständiges Siebgewebe. 
Rindenständige Gefäßbündel. — 130 trop. 




Fig. 356. Punica granatum, 
Blüte im Längsschnitt. 




Fig. 357. Nnpoleona^cuspidata. A Diagramm. B Blüte im Längssclinitt. — Nach Niedenzu. 



Unterfam. FoetuHoideae. Blumenblätter 0. Staubfäden sehr schwach vereint. — 
Foetidin (8 Madagaskar). 

Unterfam. I'lanrh onioltUme. Blumenblätter -(-. Staubfäden alle bis zu derselben Höhe 
vereint. Beere ohne Deckel. — Paläotrop. — Barringtnnia (fiO von Mossambik bin Samoa). 

Unterfam. Mapitleonoideae. Blumenblätter 0. Die äußeren Staubblätter alH 
Staminodien entwickelt und untereinander zu einer Staminodialkrone vereint. Beere ohno 
Deckel. — Napokona (7 trop. Afr.). (Fig. 1^57). 

Unt(!rfam. Levythidoideac, Blumenblätter -\-. Staubblätter vereint. 
Beere mit deutlichem Deckel, oder eine Deckelkapsel. — Lecythis (4ü Südam.), 
mehrere Arten mit mandolartig schmeckenden Samen; h. ollnrin mit topfartigen 
Früchten. — lierthofletia (2 trop. Südamer. ; Fig. 358); B. cxcclsa und B. nohilis 
liefern eiweiß- und ölreiche, eßbare Samen, Paranüsse. 

Fani. Rhjzophoraceae. Blüten hiiterochlam., selten apopetal, meist $, ^. 
Kelchblätter '.\ — Hj, meist 4 — 8, kla])pig, Blumenblätter ebensoviel, selten 0. 
Staubblätter (S — X) , meist alle fertil. Karpellc meist (2 — 5), selten (3) oder (6), 



XIII. Abt. Eiiibryophyta siphonogama. 2. Unterabt. Angiospeniiae. 2. Kl. Dicntyleiloueae. 283 
29. R. Myrtiflorae. 2. U.-R. Myrtineae. 




Fig. 358. Bertholletia evcelsa. A Halbfruclit in der Mitte (lurehschuitteii, die Anheftung , der Samen 
zeigend. B aufgesprungene Kno.spe von unten gesehen. C Androeceuni von vorn mit emporgehobenem 
Helm. D Fruchtknoten